Sebastian und Seine Abenteuer auf dem Raumschiff Far Horizon (09)   53

Fantastisches · Romane/Serien · Fan-Fiction/Rollenspiele · Experimentelles

Von:    Andreas Kretschmann      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 28. November 2012
Bei Webstories eingestellt: 28. November 2012
Anzahl gesehen: 1271
Seiten: 39

Diese Story ist Teil einer Reihe.

Verfügbarkeit:    Die Einzelteile der Reihe werden nach und nach bei Webstories veröffentlicht.

   Teil einer Reihe


Ein "Klappentext", ein Inhaltsverzeichnis mit Verknüpfungen zu allen Einzelteilen, sowie weitere interessante Informationen zur Reihe befinden sich in der "Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht":

  Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht      Was ist das?


Schwertkampf in der virtuellen Arena / ein ganz normaler Arztbesuch / Der Flottenball

Zeitepoche 20.07.2013



Es war am späten Vormittag als Ruby und Sebastian erwachten, Ruby sah Sebastian an und sagte: „Guten Morgen mein Süßer!“ Sebastian strich Ruby über das Gesicht und sagte: „Guten Morgen Ruby!“ Dann küßte Ruby Sebastian zärtlich und fragte anschließend: „Wie geht’s Dir?“ Sebastian erwiderte: „Nach dem was Du gestern Abend hier mit mir angestellt hast, phantastisch.“ Ruby sagte: „Ich fragte eigentlich wegen dem Ball am heutigen Abend.“ Sebastian erwiderte: „Eine gewisse Nervosität verspüre ich schon. Sowas wurde schließlich noch nie gemacht und ich will es auch nicht vermasseln.“ Ruby küßte Sebastian erneut und sagte: „Du wirst es nicht vermasseln. Ich bin schließlich bei Dir und wir beide haben schließlich schon eine Menge erlebt. Wir werden auch diesen Ball erfolgreich meistern.“ Sebastian antwortete: „Okay, wenn Du es sagst, beruhigt mich das. Wir haben schließlich auch die Karaokeparty gestern Abend erfolgreich gemeistert.“ Ruby erwiderte: „Das ist die richtige Einstellung. Was meinst Du, wollen wir langsam aufstehen?“ Sebastian sagte: „Na gut, laß uns aufstehen.“ Damit verließen sie das Bett und gingen in den Waschraum.



Als sie unter der Dusche standen und die morgendliche Aufwachhilfe hinter sich gebracht hatten schaute Sebastian Ruby an und sagte: „Der Auftritt mir Dir gestern hat mir gefallen, Du hast wirklich eine tolle Stimme.“ Ruby antwortete: „Freut mich, daß es Dir gefallen hat. Kapitän Tönnigs war auch erfreut, daß wir den Titel für die Far Horizon geholt haben.“ Wenig später verließen sie die Dusche und zogen sich an. Ruby fragte: „Wollen wir wieder hier oben essen?“ Sebastian sagte: „Ja, das ist eigentlich ziemlich bequem.“ Dann gingen sie in den Wohnbereich und Ruby fragte: „Was willst Du essen?“ Sebastian sagte: „Ich trinke wieder einen Neurobooster mit Mangogeschmack und dazu nehme ich zwei Scheiben Toast mit Pflaumenmuß.“ Ruby bestellte das Menü für Sebastian und für sich einen Neurobooster mit Mangogeschmack und eine Portion Müsli. Wenig später kam der Aufzug mit der Bestellung, Ruby nahm das Tablett heraus und stellte es auf den Tisch.
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Dann setzte sie sich zu Sebastian und sie begannen zu frühstücken.



Während sie mit ihrem Frühstück beschäftigt waren, ertönte plötzlich die Stimme von Miriam Sukow aus Sebastians Armband. Sebastian nahm das Gespräch an und fragte: „Was gibt’s denn Miriam?“ Miriam antwortete: „Wenn Ihr in der Nähe eines Bildschirms seit, dann macht mal den Flottennachrichtenkanal an!“ Sebastian fragte: „Was ist denn passiert?“ Miriam antwortete: „Seht selbst! Wir sehen uns heute Abend auf dem Ball. Sukow Ende!“ Dann schloß sie den Kanal. Sebastian aktivierte den Bildschirm und wählte den Nachrichtenkanal der Flotte.



Auf dem Bildschirm war Miranda Raven zu sehen als sie gerade die neueste Meldung verlas. Sie sagte: „Diejenigen unter Ihnen, welche die Befähigung haben ein Raumschiff zu kommandieren kennen diese Situation. Sie sind gerade dabei einen Planeten zu untersuchen, da taucht ein Raumschiff der freien russischen Flotte auf und man beschuldigt Sie, daß Sie das Sternensystem für sich beanspruchen wollen. Diejenigen von Ihnen, welche diese Prüfung bestanden haben erinnern sich an die Zerstörung des gegnerischen Raumschiffes mit allen neununddreißig Menschen an Bord. Die Alternative wäre gewesen, das Eigene Schiff in einer Schlacht zu verlieren oder sich zurückzuziehen. Doch seit gestern gibt es eine weitere Alternative. Kapitän Tönnigs von der Far Horizon hat uns freundlicherweise die Aufzeichnungen aus dem Simulator zukommen lassen damit wir Ihnen zeigen können, wie Ihre Prüfung noch hätte ausgehen können.“



Dann wurde die Aufzeichnung aus dem Simulator gezeigt. Ruby und Sebastian schauten gebannt zu. Sebastian sagte zu Ruby, während sie die Aufzeichnung sahen: „Ich fasse es nicht! Wenn ich nicht genau wüßte, daß wir das da auf dem Bildschirm sind. Ich würde dies für eine neue Episode von Startrek halten.“ Ruby fragte: „Ist die Ähnlichkeit so groß?“ Sebastian antwortete: „Wenn Du die Personen austauschst, könnte dies auch eine Episode aus – Startrek das nächste Jahrhundert – oder aus – Startrek Raumschiff Voyager – sein.“ Ruby erwiderte: „Das ist doch nichts schlimmes, Du magst doch Startrek und Kapitän Tönnigs und Commander Junkers haben selbst gesagt, daß Du nicht viele Fehler gemacht hast.
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“ Sebastian antwortete darauf: „Ja ich hätte trotzdem nicht gedacht, daß die Ähnlichkeit so groß ist.“ Ruby sagte: „Mach Dir darüber keine Gedanken! Du hast die Prüfung bestanden und das zählt. Vielleicht wirst Du noch viel mehr Ähnlichkeiten feststellen, wenn Du mit Kapitän Tönnigs auf der Brücke bist.“ Dann küßte sie Sebastian zärtlich und strich ihm durch die Haare.



Nach der Aufzeichnung kommentierte Miranda Raven das gezeigte Material: „Dieser Kapitän ist nicht nur taktisch sehr phantasievoll sondern auch künstlerisch sehr begabt. Auf dem gestrigen Karaokewettbewerb war es jener Fähnrich, der mit seiner Ausbilderin das Lied sang, welches mit fünfunddreißig Komma fünf Prozent zum besten Beitrag gekürt wurde. Wir werden diesen jungen Mann heute auch auf dem Flottenball sehen. Dort wird er als neuer Angehöriger der Raumflotte mit seiner Begleitung, die auch seine Ausbilderin ist im Rahmen des Vorstellungstanzes etwas präsentieren, wofür es noch keine Bezeichnung gibt, sagte er mir gegenüber im gestrigen Interview.“ Dann kam Miranda Raven zu weiteren Meldungen. Sebastian deaktivierte den Bildschirm und sagte: „Na toll, jetzt bin ich auch noch eine Berühmtheit!“ Ruby legte Sebastian den Zeigefinger quer über die Lippen und sagte: „Ganz ruhig, solcher Ruhm ist vergänglich. In zwei Jahren erinnert sich kaum noch jemand an den gestrigen Tag.“ Sebastian erwiderte: „Und was ist mit dem heutigen Abend? Unsere sogenannte Tanznummer wird doch sicher ein paar Wellen schlagen.“ Ruby antwortete: „Ja, das wird sie zweifellos. Doch ich glaube daß die Leute viel zu sprachlos sein werden um Dich mit Fragen zu belagern.“



Sebastian hob sein Armband an den Mund und stellte eine Verbindung zu Kapitän Tönnigs her. Kapitän Tönnigs meldete sich und sagte: „Hallo Fähnrich, äh ich meine Leutnant! Was haben Sie auf dem Herzen?“ Sebastian sagte: „Ich habe eben den Nachrichtenkanal der Flotte verfolgt. War das wirklich nötig, die Aufzeichnung aus dem Brückensimulator von gestern an die Medien weiterzuleiten? Ich habe meine Beförderung noch nicht einmal richtig verdaut, da macht man mich zu einer Berühmtheit.“ Kapitän Tönnigs antwortete: „Nun machen Sie sich mal keine Sorgen, das wäre früher oder später sowieso passiert.
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Wenn die Spezifikationen des Magnettraktorsystems veröffentlicht werden, dann werden Sie ein weiteres Mal im Rampenlicht stehen. Und von der Sache mit den Wächtern will ich gar nicht erst reden.“ Sebastian erwiderte: „Kapitän Tönnigs, ich bitte Sie! Halten Sie bitte die Informationen, welche mich mit den Wächtern in Verbindung bringen, unter Verschluß! Ich möchte auf keinen Fall als Abgesandter der Wächter berühmt werden. Dann würde ich permanent von den Gläubigen Wächterfans belagert werden.“ Kapitän Tönnigs erwiderte: „Ich kann Ihre Bedenken nachvollziehen. Wenn Sie es wünschen werde ich die entsprechenden Informationen unter Verschluß halten.“ Sebastian antwortete: „Danke, das käme mir sehr entgegen.“ Kapitän Tönnigs erwiderte: „Verstanden. Dann sehen Wir uns heute Abend auf dem Ball. Alle neugierigen Bewunderer Können Sie ja für Fragen an mich verweisen. Bis heute Abend! Tönnigs Ende!“ Damit schloß Kapitän Tönnigs den Kanal.



Ruby sagte: „Siehst Du, alles wird gut. Neugierige Interessenten kannst Du an Kapitän Tönnigs verweisen. Und wenn Du erst mal das Maskottchen des Zero – G – Teams bist, dann wirst Du schnell für neue Schlagzeilen sorgen und keiner wird mehr an die alten Geschichten denken.“ Dann verspeisten sie den Rest ihres Frühstücks und stellten das leere Geschirr und das Tablett in den Speiseaufzug. Als Ruby die Tür des Speisenaufzugs schloß sagte sie: „Jetzt ist es Mittag, was machen wir bis zum Beginn des Balls noch?“ Sebastian erwiderte: „ich habe keinen Plan.“ Ruby antwortete: „Ich bringe erst einmal meine Sporttasche, meine Fliegermontur und meinen Helm in mein Büro.“ Damit ging sie in den Schlafbereich und holte ihre Fliegerklamotten, dann sagte sie: „Bin gleich wieder da.“ Damit verließ sie Sebastians Quartier. Sebastian blieb in der Tür seines Quartiers stehen und wartete bis Ruby zurück kam. Als Ruby zurückkehrte fragte Sebastian: „Kommt Deine kleine Schwester auch zum Ball? Ruby erwiderte: „Ja, natürlich. Du glaubst doch nicht daß Stefanie sich so eine Veranstaltung entgehen läßt.“ Sebastian fragte weiter: „Was glaubst Du wie unsere ... Tanzeinlage auf Stefanie wirkt?“ Ruby antwortete: „Sie wird begeistert sein.
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Sie steht auf Geschwindigkeit, ich könnte wetten daß sie am liebsten mitmachen würde.“ Sebastian sagte: „Aber erzähle ihr vorher nichts, je weniger davon wissen um so größer wird die Begeisterung sein.“ Ruby lachte und antwortete: „Versprochen. Außerdem in ein paar Stunden erfahren es die Leute sowieso.“



Wenig später erhielt Sebastian einen Sprechwunsch von Doktor Ngujen, überrascht nahm er das Gespräch an und fragte: „Doktor?“ Daraufhin erwiderte Doktor Ngujen: „Hallo Leutnant Neuhof, der Kapitän hat mir von Ihrem gestrigen versehentlichen Bestehen der praktischen Befähigungsprüfung berichtet. Ich wollte es nicht versäumen, ihnen dazu meine Glückwünsche zu übermitteln. Jetzt werden Sie wohl die Theorie von Kapitän Tönnigs persönlich auf der Brücke beigebracht bekommen.“ Sebastian erwiderte: „Danke, ich bin ehrlich gesagt noch etwas unsicher, worauf ich mich da eingelassen habe. Ich hoffe doch daß Ruby während meines Brückendienstes ebenfalls anwesend ist.“ Ruby strich Sebastian über den Kopf und Doktor Ngujen antwortete: „Das wird sie zweifellos, schließlich ist sie nicht nur Ihre Ausbilderin sondern sie ist bildet auch ein Team mit ihnen und mit Yvette natürlich auch. Verlassen Sie sich drauf, Ruby wird an Ihrer Seite sein. Es gibt da allerdings noch einen Grund, warum ich Sie kontaktiere.“



Sebastian fragte: „Worum geht es?“ Doktor Ngujen erwiderte: „Wenn Sie wieder auf der Far Horizon sind, melden Sie bitte bei mir auf der Krankenstation.“ Sebastian fragte: „Was ist der Grund dafür?“ Doktor Ngujen antwortete: „Sie brauchen keine Angst zu haben, es ist nur eine Routinebehandlung, Sie erhalten eine auf Nanotechnologie basierende aktive Immun- und Heilungsunterstützung.“ Sebastian erwiderte: „Ich weis was Nanotechnologie ist aber was Sie damit meinen ist mir ein Rätsel.“ Doktor Ngujen sagte: „Leutnant Neuhof, bitte denken Sie nicht so viel darüber nach. Sie machen Sich sonst noch mehr Angst als es die Sache wert ist. Ich versichere Ihnen, es gibt absolut keinen Grund um vor dieser Behandlung Angst zu haben. Außerdem wird Ruby bestimmt dabei an Ihrer Seite sein.“ Ruby ergänzte: „Ja, das werde ich mit Sicherheit.“ Sebastian antwortete: „Na gut, ich werde mir über dieses Thema keine Gedanken mehr machen und wenn wir wieder auf dem Schiff sind suchen wir Sie auf Doktor.
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“ Darauf erwiderte Doktor Ngujen: „Eine gute Entscheidung. Und tun Sie sich selbst einen Gefallen, reden sie mit keinem Anderen über Ihre bevorstehende Behandlung. Einige Leute könnten sich daraus einen Spaß machen, Sie mit Horrorgeschichten zu verunsichern. Ich will ja keine Namen nennen aber es gibt da so eine Geschwaderführerin...“



Sebastian sagte: „Ja, dieser Person ist sowas zuzutrauen. Sehen wir uns auch auf dem Ball? Wenn ja, dann bringen Sie bitte, nur vorsichtshalber Ihr magisches Auge mit.“ Doktor Ngujen erwiderte: „Magisches Auge? Ach Sie meinen bestimmt mein Diagnoseokular. Warum, haben Sie vielleicht irgendwelche Beschwerden?“ Sebastian sagte: „Nein, kein Grund zur Besorgnis, aber falls Yvette es mit dem Tanzen übertreibt und ihrem Partner vielleicht eine Zerrung oder was ähnliches unschönes zufügt, wäre es gut wenn jemand da ist, der gleich eine Diagnose stellen kann.“ Doktor Ngujen antwortete: „Gut, ich verstehe, ich werde mein Diagnoseokular unauffällig bei mir tragen und auch einen Nervenstranginduktor zum lindern eventueller Schmerzen. Danke für Ihren Hinweis! Hoffentlich ist Ihre Sorge unbegründet. Ich möchte schließlich auf dem Ball eine unbeschwerte Zeit verbringen. Ich bin schon sehr gespannt, was Sie und Ruby im Rahmen des Vorstellungstanzes zeigen werden. Bis heute Abend! Ngujen Ende!“ Dann wurde die Verbindung beendet.



Ruby fragte: „Du traust Yvette wohl nicht über den Weg?“ Sebastian erwiderte: „Nicht weiter als ich sie werfen kann. Aber das ist nicht der Grund warum ich Doktor Ngujen gebeten habe ihre Ausrüstung mitzubringen. Ich würde uns gerne vorsichtshalber vor oder nach unserer Aufführung von ihr scannen lassen. Ich weis nämlich nicht ob das was wir vorhaben eventuell Nebenwirkungen hat.“ Ruby lachte, dann sagte sie: „Du bist mir ja ein komischer Kauz! Aber gut, laß sie Dich ruhig scannen wenn Dich das beruhigt.“ Sebastian erwiderte: „Uns, Du meintest wohl, laß sie uns ruhig scannen.“ Ruby sagte: „Okay, dann soll sie uns eben beide scannen. Es dauert ja nicht lange und tut auch nicht weh.“ Dann strich sie Sebastian mit der Hand über die Wange.



Dann fragte Ruby: „Was wollen wir jetzt machen?“ Sebastian erwiderte: „Ruby, bisher haben wir immer nur das gemacht, was mir Spaß machte.
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Was würde Dir denn gefallen?“ Ruby antwortete: „Also das stimmt nicht so ganz. Was wir gestern am späten Abend beide miteinander gemacht haben hat mir auch sehr gefallen. Aber wenn Du unbedingt wissen willst, was mir Spaß machen würde, ich würde gerne mal wieder im Mediencenter eine Runde Cyberblade spielen.“ Sebastian erwiderte: „Ich kenne dieses Spiel zwar nicht aber wenn Du es mir erklärst kann ich es ja gerne einmal versuchen.“ Ruby fragte: „Im Ernst, Du und ich im Mehrspielermodus?“ Sebastian antwortete: „Ja schließlich will ich, wenn es Spaß macht, Dir den ganzen Spaß nicht alleine überlassen.“ Ruby fiel Sebastian um den Hals, küßte ihn kurz aber heftig und sagte: „Das wird irre, Du und ich beim Cyberblade im Mehrspielermodus!“ Sebastian antwortete: „Na gut, dann erkläre mir mal das Spiel!“ Ruby erwiderte: „Nein, anstelle einer langweiligen trockenen Erklärung gibt’s jetzt Anschauungsunterricht. Komm mit!“ Dann ergriff sie Sebastians Hand und ging mit ihm zum Lift. Dort wählte sie das Mediencenter als Fahrziel und zog Sebastian ungeduldig in den Lift, als die Türen sich öffneten.



Als sie im Mediencenter eintrafen zog Ruby Sebastian hinter sich her in die Abteilung für Virtual-Reality-Spiele. Sie kamen an einen Tresen und Ruby sagte zu dem Mann dahinter: „Zwei Personen für den Mehrspielermodus bitte!“ Dann legte sie kurz ihr Handgelenk mit dem Hightech-Armband auf den Tresen und gab Sebastian zu verstehen, dies auch zutun. Sebastian legte ebenfalls sein Handgelenk auf den Tresen, daraufhin sagte der Mann: „Sie haben die Nummer achtzehn. Wenn Sie aufgerufen werden gehen Sie bitte in Kabine sieben.“ Ruby nickte, dann setzten sie sich beide in den Wartebereich. Sebastian sagte: „Das ist ja wie bei einer Röntgenuntersuchung.“ Ruby erwiderte abwertend: „Röntgenuntersuchung, das ist ja finsterstes Mittelalter! Von der Strahlenbelastung wollen wir gar nicht erst reden. Wenn Du wissen willst ob in Dir drinnen alles in Ordnung ist, kann Doktor Ngujen Dir das binnen zehn Sekunden sagen. Und sie erkennt auch Infektionen oder biochemische Ungleichgewichte und noch vieles mehr.“



Dann wurde ihre Nummer aufgerufen, sie gingen in die zugewiesene Kabine und Ruby sagte: „Okay, ziehen wir uns um!“ Sebastian fragte: „Umziehen?“ Ruby deutete auf einen kleines Fach in dem zwei Anzüge und zwei Helme lagen, dann sagte sie: „Das mußt Du überziehen, sonst gibt es häßliche blaue Flecken.
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“ Sebastian griff den Anzug der seine Größe zu haben schien, zog ihn an und setzte den Helm auf. Ruby hatte sich ebenfalls umgezogen und sagte: „So Basti, jetzt wird’s ernst. Was glaubst Du worum es bei Cyberblade geht?“ Sebastian erwiderte: „Ich würde den Namen übersetzen als virtuelle Klinge.“ Ruby sagte: „Richtig.“ Sebastian fragte: „Ein virtueller Schwertkampf?“ Ruby nickte worauf Sebastian fragte: „Du gehst dabei aber nicht so ab wie – Agent Ruby – aus den ATI- Grafikartenbenchmarks?“ Ruby erwiderte: „Hey, ich war nur das optische Vorbild für Agent Ruby, der Rest ist alles Animation!“ Sebastian sagte: „Puh, einen Moment hast Du mir richtig Angst gemacht.“ Ruby reichte Sebastian einen langen Kunststoffstab und sagte: „Dein Schwert.“ Sebastian sagte: „Sehr witzig.“ Ruby erwiderte: „Visier runter und Augen zu!“ Sebastian fragte: „Mit geschlossenen Augen?“ Ruby verzog das Gesicht und sagte: „Augenliederprojektionssystem. Muß ich noch mehr sagen?“



Sebastian klappte sein Visier herunter und schloß die Augen, dann betrachtete er sein Schwert. Es sah aus wie eines aus einem alten Märchenfilm eben wie ein richtiges Schwert. Dann sah Sebastian zu Ruby auf und erkannte die Optik von Agent Ruby aus den Benchmarkprogrammen von ATI, er sagte: „Wow, das ist cool!“ Ruby fragte: „Dir gefällt wohl was Du siehst?“ Sebastian antwortete: „Ja das tut es, das ist ja der Wahnsinn! Wie sehe ich aus?“ Ruby sagte: „Hinter Dir ist ein Spiegel.“ Sebastian drehte sich um und betrachtete seine Erscheinung, er sah wie ein Krieger aus einem Fantasy-Film aus. Sebastian sagte: „Auch das gefällt mir.“ Ruby erwiderte: „Dann laß uns mal in die Arena gehen!“ Sebastian folgte Ruby in die Mitte des Raumes, wohin ein großer heller Lichtkreis projiziert war. Als sie in der Mitte des Lichtkreises standen fragte Ruby: „Was darf es sein, eine antike Arena, ein futuristischer Kampfkäfig oder etwas ganz anderes?“ Sebastian fragte: „Ein großer Saal in einem alten Schloß?“ Ruby erwiderte: „Hey, das hat Stil!“ Darauf hin sagte sie: „Programm – Duell im Rittersaal starten!“ Wenig später schienen sie sich in einem großen Saal zu befinden, an den steinernen Wänden hingen Fackeln und in der Mitte war ein großes Mosaik auf dem Boden, das die Größe des Lichtkreises hatte welcher die Arena darstellte.
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Ruby fragte: „Wollen wir?“ Sebastian erwiderte darauf: „Laß die Spiele beginnen!“ Dann verneigten Sie sich voreinander und begannen. Ruby sagte: „Na los, greif´ mich an!“ Sebastian erwiderte: „Ich soll Dich angreifen?“ Ruby antwortete: „Basti, es ist nur ein Spiel! Aber wenn Du den ersten schritt nicht machen willst, soll es mir auch recht sein. Dann mache ich den Anfang!“ Mit diesen Worten erhob sie ihr Schwert und rannte auf Sebastian zu. Sebastian hielt sein Schwert mit beiden Händen waagerecht und fing Rubys Schlag ab, dann bewegte er sein Schwert einmal im Kreis, worauf Ruby einen Schritt zurückging und sagte: „Nicht schlecht junger Schüler, Du beherrschst die Kunst des Verteidigens. Aber wie stark ist Dein Angriff?“ Mit diesen Worten griff sie erneut an. Während Sebastian ihre Angriffe parierte sagte er: „Wer angreift, macht einen taktischen Fehler. Nur die Verteidigung erlaubt es, logisch auf die Aktionen des Gegners zu reagieren.“ Mit diesen Worten schlug er Ruby das Schwert aus der Hand und landete anschließend durch den Schwung seines Schlages einen Treffer seitlich an ihrem Hals. Vor seinen Augen erschien das Wort „Winner“



Erschrocken rief Sebastian: „Ruby, alles Okay?!“ Ruby erwiderte: „Alles im grünen Bereich, das war eine perfekte Enthauptung und somit ein Punkt für Dich.“ Sebastian fragte: „Aber ich habe Dich doch ziemlich hart getroffen.“ Ruby erwiderte: „Ja, genau deswegen haben wir die Anzüge und Helme. Die Anzüge bestehen aus einer schockabsorbierenden Verbundfaser, welche die Aufprallenergie seitlich ableitet und auf eine große Fläche verteilt. Alles okay, mir geht’s bestens. Wollen wir weitermachen?“ Sebastian erwiderte: „Na gut, auch wenn es mir keine Freude bereitet, gegen Dich zu kämpfen.“ Ruby sagte: „Basti, es ist nur ein Spiel oder von mir aus ein Sport. Ich weis daß Du mich nicht verletzen willst und das wirst Du auch nicht. Dieses Spiel ist absolut sicher. Na komm, laß uns weitermachen!“



Sebastian stellte sich wieder Ruby gegenüber und sie verneigten sich voreinander.
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Dann sagte Sebastian: „Gut, wenn Du es so willst dann laß uns kämpfen. Das Haus von Neuhof wird sich niemals dem Haus von Ivanes unterwerfen!“ Ruby rief: „Hey, super, das macht es viel atmosphärischer.“ Dann sagte sie: „Dann wird das Haus von Neuhof untergehen!“ Damit griff sie wieder an. Sebastian hatte einiges zu tun um ihren Attacken auszuweichen und diese zu parieren. Dabei rief er: „Das Haus von Ivanes war schon immer für blutige Auseinandersetzungen in unserem Reich verantwortlich, doch hier und heute wird der Schlußstrich gezogen.“ Nach einigen heftigen Angriffen und deren Abwehr rief Ruby: „Und wer will uns stoppen, etwa die kampfesmüden Mitglieder des Hauses von Neuhof? Diese Schwächlinge beherrschen ja noch nicht einmal die Kunst des Angriffs!“ Sebastian erwiderte während er auf Rubys Attacken reagierte: „Die Kunst des Angriffs ist nur eine Seite der Schriftrolle der Kunst des Krieges. Das Schwert mag zwar am Ende meist gegen den Schild triumphieren aber dadurch wird der Schild beim nächsten Mal noch stärker sein!“ Damit wich er einem Schlag von Ruby aus, indem er sich duckte und führte gleichzeitig den Gegenschlag aus, mit dem er Ruby ziemlich heftig oberhalb des Beckens seitlich traf. Erneut prangte vor seinen Augen das Wort „Winner“ und abermals fragte er Ruby ob sie in Ordnung sei.



Ruby erwiderte: „Puh, Du bist ein verdammt harter Gegner. Mit diesem Schlag hättest Du mich in einem echten Kampf halbiert. Aber keine Sorge, mir geht es gut. Laß uns noch eine Runde bestreiten!“ Dann verneigten sie sich wieder voreinander und bestritten die dritte Runde. Wieder schenkten sie sich nichts, Sebastian konzentrierte sich auf die Verteidigung und Ruby eher auf den Angriff. Dabei Hagelte es Dialoge, die eines Rollenspiels durchaus würdig waren. Diesmal traf Sebastian Rubys Handgelenk ziemlich heftig, während er einen ihrer Angriffe abwehrte. Auch dieses Mal erschien wieder das Wort „Winner“ vor seinen Augen. Sebastian fragte: „Was ist passiert, wieso habe ich gewonnen?“ Ruby erwiderte: „Das war ein Treffer an meinem Handgelenk, Du hast mir, natürlich nur virtuell, die Hand mit samt dem Schwert abgeschlagen.“ Sebastian erwiderte: „Tut mir leid.“ Ruby sagte daraufhin: „Das muß es nicht, Du hast gut gekämpft und gewonnen und ich habe verloren.
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Aber trotzdem hatte ich schon lange nicht mehr so viel Spaß. Jetzt laß uns aber Schluß machen, bevor Du Dir noch einen Muskel zerrst.“ Sebastian stimmte zu und sie zogen die Schutzanzüge wieder aus und setzten die Helme ab. Als sie die Kabine verließen legte Ruby den Arm um Sebastian und sagte: „Dein Kampfstil ist wirklich interessant. Du beschränkst Dich ausschließlich auf die Verteidigung und wartest bis der Gegner einen Fehler macht, diesen Fehler nutzt Du dann gnadenlos aus.“



Als sie an dem kleinen Tresen vorbei kamen, wo Ruby vor ihrem Kampf sie beide angemeldet hatte sagte sie: „Warte mal kurz Basti!“ Dann zog sie eine Speicherkarte aus ihrer Hosentasche und sagte zu dem Mann hinter dem Tresen: „Bitte verschieben Sie die Aufzeichnung des Spiels von Kabine sieben auf meine Speicherkarte!“ Der Mann steckte die Karte in ein Lesegerät und tippte auf einer Konsole herum. Dann zog er die Karte wieder aus dem Lesegerät und reichte sie Ruby. Darauf sagte Ruby: „Danke, und bis zum nächsten Mal.“ Dann ging sie mit Sebastian zum Lift.



Sebastian fragte: „Warum hast Du die Aufzeichnung auf Deine Speicherkarte kopieren lassen?“ Ruby antwortete: „Verschieben, nicht kopieren. Beim Verschieben wird das Exemplar im Stationsspeicher nach der Übertragung auf meine Speicherkarte gelöscht.“ Sebastian fragte weiter: „Und, willst Du die Speicherkarte auch löschen?“ Ruby erwiderte: „Später vielleicht. Ich will die Aufzeichnung Judith mal zeigen, vielleicht kann sie Deinen Kampfstil auf den Zero – G – Ballsport adaptieren.“ Sebastian antwortete: „Du zeigst es aber nur Judith und dem Zero – G – Team, bei jeder weiteren Person fragst Du mich vorher!“ Ruby erwiderte: „Ja, versprochen.“ Dann fragte Ruby: „Hast Du auch Hunger?“ Sebastian antwortete: „Ja, dieser Schwertkampf hat mich ganz schön hungrig gemacht. Laß uns in den Restaurantbereich fahren!“ Ruby wählte das entsprechende Fahrziel an der Liftkonsole und sie betraten den Lift, als die Türen sich öffneten.



Auf der Restaurantebene angekommen fragte Ruby: „Und wo essen wir heute?“ Sebastian überlegte und erwiderte: „Sag Du es mir, wenn Du ein bestimmtes Restaurant im Sinn hast.“ Ruby sagte: „Ich gehe ganz gerne zu Skyfood, dort werden vegetarische Gerichte aus extraterrestrischem Anbau serviert.
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“ Sebastian fragte: „Extratarrestrisch, das heißt doch soviel wie außerirdisch?“ Ruby erwiderte: „Ja, das Essen für Skyfood wird auf einigen speziellen Raumstationen angebaut, die auf einer Umlaufbahn zwischen Merkur und Venus die Sonne umkreisen.“ Sebastian fragte: „Das liegt doch außerhalb der bewohnbaren Zone oder?“ Ruby antwortete: „Für den Anbau auf einem Planeten mag dies zutreffen aber für eine Raumstation gelten andere Regeln. Die Pflanzen bekommen nicht das echte Sonnenlicht ab sondern ein spezielles Licht welches Elektrisch erzeugt und auf die Bedürfnisse der Pflanzen abgestimmt wird. Auf einer Station können alle irdischen Klimabedingungen simuliert werden und auch Bedingungen, die es nicht auf der Erde gibt. Einige Pflanzen gedeihen unter Schwerelosigkeit oder Niedrigschwerkraft.“ Sebastian sagte: „Jetzt bin ich neugierig geworden, laß uns zu Skyfood gehen!“



Sie gingen zu einem kleinen Restaurant, dessen Innenraum ländlich dekoriert war, Sebastian fragte: „Ist Skyfood sowas wie ein Biorestaurant? Ruby erwiderte: „Skyfood ist nicht nur ein Biorestaurant sondern das Biorestaurant schlechthin. Der Anbau der Pflanzen geschieht absolut ohne Pestizide oder Maschinen mit Verbrennungsmotoren. Da die Farmen sich auf Raumstationen befinden kommt die Energie direkt von der Sonne. Alle Maschinen für die Bewirtschaftung werden Elektrisch betrieben und das Wasser ist in einem geschlossenen Kreislauf und wird zu einhundert Prozent wiederverwertet. Man hat sogar das Lebenserhaltungssystem auf den Stationen reduziert, da die Pflanzen genug Sauerstoff produzieren um das gesamte Personal zu versorgen.“ Sie setzten sich an einen Tisch und Ruby nahm ein kleines Pad vom Tisch auf. Sie hielt es in der Hand und las Sebastian das Angebot vor. Sebastian entschied sich für Kartoffeln mit Erbsen, Möhren und Brokolie und als Dessert eine Apfel-, Birnen und Bananencreme mit Sauerkirschen. Ruby wählte für sich Kartoffeln mit Spinat und zum Dessert einen Salat aus Tomaten und Bohnen. Wenig später kam das Essen auf einem kleinen Wagen an den Tisch, Ruby nahm die Teller, stellte sie auf den Tisch und sagte: „Hau rein Basti!“ Sebastian erwiderte: „Ja, Du auch!“ Darauf begannen sie zu essen.



Nach dem Essen fragte Ruby: „Wollen wir noch etwas trinken?“ Sebastian erwiderte: „Ich kenne das Angebot nicht so gut.
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Was würdest Du mir empfehlen?“ Ruby sagte: „Hier gibt es einen sehr guten Tee, der bei Schwerelosigkeit gewachsen ist.“ Sebastian sagte: „Dann werde ich diesen Tee mal probieren.“ Ruby fragte: „Mit Zucker und Zitronensaft?“ Sebastian erwiderte: „Das klingt gut.“ Ruby bestellte daraufhin zwei große Tassen des besagten Tees. Als der kleine Wagen kam stellte Ruby die Tassen mit dem Tee auf den Tisch und die leeren Teller auf den Kleinen Wagen. Dann verschwand der kleine Wagen wieder. Sebastian fragte: „Wo ist denn der Zucker?“ Ruby hielt ihm ein kleines Fläschchen entgegen und sagte: „Der wird hier in flüssiger Form angeboten.“ Sebastian nahm das kleine Fläschchen und goß den Inhalt in seinen Tee. Auch Ruby süßte ihren Tee und fügte hinterher den Zitronensaft hinzu. Sebastian tat dies anschließend auch. Dann stießen sie an und ließen sich den Tee schmecken.



Während sie bei ihrem Tee saßen fragte Ruby: „Wo hast Du eigentlich die Sprüche her, die Du beim Cyberblade von Dir gegeben hast? Die haben ja richtig Atmosphäre in die Arena gebracht.“ Sebastian sagte: „So ähnlich reden die Klingonen manchmal bei Startrek. Aber Du hattest auch immer die passenden Antworten.“ Ruby erwiderte: „Ich habe nur versucht in die Stimmung einzutauchen.“ Darauf antwortete Sebastian: „Offensichtlich ist es Dir gelungen, ich hatte jedenfalls den Eindruck daß Du wußtest welche Antworten Du geben mußtest.“ Ruby lachte, dann tranken sie ihren Tee aus und verließen das Lokal.



Als sie den Liftbereich erreichten fragte Ruby: „Es sind noch gut vier Stunden bis zum Beginn des Balls, was fangen wir mit der Zeit an?“ Sebastian fragte: „Reicht die Zeit noch um zu Far Horizon zu springen, Doktor Ngujen auf der Krankenstation zu treffen und mir die auf Nanotechnologie basierende aktive Immun- und Heilungsunterstützung zu verpassen?“ Ruby neigte den Kopf zur Seite und sagte: „Okay, fliegen wir rüber.“ Dann fuhren sie nach oben zu Sebastians Quartier, Sebastian öffnete die Tür und sie gingen hinein. Ruby sagte: „Zieh Dir die Fliegermontur an, setz den Helm auf und schnappe Dir Deine Sporttasche! Ich warte draußen vor meinem Büro.“ Damit verließ sie Sebastians Quartier.
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Sebastian ging in den Schlafbereich, zog sich um und schnappte sich die Sporttasche, dann verließ er sein Quartier.



Draußen wartete Ruby bereits in ihrem Lady G-Force – Outfit und der Sporttasche über der Schulter. Sie fragte: „Bereit?“ Sebastian sagte: „Ich glaube schon.“ Ruby erwiderte: „Ich habe diese Immun- und Heilungsunterstützung auch erhalten. Es war nicht der Rede wert. Ich hatte nur eine Woche lang das Gefühl, kalte Hände zu haben und mußte jeden Tag einen Liter Milch trinken. Das war alles.“ Sebastian sagte nervös: „Dann laß uns fliegen, bevor mir noch jemand ein Gerücht über diese Behandlung auftischt.“ Sie fuhren mit dem Lift in die Jägerbucht und Ruby ließ Alice die Schiffssysteme entsichern. Dann fragte sie: „Willst Du fliegen oder soll ich lieber steuern?“ Sebastian sagte: „Ich würde schon gerne fliegen. Darf ich, wie im Brückensimulator das Kommando haben?“ Ruby lachte und erwiderte: „Das hat Dir gefallen oder? Na gut, Du hast das Kommando.“



Dann stiegen sie in die Excalibur, sie stellten die Sporttaschen zwischen ihre Füße und Ruby schloß die Kanzel. Nachdem die Wartungsmannschaft die Gangway entfernt hatte sagte Ruby: „Wie lauten Ihre Befehle?“ Sebastian erwiderte: „Bitte die Starterlaubnis von der Stationsverwaltung anfordern!“ Ruby forderte die Starterlaubnis an, als diese erteilt wurde sagte sie: „Wir haben Starterlaubnis.“ Sebastian erwiderte Dank Nummer eins!“ Dann sagte er: „Alice, bitte den Start einleiten und anschließend in den Uranusorbit springen!“ Alice bestätigte die Befehle, dann startete die Excalibur. Sie flogen rückwärts aus der Jägerbucht heraus gingen auf Abstand zur Station. Dann wendete das Schiff und der Sprungantrieb aktivierte sich. Wenige Sekunden später kamen sie im Orbit des Uranus an, die Far Horizon befand sich neben der Wartungsstation, welche den Uranus umkreiste. Sebastian sagte zu Ruby: „Bitte die Landeerlaubnis von der Far Horizon einholen!“ Ruby tat dies und meldete es, als die Landeerlaubnis erteilt war. Sebastian bedankte sich, dann sagte er: „Alice, bitte die Landung auf der Far Horizon einleiten!“ Alice bestätigte den Befehl und sie landeten sanft und präzise auf der Far Horizon.



Als sie in der Kampfflieger- Startrampe angekommen waren und die Gangway heran geschoben war öffnete Ruby die Kanzel und sie stiegen aus.
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Sie nahmen ihre Sporttaschen und stiegen die Gangway herunter. Die Wartungsmannschaft schob die Excalibur in die Hangarbucht und Ruby gab Alice den Befehl, die Schiffssysteme zu sichern und sie beide in ihr Quartier zu teleportieren. Kurz darauf waren sie in ihrem Quartier und Ruby nahm den Helm ab. Sie strich sich durch das Haar und streckte sich. Dann ging sie in den Schlafbereich und zog ihre Fliegermontur aus. Als sie wieder in den Wohnbereich kam sagte sie: „Mann, Du stehst hier wie angewurzelt, Du hättest Dich ja wenigstens setzen können.“ Dann nahm sie Sebastians Hand und sagte: „Na los, laß uns in Dein Quartier teleportieren! Oder willst Du mit Helm und Fliegermontur auf die Krankenstation gehen?“ Sebastian gab den Befehl zur Teleportation und sie waren in seinem Quartier. Sebastian sagte: „Setz Dich bitte, ich ziehe mich nur schnell um!“ Darauf ging er in den Schlafbereich und zog sich Helm und Fliegermontur aus. Er verstaute die Sachen im Kleiderschrank und legte die Sporttasche aufs Bett. Daraufhin ging er zurück in den Wohnbereich. Ruby saß auf der Couch, als Sebastian in den Wohnbereich kam fragte sie: „Na, bist Du bereit für die Krankenstation?“ Sebastian erwiderte: „Bringen wir es endlich hinter uns!“



Ruby nahm seine Hand und gab den Befehl sie beide in die Krankenstation zu teleportieren. Als sie kurz darauf dort eintrafen saß Doktor Ngujen an ihrer Konsole und erledigte sogenannten Papierkram. Sebastian fragte: „Kommen wir ungelegen?“ Doktor Ngujen schaute von ihrer Konsole auf und sagte: „Leutnant Neuhof, ich habe Sie nicht so zeitig erwartet. Aber wenn sie schon einmal hier sind, können wir die Behandlung auch gleich jetzt durchführen.“ Sebastian erwiderte: „Ja, aber könnten Sie uns beide vorher noch einmal scannen?“ Doktor Ngujen antwortete: „Natürlich. Haben Sie irgendwelche Beschwerden?“ Sebastian erwiderte: „Nein es ist nur zur Beruhigung.“ Doktor Ngujen nahm ihr Diagnoseokular und Betrachtete damit Sebastian und Ruby damit. Dann sagte sie: „Alles okay, keine Verletzungen, Krankheiten oder sonstige ungewöhnliche Werte. Dann wollen wir mal mit der Behandlung beginnen, es dauert nicht lange und es tut auch nicht weh. Setzen Sie sich bitte auf den Stuhl dort.“ Sie deutete auf den Stuhl in der Mitte der Krankenstation.
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Sebastian setzte sich mit wackligen Beinen auf den Stuhl und lehnte sich an.



Doktor Ngujen fragte: „Nervös?“ Sebastian erwiderte: „Es ist diese Ungewißheit, was mich erwartet.“ Doktor Ngujen sagte: „Na dann werde ich ihnen mal erklären, was sie erwartet. Die Immun- und Heilungsunterstützung basiert, wie der Name schon sagt auf Nanotechnologie. Das sind winzig kleine Maschinen, die in ihren Kreislauf injiziert werden. Deren Aufgabe ist es Verletzungen an Knochen oder dem restlichen Gewebe zu beheben und Krankheitserreger unschädlich zu machen. Haben Sie Fragen dazu?“ Sebastian fragte: „Woher erkennen die Nanobots beziehungsweise Nanosonden einen Krankheitserreger oder eine Verletzung?“ Doktor Ngujen antwortete: „Die Nanosonden sind mit Ihrem Körper vertraut, da sie durch ihre DNA und die Untersuchungsdaten speziell auf Ihren Körper programmiert wurden.“ Sebastian fragte weiter: „Wie oft muß diese Behandlung wiederholt werden um den optimalen Schutz vor neuen Krankheiten zu gewährleisten?“ Doktor Ngujen sagte: „Gar nicht! Einmal in Ihrem Körper reproduzieren sich die Nanosonden bis zu einer vorbestimmten Anzahl, die sie auch halten, falls einige durch eine Verletzung verloren gehen und werden nur durch ein spezielles Signal, das bei Routineuntersuchungen übertragen wird, mit neuen Informationen über beispielsweise neue Vieren oder Bakterien versorgt.“ Sebastian fragte: „Woher nehmen die Nanosonden die Energie für ihren Betrieb und das Material für die Reproduktion?“ Doktor Ngujen erwiderte: „Energie erhalten Sie über Thermoelemente von Ihrer Körpertemperatur. Das Material zur Reproduktion, das Calcium entnehmen sie Ihrem Körper. Deshalb ist es nach dieser Behandlung auch absolut notwendig, daß Sie für eine Woche täglich einen Liter Milch trinken um keine Mangelerscheinungen zu bekommen. Sind alle Fragen beantwortet?“



Sebastian sagte: „Eine habe ich noch. Wenn die Nanosonden meine Körpertemperatur als Energiequelle nutzen, wie wirkt sich dann der Energieabzug auf meinen Körper aus?“ Doktor Ngujen lachte und sagte: „Sie reden schon wie ein Ingenieur. Aber zu Ihrer Frage kann ich Ihnen nur sagen, daß Ihr Körper die eigene Temperatur durch die Verbrennung von Nährstoffen produziert. Wenn nun durch die Nanosonden Ihre Körpertemperatur um ein oder zwei Nanograd gesenkt wird, dann verbrennt Ihr Körper einfach ein paar Nährstoffe mehr.
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Im schlimmsten Fall essen Sie dadurch geringfügig mehr da Ihr Appetit geringfügig ansteigt. War das die letzte frage?“



Sebastian sagte: „Unglücklicherweise fällt mir keine mehr ein.“ Doktor Ngujen erwiderte: „Dann kann es ja los gehen.“ Sie zog eine dieser schmerzlosen Spritzen aus ihrem Kittel und fragte: „Ist das okay, wenn ich ihnen jetzt hiermit die Nanosonden injiziere?“ Dabei zeigte sie Sebastian die kleine hochmoderne Spritze, Sebastian sagte: „Vor diesen Spritzen habe ich keine Panik.“ Doktor Ngujen sagte: „Okay, also dann Feuer frei!“ Damit hielt sie Sebastian die Spritze an den Hals, daraufhin hörte Sebastian ein leises kurzes zischen. Doktor Ngujen sagte: „Bleiben Sie kurz liegen, ich werde Sie nochmals scannen in ein paar Minuten können Sie aufstehen.“ Während Doktor Ngujen Sebastian scannte fragte er sie: „Muß ich noch irgend etwas beachten, zum Beispiel daß ich mich von Trägheitsverlagerungsfeldern oder phaseninvertierten Schwerkraftfeldern fern halten muß?“ Doktor Ngujen erwiderte: „Nein, es gibt keine derartigen Einschränkungen. Darf ich fragen wie Sie auf derart spezifische Felder kommen?“ Sebastian antwortete: „Das wird eine Überraschung, auf dem Ball werden Sie vielleicht erraten was es mit diesen Feldern auf sich hat.“ Doktor Ngujen sagte: „Interessant, ich bin schon sehr neugierig was mich erwartet.“



Dann fragte Sebastian: „Doktor, wegen der Nanosonden, ich werde jetzt aber nicht durch das Schiff laufen und die Mannschaft assimilieren?“ Doktor Ngujen lachte laut und antwortete: „Ah, die Borg lassen grüßen. Nein sie brauchen nichts derartiges zu befürchten.“ Ruby stand neben dem Stuhl auf dem Sebastian saß, sie hielt seine Hand und fragte: „Wie fühlst Du dich?“ Sebastian erwiderte: „Einige Bruchteile eines Gramms schwerer.“ Doktor Ngujen lachte und sagte: „Dagegen kann man nichts sagen, diese Antwort war einfach nur zutreffend.“ Dann sagte sie: „So, wenn Sie wollen, können Sie jetzt aufstehen.“ Sebastian richtete sich langsam auf, Ruby stützte ihn dabei. Dann stand Sebastian von dem Stuhl auf und sagte: „Alles scheint normal zu sein.“ Doktor Ngujen erwiderte: „Gut, dann sehen wir uns heute Abend auf dem Ball.
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“ Sebastian sagte: „Ja, bis dann.“ Daraufhin ließ er sich und Ruby in sein Quartier teleportieren.



Als sie beide in Sebastians Quartier ankamen sagte Ruby: „Du hast das tapfer durchgestanden, ich bin stolz auf Dich.“ Sebastian fragte: „Warum, es war doch nur eine Routinebehandlung?“ Ruby erwiderte: „Nicht jeder bleibt so cool, wenn ihm eine Ladung Nanosonden verpaßt werden. Einige haben damit ein echtes Problem.“ Sebastian sagte: „Zum Glück hat mir Doktor Ngujen alles haargenau erklärt, bevor sie die Behandlung begonnen hat.“ Ruby antwortete: „Ja Doktor Ngujen zeichnet sich durch ihr Einfühlungsvermögen und ihre ruhige Art aus, eine solche Ärztin findet man nicht so leicht.“



Schließlich fragte Ruby: „Was willst Du jetzt machen?“ Sebastian antwortete: „Nun, ich denke, ich werde einen Liter Milch zu mir nehmen und etwas auf dem Bildschirm ansehen. Wenn Du möchtest kannst Du bei mir bleiben.“ Ruby sagte aber natürlich möchte ich das.“ Dann ging Sebastian zu der kleinen Teleporterstation und bestellte sich eine Kanne Milch mit einem Liter Fassungsvermögen und einen Trinkbecher. Darauf fragte er Ruby, welche Sender man auf der Far Horizon empfangen kann. Ruby nannte ihm eine Reihe von Spartenkanälen und erklärte ihm, daß er auch gezielt Beitrage oder Filme abrufen könne. Sebastian schnippte mit dem Finger und sagte: „Startrek! Kapitän Tönnigs hat doch gesagt, das alle Episoden jetzt in der Datenbank der Far Horizon sind. Das heißt, wenn es Dir nichts ausmacht.“ Ruby erwiderte: „Nein, ich bin schon neugierig auf diese Captain Janeway vom Raumschiff Voyager.“ Sebastian sagte: „Gut, dann laß uns zwei Folgen anschauen und dann sehen wir weiter.“ Ruby stimmte zu, orderte sich einen Becher blauen Honigwein und sie setzten sich auf die Couch vor den großen Bildschirm. Sebastian wählte zwei Folgen von „Raumschiff Voyager“ aus und sie lehnten sich zurück und verfolgten die beiden Episoden. Dabei trank Sebastian ab und zu einen Becher Milch.



Ruby war fasziniert von der Voyager, besonders der holographische Doktor interessierte sie. Sebastian erklärte ihr alles genau und beantwortete ihre Fragen. Als sie die zweite Episode zuende geschaut hatten sagte Ruby; „Wow, jetzt weis ich warum meine Schwester so von dieser Serie schwärmt.
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Da ist ja richtig was los und das Schiff ist auch toll. Besonders die Antriebe, wenn sie vor dem Sprung auf Überlichtgeschwindigkeit nach oben klappen.“ Sebastian erwiderte: „Ja, die Voyager, mit ihren zwei schwenkbaren Warpgondeln ist ziemlich cool.“ Dann trank er den letzten Becher Milch aus und stellt die leere Kanne und den Becher auf die kleine Teleporterstation, dann befahl er: „Rückgabe des Geschirrs!“ Darauf verschwanden die Kanne und der Becher. Ruby tat dies mit ihrem leeren Becher ebenfalls und sagte: „In neunzig Minuten geht’s los, der Alljährliche große Flottenball.“ Sebastian erwiderte: „Ja, ich bin schon ganz neugierig, wie unsere Nummer ankommt.“



Ruby fragte: „Irgendeine Idee für die nächste Stunde?“ Sebastian erwiderte: „Ob es okay ist, wenn wir auf der Brücke vorbeischauen?“ Ruby sagte: „Ich glaube daß weder Kapitän Tönnigs, noch Commander Junkers damit ein Problem hat. Wir sind hier doch eh nur angedockt und Du hast seit gestern offiziell eine Kommandoberechtigung. Also wenn Du willst, können wir zur Brücke hochfahren.“ Sebastian erwiderte: „Ja, laß uns hochfahren.“ Ruby stand von der Couch auf und sie verließen gemeinsam das Quartier, die Flure waren gespenstisch leer, alles wirkte wie ausgestorben. Sebastian sagte: „Das ist hier so leer wie auf einem Geisterschiff.“ Darauf antwortete Ruby: „Die meisten Besatzungsmiglieder sind auf der Hoststation, es gibt ja hier nichts für sie zutun und der Flottenball beginnt auch bald.“ Dann erreichten sie den Lift, Ruby wählte das Fahrziel und als die Türen sich öffneten stiegen sie ein.



Als sie die Brücke erreichten saßen der Kapitän und sein erster Offizier auf ihren Plätzen und diskutierten einige Flottenvorschriften. Sebastian fragte: „Stören wir?“ Kapitän Tönnigs drehte sich zu ihm um und sagte: „Nein Leutnant, absolut nicht. Vielleicht können Sie uns sogar bei unserer Debatte behilflich sein.“ Sebastian fragte: „Worum geht es?“ Kapitän Tönnigs erwiderte: „Es geht um die, von Ihnen gestern aus Versehen bestandene Prüfung. Commander Junkers fragt sich warum Sie sofort nach Entdeckung des gegnerischen Schiffes auf defensiven Gefechtsmodus gegangen sind.“ Sebastian antwortete: „Ich hielt es für ratsam, bei der Annäherung eines unbekannten Schiffes, dessen Absicht wir nicht kannten vorsichtshalber die Schilde zu aktivieren.
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Als wir dann erkannten, daß das andere Schiff die Waffen aktiviert hatte sind wir auf offensiven Gefechtsmodus gegangen.“ Commander Junkers fragte: „Und warum sind Sie nicht gleich auf offensiven Gefechtsmodus gegangen?“ Sebastian erwiderte: „Nun, es hätte ja sein können, daß das gegnerische Schiff keine feindlichen Absichten hat. In diesem Falle hätten unsere aktivierten Waffen eine unnötige Provokation dargestellt.“



Kapitän Tönnigs sagte zu Commander Junkers: „Genau wie ich es ihnen gesagt habe. Leutnant Neuhof wollte nicht gleich einen Akt der Aggression zeigen. Er ließ auch erst das Feuer eröffnen, als das gegnerische Schiff auf sein Schiff feuerte.“ Dann sagte Kapitän Tönnigs zu Sebastian: „Ich bin von Ihrer Vorgehensweise in diesem Szenario äußerst beeindruckt. Ich freue mich schon auf die Zusammenarbeit mit Ihnen auf der Brücke ab dem fünfundzwanzigsten Juli.“ Sebastian erwiderte: „Ja, ich bin auch schon ziemlich aufgeregt.“ Kapitän Tönnigs fragte: „Sind Sie auch aufgeregt, wegen des Balls Leutnant Neuhof?“ Sebastian antwortete: „Ja, und zwar gewaltig. Aber ich bin auch neugierig die Präsentation von Ruby und mir ankommt, die wir für den Vorstellungstanz der neuen Flottenangehörigen einstudiert haben.“ Darauf sagte Kapitän Tönnigs: „Ich möchte wetten, daß es etwas eindrucksvolles ist, womit niemand rechnet. So oft wie Sie mich schon überrascht haben, da muß ich bei Ihnen wohl mit allem rechnen.“ Sebastian erwiderte darauf: „Es wird auf jeden Fall eine Menge Aufsehen erregen.“



Dann philosophierten Sebastian, Ruby, Kapitän Tönnigs und Commander Junkers noch eine halbe Stunde über die theoretischen Möglichkeiten, wie man die verschiedensten Dinge aus den Startrek- Episoden realisieren könnte. Schließlich sagte Ruby: „In einer Stunde fängt der Ball an, wir sollten langsam zur Hoststation rüber fliegen.“ Kapitän Tönnigs und Commander Junkers erklärten daß sie bald nach kommen würden und man sich dann auf dem Ball treffen würde. Daraufhin nahm Ruby Sebastians Hand und lies sie beide in Ihr Quartier teleportieren.
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Als sie dort ankamen sagte sie: „So diesmal setzt Du Dich aber, während ich mich umziehe. Nicht daß Du wieder die ganze Zeit wie angewurzelt hier stehst.“ Sebastian setzte sich auf die Couch und Ruby verschwand im Schlafbereich ihres Quartiers. Wenige Minuten später kam sie zurück in den Wohnbereich. Sebastian sah sie an und sagte: „Du siehst echt heiß aus in diesem Outfit!“ Ruby erwiderte: „Ja? Dann laß uns mal in Dein Quartier rüberteleportieren, Du mußt Dich auch noch umziehen.“



Sebastian ließ sie beide in sein Quartier teleportieren und sagte zu Ruby: „Fühle Dich wie zuhause, während ich mich umziehe. Ruby setzte sich auf die Couch und Sebastian ging in den Schlafbereich und zog sich um. Als er fast fertig war kam Ruby in den Schlafbereich und sagte: „Die Brille mit dem Hirnstromscanner und dem Projektionssystem für die Augenlieder setzt Du bitte erst auf, wenn der Tanz beginnt. Nicht daß Du vorher schon durch die Station fliegst. Das währe zwar ziemlich eindrucksvoll aber dann wäre ja die Überraschung futsch.“ Sebastian erwiderte: „Okay, das leuchtet mir ein. Wie kommen wir überhaupt zur Hoststation rüber, wir können doch schließlich nicht die Excalibur nehmen oder willst Du daß Deine zweite Identität auffliegt?“ Ruby antwortete: „Wir können die Bird Of Death nehmen oder ein Spähschiff oder auch ein kleines Zubringerschiff.“ Sebastian erwiderte: „Oh ja, die Bird Of Death! Dieses Schiff paßt zu unseren Outfits.“ Ruby fragte: „Willst Du wieder fliegen?“ Daraufhin antwortete Sebastian: „Ohne die Unterstützung von Alice? Nein danke, das währe mir dann doch ein wenig heikel.“ Ruby sagte: „Okay, das üben wir aber später noch. Dann fliege ich diesmal wieder und Du machst mir den WSO.“ Sebastian stimmte zu und zog sich weiter um. Als Sebastian mit dem Umziehen fertig war stand er auf und Ruby sagte: „Du siehst in dem Outfit aber auch ziemlich irre aus!“ Sebastian grinste und Ruby ergänzte: „Wollen wir mal ausprobieren, wie das Outfit auf andere wirkt?“ Sebastian erwiderte: „Klar! Was hast Du denn im Sinn?“ Ruby antwortete: „Laß uns mal in die Mannschaftsmesse teleportieren. Mal sehen ob jemand dort ist.“ Sebastian nahm Ruby bei der Hand und gab den Befehl zur Teleportation.



Als sie in der Mannschaftsmesse ankamen, standen Dort Miriam Sukow und Nicole Berghof an am Fenster und unterhielten sich.
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Miriam hatte noch ihre Uniform an und Nicole ein türkisfarbenes knielanges Ballkleid. Sebastian und Ruby näherten sich ihnen, dann sagte Sebastian: „Hallo meine Damen!“ Nicole und Miriam drehten sich um und Nicole sagte: „Wow, das nenne ich mal ein extravagantes Outfit!“ Daraufhin fragte Miriam: „Euer Outfit, ist es das was ich vermute?“ Sebastian sagte: „Kann schon sein aber verrate nichts den Anderen, das wird eine Überraschung.“ Miriam kam näher an Sebastian heran und flüsterte im ins Ohr: „Sind das etwa Schwerkraftanzüge?“ Sebastian flüsterte zurück: „Ja, und zwar welche mit umgekehrter Phase zur Umgebung.“ Miriam flüsterte: „Du weist schon, daß Boden, Decke und Wände des großen Saals nicht gepolstert sind?“ Sebastian erwiderte, diesmal ohne zu flüstern: „Das wird nicht nötig sein. Laß Dich einfach überraschen!“ Dann sagte Ruby: „Komm Basti, laß uns rüber fliegen!“ Miriam sagte: „Ich komme auch bald rüber, jetzt bin ich erst richtig neugierig, was Ihr zwei auf dem Ball zeigen werdet.“



Nicole, fragte: „Ist auf Eurem Schiff noch ein Platz frei?“ Sebastian schaute Ruby an und nickte, Ruby sagte „Na klar Nicole. Aber ich muß Dich warnen, unser Schiff sieht ziemlich speziell aus.“ Nicole antwortete: „Meinst Du etwa das Schiff, von dem Yvette mal erzählt hat, das wie das Skelett eines Vogels aussieht?“ Ruby sagte: „Ja, genau das meine ich.“ Nicole erwiderte: „Macht nichts, ich komme trotzdem mit.“ Ruby sagte: „Dann sollten wir uns beeilen, der Ball beginnt schon in dreißig Minuten.“ Dann gab sie den Befehl, Sebastian, sich und Nicole in die Kampfflieger- Startrampe zu teleportieren. Als sie die Startrampe erreichten gingen sie zu Hangarbucht dreizehn. Ruby sagte: „Nicole, nicht erschrecken! Das ist nur ein ziemlich auffällig gestaltetes Schiff.“ Nicole erwiderte: „Nun mach schon das Tor auf, ich platze vor Neugier!“



Ruby öffnete das Tor von Hangarbucht dreizehn, Nicole machte große Augen und sagte: „Wow, das ist mal ein eindrucksvolles Schiff.“ Sebastian erwiderte: „Ja, Yvette hat beim ersten Anblick dieses Schiffes gekreischt und ist dann umgekippt.“ Ruby wies die Wartungsmannschaft an die Bird Of Death aus der Hangarbucht zu holen und startbereit zu machen.
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Fünf Minuten später war die Bird Of Death startklar. Ruby, Sebastian und Nicole stiegen ein, Ruby auf den Pilotensitz, Sebastian auf den Platz des WSO und Nicole auf den Platz des Heckschützen. Ruby sagte zu Nicole: „Ich hoffe es macht Dir nichts aus, entgegen der Flugrichtung zu sitzen.“ Nicole erwiderte: „Nein, sieh nur zu daß Du nicht so wie Yvette fliegst. Ich bin einmal mit ihr geflogen und das hat mir gereicht.“ Ruby antwortete: „Der alte Gag von Yvette, fliegen ohne Trägheitskompensation.“



Dann schloß sie die Haube und sagte: „Basti, würdest Du bitte die Starterlaubnis einholen?“ Sebastian öffnete einen Kanal zur Brücke und bat um Starterlaubnis, worauf Kapitän Tönnigs die Freigabe für den Start erteilte und den Kanal schloß. Dann sagte Sebastian zu Ruby: „Wir haben Starterlaubnis, bringe uns raus Ruby!“ Ruby gab Schub und wenig später waren sie im All. Dann bat Ruby Sebastian, den Sprung zum Neptunorbit vorzubereiten. Sebastian erstellte den Sprungpfad und sagte: „Bereit zum Sprung.“ Ruby erwiderte: „Sprungantrieb ein!“ Darauf führte Sebastian den Sprung aus. Wenig später waren sie im Neptunorbit, Ruby sagte Sebastian, er möge die Landeerlaubnis einholen. Daraufhin kontaktierte Sebastian die Hoststation und bat um Landeerlaubnis. Die Landeerlaubnis wurde für den Haupthangar erteilt. Erstaunt sagte Sebastian zu Ruby: „Wir haben Landeerlaubnis aber im Haupthangar.“ Ruby erwiderte: „Das ist nicht ungewöhnlich, wenn die Jägerbucht voll ist müssen wir ja irgendwo landen.“ Dann steuerte sie den Haupthangar an.



Sie flogen durch das große Hangartor, das aussah wie die Blende einer Kamera. Ruby folgte den blinkenden Lichtern im Inneren des Hangars zu ihrem Landeplatz, einer großen Plattform. Als sie das Schiff aufgesetzt hatte sagte sie zu Sebastian: „Die Systeme herunterfahren!“ Sebastian schaltete alle Systeme aus. Ruby öffnete die Haube der Kanzel und die ungläubig staunende Wartungsmannschaft schob die Gangway heran. Als sie die Gangway herunterstiegen rief Ruby der Wartungsmannschaft zu: „Es sieht zwar nicht so aus, aber es ist nur ein Schiff.“ Dann gingen sie zum Rand des Hangars bis zu einem Liftzugang. Ruby wählte den großen Saal als Fahrzeit und als die Türen sich öffneten stiegen sie ein.
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Als die Lifttüren sich geschlossen hatten fragte Ruby: „Habt Ihr das Entsetzen in den Gesichtern der Wartungsmannschaft gesehen?“ Sebastian erwiderte: „Die Bird Of Death macht die Leute fast so nervös wie die Black Halfmoon. Das gefällt mir, ein Teil der Crew eines Schiffes zu sein, welches die Leute nervös macht.“ Nicole erwiderte: „Wenn Euch jemand fragt was Eure Kostüme darstellen sollen, sagt doch einfach daß Ihr die Crew der Bird Of Death seit!“ Ruby und Sebastian stimmten begeistert zu. Dann öffneten sich die Türen des Lifts und sie kamen in den Vorraum des großen Saals. Nicole sagte: „Danke fürs Mitnehmen! Ich werde mich jetzt mal auf die Suche nach meiner Begleitung machen. Wir sehen uns auf dem Ball!“ Damit verschwand sie in der Menge.



Ruby sagte zu Sebastian: „Die Brille mit den Hirnstromscannern erst aufsetzen, wenn der Tanz beginnt!“ Sebastian erwiderte: „Verstanden. Ich will ja nicht unsere Überraschung verderben.“ Plötzlich hörte Sebastian eine Stimme hinter sich, es war Judith vom Zero – G – Team. Sie sagte: „Hey Ihr zwei! Ihr seht aber heiß aus.“ Ruby und Sebastian drehten sich um und hinter ihnen stand das ganze Zero – G – Team, alle in lange Umhänge gehüllt. Sascha fragte: „Seid ihr bereit Geschichte zu schreiben?“ Ruby erwiderte: „Ich hoffe Du meinst das im positiven Sinn. Ja wir sind bereit. Oder Basti?“ Sebastian sagte: „Ich denke ich bin bereit. Allerdings wird sich danach einiges ändern.“ Ruby fragte erstaunt: „Was meinst Du?“ Sebastian antwortete: „Ich glaube für das Zero – G – Team kommt danach noch eine Sportart hinzu, mit der es glänzen kann.“ Judith fragte: „Eine weitere Sportart?“ Sebastian erwiderte: „Ja, was wir heute beim Ball vorführen wird zweifellos einige Wellen schlagen. Vielleicht wird es ja in naher Zukunft auch eine Sportart namens Zero – G – Tanz oder gar Zero – Ballett geben.“



Judith sagte: „Das ist eine Spitzenidee, wir sollten das alle gemeinsam später beim Tanzen mal durchgehen.“ Sebastian erwiderte: „Judith, Du vergißt da wohl eine Kleinigkeit und zwar daß ich nicht tanzen kann.“ Judith sagte: „Das habe ich nicht vergessen. Schau mal hier!“ Dann öffnete sie ihren Umhang ein Wenig.
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Erstaunt fragte Sebastian: „Du trägst auch einen Schwerkraftanzug?“ Judith lachte und sagte: „Nicht nur ich trage einen sondern Sonja, Sascha und Jan tragen ebenfalls einen.“ Sebastian erwiderte: „Laß mich raten! Wenn Ihr schon alle einen Schwerkraftanzug tragt, dann hast Du Dir doch bestimmt auch schon eine Choreographie einfallen lassen.“ Judith nickte anerkennend und sagte: „Gut kombiniert. Wir werden das Innere unseres Sonnensystems darstellen und zwar zu der Zeit als der Erdmond entstand. Allerdings brauchen wir dafür noch zwei Personen damit wir die Sonne, den Merkur, die Venus, die Erde, den Mars und den Planeten, der mit der Erde kollidierte darstellen können.“ Sebastian erwiderte: „Ruby und ich sollen bei Eurem Ballett mitmachen?“ Judith nickte und sagte: „Ja, wenn Euer sogenannter Tanz schon die Leute vom Stuhl reißt, dann wird sie unser gemeinsames Ballett total umhauen.“



Sebastian sah Ruby fragend an worauf Ruby sagte: „Erinnerst Du Dich? Ich sagte Dir, wenn wir mit unserer Vorführung Erfolg haben dann lassen wir es richtig krachen.“ Darauf erwiderte Sebastian: „Ruby! Du wußtest davon? Ich bin beeindruckt, war das etwa Deine Idee?“ Ruby antwortete: „Ehrlich gesagt hatten Judith und ich diese Idee gemeinsam.“ Sebastian sagte: „Also ich bin sprachlos. Aber natürlich mache ich mit wenn Ruby mitmacht.“ Ruby sagte: „Dann bist Du definitiv dabei. Es wird Dir gefallen.“ Judith fügte hinzu: „Ihr zwei werdet Euch dabei so richtig nahe kommen.“ Sebastian fragte: „Wie nahe?“ Judith erwiderte: „Nun ich will es mal so sagen. Du stellst die frühe Erde dar und Ruby den Planeten der in die frühe Erde hinein gekracht ist.“



Sebastian fragte erschrocken: „Meinst Du etwa eine richtige Kollision, so richtig mit vollem Schwung?“ Ruby erwiderte: „Wir wollten es doch richtig krachen lassen.“ Dann fügte Judith hinzu: „So wie Dich wird es Die Zuschauer auch erschrecken. Nach Eurer Kollision, die übrigens heftiger aussehen wird als sie sich anfühlt, werdet Ihr Euch beide kurz in den Armen liegen bis Ruby sich schließlich von Dir löst und die Rolle des Mondes übernimmt.“ Sebastian fragte: „Werden die Leute unseren Zusammenstoß nicht als Unfall interpretieren?“ Ruby erklärte: „Nein, denn die Vorführung wird durch eine Erzählerin kommentiert.
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Erinnerst Du Dich an die Frau mit der wahnsinnig jungen Stimme gestern beim Karaokeabend? Sie hat das Lied – Die Legende Von Colloden Moor – vorgetragen.“ Sebastian erwiderte staunend: „Wow, ich kann es fühlen. Die Vorführung, kommentiert von dieser Frau mit der Wahnsinnsstimme wird ein absoluter Garant für eine Gänsehaut.“



Dann wurde der große Saal geöffnet. Judith sagte zu Sebastian: „Wir sechs sitzen am selben Tisch, ich erkläre Dir alles Weitere nach Eurem Auftritt. Oder nein, ich denke Du wirst es bestimmt selbst herausfinden.“ Dann gingen sie in den großen Saal. Sebastian schaute sich prüfend um, der Saal war kreisrund und gigantisch groß. In der Mitte war die Tanzfläche, welche von den Tischen für die Ballgäste vollständig umgeben war. Als ob Ruby Sebastians Erstaunen spürte sagte sie: „Jede Menge Platz zum Manövrieren für uns. Die anderen sind nur auf die Größe der Tanzfläche beschränkt aber wir haben den ganzen Raum zur Verfügung.“ Sie setzten sich an einen Tisch mit sechs Stühlen und warteten auf den Beginn des Balls. Kurz darauf kam Frau Lorenz zu ihnen an den Tisch und fragte, was sie trinken wollten. Alle sechs bestellten, als wäre es abgesprochen je einen großen Becher blauen Honigwein. Als Frau Lorenz mit den bestellten Getränken zurück kam fragte sie Sebastian, ob er schon aufgeregt wegen des Vorstellungstanzes sei. Sebastian riet Frau Lorenz, seinen Vorstellungstanz mit Ruby, möglichst im Sitzen zu verfolgen, damit es sie im Fall des Falles nicht umhauen würde. Frau Lorenz lachte freundlich und bedankte sich für die Vorwarnung. Dann ging verschwand sie und ging wieder ihrer Arbeit nach.



Schließlich betrat Miranda Raven vom Flottennachrichtenkanal die Tanzfläche in der Mitte des Saals, sie begrüßte die anwesenden Flottenangehörigen und Gäste: „Ich freue mich Sie heute wieder so zahlreich zu unserem alljährlichen Flottenball begrüßen zu dürfen. Es sind auch wieder einige neue Gesichter unter den Flottenangehörigen dabei. Wir werden, wie es schon gute alte Flottentradition ist, die neuen Angehörigen der Flotte im Laufe der nächsten Stunde näher kennenlernen. Dies geschieht durch den traditionellen Vorstellungstanz und außerdem werden die Vorgesetzten dieser neuen Angehörigen der Flotte über ihre neuen Mannschaftsmitglieder ein paar Worte verlieren.
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Ich kann Ihnen schon jetzt versprechen daß es mindestens eine Überraschung geben wird, über die selbst ich als Reporterin und Moderatorin des Flottennachrichtenkanals nichts genaues weis. Daher will ich Sie nicht noch länger auf die Folter spannen und übergebe das Mikrofon an die Vorgesetzten der neuen Flottenangehörigen.“



Dann betraten nacheinander die Kapitäne der einzelnen Schiffe und Stationen die Tanzfläche um über die neuen Mannschaftsmitglieder ein paar Einzelheiten zu berichten. Abwechselnd folgte immer ein Bericht des Vorgesetzten und der Tanz des neuen Mannschaftsmitgliedes mit seiner Begleitung, wobei die Tanzfläche nur ihnen beiden gehörte. Es waren einige traditionelle Tänze dabei aber auch einige futuristische Tanzeinlagen. Ruby erklärte Sebastian während der Tänze, daß sie wahrscheinlich unter den letzten sein würden, da Sebastian erst vor einigen Tagen der großen Flottenfamilie beigetreten war. Sebastian meinte daß es ihn nicht störte, da sie am Vorabend bereits die letzten Kandidaten beim Karaokeabend waren und dennoch gewonnen hatten. Nach etwas über einer Stunde voller Vorstellungen und Vorstellungstänze betrat Kapitän Tönnigs die Tanzfläche. Ruby deutete an, daß es jetzt um Sebastian ging, da es auf der Far Horizon im letzten Jahr außer Sebastian keinen Neuzugang gegeben hatte.



Kapitän Tönnigs wartete einen Moment bis das Gemurmel im Saal sich gelegt hatte, dann begann er seine Rede: „Das Weltall ist groß und voller Überraschungen. Wenn wir in die Sterne schauen begreifen wir vielleicht daß unser Wissen über den Weltraum, gemessen an der Größe des Weltalls recht winzig ist. Einige von Ihnen kennen diese Worte aus einem Artikel im Flottennetzwerk. Sie stammen von einem jungen Mann namens Sebastian Neuhof der, als er den Artikel schrieb keine Ahnung von der Existenz der Erdraumflotte hatte. Doch seine Worte haben mich derart tief berührt, daß ich beschlossen habe diesem jungen Mann das Angebot seines Lebens zu machen. Na ja eigentlich hat einer meiner Offiziere im dieses Angebot unterbreitet. Und trotz der Ungewißheit, was ihn bei Annahme des Angebotes erwarten würde akzeptierte Sebastian Neuhof nach sehr kurzer Bedenkzeit das Angebot.
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Ich hatte ja keine Ahnung, worauf ich mich da einlasse! Verstehen Sie mich jetzt nicht falsch aber seit dieser junge Mann hat mich, seit er auf der Far Horizon ist, bereits einige Male überrascht und zwar positiv. Nicht nur daß er bei der vergangenen Piloten- und WSO-Challenge das Schiff kommandierte, welches die Challenge am Ende gewann. Das alleine hat mich schon überrascht aber am selben Tag lernte dieser junge Mann auch noch Lady G-Force kennen. Einige von Ihnen werden glauben zu wissen, wie diese Begegnung ausging. Lady G-Force hat nicht umsonst zahlreiche inoffizielle Rufzeichen wie zum Beispiel Die Herrin der Blackouts, die Blackoutlady oder auch das Sandmännchen der WSOs. Doch nach der Landung hat Sebastian Neuhof auf eigenen Beinen und ohne Übelkeit das Schiff von Lady G-Force verlassen. Und stellen Sie sich vor am nächsten Tag ist er wieder mit Lady G-Force geflogen, diesmal ins System Gliese581. Zwanzig Lichtjahre hin und zurück, dazwischen haben sie noch die Kolonie auf dem Planeten GJ 581g vor einem drohenden Einschlag eines Asteroiden bewahrt.

Aber nicht wie Sie jetzt annehmen werde, indem sie den Asteroiden zerstörten. Nein, dieser junge Mann der inzwischen den Rang eines Fähnrichs in Anerkennung für seine Verdienste um das Wohl unseres ersten Offiziers bekleidete, fand eine Möglichkeit die Mikrowellengeschütze des Schiffes von Lady G-Force zu einer Art Magnettraktor- Emitter zu rekonfigurieren. Mit diesem Magnettraktorsystem änderten sie den Kurs des Asteroiden und wendeten so die für GJ 581g drohende Katastrophe ab. Dieses System haben wir im Anschluß an seine Rückkehr auf der Far Horizon nachgebaut und erfolgreich getestet.

Ja ich weis, ich rede schon viel zu lange aber zwei Sachen über Herrn Sebastian Neuhof muß ich noch loswerden. Ein Paar Mitglieder meiner Mannschaft sind mit Fähnrich Sebastian Neuhof gestern Abend ins Simulationszentrum für Offiziere gegangen. Das ist ja an und für sich kein Problem. Einer von ihnen wählte jedoch, ob nun versehentlich oder als bösen Streich, das Prüfungsszenario für die Befähigungsprüfung zum Führen eines Schiffes aus. Falls Sie es heute Vormittag nicht auf dem Flottennachrichtenkanal gesehen haben, Fähnrich Neuhof hat die Prüfung bestanden.
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Aber nicht wie alle vor ihm, mit der Zerstörung des gegnerischen Raumschiffes, sondern indem er es mit Taktischem Geschick kampfunfähig machte, die Besatzung in Arrest nahm und das Schiff den Behörden übergab.

Bevor wir nun den seit gestern den Rang eines Leutnants tragenden Sebastian Neuhof mit seiner Freundin und Ausbilderin Leutnant Ruby Ivanes beim Vorstellungstanz sehen, will ich Ihrer Bewunderung für diesen jungen Mann noch die Krone aufsetzen. Leutnant Sebastian Neuhof, der die Befähigungsprüfung für das Führen eines Raumschiffes so kreativ bestanden hat, beginnt seine Ausbildung bei der Flotte auf der Far Horizon in Fünf Tagen! So jetzt dürfen Sie Ihr Erstaunen langsam sacken lassen, ich fürchte jedoch daß Leutnant Neuhof sie abermals in Erstaunen versetzt. Ich habe gehört daß Seine Partnerin und er für den Vorstellungstanz etwas spektakuläres geplant haben. Ich kann Ihnen nur sagen daß sie zum Titel – A Neverending Dream – von – X-Perience – etwas darbieten das sie wie folgt nennen – Phantasie in Zero – G. Viel Spaß dabei!“



Dann verließ Kapitän Tönnigs die Tanzfläche und Ruby sagte zu Sebastian: „Das ist unser Stichwort, komm mit!“ Sie standen auf und gingen bis zur Mitte der Tanzfläche. Ruby flüsterte: „Jetzt darfst Du die Brille aufsetzten.“ Dann setzten sie die Brillen auf, schlossen die Augen und stellten sich einander gegenüber auf, wobei sie die Arme über ihrem Brustkorb kreuzten und die Hände auf ihre Schultern legten. Dann begann die Musik und sie stiegen sanft, einander umkreisend auf. Auf halber Höhe des Saals teilten sich ihre Flugbahnen und sie brachten sich auf exakt die selbe Distanz zur Wand des Saals und zu sich selbst. Dann begannen sie einige Flugfiguren synchron vorzuführen, so präzise daß es aussah als ob der eine das Spiegelbild des anderen war.



Zwischen den Flugfiguren flogen sie, eine Doppelhelix beschreibend, über den anwesenden Ballgästen am Rand des Saals herum. Schließlich kam das Finale, sie positionierten sich jeweils an der anderen Seite des Saals. Dann flogen sie nur knapp aneinander vorbei und wiederholten dieses Spiel in immer kleiner werdenden Bahnen bis sie sich schließlich im Vorbeiflug an den Händen faßten und sich unter atemberaubender Rotation aneinander zogen.
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Als sie sich schließlich eng umschlungen mit einer unbeschreiblichen Rotationsgeschwindigkeit in den Armen lagen, sanken sie langsam zu Boden. Kurz vor dem Bodenkontakt stoppten sie die Rotation abrupt und standen Hand in Hand nebeneinander. Dann verbeugten sie sich und setzten die Brillen ab. Darauf folgte ein lang anhaltender Beifall, wie auch bei den anderen Paaren, welche beim Vorstellungstanz aufgetreten waren.



Miranda Raven trat zu ihnen auf die Tanzfläche, faßte Ruby und Sebastian an die Schultern und sprach in ihr Mikrofon: „Meine Damen und Herren, das war keine optische Täuschung sondern zwei Menschen aus Fleisch und Blut!“ Dann sagte sie zu Sebastian und Ruby: „Ich muß gestehen, ich war sprachlos, was wir hier eben gesehen haben schien der Physik zu trotzen. Wir alle haben die Schwerkraft gespürt und Sie sind schwerelos und mit einem unvorstellbarem Tempo über uns hinweg geflogen. Was haben wir hier eben gesehen?“



Ruby deutete mit der Hand auf Sebastian und Sebastian sagte: „Das war etwas, wofür es derzeit noch keinen Namen gibt. Es stehen jedoch bereits zwei Namen zur Auswahl. Zum einen könnten wir es Zero – G – Tanz nennen, dann steht aber auch noch der Name Zero – G – Ballett im Raum.“ Miranda Raven fragte: „Die meisten von uns kennen Zero – G – Sport. Aber normalerweise findet Zero – G – Sport doch in speziellen Hallen ohne Schwerkraft statt.“ Sebastian antwortete: „Ja, wir hätten auch die Schwerkraft hier im Saal aufheben können aber dem oder der einen oder anderen wäre dabei sicher Schlecht geworden. Dies schien uns für diesen Anlaß doch etwas unangemessen. Die Idee, wodurch das hier möglich wurde haben wir dem Zero – G – Team der Hoststation zu verdanken. Los Leute kommt mal zu uns in die Mitte und laßt mich nicht alles alleine erklären!“



Judith, Sonja, Jan und Sascha, legten ihre Umhänge ab, setzten ihre Brillen mit den Hirnstromscannern auf und hoben senkrecht von ihrem Tisch ab. Dann kreisten sie einige Male über Sebastian, Ruby und Miranda Raven und setzten dann nacheinander in einer Reihe auf. Dabei riefen sie den Slogan: „Wir sind schnell, wir sind leicht doch, dies wird nur beim Zero – G erreicht!“ Miranda Raven sagte respektvoll: „Wow, ein eindrucksvoller Auftritt.
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Wer von Ihnen kann mir denn nun erklären wie sie das machen, trotz aktivierter Schwerkraft zu fliegen?“ Sonja, Judith und Jan deuteten mit den Händen auf Sascha und Miranda Raven hielt Sascha das Mikrofon entgegen.



Sascha sagte: „Vor einiger Zeit, als wir noch nicht so erfolgreich waren, war es schwer die Nullschwerkrafthalle für regelmäßiges Training zu nutzen. Da fielen uns die Anzüge auf, welche bei Arbeiten in der Schwerelosigkeit verwendet wurden um sich normal bewegen zu können. Wir stellten fest daß man diese Anzüge, wenn man ihre Phase um einhundertachtzig Grat gegenüber der des Schwerkraftgenerators eines Schiffes oder einer Station versetzt zu Antischwerkraftanzügen umfunktionieren kann. Damit trainierten wir in Räumen mit normalem Schwerkraftniveau. Für den heutigen Abend haben wir das System etwas modifiziert. Wir alle tragen außer den Schwerkraftanzügen noch je zwei Trägheitsverlagerungsfeldgeneratoren an den Armen und Beinen und einen am Gürtel. Das komplette Feld wird über eine Brille mit integrierten Hirnstromscannern und Augenliederprojektionssystem gesteuert.“



Miranda Raven erwiderte: „Ich bin Reporterin, keine Ingenieurin, für mich klang das ganze wie Magie. Wäre es möglich, daß Sie alle uns noch etwas mit dieser Technologie vorführen?“ Sascha antwortete: „Selbstverständlich, unsere Choreographin Judith Hofmeister hat mit uns da etwas einstudiert. Wenn Sie interessiert sind, führen wir alle es Ihnen mal vor.“ Miranda Raven erwiderte: „Ja, ich bitte darum! Meine Damen und Herren, das Zero – G – Team mit Sebastian Neuhof und seiner Ausbilderin!“ Sebastian und Ruby setzten ihre Brillen wieder auf, schlossen die Augen und warteten auf ihren Einsatz.



Dann verließ Miranda Raven die Tanzfläche und die Frau mit der jungen Stimme vom Vorabend trat als Erzählerin an die Konsole der Tontechnik. Es begann eine atmosphärische Musik und die Erzählerin begann: „Wir zeigen nun was sich vor sehr langer Zeit im Inneren unseres Sonnensystems zutrug.“ Dann erhob sich Sascha, er spielte die Sonne und stieg auf in die Mitte des Saals, dann begannen Judith, Jan, Sebastian und Sonja um ihn in verschiedenen Bahnen und Geschwindigkeiten zu kreisen.



Die Erzählerin fuhr fort: „So kennen Wir das innere Sonnensystem mit Sonne, Merkur, Venus, Erde und Mars.
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Zu Anfang gab es jedoch fünf innere Planeten in unserem Sonnensystem, einer jedoch scheint heute zu fehlen, er zog seine Bahn zwischen Erde und Mars.“ Daraufhin stieg Ruby auf und begann zwischen Sebastian und Sonja zu kreisen. Die



Erzählerin fuhr fort: „So müßte unser Sonnensystem heute aussehen, wenn nicht irgendwann folgendes passiert wäre.“ Darauf veränderte Ruby ihre Bahn und beschleunigte etwas ihren Umlauf. Sie stieß mit Sebastian zusammen, es sah heftiger aus als es war. Darauf hielten sie sich eng umschlungen in den Armen bis sich Ruby schließlich von Sebastian löste und um ihn kreiste, während er auf seiner Bahn um Sascha kreiste.



Die Erzählerin sagte: „Schauen Sie genau hin, der fünfte innere Planet ist nicht verschwunden! Er kollidierte mit der Erde, ihre Kerne vereinigten sich und ein Teil der Kruste wurde ins All geschleudert, wo er den Mond formte der die Achse des Planeten stabilisierte und seine Rotation verlangsamte. Noch heute zieht er als Begleiter seine Bahn um die Erde.“ Die Musik verstummte und Sascha, Judith, Jan, Sebastian, Ruby und Sonja sanken sanft zu Boden und nahmen ihre Brillen ab.



Im Saal brach tosender Beifall aus dazwischen waren vereinzelt Bravorufe zu hören. Dann trat Miranda Raven auf die Tanzfläche, als der Beifall verklungen war sagte sie: „Das war wirklich eine sehr ergreifende Vorführung, ich glaube so etwas hat es in der Geschichte des Flottenballs noch nie gegeben. Leutnant Neuhof, darf ich fragen was Sie, Ihre Ausbilderin beziehungsweise Freundin und das Zero – G – Team als nächstes vorhaben?“ Sebastian antwortete: „Ich hatte gestern einen Termin beim Zero – G – Team, dabei ging um die Frage ob ich als Maskottchen für das Team tauglich bin.“ Miranda Raven fragte Sascha, den Kapitän des Zero – G – Teams: „Und was sagen Sie, hat Leutnant Neuhof das Training bestanden?“ Sascha antwortete: „Wenn Sie nach allem, was sie heute und hier gesehen haben noch eine Antwort auf diese Frage haben möchten, sage ich Ihnen folgendes. Ja Leutnant Neuhof ist unser neues Maskottchen. Und wenn Leutnant Ruby Ivanes Zeit hat, wäre es uns eine Ehre, wenn sie das neue Zero – G – Akrobatik- Ballett- und Tanzteam leiten würde.
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Ohne auf eine Frage von Miranda Raven zu warten sagte Ruby: „Ja, wenn mein Dienst und meine Beziehung es zulassen, dann bin ich dabei.“ Sebastian rief spontan: „Natürlich bist Du dabei, diese Aufgabe ist Dir wie auf den Leib geschrieben!“ Miranda Raven rief: „Ist das nicht wunderbar?“ Daraufhin gab es erneut stürmischen Beifall.



Miranda Raven bedankte sich, nachdem der Beifall verklungen war bei Sebastian, Ruby und dem Zero – G – Team. Darauf gingen die sechs Luftakrobaten zu ihrem Tisch zurück. Dann rief Miranda Raven: „So Meine Damen und Herren, dies war der offizielle Teil. Ich glaube Sie warten schon alle auf den Magischen Satz. Hiermit ist der Ball eröffnet!“ Damit verließ sie die Tanzfläche und die Musik begann zu spielen.



Ruby fragte Sebastian: „War das Dein Ernst daß mir die Aufgabe, das Zero – G – Akrobatik- Ballett- und Tanzteam zu leiten, wie auf den Leib geschrieben ist?“ Sebastian erwiderte: „Natürlich, nachdem ich gesehen habe wie Du ohne Schwerkraft manövrieren kannst, kann ich mir dafür keine andere Person vorstellen.“ Kurz darauf kam Rubys kleine Schwester Stefanie an den Tisch und sagte: „Das war ja der Wahnsinn! Als Ihr Beide abgehoben seit ist mir vor schreck fast das Herz stehengeblieben.“ Ruby erwiderte: „Schön das es Dir gefallen hat, wie fandest Du die Darstellung der Entstehung des Erdmondes?“ Stefanie antwortete: „Ich hatte eine Gänsehaut, Euer Ballett im Zusammenspiel mit der Stimme der Erzählerin war atemberaubend. Sowas hätte ich mir im Astronomieunterricht gewünscht.“ Ruby strich ihrer kleinen Schwester über den Kopf, darauf sagte Stefanie zu Ruby: „Los komm, laß uns tanzen!“



Ruby erwiderte: „Schau mal auf die Tanzfläche! Willst Du nicht warten bis es dort etwas leerer ist?“ Stefanie antwortete: „Doch nicht auf der Tanzfläche!“ Dann deutete sie mit dem Zeigefinger nach oben und bettelte: „Komm schon Ruby, bitte!“ Ruby erwiderte: „Na gut, aber nicht daß Dir schlecht wird.“ Stefanie antwortete: „Ich sage Dir schon rechtzeitig Bescheid, bevor mir übel wird.“ Ruby sagte: „Okay, laß uns tanzen!“ Dann stand sie auf und ging mit Stefanie in die Nähe der Tanzfläche. Dort setzte Ruby die Brille auf und Stefanie klammerte sich an ihr fest.
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Dann stiegen sie langsam auf und zogen sanfte Kreise und Ellipsen über der Tanzfläche.



Kurz darauf kam Miriam Sukow in einem blaßblauen Ballkleid an den Tisch und sagte zu Sebastian: „Das war ja vielleicht eine Vorstellung, eine Flugshow in einem geschlossenen Raum! Du läßt wohl nichts aus was irgendwie beeindruckt?“ Sebastian erwiderte: „Die alternative wäre gewesen, Ruby auf der Tanzfläche hinterher zu stolpern.“ Miriam sagte voller Zweifel: „Das glaube ich jetzt nicht. Du kannst echt nicht tanzen?“ Sebastian antwortete: „Jedenfalls nicht mit jemandem zusammen und nicht ohne meiner Partnerin dabei ständig auf die Füße zu treten.“ Miriam erwiderte: „Und doch hast Du beim Vorstellungstanz alle das Fürchten gelehrt. Als Du mit Ruby, wie zwei Schiffe bei einer Flugshow, dieses Kunstflugprogramm gezeigt hast.“ Sebastian antwortete: „Naja, Schiffe haben auch noch Waffen, Schilde und einen Sprungantrieb.“



Erschrocken rief Miriam: „Sebastian, bitte denk nicht einmal daran! In einem geschlossenen Saal herumzufliegen ist eine Sache aber ein Sprung ohne Schiff wäre nicht ratsam und hoffentlich auch nicht möglich.“ Sebastian erwiderte: „Ich wüßte auch nicht, woher ich die Energie für den Sprungantrieb nehmen sollte. Aber persönliche Schilde und Waffen könnte ich mir durchaus vorstellen.“ Miriam sagte: „Du hast die Leute mehr als beeindruckt, jetzt laß doch erst mal die Anderen Dich beeindrucken.“ Dann flüsterte sie Sebastian ins Ohr: „Aber falls Du es doch probierst, sage mir bitte vorher Bescheid. Wenn Du schon Deinen Hals riskierst dann wenigstens mit meiner Hilfe. Damit auch nichts schief geht.“ Damit verabschiedete sich Miriam und tauchte wieder in der Menge unter.



Kurz nachdem Miriam verschwunden war kam Kapitän Vera Bach an Sebastians Tisch, sie sagte: „Leutnant Neuhof, ich wollte es nicht versäumen Ihnen zum gestrigen Gewinn des Karaokewettbewerbs und dem Bestehen der praktischen Prüfung zu gratulieren. Kapitän Tönnigs hat nicht übertrieben als er andeutete, daß Sie uns alle im Rahmen Ihres Vorstellungstanzes überraschen würden.“ Sebastian erwiderte: „Danke Kapitän Bach! Ich hoffe Ihre Mannschaft hat sich von dem Schock der Begegnung mit der Black Halfmoon wieder erholt.
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“ Kapitän Vera Bach antwortete: „Ja, danke für die Nachfrage. Dieses Schiff hat uns alle sehr nervös gemacht.“ Sebastian erklärte: „Es stellte sich heraus, daß hinter dem ganzen Spuk die künstliche Intelligenz des Schiffes steckte. Offensichtlich entwickelte diese künstliche Intelligenz menschliche Regungen und war einfach nur einsam.“ Kapitän Vera Bach entgegnete: „Ja, es gibt vieles zwischen den Sternen, was wir uns nicht einmal in unseren kühnsten Träumen vorstellen können.“ Dazu sagte Sebastian: „Ich glaube darum sind wir da draußen, um zu entdecken was unvorstellbar ist.“ Kapitän Vera Bach erwiderte: „Ja, der Auffassung bin ich auch.“ Dann verabschiedete sie sich und verschwand im Gewirr der Ballgäste.



Dann kamen Ruby und Stefanie von ihrem Tanz über der Tanzfläche zurück. Sebastian fragte Stefanie: „Na, wie war der Tanz ohne Bodenkontakt?“ Stefanie antwortete: „Es war unbeschreiblich, so viel Platz und die anderen klebten am Boden wo es voll ist.“ Dann erzählte Sebastian Stefanie, daß Ruby und er einige Stunden vor dem Ball zwei Episoden von – Startrek Raumschiff Voyager – gesehen hatte. Begeistert fragte Stefanie ihre große Schwester: „Und wie fandest Du es?“ Ruby erzählte von ihren Eindrücken und daß der holographische Doktor ihr besonders gefallen hatte. Stefanie zitierte scherzend die Worte, welche der holographische Doktor immer bei seiner Aktivierung sagte: „Bitte nennen Sie die Art des medizinischen Notfalls!“ Ruby erwiderte: „Ja, genau! Das ist echt eine tolle Idee von den Machern von Startrek.“ Stefanie stimmte zu, dann verabschiedete sie sich mit der Bemerkung, daß sie mit Sebastian und Ruby in Kontakt bleiben würde. Darauf verschwand auch sie in der Menge.



Als Frau Lorenz wieder an den Tisch kam, bestellten sich alle sechs noch einen großen Becher blauen Honigwein. Wenig später kam Frau Lorenz mit den Getränken zurück. Als sie die Getränke serviert hatte sagte sie zu Sebastian: „Danke für den Tip, Ihren Vorstellungstanz im Sitzen zu verfolgen. Als Sie abhoben dachte ich, daß die Künstliche Schwerkraft im Saal ausgefallen sei. Glücklicherweise war dies nicht der fall, doch der Umstand daß es so aussah reichte dafür daß mir doch etwas schwindelig wurde.
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Aber trotzdem war es eine phantastische Darbietung.“ Damit wandte sich Frau Lorenz wieder ihrer Arbeit zu und verschwand.



Wenig später kam Yvette zu Sebastian an den Tisch und sagte: „Ich habe ja alles erwartet aber keine Zero – G – Vorführung bei normalem Schwerkraftniveau. Ich war ein Wenig besorgt ob Ruby es wohl schaffen würde, Dir in der kurzen Zeit das Tanzen beizubringen.“ Sebastian erwiderte: „Ja Yvette, Du hättest es mir sicher schneller beigebracht. Und dann wäre ich in der Krankenstation aufgewacht, weil Du die Grenzen des Tanzens anders definiert hättest als Andere.“ Yvette maulte: „Ja, ja, immer fest draufhalten. Du weist ja nicht was Dir entgangen ist.“ Sebastian erwiderte: „Gut so, dann kann ich es auch nicht bereuen oder vermissen.“ Yvette antwortete: „Du bist heute wieder echt witzig. Falls Du es Dir anders überlegst, reicht ein Sprechwunsch über das Kommunikationssystem und ich bin bei Dir.“ Ruby verdrehte genervt die Augen und Sebastian fragte Yvette: „Willst Du den Ausflug mit Lady G-Force vorher oder hinterher machen?“ Yvette lachte gequält und verabschiedete sich. Dann verschwand sie wieder. Ruby sagte zu Sebastian: „Die Frage war gut, allerdings wird Yvette das nicht so gesehen haben.“ Dann lachten Ruby und Sebastian herzhaft.



Einige Becher blauen Honigwein später wurden die langsamen Lieder gespielt und die Pärchen versammelten sich auf der Tanzfläche zum langsamen Tanz. Ruby fragte Sebastian: „Hast Du Lust zu tanzen?“ Sebastian fragte zurück: „Vergißt Du da nicht etwas?“ Ruby sagte zu Judith: „Hilf mir mal!“ Darauf sagte Judith zu Sebastian: „Glaubst Du daß man nur zu schnellen Liedern durch den Raum fliegen kann?“ Sebastian stand auf und sagte: „Wenn Du eine Idee hast, dann versuchen wir es aber alle zusammen.“ Judith erwiderte: „Das ist ein Wort.“ Dann standen sie alle sechs auf und Judith sagte: „Tue einfach das was wir machen und folge unserer Flugbahn!“ Dann setzten sie die Brillen auf und hoben ab. Judith flog langsam voraus, dabei bewegte sie langsam die Arme wie ein Rochen seine Flossen, wenn er langsam durchs Meer gleitet. Hinter Judith flogen Sascha und Jan nebeneinander und dahinter bildeten Sonja, Sebastian und Ruby eine Reihe und folgten den Anderen. So flogen sie in dieser Dreiecksformation langsam und majestätisch mit sanften Bewegungen und in großen Kreisen durch den Saal.
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Bei diesem Schauspiel vergaßen die Pärchen auf der Tanzfläche das Schmusen und verfolgten gebannt wie die Formation gemächlich durch den Saal kreiste. Dann als die staunende Menge auf der Tanzfläche etwas Platz ließ rief Judith zu ihrer Formation zurück: „Folgt mir, wir werden stilvoll auf der freien Fläche landen!“ Darauf rollte die gesamte Formation einmal um dreihundertsechzig Grad, dann landeten sie sanft und elegant zwischen den staunenden Pärchen.



Die Menge jubelte ihnen zu, als der Jubel vorbei war setzten sie sich wieder an ihren Tisch und schauten wieder den anderen beim Tanzen zu. Sebastian sagte: „Ihr könnt doch ruhig tanzen. Nur weil ich es nicht kann braucht Ihr doch nicht darauf zu verzichten.“ Judith fragte, ob es Sebastian wirklich nichts ausmachen würde und Sebastian meinte: „Geht ruhig, ich hatte heute schon mehr Spaß, als ich mir hätte vorstellen können.“ Daraufhin standen Judith, Sascha, Sonja und Jan auf und begaben sich auf die Tanzfläche. Ruby blieb bei Sebastian und legte ihren Arm um ihn. Dann fragte sie: „Und, bist Du zufrieden mit dem Verlauf des Balls?“ Sebastian erwiderte: „Ja, ich hätte es mir nicht träumen lassen daß ich auf einer Veranstaltung, wo hauptsächlich getanzt wird, so viel Spaß haben könnte.“ Darauf küßte er Ruby sanft. Ruby lehnte sich bei Sebastian an und machte einen glücklichen Eindruck.



Einige Stunden später leerte sich der Saal langsam. Ruby fragte Sebastian: „Willst Du noch bleiben oder wollen wir nach oben gehen?“ Sebastian fragte zurück: „Hast Du noch was vor?“ Ruby neigte den Kopf zur Seite und erwiderte: „Naja, wenn der Abend noch mit einem entspannenden Bad zuende geht, werde ich mich nicht darüber beschweren.“ Sebastian fragte: „Denkst Du jetzt was ich vermute?“ Ruby lächelte und sagte: „Finde es heraus!“ Sebastian erwiderte: „Okay, gehen wir!“ Damit standen sie auf, verabschiedeten sich von den Leuten, die sie kannten und verließen den Saal.



Als sie in Richtung Lift gingen sagte Ruby: „Ich denke ich habe die richtige Wahl getroffen.“ Sebastian fragte: „Welche Wahl meinst Du?“ Ruby antwortete: „Als ich mir vorgenommen habe, Dich zu meinem festen Freund zu machen.
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“ Sebastian sagte: „Dagegen habe ich absolut keine Einwände. Ich bin froh daß Du mich als festen Freund akzeptiert hast.“ Ruby erwiderte: „Du bist süß.“ Dann hielt sie Ihr Armband an die Liftkonsole und wählte die Ebene mit ihrem Büro und Sebastians Quartier. Darauf erhielten sie den Hinweis auf Kabine drei. Sie stiegen ein und Ruby fragte: „Haben wir es eilig, ich meine willst Du daß ich...?“ Sebastian sagte: „Okay, drück auf die Tube!“ Ruby gab die Befehle für das aufheben des Tempolimits, der Fahrt mit maximaler Geschwindigkeit und dem Countdown von fünf Sekunden bis zur Abfahrt.“ Sebastian stellte sich in die Ecke der Liftkabine und hielt sich an den Haltegriffen fest. Ruby sagte: „Paß auf, ich zeige Dir wie man dabei richtig Spaß hat.“ Dann stellte sie sich vor Sebastian, klammerte sich an die selben Haltegriffe wie er und sagte: „So, diese Fahrt verläuft etwas kontrollierter als unsere letzte spezielle Fahrt.“ Damit zog sie sich fest an Sebastian heran. Als der Lift heftig beschleunigte küßte sie Sebastian mit ebenso heftiger Intensität wie der Aufzug beschleunigte, auch der Wechsel von vertikaler zu horizontaler Fahrt brachte sie nicht aus der Ruhe. Als der Lift sein Ziel erreichte sagte Ruby: „Ich hoffe, ich habe dich damit nicht erschreckt.“ Sebastian erwiderte leicht außer Atem: „Nein, aber ich fand es ziemlich aufregend.“ Dann verließen sie den Lift.



Als sie vor den beiden Türen von Rubys Büro und Sebastians Quartier standen sagte Ruby: „Und nun wieder einmal die Frage aller Fragen. Zu Dir oder zu mir?“ Sebastian sah Ruby an und sagte: „Triff Du die Entscheidung!“ Ruby öffnete die Tür ihres Büros und zog Sebastian sanft hinein. Als die Tür sich geschlossen hatte sagte sie: „Das war ein phantastischer Ball, wir haben die Leute richtig überrascht mit unserer Flugeinlage. Danke für diesen abgefahrenen Abend.“ Damit küßte sie Sebastian erst sanft und steigerte dann die Intensität. Nachdem sie Sebastians Hormonhaushalt richtig durcheinandergebracht hatte sagte sie: „Jetzt laß uns mal ins Bad gehen!“ Dann gingen sie durch den Schlafbereich in den Waschraum. Ruby wählte die Wassertemperatur von siebenunddreißig Grad Celsius und lies das Badebecken füllen. Dann sagte sie zu Sebastian: „Laß uns die Klamotten loswerden und uns entspannen!“ Sie gingen in den Schlafbereich.
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Sebastian sah daß auf Rubys Doppelbett zwei Schlafanzüge lagen. Er fragte Ruby: „Hast Du etwa geplant, daß ich heute Abend mit zu Dir komme?“ Ruby erwiderte: „Ich bin einfach gerne auf alle Eventualitäten vorbereitet.“



Als sie sich ausgezogen hatten küßte Ruby Sebastian sanft, als sie dabei mit der Hand seitlich über seinen Hals streifte sagte sie: „Dein Puls sprengt ja jedes Limit!“ Sebastian erwiderte: „Wundert Dich das? Wenn wir beide hier alleine sind und ich nicht weis, was mich gleich erwartet, da muß ich doch aufgeregt sein.“ Ruby ging an ihren Nachttisch und holte einen Nervenstranginduktor heraus, sie sagte: „Das hier wird Dir helfen, Dich zu entspannen. Doktor Ngujen hat mir diesen Nervenstranginduktor als Entspannungshilfe programmiert, für den Fall daß ich mal tierisch im Streß bin. Und Du scheinst mir im Moment ziemlich gestreßt, auch wenn man hier von positivem Streß reden kann. Halt still, gleich wirst Du ruhiger.“ Damit hielt sie Sebastian den Nervenstranginduktor in den Nacken und aktivierte ihn. Kurz darauf legte sie das Gerät wieder in die Schublade des Nachttisches und fragte: „Ist es so besser?“ Sebastian rollte mit den Augen und sagte: „Ja, viel besser. Du bist wirklich auf alle Eventualitäten vorbereitet.“ Ruby erwiderte: „Das sagte ich doch. Nun komm, laß uns ins Bad gehen!“



Sie gingen in den Waschraum und stiegen in das groß Badebecken. Sebastian setzte sich und rutschte bis zum Hals in das warme Wasser. Dann sagte er: „Das ist gut, es geht nichts über direkte Wärmezufuhr um sich wohl zu fühlen.“ Ruby rutschte auch bis zum Hals hinein und sagte: „Ja, so läßt es sich leben. Und das Schöne ist, daß die Wärmetauscher die Temperatur des Wassers so lange halten wie es nötig ist. Wo wir gerade von Wärme reden, ich hatte doch noch was vor mit Dir.“ Daraufhin rutschte sie an Sebastian heran und küßte ihn intensiv, daraufhin folgte eine sinnliche halbe Stunde. Als sie miteinander fertig waren, lagen sie beide erschöpft nebeneinander im warmen Wasser. Sebastian sagte; „Wow, das war der Wahnsinn!“ Ruby erwiderte: „Ja, mir hat es ebenso gefallen. Das machen wir bald wieder.“ Dann stiegen sie aus dem Wasser und trockneten sich ab.
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Als sie sich im Schlafbereich die Nachtkleidung anzogen fragte Sebastian: „Wie fand Stefanie das Tanzen mit Dir direkt über der Tanzfläche?“ Ruby antwortete: „Sie fand es unbeschreiblich, am liebsten hätte sie auch so eine Ausrüstung um damit Rennen zu fliegen.“ Sebastian erwiderte: „Über diese Idee sollte man nachdenken.“ Ruby sagte: „Bitte nicht!“ Sebastian erwiderte: „Ich weis, Du bist um Deine Schwester besorgt. Ich meinte ja auch die Idee eines Zero – G – Rennens, nicht daß Deine Schwester diese Rennen fliegt.“ Ruby antwortete: „Ich meine daß es Wahnsinn ist, über die Schwerkraftanzüge noch Druckanzüge zu ziehen um damit im luftleeren Raum irgendwelche Rennen zu fliegen.“ Sebastian sagte: „Na gut, wenn es einen langen umlaufenden Flur auf der Station gibt, dann könnte man ja auch ein Rennen im inneren der Station fliegen.“ Ruby antwortete: „Basti, das ist Wahnsinn! Normale Zero – G – Gymnastik ist eine Sache, da sind die Geschwindigkeiten noch überschaubar. Aber mit Trägheitsverlagerungsfeldgeneratoren kannst Du Geschwindigkeiten erreichen die jenseits von gut und böse liegen.“ Sebastian fragte: „Können wir wenigstens mal zusehen, wenn Deine Schwester ein rennen fliegt?“ Ruby antwortete: „Das läßt sich einrichten.“ Sebastian fragte weiter: „Könntest Du auch so ein Schiff fliegen, wie sie es benutzt?“ Ruby sagte: „Klar, willst Du etwa mit mir an einem Rennen teilnehmen?“ Sebastian erwiderte: „Wenn Du dabei bist und die Trägheitskräfte nicht all zu hoch werden, dann bin ich dabei.“ Ruby antwortete: „Mal sehen, ob ich da was machen kann. Versuche jetzt zu schlafen!“ Sebastian legte sich hin, auch Ruby ließ sich ins Bett fallen, dann küßte sie Sebastian sanft und drehte sich um. Sebastian kuschelte sich an sie und sie schliefen ein.
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