Sebastian und Seine Abenteuer auf dem Raumschiff Far Horizon - Inhaltsangabe (Persönliches Logbuch – Sebastian Neuhof – Crewmitglied des Raumschiffes Far Horizon)   43

Von:    Andreas Kretschmann      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 9. August 2013
Bei Webstories eingestellt: 9. August 2013
Anzahl gesehen: 1507
Kapitel: 23, Seiten: 763

Diese Story ist die Beschreibung und Inhaltsverzeichnis einer Reihe.

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Letzter Eintrag: 16.08.2013 (Episode 36) Persönliches Logbuch – Sebastian Neuhof – Crewmitglied des Raumschiffes Far Horizon



16.08.2013 – Far Horizon – Die letzten vier Tage waren für mich absolut unbeschreiblich. Am Dienstag den 13. August war ich für die Überführung neuer Kampfflieger dem Geschwader der Far Horizon zugeteilt. Die neuen Kampfflieger vom Typ XF-302 sehen der irdischen F22 zum Verwechseln ähnlich, dies ist durchaus praktisch für Einsätze in der Erdatmosphäre. Allerdings ist das Aussehen auch schon die einzige Gemeinsamkeit mit den F22-Kampfjets. Die Geschwindigkeit ist mit den übrigen Kampffliegern der Erdraumflotte vergleichbar, circa ein Prozent der Lichtgeschwindigkeit, außerdem haben die XF302 einen Sprungantrieb. Die Manövrierfähigkeit ist schon eine ganz andere Kategorie, die Vögel sind verdammt wendig. Leider haben die Maschinen einen Serienfehler, das System zur Trägheitskompensation ist nicht besonders gut durchdacht. Die Induktionsspulen an den gegenläufig rotierenden Hochtemperatursupraleitern sind in einer Sternkonfiguration angeordnet. Normalerweise ordnet man diese Spulen aber in einer Kreuzkonfiguration an, damit beim Ausfall einer Spule die gegenüberliegende ebenfalls abgeschaltet wird und so eine ungleichmäßige Induktion nicht zu einer Überlastung des Systems führt. Wir haben das Problem jedoch ganz unkonventionell lösen können. Jeder Pilot einer XF-302 bekommt jetzt ein tragbares System für die Trägheitskompensation bestehend aus einem phaseninvertierten Schwerkraftanzug und einem Trägheitssensor, einem Bauteil aus dem Trägheitsnavigationssystem altmodischer Marschflugkörper. Mit diesem tragbaren System sind die XF-302er gut zu fliegen. Die Bewaffnung der neuen Kampfflieger kann sich auch sehen lassen. Sie verfügen nicht nur über Mikrowellengeschütze, Gammastrahlenemitter und gammastrahlengepulste Plasmageschütze, sondern zusätzlich über elektrostatische Impulsgeschütze und Hochleistungspulslaser.



Vom 13.08.2013 bis heute war ich zusammen mit Ruby und Yvette an einer Rekrutierungsmission beteiligt, wir haben eine neue Kandidatin für den Dienst bei der Erdraumflotte von der Erde abgeholt. Sie hat bisher bei der Bundesluftwaffe gearbeitet und hat somit die besten Voraussetzungen als Pilotin im Kampffliegergeschwader der Far Horizon.
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Vor etwas mehr als einem Monat war ich es der von der Erde abgeholt und mit dem Alltag bei der Erdraumflotte bekannt gemacht wurde. Nun war ich plötzlich einer der „alten Hasen“ der einer neuen Rekrutin zeigt was es außerhalb der Erdatmosphäre noch für Möglichkeiten gibt. Da ich erst kurze Zeit bei der Erdraumflotte bin könnte ich natürlich nachempfinden was das für ein Kulturschock ist wenn man plötzlich mitten in einer Startrek- Episode zu seien scheint und feststellen muß daß alles real ist. Wir trafen die neue Kandidatin für den Dienst bei der Erdraumflotte im Hauptquartier auf der Erde, genau wie mir hatte man ihr gesagt daß sie ein Urlaub erwarten würde bei dem für alles gesorgt ist. Der Grund warum Frau Carmen Blankenhagen für eine Rekrutierung ausgewählt wurde ist, daß sie in einem Artikel beschrieben hat wie ein Sprungantrieb theoretisch funktionieren könnte. Ihre theoretischen Beschreibungen kommen unserem Sprungantrieb ziemlich nahe, nur was die Geschwindigkeit betrifft hat sie etwas weit daneben gelegen. Sie hätte wohl nicht mal zu träumen gewagt daß wir während des Sprungs etwas mehr als 16,04 Lichtjahre pro Stunde zurücklegen. Nach den obligatorischen Formalitäten und der Körpervermessung haben wir uns dann mit Frau Blankenhagen auf den Weg vom Flottenhauptquartier zur Far Horizon im Erdorbit gemacht. Allerdings haben wir sie nicht mit einem Zubringerschiff abgeholt wie Ruby es damals mit mir gemacht hat, wir wurden zusammen mit ihr auf die Far Horizon teleportiert. Yvette hat sich gleich unserer neuen Rekrutin angenommen bevor der erste Kulturschock seine Wirkung entfalten konnte. Da beide Kampfpilotinen sind hatten sie zumindest Gesprächsstoff um sich besser kennen zu lernen. Natürlich macht Yvette keine halben Sachen wenn es darum geht jemandem das Leben hier oben zu erklären. Wie ich gestern erst erfuhr hat sie mit unserer neuen Rekrutin noch am Tag ihrer Ankunft auf der Far Horizon eine neurale Verbindung aufgebaut und mit ihr ihre gesamten Erinnerungen geteilt.



Wie überzeugt man am besten jemanden von den Vorzügen des Lebens und einer Karriere bei der Erdraumflotte? Diese Frage haben wir uns auch gestellt. Mir kam da die Idee mit unserer neuen Rekrutin nach Gliese 581g zu fliegen und dort ein paar Tage zu verbringen.
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Naja zugegeben ich war auch noch nie dort und wollte die Kolonie auf diesem Planeten auch gerne mal sehen. Kapitän Tönnigs war anscheinend von dieser Idee sehr angetan, er teilte Ruby und mich zusätzlich zu Yvette für die Überzeugungsarbeit ein und schrieb unsere Dienstpläne dementsprechend um. So sind wir dann am 14.08.2013 zu viert an Bord der Ghostbird nach Gliese 581g aufgebrochen. Wie sich herausstellte ist Frau Blankenhagen ein Fan von Startrek und dieser Umstand erleichterte ihr die Eingewöhnung an das Leben hier oben ziemlich. Hätten wir gewußt daß Yvette mit unserer neuen Rekrutin bereits eine neurale Verbindung hatte dann hätten wir uns diese Reise sparen können. Wie sich herausstellte ist Yvette in der Kolonie auf Gliese 581g aufgewachsen und somit hat Frau Blankenhagen natürlich auch ihre Erinnerungen daran erhalten als sie mit Yvette die neurale Verbindung hatte. Dann wäre uns oder besser mir eine ziemlich interessante Zeit entgangen. Ich hatte ja auch mal eine neurale Verbindung mit Yvette aber irgendwie müssen mir ihre Kindheitserinnerungen dabei entgangen sein.



Natürlich haben wir auf Gliese 581g auch ein Konzert von Sarah – der Stimme von Gliese 581g besucht. Ihr Hit „History of Live on Space“ ist auch beim zweiten Mal noch genau so beeindruckend und für unsere neue Rekrutin war das sicher ein weiteres unbeschreibliches Erlebnis. Der Planet Gliese 581g ist wirklich ein Paradies, er dreht sich einmal um seine eigene Achse in der gleichen Zeit in der er seinen Stern umkreist. Die Sonne, wenn man den roten Zwerg so nennen kann steht somit immer am selben Punkt des Himmels. Wir hatten für unseren Aufenthalt zwei Quartiere für je zwei Personen zur Verfügung. Ruby und ich teilten uns eines, das andere teilten sich Yvette und Frau Blankenhagen. Da es auf Gliese 581g keinen Tag- Nachtrhythmus gibt verfügen die Fenster der Quartiere über eine automatische Tönung um den Wechsel zwischen Tag und Nacht zu simulieren. Ein weiterer entscheidender Unterschied zur Erde ist daß der Planet die vierfache Masse der Erde hat, man wiegt dort also vier mal so viel wie auf der Erde. Im Besucherbereich der Kolonie herrscht jedoch aufgrund umgekehrter Schwerkraftgeneratoren die normale Schwerkraft wie auf der Erde. Man kann jedoch auch den Abgeschirmten Bereich verlassen, dafür muß man nur einen phaseninvertierten Schwerkraftanzug anlegen und durch die Schwerkraftschleuse gehen.
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Wir haben natürlich auch einen Ausflug in die Kolonie gemacht und die Farmen dort besichtigt. Yvettes Vater, der Vorsitzende der Kolonieverwaltung hat uns persönlich herumgeführt. So ein Ausflug ist auf jeden Fall ein Muß wenn man Gliese 581g besucht, auf jeden Fall sollte man auch ein Augenliderprojektionssystem mit optischem Wandler dabei tragen. So kann man die verschiedenen Luftströmungen der Atmosphäre sehen wie sie in der oberen Atmosphäre von der heißen Seite des Planeten auf die kalte Seite ziehen und in der unteren Atmosphäre zurück auf die heiße Seite.



Ein weiteres Highlight für mich war daß ich heute vormittag mein eigenes Schiff der Swordklasse erhalten habe. Als Absolvent der Pilotenausbildung auf der G-Force-Academy erhält jeder ein solches Schiff. Mein Schiff, die Skyblade wurde heute direkt nach Gliese 581g geliefert. Sie ist ein tolles Schiff! Die Bewaffnung ist die gleiche wie bei Rubys Excalibur, allerdings verfügt die Skyblade über doppelte Schildfelder und eine optisch variable Oberfläche. Somit kann sie sich tarnen und sogar in einem Stern ihre Energievorräte aufstocken. Aber das wichtigste ist daß ich endlich ein eigenes Schiff habe falls ich mal allein wohin fliegen muß.



Bis zum Ende der nächsten Woche haben Ruby und ich nun laut Dienstplan frei. Allerdings muß ich in dieser Zeit trotzdem etwas tun, im September steht für mich das Halten eines oder mehrerer Vorträge auf der G-Force-Academy vor den Auszubildenden an. Ich beabsichtige dort über den Alltag bei der Erdraumflotte zu sprechen wie ich ihn aus meiner Perspektive erlebe. Commander Junkers hat sich freundlicher Weise bereit erklärt mich bei der Vorbereitung zu unterstützen.







12.08.2013 – Far Horizon – Heute war es endlich soweit, die Far Horizon hat nach ihrer Überholung wieder das Dock verlassen. Ich hatte heute zusammen mit Ruby Dienst an der Operationszentrale, wir waren für die Schiffssteuerung und die Bedienung der taktischen Systeme zuständig. Heute standen die Tests der neuen Systeme auf dem Plan und ein Team vom Flottennachrichtenkanal war an Bord um über die Systemtests zu berichten.



Der Bedienkomfort des Schiffes hat sich durch die Überholung erheblich verbessert, da die Far Horizon jetzt über ein System zur automatischen Ausrichtung der Sprungspulen verfügt muß man als Steuermann nicht mehr das Schiff im Zentrum der Sprungpassage halten.
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Bei den Sprüngen fühlt man sich jetzt fast wie ein Passagier. Nachdem der Sprung eingeleitet ist kann man sich zurück lehnen und auf die Ankunft am Zielort warten, es ist fast wie die Fahrt in einem Fahrstuhl.



Im System Wolf drei fünf neun stand ein Test der Effizienz der neuen Waffen auf dem Plan, leider standen die für den Test benötigten Drohnen bei unserer Ankunft noch nicht zur Verfügung. Glücklicherweise befand sich die Red Halfmoon unter dem Kommando von Kapitän Bach in der Nähe, so konnten wir die Wartezeit bis zur Einsatzbereitschaft der Drohnen mit einer Gefechtsübung überbrücken. Die Red Halfmoon hat sich als würdiger Gegner für die Far Horizon erwiesen, sie ist zwar nicht so schwer bewaffnet wie die Far Horizon aber dafür viel manövrierfähiger. Aufgrund unserer quantitativ überlegenen Waffensysteme konnten wir jedoch mit der Far Horizon einen Sieg in diesem Übungsgefecht erringen. Nach der Gefechtsübung standen die Drohnen für die Waffentests endlich zur Verfügung und wir konnten mit den Tests für die Effizienz der Waffen beginnen.



Im Anschluß an die Waffentests und dem Test des verbesserten Teleporters sind wir zurück in unser Sonnensystem gesprungen um am äußeren Rand des Asteroidengürtels die neuen Sensoren zu testen. Zu diesem Zweck flogen wir mit sechzig Prozent der maximalen Geschwindigkeit am Rand des Asteroidengürtels entlang und analysierten die Zusammensetzung der einzelnen Objekte um sie anschließend mit den Informationen in der astrometrischen Datenbank zu vergleichen. Nach dem Test der Sensoren sind wir ins Zentrum des Sonnensystems gesprungen um unsere Sensoren an unserem Zentralgestirn zu testen und unsere Energiereserven im inneren der Sonne zu ergänzen. Der Rest unserer Schicht verlief recht ereignislos, wir sind in den Neptunorbit gesprungen und haben das Team vom Flottennachrichtenkanal verabschiedet. Wir scheinen Miranda Raven ziemlich beeindruckt zu haben, sie hatte wohl noch nie das Eintauchen ins Innere eines Sterns miterlebt und war sichtlich gerührt.
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Am Abend haben Ruby und ich bei einer Präsentation der neuen Serie 7- Sportanzüge von Nanotex mitgewirkt. Rubys Mutter die für die Planung und Produktion bei Nanotex verantwortlich ist benötigte jemanden mit Flugerfahrung um die integrierte Schwerkraftphasenumkehr und Trägheitsverlagerung der Serie 7- Anzüge spektakulär zu präsentieren. Die beiden Models präsentierten die modischen Aspekte der Serie 7- Sportanzüge mehr als angemessen, auch die Schockabsorption und der integrierte faradaysche Käfig der Anzüge wurde von Meura Suhrkamp und Werner Buchholz mehr als überzeugend demonstriert. Ich bin froh daß ich bei dieser Präsentation dabei sein durfte, es war wirklich sehr beeindruckend und absolut nicht vergleichbar mit konventionellen Modenschauen.



Im Anschluß an die Präsentation haben wir uns noch mit Rubys Mutter, Stefanie und den beiden Models in der Kantine des Produktionsbereichs von Nanotex zu einem kleinen Umtrunk getroffen um den Erfolg der Präsentation zu feiern. Nachdem Meura Suhrkamp und Werner Buchholz sich verabschiedet hatten eröffnete uns Rubys Mutter daß sie unseren Zukunftsplänen gegenüber sehr positiv gesinnt ist und daß sie uns sehr gerne bei den Hochzeitsvorbereitungen unterstützen will. Ich bin sehr froh daß Rubys Schwester und ihre Eltern mir gegenüber so positiv eingestellt sind und daß ich mit ihnen so gut auskomme.







11.08.2013 – Far Horizon – Die Borg, ein kybernetisch aufgerüstetes Volk aus dem Startrek- Universum, ich war schon immer fasziniert von ihnen. Ihre neurale Vernetzung untereinander macht sie sehr effizient und somit zu einem Gegner, der nur schwer zu schlagen ist. Ich dachte bisher immer daß die Macher von Startrek sich die Borg nur ausgedacht haben, heute konnte ich feststellen daß es für die Borg ein reales Vorbild gibt. Die Besatzung des Erdraumflottenschiffes Unity und ihr Schiff. Ruby hat mir heute einen Besuch an Bord der Unity ermöglicht, wie sich herausstellte ist ihr Vater, Bernhard Ivanes, der Kapitän der Unity. Auf diese Weise hatte ich auch gleich die Gelegenheit meinen zukünftigen Schwiegervater kennenzulernen.



Die Unity ist wirklich ein unglaubliches Schiff, die Gänge und Räume an Bord sind von künstlichem Tageslicht durchflutet.
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Die Mannschaft der Unity ist über sogenannte EPOC- Headsets und Augenliderprojektionssysteme in einem neuralen Kommunikationsnetzwerk miteinander verbunden. Natürlich hatte ich im Rahmen einer temporären Integration die Gelegenheit dieses Netzwerk auch einmal zu erleben. Es war unbeschreiblich! Man erhält jede nur erdenkliche Information über seine Umgebung, nur durch das Betrachten eines Gegenstands oder einer Person und den Wunsch, etwas über das gesehene zu erfahren. Auch die Interaktion mit den Schiffssystemen wird durch das neurale Kommunikationsnetzwerk erleichtert. Das Augenliderprojektionssystem blendet eine grafische Oberfläche in das Sichtfeld ein, wenn man eine Konsole betrachtet. Der Zugriff auf die Systeme erfolgt über die Auswertung der Hirnströme. Aber das Unglaublichste ist, daß man mit Hilfe des Netzwerks mit anderen Personen, welche ebenfalls in das Netzwerk integriert sind, ohne Worte kommunizieren kann. Es ist eine Art künstliche Telepathie, man formuliert die Worte im Kopf und bevor man sie ausgesprochen hat, hört man schon die Antwort seines Gesprächspartners im Kopf. Außerdem läßt sich auf diese Weise komplexes Wissen, sowie Erinnerungen und Erfahrungen von einer Person zu einer oder mehreren anderen übermitteln.



Etwas später hatte ich die Gelegenheit mit Leutnant Samanta Rogers, der Geschwaderführerin auf der Unity einen kleinen Übungsflug zu absolvieren. Ruby hatte ihrem Vater von meinen Erfahrungen in der Steuerung von Kampffliegern mit Hilfe von Hirnstromscannern erzählt und diese Neuigkeit verbreitete sich natürlich über das Netzwerk auf dem gesamten Schiff. Nachdem Leutnant Rogers mit Yvette einen kleinen Übungsflug gemacht hatte, wollte sie sich auch von meine Fähigkeiten überzeugen. Die Kampfflieger der Unity sind genau wie ihr Trägerschiff ziemlich außergewöhnlich. Es gibt absolut keine Flugkontrollen oder Anzeigesysteme an Bord, alles wird über das EPOC- Headset und das Augenliderprojektionssystem ein- und ausgegeben. Auch der Pilot und der Waffensystemoffizier sind auf die selbe Art und Weise miteinander verbunden, dies ermöglicht eine äußerst effiziente Kommunikation. Der Übungsflug war sehr anspruchsvoll aber ich konnte trotzdem ein akzeptables Ergebnis erzielen.
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Nach meinem Übungsflug mit Leutnant Rogers hatte ich außerdem die Gelegenheit die Unity einmal zu steuern. Aufgrund der Resultate meines Übungsfluges war Rubys Vater sehr gespannt, wie ich mich bei der Steuerung eines größeren Schiffes anstellen würde. So führte ich mit der Unity den Sprung vom System Wolf drei fünf neun zum Neptunorbit aus. Obwohl die Unity ein riesiges Schiff ist, läßt sie sich während des Sprungmanövers fast so einfach wie ein Kampfflieger kontrollieren. Die Automatische Justierung der Sprungspulen, sowie deren Anzahl und Anordnung lassen das Schiff so gut wie selbständig durch die Passage manövrieren. Auch die Bewaffnung der Unity macht einem Borgkubus alle Ehre, sie ist mit vierfach übereinander liegenden Schildfeldern ausgestattet und verfügt über zahlreiche Waffen aller Art, neben Raketenabschußsystemen verfügt die Unity über Mikrowellengeschütze, Gammastrahlenemitter, sowie leichte und schwere gammastrahlengepulste Plasmageschütze.



Unser Ausflug auf die Unity war wirklich ein Highlight, besser hätte ich mir meinen letzen Tag Landurlaub nicht vorstellen können. Ab morgen werden wir die Far Horizon einigen Tests unterziehen um die Resultate der Überholung zu bewerten. Ich bin schon sehr gespannt was uns erwartet. Ich habe zusammen mit Ruby von 8:00 bis 16:00 Dienst auf der Brücke, außerdem werden Miriam und Nicole ab sofort ihren Arbeitsplatz auf der Brücke haben. Ich selbst bin schon sehr gespannt wie sich die überholte Far Horizon fliegt, sie soll ja jetzt auch über eine automatische Justierung der Sprungspulen verfügen. Das dürfte die Reise zu weiter entfernten Einsatzorten erheblich komfortabler machen. Außerdem bin ich schon sehr gespannt was die kombinierten Mikrowellen- und Gammastrahlengeschütze, sowie die leichten und schweren gammastrahlengepulsten Plasmageschütze so leisten.







10.08.2013 – Far Horizon – Heute fand das zweite Spiel der Nullschwerkrafthandball- Saison zwischen den Mannschaften der Marskolonie und der Neptun- Hoststation statt. Leider waren die Spieler aus der Marskolonie dieses Mal einfach besser als die Spieler von der Neptun- Hoststation, wir haben verloren. Dennoch hat die gemeinsame Show mit Stefanie, die vertretungsweise das Maskottchen der Marskolonie- Mannschaft dargestellt hat, Spaß gemacht.
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Wir haben in den Spielpausen die Zuschauer mit kleinen Einlagen aus dem Nullschwerkraftrennsport unterhalten. Es war so ähnlich wie bei den Spielen im alten Rom, die Spieler der Nullschwerkrafthandball- Mannschaften waren die Gladiatoren und unsere Show in den Spielpausen war vergleichbar mit den Wagenrennen im alten Rom. Jedenfalls haben wir die Zuschauer vor Begeisterung von den Sitzen gerissen. Obwohl unsere Mannschaft verloren hat, war es ein unvergeßlicher Spieltag für mich.



Im Anschluß an das Spiel erzählte uns Judith Hofmeister von der Nullschwerkrafthandball- Mannschaft der Neptun- Hoststation von einer Idee, auf die Ruby und ich sie gebracht hatten. Sie meinte daß man die Disziplinen Nullschwerkrafthandball, Nullschwerkraftrennsport, Nullschwerkraftgymnastik und Nullschwerkrafttanz in einer gemeinsamen Veranstaltung vereinen könnte, ihr schwebte so etwas wie eine Nullschwerkraft- Olympiade vor. Eine Seite im Fleetnet, auf der Sascha und seine Mannschaftsmitglieder diese Idee der Öffentlichkeit präsentieren, hatte bereits nach einer Woche 60000 Zustimmungsbekundungen. Auch mir gefällt diese Idee daß alle Nullschwerkraftsportler aus den Kolonien und von den Stationen der Erdraumflotte bei einer großen Veranstaltung aufeinander treffen um sich für die Teilnahme an diesem großen Wettbewerb zu qualifizieren.



Als Ruby und ich gegen Abend von der Neptun- Hoststation zu Far Horizon zurückfliegen wollten meldete sich Yvette. Sie hatte am Morgen mit Christina einen Ausflug in einem Kampfflieger gemacht und Christina leichtsinniger Weise gebeten sie zu überraschen, indem sie ihr zeigen sollte, zu welchen fliegerischen Leistungen sie fähig ist. Offenbar waren Christinas fliegerische Leistungen für den Magen von Yvette zu anspruchsvoll, jedenfalls war das Resultat dieser Demonstration daß Yvette ziemlich übel wurde. Nun wollte Yvette mit einem anderen Piloten herausfinden ob ihr das Fliegen überhaupt noch bekommen würde. Ruby und ich machten also mit Yvette einen Ausflug in der Bird Of Death zum Asteroidengürtel, dort setzten wir sie bei einem Flug um die verschieden großen Brocken einigen Beschleunigungskräften aus. Nachdem sich bei Yvette auch nach einer halben Stunde voller wilder Flugmanöver kein Anzeichen von Übelkeit zeigte, kehrten wir zur Far Horizon zurück.
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Bei unserer Landung auf der Far Horizon schaffte ich es dann doch noch, Yvette einen Hauch von Unwohlsein zu vermitteln. Ich führte ein Landemanöver aus welches man Servicelandung nennt, dabei fliegt man im Rückenflug an und reißt ohne Schub den Bug des Schiffes kurz vor der Landezone um 180 Grad nach oben oder unten herum, dann stoppt man die Rückwärtsbewegung des Schiffes mit einem kurzen Impuls von maximalem Schub, dieses Manöver hatte Ruby mir kurz zuvor gezeigt. Die Servicelandung dient dazu, im Gefecht auf einem Trägerschiff so zu landen, daß das Schiff nach kurzem Wechsel der Besatzung oder Ausrüstung wieder starten kann. Zusammenfassend kann man sagen daß dieser Tag, trotz der Niederlage unserer Mannschaft, doch ein ziemliches Highlight war.







09.08.2013 – Far Horizon – Was für ein Tag! Für heute hat Ruby mir und Yvette einen Termin für die theoretische und praktische Prüfung im Fach Ingenieurswesen vereinbart. Um 11:00 begann die theoretische Prüfung, die praktischen Prüfungen begannen um 13:00 für Yvette und anschließend für mich. Es war seltsam, ich hatte zwar vermutet daß ich durch Christinas neurale Kommunikatoren die Erfahrungen und Erinnerungen von ihr, Ruby und Yvette miterlebt hatte aber es war trotzdem seltsam eine Prüfung in einem Fach abzulegen in dem ich noch niemals theoretischen oder praktischen Unterricht hatte. Es war trotz aller Zweifel ein erfolgreicher Tag für uns, Yvette und ich haben die theoretische und praktische Ingenieursprüfung bestanden. Miriam eröffnete uns dies in der Mannschaftsmesse auf der Far Horizon. Für Christina war der Tag ebenfalls sehr erfolgreich, Ruby hatte auch für sie einen Prüfungstermin für die theoretische und Praktische Pilotenprüfung vereinbart. Natürlich hat Christina die Prüfungen ebenfalls mit gutem Ergebnis bestanden.



Im Anschluß sind Ruby, Christina, Yvette und ich noch ins Mediencenter der Neptun- Hoststation gegangen und haben eine Runde Cyberblade im Kooperationsmodus gespielt. Der Kooperationsmodus ist noch viel aufregender als der Duellmodus, durch Magnetfelder mit gleicher Polarität wird ein physischer Widerstand bei der Schwertführung simuliert so daß es sich anfühlt als ob man mit dem Schwert in einen echten Gegner hinein sticht oder ihm einen Hieb versetzt.
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Yvette hielt bis zum 26. Level durch, ich konnte bis zum Level 43 mit Ruby und Christina mithalten bevor auch ich ausschied. Zusammen mit Christina schlug sich Ruby dann noch bis zum 73. Level durch. Es war ein phantastisches Abenteuer in der virtuellen Arena.



Im Anschluß an unseren Schwertkampf haben wir noch einen kleinen Ausflug gemacht. Da Christina mit dem Bestehen der Prüfungen eine offizielle Kampfpilotin war konnte und durfte sie auch offiziell einen Einmannjäger steuern. Für den Weg zu ihren Prüfungen hatte sie ein kleines Einmann- Transferschiff genutzt welches von Alice gesteuert wird. Für diesen Ausflug entschied ich mich mit dem kleinen Transferschiff zu fliegen. Ich wollte unbedingt mal sehen zu welchen Manövern unsere künstliche Intelligenz Alice fähig ist. Wir machten also einen Sprung zum äußeren Rand des Asteroidengürtels und planten einen kleinen Hindernisflug durch den Gürtel. Alice sollte dabei meine Vitalwerte permanent überwachen damit sie einen beginnenden Blackout erkennen und durch verringern der Beschleunigungskräfte diesen verhindern konnte. Es war ein wahrer Höllenritt, dagegen war der Beschleunigungstoleranztest auf der G-Force-Academy ein Kinderkarussell. Die Flugmanöver von Alice waren so präzise und schnell daß ich viele davon erst bemerkte als sie bereits ausgeführt waren. Das war der schärfste Flug aller Zeiten für mich.



Nach unserem kleinen „Ausflug“ sind wir dann zur Far Horizon zurückgekehrt, nach einer anregenden Stunde im warmen Bad sind wir dann ins Bett gegangen. Wir waren noch nicht allzu müde und so sinnierten wir über unsere Beziehung. Ruby meinte daß ich der erste ihrer Partner wäre der sie und ihren Flugstil nicht als zu einschüchternd empfindet und daß ihre vorherigen Partner sie deswegen alle verlassen hatten. Sie meinte auch daß wir zwei wie füreinander geschaffen wären. Wir spekulierten daß vielleicht die Wächter oder das andere mystische Volk unsere Schritte gelenkt hatten. Ich beschloß die Wächter zu fragen ob meine Beziehung mit Ruby tatsächlich etwas besonderes sei und deshalb von ihnen oder jemand anderem herbeigeführt wurde.
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Die Wächter erklärten mir daß für meine Vermutung durchaus eine gewisse Wahrscheinlichkeit bestehen würde. Sie begründeten dies mit der Tatsache daß unsere Beziehung maßgeblich für den ersten Kontakt zwischen den Menschen und den Wächtern verantwortlich war. Dann plötzlich meldete sich ein zweiter vielstimmiger Chor in meinem Kopf, dieser Chor klang nicht wie die Wächter als viele Stimmen die im Chor sprechen sondern es war mehr ein Flüstern aus unzähligen Stimmen die alle das gleiche sagen. Dieser zweite Chor nannte sich die Transtemporalen. Die Transtemporalen sagten und begründeten mir daß meine Beziehung mit Ruby für den Fortbestand der Menschheit essentiell sei.



Als ich mich erschrocken aufrichtete erzählte Ruby mir daß sie die Transtemporalen auch gehört hatte. Sie versprach mir daß sie mich auf diesem Weg mit allen ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten unterstützen würde. Ich hatte schon lange vor Ruby um eine Intensivierung unserer Beziehung zu bitten, angesichts dieser neuen Informationen hielt ich es für angebracht Ruby zu fragen ob sie mich heiraten will. Ich brauchte etwas Zeit um die Frage auszusprechen, Rubys Antwort kam jedoch ohne lange Verzögerung. Sie sagte: „Ja, das will ich definitiv und ohne jeden Zweifel!“. Daraufhin beschlossen wir unsere Entscheidung zu dokumentieren, wir erstellten jeder einen Eintrag in der Lebensgeschichte unserer Netzwerkpräsenz im Flottennetzwerk der unsere Absicht zu heiraten ausdrückte. Anschließend gingen wir wieder ins Bett. Was für ein Tag!







08.08.2013 – Neptun- Hoststation – Der heutige Tag war endlich mal nicht mit irgendwelchen Prüfungen oder Auswertungen verplant, nachdem wir uns mit Yvette und Christina, also Fähnrich Sommer im Restaurantbereich getroffen hatten waren wir im Neptunpanorama Frühstücken. Im Anschluß sind wir dann zur Far Horizon geflogen um Christina pünktlich zu ihrem Dienstbeginn abzuliefern. Im Anschluß sind Ruby und ich in die Wissenschaftsstation zu Nicole gefahren, Nicole war gerade dabei eine Erkundungsmission vorzubereiten. Ruby und ich einigten uns darauf daß ich mit Nicole auf diese Erkundungsmission gehe und sie sich mit ihrer Schwester auf der Hoststation einen schönen Tag machen sollte.
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Die Erkundungsmission führte Nicole, Yvette und mich zur Erde, man hatte dort eine unterirdische Höhle entdeckt in der es eine atembare Atmosphäre gab obwohl die Höhle keine Verbindung zur Erdoberfläche hatte. Nachdem wir die Höhle geortet und gescannt hatten teleportierten sich Nicole und ich hinein, Yvette blieb an Bord unseres Transitschiffes um uns im Notfall zurück zu teleportieren. Nach einer ausgiebigen Untersuchung vor Ort übermittelte Nicole dem Wissenschaftsausschuß der Erdraumflotte unsere Ergebnisse. Admiral Tamara Ivanova, die Vorsitzende des Wissenschaftsausschusses wies uns eindringlich an über unsere Entdeckungen in der unterirdischen Höhle Stillschweigen zu bewahren und im Erdorbit ihre Ankunft abzuwarten. Einige Minuten später traf das Schiff mit Admiral Ivanova und dem gesamten Wissenschaftsausschuß ein. Was für ein cooles Schiff! Die E.S.F.S. Einstein ist der mobile Sitz des Wissenschaftsausschusses, sie sieht ein Wenig aus wie die Destiny oder ein imperialer Sternenzerstörer, ein langgezogenes Schiff in der Form eines gleichschenkligen Dreiecks. An Bord der Einstein mußten wir uns zur Geheimhaltung unserer Entdeckungen in der unterirdischen Höhle verpflichten, dann berichteten wir Admiral Ivanova ausführlich über alles was wir in der Höhle entdeckt hatten. Nach ein paar Stunden an Bord der Einstein kehrten Nicole, Yvette und ich in den Neptunorbit zurück. Nicole und Yvette setzten mich auf der Neptun- Hoststation ab und kehrten zurück zur Far Horizon.



Nachdem sich Ruby und Stefanie mit mir auf der Hoststation getroffen hatten beschlossen wir erst einmal etwas essen zu gehen. Im Anschluß an unser Mittagessen gingen wir ins Mediencenter der Hoststation wo Stefanie und Ruby mir in der Abteilung für virtuelle Realität einen Renn- und Flugsimulator zeigten. Diesen Simulator benutzt man im Liegen, man liegt auf einer Art Pritsche die sich nach vorne und hinten sowie zur Seite neigt, je nach simuliertem Manöver. Steuern tut man mit zwei Griffen welche wie die Flugsteuerung in einem Kampfflieger bedient werden. Ansonsten fühlt sich diese Simulation ein Wenig wie ein Nullschwerkraftrennen an, nur daß man in diesem Simulator die Freiheit des ganzen Weltraums zur Verfügung hat. Man kann sogar zwischen verschiedenen Orten hin und her springen.
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Wir haben ganze drei Stunden in diesem irren Simulator verbracht, es war echt der Wahnsinn. Im Anschluß an unseren simulierten Ausflug waren wir auf dem Promenadendeck im Ausrüstungsladen der Erdraumflotte und haben unsere Kommunikationsarmbänder austauschen lassen da Ruby und ich turnusmäßig an der Reihe waren. Die Armbänder der Angehörigen der Erdraumflotte werden nach und nach ausgetauscht. Vorher hatten wir das Modell 1 und jetzt sind wir stolze Träger des Modells 2a, das A steht für Assistent. Der Assistent ist eine künstliche Intelligenz welche dem Träger des Armbands bei der Interaktion mit Systemen in seiner Umgebung und beim Abruf von Informationen sowie bei der Herstellung von Sprechverbindungen unterstützt.



Nach dem Austausch unserer Kommunikationsarmbänder sind Ruby, Stefanie und ich zur Marskolonie geflogen. Ich war zwar schon einige Male mit Ruby und Stefanie unterwegs, doch noch nie mit einem Passagierschiff des Transportnetzwerks der Erdraumflotte. Ich habe mir die Reise jedoch anders vorgestellt als sie dann tatsächlich war. Ich erwartete eine Lange Wartezeit, erheblich viel Bürokratie, hektisches Ein- und Auschecken und Sitze mit wenig Komfort. Es sollte sich jedoch herausstellen daß meine Befürchtungen gänzlich unbegründet waren. Wir erreichten die Transferstation die einem großen Wartesaal mit einem Tresen in der Mitte ähnelte. Nachdem wir uns mittels unserer Kommunikationsarmbänder als Passagiere registriert hatten wartete das Schiff bereits und wir konnten über kleine Teleporterstationen direkt auf das Schiff teleportieren. An Bord des Passagierschiffes traf mich dann der nächste positive Kulturschock, das Passagierabteil des Schiffes ähnelte eher einer Lounge. Es gab Tische mit vier bequemen Sesseln die großzügig im Raum verteilt waren, nichts außer dem Blick aus dem Fenster erinnerte daran daß man an Bord eines Passagierschiffes war. Die Reise zum Mars dauerte nach dem verlassen des Neptunorbit nur einen Wimpernschlag, kurz darauf konnten wir das Passagierschiff mittels der Teleporter wieder verlassen. Die Transferstationen in der Marskolonie und auf der Neptun- Hoststation sind vom Standard und dem Design identisch mit allen anderen Transferstationen, überall ist es der selbe Wartesaal mit dem Tresen in der Mitte. Nachdem Stefanie ihre übriggebliebenen Andenken und Urkunden an ihre gewonnenen Rennen geholt hatte konnten wir zur Neptun- Hoststation zurückkehren.
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Bis zum eintreffen unseres Passagierschiffes war noch etwas Zeit uns so setzten wir uns in den Wartesaal. Überall waren Displays welche die verbleibende Dauer bis zur Ankunft und zum Abflug von Schiffen aus allen nur erdenklichen Regionen anzeigten. Schließlich traf unser Schiff ein, es kam von der Werftstation bei Wolf drei fünf neun und flog weiter zur Neptun- Hoststation. Diese Schiffe verkehren in einer Art Taktflugplan wie Fähren zwischen den verschiedenen Zielorten. Wir registrierten uns also als Passagiere für diesen Flug und ließen uns auf das Passagierschiff teleportieren. Ich hätte nie gedacht daß ich einmal so komfortabel reisen würde, wenn ich heute in mein altes Leben auf der Erde zurückkehren müßte mit dem Wissen darüber was ich hier alles gesehen habe, ich würde nie wieder glücklich werden. Nachdem wir die Neptun- Hoststation wieder erreicht hatten und ich Ruby nach den Kosten für unsere Reise fragte erklärte sie mir daß die Erdraumflotte für jeden ihrer Angehörigen einen Betrag an das Transportnetzwerk überweist was einem Gesamtticket für das Netz entspricht und daß jeder Angehörige der Erdraumflotte diese Vergünstigung uneingeschränkt nutzen kann.



Nach unserem Ausflug zur Marskolonie gingen wir Drei noch eine Stunde in die Nullschwerkrafthalle, Ruby hatte diese Idee um ihre Gelenke zu entspannen wie sie sagte. Rubys Ideen sind doch immer noch die besten, wir hatten eine Menge Spaß in der Schwerelosigkeit. Im Anschluß waren wir dann noch etwas essen, zur Stärkung. Die Bewegung in der Nullschwerkrafthalle mag zwar leicht aussehen aber die Bewegungsabläufe sind dennoch ungewohnt, es ähnelt eigentlich eher dem Tauchen als dem Fliegen aber durch den geringen Widerstand der Luft muß man jede Bewegung mit Bedacht ausführen um nicht versehentlich in die falsche Richtung abzudriften, dies erfordert eine Menge Konzentration. Ich bin schon sehr gespannt was der morgige Tag für Überraschungen bereithält.







07.08.2013 – Neptun- Hoststation – Heute war der vorerst letzte Tag für Ruby und mich auf der G-Force-Academy. Am Vormittag waren wir im Besprechungsraum von Kapitän Sage wo ich aufgrund meines Ergebnisses beim Vorbildungstest zum vollwertigen Kampfpiloten mit Abschluß der G-Force-Academy ernannt wurde.
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Bei der Gelegenheit wurde auch gleich die Ausrüstung meines Swordklasse- Schiffes besprochen und geplant. Jeder Absolvent oder Ausbilder der G-Force-Academy bekommt ein solches Schiff. Ruby hat mich bei meinen Entscheidungen über die Bewaffnung und Ausrüstung meines Schiffes gut beraten. Von der Bewaffnung her wird mein Schiff die Skyblade mit der Excalibur identisch sein. Sie wird jeweils zwei Mikrowellengeschütze, Gammastrahlenemitter und leichte gammastrahlengepulste Plasmageschütze haben. Jedoch bei den Extras wird die Skyblade sich leicht von der Excalibur unterscheiden. Sie bekommt doppelte Schildfelder, so daß ich mit ihr theoretisch auch den Borg- Gefechtsmodus benutzen kann. Aber das absolut beste Extra wird das Tarnsystem sein welches wie bei der Ghostbirdklasse den Hintergrund auf der Hülle abbildet. Natürlich habe ich mich bei der Künstlichen Intelligenz für Alice entschieden, mit ihr kann man einfach besser Reden als mit ihrem Nachfolgesystem Lisa.



Später haben wir noch bei einer praktischen Prüfung des dritten Ausbildungsjahres im Bereich Schiffsführung auf dem Brückensimulator zugesehen. Bei dieser Gelegenheit habe ich Commander Staudinger eine Idee von mir erläutert, wie man die praktische Prüfung noch etwas flexibler gestalten kann. Anstatt eines starren Prüfungsszenarios könnten doch Ausbilder die gegnerischen Schiffe von einem anderen Brückensimulator aus steuern, dies würde die Aktionen der Gegnerischen Schiffe weniger vorhersehbar machen. Rubys kleine Schwester hat es übrigens auch geschafft, sie wird ab September ihre Ausbildung an Bord der G-Force-Academy beginnen. Ruby ist ganz stolz auf ihre kleine Schwester und ich freue mich riesig für sie. Der Rückflug nachhause war auch ziemlich toll für mich und Stefanie. Commander Groop, Rubys ehemalige Ausbilderin hat sie in ihrem Schiff der BLADE OF GLORY mitgenommen da sie selbst auf der Neptun- Hoststation etwas zu erledigen hatte. Ruby und ich sind mit der Excalibur geflogen wobei ich als frisch gebackener Kampfpilot mit Abschluß der G-Force-Academy die Excalibur nun ganz offiziell steuern durfte.



Nachdem wir uns im Neptunorbit von Commander Groop und Stefanie getrennt hatten sind wir weiter gesprungen zum Flottendock im Uranusorbit wo die Far Horizon zur Zeit überholt wird.
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Nach unserer Ankunft auf der Far Horizon stellten wir fest daß aufgrund der Überholungsarbeiten der Teleporter nicht zur Verfügung stand, wir mußten uns also mit dem Lift begnügen. Auf dem Weg zum Lift trafen wir auf Yvette, sie konnte es nicht fassen daß ich nach nur knapp drei Tagen einen Abschluß der G-Force-Academy hatte. Zu ihrer Beruhigung machte ich ihr klar daß ich keine Ambitionen hatte der neue Geschwaderführer auf der Far Horizon zu werden. Yvette berichtete mir daß man im Zuge der Überholung die Brücke des Schiffes neu gestaltet hatte, sie meinte sogar daß mir die Brücke vielleicht bekannt vorkommen würde. Nachdem Ruby und ich uns in unserem Quartier erst einmal unserer Fliegermonturen entledigt hatten beschlossen wir die neu gestaltete Brücke mal zu besichtigen.



Yvettes Vermutung war völlig zutreffend, eine Brücke so ähnlich wie diese hatte ich schon mal gesehen. Die Brücke der Far Horizon ähnelte jetzt der Brücke eines Raumschiffes der Galaxyklasse aus der Serie Startrek. Vorne mittig vor dem Bildschirm befinden sich jetzt zwei Konsolen der Operationszentrale, jede ist mit einem Anschluß für ein Augenliderprojektionssystem und manuellen Flugkontrollen wie in einem Kampfflieger ausgestattet. Im Zentrum der Brücke befinden sich die Sitzplätze des Kapitäns, des Commanders und außerdem zwei weitere Sitzplätze. Hinter den Sitzplätzen der kommandierenden Offiziere befinden sich auf einer Art Tresen die Konsolen für den Wissenschaftsoffizier mit Zugriff auf sämtliche Sensoren und die Konsole des Chefingenieurs mit Zugriff auf sämtliche Systeme des Schiffes. Am Rand der Brücke befinden sich weitere Konsolen und jede Konsole auf der Brücke ist mit einem Sitzplatz ausgestattet, man muß nie wieder einen ganzen Sprungverlauf an der Operationszentrale oder einer anderen Konsole stehen. Die Ähnlichkeit zur Brücke auf einem Schiff der Galaxyklasse fällt deutlich ins Auge, vielleicht haben die Verantwortlichen für das Brückendesign eine Schwäche für Startrek aber unsere Brücke ist besser, wir haben Augenliderprojektionssysteme. Nach der Besichtigung der neuen Brücke haben wir uns mit Yvette und einigen ihrer Geschwaderkollegen in der Mannschaftsmesse zu einem kleinen Plausch getroffen.
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Da der Teleporter nicht zur Verfügung stand mußten wir die Getränke aus der Kantine des Flottendocks holen. Ruby, Yvette und ich haben in weiser Voraussicht gleich ein ganzes Faß voll blauen Honigwein und einige Trinkkrüge besorgt. Es wurden dann ein paar feuchtfröhliche Stunden.



Gegen 16:30 sind Ruby und ich dann mit Fähnrich Sommer in ihr Quartier gegangen, wir wollten meine Theorie testen ob bei der neuralen Verbindung nicht nur Erinnerungen und Erfahrungen sondern auch das gesammelte Wissen übermittelt wird. Mir war zwar nicht ganz wohl bei der Sache da Fähnrich Sommer vor einigen Tagen bei der Havarie der E.S.F.S. TRIANGLE schwer verletzt und dem Tode sehr nahe war. Ich hatte absolut Panik ihre Erinnerungen an eine Nahetodeserfahrung zu durchleben. Fähnrich Sommer erklärte mir jedoch daß sie die neuralen Kommunikatoren mit Sicherheitsprotokollen ausgestattet hatte welche verhindern würden daß eine Erinnerung an ein traumatisches Erlebnis übertragen wird. Bevor wir uns in die Verbindung begaben einigten sich Fähnrich Sommer, Ruby und ich darauf uns in Zukunft zu duzen wenn wir uns in einer privaten Situation befinden. Die Erinnerungen von Fähnrich Sommer waren äußerst vielseitig, sie hatte bis jetzt mit einigen Ausnahmen ein abwechslungsreiches und erfülltes Leben. Sie meinte aber auch daß mein Leben bis jetzt sehr abwechslungsreich gewesen ist wenn man bedenkt daß ich auf der Erde aufgewachsen bin.



Nach meiner neuralen Verbindung mit Christina, so heißt Fähnrich Sommer mit Vornamen, beschlossen wir unsere Theorie zu testen indem wir mit Yvette einen kleinen Ausflug machen. Sowohl Christina und Yvette als auch Ruby und ich benutzen für diesen kleinen Ausflug ein zweisitziges Spähschiff. Christina saß diesmal jedoch auf dem Pilotensitz, sie wollte es unbedingt wissen ob sie wirklich über das Wissen und die Erfahrung eines Kampfpiloten verfügte. Nach unserem Start von der Far Horizon machten wir einen Abstecher zum Asteroidengürtel wo Christina ein paar Manöver flog und Yvette dabei fast in die Bewußtlosigkeit trieb. Im Anschluß sprangen wir noch in die Nähe der Sonne von wo wir zusammen mit der Red Halfmoon unter dem Kommando von Kapitän Bach einen Energietanker zur Neptun- Hoststation eskortierten.
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Im Anschluß ließen wir den Tag bei einem deftigen Eisbein und einigen Trinkkrügen blauen Honigwein im Merkurgrill der Neptun- Hoststation ausklingen. Alles in allem war das ein interessanter und ereignisreicher Tag.







06.08.2013 – G-Force-Academy – Dieser Tag war wirklich voller Überraschungen, heute morgen meldete sich Stefanie per Langstreckenverbindung und erzählte uns daß sie im Laufe des Tages auf die G-Force-Academy fliegt um hier ihre Aufnahmequalifikation zu absolvieren. Sie hatte überhaupt keine Ahnung daß wir hier sind und glaubte mir zuerst nicht. Erst als Ruby es ihr erzählte glaubte sie es. Nach dem Gespräch mit Stefanie und einem Frühstück in der Offiziersmesse sind Ruby und ich in eine der Archivstationen gegangen und haben uns über die Ausbildungsmodi informiert welche hier an der G-Force-Academy verfügbar sind.



Gegen 10:00 trafen wir uns mit Kapitän Sage in der Haupthalle der Sektion 23 und sie begleitete uns zu meinem Bewertungsgespräch bei dem meine Ergebnisse von den Tauglichkeitstests am Vortag ausgewertet wurden. Im Rahmen dieses Tests trug Kapitän Sage mein Anliegen vor ein Szenario für die Praktische Prüfung zum Kampfpiloten durchlaufen zu dürfen. Die Offiziere der G-Force-Academy welche das Bewertungsgespräch führten waren jedoch der Ansicht daß ich statt dessen einen theoretischen und praktischen Vorbildungstest durchlaufen sollte bei dem mein Ausbildungsbedarf ermittelt wird.



Im Anschluß an das Bewertungsgespräch begaben wir uns zum Hangar wo wir Stefanie nach ihrer Ankunft begrüßten. Wir begleiteten sie zu ihren Tests für die Aufnahmequalifikation. Im Beschleunigungstoleranztest erreichte sie 12,3 G, im Anschluß an ihren Aufenthalt in der Folterkammer, wie der Schwerkraftsimulator auch genannt wird, gingen wir in die Kantine zum Mittagessen. Anschließend zeigten wir Stefanie die G-Force-Academy mit allen seinen Sektionen.



Schließlich war Stefanie mit ihrem Reaktionsgeschwindigkeitstest dran, sie absolvierte diesen Test sauber und präzise dabei erreichte sie die Schwierigkeitsstufe P, eine gute Leistung für Anwärter auf die Ausbildung zum Kampfpiloten.
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Nach ihrem Test war noch etwas zeit bis zu meinem theoretischen Vorbildungstest also streiften wir noch ein Wenig durch das Schiff. Wir sahen uns eine Brückensimulation an und im Anschluß durfte ich sogar meine Strategien zur Anpassung der Waffen- und Schildoszilationsfrequenz demonstrieren. Das hat bei dem Ausbilder und seinen Auszubildenden ziemlich viel Eindruck gemacht.



Dann war ich mit meinem theoretischen Vorbildungstest dran, ich hatte zwei Stunden für einen umfangreichen Fragen- und Aufgabenkatalog, es war irgendwie seltsam, die Aufgaben erschienen mir sonderbar leicht. Ruby hatte mir zwar erzählt daß sie mir damals außer der Bedienung der Konsolen und Systeme sowie der Konsolenbedienung auf der Excalibur auch noch das gesamte theoretische Wissen induktiv ins Gehirn geschrieben hatte aber es war trotzdem seltsam daß ich scheinbar die Lösungen der Fragen und Aufgaben kannte. Während ich meinen Theorietest absolvierte machte Ruby mit ihrer Schwester einen kleinen Ausflug mit der Excalibur, inklusive der Preisgabe ihrer zweiten Identität. Nachdem ich den Theorietest beendet hatte warteten die Beiden schon auf mich in der Haupthalle der 23. Sektion. Von dort aus begleiteten wir Stefanie zum Haupthangar von wo aus sie zu ihrem Test für das fliegerische Talent aufbrach.



Nach Stefanies Flugtalenttest den sie als sehr ansprechend empfand war es nicht mehr lange hin bis zu meinem praktischen Vorbildungstest. Wir begaben uns also in die Sektion 15 und warteten auf den Ausbilder der mich zum Simulator begleiten sollte. Schließlich traf der Ausbilder ein und wir gingen zum Simulator. Ruby und Stefanie beobachteten meinen praktischen Vorbildungstest von der Beobachtungsstation des Simulators aus während der Ausbilder als mein Waffensystemoffizier mit an der Simulation teilnahm. Der Test war in acht Teile gegliedert und behandelte alle Aspekte der Kampfpilotenausbildung. Der Ausbilder welcher mit mir an der Simulation teilnahm sagte mir daß ich all mein Wissen in diesem Test einsetzen sollte also tat ich dies auch, inklusive der Anpassung von Schild- und Waffenoszilationsfrequenzen. Nach der Beendigung des praktischen Tests war der verantwortliche Ausbilder sehr beeindruckt.



Im Anschluß an meinen Test setzten sich Ruby, Stefanie und ich in eine der Lounges in der Sektion mit unseren Quartieren.
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Während wir einen großen Krug blauen Honigwein genossen gesellte sich Kapitän Sage zu uns. Sie meinte zwar daß ich das Ergebnis meines Vorbildungstests erst offiziell Morgen erfahren würde aber sie wollte mir das Ergebnis dennoch mitteilen damit ich morgen nicht aus allen Wolken falle. Kapitän Sage meinte daß ich den theoretischen Teil des Vorbildungstests mit 99,8 Prozent und den Praktischen Teil mit 97,5 Prozent abgeschlossen hätte was einen Durchschnitt von 98,65 Prozent ergab. Da der Vorbildungstest den Inhalt der Prüfungen und Zwischenprüfungen der gesamten vierjährigen Pilotenausbildung in sich vereinte kam mein Ergebnis aus dem Vorbildungstests dem Bestehen aller theoretischen und praktischen Prüfungen gleich. Ich fasse es nicht, das ist schon die zweite Prüfung die ich ohne jegliche Ausbildung bestanden habe!



Im Anschluß verbrachten Ruby, Stefanie und ich im Kampffliegersimulator einige Zeit bei einem Rennen durch das Tau Ceti System, ein Sternensystem mit einem Stern ähnlich unserer Sonne aber anstatt Planeten verfügt dieses System nur über Wolken aus Staub und Gas, darüber hinaus gibt es eine große Auswahl an Eis- und Felsbrocken in allen erdenklichen Größen die durch das System kreisen. Während ich mir mit Stefanie ein Rennen durch diese kosmische Mülldeponie lieferte flog Ruby hinter mir her und genoß es uns dabei zuzuschauen. Stefanie und ich beendeten das Rennen mit einem Unentschieden aber nur weil ich mit dem Gammastrahlenemitter meines simulierten Schiffes die Eisbrocken in meiner Flugbahn verdampft habe, sonst hätte ich Stefanie wohl nie eingeholt. Nach dem Rennen zog sich Stefanie in ihr Quartier zurück worauf Ruby und ich ebenfalls in unser Quartier gingen. Auf dem Weg in unser Quartier hatte ich einen Verdacht woher das Wissen stammen könnte mit dem ich den Vorbildungstest komplett bestanden habe, ich hatte doch vor einiger Zeit zu Ruby eine Art neurale Verbindung. Das war in Fähnrich Sommers Quartier auf der Far Horizon. Bei dieser Verbindung habe ich Rubys sämtliche Erinnerungen durchlebt, unter anderem auch die an ihre Ausbildung.



Nachdem wir unser Quartier erreicht hatten erzählte ich Ruby von meinem Verdacht, anschließend kontaktierten wir Fähnrich Sommer auf der Far Horizon und ich erzählte ihr von meiner Theorie.
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Wir einigten uns darauf daß ich nach meiner Rückkehr auf die Far Horizon mit Fähnrich Sommer eine neurale Verbindung aufbauen und mich anschließend der Abschlußprüfung für den Bereich Ingenieure unterziehen sollte. Da Fähnrich Sommer bereits ihre Ausbildung zur Ingenieurin abgeschlossen hat können wir es als Beweis für meine Theorie werten wenn ich die Prüfungen für die Ausbildung zum Ingenieur bestehe. Morgen steht nur noch die Offizielle Verkündung meines Ergebnisses der Vorbildungstests in Theorie und Praxis sowie das Bewertungsgespräch für die Aufnahmequalifikation von Stefanie an, dann kehren wir zur Far Horizon zurück. Ich freue mich schon unsere Mannschaft wieder zu sehen, besonders die warme Stimme von Alice fehlt mir. Die künstliche Intelligenz vom Typ Lisa welche hier auf der G-Force-Academy verwendet wird hat einfach nicht die emphatischen Protokolle von Alice.







05.08.2013 – G-Force-Academy – Wenn ich den heutigen Tag beschreiben sollte würde ich mich für eine Mischung aus phantastisch, hart und aufregend entscheiden. Bereits bevor ich wach wurde hatte Ruby einige Formalitäten für mich erledigt welche für die Aufnahmequalifikation auf der G-Force-Academy nötig waren. Das einzige was ich noch zutun hatte war zur medizinischen Untersuchung auf die Krankenstation zu gehen. Nach der Untersuchung und einem leichten Frühstück legten Ruby und ich unsere Fliegermonturen an und begaben uns in die Kampffliegerrampe um zusammen mit Commander Groop zur G-Force-Academy aufzubrechen. Ruby hatte von den Führungsoffizieren aller Bereiche der Far Horizon ein Dossier über mich zusammenstellen lassen welches meine bisherigen Leistungen und Entwicklungsschritte aufzeigte. Nachdem die Excalibur und die BLADE OF GLORY bereitgestellt waren starteten wir zusammen mit Commander Groop und führten einen Formationssprung nach Proxima Centauri aus. Ich fragte Ruby warum ich bei unseren vorherigen Besuchen im System Proxima Centauri keine Raumstation entdecken konnte welche eine Flugschule beherbergen könnte. Ruby erklärte mir daß die G-Force-Academy keine Raumstation sondern ein Schiff sei, außerdem erfuhr ich im weiteren Verlauf des Tages daß auf der G-Force-Academy nicht nur Piloten sondern auch Ingenieure, Mediziner, Offiziere der Kommandoebene und Steuermänner ausgebildet werden.
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Nach unserer Ankunft im System Proxima Centauri sah ich dann die G-Force-Academy. Was für ein riesiges Schiff, sie ist etwa sechs Mal so groß wie die Werftstation bei Wolf drei fünf neun! Das gesamte Schiff ist in 36 Sektionen unterteilt welche durch horizontale Transportkabinen, ähnlich einer U-Bahn verbunden sind und ihr Hangar ist mit separaten Hangarbuchten ausgerüstet welche durch druckdichte Tore vom Haupthangar abgetrennt werden können. Nach unserer Landung auf der G-Force-Academy und dem Ablegen unserer Fliegermonturen fuhren Ruby und ich in die Sektion in der sich die Trainingsbereiche und Einrichtungen für die Tauglichkeitsermittlung neuer Pilotenanwärter auf einen Ausbildungsplatz befanden. Wir hatten noch etwas Zeit bis zum Beginn meines Toleranztests für Beschleunigungskräfte, Ruby erklärte mir was mich in den einzelnen Tests erwarten würde. Sie war schließlich nicht nur einmal Auszubildende auf der G-Force-Academy sondern auch Ausbilderin und den Status als Ausbilderin hat sie zu meinem großen Glück noch immer.



Nachdem sich der Verantwortliche Offizier Commander Strauß und Ausbilder für die Tauglichkeitstests und die Aufnahmequalifikation mit uns in Verbindung gesetzt hatte ging es zum Beschleunigungstoleranztest. Die Folterkammer wie der Raum für den Beschleunigungstoleranztest genannt wurde war ein großer Raum in dem man in allen drei Dimensionen von Gravitationsfeldern hin und her gezerrt wird. Nachdem ich auf einem Sitz in der Mitte angeschnallt war und zur Überwachung einen Hirnstromscanner angelegt hatte begann der Test. Die Einwirkung der Schwerkraftfelder auf mich gaben mir ein Gefühl als würde ich in einem Kampfflieger an einem Gefecht teilnehmen und die Intensität der Gravitationsbelastung steigerte sich kontinuierlich. Ich war einer Belastung von 11,5 G ausgesetzt bevor mir die Lichter ausgingen, das fühlte sich an wie ein Flug durch die Hölle.



Nachdem ich das Bewußtsein wiedererlangt hatte und Ruby mir meine maximale Beschleunigungstoleranz mitteilte war ich ziemlich baff. Bis zum Reaktionsgeschwindigkeitstest waren es noch knapp zwei Stunden und Ruby entschied daß wir erst einmal etwas essen sollten. In der Transportkabine mit der wir in Richtung der Kantine fuhren trafen wir Commander Groop, sie war von meinem Ergebnis beim Beschleunigungstoleranztest sehr beeindruckt.
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Während unseres Gespräches schlug sie uns vor sie zur Brücke der G-Force-Academy zu begleiten, diesem Vorschlag stimmte ich begeistert zu. Als wir die Brücke erreichten stellte uns Commander Groop dem Kapitän der G-Force-Academy vor, Kapitän Fiona Sage erkannte Ruby sofort wieder. Auch mein Gesicht kam ihr bekannt vor, sie hatte mich bei einigen Gelegenheiten auf dem Flottennachrichtenkanal gesehen und war ziemlich interessiert an meiner Dienstgeschichte bei der Erdraumflotte. Ruby erzählte Kapitän Sage von meinem Beschleunigungstoleranztest und daß mein Reaktionsgeschwindigkeitstest in Kürze stattfinden würde. Kapitän Sage erteilte Ruby Zugriff auf den Teleporter und die Expreßkabinen da Ruby noch immer den Status einer Ausbilderin hatte und damit wir nicht mit den Transportkabinen durch das Schiff fahren mußten.



Wir verbrachten fast die gesamte Zeit bis zu meinem Reaktionsgeschwindigkeitstest bei Kapitän Sage auf der Brücke, schließlich ließ Ruby uns wieder in die Sektion teleportieren in der die Tauglichkeitstests durchgeführt wurden. Dann begann mein Reaktionsgeschwindigkeitstest im Sogenannten Labyrinthsimulator. Bei diesem Test mußte ich nur mit der Kontrolle über die Fluglage und ohne Einfluß auf die Geschwindigkeit ein immer enger werdendes Labyrinth durchfliegen, dazu kam noch daß sich die Geschwindigkeit ständig erhöhte. Es war wie ein Flug mit einem Wächterschiff durch eine ihrer Sprungpassagen, nur diesmal mußte ich die Fluglage selbst kontrollieren. Ich versuchte so gut wie möglich durch den immer enger werdenden Tunnel manövrieren. Schließlich wurde die Geschwindigkeit so hoch und der Durchmesser des Tunnels so gering daß ich es nicht mehr schaffte, mit einer Kollision mit der Tunnelwand endete die Simulation. Als ich den Simulator verließ hatte sich draußen eine Menschentraube versammelt, in ihren Gesichtern stand die pure Fassungslosigkeit. Als ich Ruby fragte was die ganzen Leute so schockiert hatte sagte sie mir daß ich sowohl den Rekord der Auszubildenden als auch den der Ausbilder für den Schwierigkeitsgrad um Längen übertroffen hätte. Nachdem ich den Termin für den Test meines fliegerischen Talents erhalten hatte und die Menschentraube sich wieder auf die Unterrichtsräume verteilt hatte ließ Ruby uns beide in die Sektion mit der Kantine Teleportieren.
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Nach dem Essen waren es noch knapp zwei Stunden bis zum Beginn meines Tests für mein fliegerisches Talent. Ruby und ich diskutierten die Wahrscheinlichkeit ob ich die Aufnahmequalifikation für die G-Force-Academy schaffen würde. Ich sagte ihr daß ich befürchtete daß ich meine Freunde von der Far Horizon und der Neptun- Hoststation vermissen würde. Ruby meinte daß ich die Far Horizon oder die Neptun- Hoststation ja am Wochenende besuchen könnte wenn ich in Reichweite wäre doch das beruhigte mich nicht wirklich. Ich fragte ob sie mich vielleicht in ein Szenario für eine praktische Prüfung stolpern lassen könnte so wie es Yvette damals mit mir gemacht hatte. Ruby erklärte mir daß sie als Ausbilderin keinen Zugriff auf ein Prüfungsszenario hatte, dann hatte sie eine Idee. Nachdem wir die Kantine verlassen hatten kontaktierte Ruby Kapitän Sage und fragte ob sie eine Möglichkeit wüßte wie ich an ein praktisches Prüfungsszenario komme. Kapitän Sage meinte daß wir diese Frage im Anschluß an den Test für mein fliegerisches Talent diskutieren würden.



Anschließend begaben wir uns in unser Gästequartier, das Quartier war im Gegensatz zu den Quartieren der Far Horizon eher spartanisch. Der Wohn- und Schlafraum verfügt nur über ein großes Bett, zwei Schreibtische mit Konsolen in den Tischplatten und einem Bildschirm an der Wand. Der Waschraum verfügt nur über ein WC, ein Waschbecken und eine Duschkabine von normaler Größe. Nachdem wir uns den Werbefilm der G-Force-Academy angesehen hatten machten wir uns etwas frisch. Anschließend zeigte mir Ruby die Sportstätten der G-Force-Academy in Sektion neun. Darunter waren auch eine Niedrig- und Nullschwerkrafthalle und ein Nullschwerkraftstadion. Anschließend begaben wir uns zur Sektion in der sich der Hangar befand, wir legten unsere Fliegermonturen an und begaben uns zur Hangarbucht. Dort stieß Kapitän Sage zu uns und eröffnete mir daß sie zusammen mit Ruby fliegen und meinen Flug beobachten würde den ich in einem Schiff der Daggerklasse, einer kleineren Einmannversion der Swordklasse absolvieren sollte.
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Während des Fluges sollte ich einige Markierungsbojen anfliegen und passieren deren Signale nacheinander auf meinem Navigationssystem erscheinen würden. Kapitän Sage gab mir den Rat alle Möglichkeiten meines Schiffes zu nutzen, als ich sie fragte ob die Steuerung via Hirnstromscanner ebenfalls dazu gehörte wiederholte sie ihren Ratschlag was soviel bedeutete wie Ja.



Der Flug war eine große Herausforderung, die Signale der Markierungsbojen erschienen aus allen möglichen Richtungen, manchmal war die nächste Boje schräg hinter mir und manchmal mußte ich nur den Kurs leicht ändern. Die Zeit verging während des Flugtalenttests wie im Flug. Nachdem die letzte Markierungsboje passiert war folgte ich der Excalibur mit Ruby und Kapitän Sage zurück in den Hangar der G-Force-Academy. Nach unserer Landung zeigte Kapitän Sage sich äußerst begeistert über meine Reaktionsgeschwindigkeit beim Fliegen. Sie stellte mir auch in Aussicht mein Anliegen nach dem vorzeitigen Durchlauf eines Szenarios für die praktische Prüfung im Bereich Kampffliegerei der Aufnahmekommission vorzutragen. Dann nannte mir Kapitän Sage noch den Termin für mein Erscheinen vor der Aufnahmekommission morgen.



Nachdem wir unsere Fliegermonturen abgelegt hatten schlug ich vor zur Entspannung in die Nullschwerkrafthalle zu gehen, Ruby fand diesen Vorschlag gut und wir gingen zum Zugangspunkt der Expreßkabinen. Kurz nachdem Ruby die Sektion 9 gewählt hatte erschien die Expreßkabine, die Anschließende Fahrt verlief überraschend schnell im Gegensatz zu den normalen Transportkabinen. Von der Sektion 18 bis zur Sektion 9 brauchten wir nur etwa solange wie die normalen Transportkabinen von einer Sektion zur anderen. Auch konnte ich zwischen unserer Abfahrt und unserer Ankunft keine Zugangspunkte erkennen an denen wir vorbei fuhren. Ruby erklärte mir daß die Expreßkabinen in einem Richtungsschacht fuhren und diesen nur für das Anfahren eines Zugangspunktes verließen. Dies würde verhindern daß Kabinen die an den Zugangspunkten länger warten die anderen aufhalten. Schließlich erreichten wir die Nullschwerkrafthalle, wir nahmen Anlauf und schwebten mit angewinkelten Beinen hinein, dann zeigte mir Ruby ein paar Manöver die beim Nullschwerkrafthandball verwendet werden.
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Beim Versuch diese Manöver zu absolvieren stellte ich mich dann doch etwas unbeholfen an und so taten wir was wir meistens tun, eng umschlungen in der Nullschwerkrafthalle herum schweben.



Im Anschluß unserer Nullschwerkraftaktivität zeigte mir Ruby die verschiedenen Ausbildungsräume, auch die Simulatoren für die Arbeit auf der Brücke, im Maschinenraum und am Teleporter. Als wir nach unserer Besichtigungstour wieder die Sektion 15 erreichten und Ruby mir den Kampffliegersimulator zeigte fragte ich sie ob wir vielleicht eine kleine Gefechtssimulation durchspielen könnten. Ruby stimmte zu und wir kletterten in eines der virtuellen Cockpits. Ruby war mein Waffensystemoffizier und ich der Pilot und wir bekämpften drei gegnerische Schiffe nacheinander. Als wir den Simulator wieder verließen stand Kapitän Sage an der Beobachtungskonsole, sie war begeistert von dem was sie während unserer Kampfsimulation gesehen hatte. Besonders beeindruckt hatte sie daß wir die Oszilationsfrequenzen unseres Schildfeldes und unserer Waffen auf die Oszilationsfrequenzen der Gegner abgestimmt hatten was unsere Waffen- und Schildkapazität erheblich erhöhte. Kapitän Sage meinte daß die Aufzeichnung unserer Kampfsimulation sicher helfen würde die Aufnahmekommission positiv zu beeindrucken. Anschließend schlug Kapitän Sage vor uns einige Bereiche des Schiffes genauer zu zeigen, als Ruby nach dem Grund für dieses Angebot fragte erklärte Kapitän Sage daß sie an einigen meiner Ideen sehr interessiert war über die sie in meinem Dossier gelesen hatte.



Wir fuhren also in die Sektion 34 um dort den Brückensimulator zu besuchen, Kapitän Sage war an meiner Idee interessiert während des Sprungverlaufs eine Ideallinie durch die Passage zu finden und dieser zu folgen. Als ich feststellte daß die Fahrt mit der Expreßkabine ziemlich kurz war erklärte mir Kapitän Sage daß die Expreßkabinen die gesamte erste Hälfte des zurückzulegenden Weges beschleunigten und die Zweite Hälfte komplett zum Bremsen verwendet wurde und daß dadurch die Fahrzeit fast immer gleich lang sei unabhängig von der Entfernung zwischen Start- und Zielsektion. Schließlich erreichten wir einen der Brückensimulatoren, Kapitän Sage wies Lisa die künstliche Intelligenz an eine Simulation für das Steuerungs- und Sprungtraining zu starten.
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Als die Simulation gestartet war sollte ich einen kurzen Sprung mit Verfolgung der Ideallinie vorbereiten, nachdem ich alle Vorbereitungen getroffen hatte wies mich Kapitän Sage an den Sprung auszuführen. Während des Simulierten Sprungs ließ sich Kapitän Sage von Lisa die Parameter angeben welche sich von denen bei normalen Sprüngen unterschieden. Lisa meldete daß der Sprungantrieb um 1,5 Prozent effizienter arbeitete als bei konventionellen Sprüngen. Auf meine Frage warum es nicht 3 Prozent wie damals auf der Far Horizon waren erklärte mir Ruby daß die Größe des Schiffes einen Negativen Einfluß auf die Effizienz des Sprungantriebes hat.



Nach dieser Demonstration auf dem Brückensimulator lud uns Kapitän Sage noch in die Offiziersmesse ein, auf meine Frage ob dies für mich als Anwärter auf einen Ausbildungsplatz angemessen sei erklärte sie mir daß ich aufgrund meines Rangs als Leutnant berechtigt war die Offiziersmesse zu benutzen, für normale Auszubildende die noch keinen Rang haben würde ausschließlich die Kantine zur Verfügung stehen, Offiziersanwärter könnten zusätzlich die Mannschaftsmesse benutzen. Obwohl wir mit der Expreßkabine fast durch das gesamte Schiff gefahren waren von Sektion 34 bis zur Sektion 2 war nur etwas mehr als eine Minute vergangen. In der Offiziersmesse trafen wir auf Commander Groop und Commander Strauß der uns beim Beschleunigungstoleranztest und beim Reaktionsgeschwindigkeitstest begleitet hatte. Kapitän Sage bestellte uns ein paar Cocktails und ich mußte von meiner Zeit und meinen Abenteuern auf der Far Horizon erzählen. Kapitän Sage und ihre Offiziere fanden daß ich trotz meiner noch kurzen Dienstzeit bei der Erdraumflotte schon eine Menge erlebt hatte. Anschließend erzählten Commander Groop und Commander Strauß einige spannende Geschichten aus dem Alltag auf der G-Force-Academy. Im Anschluß daran berichtete Ruby von Ihren Erlebnissen sowohl als Auszubildende als auch als Ausbilderin.



Nach einiger Zeit voller spannender Geschichten verabschiedeten wir uns von Kapitän Sage, Commander Groop und Commander Strauß und verließen die Offiziersmesse.
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Anschließend ließ Ruby uns beide in die Sektion 16 teleportieren in der sich unser Quartier befand. Dort angekommen zeigte sie mir noch die Freizeiteinrichtungen welche sich in jeder Sektion mit Quartieren befanden. Wir setzten uns in eine kleine Lounge und tranken jeder noch einen kleinen Becher blauen Honigwein. Als Ruby mich fragte was ich nun von der G-Force-Academy halte sagte ich ihr daß ich die erste Woche hier mit Sicherheit genießen würde dann aber Sehnsucht nach der Mannschaft der Far Horizon bekommen würde. Ruby meinte daß ich mich auch alternativ für ein Fernstudium anmelden könnte, dann würde ich auf der Far Horizon neben meinem Dienst als Mannschaftsmitglied von ihr und anderen Mannschaftsmitgliedern das nötige Wissen vermittelt bekommen welches ich brauche um die theoretischen und praktischen Prüfungen und Zwischenprüfungen zu bestehen. Außerdem könnte ich so noch nebenbei nützliche praktische Erfahrungen sammeln. Soviel zum heutigen Tag an Bord der G-Force-Academy, morgen werde ich der Aufnahmekommission gegenübertreten, ich bin gespannt zu welchen Entscheidungen man in meinem Fall kommt. Mein Entschluß für ein Fernstudium steht jedenfalls schon so gut wie fest.







04.08.2013 – Far Horizon – Heute war ein weiterer großer Tag, der Tag des allerersten Nullschwerkraft- Rennens in der Geschichte der Erdraumflotte. Wir trafen uns mit Yvette, Fähnrich Sommer und Stefanie in der Mannschaftsmesse. Fähnrich Sommer erzählte uns daß am Abend auf der unteren Aussichtsplattform der Neptun- Hoststation eine Präsentation stattfände in deren Rahmen der neue Mark 3 Kampfanzug der Erdraumflotte vorgestellt werden sollte. Sie berichtete uns in allen Einzelheiten von dem Ausrüstungsumfang des Mark 3 Kampfanzuges. Stefanie eröffnete uns daß sie lieber mit Yvette an Bord der GHOSTBIRD- Klasse ins System Wolf drei fünf neun reisen würde anstatt mit uns. Irgendwie war es ja auch verständlich, die GHOSTBIRD- Klasse ist ein beeindruckendes Schiff. Nach dem Frühstück machten sich Ruby und ich fertig für die Reise nach Wolf drei fünf neun. Obwohl Stefanie nicht mit uns flog nahmen wir doch die BIRD OF DEATH. In der Kampffliegerrampe trafen wir dann wieder auf Stefanie, sie wartete zusammen mit Yvette und Fähnrich Sommer auf die Bereitstellung ihres Schiffes.
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Schließlich waren die BIRD OF DEATH und die GHOSTBIRD- Klasse bereitgestellt. Wir verstauten unsere Ausrüstung für das Nullschwerkraft- Rennen und bemannten unser Schiff. Yvette und ihre Crew taten dies ebenfalls. Wir starteten zeitgleich mit Yvette und ihrer Crew von der Far Horizon, anschließend führten wir einen Formationssprung nach Wolf drei fünf neun aus.



Nach unserer Ankunft auf der Werftstation im System Wolf drei fünf neun ließen wir uns für die Qualifikation registrieren. Unsere Termine für die Qualifikation lagen alle dicht hintereinander, zuerst war Ruby mit der Qualifikation dran, dann Yvette, anschließend ich und zum Schluß Fähnrich Sommer. Stefanie beobachtete unsere Qualifikationsflüge von einer Ebene über dem Produktionshangar der Werftstation in dem das Rennen und die Qualifikation stattfand. Nachdem wir unsere Qualifikation absolviert hatten beschlossen wir etwas Essen zu gehen, wir trafen uns mit Stefanie in der Kantine der Werftstation und stärkten uns erst einmal. In der Kantine war ein Bildschirm auf dem die Qualifikationszeiten angezeigt wurden, ich war neugierig und schaute nach wer nach dem aktuellen Zwischenstand für das Rennen qualifiziert war. Ich glaubte daß mir meine Augen einen Streich spielten, auf Position eins war tatsächlich mein Name zu lesen, dann folgten Ruby, Sascha, Judith, Sonja und Jan vom Nullschwerkraftsportteam der Hoststation und Rang 7 und 8 belegten Fähnrich Sommer und Yvette. Etwas später betraten Sascha und der Rest des Nullschwerkraftsportteams der Neptun- Hoststation die Kantine, sie setzten sich zu uns und gratulierten uns zur Qualifikation für das Rennen.



Während wir über das Rennen und die abendliche Präsentation des Mark 3 diskutierten ging auf Rubys X-Pad ein Sprechwunsch von Kapitän Tönnigs ein. Ruby nahm das Gespräch an und Kapitän Tönnigs berichtete daß er eine Anfrage nach einem Ersatzpiloten für den Mark 3 Kampfanzug erhalten hatte da der ursprüngliche Testpilot mit einer Gehirnerschütterung im Bett lag. Da die Körpermaße des ursprünglichen Testpiloten mit meinen Vermessungsdaten fast identisch waren fragte Kapitän Tönnigs mich ob ich es mir zutrauen würde den Mark 3 während der Präsentation zu steuern.
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Ich stimmte zu, ohne lange zu überlegen.



Schließlich war es soweit, die Qualifizierten Teilnehmer des Nullschwerkraft- Rennens wurden aufgerufen sich im Wartebereich vor dem Produktionshangar einzufinden. Wir begaben uns also dort hin und bereiteten uns auf das Rennen vor. Der Stationsverwalter der Werftstation Uwe Tschapkin begrüßte uns und machte uns mit dem Regelwerk des Rennens vertraut. Anschließend nahmen wir unsere Positionen gemäß unserer Qualifikationszeiten ein und starteten zu fünf Aufwärmrunden. Am ende der fünften Runde begann das Rennen, 40 Runden waren zu absolvieren. Ich gab alles um so gut und schnell wie möglich voran zu kommen, nach einigen Runden näherte ich mich Yvette von hinten um sie zu überrunden, ich warnte sie daß ich sie gleich auf der Außenseite der Kurve passieren würde und zog dann in der Kurve an ihr vorbei. Anschließend näherte ich mich Fähnrich Sommer die ich auf die gleiche Weise warnte und überrundete. Etwas später stand die Überrundung von Judith und Sonja an die sich beide ein hartes Rennen lieferten. Abwechselnd war Judith vorne und dann wieder Sonja, das änderte sich von Kurve zu Kurve. Ich zögerte den Bremspunkt vor der nächsten Kurve so weit wie möglich hinaus und passierte die Beiden Mädels vor dem Beginn der Kurve, dies war die heftigste Kurve des ganzen Rennens. Dann folgten keine zu überrundenden Gegner mehr, ich flog das Rennen bis zur letzten Wertungsrunde weiter und anschließend noch zwei Auslaufrunden bis alle Teilnehmer das Rennen beendet hatten.



Nach dem Rennen gab es eine kleine Siegerehrung bei der wir eine Plakette überreicht bekamen auf der unsere Plazierung vermerkt war. Im Anschluß an die Siegerehrung folgten die Interviews, Miranda Raven vom Flottennachrichtenkanal stellte Jedem der ersten drei Plazierten ein paar Fragen anschließend gab es einen kleinen Empfang. Gegen 16:35 verließen wir den Empfang und zogen uns um, zehn Minuten später waren wir damit fertig und fuhren in den Freizeitbereich wo Stefanie auf uns wartete, sie gratulierte Ruby und mir überschwenglich. Den Rückflug wollte Stefanie mit Ruby und mir absolvieren. Wir begaben uns zum Hangar der Station und verstauten unsere Ausrüstung vom Rennen im Stauraum unseres Schiffes.
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Stefanie wollte auf dem Rückflug unbedingt die Steuerung übernehmen und Ruby übernahm die Rolle des Waffensystemoffiziers, so konnte ich auf dem Sitz des Heckschützen auf dem Rückflug ein Wenig dösen.



Ruby weckte mich kurz vor dem Erreichen des Neptunorbit, nachdem wir in der Jägerbucht der Hoststation gelandet waren fuhren wir mit dem Lift erst zu Stefanies Quartier wo sie ausstieg und dann zu unseren Quartieren, natürlich mit Maximalgeschwindigkeit. In Rubys Quartier brachten wir schnell eine Dusche hinter uns und begaben uns anschließend zum Büro von Stationsverwalter Sella für die Vorbesprechung der Präsentation des neuen Kampfanzuges. Kapitän Tönnigs und Verwalter Sella erwarteten uns schon. Während der Vorbesprechung bat mich Verwalter Sella die Parameter der Präsentation durchzusehen und gegebenenfalls Änderungen vorzuschlagen. Ich wählte für den ersten Teil der Präsentation in dem es um die Manövrierfähigkeit des Mark 3 ging eine passende Musik für eine Flugshow dicht über den Köpfen der Zuschauer. Für den zweiten Teil schlug ich für die Präsentation der Waffen- und Schildkapazität (Natürlich im Simulationsmodus) vor den Anzug im Borg- Gefechtsmodus zu betreiben. Verwalter Sella war so begeistert von meiner Idee daß er mir vorschlug gegen einen schweren Kampfflieger anzutreten. Ich konnte ihn davon überzeugen mich erst gegen einen leichten und anschließend gegen einen schweren antreten zu lassen. Dabei merkte ich an daß ich gerne mal gegen einen Kampfpiloten von der Far Horizon antreten würde und zwar gegen Yvette. Kapitän Tönnigs kontaktierte daraufhin Yvette und unterbreitete ihr meinen Vorschlag, Yvette stimmte ohne zu zögern meinem Vorschlag zu und auch Ruby wollte gegen mich antreten. Nachdem die Vorbereitungen getroffen waren verließen Kapitän Tönnigs und Ruby das Büro von Verwalter Sella der mich daraufhin zum Ausrüstungsdepot begleitete wo zwei Mitglieder des Entwicklerteams bereits auf mich warteten, sie halfen mir beim Anlegen des Anzuges. Einer der beiden Entwickler begleitete mich zu einem Raum in dem ich den Beginn der Präsentation abwarten sollte.



Als der Zeitpunkt für meinen Einsatz gekommen war fuhr ich mit dem Lift zur unteren Aussichtsplattform wo die Präsentation stattfinden sollte.
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Während der Fahrt aktivierte ich das Tarnsystem des Kampfanzuges und schwebte als der Lift sein Ziel erreicht hatte mitten ins Zentrum der unteren Aussichtsplattform. Nachdem ich mich noch immer unsichtbar neben Verwalter Sella positioniert hatte deaktivierte ich die Tarnung. In den Gesichtern der Gäste war blankes Entsetzen zu sehen als ich mich plötzlich enttarnte. Verwalter Sella berichtete daraufhin über die Vorzüge eines Tarnsystems in einem Kampfanzug. Anschließend folgte die Demonstration des Antriebssystems und der Manövrierfähigkeit des Mark 3, zum Titel Viva la Classic führte ich eine Flugshow über den Köpfen der Gäste auf damit sie einen Eindruck von der Manövrierfähigkeit und der Beschleunigung des Kampfanzuges bekamen. Im Anschluß an diese Demonstration hielt ich zusammen mit Verwalter Sella einen kleinen Vortrag über die Systeme des Mark 3 Kampfanzuges.



Nach einer kurzen Pause folgte der zweite Teil der Präsentation, die Demonstration der Waffen- und Schildkapazität. Ich begab mich durch eine Luftschleuse nach draußen und wartete auf den ersten Gegner. Als dieser in Form eines leichten Kampffliegers eintraf wählte ich den Borg- Gefechtsmodus und ließ Alice die Schildoszilationsfrequenz des Gegners permanent analysieren und die Waffen des Anzuges daran anpassen. Die Gäste der Präsentation erlebten währenddessen alle meine Aktionen aus meiner Perspektive mit, sie hatten Augenliderprojektionssysteme erhalten welche mit dem System des Anzuges gekoppelt waren. Als ich auf den leichten Kampfflieger zuflog eröffnete dieser das Feuer auf mich, doch durch den Borg- Gefechtsmodus paßten sich die Schildfelder des Anzuges permanent an das gegnerische Waffenfeuer an. Als ich nahe genug für einen vernichtenden Schlag war aktivierte ich die Wellenwerfer des Anzuges im Gammastrahlenemitter- Modus bei voller Intensität und feuerte. Der geballten Feuerkraft meiner beiden Wellenwerfer waren die Schilde des Gegners nicht gewachsen, sie kollabierten und das Gegnerische Schiff erlitt eine simulierte Totalzerstörung.



Nachdem das besiegte Schiff wieder aus dem Gebiet gesprungen war grübelte ich mit welchem Schiff mich Ruby wohl angreifen würde. Wenig später meldete Alice daß sich ein Schiff der SWORD- Klasse näherte.
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Es war die BLADE OF GLORY welche zur selben Schiffsklasse gehörte wie die BLACK SWORD bevor sie von den Wächtern optimiert und in Excalibur umgetauft wurde. Gegen ein Schiff der SWORD- Klasse hatte ich im konventionellen Kampf keine Chance also aktivierte ich das Tarnsystem des Anzuges und schlich mich in eine günstige Feuerposition. Im getarnten Zustand funktionierten zwar die Schildfelder nicht da sie sonst auf den gegnerischen Sensoren wie ein Leuchtfeuer meine Position verraten würden aber die Waffen standen dennoch zur Verfügung. Ich wartete auf eine günstige Gelegenheit und gab einen kurzen Feuerstoß auf den Gegnerischen Schildgenerator ab. Daraufhin sank die Feldstärke des gegnerischen Schildfeldes um 40 Prozent und das Schiff flog ein Ausweichmanöver. Ich schlich mich mit minimaler Antriebskraft auf eine neue Position und wartete auf eine weitere Gelegenheit zum Feuern. Als das gegnerische Schiff mich passiert hatte feuerte ich erneut, diesmal bis das gegnerische Schiff wendete dann stellte ich das Feuer ein und wechselte die Position erneut. Dieser Angriff hatte die Feldstärke des gegnerischen Schildfeldes auf 5 Prozent reduziert. Einen weiteren Treffer würden die Schilde des Gegners nicht überstehen aber die Schiffe der SWORD- Klasse halten auch ohne Schilde einiges aus. Ich suchte in der Datenbank nach einer Schwachstelle und fand sie im Cockpit des Schiffes. Ich vergewisserte mich daß meine Waffen im Simulationsmodus waren und als die Gelegenheit gekommen war feuerte ich und neutralisierte den Gegner. Damit war die Demonstration der Waffen- und Schildkapazität des Anzuges beendet, ich deaktivierte die Tarnung und kehrte zur zugewiesenen Luftschleuse zurück.



Den Rest des Abends hatte ich zur freien Verfügung, nachdem ich den Kampfanzug abgelegt hatte begab ich mich in mein Quartier auf der Station. Dort legte ich mich auf die Couch und ließ die vergangenen Ereignisse Revue passieren. Mir wurde klar daß ich soeben mit Ruby ein simuliertes Gefecht bestritten hatte bei dem sie, wenn es keine Simulation gewesen wäre vielleicht nicht überlebt hätte. Das zog mir den Boden unter den Füßen weg. Als Ruby sich meldete und mir sagte daß es ihr verdammt schwer gefallen sei gegen mich in ein simuliertes Gefecht zu ziehen sagte ich ihr daß es mir ebenso ginge und daß ich einen induktiven Eingriff benötigte um die Gedanken daran zu verarbeiten was in einem echten Gefecht passiert wäre.
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Ruby sagte daß sie sich sofort auf den Weg machen würde und beendete die Kommunikation.



Etwas später erreichte Ruby mein Quartier, sie sagte daß dieses simulierte Gefecht gegen mich eine ganz blöde Idee war und versprach mir daß wir dies nie wieder tun werden. Anschließend half sie mir auf die Beine und ließ uns von Yvette auf ein Transitschiff in der Nähe der Station teleportieren. Nach unserer Ankunft auf dem Transitschiff sprangen wir in den Uranusorbit. Als wir den Uranusorbit erreicht hatten ließ uns Ruby auf die Krankenstation der Far Horizon teleportieren. Doktor Ngujen sagte daß sie Rubys Idee mit dem simulierten Gefecht gegen mich absolut schrecklich fand, dann holte sie ein Behandlungsset für einen induktiven Eingriff und legte es mir an nachdem ich auf dem Behandlungsstuhl Platz genommen hatte. Nachdem sie sich vergewissert hatte daß ich bereit war wies sie Alice an den induktiven Eingriff an mir zu initiieren. Nachdem mir die Augen zugefallen waren wurden mein Verstand und Alice direkt zu einem Verstand verbunden, sie half mir auf ihre logische und emotionslose Art meine Erlebnisse zu verarbeiten.



Nach etwa 30 Minuten erlangte ich wieder das Bewußtsein, Ruby stand noch immer neben mir und Yvette stand auf der anderen Seite. Yvette gratulierte mir und meinte daß die Erdraumflotte nun einen neuen Testpiloten habe. Als ich fragte ob ich schon wieder jemanden beeindruckt hatte erzählte mir Ruby daß ich niemand geringeres als ihre ehemalige Flugausbilderin Commander Kerstin Groop ziemlich beeindruckt hatte. Nachdem Doktor Ngujen mich abschließend gescannt und für gesund befunden hatte durfte ich die Krankenstation wieder verlassen. Wir gingen den Flur entlang zum Lift und dort eröffnete mir Ruby daß ihre ehemalige Flugausbilderin mich unbedingt kennenlernen wollte. Nachdem wir die Ebene der Gästequartiere erreicht hatten begaben wir uns zum Quartier von Commander Groop. Nachdem sie uns empfangen hatte und Ruby ihr von der Gefechtsübung zwischen uns bei der Präsentation des Kampfanzuges berichtet hatte war Commander Groop fassungslos. Sie hatte Ruby ihr Schiff die BLADE OF GLORY geliehen damit sie als Gegner bei der Demonstration der Waffen- und Schildkapazität des neuen Kampfanzuges antreten konnte.
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Wenn sie gewußt hätte daß Ruby und ich ein Paar sind hätte sie ihr von dieser Gefechtsübung abgeraten. Sie hatte Ruby während der Ausbildung immer wieder eingebleut niemals gegen einen Menschen in ein Gefecht zu ziehen den sie liebt, nicht einmal wenn es nur ein simuliertes Gefecht wäre. Damit wollte sie Ruby vor den emotionalen Folgen bewahren welche dabei auftreten können. Im weiteren Verlauf des Gespräches lud mich Commander Groop ein die G-Force-Academy zu besuchen um eine Entscheidung über eine eventuelle Flugausbildung dort besser abwägen zu können. Nachdem Ruby ihr berichtet hatte daß sie und ich für die nächsten sieben Tage Landurlaub hatten legte sie die Einladung gleich für morgen fest.



Während meiner neuralen Verbindung mit Ruby vor ein paar Tagen habe ich einige ihrer Erinnerungen an die G-Force-Academy durchlebt. Das ist eine geheimnisvolle Flugschule deren Position nur wenigen Menschen bekannt ist. Die Ausbilder und erfolgreichen Absolventen dieser Flugschule erkennt man daran daß sie ein Schiff der SWORD- Klasse besitzen. Ein Schiff wie Ruby es besitzt, sie war nicht nur erfolgreiche Absolventin sondern sogar Ausbilderin an der G-Force-Academy. Ich fasse es nicht, ich werde die legendäre G-Force-Academy besuchen um meine Entscheidung für eine eventuelle Flugausbildung dort besser abwägen zu können! Normalerweise muß man erst ein strenges Auswahlverfahren durchlaufen um überhaupt in die Nähe dieser Flugschule zu kommen. Ich weis nicht ob die Berichte von Admiral Kowalski oder Kapitän Tönnigs dafür verantwortlich sind daß ich auserwählt wurde die G-Force-Academy zu besuchen, ich bin jedenfalls schon tierisch aufgeregt.





03.08.2013 – Far Horizon – Heute war der große Tag, Ruby und ich hatten unseren Auftritt als Maskottchen der Nullschwerkraftsportmannschaft auf der Hoststation, zuerst einmal haben wir jedoch ausgiebig in unserem Quartier gefrühstückt. Nach dem Frühstück ließen wir uns auf die Hoststation hinüber teleportieren wo Ruby mir eröffnete daß Professor Theodor Prominski mich gerne kennenlernen würde. Offensichtlich habe ich ihn durch mein unbeabsichtigtes Bestehen des Szenarios für die praktische Prüfung zur Schiffsführungsbefähigung ziemlich beeindruckt.
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Wir fuhren also mit dem Lift zu Professor Prominskis Büro, der als taktischer Ausbilder und Dozent im Fach Ethik in der Flottenakademie war. Professor Prominski war sehr interessiert an meiner Strategie der Anpassung von Waffen und Schildoszilationsfrequenzen an die Frequenzen der Gegnerischen Schiffe. Ich erzählte ihm daß ich diese Strategie hauptsächlich aus den Serien "Startrek – das nächste Jahrhundert" und "Startrek Voyager" abgeleitet hatte. Dann sprachen wir über die Möglichkeit daß ich vor den Auszubildenden und Anwärtern auf den Dienst bei der Erdraumflotte ein Paar Worte über meine Strategien sagen könnte. Er sicherte mir zu daß ich dafür genügend Vorbereitungszeit und auch die nötige Hilfe erhalten würde und daß die Auszubildenden und Anwärter ganz wild auf Geschichten aus dem Flottenalltag sind.



Im Anschluß an unseren Besuch bei Professor Prominski holten wir unsere Ausrüstung sowie die Maskottchenkostüme und trafen uns mit dem Nullschwerkraftsportteam auf der Oberen Aussichtsplattform der Hoststation, die Nullschwerkraftsportler trafen kurz nach uns dort ein. Wir fuhren gemeinsam zum Nullschwerkraftsportstadion, vor unserem Einmarsch ins Stadion mußten wir uns natürlich umziehen. Ruby ging mit Judith und Sonja in die Umkleidekabine der Damen und ich mit Sascha und Jan in die der Herren. Während ich den phaseninvertierten Schwerkraftanzug und die Trägheitsverlagerungsfeldgeneratoren anlegte, legten Sascha und Jan etliche Polster und Panzerungselemente an. Nach dem Umziehen trafen wir uns mit den Mädels im Mannschaftsraum und warteten auf den Beginn der Einmarschzeremonie. Schließlich war es soweit, zu den Klängen des Triumpfmarsches aus der Oper Aida marschierten wir in das Stadion ein. Es folgte die Vorstellung der Mannschaften und der Maskottchen. Das Maskottchen der Gegnerischen Mannschaft von der Werftstation bei Wolf drei fünf neun hieß Lightning und sollte einen geflügelten Wolf darstellen. Er heulte wie ein Wolf und rannte im Stadion auf und ab. Schließlich wurde die Mannschaft der Hoststation vorgestellt, als die Maskottchen vorgestellt wurden zeigten Ruby und ich wie wir uns das Verhalten eines Maskottchens vorstellten. Wir setzten die Kontrollbrillen mit den Hirnstromscannern und den Augenliderprojektionssystemen auf und hoben ab.
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Im engen Formationsflug heizten wir durch den Zuschauerbereich des Stadions. Angesichts der Tatsache daß im Zuschauerbereich die normale Schwerkraft herrschte war dies für die Zuschauer natürlich ein besonderer Wow- Effekt. Schließlich begann das Spiel, es war ein ziemlich spannendes Spiel mit zahlreichen Schrecksekunden für die Fans unserer Mannschaft welches am Ende mit 15:6 Punkten nach 3 gewonnenen Spielteilen von unserer Mannschaft gewonnen wurde.



Nachdem wir das Stadion verlassen uns geduscht und umgekleidet hatten ließen sich Ruby und ich wieder auf die Far Horizon teleportieren wo wir unsere Maskottchenkostüme verstauten. Dann kehrten wir zur Hoststation zurück und begaben uns zum kleinen Saal wo die Nullschwerkrafttanzparty stattfinden sollte. Zu unserem großen Erstaunen waren die Türen des kleinen Saals noch verschlossen und niemand war im Foyer zu sehen. Ruby stellte eine Sprechverbindung zu Sascha her, er sagte uns daß es erst um 18:00 losgehen würde und daß er mit Judith, Jan und Sonja in der Jupiterlounge sitzen würde. Ruby und ich beschlossen uns den Vieren anzuschließen und fuhren hoch in den Restaurantbereich. In der Jupiterlounge gesellten wir uns dann zu Sascha und seinem Team. Bei blauem Honigwein sprachen wir über die bevorstehende Nullschwerkrafttanzparty. Gegen 17:45 begaben wir uns dann alle zum kleinen Saal wo wir auf Stefanie trafen. Zu Rubys großer Überraschung hatte sie mit Sascha und seinen Teamkameraden das Konzept des Nullschwerkrafttanzes weiterentwickelt. Es schien Ruby ziemlich schwer zu fallen daß ihre kleine Schwester jetzt langsam eigenständig wird und eigene Wege verfolgt, auch wenn diese Wege zu ziemlich beeindruckenden Resultaten führen. Bis die Türen des kleinen Saals geöffnet wurden diskutierten Ruby, Stefanie und ich mit Saschas Mannschaft über die optische Wirkung der phaseninvertierten Schwerkraftanzüge sowie die Kombination aus Mode und Funktionalität.



Nachdem der Saal geöffnet wurde und wir alle unsere Plätze eingenommen hatten begrüßte der Vorsitzende der Stationsverwaltung die Anwesenden und sagte ein paar Worte zum Thema Nullschwerkrafttanz. Anschließend betrat Judith die Bühne und erklärte das Konzept des Nullschwerkrafttanzes und die Funktion der Ausrüstung.
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Im Anschluß erhoben sich Stefanie, Sonja, Jan und Sascha und führten zusammen mit Judith ein kleines Luftballett auf in dem sie zu den Klängen von Musica - Fantasia von Rondó Veneziano den Flug eines Krähenschwarms imitierten, es war ein beeindruckendes Schauspiel. Im Anschluß rief Judith Ruby und mich auf die Bühne, wir sollten etwas vorführen. Schließlich hatten wir mit unserem "Tanz" auf dem Flottenball das Phänomen des Nullschwerkrafttanzes erst kreiert. Ruby und ich zeigten den Tanz zweier sich vereinigender Galaxien bei dem wir uns in elliptischen Bahnen einander annäherten bis wir uns an den Händen faßten und uns Arm in Arm schnell drehten. Im Anschluß führten Ruby und ich zum Titel "A NEVERENDING DREAM" von "X-PERIENCE" einen Langsamen Tanz in der Luft auf bei dem wir mit unserer Flugbahn mehrere geometrische Formen darstellten. Ruby kümmerte sich um unsere Flugrichtung und ich um die Fluglage, so konnten wir uns voll und ganz auf unseren Tanz konzentrieren. Nach unserem Tanz wurde die Tanzfläche, also der Raum über den Tischen und Stühlen für den allgemeinen Tanz freigegeben und wir setzten uns wieder an unseren Tisch.



Während wir am Tisch saßen, blauen Honigwein tranken und den anderen Gästen beim Tanzen zusahen bildete sich aus der Menge der schwebenden Tänzer eine Kette. Es war wie eine Polonäse und doch viel unbeschreiblicher, die Leute bewegten ihre Arme wie ein Rochen seine Flossen. Jeder bewegte seine Arme zeitlich etwas versetzt zu seinem Vordermann so daß die Bewegung der Arme der Tänzer links und rechts von der schwebenden Polonäse eine Welle bildeten die von vorne nach hinten verlief. Später wurde das Essen serviert, es gab eine Reispfanne mit einer breiten Gemüsepalette und Hühnerfleisch. Nach dem Essen sprachen wir über Sarah - die Stimme von Gliese 581g und ihren Hit "HISTORY OF LIFE ON SPACE", ich äußerte den Gedanken daß es im Saal genug Menschen gäbe damit jeder einen Himmelskörper des Sonnensystems darstellen könnte wenn man in einem Luftballett die Entstehung des Sonnensystems darstellen wollte. Judith gefiel diese Idee, sie wollte diese sofort in die Tat umsetzen. Ich konnte sie noch davon überzeugen daß Ruby und ich die Rollen der Erde und ihres Mondes übernehmen würden bevor sie in der Menschenmenge verschwand um Darsteller für die einzelnen Himmelskörper zu suchen.
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Als Judith schließlich ihre Darsteller zusammen hatte betrat sie die Bühne und bat die Gäste sich auf ihre Sitzplätze zu begeben damit die Darsteller genug Platz zum Manövrieren hatten. Im Anschluß begann sie die Moderation, sie erzählte von der Entstehung der Sonne, der Planeten und der Herkunft der Monde. Die Darsteller erhoben sich jeweils als Judith die Namen der von ihnen dargestellten Himmelskörper ausgesprochen hatte. Ruby stellte die Erde dar und ich den Mond und den Planeten der mit der Erde kollidiert war was zur Entstehung des Mondes führte. Es war eine eindrucksvolle Darstellung der Geschichte des Sonnensystems die mit viel Applaus honoriert wurde. Das war die Atemberaubendste Tanzveranstaltung die ich je erlebt habe.



Im Anschluß an die Tanzparty erzählte mir Ruby daß morgen eine weitere Sportveranstaltung stattfindet. Es ist eine Rennsportveranstaltung auf der Werftstation bei Wolf drei fünf neun. Nach unserer Rückkehr auf die Far Horizon ging Ruby ins Flottennetzwerk und meldete uns beide für die morgige Rennsportveranstaltung an. Beim Studieren der Teilnehmerliste bemerkten wir daß Fähnrich Sommer und Yvette sich ebenfalls für die Teilnahme an der Rennsportveranstaltung angemeldet hatten. Ich bin schon sehr gespannt was Ruby und mich morgen erwartet.







02.08.2013 – Far Horizon – Was für ein Tag! Heute hatte ich eine Schicht auf der Krankenstation und zufällig war heute auch die Routineuntersuchung eines Teils der Mannschaftsmitglieder fällig. Ich hatte Ruby angeboten daß sie den Tag mit Stefanie verbringen könnte da ich auf der Krankenstation von Doktor Ngujen bestimmt gut instruiert würde. Nach dem Frühstück bin ich dann auf die Krankenstation gegangen und Ruby ist mit ihrer Schwester zu einem kleinen Ausflug aufgebrochen. Die Routineuntersuchung habe ich mir viel aufwendiger vorgestellt als sie in Wirklichkeit war. Ich hatte die Aufgabe die Mannschaftsmitglieder mit einem Diagnoseokular zu scannen und falls es auffällige Werte gab, diese auf einem Pad zu dokumentieren und anschließend den Patienten mit diesem Pad zu Doktor Ngujen zu schicken.
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Falls es keine Auffälligen Biowerte gab sollte ich das Mannschaftsmitglied nach Beschwerden fragen und mit diesen Beschwerden ebenfalls wie ungewöhnlichen Biowerten verfahren. Insgesamt gab es 8 behandlungsbedürftige Mannschaftsmitglieder. Bis zum Mittag waren die Untersuchungen abgeschlossen und ich habe mit Doktor Ngujen die Mannschaftsmesse zur Mittagspause aufgesucht.



Nach der Mittagspause standen keine großen medizinischen Aufgaben an, nur die auf Nanotechnologie basierende Immun- und Heilungsunterstützung von Fähnrich Claudia Bernecke mußte angepaßt werden da für Fähnrich Bernecke eine Versetzung zur Kolonie auf Gliese 581g anstand. Doktor Ngujen paßte die Immun- und Heilungsunterstützung an die neuen Umweltbedingungen an damit sie eine höhere Knochendichte tolerierte und den Aufbau von Knochen und Muskeln unterstützte. Fähnrich Bernecke muß nun einige Jahre auf einer Anpassungsstation leben um sich langsam an die Gravitation von Gliese 581g anzupassen. Die Anpassungsstation erzeugt ihre Schwerkraft noch durch Rotation und hat von Ihrem Kern aus gesehen mehrere Ringe auf denen jeweils eine andere Gravitation herrscht. Fähnrich Bernecke kann sich dort stufenweise an die höhere Gravitation von Gliese 581g anpassen. Nachdem Fähnrich Bernecke die Krankenstation wieder verlassen hatte ließ ich mir von Doktor Ngujen alles mögliche über die Immun- und Heilungsunterstützung erzählen, es war unglaublich interessant. Etwas später betrat Sarah, die Stimme von Gliese 581g die Krankenstation. Sie hatte beim Aufstehen wohl vergessen oder verdrängt daß auf der Far Horizon nicht die Schwerkraft von Gliese 581g herrschte und sich mächtig den Kopf an einer Wand gestoßen. Doktor Ngujen scannte Sarah und stellte fest daß es nur ein Bluterguß außerhalb des Schädels war und daß es keine Anzeichen für eine Schädelfraktur oder eine Gehirnerschütterung gab. Sie behandelte Sarahs schmerzen mit einem Nervenstranginduktor, dann verließ Sarah wieder die Krankenstation. Vor lauter Staunen über Doktor Ngujens Erklärungen hätte ich fast das Schichtende verpaßt. Es war Doktor Ngujen die mich darauf hinwies daß meine Schicht um sei.



Nachdem ich die Krankenstation verlassen hatte und in unserem Quartier angekommen war kontaktierte ich Ruby um ihr mitzuteilen daß die Far Horizon auf dem Weg nach Gliese 581g war.
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Ruby meinte daß sie gerade im Gliese 581-System waren und dort auf die Far Horizon warten würden. Anschließend bin ich in die Mannschaftsmesse gegangen wo ich Fähnrich Sommer antraf. Sie schlug mir vor mit mir in die Nullschwerkrafthalle zu gehen aber ich lehnte ab, da ich ihre Absichten nicht kannte. Statt dessen haben wir uns zum Schießstand begeben wo mir Fähnrich Sommer die Bedienung der Handfeuerwaffen der Erdraumflotte erklärte. Auf dem Weg zum Schießstand erklärte mir Fähnrich Sommer auch ihre Absichten, Ruby hatte sie gebeten auf mich aufzupassen damit Yvette mich nicht in ihre Finger bekam. Anschließend haben wir eine kleine Schießübung veranstaltet. Ich habe mit einem Wellenwerfer mittlerer Stärke und Fähnrich Sommer mit einem schweren Wellenwerfer auf einige Übungsziele gefeuert. Ihre Trefferquote war natürlich besser da sie mit den Waffen besser vertraut war als ich.



Nach unserer Schießübung sind wir wieder in die Mannschaftsmesse zurückgekehrt und warteten dort auf Ruby. Die Far Horizon hatte inzwischen den Orbit des Planeten Gliese 581g erreicht und nach einiger Zeit gesellten sich auch Ruby und Stefanie zu uns. Nachdem Stefanie von ihrem Ausflug mit Ruby erzählt hatte sind wir Vier noch in die Nullschwerkrafthalle gegangen um uns die Zeit bis zur Rückkehr in den Neptunorbit zu vertreiben. Ruby hat mir in der Nullschwerkrafthalle ein atemberaubendes Manöver gezeigt bei dem ich mich von ihrem Rücken aus nach vorne weg katapultieren mußte, Stefanie tat das selbe bei Fähnrich Sommer. Nachdem Stefanie und ich ganz dicht aneinander vorübergeflogen waren fing mich Fähnrich Sommer auf und Ruby fing Stefanie auf. Das Manöver an sich war nicht schlimm aber die Landung in Fähnrich Sommers Armen war mir doch ein wenig zuviel der Nähe. Ruby und Fähnrich Sommer fanden es anscheinend süß daß ich einen roten Kopf bekommen habe.



Nach unserem Nullschwerkraftabenteuer haben wir uns für 18:00 in der Mannschaftsmesse verabredet um gemeinsam auf die Neptun- Hoststation zu gehen falls die Far Horizon bis dahin wieder den Neptunorbit erreicht hatte.
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Stefanie und Ruby wollten mit mir dort einen Film ansehen und Fähnrich Sommer schloß sich uns an als wir keine Einwände hatten. Ruby und ich gingen in unser Quartier und machten uns frisch. Anschließend trafen wir uns wieder in der Mannschaftsmesse mit Stefanie und Fähnrich Sommer.



Nachdem wir die Neptun- Hoststation erreicht hatten haben wir uns ins Mediencenter in den Kinobereich begeben. Ich hätte ja nie gedacht daß die Filme hier um so vieles realistischer sind als auf der Erde. Das erste was mich wunderte war die Größe des Kinos, wir betraten einen kleinen runden Raum mit 10 Sitzplätzen. Dann gab es dort keine Leinwand, die visuellen Eindrücke wurden uns über ein Augenliderprojektionssystem vermittelt und der Ton kam über induktive Kopfhörer die das Trommelfell umgingen und die Töne direkt per Induktion in den Gehörnerv schickten. Natürlich war es ein 3D-Film, da das Augenliderprojektionssystem für jedes Auge ein separates Bild liefert ist die dreidimensionale Darstellung von Bildern mit dieser Technologie kein Problem. Ein wesentlicher Unterschied zu den Filmen auf der Erde war jedoch daß dieser Film multiperspektivisch war, das heißt man konnte die Perspektive der Charaktere frei wählen und das Geschehen mit ihren Augen und Ohren verfolgen. Außerdem konnte man beliebig zwischen den Charakteren hin und her wechseln. Diese Technologie ist schon etwas besonderes, auch wenn man einen multiperspektivischen Film mehrmals sieht entdeckt man durch die verschiedenen Perspektiven immer etwas neues.



Der Film den wir uns anschauten hatte den Titel SPACEFLEET-DIARY und basierte auf den Missionsberichten und dem Schiffslogbuch des Raumschiffes Far Horizon, also auf realen Tatsachen, es wurde die erste Mission der Far Horizon gezeigt. Ich wählte die Perspektive von Kapitän Tönnigs um das Geschehen mit seinen Augen und Ohren wahrzunehmen. Es war einfach unbeschreiblich, so realistisch daß ich nach dem Film erst einmal überlegen mußte wo ich mich befand und wer ich war. Wenn der Film noch ein paar Stunden länger gegangen wäre hätte ich vielleicht geglaubt daß ich Kapitän Tönnigs bin, so realistisch war alles. Beim nächsten Mal werde ich den Film aus der Perspektive eines anderen Charakters ansehen, es wird zwar der gleiche Film sein aber mit völlig anderen Eindrücken.
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Eigentlich ist die Perspektive jedes einzelnen Charakters ein eigenständiger Film Wenn man die Perspektive wechselt sieht man einen anderen Film der jedoch die selbe Geschichte erzählt, nur aus einer anderen Perspektive.



Im Anschluß an unser phantastisches Filmerlebnis sind wir noch auf einen Cocktail in die Sagitariusbar gegangen. Fähnrich Sommer hatte wieder einen BROWN-DWARF, Stefanie einen BLUE-GIANT und Ruby einen BLACK-HOLE. Ich wollte eigentlich nur einen blauen Honigwein trinken was die Anderen überhaupt nicht verstanden, also entschied ich mich für einen GAMMARAYBURST. Während Fähnrich Sommer, Ruby und Stefanie normale Gläser bekamen in denen farbige Cocktails waren erhielt ich einen doppelt so großen braunen Trinkkrug dessen äußere Oberfläche geriffelt war und in dem eine dampfende kalte Flüssigkeit war. Ruby riet mir meinen Cocktail zu trinken solange er kalt ist. Im warmen Zustand würde es sich nach Rubys Worten so anfühlen als ob ich flüssiges Feuer trinken würde. Also stießen wir an und tranken unsere Cocktails aus. Im Anschluß bestellte Ruby vier große Trinkkrüge mit gelbem Honigwein. Daraufhin erzählte sie uns daß der gelbe Honigwein neben seiner anregenden und belebenden Wirkung eine erstaunliche Nebenwirkung hat, er neutralisiert die Wirkung von Alkohol.



Nachdem wir unsere Trinkkrüge gelehrt hatten ließen wir uns zurück auf die Far Horizon teleportieren. In der Mannschaftsmesse trafen wir auf Yvette, ihr war anscheinend langweilig und sie hatte bereits nach uns gesucht. Wir erzählten ihr von unserem Filmerlebnis und von unserem anschließenden kleinen Umtrunk. Yvette war ein Wenig beleidigt daß wir sie nicht gefragt hatten ob sie mitkommen will, da wir sie jedoch nicht angetroffen hatten konnten wir sie auch nicht fragen. Nachdem Yvette wieder einmal eine ihrer Spitzen losgelassen hatte und Ruby daraufhin ziemlich sauer reagiert hatte verschwand Yvette schließlich. Nachdem Yvette gegangen war dauerte es nicht lange bis Ruby und ich auch in unser Quartier zurückzogen. In unserem Quartier kontaktierte Ruby noch einmal Sascha Bienek den Kapitän der Nullschwerkraftsportmannschaft um uns für morgen zu verabreden. Sascha erzählte uns daß sie für Ruby ebenfalls ein Maskottchen- Kostüm angefordert hatten damit wir als Falkenpaar gemeinsam auftreten konnten.
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Ruby stimmte begeistert zu, dann erzählte uns Sascha daß es im Anschluß an das Nullschwerkraft- Ballspiel eine kleine Party geben würde. Ruby hatte mir ebenfalls davon erzählt bevor sie Sascha kontaktiert hatte. Auf dieser Party morgen werden nur Leute sein die etwas mit Nullschwerkraftsport zutun haben oder hatten. Es wird dort gegessen, getrunken, getanzt und gelacht werden. Als ich Ruby daran erinnerte daß ich nicht tanzen kann erinnerte sie mich an den Flottenball. Sie erzählte mir daß auf der Party nicht auf konventionelle Weise getanzt wird sondern dreidimensional, also schwebend. Da fiel mir aber ein Stein vom Herzen, den Nullschwerkrafttanz vom Flottenball habe ich noch in lebhafter aber positiver Erinnerung. Es war eigentlich eher eine Kunstflugvorführung als ein Tanz und ich hatte Spaß dabei. Morgen werden also auch Andere auf dieser Party auf diese Weise tanzen. Ich bin gespannt wie es wird. Erst einmal treffen wir uns morgen mit der Nullschwerkraftsportmannschaft auf der Hoststation. Ich hoffe das Spiel dauert nicht so lange sonst platze ich vor Neugier auf die Party und den Nullschwerkrafttanz. Hoffentlich wird es so schön wie ich es mir vorstelle.







01.08.2013 – Far Horizon – Ich muß sagen daß das Leben bei der Erdraumflotte mich immer wieder überrascht. Heute waren Ruby und ich dem Kampffliegergeschwader zugeteilt. Unsere erste Aufgabe war es einem Schiff von der Kolonie auf dem Planeten Gliese 581g zur Hoststation zu Begleitschutz zu geben. Es war das Schiff von Sarah, der Stimme von Gliese 581g. Sarah ist Sängerin und hat bereits zweimal den Wettbewerb der Planeten, Kolonien und Stationen gewonnen. Ihren Erfolg verdankt sie einem Gerät das sie am Kehlkopf trägt, es ist ein sogenannter Stimmenharmonieverstärker. Er filtert die Frequenzen heraus welche die Harmonie der Stimme stören indem er sie durch gegenläufige Schallwellen auslöscht. Dann fügt er der Stimme harmonisch passende Frequenzen hinzu. Das Ergebnis ist wirklich beeindruckend, Sarah kann einem mit ihrer harmonieverstärkten Stimme eine echte Gänsehaut verpassen. Davon konnte ich mich überzeugen als ich auf dem Rückflug von Gliese 581g Sarahs Titel „HISTORY OF LIFE ON SPACE„ gehört habe.
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Der Song hat eine Länge von einer Stunde, in diesem Lied wird die Geschichte unseres Sonnensystems und des Lebens auf der Erde erzählt. Von der Entstehung der Sonne bis zum Aufbruch der Menschen zu den Sternen.



Nachdem wir Sarah zur Hoststation im Neptunorbit geleitet hatten kehrten wir zur Far Horizon zurück. Im Anschluß an eine kurze Stärkung verbrachten wir unsere Bereitschaft im Wartungshangar. Dort zeigte Yvette uns die Systeme des Prototypen der GHOSTBIRD- Klasse. Es ist schon beeindruckend was Yvette und Miriam da für ein Schiff konstruiert haben und wie schnell die Mannschaft der Werft bei Wolf drei fünf neun das Schiff gebaut haben. Wenig später bekamen wir eine weitere Aufgabe, wir sollten das Schiff von Admiral Kowalski zur Erde Eskortieren. Also sind wir zusammen mit Yvette und Fähnrich Sommer mit zwei Schiffen zu einer weiteren Eskortenmission aufgebrochen. Wir nahmen das Schiff von Admiral Kowalski am Hangartor der Neptun- Hoststation in Empfang und sprangen gemeinsam in den Erdorbit. Vorsichtshalber sprangen wir in eine Position nahe der Erde zwischen der Erde und der Sonne, so daß unsere Anwesenheit vom grellen Sonnenlicht überstrahlt wurde. Wir bezogen Position im Abstand von 60000 Kilometern zur Erde und Admiral Kowalski begab sich per Teleporter auf die Erde. Nachdem der Admiral nach einiger Zeit auf sein Schiff zurückgekehrt war sprangen wir zurück in den Neptunorbit.



Nach unserer Rückkehr auf die Far Horizon gerieten wir mitten in einen Krieg der Überzeugungen. Yvette hatte mit einigen ihrer Geschwaderpiloten eine Diskussion begonnen über das Thema, ob die Steuerung via Hirnstromscanner wirklich besser wäre als die konventionelle Handsteuerung eines Kampffliegers. Dieser Streit ließ sich nur durch eine praktische Erfahrung beilegen, Yvette bat Kapitän Tönnigs um die Genehmigung eines Vergleichsfluges um herauszufinden welche Art der Steuerung besser ist. Kapitän Tönnigs stimmte diesem Vorschlag zu und erweiterte diesen sogar, er schlug Yvette vor eine Gefechtsübung anzusetzen. Dann forderte er das Kampffliegergeschwader der Neptun- Hoststation heraus, gegen das Geschwader der Far Horizon in einer Gefechtsübung anzutreten, in diesem Szenario sollten wir einen simulierten Angriff auf das Reparaturdock im Uranusorbit fliegen und die Kampfflieger der Neptun- Hoststation sollten das Reparaturdock verteidigen.
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Natürlich nahm ich mit Lady G-Force und der Excalibur auch an dieser Gefechtsübung teil. Die Verbindung der Steuerung via Hirnstromscanner mit der Wendigkeit der Excalibur erwies sich als gewaltiger taktischer Vorteil. Unser Geschwader schaltete nach und nach alle gegnerischen Kampfflieger aus. Schließlich erreichte die BLACK HALFMOON den Uranusorbit, sie gehörte ebenfalls zum Geschwader welches das Reparaturdock verteidigte. Yvette teilte die schweren Kampfflieger und die Excalibur für den Angriff auf die BLACK HALFMOON ein. Es dauerte eine Weile die Schilde der BLACK HALFMOON zu schwächen und zu durchdringen aber wir besiegten das Schiff und gingen mit der simulierten Zerstörung des Reparaturdocks als Sieger aus dieser Gefechtsübung hervor.



Nach unserer Rückkehr zur Far Horizon im Neptunorbit war meine und Rubys Schicht beendet. Wir begaben uns zu Kapitän Tönnigs, der mit uns noch etwas organisatorisches besprechen wollte. Es stellte sich heraus daß er Rubys Antrag auf die Zusammenlegung unserer Quartiere zugestimmt hatte. Ruby und ich wohnen jetzt im Quartier B1-057 vorne mittschiffs und die Fensterfront bietet einen Ausblick in Flugrichtung der Far Horizon. Unserer Sachen wurden mit Hilfe des Teleporters in unser neues Quartier transferiert. Unser neues Quartier verfügt über einen Wohnbereich und einen Schlafbereich mit Waschraum wie unsere alten Quartiere, zusätzlich bietet es einen weiteren Raum der als Büro genutzt werden kann, jetzt wohnen Ruby und ich endlich in einem gemeinsamen Quartier.



Nachdem wir unser neues Quartier betrachtet hatten beschlossen wir uns etwas beim Zero G in der Nullschwerkrafthalle zu lockern. Zu unserer Überraschung waren dort bereits Yvette und Fähnrich Sommer. Als wir in die Nullschwerkrafthalle hinein schwebten wäre Fähnrich Sommer fast mit uns zusammengeprallt, nur weil Ruby mich geistesgegenwärtig nach vorne wegschleuderte und sich nach oben in Sicherheit brachte blieb uns diese Kollision erspart. Es war schon ziemlich überraschend fast von Fähnrich Sommer seitlich gerammt worden zu sein aber Yvette in der Nullschwerkrafthalle zu sehen war fast schon ein Schock. Sie hatte sich von Fähnrich Sommer überreden lassen mitzukommen und driftete nun ziemlich blaß in der Halle herum.
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Ruby erklärte ihr daraufhin die Grundlagen für die Bewegung in der Nullschwerkrafthalle. Nachdem Yvette die Grundzüge begriffen hatte sorgten Fähnrich Sommer und ich für etwas Querverkehr damit Yvette ein paar Hindernisse hatte denen sie ausweichen konnte. Das mit dem Ausweichen schaffte Yvette ganz gut, dank Rubys Anleitung. Als es jedoch Zeit war die Nullschwerkrafthalle zu verlassen überschätzte sich Yvette etwas. Nachdem Ruby sich mit mir aus der Nullschwerkrafthalle hinauskatapultiert hatte und wir im Übergang zum Bereich mit normaler Schwerkraft auf unseren Füßen gelandet waren folgte uns Fähnrich Sommer, die ebenfalls elegant auf ihren Füßen landete. Yvette versuchte natürlich auf die selbe Art und Weise wie wir die Nullschwerkrafthalle zu verlassen. Leider setzte sie den Fuß zu früh auf den Boden und stolperte, das führte dazu daß sie in Bauchlage den Bereich der ansteigenden Schwerkraft erreichte und dementsprechend in der Zone mit 40 Prozent Schwerkraft landete.



Im Anschluß an unsere Aktivitäten in der Nullschwerkrafthalle gingen Ruby und ich in unser Quartier und machten uns frisch. Anschließend teleportierten wir hinüber zur Neptun- Hoststation wo Sarah, im Rahmen der Orientierungswochen für Anwärter auf den Dienst bei der Erdraumflotte ihren neuen Hit „HISTORY OF LIFE ON SPACE„ vortrug, und zwar in der Hochdetailversion die etwa 125 Minuten lang war. Auch Rubys Schwester Stefanie war bei diesem Konzert dabei, ich machte mir anfangs Sorgen ob wir gute Plätze bekommen würden aber diese Sorge sollte sich als unbegründet herausstellen. Jeder Sitzplatz verfügte über ein Augenliderprojektionssystem über das man den besten Blick auf die Bühne hatte und auch das Videomaterial zu Sarahs Hit betrachten konnte. Nicht nur Sarahs harmonieverstärkte Stimme ist der Wahnsinn, während des 125 Minuten dauernden Liedes erzählten Sarah und ihre Band in einer Art Sprechgesang die Geschichte unseres Sonnensystems und des Lebens auf der Erde bis hin zum Aufbruch der Menschen ins All und der Besiedlung des Mars, dem Bau der Kolonie auf Gliese 581g sowie dem Bau der Hoststation. Dazu kam noch das Videomaterial welches man über das Augenliderprojektionssystem zu sehen bekam, es zeigte die Geschichte die in diesem Lied erzählt wurde in Bildern und zwar in bewegten Bildern.
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Es war als wenn man bei der Entstehung des Sonnensystems dabei gewesen ist, teilweise war es sogar ein wenig erschreckend. Bei der Stelle als die junge Erde von einem Planeten von der Größe des Mars getroffen wurde was zur Entstehung des Erdmondes führte bin ich dann doch etwas zusammengezuckt. Das Ende des Liedes war eine Aufforderung an die Menschheit, sie lautete: „Menschen, Ihr habt Euren Planeten verlassen und beginnt nun damit den Weltraum zu besiedeln. Macht nicht die selben Fehler wie auf Eurem Planeten, legt Eure Differenzen bei und arbeitet gemeinsam an einer friedlichen und lebenswerten Zukunft!„. Diese Aufforderung wurde von Sarah und allen ihren Bandenmitgliedern in einem Sprechchor vorgetragen der ein Wenig an die unzähligen Stimmen der Wächter erinnerte. Obwohl dieses Konzert nur einen Titel beinhaltete der 125 Minuten dauerte war dies doch das unglaublichste Konzert das ich je besucht habe. Das einzige Lied von der Erde das auch nur ansatzweise an „HISTORY OF LIFE ON SPACE„ herankommt ist „GERMAN HISTORY„ von „DJ HAPPY VIBES„, dieses Lied wird zwar nicht im Sprechgesang mit harmonieverstärkten Stimmen vorgetragen, es gibt auch keine Hochdetailversion mit 125 Minuten Länge davon und Augenliderprojektionssysteme gehören auf den irdischen Konzerten auch noch nicht zur Standardausrüstung aber auch „GERMAN HISTORY„ erzählt eine Geschichte, die Geschichte Deutschlands und das Videomaterial zu diesem Lied hat ebenfalls eine beeindruckende Wirkung auf den Zuschauer.



Nach dem Konzert haben wir uns noch mit Yvette und Fähnrich Sommer in der Mannschaftsmesse der Far Horizon auf einen Cocktail getroffen. Es gibt auch Getränke mit richtigem Alkohol hier oben, allerdings haben die Cocktails alle englische Namen von Astronomischen Objekten und Phänomenen. Yvette hatte einen „BIG-BANG„, Fähnrich Sommer einen „BROWN DWARF„, Stefanie einen BLUE GIANT und Ruby einen BLACK HOLE. Ich habe mich zuerst für einen GAMMARAYBURST entschieden aber als ich erfuhr daß dieser Cocktail auf der Skala der Heftigkeit ziemlich weit oben stand entschied ich mich für einen WHITE DWARF. Die Skala der Heftigkeit beschreibt den Alkoholgehalt der Cocktails sowie den Zuckergehalt und die Wechselwirkung aus diesen beiden und anderen Faktoren. Im großen Ganzen war dies wieder ein ereignisreicher Tag, morgen habe ich die Schicht von 8:00 bis 16:00 auf der Krankenstation.
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Als Helfer von Doktor Ngujen wird das sicher ein streßiger Dienst für mich denn für einen Teil der Mannschaft steht die jährliche Routineuntersuchung an.







31.07.2013 – Far Horizon – Das war wohl nichts mit dem Ruhetag, gegen 6:41 meldete sich Rubys kleine Schwester bei uns. Sie konnte nicht mehr schlafen und wollte unbedingt einen kleinen Rundflug machen. Irgendwie kann ich sie ja verstehen, vor knapp 3 Wochen war ich an ihrer Stelle und alles war so unglaublich aufregend. Wir haben uns erst einmal in der Mannschaftsmesse verabredet damit Stefanie vor ihrem Ausflug etwas zu sich nimmt. Es wurde dann doch nur ein halber Liter Milch, sie hatte wohl vor Aufregung keinen richtigen Hunger. Nach dem sogenannten Frühstück haben wir uns zusammen mit Fähnrich Sommer in die Kampffliegerrampe begeben, sie hatte sich zu uns gesellt und bot sich als mein Waffensystemoffizier an. Da Ruby keine Einwände hatte stimmte ich Fähnrich Sommers Vorschlag zu.



Wir starteten mit zwei Spähschiffen und machten einen kurzen Ausflug zum Kuipergürtel. Ruby wollte Stefanie dort ein paar Flugmanöver beibringen. Ich beschloß meine eigenen Flugübungen zu absolvieren und wir teilten uns auf. Während meiner Flugübungen erzählte ich Fähnrich Sommer was ich als Feldsanitäter auf der E.S.F.S. TRIANGLE erlebt hatte. Auch daß ich sie mit lebensgefährlichen Verletzungen in einem der Flure fand und daß ich ihr Herz induzieren und weitere Behandlungen durchführen mußte um ihr Leben zu retten. Sie nahm die Geschichte unglaublich gelassen auf. Nach einiger Zeit formierten wir uns wieder an der Flanke des Schiffes von Stefanie und Ruby und flogen zur Far Horizon zurück.



In der Mannschaftsmesse gesellten sich Yvette und Fähnrich Sommer zu uns und Fähnrich Sommer erzählte uns daß sie gerne eine Untersuchung auf der E.S.F.S. TRIANGLE durchführen würde um den Gerüchten darüber daß es dort angeblich spuken sollte nachzugehen. Da Miriam jedoch keine Zeit hatte für eine Forschungsmission zur TRIANGLE schlug sie Fähnrich Sommer vor mit mir zur TRIANGLE zu fliegen. Ich stimmte zu da ich selbst neugierig war was sich auf diesem Schiff wohl seltsames abspielte.
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Wir holten uns also zwei Diagnoseokulare aus dem Maschinenraum, bei der Gelegenheit erzählte uns Miriam daß Fähnrich Grimmwood interessiert daran war uns zu begleiten. Da weder Fähnrich Sommer noch ich etwas dagegen hatten stimmten wir Fähnrich Grimmwoods Angebot sich an der Untersuchung zu beteiligen zu. Nicole hatte uns freundlicher Weise ihr Transit- und Forschungsschiff zur Verfügung gestellt also flogen wir damit zum Flottendock im Uranusorbit.



Nach dem andocken am Flottendock begrüßte uns der Commander des Flottendocks und erklärte uns die Situation, daß die Reparaturmannschaft langsam nervös wurde wegen der seltsamen und unerklärlichen Systemfehler auf der TRIANGLE. Nach dieser Einweisung begaben wir uns auf das angebliche Geisterschiff. Fähnrich Sommer stellte fest das der Computer der TRIANGLE zwar funktionierte aber auch daß ein Prozeß im Computersystem ablief der nicht zu stoppen war. Irgendwie kamen wir auf die Frage was sich wohl während des unglücklichen Fehlschlags des Experimentes mit dem Sprungantrieb im Maschinenraum ereignet hatte. Fähnrich Grimmwood erzählte mir von einer Vorschrift daß der Maschinenraum in einem solchen Fall hätte evakuiert werden müssen. Mich beschlich der Gedanke daß die seltsamen Funktionsstörungen vielleicht ein Indiz dafür waren daß es eine Fehlfunktion im Teleportersystem gegeben hatte. Fähnrich Sommer bestätigte meine Vermutung und wir stellten fest daß sich seit einer Woche noch immer ein Materieabbild im Quantenspeicher des Computerkerns der TRIANGLE befand. Fähnrich Sommer erwies sich als äußerst kompetent bei der Umsetzung des Vorschlages von Fähnrich Grimmwood, wie wir das Materieabbild aus dem Speicher holen konnten. Nach einiger Zeit schafften wir es tatsächlich das Materieabbild zu rematerialisieren. Es stellte sich heraus daß es Leutnant Katschmarek der Chefingenieur der TRIANGLE war, dessen Muster seit einer Woche im Speicher zwischengelagert war. Wir nahmen Leutnant Katschmarek auf seinen Wunsch hin mit zur Far Horizon. Er wollte unbedingt zu einem Arzt gebracht werden und Doktor Ngujen schien mir die beste Wahl zu sein da ich ihr vertraute und sie in einer der modernsten Krankenstationen der Erdraumflotte arbeitete. Doktor Ngujen übernahm auch sofort nach unserer Rückkehr die medizinische Beobachtung von Leutnant Katschmarek.
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Schließlich hatte er eine Woche als digitales Muster im Computer der TRIANGLE verbracht, was vor ihm noch niemand erlebt hatte.



Kurz nach unserer Ankunft sprang die Far Horizon ins System Gliese 1214 um die Daten der Forschungssonde auszulesen die wir zur Erforschung des Planeten GJ 1214b zurückgelassen hatten. Den Sprung führte Ruby an der Operationszentrale aus und Stefanie schaute ihr dabei über die Schulter. Nachdem wir unser Ziel erreicht hatten begannen wir die Daten der Sonde zu überspielen. Auch bei diesem Vorgang schaute Stefanie interessiert zu. Anschließend haben wir die Sonde mit dem Teleporter geborgen. Auch bei diesem Vorgang war Stefanie dabei, genauer gesagt sie beteiligte sich sogar daran. Ruby hatte ihr während der Mittagspause das Wissen über die Bedienung der Systeme und Konsolen der Erdraumflotte induktiv ins Gehirn implantiert. Nachdem Ruby sich mit Miriam abgesprochen hatte ließ sie Stefanie den Teleporter bedienen. Für Stefanie war dies ein phantastisches Erlebnis welches sie wohl nicht so schnell vergessen wird.



Nach der Bergung der Sonde war es Zeit zurück in den Neptunorbit zu springen. Stefanie war natürlich wieder auf der Brücke da Kapitän Tönnigs ihr geraten hatte sich alles genau anzusehen und Fragen zu stellen. Und Stefanie stellte eine Frage mit der wohl niemand gerechnet hatte, sie fragte doch tatsächlich Kapitän Tönnigs ob sie den Sprung in den Neptunorbit selbst ausführen dürfte. Nach kurzer Beratung mit Commander Junkers entschied Kapitän Tönnigs daß Stefanie es aufgrund ihres fliegerischen Talents versuchen sollte. Überraschenderweise führte Stefanie einen tadellosen Sprung aus und hielt die Far Horizon während des Sprungs exakt in der Mitte der Passage. Kapitän Tönnigs war sichtlich begeistert über Stefanies Präzision bei der Überwachung des Sprungverlaufs.



Nachdem wir den Neptunorbit erreicht hatten fragte Stefanie ob Ruby ihr bei der Registrierung als Auszubildende helfen könnte. Wir teleportierten also auf die Hoststation und begaben uns zu Stationsverwaltung. Der Verwaltungsvorsitzende der Neptun- Hoststation gab Stefanie ein Pad mit einem Fragenkatalog und Formularen. Nachdem Stefanie alle Angaben gemacht und die Fragen beantwortet hatte wurde sie zum Gespräch ins Büro des Verwaltungsvorsitzenden gebeten.
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Wir durften als ihre Begleitung dem Gespräch beiwohnen. Der Stationsverwalter erklärte Stefanie den Ausbildungsalltag und befragte sie zu ihrer Vergangenheit als Sportpilotin. Abschließend übergab er Stefanie noch ein Speichermodul mit dem sie sich im Ausrüstungsgeschäft auf dem Promenadendeck ihre Grundausstattung und die Auszubildendenuniform besorgen konnte.



Nach dem Besuch beim Verwaltungsvorsitzenden der Hoststation begaben wir uns auf das Promenadendeck der Hoststation wo Stefanie sich im Ausrüstungsgeschäft ihre Ausrüstung und die Uniform für die Ausbildung besorgte. Die Lieferung erfolgte per Teleportation direkt in ihr Quartier auf der Far Horizon. Gleich nach unserer Rückkehr auf die Far Horizon wollte Stefanie ihre Ausrüstung und die Uniform betrachten. In Ihrem Quartier lag auch schon alles bereit. Die Ausrüstung für die Ausbildung bestand aus einer Umhängetasche mit einem X-Pad 3.0 XL, der 19 Zoll- Variante des X-Pads und einem kleinen tragbaren Pad für Notizen. Die Uniform war modisch geschnitten und paßte dank Stefanies Vermessungsdaten wie eine zweite Haut.



Im Anschluß beschlossen wir den Tag mit einer privaten Patrouille durch das Sonnensystem zu beschließen. In der Kampffliegerrampe trafen wir auf Yvette und Fähnrich Sommer, die sich unserer Patrouille anschlossen. Ruby, Stefanie und Fähnrich Sommer flogen mit der GHOSTBIRD- Klasse, Yvette und ich folgten ihnen in zwei Einmannjägern. Unsere Route führte uns zum Mars, dann zum Erdmond den wir einmal umkreisten, dann weiter zur Venus und zu den Agrarstationen von Skyfood zwischen den Umlaufbahnen von Venus und Merkur und danach noch zum Merkur. Anschließend ging es zurück mit Zwischenstop bei Jupiter, Saturn und Uranus. Im Uranusorbit trafen wir auf die RED-HALFMOON unter dem Kommando von Kapitän Bach, die uns zur Far Horizon im Neptunorbit begleitete.



Mein Fazit für diesen Tag lautet daß es sowohl für Stefanie als auch für mich ein äußerst interessanter Tag mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen war. Morgen bin ich im Rahmen meiner Schicht von 8:00 bis 16:00 dem Kampffliegergeschwader zugeteilt. Unsere Mission wird es sein ein Schiff mit einer wichtigen Person zur Neptun- Hoststation und später zurück nach GJ 581g zu eskortieren.
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Die wichtige Person soll sich Sarah – die Stimme von GJ 581g nennen, ich bin schon sehr gespannt um wen es sich handelt.







30.07.2013 – Far Horizon – Wer hätte das gedacht daß mich Yvette einmal um Rat fragen würde. Heute morgen fand ich im Flottennetzwerk eine Nachricht von Yvette, sie schrieb daß sie unbedingt mit mir reden müßte. Nachdem ich Ruby diese Nachricht gezeigt hatte meinte sie daß ich Yvette fragen sollte worum es geht. Über das Kommunikationssystem wollte mir Yvette nichts darüber sagen also verabredeten wir uns in der Mannschaftsmesse. Als wir dort eintrafen erzählte Yvette uns daß sie mit Fähnrich Christina Sommer am Vorabend noch ein paar Flaschen blauen Honigwein geleert und mit ihr einige spannende Fliegergeschichten ausgetauscht hatte. Danach waren sie dann in Fähnrich Sommers Quartier gegangen wo Yvette, laut ihrer Aussage etwas unglaubliches erlebt hatte. Ruby und ich dachten erst daß es zwischen Yvette und Fähnrich Sommer zu intimen Zärtlichkeiten gekommen war. Yvette erzählte uns jedoch daß ihr Erlebnis mit Fähnrich Sommer weit über physische Nähe hinausgegangen war. Nach Yvettes Beschreibung hatte Fähnrich Sommer mittels zweier Geräte ihr Bewußtsein mit dem von Yvette verbunden. Während dieser Verbindung haben sie beide dann ihre sämtlichen Erinnerungen sowie physische und emotionale Erfahrungen ausgetauscht.



Als Fähnrich Sommer sich später zu uns gesellte und fragte was wir unternehmen wollen erklärte ich ihr daß ich diese Verbindung von der Yvette berichtet hatte, gerne mal mit Ruby ausprobieren wollte. Fähnrich Sommer erklärte mir daß es sich bei diesen zwei Geräten um neurale Kommunikatoren handelte, deren Funktion auf dem Prinzip des induktiven Eingriffs basierte. Daraufhin erzählte ich Fähnrich Sommer von meinen Eindrücken von einem Induktiven Eingriff, bei dem ich mit Alice verbunden war um die traumatischen Erlebnisse einer Mission zu verarbeiten. Ich verschwieg ihr jedoch daß es sich bei dieser Mission um den Einsatz als Feldsanitäter auf der E.S.F.S. TRIANGLE handelte. Später in Fähnrich Sommers Quartier hatte ich dann die Gelegenheit mit Ruby eine Verbindung herzustellen wie die, von der Yvette berichtet hatte.
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Innerhalb einer Stunde durchlebte ich die sämtlichen Erinnerungen und Erfahrungen aus Rubys bisherigem Leben. Unter anderem war dabei auch ein Traum, den sie im frühen Erwachsenenalter immer wieder hatte. In diesem Traum erschien ihr die dunkle Siluette einer Gestalt, die ihr sagte daß ihre Zukunft bei der Erdraumflotte liegt.



Im Anschluß an meine Verbindung mit Ruby wollte Yvette unbedingt eine Verbindung mit mir herstellen. Ich fragte Ruby leise ob sie Bedenken dagegen hätte, da Yvette auf diese Weise die wahre Identität von Lady G-Force erfahren würde. Ruby meinte daß dies für Yvette ein heilsamer Schock sein könnte und daß sie nichts dagegen hätte wenn ich eine Verbindung zu Yvette herstellen würde. Ich stellte also die Verbindung zu Yvette her und wieder durchlebte ich sämtliche Erinnerungen und Erfahrungen meines Verbindungspartners. Darunter waren auch sämtliche Erinnerungen an Yvettes Liebschaften und Affären mit allen bizarren Details und zwar aus der Perspektive von Yvette. Nachdem ich diese Erinnerungen gesehen habe möchte ich mir nicht einmal mehr vorstellen mit Yvette zusammen zu sein. Doch auch Yvette machte eine heftige Erfahrung während der Verbindung zwischen uns. Sie erfuhr daß Ruby und Lady G-Force ein und die selbe Person waren, diese Erkenntnis hat sie wohl ziemlich mitgenommen.



Nach unserer Verbindung wirkte Yvette irgendwie teilnahmslos, voller Selbstzweifel und Ängste. Um ihr zu helfen bat ich Fähnrich Sommer, einen ihrer neuralen Kommunikatoren zu rekonfigurieren damit mit diesem Gerät ein induktiver Eingriff möglich war. Als dies geschehen war verbanden wir Yvette mit Alice und ließen den induktiven Eingriff an ihr vornehmen. Nach dem Abschluß dieser Prozedur schien Yvettes Persönlichkeit wieder annähernd wie vor ihrer Verbindung zu mir zu sein. Fähnrich Sommer hatte daraufhin die Idee, auf die selbe Weise ihre Teleporterphobie zu bekämpfen. Und so unterzog auch sie sich einem induktiven Eingriff. Nach dem Abschluß des Eingriffs probierten wir sofort aus ob die Prozedur erfolgreich war. Fähnrich Sommer und wir drei teleportierten uns in die Mannschaftsmesse. Dabei stellte Fähnrich Sommer fest daß die Teleportation eigentlich gar nicht so schlimm war.
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Doktor Ngujen fiel natürlich aus allen Wolken als wir vier uns daraufhin in die Krankenstation teleportierten. Sie wußte natürlich von Fähnrich Sommers Teleporterphobie und war sehr erstaunt daß Fähnrich Sommer einen Weg gefunden hatte, diese Phobie zu überwinden.



Am Nachmittag meldete sich Rubys Schwester bei Ruby und teilte ihr mit daß sie ihren Wohnsitz auf die Hoststation im Neptunorbit verlegt hatte. Dann verabredete Rubys Schwester Stefanie sich mit uns für den Nachmittag auf der Hoststation. Ruby verließ im Anschluß an dieses Gespräch die Mannschaftsmesse um etwas zu erledigen. Als sie in die Mannschaftsmesse zurückkehrte sagte sie daß sie mit Kapitän Tönnigs gesprochen und er Ihr erlaubt hatte Stefanie auf die Far Horizon zu holen. Ruby, Yvette und ich begaben uns zum Teleporterraum um Stefanie zu begrüßen. Im Teleporterraum gesellte sich Kapitän Tönnigs zu uns, er wollte Stefanie Persönlich an Bord begrüßen. Als die Zeit gekommen war, kontaktierte Ruby ihre Schwester und sie wurde nach kurzer Vorbereitung an Bord der Far Horizon teleportiert.



Kapitän Tönnigs begrüßte Stefanie und erklärte ihr daß er sich mit ihrem Flugausbilder über ihre fliegerischen Leistungen ausgetauscht hatte. Er bot ihr an die nächsten 7 Tage auf der Far Horizon zu verbringen und sich mit den Systemen der Kampfflieger vertraut zu machen, damit er sich bei einem Übungsflug selbst ein Bild von Stefanies fliegerischer Leistung machen könnte. Im Anschluß an die Begrüßung bot Yvette Stefanie an, mit ihr zu fliegen. Stefanie war begeistert, sie wußte gar nicht wie ihr geschah. Nachdem Stefanie ihr Quartier auf der Far Horizon besichtigt hatte sind wir in die Mannschaftsmesse teleportiert wo Stefanie sich erst einmal stärkte. Danach sind wir in die Kampffliegerrampe teleportiert und haben von dort aus Yvette kontaktiert, damit sie mit Stefanie einen Übungsflug absolviert. Wenig später kam Yvette mit Fähnrich Sommer in die Kampffliegerrampe und wir forderten die Bereitstellung zweier Schiffe an.



Stefanie und Yvette flogen in einem zweisitzigen Spähschiff, wobei Yvette diesmal auf dem Sitz des Waffensystemoffiziers und Stefanie auf dem Pilotensitz Platz nahm.
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Ruby, Fähnrich Sommer und ich nahmen die BIRD OF DEATH. Ruby nahm den Platz des Piloten ein, Fähnrich Sommer den des Waffensystemoffiziers und ich nahm auf dem Sitz des Heckschützen Platz. Nachdem wir gestartet waren begann die Begutachtung von Stefanies fliegerischer Leistung. Sie bekam einen Flugpfad durch einen Parkur auf ihr Augenliderprojektionssystem eingeblendet dem sie so schnell und präzise folgte wie sie konnte. Dabei stellte sich heraus daß Stefanies fliegerische Leistungen für eine Hobbypilotin mehr als überdurchschnittlich waren, dies meinte auch Kapitän Tönnigs. Für Yvette war Stefanies Flugstiel jedoch mehr als sie vertrug, sie erlitt einen Blackout und verschlief die Rückkehr zur Far Horizon. Nachdem Yvette wieder aus dem Land der Träume zurückgekehrt war sagte sie daß Stefanies Flugstil dem von Lady G-Force erschreckend ähnlich war.



Nach diesem Flug teleportierten wir uns erneut in die Mannschaftsmesse um Stefanies erfolgreiche Demonstration ihrer fliegerischen Leistung zu feiern. Nach ein paar Drinks wollte Stefanie unbedingt die Krankenstation sehen also teleportierten Sie, Ruby und ich dort hin. Doktor Ngujen führte an Stefanie bei der Gelegenheit gleich die obligatorische Routineuntersuchung durch, welche zum Protokoll bei der Bewerbung für eine Stelle bei der Erdraumflotte gehörte. Im Anschluß daran erhielt Stefanie noch die Basis für die auf Nanotechnologie basierende Immun- und Heilungsunterstützung. Stefanie war sehr angetan von Doktor Ngujen und ihrer Art mit Patienten umzugehen. Sie verglich Doktor Ngujen sogar mit Doktor Beverly Crusher aus der Fernsehserie „Startrek – das nächste Jahrhundert„. Nach unserer Rückkehr in die Mannschaftsmesse gestand uns Stefanie daß sie bereits am 17.07.2013 ihre Bewerbung bei der Erdraumflotte eingereicht hatte. Das war ein Tag nach ihrem Ausflug mit Lady G-Force, Yvette und mir ins System Proxima Centauri. Es scheint daß dieser Ausflug ausschlaggebend für ihre Entscheidung war, sich bei der Erdraumflotte zu bewerben.



Etwas später besichtigten Stefanie, Ruby und ich mit Miriam den Maschinenraum. Stefanie war zwar etwas enttäuscht daß es im Maschinenraum der Far Horizon keinen Warpkern gab doch sie war begeistert als sie hörte daß die Far Horizon wie die Destiny aus der „Serie Stargate„ Universe ihre Energiereserven auffüllt indem sie in einen Stern hinein fliegt.
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Miriam erklärte Stefanie ganz genau die Systeme im Maschinenraum. Nach unserer Tour durch den Maschinenraum kehrten wir in die Mannschaftsmesse zurück wo wir auf Kapitän Tönnigs und Yvette trafen. Kapitän Tönnigs erzählte Stefanie daß die Far Horizon morgen zum Planeten GJ 1214b fliegt um die Daten einer Forschungssonde zu überspielen, die wir vor einigen Tagen dort zurückgelassen haben. Kapitän Tönnigs bot Stefanie in diesem Zusammenhang an den Sprung auf der Brücke zu verfolgen. Stefanie reagierte mit Begeisterung auf dieses Angebot.



Mal sehen was uns morgen bei GJ 1214b erwartet. Für Stefanie muß der heutige Tag unglaublich faszinierend gewesen sein. Vor etwas mehr als 2 Wochen war ich genau so erstaunt über die Technologie der Far Horizon und der Erdraumflotte. Jetzt bin ich einer der alten Hasen und Stefanie der staunende Neuling. Wie schnell doch die Zeit vergeht.













29.07.2013 – Far Horizon – Der heutige Tag fing eigentlich ziemlich unscheinbar an. Die Far Horizon hatte die Aufgabe, Mannschaftsmitglieder des neuen Raumschiffes RED-HALFMOON von der Hoststation im Neptunorbit zu ihrem Schiff bei der Werftstation im System Wolf drei fünf neun zu bringen. Der Personaltransfer verlief auch völlig problemlos. Kapitän Bach entdeckte allerdings bei der Indienststellung ihres neuen Schiffes ein paar Probleme. Eines davon war, daß die Sensoren des neuen Schiffes eine Art Störung in der Nähe des Sterns Wolf drei fünf neun registrierten. Leutnant Sukow, Ruby und ich sind daraufhin auf die RED-HALFMOON teleportiert um uns der Störung anzunehmen. Wir mußten jedoch feststellen, daß die Sensoren der RED-HALFMOON einwandfrei funktionierten. Was man für eine Sensorenstörung gehalten hatte war in Wirklichkeit ein getarntes Schiff, welches den Stern umkreiste. Nachdem wir versucht hatten es zu rufen, erhielten wir als Antwort eine lange Reihe von Tönen, die nur aus 4 verschiedenen Frequenzen bestanden. Es stellte sich heraus, daß es sich bei dieser Tonfolge um einen akustisch dargestellten DNA – Strang handelte. Es gab jedoch kein bekanntes genetisches Muster in unserer Datenbank, welches mit diesem DNA – Strang vergleichbar war.
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Es handelte sich entweder um eine Art Identifikation oder um einen Ruf. Wir beschlossen den akustisch dargestellten DNA – Strang eines Menschen als Antwort zu senden. Auf unsere Antwort erhielten wir drei akustisch dargestellte DNA – Stränge. Der erste war der, welchen wir gesendet hatten, der zweite war ein kurzer unbekannter DNA – Strang und der dritte war eine Kombination aus der DNA eines Menschen und dem zweiten DNA – Strang. Wir erkannten daraus daß der Zweite DNA – Strang eine Art Ergänzung der Menschlichen DNA darstellte.



Als ich die Wächter fragte, welches Volk auf diese Weise kommuniziert, sagten sie mir daß sie den Namen dieses Volkes nicht kannten und daß es vor vielen tausend Jahren verschwunden sei. Außerdem verrieten mir die Wächter, daß die Ergänzung des Menschlichen Genoms, welche wir als akustische Darstellung empfangen hatten zur Kommunikation mit den Schiffen dieser verschwundenen Spezies dient. Nach unserer Rückkehr auf die Far Horizon stellte ich mich zur Verfügung um diese Genomergänzung zu erproben. Doktor Ngujen paßte meine Immun- und Heilungsunterstützung an und verabreichte mir ein künstlich erzeugtes Virus, welches die Ergänzung in mein Genom einfügen sollte. Die Ergänzung war jetzt in mein Genom eingefügt und wir sendeten eine akustische Darstellung meines Genoms an das getarnte Schiff. Als Reaktion darauf enttarnte sich das Schiff und begann uns zu untersuchen. Anschließend übermittelte es uns eine Karte mit Koordinaten für die Teleportation. Wir beschlossen nach einer Untersuchung des fremden Schiffes, diese Einladung anzunehmen und ein Erkundungstrupp, bestehend aus Commander Junkers, Doktor Ngujen, Leutnant Berghof, Leutnant Sukow, Ruby und mir, wurde auf das fremde Schiff geschickt.



Auf dem fremden Schiff stellten wir fest, daß nur ich die Konsolen dort bedienen konnte und auch daß ich der einzige war, der die Schrift auf den Konsolen lesen konnte. Wir fanden heraus, daß dieses Schiff eine Art Arche des Wissens und des Lebens war. Es wurde gestartet bevor das Heimatsystem seiner Erbauer von einem supermassiven schwarzen Loch durchquert und dabei zerstört wurde. Außerdem erfuhren wir daß es auf dem Schiff eine Kammer mit der sogenannten Saat des Lebens gab, die wir nach kurzer Zeit auch fanden.
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Mit der Kammer fanden wir allerdings auch eine Prophezeiung, diese besagte daß 6 Reisende vom fernen Horizont dieses Schiff finden würden, von denen einer die Prophezeiung lesen kann und daß drei von ihnen Botschafter eines uralten Volkes sind. Außerdem stand dort daß die drei Botschafter ihren Titel von einem Wesen haben, das den Namen Riona trägt. Dann stand da noch daß diese 6 Reisenden die Saat des Lebens aufwecken werden.



Es ließ sich nicht bestreiten daß wir die 6 Reisenden vom fernen Horizont waren, denn Far Horizon, der Name unseres Schiffes heißt übersetzt ferner Horizont. Einer von uns, nämlich ich, konnte den Text der Prophezeiung lesen. Auch konnte man drei von uns als Botschafter eines uralten Volkes bezeichnen da Nicole, Ruby und ich die Fähigkeit besitzen mit den Wächtern zu kommunizieren. Die absolute Bestätigung war jedoch die Aussage der Prophezeiung daß die drei Botschafter, nämlich Nicole, Ruby und ich, den Titel des Botschafters von einem Wesen erhielten, welches den Namen Riona trägt. Riona war nämlich die Angehörige der Wächter, welche den Kontakt zu uns Dreien hielt. Nun mußten wir nur noch den letzten Teil der Prophezeiung erfüllen und die Saat des Lebens aufwecken. Nachdem Kapitän Tönnigs uns grünes Licht gegeben hatte, weckten wir dann die Saat des Lebens, die in einer Kapsel schlummerte.



Diese Saat des Lebens stellte sich als eine humanuide Lebensform heraus, die halb Säugetier bzw. Mensch und halb Pflanze war. Es war tatsächlich eine hybride Lebensform mit grüner Haut und Ohren, welche die gesamte Seite des Kopfes bedeckten. Durch die Herstellung eines physischen Kontakts mit mir erlernte das Wesen in Sekundenschnelle unsere Sprache und deren Gebrauch. Es stellte sich heraus, daß der Name des Wesens Mi´ido lautete und daß es mehr unterschiede zwischen unseren beiden Spezies gab als nur die Hautfarbe und die Größe der Ohren. Das Wesen welches zur Spezies der Pflanzenwesen, so lautet der Name der Spezies in unsere Sprache übersetzt, gehörte besaß zwei Geschlechter und die Zeugung von Nachkommen erfolgt bei seiner Art über die Atemwege. Außerdem kann es mit seiner grünen Haut das Licht der Sonne als Energiequelle nutzen und den Gasaustausch von Kohlendioxyd und Sauerstoff in seinem eigenen Körper vollziehen.
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Mi´ido erklärte uns daß es das einzige Wesen seiner Art an Bord dieses Schiffes war und daß es eine neue Heimat suchte um seinem Volk zu neuem Leben zu verhelfen. Vermutlich geschieht der Wiederaufbau von Mi´idos Volk wie bei staatenbildenden Insekten. Mi´ido ist so etwas ähnliches wie eine Ameisen- oder Bienenkönigin.



Nach einiger Zeit an Bord des Schiffes, welches zum größten Teil aus lebender pflanzlicher Materie bestand und den Namen „Erbe des Verlorenen Volkes„ trägt, kehrten wir zurück an Bord der Far Horizon. Kapitän Tönnigs hatte sich inzwischen mit Admiral Kowalski in Verbindung gesetzt, um Mi´ido bei der Suche nach einer neuen Heimat zu helfen. Laut Mi´idos Angaben über die Anforderungen an die neue Heimat kamen die Oberfläche des Mars, des Erdmondes oder auch ein schmaler Abschnitt auf der Oberfläche des Planeten GJ 581g in Frage. Wenig später meldete sich Admiral Kowalski um uns mitzuteilen daß die Bewohner der, unter der Oberfläche liegenden Marskolonie bereit waren die Besiedelung der Marsoberfläche zu akzeptieren.



Nachdem wir Mi´ido die frohe Botschaft übermittelt hatten, begleiteten wir sein Schiff auf dem Weg vom System Wolf drei fünf neun zum Mars. Dort stellten wir fest, daß Mi´idos Volk uns auf dem Gebiet des Terraforming weit voraus ist. Zuerst plazierte Mi´idos Schiff zwei Magnetfeldgeneratoren an den Polen des Mars und dann setzte es drei Satelliten über dem Äquator aus, die im Abstand von 120 Grad den Planeten umkreisen. Dabei versorgen sie die Magnetfeldgeneratoren mit Energie und erwärmen mit Infrarotstrahlern den Planeten. Da das gefrorene Wasser auf dem Mars sich bei einer Erwärmung in die alten Flußbetten ergießt, errichtete Mi´idos Schiff um das Hangartor der Marskolonie, welches in einem der alten Flußbetten liegt einen Damm und fräste um diesen Damm herum ein neues Flußbett aus dem Marsboden. Jetzt heißt es warten bis die Atmosphäre des Mars wieder eine lebensfreundliche Biosphäre wird. Dank Mi´idos Volk wird dies nun jedoch viel schneller gehen als wir es jemals zu träumen gewagt hätten.



Dann sprang die Far Horizon in den Neptunorbit.
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Gegen Ende meiner heutigen Schicht habe ich erfahren, daß ich morgen und übermorgen frei habe. Gemäß der Vorschrift zur Regelung der Dienstzeit stehen mir nach vier Schichten in Folge zwei Ruhetage zu. Nach dem Ende meiner Heutigen Schicht bin ich mit Leutnant Miriam Sukow und Ruby noch in die Mannschaftsmesse gegangen um etwas zu essen. Dort trafen wir auf Leutnant Yvette Mangold und Fähnrich Christina Sommer. Fähnrich Sommer ist laut der Aussage von Leutnant Miriam Sukow eine gute Ingenieurin. Leider leidet sie unter Teleporterphobie, schon die Aussicht daß sie teleportiert werden könnte macht ihr Angst. Als Ausgleich dafür hat sie eine hohe Toleranz gegen Beschleunigungskräfte. Das haben wir am späten Nachmittag bei einem Ausflug festgestellt. Ruby und ich wollten eigentlich nur ein paar Runden mit zwei Einmannjägern drehen. In der Kampffliegerrampe trafen wir dann allerdings Leutnant Yvette Mangold und Fähnrich Christina Sommer wieder. Auch sie wollten zum Abschalten ein paar Runden in einem leichten zweisitzigen Kampfflieger drehen. Wir entschieden, daß wir uns mit unserem beiden Einmannjägern und dem Schiff von Yvette und Fähnrich Sommer eine Formation zu bilden. Da wir jedoch den Flugstil von Yvette kannten, ließen wir die Position und den Abstand in der Formation während des Fluges von Alice kontrollieren. Wie erwartet flog Yvette einen ziemlich heißen Stil. Also forderte ich sie heraus, zu versuchen uns abzuhängen. Sie hat sich wirklich bemüht, doch mit der Reaktionsgeschwindigkeit und Präzision von Alice konnte sie nicht konkurrieren. Als wir wieder auf der Far Horizon waren, machte Yvette einen ziemlich erschöpften Eindruck. Fähnrich Sommer dagegen schien etwas steif nach diesem Ausflug. Wie jemand der einen langen Flug in der Touristenklasse hinter sich hatte, auf dem er die ganze Zeit geschlafen hat.









28.07.2013 – Far Horizon – Nachtrag – Heute sind die Outfits geliefert worden, die wir uns am 25. Juli auf der Hoststation zusammengestellt und gekauft haben. Wir haben unsere neuen Sachen natürlich gleich anprobiert. Ich bin zufrieden mit meinem neuen Outfit und Ruby sieht in ihrem neuen irren Outfit irgendwie ein Bißchen wie Captain Janeway vom Raumschiff Voyager aus. Jetzt sind wir für offizielle Anlässe gerüstet.
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Nachdem wir unsere Outfits in unseren Kleiderschränken verstaut hatten, haben wir Nicole Berghof in der Wissenschaftsstation besucht und mit ihr die Sensorenaufzeichnungen aus unserer Nachtschicht analysiert. Dabei konnten wir einen ersten Blick auf den Prototypen des neuen Kampffliegermodells werfen. Wenig später meldete sich auch schon Yvette bei mir und wollte mir erzählen daß der Prototyp des neuen Kampffliegermodells eingetroffen war. Dann fragte sie, ob Ruby und ich bei der Erprobung dabei sein wollen. Das haben wir uns natürlich nicht zweimal fragen lassen. Wir begaben uns also in die Kampffliegerrampe wo das Schiff schon bereit stand. Die sogenannte GHOSTBIRD- Klasse sieht tatsächlich wie ein klingonisches Schiff der K-Vort-Klasse aus. Wenig später traf auch Yvette in der Kampffliegerrampe ein. Als wir in das Cockpit kletterten bot sich mir die nächste Überraschung. Das Cockpit sah aus die das Cockpit des DELTAFLYERS aus Startrek Voyager. Das Schiff ist für drei Mann Besatzung ausgelegt und verfügt über ein verbessertes Augenliderprojektionssystem, das nicht nur die Ziel- und Flugdaten und die äußere Umgebung abbildet sondern auch die Konsole vor einem. Außerdem ist das Schiff mit Alice, der künstlichen Intelligenz ausgestattet.



Wir starteten also und sprangen in den Orbit des Mars. Nach unserer Ankunft tauchten wir in die Marsatmosphäre ein und bogen auf die Rennstrecke auf der Oberfläche des Mars ein. Nachdem wir ein paar Runden auf dem Rennkurs geflogen waren äußerte Ruby die Idee, ihre Schwester einzuladen und zu einem kleinen Rennen auf dem Rennkurs herauszufordern. Stefanie stimmte zu und wenig später tauchte Stefanies Schiff aus dem Hangar der Marskolonie auf. Zuerst flog Stefanie mit ihrem Ausbilder voraus damit wir einen anspruchsvollen Gegner hatten. Nach einigen Runden hatte Yvette ein Gefühl für das Schiff und überholte Stefanies Schiff. Nach unserem Rennen fragte Yvette ob ich mal steuern wolle. Diese Gelegenheit ließ ich mir natürlich nicht entgehen. Ich ließ aus der Datenbank den Musiktitel „MUSICA ... FANTASIA„ von „RONDÒ VENEZIANO„ abrufen und vollführte dazu mit dem Schiff eine Art Luftballett. Dieses Luftballett machte einen großen Eindruck auf Stefanie, Ruby und Yvette. Nachdem Stefanies Schiff wieder im Hangar der Marskolonie verschwunden war, wollte Yvette die taktischen Systeme testen.
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Wir sprangen also zu einer kleinen Zielübung in die Oortsche Wolke. Kurz bevor wir mit der Zielübung anfangen wollten, meldete sich Commander Junkers. Er eröffnete uns daß er bereit wäre, mit einem weiteren Schiff an einem simulierten Gefecht gegen uns teilzunehmen. Wir stimmten uns ab und nahmen die Herausforderung von Commander Junkers an. Als Ort unseres simulierten Gefechts sollte der Orbit des Mars dienen.



Wir sprangen also zurück in den Marsorbit und bereiteten uns auf das simulierte Gefecht vor. Yvette war natürlich neugierig, mit welchem Schiff Commander Junkers gegen uns antreten wollte. Ich hatte gleich die verrückte Vermutung, daß es die BLACK-HALFMOON sein würde, damit sollte ich Recht behalten. Wenig später traf die BLACK-HALFMOON ein und nach kurzer Vorbesprechung begann unser Gefecht. Es war ein kurzes Gefecht, die Feuerkraft und Schildtechnologie der GHOSTBIRD- Klasse war den Taktischen Systemen der BLACK-HALFMOON weit überlegen. Im Anschluß an unser Gefecht sprangen wir zusammen mit der BLACK-HALFMOON in den Uranusorbit. Die Far Horizon war ebenfalls dort und wir landeten in der Kampffliegerrampe. Wieder auf der Far Horizon angekommen überraschte ich Ruby mit der Idee, die BLACK-HALFMOON allein mit meinen Hirnströmen zu steuern. Ruby nahm diesen Vorschlag erstaunlich gelassen auf. Wir teleportierten wenig später in die Krankenstation um von Doktor Ngujen drei Hirnstromscanner- Sets zu holen. Nachdem Doktor Ngujen uns die notwendige Ausrüstung übergeben hatte, informierte sie Commander Junkers auf der BLACK-HALFMOON über meine Idee, daraufhin teleportierten wir auf die BLACK-HALFMOON.



Nachdem wir mit Commander Junkers alle Details besprochen hatten, starteten wir und sprangen an den Rand der Oortschen Wolke. Dort angekommen absolvierten wir eine kleine Zielübung an einem Brocken aus Staub und Eis. Nach der Zerstörung des Brockens wollte Commander Junkers sehen, wie gut ich die BLACK-HALFMOON mit Hilfe der Hirnstromscanner manövrieren konnte. Er plante einen kleinen Hinderniskurs durch die Oortsche Wolke und ließ mich nach eigenem Ermessen diesen absolvieren. Nachdem ich den Hinderniskurs absolviert hatte, zeigte sich Commander Junkers äußerst zufrieden. Er meinte daß meine Methode, ein Schiff mit den Hirnströmen zu steuern ihn überzeugt hatte.
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Er wollte eine Studie in Auftrag geben, welche die Vorteile meiner Steuerungsmethode verdeutlicht. Wir kehrten zum Flottendock im Uranusorbit zurück und von dort aus ließen Ruby und ich uns zurück auf die Far Horizon teleportieren. Nachdem wir Doktor Ngujen die Hirnstromscanner- Sets zurückgebracht hatten und ihr von unserem Ausflug berichtet hatten, gingen wir in die Mannschaftsmesse. Dort trafen wir auf Yvette und Miriam. Wir gesellten uns zu ihnen und erzählten von unserem Ausflug mit der BLACK-HALFMOON. Yvette war etwas erschrocken, als sie von unserem Abenteuer hörte.



Anschließend genehmigten wir uns ein ausgedehntes Mittagessen. Nach dem Essen erklärte Yvette daß sie nun in Stimmung für einen kleinen Ausflug wäre. Wir konnten sie davon überzeugen es auch mal mit der Steuerung via Hirnstromscanner zu versuchen und entschieden uns dazu, diesen Testflug mit der GHOSTBIRD- Klasse zu absolvieren. Also holten wir uns von Doktor Ngujen erneut drei Hirnstromscanner- Sets und begaben uns in die Kampffliegerrampe. Den Start von der Far Horizon absolvierte Yvette noch auf konventionelle Weise. Mit der Erteilung der Starterlaubnis hatte Kapitän Tönnigs uns mitgeteilt, daß die Far Horizon nach unserem Aufbrechen zurück in den Neptunorbit springen würde. Als wir die Far Horizon verlassen hatten entschieden wir in eine Region in einiger Entfernung zum Mars zu springen, bevor wir auf die Steuerung via Hirnstromscanner wechseln. Als wir etwa eine Lichtsekunde vom Mars entfernt ankamen, setzten wir die Hirnstromscanner- Sets mit den Augenliderprojektionssystemen auf und Yvette machte sich langsam und vorsichtig mit der Neuen Art zu steuern vertraut. Anschließend sprangen wir an den Rand der Marsatmosphäre und Yvette begann ihre Fähigkeiten im Atmosphärenflug mit der neuen Steuerungsmethode zu erproben. Nach einer Weile hatte Yvette den Bogen raus. Sie war begeistert von der unglaublichen Reaktionsgeschwindigkeit, welche durch die Steuerung über die Hirnstromscanner ermöglicht wurde.



Schließlich bedauerte Yvette, daß sich kein Schiff in der Nähe befand um die neue Art der Steuerung in einem Gefecht zu erproben. Ich äußerte den Vorschlag, bei der Werftstation im System Wolf drei fünf neun nachzufragen, ob dort ein Schiff für einen Test der taktischen Systeme verfügbar wäre.
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Yvette gefiel diese Idee, also stellte ich eine Verbindung zur Werftstation her. Leutnant Peterson fand die Idee eines simulierten Gefechts als Test der taktischen Systeme sehr interessant und sagte daß die Tridentklasse in kurzer Zeit gefechtsklar gemacht werden könnte. Wir stimmten zu, kündigten unser baldiges Eintreffen an und machten uns auf den Weg nach Wolf drei fünf neun. Während des Sprungs nach Wolf drei fünf neun grölten wir klingonische Kampf- und Trinklieder. Kurz vor unserer Ankunft schlug ich vor, die Tarnung zu aktivieren um zu testen, ob die Sensoren der Werftstation unser Schiff trotz aktivierter Tarnung aufspüren konnten. Wir erreichten das System Wolf drei fünf neun mit aktivierter Tarnung und meldeten uns über die Kommunikationsverbindung bei der Werftstation an. Leutnant Peterson konnte uns mit den Sensoren absolut nicht aufspüren bis wir die Tarnung deaktivierten.



Etwas später war dann auch die Tridentklasse bereit zum Gefecht, sie wurde von Kapitän Vera Bach kommandiert. Ich staunte nicht schlecht darüber, da ich Kapitän Bach bisher nur als Kapitän des Frachtschiffes ESFS Newton kannte. Sie erzählte mir daß die Zeit als Frachterkapitän nur eine vorübergehende Lösung war, da es kein Schiff gab über das sie das Kommando hätte übernehmen können. Nach einer kurzen Vorbesprechung begann dann die Gefechtssimulation. Kapitän Bach machte es uns ziemlich schwer, sie und Yvette schienen im Kampf fast gleichwertig zu sein. Doch schließlich errangen wir, aufgrund unserer doppelten Schildanordnung und einer speziellen Strategie diese einzusetzen den Sieg in der Gefechtssimulation. Nach der Gefechtssimulation landeten wir im Hangar der Werftstation. Wir erzählten Kapitän Bach und Leutnant Peterson, wie wir das simulierte Gefecht siegreich beenden konnten. Leutnant Peterson war sehr angetan von unseren Erklärungen. Schließlich zeigte uns Leutnant Peterson das neueste Schiff der Erdraumflotte, welches sich noch im Fertigungshangar der Werftstation befand. Es war ein Schiff der HALFMOON- Klasse und seine Außenhülle war blutrot. Es stellte sich heraus, daß dieses Schiff in Kürze dem Kommando von Kapitän Bach unterstellt werden würde und daß es den Namen RED-HALFMOON trug.
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Die RED-HALFMOON hatte mit der BLACK-HALFMOON eigentlich nur noch die Form gemeinsam. Ihre taktischen Systeme waren auf dem neuesten Stand und sie konnte sogar ihre Energiereserven im Inneren eines Sterns ergänzen.



Nach einigen Stunden an Bord der Werftstation kehrten Yvette, Ruby und ich zur Far Horizon zurück. Es war wirklich ein langer ereignisreicher Tag. Morgen um 8:00 beginnt meine Schicht im Maschinenraum. Mal sehen was mich dort erwartet.









28.07.2013 – Far Horizon – Heute habe ich mit Ruby meine erste Nachtschicht auf der Brücke verbracht. Yvette hatte die Spätschicht bis Mitternacht und blieb nach ihrem Schichtende noch bis 0:45 bei uns auf der Brücke. Wir unterhielten uns über verschiedene Themen, dann ging Yvette in ihr Quartier. Ruby und ich waren alleine auf der Brücke und es passierte absolut nichts. Die Zeit kroch nur so dahin. Schließlich verkürzten wir uns die Zeit mit Diskussionen über verschiedene Themen.



Gegen 3:00 schlug Ruby mir vor eine schiffsweite Diagnose aller Systeme durchzuführen um etwas Beschäftigung zu haben. Daraufhin checkten wir die Systeme des Schiffes durch. Als wir bei den Sensoren angelangt waren, entdeckte ich etwas seltsames. Irgendwas war da draußen. Ich legte Ruby das Sensorenbild auf den Hauptbildschirm und sie beschloß das von uns vermutete Objekt einmal zu rufen. Zu unserem Erstaunen antwortete jemand auf unsere Kontaktaufnahme. Es war Leutnant Jörg Peterson von der Werftstation bei Wolf drei fünf neun. Er erzählte uns daß er den Auftrag hatte, einen Prototyp einer neuen Schiffsklasse auf der Far Horizon abzuliefern. Ich vermutete das es das neue Kampffliegermodell ist, welches Yvette und Miriam gemeinsam konstruiert haben.



Ruby erteilte Leutnant Peterson die Landeerlaubnis und lud ihn ein, nach der Landung auf die Brücke zu kommen. Leutnant Peterson bedankte sich und folgte der Einladung. Als er auf der Brücke eintraf begrüßte ihn Ruby angemessen und er erzählte uns von den Details des Prototypen der neuen Schiffsklasse. Es war tatsächlich das neue Kampffliegermodell welches Miriam und Yvette konstruiert hatten und es verfügte tatsächlich über eine Art Tarntechnologie. Im Anschluß an den Bericht von Leutnant Peterson ließ Ruby unserem Gast von Alice ein Quartier zuweisen.
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Leutnant Peterson sagte daß er sich im Laufe des Vormittags mit Kapitän Tönnigs in Verbindung setzen würde. Dann verließ Leutnant Peterson die Brücke.



Gegen 6:10 meldete sich Miriam und wollte wissen ob alles in Ordnung war. Wir erzählten ihr von dem nächtlichen Besuch durch Leutnant Peterson und sie wollte unbedingt alles wissen. Gegen 6:35 tauchte Miriam dann auf der Brücke auf. Wir erzählten ihr alles haargenau und dabei verging die Zeit bis zum Ende der Schicht fast wie im Flug. Schließlich kamen Kapitän Tönnigs, Commander Junkers und Fähnrich Ryan auf die Brücke und lösten Ruby und mich ab. Wir verließen mit Miriam zusammen die Brücke und fuhren in die Mannschaftsmesse. Miriam fuhr weiter in den Maschinenraum wo ihre Schicht um 8:00 begann.



Nach einem kleinen Frühstück zogen Ruby und ich uns in mein Quartier zurück und gönnten uns erst einmal eine warme Dusche. Jetzt werden wir uns erst einmal 2 Stunden hinlegen. Dann geht der Tag weiter. Meine nächste Schicht habe ich morgen um 8:00 bei Miriam im Maschinenraum. Ich bin gespannt was der heutige Tag noch an Überraschungen bietet aber erst einmal gönne ich mir eine Mütze voll Schlaf.





27.07.2013 – Far Horizon – Heute war wieder einmal ein aufregender Tag für mich. Ich war für die Nachtschicht auf der Brücke zwischen heute und morgen eingeteilt und hatte demzufolge am heutigen Tag keine Verpflichtungen. Nach dem Frühstück bin ich mit Ruby und Yvette in die Kampffliegerrampe teleportiert um ein paar praktische Flugerfahrungen im Soloflug zu machen. Dort trafen wir auf Commander Junkers der anbot, sich unserer Flugstaffel anzuschließen.



Nachdem unsere Schiffe bereitgestellt wurden bemerkte ich, daß sie den A-Flüglern aus dem Starwars- Universum erstaunlich ähnlich waren. Diese Ähnlichkeit war jedoch nur rein optisch. Nachdem Ruby mir die Systeme erklärt hatte starteten wir mit unseren vier Schiffen. Commander Junkers übernahm die Führung der Staffel und wir sprangen zwischen die Umlaufbahnen von Merkur und Venus. Commander Junkers eröffnete uns daß wir eine Landwirtschaftsstation von Skyfood besichtigen und auf dem Rückweg einen Frachter von der Station zur Far Horizon eskortieren würden.
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Darauf landeten wir auf der Skyfood- Station. Frank Oberndorfer, der Stationsleiter führte uns durch die Station und erklärte uns leicht verständlich, mit bayrischem Akzent und Bauernwitz seinen kosmischen Bauernhof. Im Anschluß erwartete uns auf der Station ein zweites Frühstück mit vielen köstlichen Lebensmitteln aus stationseigener Produktion. Anschließend besprach Commander Junkers mit Frau Anneliese Oberndorfer, der stellvertretenden Stationsleiterin die Einzelheiten der Lebensmittellieferung zur Far Horizon. Daraufhin verließen wir die Station wieder und eskortierten den Frachter zurück zur Far Horizon.



Commander Junkers erzählte mir, daß er Yvette im Anschluß an unsere Rückkehr zur Far Horizon eine kleine Lektion im Schwertkampf geben wollte und fragte ob ich interessiert wäre dabei zuzusehen. Ich stimmte zu und wir verabredeten uns vor dem Teleporterraum. Als Ruby mir erzählte daß das Schwertkampftraining mit unserem CYBERBLADE- Match vor einigen Tagen vergleichbar ist, beschloß ich spontan daran teilzunehmen. Ruby hatte ebenfalls Lust auf etwas Schwertkampftraining. Commander Junkers war von unserem Entschluß etwas überrascht aber dennoch begeistert. Wir teleportierten zur Hoststation hinüber und fuhren ins Mediencenter, wo wir zur Abteilung für virtuelle Realität gingen und eine Arena für 4 Personen buchten.



Yvette und ich hatten uns entschieden gegeneinander anzutreten. Die Frau hat echt Power aber sie verschwendet ihre Energie zu schnell. Während sie mit aller Kraft versuchte mich zu besiegen, konzentrierte ich mich ausschließlich auf die Verteidigung. Yvette tobte sich richtig aus und verbrauchte ihre Energie ziemlich schnell. Da ich mich nur auf die Verteidigung konzentrierte war mein Energieaufwand nicht mal ansatzweise so hoch wie ihrer. Als ihr langsam die Kraft ausging habe ich sie mit einem Gegenangriff entwaffnet. Im Anschluß bin ich dann gegen Commander Junkers angetreten. Sein Kampfstil erinnerte an einen fernöstlichen Schwertkämpfer oder Krieger. Seine Bewegungen waren flüssig und elegant, als schien er mit seinem Schwert zu tanzen. Gegen Commander Junkers hatte ich keine Chance. Er meinte jedoch daß er überrascht war, wie lange ich durchgehalten habe.
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Anschließend trat Ruby noch gegen Yvette an. Ruby ist eine gute Schwertkämpferin aber Yvette war ihr durchaus gewachsen. Es war ein ausgeglichener Kampf zwischen ihnen, Ruby gewann jedoch am Ende den Zweikampf.



Im Anschluß an das Schwertkampftraining gingen Ruby, Yvette und ich noch in den Merkurgrill auf der Hoststation, wo wir einen leckeren Schweinebraten mit Rotkohl und Kartoffeln gegessen haben. Danach kehrten wir zur Far Horizon zurück. Yvette zog sich in ihr Quartier zurück um vor Beginn ihrer Spätschicht noch etwas Schlaf zu finden. Ruby, in ihrer Identität als Lady G-Force und ich machten dann noch einen Ausflug mit der Excalibur. Gegen 16:30 legten wir uns dann auch hin um bis 22:00 noch etwas schlaf zu finden. Schließlich wollten wir während der Nachtschicht nicht mit unserer Müdigkeit kämpfen.



Kurz nach 22:00 gingen wir noch in die Mannschaftsmesse um noch etwas zu trinken. Anschließend machten wir einen Rundgang im Maschinenraum. Dort lernte ich Fähnrich Christina Sommer kennen. Eine junge Ingenieurin die von der ESFS TRIANGLE zur Far Horizon versetzt wurde. Sie war eine der Personen die ich während meines Einsatzes als Feldsanitäter auf diesem Schiff behandelt habe, dieses Detail behielt ich jedoch für mich. Ich erklärte Fähnrich Sommer die Systeme der Far Horizon, die es auf der ESFS TRIANGLE nicht gab. Dann sprachen wir noch mit anderen Ingenieuren und diskutierten technische Ideen und Fragen. Gegen 23:55 erreichten wir die Brücke und bereiteten uns auf die Nachtschicht vor.







26.07.2013 – Far Horizon – Der heutige Tag begann ziemlich schmerzhaft. Über Nacht muß sich wohl die Wurzel meines oberen rechten Eckzahns entzündet haben. Als Ruby mich mit ihrem X-Pad gescannt hatte und dies mitbekommen hatte schleifte sie mich sofort auf die Krankenstation. Sie sagte mir daß meine Zahnarztphobie bei der medizinischen Technologie der Erdraumflotte völlig unbegründet sei. Doktor Ngujen ermittelte anhand des Diagnosecodes die Ursache für meine Zahnwurzelentzündung und verabreichte mir ein Schmalband- Antibiotikum. Dann induzierte sie den Nerv des Zahns dessen Wurzel sich entzündet hatte um die Übertragung der Schmerzreize zu dämpfen.
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Anschließend aktualisierte sie meine Immun und Heilungsunterstützung um die Wurzelentzündung zu beheben. Dank Doktor Ngujen konnte ich ohne Probleme meine heutige Schicht antreten.



Am Vormittag war ich für die Teleporterbereitschaft eingeteilt. Während meiner Bereitschaft saß ich mit Ruby die überwiegende Zeit im Bereitschaftsraum des Teleporters herum. Dann erhielt ich den Auftrag zwei Personen an Bord der Far Horizon zu teleportieren. Es handelte sich um Miranda Raven und einen ihrer Kollegen vom Flottennachrichtenkanal. Etwas später hatte ich dann die Ehre Admiral Kowalski an Bord zu teleportieren.



Nach der Mittagspause stand dann ein Taktisches Training für Außenmissionen auf dem Plan. Dabei trugen wir das Trainingsmodel des Standard- Kampfanzuges. Ich hatte Ruby von der Idee überzeugen können daß wir die Schildfrequenzen unserer Kampfanzüge an die Waffen der Gegner anpassen. Also modifizierten wir unsere Kampfanzüge. Wir marschierten durch den Parkur wie die Borg durch ein unvorbereitetes Schiff der Sternenflotte. Wir hatten sogar einen Leitspruch wie die Borg. Er lautete: „Wir sind von der Erdraumflotte. Senken Sie Ihre Waffen und ergeben Sie sich! Wir sind überlegen, Widerstand ist zwecklos.„ Wer sich trotz diesem Spruch nicht zur Aufgabe bewegen ließ wurde von uns betäubt. Wer sich ergab wurde verschont. Schließlich erreichten wir das Ziel unserer Mission. Wir sollten einen kleinen Holzwürfel aus dem Parkur holen. Der Würfel wurde von Yvette Mangold persönlich bewacht. Sie hielt sich wohl für den großen Endboß. Auch zu ihr sagten wir unseren Spruch doch sie sah keinen Grund sich zu ergeben. Also betäubten wir sie und nahmen den Würfel an uns. Dann schnappten wir uns Yvette und trugen sie, wie zwei Jäger eine erlegte Beute, zum Ausgangspunkt zurück.



Commander Junkers hatte zusammen mit Admiral Kowalski und Miranda Raven vom Nachrichtenkanal unser Training verfolgt. Der Admiral war äußerst angetan von unserer Vorgehensweise während des taktischen Trainings. Auch Miranda Raven hatte unser taktisches Training mit verfolgt. Sie war äußerst interessiert daran die Aufzeichnung unseres Trainings im Flottennachrichtenkanal zu zeigen. Wo sie uns schon einmal in Reichweite hatte lud sie uns ins Studio des Nachrichtenkanals der Flotte ein.
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Dort fand die Aufzeichnung für die Sendung „Flotte aktuell„ statt. Miranda Raven stellte zuerst Ruby einige Fragen zu unserer Strategie während des taktischen Trainings. Dann überredete sie mich dazu, einige Fragen zu beantworten und von meinen Erlebnissen auf der Far Horizon zu berichten. Es war nicht ansatzweise so schlimm wie ich es mir vorgestellt hatte.



Im Anschluß an unseren Besuch im Nachrichtenstudio waren wir noch in meinem Quartier auf der Hoststation. Ruby zeigte mir wie man eine Präsenz bei Fleetnet – dem Flottennetzwerk erstellt. Dieses Netzwerk ist eine Mischung aus einem Sozialen Netzwerk, einem Firmennetzwerk der Erdraumflotte und einem kosmischen Internet. Man kann darüber auch die Zugangsberechtigungen vertrauenswürdiger Personen zu eigenen Quartieren einrichten. Ich schaltete die Zugangsberechtigung zu meinen Quartieren für Ruby frei und sie tat das selbe für mich bei ihren Quartieren.



Am Abend trafen wir uns dann mit Miriam Sukow und Nicole Berghof in der Mannschaftsmesse um gemeinsam um 19:00 „Flotte aktuell„ zu sehen. Dann gesellte sich auch noch Yvette zu uns. Ihr Selbstbewußtsein hatte wohl bei dem heutigen taktischen Training einige Kratzer erhalten. Jedenfalls fand sie es gar nicht lustig als die Trainingsaufzeichnung auf „Flotte aktuell zu sehen war.



Im Anschluß sind Ruby, Yvette und ich noch mit der BIRD OF DEATH in den Marsorbit gesprungen um dort einige Jagtmanöver im Atmosphärenflug zu trainieren. Ruby hatte ihre kleine Schwester in der Marskolonie kontaktiert damit sie mit uns gemeinsam in der Marsatmosphäre einige Jagtmanöver vollführt. Es wurde eine interessante Flugstunde für mich. Vielleicht werde ich bald wieder mit Ruby und Yvette fliegen.







25.07.2013 – Far Horizon – Heute war mein erster Tag im Dienst der Erdraumflotte. Mein Dienst begann mit der Teilnahme an einer Erforschungsmission zum Planeten GJ 1214 b. Ich hätte nicht damit gerechnet daß es auf diesem Planeten etwas interessantes gibt. Gehofft hatte ich es allerdings schon. Schließlich entdeckten wir ein elektrisches Feld im flüssigen Medium des Planeten. Als wir uns näherten stellte sich heraus daß dieses elektrische Feld von einer Struktur erzeugt wurde, welche eine schleimige Konsistenz hatte.
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Kurz darauf stellten wir fest daß es unter der Struktur eine weitere Struktur gab von der Wasserstoff- und Sauerstoffblasen aufstiegen. Es handelte sich um ein Ökosystem. Eine Struktur spaltete mit der Energie aus der Wärme des sie umgebenen Wassers und die andere Struktur war sowas wie eine biologische Brennstoffzelle.



Nach unserer Erkundungsmission brachten wir die beschädigte ESFS TRIANGLE zum Dock im Uranusorbit. Die ersten zwei Stunden des Sprungs in unser Sonnensystem überwachte ich den Sprungverlauf dann löste mich Yvette Mangold ab. Nach meiner Ablösung teilte mir Kapitän Tönnigs die Aufgabe zu, im Teleporterraum einen Teil der Mannschaft und einige Fracht- und Ausrüstungsgüter der ESFS TRIANGLE zur Far Horizon zu teleportieren. Mit Rubys Hilfe schaffte ich es schließlich alle Personen und Gegenstände auf die Far Horizon zu teleportieren.



Nach Abschluß der Teleportationen teilte Kapitän Tönnigs Ruby und mich unserem Wissenschaftsoffizier Leutnant Nicole Berghof zu. Wir flogen zur Marskolonie um dort Prof. Dr. Volker Lenz einem Spezialisten für Exobiologie und einem Mitglied des Wissenschaftsausschusses von unseren Entdeckungen auf GJ 1214 b zu berichten. Danach kehrten wir zur Far Horizon zurück, die sich inzwischen im Neptunorbit befand.



Nach Ende meiner Schicht bin ich mit Ruby zur Verwaltung der Hoststation gegangen um meinen Transfer von der Erde zur Erdraumflotte zu vollenden. Ich habe Frau Lorenz die Schlüssel meiner Wohnung auf der Erde übergeben und einen Serviceantrag auf Auflösung meiner Wohnung und meines irdischen Arbeitsverhältnisses gestellt. Dann erklärte mir Frau Lorenz noch die Einzelheiten meines Gehaltskontos. Sie teilte mir mit daß ich bereits eine Dienstantrittsvergütung von 500 € erhalten hätte und rechnete mir mein Gehalt vor das ich anteilig für den Juli am Ende des Monats bekomme.



Anschließend bin ich mit Ruby zur Bank auf dem Promenadendeck gegangen. Wir haben meinen Kontostand gecheckt und festgestellt daß ich für den Einsatz als Feldsanitäter eine Erschwerniszulage von 500 € erhalten habe. Anschließend sind wir durch die Ladenpassage des Promenadendecks spaziert. In einem Laden für Kommunikationstechnologie fiel Ruby und mir das neue X-Pad 3.
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0 von Nanotech ins Auge. Das Teil ist wirklich heiß. Es ist eine Art Kreuzung aus einem Smartphone und einem Tricorder mit einer künstlichen Intelligenz die Emotionen erkennen und Simulieren kann. Ich konnte Ruby ansehen daß Sie es unbedingt haben wollte. Doch sie meinte daß sie lieber auf das X-Pad 3.0 XL mit einem 21 Zoll Display für den Gebrauch am Schreibtisch warten wollte.



Anschließend waren wir in einem Bekleidungsgeschäft. Dort haben wir uns gegenseitig an virtuellen Abbildern von uns neue Outfits erstellt und gekauft. Das heißt eigentlich hat nur Ruby gekauft. Als ich mein Outfit bezahlen wollte drängelte sie sich einfach vor und bezahlte es. Zum Dank dafür bin ich nochmals in das Geschäft für Kommunikationstechnologie gegangen. Dann habe ich Ruby abgelenkt und das X-Pad 3.0 für sie gekauft. Anschließend waren wir noch in der Sagitariusbar zwei Becher blauen Honigwein trinken. Währenddessen kontaktierte mich Frau Lorenz. Ich verließ die Bar kurz und Frau Lorenz fragte, wo sie das von mir gekaufte X-Pad 3.0 hinschicken sollte. In mein Quartier auf der Station oder auf der Far Horizon. Ich ließ es als Geschenk für Ruby verpacken und auf die Far Horizon in mein Quartier teleportieren.



Später saß ich dann mit Ruby in meinem Quartier. Auf der kleinen Teleporterstation für Speisen und andere kleine Gegenstände lag Rubys Geschenk. Ich sorgte schließlich dafür daß sie es entdeckte. Sie meinte zwar daß ich verrückt sei aber sie hat sich riesig gefreut. Alles in allem war das ein guter Tag im Dienste der Erdraumflotte. Mal sehen was die Zukunft bringt.





24.07.2013 – Far Horizon – Den heutigen Tag werde ich wohl nicht so schnell vergessen. Heute Vormittag war ich beim Interview der Nullschwerkraftsportmannschaft auf der oberen Aussichtsplattform der Hoststation als Überraschung eingeplant. Als Sascha, der Kapitän der Mannschaft seine Signalpfeife benutzte bin ich aufgestiegen und über allen Leuten im Kreis geflogen. Als Sascha schließlich seinen Arm zur Seite herausstreckte bin ich rasant auf ihn zugeflogen und wie ein echter Falke auf seinem Handgelenk gelandet. Ich glaube das hat auf Miranda Raven einen ziemlichen Eindruck gemacht.



Nach dem Interview sind wir zur Far Horizon rüber teleportiert und haben uns in der Mannschaftsmesse mit Nicole Berghof getroffen.
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Nachdem Nicole ihr Mittagessen eingenommen hatte gesellte sich Yvette zu uns. Wir erzählten ihr von unseren Ausflugsplänen und ließen uns überreden sie mitzunehmen. Anschließend stieß Miriam noch zu uns. Sie hatte zwei Koffer dabei. Einen für sich und einen für mich. Sie sagte der Koffer sei eine kleine Aufmerksamkeit von Doktor Ngujen für mich.



Im Hangar der Wissenschaftsstation zeigte Nicole uns ihr Transit- und Forschungsschiff. Es war in der Tat größer als ich es vermutet hatte. Es verfügte über fünf Sitze, vier Schlafplätze und einen Waschraum. Außerdem hatte Nicole vor unserem Abflug noch 20 Liter blauen Honigwein an Bord gebracht. Während des Sprungs nach GJ 1214 b tranken wir also blauen Honigwein und sangen Seemannslieder. Es war, als wären wir eine Truppe Klingonen, die singend und trinkend in eine Schlacht fliegen. Ich hätte mir nicht träumen lassen, was uns an unserem Ziel erwartet.



Als wir das Ziel unserer Reise erreichten fanden wir den Planeten genau so vor, wie er in der Beschreibung der Erkundungsmission beschrieben war. Während Nicole uns einen Vortrag hielt warum es selbst auf einem Wasserplaneten mit einer Atmosphäre aus Wasserdampf und Temperaturen von 120 bis 280 Grad Celsius Leben geben könnte erreichte plötzlich ein Schiff das System. Es war die ESFS Triangle, sie schien Probleme zu haben. Ihre Fluglage paßte nicht zu ihrem Kurs und die Hülle zeigte strukturelle Schwächungen. Als wir schließlich Kontakt herstellen konnten stellte sich heraus daß es auf dem Schiff ein fehlgeschlagenes Experiment mit dem Sprungantrieb gegeben hatte.



Wir forderten Hilfe von der Far Horizon an und besprachen uns wie wir am Besten helfen könnten bis die Far Horizon eintrifft. Kapitän Tönnigs hatte Ruby das Kommando über die Rettungsaktion erteilt. Miriam und Yvette gingen auf das andere Schiff und kümmerten sich um die Technik. Nach dem ich festgestellt hatte daß der Koffer den mir Doktor Ngujen mitgegeben hatte, ein komplett ausgestatteter Medizinkoffer mit Diagnoseokular, mobiler Medizindatenbank und allem drum und dran war, teleportierten wir, also Nicole und ich auf das andere Schiff um uns um die Verletzten zu kümmern.
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Ich weis nicht mehr wie ich das durchgestanden habe aber ich habe anscheinend 30 verletzte Personen versorgt und zwar vorschriftsmäßig und mit äußerster Präzision. Das ermittelte jedenfalls Doktor Ngujen anhand der Aufzeichnungen des Diagnoseokulars und der Aussagen des medizinischen Personals der ESFS Triangle, als ich später wieder auf der Far Horizon war.



Zur Sicherheit und um Spätfolgen meiner Erlebnisse des heutigen Tages zu verhindern behielt mich Doktor Ngujen auf der Krankenstation und verband mich, über einen Hirnstromscanner der über einen Induktor für einen induktiven Eingriff verfügte, direkt mit Alice. Es war phantastisch. Alice und ich waren für die Zeit der Verbindung ein Bewußtsein. Sie erfuhr alles von mir und ich alles über sie und die Raumfahrt. Während des Großteils der Verbindung schlief ich ohne es zu merken. Dadurch daß mein Geist mit Alice verbunden war wurden alle Selbstzweifel, Vorwürfe und andere Folgen der heutigen Erlebnisse mit unglaublicher Geschwindigkeit behoben. Ich habe diese Behandlung sehr genossen. Ich fühlte richtig wie mein Geist mit Alice verbunden war. Sie war emotionslos, logisch und wenn man es von meinen begrenzten Wissensschatz aus betrachtet war sie sowas wie allwissend. Ich hoffe ich werde irgendwann noch einmal die Gelegenheit bekommen eine derartige Verbindung zu Alice einzugehen.







23.07.2013 – Hoststation im Neptunorbit – Was für ein Tag! Heut früh wurde ich durch den Sprechwunsch von Yvette Mangold geweckt. Sie wollte mir berichten daß die Werftstation bei Wolf drei fünf neun einen Prototypen des von Miriam und ihr konstruierten Kampffliegers bauen will. Dann fragte sie mich, ob ich Lady G-Force fragen könnte, ob sie wohl den neuen Kampfflieger ausgiebig testen würde. Ich versprach ihr daß ich Lady G-Force fragen würde, wenn Yvette im Gegenzug in zukünftig mich bei ihrer Jagt nach Männern ignoriert. Sie akzeptierte notgedrungen diese Bedingung und versprach sich zu bemühen diese auch einzuhalten.



Nach dem Frühstück kamen Ruby und ich auf die Brücke, Yvette hatte mir bei ihrem morgendlichen Anruf berichtet, daß sie für den Sprung in unser Heimatsonnensystem eingeteilt war.
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Ich vermutete daß sie mir zeigen wollte, daß sie auch auf der Ideallinie durch die Passage manövrieren kann. Den größten Teil des Sprungverlaufs lief auch alles glatt. Doch etwa eine Minute bevor wir in unserem Sonnensystem ankommen sollten, flogen wir aus der Passage. Dies lag allerdings nicht an Yvette sondern geschah durch das intervenieren der Wächter. Kurz nachdem die Far Horizon aus der Passage geflogen war kontaktierten mich die Wächter. Sie sagten mir daß sie unseren Sprung in dieser Region des Raumes haben enden lassen, da sich ein Schiff in Notlage in dieser Region befände. Ruby hatte die Begründung der Wächter auch gehört. Ich sagte Kapitän Tönnigs also daß ich vermutete, daß die Far Horizon nicht ohne Grund in dieser Region gelandet war.



Dann erfaßten die Sensoren das von den Wächtern angekündigte Schiff in Notlage. Ich glaubte meinen Augen nicht zu trauen. Es handelte sich bei dem Schiff tatsächlich um einen Solarsegler. Kapitän Tönnigs schien dies ebenso zu überraschen. Wir erfaßten mit den Sensoren zwei schwache Lebenszeichen an Bord des fremden Schiffes und teleportierten die beiden Personen auf die Krankenstation wo Kapitän Tönnigs die Beiden begrüßte. Es stellte sich heraus daß das Schiff der beiden Wissenschaftler Doktor Jennifer Hutz und Doktor Bernd Hutz von einigen Mikrometeoriten getroffen worden war und daß die Wächter das Schiff in unsere Nähe verbracht haben damit wir die beiden Wissenschaftler retten. Auf Anweisung des Kapitäns stellte der Commander zwei Teams zusammen. Eines wurde mit den Reparaturen an dem Solarsegler außerhalb des Schiffes betraut und eines mit der Untersuchung an Bord des seltsamen Schiffes. Auf Grund der Wahl von Miriam Sukow gehörte ich dem zweiten Team an.



Während der Untersuchungen erhielt ich den Rat der Wächter, die Aufzeichnungen der Sensoren des Solarseglers zu durchsuchen. Ich erkannte daß die Mikrometeoriten, welche den Solarsegler beschädigt hatten zum Umfeld eines großen Asteroiden gehörten. Dieser große Asteroid war auf Kollisionskurs mit der Hoststation im Neptunorbit. Ich schlug Commander Junkers vor, daß ich mit Lady G-Force und der Excalibur mich dem Asteroiden nähern könnte um zu versuchen mehr zu erfahren und die Gefahr vielleicht abzuwenden.
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Commander Junkers stimmte zu und ich kehrte zurück auf die Far Horizon, von wo aus wir uns dann auf den Weg machten.



Als wir den Asteroiden erreichten analysierten wir seine Zusammensetzung. Er bestand zu dreiundsechzig Prozent aus felsähnlichem Material und zu siebenunddreißig Prozent aus Eis. Den konnten wir nicht mit einem Magnetfeldtraktor von seiner Bahn ablenken. Doch wir konnten ihn auch nicht mit den Waffen pulverisieren, da er bei dem Versuch in viele Stücke zerbröseln hätte können. Ich hatte die Idee den Asteroiden mit dem Sprungantrieb umzuleiten aber ich war mir nicht sicher ob meine Idee sich umsetzen ließ. So kontaktierte ich die Wächter, die mir genaue Anweisungen gaben wie der Asteroid mit Hilfe des Sprungantriebes umzuleiten sei. Dank der Beratung durch die Wächter schafften wir es den Asteroid in eine Passage zu ziehen die in einem hohen Orbit um den Jupiter endete. Ich mag mich vielleicht täuschen aber vielleicht haben die Wächter den beschädigten Solarsegler gerade uns in den Weg gesetzt damit wir den Asteroiden entdecken und aufhalten. Die Motive der Wächter sind rätselhaft. Sie scheinen nicht gerne persönlich in Aktion zu treten. Außer jemand macht sie ziemlich deutlich auf sich aufmerksam wie ich es getan habe als ich ihre Hilfe brauchte. Nach der Gelungenen Ablenkung des Asteroiden zeigte mir Ruby alias Lady G-Force noch ein paar Manöver in der Marsatmosphäre. Dabei entdeckte ich auch die Rennstrecke auf der ihre kleine Schwester häufig ihre Rennen fliegt. Ruby zeigte mir dann daß die Excalibur auch in der Lage war diesen Rennkurs zu absolvieren.



Nach unserer Rückkehr auf die Far Horizon äußerte ich Interesse an der Bedienung der Konsole des Teleporterraums. Kapitän Tönnigs wies Ruby an mir alles im Bezug auf die Teleportertechnologie zu zeigen. Und Ruby zeigte mir wirklich alles was man an der Konsole des Teleporters machen konnte. Schließlich war es Zeit für Commander Junkers und Miriam Sukow zur Far Horizon zurückzukehren. Ruby verdeutlichte mir daß ich die Beiden zurückteleportieren sollte. Hätte sie mir nicht auf die Finger geschaut, ich hätte nicht gewagt einen Finger zu rühren. Doch Ruby führte mich so präzise durch die Abläufe daß ich relativ schnell Selbstvertrauen fand und mich traute Commander Junkers und Leutnant Miriam Sukow eigenhändig zurück zu teleportieren.
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Wenig später durfte ich noch die Doktoren Hutz auf ihren Solarsegler teleportieren.



Nach dem Mittagessen statteten wir Doktor Ngujen auf der Krankenstation einen Besuch ab. Meine Lektion im Teleporterraum hatte mir derart gefallen daß ich auch noch andere Bereiche des Schiffes kennenlernen und verstehen wollte. Doktor Ngujen war meinem Interesse gegenüber recht aufgeschlossen. Sie zeigte und erklärte mir die Funktion und Handhabung des Diagnoseokulars, des Nervenstranginduktors und des Muskelinduktors. Ich durfte sie sogar scannen und eine kleine Verspannung bei ihr Mit Hilfe des Diagnoseokulars, des Nervenstranginduktors und des Muskelinduktors behandeln. Sie schien recht zufrieden mit meiner Auffassungsgabe.



Nachdem wir den Solarsegler wieder durch die Passage in unser Sonnensystem geschleppt hatten setzte das Schiff seine Mission fort. Wir erhielten Freizeit bis zum Morgen des 25. Juli. Ruby und ich Trafen die Nullschwerkraftsportmannschaft auf der Hoststation. Mein Maskottchenkostüm war fertig geworden. Es sah echt toll aus. Beim Morgigen Interview anläßlich der nächsten Nullschwerkraftsportsaison soll ich es vorführen. Miranda Raven will eigentlich nur die Nullschwerkraftsportmannschaft der Hoststation über die nächste Saison interviewen. Aber Sascha der Mannschaftskapitän meinte es würde ziemlich viel Eindruck machen wenn ich in meinem Maskottchenkostüm auf Saschas Zeichen plötzlich aus der Menge aufsteige, über ihm kreise und dann wie ein echter Falke auf seinem Handgelenk lande. Ich werde natürlich nur dicht über seinem Handgelenk schweben und nur mit den Füßen sein Handgelenk berühren aber das wird wohl niemand auffallen.



Dann machte Ruby einen meiner wildesten Träume war. Sie besorgte zwei Raumanzüge die wir über unsere Schwerkraftanzüge und das Trägheitsverlagerungsfeldsystem zogen. Und mit denen wir außerhalb der Station fliegen konnten. Ich wollte unbedingt mal wissen wie schnell ich mit dem Trägheitsverlagerungsfeld fliegen kann. Es waren zweihundertdreiundneunzig Meter pro Sekunde. Außerdem überraschten wir noch Yvette Mangold.
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Sie war gerade auf einem Testflug als Ruby und ich plötzlich neben ihrem Schiff flogen und ihr freundlich zuwinkten.



Später trafen wir uns nochmals mit der Nullschwerkraftsportmannschaft in der Jupiterlounge auf zwei halbe Liter blauen Honigwein. Etwas später gesellten sich auch noch Miriam und Yvette zu uns. Yvette erzählte mir etwas über unsere nächste Mission. Das heißt, eigentlich gab sie mir nur ein Pad auf dem die Einzelheiten standen. Am 25.07.2013 um 08:30 bricht die Far Horizon zum Planeten GJ 1214 b auf. Ein Planet der hauptsächlich aus Wasser bestehen soll und der eine dichte Atmosphäre aus Wasserdampf haben soll. Wenn die Daten stimmen ist der ganze Planet ein gigantischer Boiler. Es ist also ziemlich heiß dort. Und in dieses kosmische Dampfbad soll eine Erkundungsmission gestartet werden. Mit einer Art Kreuzung aus Raumschiff und U-Boot. Und ich werde auch mit an Bord dieses seltsamen Gefährts sein. Das wird sicher höchst interessant, meine erste Forschungsmission. Davon habe ich immer geträumt, seit dem ich Science-Fiction-Filme mag.



Morgen nach dem Interview mit der Nullschwerkraftsportmannschaft machen Ruby, Nicole, Miriam und ich einen kleinen Ausflug. Wir wollen uns GJ 1214 b schon einmal ansehen, bevor übermorgen die Forschungsmission dorthin startet. Es sind doch nur 42,2 Lichtjahre, der Sprung dorthin dürfte also nur 2,63 Stunden dauern. Nicole hat Zugang zu einem Schiff das Platz für bis zu fünf Personen bietet. Ich bin schon sehr gespannt auf den morgigen Ausflug. Hoffentlich ist Nicoles Schiff nicht zu klein. Aber ein Schiff das für fünf Personen Platz bietet und das über einen Sprungantrieb verfügt sollte eigentlich einen gewissen Komfort für Langstreckenreisen bieten.







22.07.2013 – Far Horizon – Heute war der Tag der großen Gefechtsübung. Mein Tag begann etwa eine Stunde vor dem Sprung nach Wolf drei fünf neun. Nach dem Ruby und ich in der Mannschaftsmesse einen morgendlichen Drink zu uns genommen hatten gesellte sich Kapitän Tönnigs zu uns. Er eröffnete mir, daß ich die Far Horizon nach Wolf drei fünf neun springen könnte. Ich versprach mein Bestes bei der Durchführung des Sprungs zu geben. Wenig später war es dann soweit. Ich löste Yvette an der Konsole der Operationszentrale ab.
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Sie schien etwas skeptisch und bezweifelte wohl daß ich den Sprung ohne Zwischenfälle absolvieren könnte. Ich belehrte sie jedoch eines Besseren. Während des Sprungs hatte ich eine Idee, wie ich den Flug durch die Passage effizienter gestalten könnte. Ich bat Kapitän Tönnigs um Erlaubnis und er gestattete mir diesen Versuch. Es gelang mir, mit der Hilfe von Alice, während des Fluges durch die Passage einen optimalen Kurs zu berechnen. Das Ergebnis war eine dreiprozentige Steigerung des Wirkungsgrades des Sprungantriebes. Kapitän Tönnigs schien begeistert darüber.



Im System Wolf drei fünf neun fand dann die große Gefechtsübung statt. Kapitän Tönnigs übertrug mir während des simulierten Gefechts das Kommando auf der Brücke. Es gelang mir mit der tatkräftigen Unterstützung von Miriam, Nicole und Ruby aus dem simulierten Gefecht gegen die Tridentklasse siegreich hervorzugehen. Dieses Ergebnis hatte allerdings niemand für möglich gehalten. Ich glaube einige Mitglieder der Werftmannschaft waren ziemlich überrascht daß der Prototyp der Tridentklasse aus diesem simulierten Gefecht nicht siegreich hervorging. Nach dem Gefecht teilte mir Kapitän Tönnigs mit daß ich mich bereithalten sollte der Nachbesprechung für die Gefechtsübung beizuwohnen. Auf die Aufforderung von Kapitän Tönnigs gesellten wir uns dann der Besprechung zwischen Kapitän Tönnigs und Admiral Kowalski hinzu. Scheinbar war Admiral Kowalski ziemlich beeindruckt von dem was Kapitän Tönnigs über mich berichtet hatte.



Schließlich schickte Kapitän Tönnigs Ruby für eine Weile nach draußen. Daraufhin übergab man mir ein Pad mit Fakten und Fragen zur Raumfahrt und zur Führung eines Kommandos auf einem Raumschiff. Ich versuchte die Fragen bestmöglich zu beantworten. Als ich damit fertig war, eröffnete man mir daß es sich bei den Fragen um den theoretischen Teil der Befähigungsprüfung für die Führung eines Raumschiffes handelte und daß ich diese bestanden hätte. Nach der bestandenen Prüfung erfolgte dann die traditionelle Offizierstaufe mit Sternenlicht. Dabei stand ich auf einer Plattform außerhalb eines Schiffes während Ruby mir einen sehr poetischen Reim über das Sprechgerät im Helm meines Druckanzuges zitierte.
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Nach meiner Offizierstaufe erhielt ich noch mein Rangabzeichen, welches mich offiziell zum Brückenoffizier macht und mich berechtigt ein Schiff zu führen. Danach machte ich mit Ruby noch einen Ausflug mit einen schweren Kampfflieger. Sie zeigte mir, wie man ein Katapultmanöver um einen Stern fliegt. Es war ein heftiges Manöver. Ein normaler Kampfflieger hat, im Gegensatz zur Excalibur, keine unbegrenzte Trägheitskompensation. Die Kräfte die ich bei dem Manöver gespürt habe waren schon ziemlich heftig.



Anschließend besprach ich mit Kapitän Tönnigs, Yvette und Miriam die Konstruktionspläne für einen neuen Typ von Kampfflieger. Ich habe ihnen wirklich jeden Vorschlag gemacht der mir einfiel, hoffentlich habe ich dabei nicht geholfen ein Monster zu erschaffen. Wenn man den Konstruktionsplänen glaubt dann hat der neue Kampfflieger wirklich jede Art von Gemeinheiten an Bord, die man dem Gegner nur zufügen kann. Nach der Besprechung des neuen Kampffliegerdesigns ließen Ruby und ich den Tag in der Nullschwerkrafthalle ausklingen. Wir legten aerodynamische Fluganzüge an und flogen langsam und elegant durch die Halle. Später gesellte sich auch noch Miriam Sukow zu uns und wir flogen einige Flugfiguren. Es war ein großer Spaß.







21.07.2013 – Far Horizon – Der Heutige Tag begann mit einem Ausflug noch vor dem Frühstück. Rubys kleine Schwester Stefanie rief Ruby an und teilte ihr mit daß sie ihr Schiff verpaßt hatte, welches sie zur Marskolonie bringen sollte. Also zogen wir uns an um Stefanie zu treffen und sie mit der „BIRD OF DEATH„ nachhause zu fliegen. Wir trafen sie im Restaurantbereich an und fuhren mit ihr zum Hangar, wo unser „Vogel des Todes„ Stand. Im Gegensatz zu Yvette kippte Stefanie beim ersten Anblick dieses Schiffes nicht gleich aus den Socken. Im Gegenteil, sie war begeistert vom Anblick des Schiffes. Also stiegen wir ein und flogen mit ihr zur Marskolonie, die sich unterhalb der Planetenoberfläche befindet. Wenn also jemand behauptet daß es kein Leben auf dem Mars gäbe, ist dies noch nicht einmal gelogen. Die Kolonie befindet sich ja im Inneren des Planeten.



Nachdem wir Stefanie in der Marskolonie abgegeben hatten machte mir Ruby klar daß ich das Schiff auf dem Rückweg zur Far Horizon fliegen sollte.
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Sie meinte daß sie mit mir das Starten und landen üben wolle. Notgedrungen setzte ich mich an die Flugkontrollen der „BIRD OF DEATH„ Unter Rubys Anleitung manövrierte ich das Schiff aus dem Hangar der Marskolonie und zurück zur Far Horizon. Natürlich blieb mir nichts anderes übrig auch die Landung auf der Far Horizon manuell durchzuführen. Ruby meinte ich müsse es endlich mal lernen ein Schiff ohne die Hilfe von Alice zu steuern. Ich habe den Todesvogel dann schließlich mit hoher Nervosität auf der Far Horizon gelandet. Ruby schien nach der Landung anscheinend recht stolz auf mich. Nach dieser Nervenzerreißprobe war erst mal ein Frühstück fällig.



Nach dem Frühstück fragte Ruby ob ich Lust auf noch eine Flugstunde hätte. Ich stimmte zu und wählte Lady G-Force für diese Flugstunde als Fluglehrerin. Wir starteten also mit der Excalibur und Ruby alias Lady G-Force aktivierte den Sprungantrieb. Während des Sprungs ließ sich Ruby von mir alles über die Borg und ihre Rolle im Startrek – Universum erzählen. Natürlich erzählte ich ihr auch von der Schlacht bei Wolf drei fünf neun. Ich hatte ja keine Ahnung wo Ruby mit mir hin flog. Kurz vor der Ankunft an unserem Sprungziel eröffnete mir Ruby daß wir gleich im System Wolf drei fünf neun ankommen würden. Damit hat sie mir natürlich einen tüchtigen Schrecken eingejagt.



Im System Wolf drei fünf neun zeigte mir Ruby den Bereich um die dortige Schiffswerft. Dann übten wir zwischen den Reihen der geparkten Schiffe das identifizieren von Schiffen. Anschließend zeigte mir Ruby ein Schiff das ich nicht identifizieren konnte. Es war der Prototyp der Tridentklasse gegen den die Far Horizon am morgigen Tag ein simuliertes Gefecht austragen würde und daß ich, wenn ich wollte auf einem der Beiden Schiffe der Mannschaft mit meinen Ideen beratend zur Seite stehen könnte. Als ich erfuhr daß Yvette während der Gefechtsübung auf dem Prototyp der Tridentklasse sein würde entschied ich mich die Gefechtsübung auf der Far Horizon zu verfolgen.



Dann sprangen wir zurück ins Erdsonnensystem, vor dem Sprung eröffnete mir Ruby daß ich ihr vor unserer Rückkehr auf die Far Horizon noch zeigen sollte was ich kann.
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Ich konnte mir bei weitem nicht vorstellen was sie meint. Als wir unseren Sprung abgeschlossen hatten wurde mir jedoch schnell klar daß Ruby es ernst meinte als sie sagte daß ich ihr zeigen soll was ich kann. Wir waren am Rande der Oortschen Wolke. Und ich sollte dort hindurch manövrieren. Ich konnte Ruby nicht von ihrer Idee abbringen also flog ich die Excalibur in die Oortsche Wolke hinein. Ruby projizierte mir einen Flugpfad auf das Augenliderprojektionssystem und ich folgte diesem Pfad. Sie hat wohl absichtlich unseren Flugpfad durch einige größere Objekte hindurch gelegt, so daß ich diese Objekte mit den Waffen der Excalibur aus dem Weg räumen mußte. Nach unserem Hinderniskurs sind wir dann zur Far Horizon zurückgeflogen wo Ruby von mir noch eine Landung sehen wollte. Ich schaffte es, die Excalibur sanft und ohne Zwischenfälle auf der Far Horizon zu landen. Auch diesmal schien Ruby stolz auf mich zu sein. Jedenfalls sparte sie nicht mit Lob.



Wir beendeten diese Flugstunde mit einer ausgedehnten Mittagspause. Nach dem Mittagessen waren Ruby Miriam Nicole und ich im Besprechungsraum von Kapitän Tönnigs um die morgige Gefechtsübung gegen die Tridentklasse zu besprechen und zu planen. Ich äußerte ein paar Ideen die Kapitän Tönnigs und Miriam, unserer Chefingenieurin sehr interessant fanden. Im Anschluß stießen Ruby, Miriam, Nicole und ich in der Mannschaftsmesse auf unsere morgige Schlacht an mit blauem Honigwein, natürlich auf Safe-Alk – Basis. Die Schlacht wird natürlich in der Nähe der Schiffswerft bei Wolf drei fünf neun stattfinden. Ich weis zwar nicht wie sie ausgeht aber sie wird auf jeden Fall so denkwürdig wie die in einer Startrek – Episode beschriebene und gezeigte Schlacht der Sternenflotte gegen die Borg im System Wolf drei fünf neun.



Im Anschluß gab mir Ruby noch eine Flugstunde in einem leichten Kampfflieger. Naja eigentlich sollte es zuerst eine Flugstunde sein aber im Laufe des Fluges wurde daraus eine Lektion über die Poesie der Sterne. Als wir die Far Horizon verlassen hatten fragte Ruby wo es hingehen sollte und ich schlug vor in den Erdorbit zu springen. Als wir dort ankamen bestaunten wir die Schönheit des blauen Planeten, Ruby verglich ihn mit einem blauen Saphir.
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Dann revanchierte ich mich dafür daß Ruby mir im System Gliese 581 einen Sonnenaufgang gezeigt hatte indem ich ihr auf die selbe Weise im Erdorbit einen Sonnenaufgang vom Weltraum aus zeigte. Als wir die Atmosphäre wie eine Einfassung eines Edelsteins um die Erde herum schimmern sahen war dies wirklich ein berührender Augenblick. Dann beschloß ich dem guten alten Mond noch einen Besuch abzustatten. Als wir den gewaltigen Krater auf der erdabgewandten Seite des Mondes sahen stellte ich den Vergleich auf, daß der Mond uns wohl diese Narbe nicht zeigen wolle und deshalb der Erde immer nur ein und die selbe Seite zudrehte. Ruby fand diesen Vergleich ziemlich poetisch. Dann flogen wir zur Far Horizon zurück. Im Anschluß als wir in Rubys Quartier waren deaktivierte sie die Schwerkraft und wir ließen uns durch den Raum treiben. Dabei hat sie mich doch glatt verführt, in der Schwerelosigkeit. Ich hätte nie gedacht daß sowas möglich ist.



Im Anschluß an dieses aufregende Erlebnis waren Ruby und ich im Kampffliegersimulator. Docht trafen wir auf Yvette und Miriam die beiden erklärten sich bereit mit uns zusammen ein realistisches Einsatzszenario durchzuspielen, eine Patrouille. Wir identifizierten ankommende Schiffe und scannten sie. Dann schalteten wir ein Schiff mit einem gesuchten Straftäter aus und anschließend zwei Schiffe welche illegale Waffen transportierten.



Nach der Patrouillenübung waren Ruby und ich noch in der Nullschwerkrafthalle. Ruby wollte mit mir ausprobieren ob man in der Schwerelosigkeit auch richtig tanzen kann. Es stellte sich heraus daß dies nicht so einfach ist. Das nächste Mal probieren wir es in der Niedrigschwerkrafthalle. Bevor wir schlafen gingen schauten wir noch zwei Folgen von „Startrek – Deep Space Nine„, die Folgen in denen Commander Sisko auf die Wurmlochwesen traf, welche die Bajoraner als ihre Propheten bezeichneten. Ruby stellte fest, daß es für uns ziemlich streßig werden könnte wenn jemand erfahren würde daß wir Kontakt zu den Wächtern hatten und diese bei Bedarf auch kontaktieren können.







20.07.2013 – Hoststation im Neptunorbit – Heute war es soweit, der Tag des großen Flottenballs. Als wir am späten Vormittag beim Frühstück saßen kontaktierte mich Miriam Sukow und sagte daß ich den Flottennachrichtenkanal einschalten soll.
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Nichts ahnend tat ich dies und dort sah ich die Aufzeichnung der von mir am Vorabend aus Versehen bestandenen Prüfung, Kapitän Tönnigs hatte sie den Medien zugespielt. Ich war überrascht, wie groß die Ähnlichkeit zwischen der Aufzeichnung und den Abläufen einer Startrek – Folge war. Wenn ich nicht genau gewußt und gesehen hätte, daß wir die Personen auf dem Bildschirm waren, hätte ich diese Aufzeichnung für eine Startrek – Folge gehalten.



Wenig später kontaktierte mich Doktor Ngujen von der Far Horizon. Sie gratulierte mir zum Gewinn des Karaokewettbewerbs und zu meiner am Abend zuvor versehentlich bestandenen Prüfung. Dann eröffnete sie mir, daß ich mich bei Ihr auf der Krankenstation melden sollte, sobald ich wieder auf dem Schiff wäre. Ich würde dann meine auf Nanotechnologie basierende Immun- und Heilungsunterstützung erhalten. Außerdem sagte sie mir, daß ich mir über diese Prozedur keine Gedanken machen sollte, damit ich mir selbst keine unnötigen Ängste mache.



Danach war ich mit Ruby im Mediencenter in der Abteilung für Virtual-Reality-Spiele und habe mit ihr drei Runden Cyberblade, eine Schwertkampfsimulation gespielt. Wir hatten jede Menge Spaß, auch wenn ich mich ziemlich erschrocken haben, als ich Ruby das erste mal virtuell enthauptet habe. Doch als sie sagte, daß alles okay war, haben wir weiter gespielt. Ich gewann alle drei Runden und dennoch sagte Ruby, daß sie schon lange nicht mehr so viel Spaß hatte.



Nach unserem Schwertkampf und einem delikaten Mittagessen entschied ich mich, die Sache mit der Immun- und Heilungsunterstützung hinter mich zu bringen und wir sprangen mit der Excalibur zur Far Horizon hinüber, die noch immer am Flottendock im Orbit des Uranus angedockt war. Nachdem wir unsere Fliegermonturen abgelegt hatten teleportierten wir auf die Krankenstation. Doktor Ngujen war überrascht mich so schnell auf der Krankenstation zu sehen und meinte daß es kein Problem darstellen würde, mir die auf Nanotechnologie basierende Immun- und Heilungsunterstützung gleich zu verabreichen.



Sie hat wohl meine Nervosität wegen dieser Behandlung gespürt, daher erklärte sie mir äußerst präzise was es mit dieser Behandlung auf sich hatte.
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Ich habe selten eine Ärztin erlebt, die so einfühlsam und ruhig agiert wie Doktor Ngujen, die Chefärztin der Far Horizon.



Im Anschluß an meine Behandlung haben Ruby und ich in meinem Quartier auf der Far Horizon zwei Episoden der Serie „Startrek – Raumschiff Voyager gesehen. Ruby war begeistert von der Serie. Sie fand daß dort richtig was los sei und daß die Voyager dein cooles Schiff ist.



Dann waren wir noch kurz auf der Brücke und haben mit Kapitän Tönnigs und Commander Junkers einige Fragen über meine Aktion im Brückensimulator am Vortag diskutiert und sind anschließend in unsere Quartiere gegangen um unserer Ausrüstung für die Flugshow auf dem Ball anzulegen.



Wenig später waren wir noch in der Mannschaftsmesse und haben dort die Wirkung unseres Outfits für den Ball getestet. Miriam Sukow und Nicole Berghof waren begeistert. Dann sind wir zusammen mit Nicole Berghof in der „BIRD OF DEATH„ zu Hoststation in den Neptunorbit gesprungen. Vor dem großen Saal sind wir dann dem Zero – G – Team begegnet die Vier haben uns eröffnet, daß sie auch die gleiche Ausrüstung wie wir tragen und daß sie nach unserem Vorstellungstanz etwas vorführen wollten, wobei sie uns dabei haben wollten.



Dann war es soweit, der Ballsaal wurde geöffnet und wir setzten uns an unseren Tisch. Ruby und ich saßen am selben Tisch wie das Zero – G – Team. Wenig später begann der Ball mit den Vorstellungen und Vorstellungstänzen der neuen Flottenangehörigen. Bevor Ruby und ich an der Reihe waren hielt Kapitän Tönnigs einen langen Vortrag darüber, wie oft ich ihn schon überrascht habe und daß niemand wissen könnte, was für Dinge ich als nächstes vollbringen würde. Natürlich durfte auch mein Ausflug in den Brückensimulator am Abend des Vortages nicht in Kapitän Tönnigs Vortrag fehlen.



Dann waren Ruby und ich mit unserem „Tanz„ an der Reihe. Wir setzten die Brillen mit den Hirnstromscannern auf, die unsere Ausrüstung über unsere Gedanken steuerten. Darauf schlossen wir die Augen und konzentrierten uns auf die Informationen, die uns das Augenliderprojektionssystem auf die Augenlieder schickte.
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Ich versuchte so präzise wie nur möglich meinen Flug an Rubys Flug anzupassen. So vollführten wir einige Flugfiguren und heizten in wildem Flug an den Wänden des runden Saals entlang. Dann kam unser Finale, der Tanz zweier Sterne oder Galaxien. Als wir wieder festen Boden unter den Füßen hatten waren die Zuschauer begeistert.



Miranda Raven vom Flottennachrichtenkanal war ganz begeistert. Sie fragte, wie wir das gemacht hätten. Ich wollte nicht alleine im Rampenlicht stehen und rief das Zero – G – Team zu uns auf die Tanzfläche. Die Vier flogen wie Superhelden aus einem Comic auf die Tanzfläche und Sascha erklärte Miranda Raven unsere Ausrüstung. Als Miranda Raven nach einer Demonstration fragte, war dies das Stichwort für uns. Wir zeigten anhand eines Balletts die Entstehung des Erdmondes. Es muß auf die Zuschauer eindrucksvoll gewirkt haben den als wir fertig waren jubelten und applaudierten sie heftig.



Im späteren Verlauf des Balls zeigten das Zero – G – Team, Ruby und ich noch einen Formationsflug während andere zu der langsamen Musik eng und schmusend tanzten. Ich muß sagen daß mir dieser Tag ewig in Erinnerung bleiben wird als der Tag an dem ich, obwohl ich nicht tanzen kann, soviel Spaß wie noch nie auf einer Tanzveranstaltung hatte.







19.07.2013 – Hoststation im Neptunorbit – Heute früh saßen Ruby und ich in meinem Quartier und frühstückten. Dabei ließen wir den Flottennachrichtenkanal laufen, als eine Nachricht uns ziemlich erschreckte. Bis zum großen Flottenball waren es nur noch eineinhalb Tage. Ruby hatte ja vor mit mir auf diesen Ball zu gehen und mir vorher das Tanzen beizubringen. Auf diesem Ball werden alljährlich die neuen Angehörigen der Erdraumflotte vorgestellt und erhalten anschließend die Möglichkeit mit ihrer Begleitung für einen Tanz die Tanzfläche für sich allein zu beanspruchen. Unglücklicherweise ist Ruby der Flottenball während der Aufregung der letzten Tage völlig entfallen und somit auch, daß sie mir das Tanzen beibringen wollte. Diese Tatsache schien sie ziemlich mitzunehmen.



Nach dem Frühstück, als wir zum Maskottchentraining in die Low – G – Halle fuhren, versuchte ich Ruby zu erklären, daß es verständlich sei, daß sie bei dem Streß der vergangenen Tage den Ball vergessen hat.
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Dies schien sie jedoch nicht sonderlich zu trösten.



Als wir dem Zero – G – Team von unserem Dilemma erzählten wußten sie für zuerst auch keinen Rat, als ich dann fragte, warum nicht alles so einfach ist wie das fliegen bei geringer oder fehlender Schwerkraft, hatte Judith Hofmeister, die Choreographin des Zero – G – Teams eine ausgefallene Idee. Ich sollte mit Ruby beim Vorstellungstanz auf dem Ball eine Kunstflugvorführung zeigen. Sonja van Sanden, vom Zero – G – Team besorgte die passende Ausrüstung für uns, um während des Balls von der Schwerkraft losgelöst durch den Saal fliegen zu können ohne die Künstliche Schwerkraft des Ballsaals aufzuheben.



Als Sonja wiederkam hatte sie die Ausrüstung für Ruby und mich dabei. Wir legten die Ausrüstung an und betraten die Niedrigschwerkrafthalle. Sascha Bienek, der Kapitän des Zero – G – Teams wollte wissen, ob ich als Maskottchen den Flugstil eines Raubvogels beherrsche, ich gab mein Bestes. Ich kreiste über ihm, verharrte im Rüttelflug, als ob ich eine Beute am Boden ausmachen wollte und jagte dann im Sturzflug über seinen Kopf hinweg. Dies schien ihn wohl überzeugt zu haben, er meinte ich hätte die Stelle als Maskottchen.



Anschließend probten wir unsere Flugshow für den Ball, Judith die Choreographin war begeistert von meiner Idee, als Finale den Tanz zweier sich vereinigender Sterne oder Galaxien zu zeigen.



Danach schauten wir uns im Mediencenter der Hoststation ein Zero – G – Ballspiel an. Es war ziemlich spannend doch auch beeindruckend schnell. Die fehlende Schwerkraft ermöglichte Bewegungen, die auf der Erde kein Sport bot. Anschließend zeigte Ruby dem Zero – G – Team die Aufzeichnung unserer Schlacht im Rahmen der Piloten- und WSO-Challenge. Sie waren ziemlich angetan von unseren Manövern.



Im Anschluß haben das Zero – G – Team und wir zwei uns im Merkurgrill eine deftige Malzeit gegönnt, jeder von uns hatte ein gigantisches Eisbein mit Erbsenpüree, Sauerkraut und Kartoffeln.
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Und dazu wieder eine große Flasche blauen Honigwein. Im Anschluß an unser Essen erzählte ich von meinem Flug mit Lady G-Force am Abend des Vortages und daß mich Lady G-Force hat das Schiff steuern lassen, alle waren begeistert.



Als wir uns im Anschluß an das üppige Essen in mein Quartier zurückzogen kontaktierte uns Nicole Berghof, Sie erzählte uns daß am Abend, wie an jedem Vorabend des großen Flottenballs der Traditionelle Karaokeabend stattfinden würde und daß Kapitän Tönnigs leider nicht die Zeit hätte daran teilzunehmen, da er die Arbeiten an der Far Horizon überwachen müsse. Sie sagte auch daß Kapitän Tönnigs es bedauerte, daß nun wahrscheinlich Kapitän Vera Bach von der ESFS Newton den Karaokewettbewerb gewinnen würde.



Ich fragte Nicole spontan ob der Veranstalter des Karaokeabend ein Album einer mir bekannten Band im Programm hat, als Nicole dies bestätigte entschied ich mich spontan an diesem Karaokeabend teilzunehmen. Ruby, die das Album und die Band kannte entschied, daß es wohl ein Duett werden würde, da sie vor hatte mit mir gemeinsam aufzutreten.



Nachdem wir uns für den Karaokeabend angemeldet hatten war es noch etwas Zeit, Nicole brachte uns noch zwei modifizierte Photonenemitter, die im aktivierten Zustand täuschend echt wie brennende Kerzen wirkten.



Die Konkurrenz war groß, außer uns traten noch zwölf weitere Teilnehmer an. Viele hatten spektakuläre Soundeffekte oder natürliche Stimmen mit großem Frequenzspektrum. Es gab auch einige Lieder, die durch ihren Text sehr berührten. Doch Ruby gab mir zu verstehen, daß es bei dieser Veranstaltung nicht ums Gewinnen, sondern um den Spaß und die Freude am Singen ging. Dennoch gewannen wir am Ende mit fünfunddreißig Komma fünf Prozent der zusammengezählten Stimmen von Jury und Publikum. Ruby hatte auch noch für unseren Auftritt spezielle Nebel- und Lichteffekte bestellt. Dann trugen wir mit unseren modifizierten Photonenemitter das Lied „Weit übers Meer„ von der Band „Santiano„ vor.



Nach dem Karaokeabend trafen Ruby und ich im Simulationszentrum für Offiziere mit Miriam, Nicole und Yvette. Wir gingen in den Brückensimulator und sie ermöglichten mir einmal Kapitän der Far Horizon zu spielen.
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Yvette hatte zuvor, ob nun aus Versehen oder als kleine Gemeinheit, ausgerechnet das Szenario gewählt, welches bei der praktischen Prüfung für die Befähigung ein Schiff zu führen Anwendung findet. Ich ahnte natürlich nichts davon und ließ meine Vorgehensweise von den Verfahren leiten, die ich aus den Startrek – Serien kannte. Ich weis zwar nicht warum aber ich führte das Szenario zuende ohne das eigene Schiff zu verlieren.



Irgendwer hatte wohl Kapitän Tönnigs mitgeteilt, was wir da im Brückensimulator trieben. Jedenfalls kontaktierte er uns nach Beendigung des Szenarios und bat uns, ihn in der Jupiterlounge zu treffen. Ich dachte schon, daß ich irgend einen schweren Fehler begangen habe, doch was dann kam hätte ich nie erwartet.

Kapitän Tönnigs teilte mir mit, daß ich eine Praktisch Prüfung bestanden habe, was mich automatisch zur Führung eines Raumschiffes befähigt. Damit Beförderte er mich zum Brückenoffizier der Far Horizon und eröffnete mir, daß ich mich am 25.07.2013 ab acht Uhr bei ihm auf der Brücke einfinden soll und daß er sehen wolle, wozu ich fähig wäre.







18.07.2013 – Hoststation im Neptunorbit – Heute war ein spannender Tag, zuerst machten Ruby alias Lady G-Force und ich einen ausgiebigen Testflug mit der Excalibur. Als Ziel unseres Fluges wählte ich das System Gliese581 aus. Wir sprangen also nach Gliese581, um zu testen, in wie fern die Wächter die Excalibur optimiert haben. Bereits während des Sprungs stellte ich fest, daß der Wirkungsgrad des Sprungantriebs unglaubliche neunundneunzig Komma sieben fünf Prozent betrug.



Im System Gliese581 meldeten wir uns vorsichtshalber bei der Kolonie auf dem Planeten GJ 581g an, damit nicht versehentlich jemand uns als unbekanntes Flugobjekt identifiziert und erneut eine Krisenstimmung auf GJ 581g ausbricht. Der Asteroid, welchen wir einige Tage zuvor von seinem Kollisionskurs mit dem Planeten GJ 581g abgelenkt hatten. War für die Stimmung in der Kolonie schon ungesund genug.



Dann zeigte mir Ruby etwas unfaßbar schönes, einen Sonnenaufgang vom Weltraum aus gesehen. Sie flog die Excalibur in den Schatten des Planeten GJ 581g, dann manövrierte sie langsam aus dem Planetenschatten und wir beobachteten wie der rote Zwergstern hinter dem Planeten GJ 581g langsam aufzugehen schien.
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Dabei erleuchtete er die Atmosphäre des Planeten, welche dadurch wie eine hauchdünne rosafarbene Schicht erschien. Dies war in zweierlei Hinsicht ein außergewöhnliches Ereignis.



Da wäre zum einen, daß der Planet sich in der Selben Zeit einmal um die eigene Achse dreht in der er seinen Stern umkreist, gibt es auf GJ 581g keine Sonnenaufgänge oder –Untergänge. Es ist immer die selbe Seite des Planeten dem Stern zugewandt. Auf einer Seite ist es immer Tag und auf der anderen ist ewige Nacht. Dies wirkt sich auch auf die Temperaturen in den beiden Hemisphären aus. Während eine Seite einem Glutofen gleicht, ist die andere ein kosmischer Gefrierschrank. Nur auf einem schmalen Streifen zwischen beiden Hemisphären herrscht eine Temperatur, die flüssiges Wasser und Leben gestattet.



Zum anderen ist ein Sonnenaufgang vom Weltraum aus betrachtet um ein Vielfaches romantischer als auf der Erde. Die von der Sonne angestrahlte Atmosphäre wirkt dabei wie eine hauchdünne Hülle und symbolisiert dadurch die Verletzlichkeit und Schutzwürdigkeit der Biosphäre.



Wenig später testeten wir den Antrieb der Excalibur, bei vollem Schuf erreichten wir eine Beschleunigung, welche das fünfundzwanzigfache der Erdanziehung betrug. Trotz dieser unbeschreiblichen Beschleunigung spürten wir keine Beschleunigungskräfte. Die Wächter hatten die Trägheitskompensation der Excalibur offensichtlich um ein vielfaches verbessert. Selbst bei Kursänderungen mit äußerster Intensität verspürten wir keine Beschleunigungskräfte. Der Test des Waffensystems verlief ebenfalls zufriedenstellend. Auch hier hatten die Wächter ganze Arbeit geleistet.



Während des fünfundsiebzig Minuten dauernden Sprungs in unser Heimatsystems kamen wir auf Rubys Vergangenheit als Mitglied des Zero – G – Gymnastik und Ballsportteams zu sprechen. Ruby entschied sich, mit mir zur Hoststation im Neptunorbit zu springen, wo wir aller Wahrscheinlichkeit das Zero – G – Team antreffen würden.



Als wir, nach dem Umziehen in der Nullschwerkrafthalle ankamen trafen wir das Zero – G – Team tatsächlich an, der Teamkapitän erinnerte sich noch lebhaft an Ruby Zeit im Team.
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Sie erklärten mir den Zero – G – Ballsport und eröffneten mir, daß ich eventuell als Maskottchen für den Low – G oder den Zero – G – Sport talentiert wäre. Ich sollte mich mit ihnen am nächsten Tag treffen um zu zeigen, was ich in der Low – G also der Niedrigschwerkraft drauf habe.



Danach folgte eines der legendären Gelage des Zero – G – Teams und wir beide, Ruby und ich waren dabei. Erst schienen die Teammitglieder nicht so begeistert von meinem Vorschlag den Tag mit blauem Honigwein zu begießen, der auch noch Safe-Alk, ein Ersatzstoff für Alkohol mit gleichem Geschmack und ohne Nebenwirkungen enthielt. Dann wurde es dennoch ein feuchtfröhlicher Abend. Das Zero – G – Team stellte fest, daß der blaue Honigwein erstaunlich gut schmeckte und das, obwohl er keinen Alkohol enthielt.



Wir sechs Personen leerten zusammen drei Flaschen mit je drei Litern Fassungsvermögen, jeder von uns hatte drei halbe Liter am ende des Gelages getrunken und das ohne Nebenwirkungen. Während des Abends hatten wir außer dem Trinken auch noch einige klingonische Schlacht- und Trinklieder geschmettert. Es war ein wahrhaft grandioses Gelage.



Nachdem dritten halben Liter meinte Ruby, daß wir langsam aufbrechen sollten. Sie meinte, daß sie noch etwas mit mir vor hätte, wir fuhren also hoch zu unseren Zweitquartieren auf der Hoststation. Ich rechnete ja mit allem aber nicht mit dem, was mich erwartete.



Oben vor unseren Quartieren sagte mir Ruby, daß ich meine Fliegermontur anziehen sollte. Ich ging also in mein Quartier und zog mich um. Als ich mein Quartier wieder verließ, wartete Ruby schon als Lady G-Force gekleidet und wir fuhren mit dem Lift zur Jägerbucht, wo die Excalibur geparkt war.



Als ich mich wie üblich auf den hinteren Sitz setzen wollte meinte Ruby, daß ich auf dem vorderen Sitz Platz nehmen sollte. Ich setzte mich also nach vorne und sie schloß die Kanzel. Dann forderte sie die Starterlaubnis an und sagte mir, daß ich es mal probieren sollte, ich startete also mit leicht mulmigem Gefühl im Bauch. Ruby erklärte mir, daß ich mir keine Sorgen machen müsse da Alice, die künstliche Intelligenz meine Befehle und Steuereingaben überwachen und wenn es sein müsse korrigieren würde.
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Dann sagte sie mir, ich solle springen wohin ich wollte.



Ich sprang also in den Orbit des Mars, einige Zeit später kontaktierte ich Yvette Mangold und forderte sie auf zu uns in den Marsorbit zu stoßen. Als sie eintraf, veranstalteten wir ein kleines simuliertes Gefecht, welches Ruby und ich auch gewannen. Dann sprangen wir noch in den Asteroidengürtel wo Ruby mir und Yvette die Manövrierfähigkeit der Excalibur demonstrierte und anschließend kehrten wir zur Hoststation zurück.







17.07.2013 – Far Horizon – Der heutige Tag war gleichzeitig traurig, beängstigend und unbeschreiblich für mich. Alles fing damit an, daß Ruby mir morgens eröffnete, daß sie alleine zu einer Mission aufbrechen würde. Irgendwie hatte ich gleich so ein mieses Gefühl bei der Sache. Meine Befürchtungen sollten sich im laufe des Tages bestätigen. Vor ihrem Abflug übergab sie mir ein kleines Speichermodul, auf dem ihre Instruktionen für mich und meine Ausbildung waren, falls sie von ihrer Mission nicht zurückkehren würde. Sie sagte, ich müsse mir keine Sorgen machen, dies wäre eine ganz normale Vorgehensweise. Dann verließ sie als Lady G-Force, was ihre zweite Identität ist die zu diesem Zeitpunkt nur Kapitän Tönnigs, Commander Junkers, Doktor Ngujen und ich kannten, mit der BLACK SWORD die Far Horizon.



Kapitän Tönnigs, sein erster Offizier und Doktor Ngujen versuchten mich über den Abschiedsschmerz und meine Verlustangst um Ruby hinweg zu trösten mit der Legende der Wächter. Die Wächter ein uraltes raumfahrendes Volk das Legenden zufolge in Not geratenen Piloten, wenn diese ihrer Hilfe würdig waren, in ihrer Not beistanden und sie irgendwie in die Reichweite der Rettungsmannschaften verbrachen.



Bestärkt durch mein ungutes Gefühl beschloß ich mehr über die Wächter zu erfahren. Ich sprach mit jedem Mitglied der Mannschaft, welches ich für vertrauenswürdig hielt über die Wächter. Doktor Ngujen gab mir ein Pad mit allen Informationen über die Wächter und verwies mich an Leutnant Nicole Berghof, den Wissenschaftsoffizier der Far Horizon.
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Mit Nicole Berghof spekulierte ich darüber, wie man wohl mit den Wächtern in Kontakt treten könnte, dabei hatte ich einen Einfall. Ich wollte versuchen auf der vermuteten Kommunikationsfrequenz der Wächter eine Art Funkfeuer zu etablieren, um ihre Aufmerksamkeit zu erregen.



Miriam Sukow, die Chefingenieurin der Far Horizon, erklärte sich bereit mir bei meinem Vorhaben zu helfen. Im laufe des Tages stellte sich heraus, daß meine Befürchtungen begründet waren. Lady G-Force ihre Rückkehr war bereits überfällig und es gab keinen Kontakt zu ihr. Kapitän Tönnigs, der inzwischen von meinem Vorhaben erfahren hatte, willigte ein mir die Umsetzung dieses Vorhabens auf der Far Horizon zu gestatten.



Ich war verzweifelt, um Lady G-Force alias Ruby zu retten wäre ich auch in die nähe des supermassiven Schwarzen Loches im Zentrum der Milchstraße geflogen oder hätte eine Allianz mit den Borg aus Startrek geschlossen, also versuchte ich es.



Entgegen aller Vermutungen näherte sich auf meine Aktionen hin ein Schiff der Wächter. Ich stellte Kontakt her und bat die Wächter um Hilfe bei der Suche meiner Freundin und Ausbilderin. Die Wächter willigten ein, zwei Mitglieder der Mannschaft der Far Horizon an Bord ihres Schiffes kommen zu lassen um mit ihnen nach unserem Vermißten Besatzungsmitglied zu suchen. Kapitän Tönnigs ließ mir freie Hand bei der Auswahl und ich wählte Leutnant Nicole Berghof. Sie war zuvor schon eine Art Expertin für die Wächter und mit ihrer Hilfe habe ich es überhaupt erst geschafft, die Wächter zu kontaktieren.



Kapitän Tönnigs informierte Leutnant Berghof über den Zusammenhang zwischen Lady G-Force und Ruby und wies sie ausdrücklich auf die Vertraulichkeit dieser Informationen hin. Wenig später kontaktierten wir die Wächter erneut, worauf sie Leutnant Berghof und mich auf ihr Schiff teleportierten.



Es war ein gewaltiges Schiff, etwa ein Drittel so groß wie der Mond, welcher die Erde umkreist. Und die Innenräume hatten epische Ausmaße. Wir trafen auf dem Wächterschiff eine Gestalt, die sich Riona nannte und nur als blaßblaue Siluette, wie eine Gasflamme in Menschenform aussah.
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Sie tastete mit den Händen an meinem Kopf meine Gedanken ab um Einzelheiten über Rubys Schiff zu erfahren. Da das Bewußtsein aller Wächter miteinander verbunden ist, dauerte die Suche nach dem vermißten Schiff nur wenige Minuten.



Daraufhin sprang das Wächterschiff in eine Region des Raumes, wo keine normalen Zustände zu gelten schienen. Die Farben außerhalb des Schiffes waren wie auf einem Negativ umgekehrt. Das Schwarz des Weltraums war weiß und die Sterne waren kleine schwarze Punkte. In dieser Region fanden wir die BLACK SWORD, sie trieb im Raum. Riona ließ die BLACK SWORD an Bord ihres Schiffes teleportieren und Ruby direkt in den Raum, wo wir, also Riona, Nicole Berghof und ich, uns befanden. Ruby war bewußtlos, Riona regte Rubys Atmungs- und Kreislaufsystem durch bloße Berührung an und Ruby kam zum Glück wieder zu sich.



Dann erklärte Riona, also besser gesagte sie ließ uns schlußfolgern, was es mit dieser Region des Raumes auf sich hat. Wir waren jenseits der Raumzeit, jener dreidimensionalen Membran auf der alle Sterne Planeten und Himmelskörper sich befinden. Ruby muß wohl versehentlich die Raumzeit durchdrungen haben, als sie in der nähe eines Sterns den verbesserten Sprungantrieb aktivierte.



Dann brachte uns Riona zu Rubys Schiff, sie sagte die Wächter hätten es wiederhergestellt und optimiert. Das Schiff sah jetzt anders aus, nicht mehr schwarz sondern silbern glänzend. Ich schlug vor, das Schiff von da an Excalibur zu taufen, da es einem glänzenden Schwert ziemliche Ähnlichkeit hatte abgesehen von der Größe.



Dann kehrte das Wächterschiff mit uns zur Far Horizon zurück. Leutnant Berghof wurde auf die Far Horizon teleportiert und Ich flog mit Ruby alias Lady G-Force in der Excalibur zur Far Horizon zurück. Vor unserer Rückkehr ermöglichte Riona uns Dreien mit den Wächtern im Geiste Kontakt aufzunehmen, indem sie uns den Finger an oder in den Kopf steckte und wahrscheinlich unsere Hirnzellen neu anordnete.



Ich hoffe inständig, daß niemand zu meinen Lebzeiten erfährt, daß ich in der Lage bin mit den Wächtern zu kommunizieren. Ich möchte nicht als Abgesandter der Wächter, wie Commander Sisko aus der Serie „Startrek – Deep Space nine„ der als Abgesandter der bajoranischen Propheten Karriere machte, bekannt werden und ewig von Gläubigen umlagert werden.
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Als Dank für die Hilfe bei der Rettung eines Mannschaftsmitgliedes der Far Horizon veranlaßte Kapitän Tönnigs die Anhebung meiner Sicherheitseinstufung, so daß ich Lady G-Force auf zukünftigen Flügen begleiten kann und zwar auf allen.







16.07.2013 – Far Horizon – Heute habe ich die „BIRD OF DEATH„ kennengelernt, ein beeindruckendes dreisitziges Kampfschiff, welches so lackiert ist, daß es im dunklen Raum wie ein gigantisches Vogelskelett aussieht. Leutnant Yvette Mangold kreischte beim ersten Anblick dieses Schiffes wie ein kleines Mädchen und stellte das Bewußtsein ein. Als sie wieder zu sich kam konnten Ruby und ich sie zu einem kleinen Ausflug überreden. Während dieses Ausfluges verlor sie erneut das Bewußtsein. Offenbar war Rubys Flugstil besser als Yvette es ertragen konnte.



Später, als wir wieder auf der Far Horizon waren, gab es Gefechtsalarm. Ein Raumschiff der unabhängigen russischen Raumflotte nötigte ein Erdraumflottenschiff das System Lalande-21185 sich aus diesem System zurückzuziehen. Nach unserer Ankunft konnte Kapitän Tönnigs die abtrünnigen Russen zu einem friedlichen Rückzug überzeugen. Dabei bewies er diplomatisches Geschick und dennoch Stärke, was mich auf seltsame Weise an Captain Picard, aus der Serie „Startrek – das nächste Jahrhundert„ erinnerte. Für den Sprung zurück in unser Sonnensystem ließ Kapitän Tönnigs mich an die Konsole der Operationszentrale, er wollte wohl sehen, ob ich mit der Far Horizon klar komme. Mit Rubys Hilfe konnte ich das Schiff schließlich ohne große Zwischenfälle in unser Heimatsystem springen.



Nach dem Mittagessen besuchten Ruby und ich den Maschinenraum, wo ich einiges über die Far Horizon erfuhr. Unter anderem, daß sie ihre Energie direkt von den Sternen bezieht und zwar indem sie in einen Stern hinein fliegt, wie die Destiny aus der Serie „Stargate Universe„. Diesen Vorgang durfte ich in der Wissenschaftsstation bei Leutnant Nicole Berghof verfolgen, es war unbeschreiblich. Unsere Sonne sieht im inneren genau so faszinierend aus, wie aus der Nähe.
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Im späteren Verlauf des Tages gab es erneut Gefechtsalarm, diesmal war das Raumschiff der unabhängigen russischen Raumflotte in unser Sonnensystem eingedrungen. Sie verfolgten ein kleines Einmannschiff. Kapitän Tönnigs befahl das Raumschiff der abtrünnigen Russen kampfunfähig zu machen, als sie nicht auf unsere Rufe antwortete. Dann holten wir den Piloten aus dem verfolgten Einmannschiff, es war der frühere Kapitän des Schiffes der Abtrünnigen. Offensichtlich war er in Ungnade gefallen, weil er sich Lalande-21185-System vor uns den Rückzug angetreten hatte. Dann wollte der erste Offizier, der nun Kapitän des Schiffes der Abtrünnigen war, uns nötigen ihren früheren Kapitän an sie auszuliefern. Obwohl wir sie zuvor kampfunfähig gemacht hatten. Mit Geschick und Diplomatie überzeugte Kapitän Tönnigs die abtrünnigen sich zurückzuziehen. Ich fand es sehr beeindruckend, wie Kapitän Tönnigs die Situation löste. An seiner Stelle hätte auch Captain Picard stehen können und die Situation wäre nicht anders ausgegangen.



Dann lernte ich Rubys kleine Schwester Stefanie kennen. Sie war auf der Hoststation im Neptunorbit und kontaktierte Ruby. Wir sind also auf die Hoststation rüber teleportiert und haben. Nach einigen Bechern blauen Honigweins ist Ruby zur Far Horizon rüber teleportiert. Wenig später bin ich dann mit Stefanie in den Hangar runter gefahren wo Lady G-Force und Yvette Mangold schon mit ihren Schiffen auf uns warteten. Stefanie ist mit Lady G-Force geflogen und ich mit Yvette. Es folgte ein kleiner Ausflug nach Proxima Centauri mit einer Runde um den roten Zwergstern für Stefanie und dann wieder zurück ins Heimatsystem.



Stefanie hat den Ausflug gut überstanden, kein Wunder, sie fliegt ja schließlich Weldraum-Rennen. Nach unserem Ausflug verbrachten wir noch einige Zeit auf der Hoststation im Neptunorbit bevor wir uns verabschiedeten. Wenn alle Mitglieder der Familie Ivanes so sind wie Ruby und Stefanie dann würde ich die ganze Familie irgendwann mal kennenlernen.







15.07.2013 – Raumschiff „Far Horizon„ Heute war ein ereignisreicher Tag für mich. Es begann heute Früh, als ich in der Mannschaftsmesse auf Lady G-Force wartete.
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Leutnant Mangold setzte sich mir gegenüber an den Tisch und wenig später strich sie mit ihrer Schuhspitze an meinem Bein entlang. Ich weis nicht wie lange ich

dies noch tatenlos hätte geschehen lassen können bevor sie meine Abwehr durchbrochen hätte.



Zum Glück kam Lady G-Force rechtzeitig und hat dem ein Ende bereitet. Leutnant Mangold schien es Erschreckt zu haben, daß Lady G-Force sie bei ihrem Tun erwischt hatte, dies ließ zumindest ihre Gesichtsfarbe erkennen.



Dann bin ich mit Lady G-Force zum Gliese581-System geflogen um einer mysteriösen Nachricht nachzugehen, welche Kapitän Tönnigs vom Verwalter der dortigen Kolonie erhalten hatte. Auf dem Weg ins Gliese581- System hatte ich die Gelegenheit mich über die Systeme der BLACK SWORD zu informieren. Was für ein beeindruckendes Schiff, genau wie ihre Pilotin! Die Ausstattung des Schiffes ist phantastisch für ein zweisitziges Schiff dieser Größe und der Flugstil der Pilotin ist effizient und beinahe beängstigend. Ich verstehe nun, warum die Piloten und WSOs einen Flug mit Lady G-Force fürchten.



Im Gliese581-System haben wir den Grund für die mysteriöse Nachricht, welche Kapitän Tönnigs gestern erhalten hatte, entdeckt. Es war ein Asteroid mit einem Durchmesser von fünfhundert Metern, der hauptsächlich aus verschiedenen Metallen bestand. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn Dieser Brocken den Planeten getroffen hätte.



Lady G-Force schlug vor den Asteroiden zu zerstören, doch es gelang mir sie von meiner Idee zu überzeugen den Kurs des Asteroiden zu ändern. Ich hätte nicht gedacht, daß das Schiff von Lady G-Force ein derartiges Potential besitzt. Wir haben mit einer kleinen Modifikation der Mikrowellengeschütze ein Magnetfeld erzeugt und den überwiegend aus Metall bestehenden Asteroiden damit abgebremst bis er durch die Schwerkraft des Sterns Gliese581 zu diesem hingezogen wurde ohne dabei einen Planeten zu gefährden.



Dann sind wir in unser Heimatsonnensystem zurückgekehrt. Bevor wir zur Far Horizon zurückkehrten demonstrierte mir Lady G-Force noch auf beeindruckende Weise die

Manövrierfähigkeit ihres Schiffes.
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Nachdem ich die BLACK SWORD und ihre Pilotin unter realen Bedingungen im Einsatz erlebt habe erfüllt es mich mit Stolz der permanente WSO von Lady G-Force zu sein.
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