Sebastian und Seine Abenteuer auf dem Raumschiff Far Horizon (13)   50

Fan-Fiction/Rollenspiele · Experimentelles · Fantastisches · Romane/Serien

Von:    Andreas Kretschmann      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 9. Februar 2013
Bei Webstories eingestellt: 9. Februar 2013
Anzahl gesehen: 1478
Seiten: 36

Diese Story ist Teil einer Reihe.

Verfügbarkeit:    Die Einzelteile der Reihe werden nach und nach bei Webstories veröffentlicht.

   Teil einer Reihe


Ein "Klappentext", ein Inhaltsverzeichnis mit Verknüpfungen zu allen Einzelteilen, sowie weitere interessante Informationen zur Reihe befinden sich in der "Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht":

  Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht      Was ist das?


Das Interview mit der Nullschwerkraftsportmannschaft / Ausflug mit unerwarteter Wende / Vom Sanitäter zum Patienten – verbunden mit Alice

Zeitepoche 24.07.2013



Sebastian wurde wach als Ruby noch schlief. Leise stand er auf und holte aus der Tasche seiner Uniform das Pad mit den Einzelheiten für die Erkundungsmission nach – GJ 1214 b – am 25. Juli. Dann legte er sich leise wieder ins Bett und begann die Daten auf dem Pad zu studieren. Die Uhr auf dem Pad zeigte 08:10 an, es war also noch früh am Morgen. Wie er so tief in die Einzelheiten der Missions- und Zielbeschreibung vertieft war merkte er gar nicht wie die Zeit verging. Schließlich spürte er Rubys Hand auf der Schulter. Er löste die Augen von seiner Lektüre, schaute Ruby an und sagte: „Guten Morgen!“ Ruby fragte verträumt: „Wie lange bist Du schon wach?“ Sebastian antwortete: „Seit kurz nach acht und jetzt haben wir es...“ Sebastian schaute kurz auf die Uhr des Pads, sie zeigte 09:50. Sebastian schaute wieder zu Ruby und setzte seinen Satz fort: „neun Uhr fünfzig?!“ Ruby grinste und sagte: „Ja diese Pads haben die gleichen Nebenwirkungen wie Bücher. Wenn etwas interessantes in ihnen steht dann kannst Du Dein Zeitgefühl vergessen.“



Ruby kroch aus dem Bett und fragte: „Wollen wir uns langsam frisch machen?“ Sebastian legte das Pad auf den kleinen Nachttisch und sagte: „Gut, bis zum Interview ist schließlich nicht mehr viel Zeit.“ Dann stand er auf und folgte Ruby in den Waschraum. Als sie beide unter der Dusche standen und das Wasser mit siebenunddreißig Grad Celsius über ihre Körper rann sagte Sebastian: „Ich bin etwas besorgt.“ Ruby sah ihn an und fragte: „Was macht Dir denn Sorgen?“ Sebastian antwortete: „GJ 1214 b. Obwohl sein Radius nur zweieinhalb mal dem der Erde entspricht, beträgt seine Masse das Siebenfache der Erdmasse. Das bedeutet doch daß seine Gravitation auch sieben mal so stark ist wie die der Erde. Mir ist ehrlich gesagt nicht wohl bei dem Gedanken, daß wir uns diesem schweren Objekt nähern und sogar in sein flüssiges inneres hinein fliegen werden.“ Ruby lachte und sagte schließlich: „Basti! Es besteht absolut kein Grund zur Besorgnis! Wir alle sind schon durch wesentlich schwerere und dichtere Objekte geflogen. Du warst sogar einmal dabei.“ Sebastian fragte: „Ich war dabei?“ Ruby fragte zurück: „Woher bezieht die Far Horizon ihre Energie?“ Sebastian tippte sich an die Stirn und sagte: „Na klar, die Sonne! Die dürfte eine wesentlich höhere Dichte haben als GJ 1214 b.
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Ach Ruby, wenn ich Dich nicht hätte!“ Ruby strich Sebastian über das nasse Gesicht und sagte: „Tja, dann wäre Yvette wohl deine Ausbilderin.“ Sebastian küßte Ruby zärtlich und sie verbrachten noch einige Minuten unter der Dusche.



Gegen 10:10 kamen sie aus dem Waschraum und zogen sich an. Ruby fragte: „Frühstücken wir unten, hier oder erst einmal nicht?“ Sebastian nahm das Pad vom Nachttisch und steckte es in seine Uniformtasche. Dann sagte er: „Laß uns hier frühstücken, dann verlieren wir nicht so viel Zeit. Oder gibt es im Restaurantbereich auch eine Teleporterzielplattform?“ Ruby erwiderte: „Nein leider nicht. Was soll es denn zum Frühstück sein?“ Sebastian antwortete: „Den üblichen Liter Milch und äh... Gibt es von Skyfood auch süßen Salat?“ Ruby erwiderte: „Ja, es gibt einen Obstsalat mit einem breiten Spektrum an Früchten.“ Sebastian antwortete: „Dann nehme ich diesen Obstsalat zu meinem Liter Milch.“ Ruby orderte das Frühstück an der kleinen Konsole am Speiseaufzug. Wenig später kam der Aufzug mit den bestellten Getränken und Speisen. Ruby öffnete die Tür des Speisenaufzuges und stellte alles auf den Tisch. Als sich Sebastian neben sie setzte fragte er: „Könntest Du bitte den Flottennachrichtenkanal einschalten? Nicht daß es noch einen Erstkontakt zu einer fremden Spezies gab und wir nichts davon erfahren.“ Ruby erwiderte: „Ich glaube eine solche Meldung verbreitet sich auch ohne die Nachrichten. Jemand hätte uns längst Bescheid gegeben.“ Dann aktivierte sie den Bildschirm und wählte den Nachrichtenkanal der Flotte.



Ruby hatte einen Neurobooster mit Mangoaroma und eine Portion belgische Waffeln zum Frühstück. Während sie frühstückten gab es auf dem Nachrichtenkanal eine Ankündigung des Interviews mit der Nullschwerkraftsportmannschaft der Hoststation. Sebastian sagte mit breitem Grinsen: „Ich kenne zwar die Fragen des Interviews nicht aber ich weiß daß es ein spektakuläres Interview wird.“ Ruby erwiderte: „Ja das denke ich auch. Es sah gestern ziemlich irre aus wie Du auf Saschas Handgelenk gelandet bist.
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Wie ein echter Raubvogel auf dem Handschuh eines Falkners.“ Dann widmeten sie sich wieder ihrem Frühstück. Als sie fertig waren ging es auf 10:35 zu. Ruby und Sebastian räumten das benutzte Geschirr in den Speisenaufzug. Ruby schloß anschließend die Klappe des kleinen Aufzuges und deaktivierte den großen Bildschirm an der Wand ihres Quartiers. Dann sagte sie zu Sebastian: „Wir müssen uns beeilen. In zehn Minuten sollen wir auf der oberen Aussichtsplattform sein.“ Sebastian erwiderte: „Gut, ich werde meine Ausrüstung und das Maskottchenkostüm anlegen. Kommst Du mit?“ Ruby antwortete: „Sicher doch!“ Dann gingen sie in Sebastians Quartier. Ruby setzte sich auf die Couch und Sebastian verschwand im Schlafbereich um sich umzuziehen.



Als Sebastian nach dem Umziehen wieder in den Wohnbereich kam sagte Ruby: „Warte mal! Etwas fehlt noch.“ Sie führte Sebastian zurück in seinen Schlafbereich und holte einen Umhang aus seinem Schrank. Sie legte Sebastian den Umhang um und sagte: „Damit die Überraschung auch perfekt wird.“ Sebastian sah in dem dunklen Umhang aus wie ein Mitglied eines geheimen Ordens. Ruby sagte: „Du siehst aus wie ein dunkler Imperator.“ Sebastian antwortete: „Ich bin kein Imperator! Lieber ein Mitglied eines dunklen Rats.“ Ruby sagte: „Jetzt komm! Es ist 10:41 und wer weis wie schnell der Aufzug kommt.“ Sebastian antwortete: „Wir brauchen keinen Aufzug. Laß uns von Alice auf die obere Aussichtsplattform teleportieren! Das ist doch sowieso der Bereich auf der Hoststation für die eingehende Teleportation.“ Ruby grinste, dann gab sie über ihr Armband den entsprechenden Befehl an Alice durch.



Wenig später standen sie beide auf der oberen Aussichtsplattform. Sascha und die anderen warteten schon dort. Judith fragte: „Bist Du bereit Miranda Raven und ihre Zuschauer zu überraschen?“ Sebastian antwortete: „Selbstverständlich!“ Dann sagte Sascha zu seinen Mannschaftskameraden: „Laßt uns in der Nähe der Liftzugänge auf Frau Raven warten! Sie muß Sebastian ja nicht gleich entdecken.“ Daraufhin ging die Ganze Nullschwerkraftsportmannschaft in Richtung der Aufzugtüren. Ruby und Sebastian blieben am Rand der Aussichtsplattform stehen und taten so, als würden sie nach draußen schauen.
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Im Spiegelbild der Fenster beobachteten sie das Geschehen im Bereich der Lifttüren.



Schließlich traten Miranda Raven und ein Mitarbeiter des Flottennachrichtenkanals durch eine der Lifttüren. Der Kollege von Miranda Raven trug eine Kamera um den Kopf geschnallt. Sebastian sagte leise zu Ruby: „Der Mann sieht ein Wenig aus wie einer von den Borg aus Startrek.“ Ruby kicherte und witzelte: „Wir sind vom Nachrichtenkanal. Sie werden interviewt, Widerstand ist zwecklos.“ Sebastian mußte auch kichern und sagte: „Hör auf! Ich platze gleich vor Lachen, das ist zu komisch.“ Miranda Raven schien viele Fragen zu haben. Sie sprach eine ganze Weile mit der Nullschwerkraftsportmannschaft. Schließlich holte Sascha seine Signalpfeife aus der Tasche und blies hinein. Es klang wie eine der Pfeifen, welche die Bademeister in den Schwimmhallen auf der Erde benutzten.



Sebastian gab Ruby seinen Umhang und setzte die Brille mit den Hirnstromscannern und dem Augenliederprojektionssystem auf. Dann schloß er die Augen und stieg auf, hoch in die Luft. Anschließen breitete Sebastian seine zu Flügeln verkleideten Arme aus und kreiste hoch über den Köpfen der anderen Leute auf der Aussichtsplattform. Dabei behielt er Sascha immer im Visier. Das Augenliederprojektionssystem zeigte Sebastian immer den Abstand zur Wand an, so konnte er Sascha im Blick behalten und mußte nicht befürchten daß er mit der Wand kollidierte. Schließlich streckte Sascha seinen Arm zur Seite heraus. Sebastian setzte zum Sinkflug an und näherte sich Sascha schnell. Kurz bevor Sebastian Saschas Arm erreichte drosselte er die Geschwindigkeit und richtete seine Füße nach unten aus. Dabei flatterte er mit seinen Armen und setzte schließlich sanft mit den Füßen auf Saschas Handgelenk auf. Anschließend hielt Sebastian mit Hilfe des phaseninvertierten Schwerkraftanzuges sein Gewicht auf etwa zwei Kilogramm.



Sascha sagte zu Miranda Raven: „Darf ich vorstellen? Das ist unser Maskottchen, sein Name ist Hawk. Viele kennen ihn auch als Sebastian Neuhof.“ Miranda Raven erwiderte erstaunt: „Das meinten Sie als Sie sagten, daß Ihre Mannschaft etwas ganz besonderes hat!“ Sascha erwiderte: „Das ist eine der Besonderheiten unserer Mannschaft. Eine weitere Besonderheit ist unser Zusammenhalt.
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“ Sascha hob den Arm ruckartig und Sebastian stieg daraufhin mit den Armen flatternd auf. Anschließend landete er elegant neben Sascha. Miranda Raven fragte: „Wie schätzen Sie Ihre Chancen im Laufe der nächsten Saison ein?“ Sascha antwortete: „Ich kann zu diesem Zeitpunkt noch keine Einschätzung vornehmen da ich die Strategien und die Kondition der anderen Mannschaften noch nicht kenne. Aber wir verfügen alle über die Technologie, mit deren Hilfe unser Maskottchen auch bei normaler Schwerkraft fliegen kann. Das gibt uns beim Training natürlich ganz neue Möglichkeiten.“ Miranda Raven fragte Sascha: „Glauben Sie daß diese Technologie auch irgendwann im Nullschwerkraftsport auf professioneller Ebene eingesetzt wird?“ Sascha überlegte einen Moment. Als er kurz zu Sebastian schaute nickte Sebastian ihm zu. Sascha sagte daraufhin: „Ja, das wäre denkbar.“ Miranda Raven wollte wissen was Sascha meinte. Sebastian antwortete für Sascha: „Man kann mit dieser Technologie prima Kunstflugmanöver vollführen. Aber auch schnelles Fliegen ist möglich, wenn man zum Beispiel ein Rennen fliegen will. Wenn man diese Technologie unter einem Raumanzug trägt dann sind auch Rennen im luftleeren Raum möglich.“ Miranda Raven schien von Sebastians Antwort äußerst beeindruckt.



Im Anschluß stellte Miranda Raven noch einige spezifische Fragen zum Nullschwerkraftsport und über die Mannschaft. Als das Interview endete war es 11:30. Ruby fragte: „Was machen wir jetzt?“ Sebastian erwiderte: „Ich möchte mich erst einmal umziehen. Kannst Du uns in Dein Quartier auf der Station teleportieren lassen?“ Ruby antwortete: „Klar doch!“ Dann gab sie den entsprechenden Befehl an Alice durch. Wenig später standen sie beide in Rubys Quartier. Ruby begleitete Sebastian in sein Quartier nebenan. Sebastian legte sein Maskottchenkostüm und die Flugausrüstung in den Schrank. Danach legte er seine Uniform wieder an. Anschließend ging Sebastian zurück in den Wohnbereich wo Ruby wartete.



Ruby legte den Umhang auf die Couch und fragte: „Und jetzt?“ Sebastian nahm sie in den Arm und sagte: „Ich frage mich ob Nicole gerade beschäftigt ist. Ich würde dieses Schiff doch zu gerne mal sehen.“ Ruby fragte: „Worauf warten wir dann noch?“ Sie hob ihr Armband vor den Mund und sagte: „Alice, zwei Personen auf die Far Horizon teleportieren!“ Alice bestätigte die Anweisung und wenig später standen Ruby und Sebastian im Teleporterraum der Far Horizon.
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Sebastian fragte: „Was machen wir denn ausgerechnet hier?“ Ruby erwiderte: „Ich habe keinen Zielort auf der Far Horizon genannt, deshalb sind wir an dem Ort gelandet der für ankommende Teleportation auf die Far Horizon bestimmt ist.“ Sie verließen die Teleporterplattform und Ruby setzte einen Sprechwunsch an Nicole Berghof ab. Als Nicole sich meldete sagte Ruby: „Nicole, wir sind etwas früher fertig geworden. Wie sieht’s bei Dir aus?“ Nicole antwortete: „Bestens. Ich bin gerade in der Mannschaftsmesse beim Mittag. Kommt doch vorbei!“ Ruby erwiderte: „Verstanden, wir sind auf dem Weg und in wenigen Sekunden da. Ivanes Ende!“ Kaum war die Verbindung getrennt ließ Ruby sie beide in die Mannschaftsmesse teleportieren.



Nicole saß an einem Tisch und winkte ihnen zu. Ruby und Sebastian setzten sich zu Nicole an den Tisch und Nicole sagte: „Du hast nicht übertrieben Ruby, als Du sagtest, daß Du in wenigen Sekunden hier bist.“ Ruby antwortete: „So bin ich halt.“ Sebastian fragte Nicole: „Du hast ein Schiff das für bis zu fünf Personen Platz bietet. Wie groß ist es? Bitte sag jetzt nicht daß es so klein wie ein Auto ist!“ Nicole lächelte und sagte: „Keine Sorge! Etwas größer ist es schon. Etwa so groß wie anderthalb durchschnittliche Reisebusse.“ Sebastian atmete erleichtert aus und sagte: „Zum Glück! Ich dachte schon es wäre nur so groß wie ein PKW.“ Nicole lachte und sagte: „Nein, das wäre mir definitiv zu klein.“ Sebastian fragte: „Wann können wir aufbrechen?“ Nicole erwiderte: „Gib mir noch ein paar Minuten! Ich bin gleich fertig hier.“ Ruby fragte: „Soll ich Miriam Bescheid geben?“ Nicole antwortete: „Ja, sie kann schon mal hierher kommen.“ Ruby stellte daraufhin eine Verbindung zu Miriam her und sagte ihr daß sie zur Mannschaftsmesse kommen sollte. Miriam bestätigte es und sagte daß sie sich auf den Weg machte.



Nicole löffelte ihre Tomatensuppe aus und sagte: „So, jetzt bin ich startklar.“ Kurz darauf kam Yvette in die Mannschaftsmesse. Sie winkte Sebastian zu und kam zu ihm an den Tisch. Dann fragte sie: „Na Sebastian, was liegt an?“ Sebastian antwortete: „Nicole, Ruby, Miriam und ich wollen einen kleinen Ausflug machen.
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“ Yvette fragte: „Wo soll’s denn hingehen? Eine runde durchs Sonnensystem oder doch etwas weiter weg?“ Nicole erwiderte: „Nach GJ 1214 b.“ Yvette fragte: „Im Ernst? Kann ich mitkommen?“ Nicole erwiderte: „Naja einen Platz haben wir noch frei. Was meinst Du Sebastian?“ Sebastian rieb sich den Nasenrücken und sagte: „Also wenn Yvette unbedingt will, mir soll’s recht sein.“ Ruby sagte: „Aber laß die Finger von Sebastian!“ Yvette atmete tief durch und sagte: „Ja, ist ja gut! Ich fasse Deinen Freund nicht an.“ Sebastian erwiderte: „Und keine Prüfungsszenarien!“ Yvette maulte: „Wie denn? Oder findet Euer Ausflug im Simulator statt?“ Nicole erwiderte: „Nein, dieser Ausflug ist echt. Wir werden 2,63 Stunden unterwegs sein. Hin und zurück.“ Yvette fragte nachdenklich: „Wann ... geht es los?“ In diesem Moment kam Miriam in die Mannschaftsmesse teleportiert und Nicole sagte: „Jetzt geht es los!“



Sebastian, Ruby und Nicole erhoben sich und Nicole sagte zu Miriam: „Alles bereit?“ Miriam hatte zwei kleine Koffer in den Händen. Sie hob die Koffer demonstrativ in die Höhe und sagte: „Ich bin startklar.“ Sebastian fragte: „Sind das Werkzeugkoffer oder spezielle Ausrüstung?“ Miriam antwortete: „Das kann man so nennen, spezielle Ausrüstung.“ Sie reichte Sebastian einen der beiden Koffer und sagte: „Mit besten Grüßen unserer Chefärztin.“ Sebastian fragte: „Was heißt das?“ Miriam antwortete: „Doktor Ngujen sagte daß Du im Fall der Fälle wüßtest was Du damit anfangen solltest.“ Nicole fragte: „Kann es losgehen?“ Ruby, Miriam Yvette und Sebastian bestätigten daß sie bereit waren. Nicole hielt ihr Armband vor den Mund und sprach hinein: „Alice, bitte fünf Personen in den Hangar der Wissenschaftsstation teleportieren!“ Alice bestätigte den Befehl und wenig später standen sie in einem kleinen Raum in dem sich ein Schiff befand. Es war etwas größer als ein dreisitziges Patrouillenschiff, hatte aber eine zylindrische Form. Sebastian fragte: „Was ist das für ein Schiff?“ Nicole erwiderte: „Mein persönliches Transit- und Forschungsschiff.“ Daraufhin hielt Nicole ihr Armband an das Schiff und eine kleine Tür an der hinteren Stirnseite öffnete sich.
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Nicole sagte: „Na los Leute, folgt mir bitte! Die Koffer bitte im Ausrüstungsschrank links hinter der ersten Tür verstauen!“ Dann ging sie an Bord des Schiffes worauf Sebastian und die Anderen ihr folgten. Sebastian verstaute den Koffer den er in der Hand hatte im beschriebenen Schrank. Auch Miriam tat dies. Dann folgten sie Nicole bis ganz nach vorne durch das Schiff. Im Bug des Schiffes war ein größerer Raum mit fünf Sitzen. Einer vorne vor einem großen Fenster und je zwei links und rechts an den seitlichen Fenstern. Vor jedem Sitz war eine Konsole.



Als alle den Raum im Bug des Schiffes erreicht hatten sagte Nicole: „So Leute, bevor wir uns setzen, müssen wir noch festlegen wer was macht. Also, wer will fliegen?“ Betretenes Schweigen herrschte in der Kabine. Nicole sagte: „Na gut. Yvette würdest Du die Steuerung übernehmen?“ Yvette stimmte zu. Miriam übernahm mit der Zustimmung aller die Maschinenkontrolle. Nicole nahm Platz und übernahm die Sensoren. Dann sagte sie: „Es wird wohl wieder wie auf dem Brückensimulator? Sebastian, Du übernimmst das Kommando und Ruby wird Dein erster Offizier.“ Sebastian und Ruby stimmten zu und setzten sich links und rechts hinter Yvette. Nicole sagte: „Also los Sebastian, laß die Mission beginnen!“ Sebastian sagte zu Ruby: „Gut Ruby, veranlasse bitte die Startvorbereitungen und fordere die Starterlaubnis an!“ Ruby erwiderte: „Verstanden!“ Dann ließ sie die Luftschleuse schließen und forderte von allen Stationen den Statusbericht an. Miriam meldete: „Maschinen und Schiffssysteme klar.“ Nicole meldete: „Sensoren klar.“ Yvette meldete: „Navigation und taktische Systeme Klar.“ Ruby forderte die Starterlaubnis an und als diese erteilt wurde sagte sie zu Sebastian: „Das Schiff ist bereit zum Start.“



Sebastian sagte: „Okay Yvette, bringe uns raus!“ Yvette antwortete: „Verstanden! Wir verlassen den Hangar.“ Als das Schiff eine gewisse Distanz zur Far Horizon hatte sagte Yvette: „Wir haben den Hangar verlassen und halten die Position.“ Sebastian erwiderte: „Plane bitte den Sprung nach GJ 1214 b so, daß wir den Normalraum im Abstand von einer Million Kilometer zu GJ 1214 b wieder erreichen!“ Yvette traf die Sprungvorbereitungen und sagte als dies erledigt war: „Wir sind bereit zum Sprung, die Sprungdauer wird 2,63 Stunden betragen.
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“ Sebastian erwiderte: „Sprungantrieb ein!“ Yvette bestätigte den Befehl und aktivierte den Sprungantrieb. Daraufhin sprang das Schiff in die Passage.



Sebastian drehte sich mit seinem Sitz zu Nicole um und sagte: „Gut Nicole, wir sind unterwegs. Jetzt erzähle mir doch mal bitte was über dieses Schiff!“ Nicole erwiderte: „Es ist ein Transit- und Forschungsschiff für Langstreckenflüge und Langzeiteinsätze. Es bietet, wie Du siehst fünf Sitzplätze. Außerdem bietet es vier Schlafplätze und einen Waschraum. Weiterhin verfügt es über eine spezialisierte Sensorenanordnung, einen Teleporter und einen Quantenverschränkungstransmitter für die verzögerungsfreie Kommunikation und Datenübertragung.“ Sebastian fragte ungläubig: „Ein Teleporter auf einem derart kleinen Schiff?“ Nicole erwiderte: „Ja, manchmal müssen Passagiere abgeholt werden. Durch den Teleporter spart man im Gegensatz zum Andocken und Landen eine Menge Zeit. Der Teleporter ist auch hilfreich für Forschungen in Unwegsamen Gebiet, wo kein Schiff landen kann.“ Ruby sagte dazu: „Man könnte dieses Schiff mit einem Shuttel aus der Serie Startrek vergleichen. Die Shuttels dort haben doch auch Transporter.“ Sebastian sagte: „Wenn wir schon bei dem Vergleich sind. Wie sieht’s denn mit Waffen und Schilden aus?“ Nicole erwiderte: „Das Schiff verfügt über mittelstarke Schilde, ist also etwas besser geschützt als ein Kampfflieger. Außerdem haben wir zwei leichte Mikrowellengeschütze.“ Sebastian fragte: „Wie sieht’s mit der Manövrierfähigkeit aus?“ Nicole antwortete: „Wie sind fast so manövrierfähig wie ein schwerer Kampfflieger.“



Sebastian sagte: „Ach Leute, Ihr seit mir seit der Sache auf dem Brückensimulator richtig ans Herz gewachsen. Wir fünf sind fast schon eine komplette Crew.“ Yvette sagte während sie den Sprungverlauf überwachte: „Vielleicht werden wir alle irgendwann einem kleinen Kampfschiff zugeteilt.“ Sebastian fragte: „Meinst Du so ein kleines Kampfschiff wie die Tridentklasse?“ Yvette sagte: „Naja, die Tridentklasse ist etwas zu groß. Ich habe da eher ein Kampfschiff im Sinn das so viel Platz wie dieses Transitschiff bietet. Allerdings müßte es wesentlich besser bewaffnet und etwas manövrierfähiger sein.
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“ Sebastian fragte: „Was schwebt Dir vor?“ Yvette antwortete: „Naja so etwas wie eine kleinere Version der Defiant-Klasse aus Startrek, das mit einer Besatzung von fünf Mann auskommt.“ Sebastian fragte: „Euer neues Kampffliegermodel ist aber nicht zufällig ein solches Schiff?“ Yvette antwortete: „Nein, bei dem neuen Kampfflieger haben wir uns an den klingonischen Schiffen der K-Vort-Klasse aus Startrek orientiert. Das ist aber auch ein Kampfflieger der für zwei bis drei Personen ausgelegt ist. Nicht so komfortabel wie Nicoles Schiff.“



Sebastian schaute zu Ruby und sagte: „Das wäre was! Wir alle gemeinsam auf einem Kampfschiff. Wenn wir dann blauen Honigwein trinkend und singend in die Schlacht ziehen...“ Yvette stimmte das Klingonische Trinklied an, in dem es hieß – Und das Blut war knöcheltief, und der Fluß Kral färbte sich Karmesinrot.“ Nicole rief: „Oh bitte, keine klingonischen Trinklieder! Dabei läuft es mir kalt den Rücken runter.“ Sebastian fragte: „Hast Du Musik in der Datenbank des Schiffes gespeichert?“ Nicole fragte zurück: „Hast Du einen bestimmten Vorschlag?“ Sebastian antwortete: „Ja, das Album – Bis ans Ende der Welt – von Santiano.“ Ruby und Miriam riefen: „Ja, Santiano!“ Yvette fragte: „Santiano? Sind das nicht die singenden Seebären, die sich anhören wie ein Chor grimmiger Vikinger?“ Sebastian antwortete: „Ja genau Die!“ Yvette sagte: „Die Idee gefällt mir!“ Nicole sagte: „Ich habe das Album im Archiv.“ Sebastian sagte: „Schade daß wir keinen blauen Honigwein an Bord haben!“ Nicole erwiderte: „Ach nein? Ich könnte schwören daß ich vor unserem Aufbruch einige Liter an Bord verstaut habe.“ Sebastian fragte: „Einige Liter? Von wievielen Litern sprechen wir denn?“ Nicole sagte: „Etwa 20 Liter in Flaschen von je 0,5 Liter.“ Ruby fragte: „Du hast 40 Halbliterflaschen blauen Honigwein an Bord gebracht?“ Nicole antwortete: „Unter anderem. Ich kenne doch Sebastians Vorliebe für feuchtfröhliche Zusammenkünfte.“ Yvette maulte von ihrem Sitz aus: „Na toll! Ihr veranstaltet ein Gelage und ich bin mit der Steuerung beschäftigt.“



Nicole rief Yvette zu: „Das ist hier nicht die Far Horizon, dieses Schiff ist klein genug daß man den Sprungverlauf nicht überwachen muß.
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Außerdem beinhaltet blauer Honigwein nur Safe-Alk, das heißt daß er bei vollem Geschmack nicht die schädlichen Wirkungen von Alkohol hat.“ Yvette fragte: „Und das mit dem Sprungverlauf sagst Du mir erst jetzt?“ Nicole erwiderte: „Ich dachte Du wüßtest das.“ Yvette stöhnte: „Oh man!“ Dann drehte sie sich mit ihrem Sitz zu den anderen um und sagte: „Also wenn hier ein Gelage steigt, dann bin ich dabei!“ Nicole erwiderte: „Na dann hole ich mal den blauen Honigwein.“ Sie stand auf und ging kurz in den hinteren Teil des Schiffes. Kurze Zeit später kam sie mit einem Korb wieder nach vorne in dem zehn Flaschen mit Bügelverschlüssen steckten. Sie reichte jedem eine Flasche und setzte sich dann mit einer Flasche zurück auf ihren Sitz. Dann rief sie: „Prost Kameraden!“ Sebastian und die Anderen erhoben ihre Flaschen und riefen: „Prost!“ Dann tranken sie. Nicole drehte sich zu ihrer Konsole um und startete die Musikwiedergabe. Alle sangen schon beim Refrain des ersten Liedes mit.



Auch beim zweiten Lied gab es rege Beteiligung beim Singen des Refrains. Als das dritte Lied mit dem Titel – Weit übers Meer – begann sagte Nicole zu Sebastian und Ruby: „Hey das ist Euer Lied! Damit habt Ihr den letzten Karaokewettbewerb gewonnen.“ Sebastian schaute Ruby an und sagte: „Weist Du noch? Wir beide auf der Bühne, jeder hatte einen modifizierten Photonenemitter in her Hand der täuschend echt eine Kerzenflamme simulierte. Du hattest für unseren Auftritt spezielles Licht und Nebel bestellt.“ Ruby erwiderte: „Ja, es war eine echte Gänsehautatmosphäre.“ Nicole fügte hinzu: „Das kannst Du aber laut sagen!“



Sebastian schaute Yvette an und sagte: „Ja, und später am Abend überschlugen sich dann die Ereignisse, weil jemand mich auf dem Brückensimulator mit einem Szenario für die praktische Prüfung zur Schiffsführung konfrontiert hat.“ Yvette konterte: „Woher sollte ich denn auch wissen daß Du dieses Szenario erfolgreich meisterst?“ Sebastian erwiderte: „Du hast mir damit ohne es zu wollen einen Gefallen getan. Irgendwie hast Du meinem Leben einen entscheidenden Anstoß gegeben. Dadurch hast Du mir in meiner Dienstzeit bei der Erdraumflotte einige trockene und eintönige Lehrjahre erspart.“ Yvette antwortete: „Das habe ich doch gern gemacht.
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Also wenn Dein Leben mal wieder einen entscheidenden Anstoß braucht, laß es mich wissen!“ Ruby rollte mit den Augen und Sebastian sagte zu Yvette: „Aber bevor Du mich noch zum Kapitän oder Admiral machst stimmst Du das bitte mit Kapitän Tönnigs oder Commander Junkers ab!“ Yvette grinste verlegen und Nicole sagte zu Sebastian: „Also wenn Du willst, kannst Du ja in Deiner Freizeit mit uns zusammen einige Kommandoerfahrungen sammeln.“ Miriam, Ruby und Yvette gefiel diese Idee scheinbar denn sie stimmten begeistert zu.



Dann folgten wieder einige Lieder zum gemeinsamen Mitsingen, alle fünf sangen aus voller Kehle mit. Nachdem sie das Album durch hatten suchte Nicole noch einige Seemannslieder heraus. Inzwischen hatte auch jeder schon den ersten halben Liter blauen Honigwein intus und sie tauschten die leeren Flaschen gegen volle aus. Dann ging es weiter mit Singen und Trinken. Schließlich näherte sich das Schiff dem Sprungziel und der zweite halbe Liter blauen Honigweins war auch schon alle. Nicole verstaute den Korb mit den leeren Flaschen im hinteren Teil des Schiffes. Dann kam sie zurück und setzte sich auf ihren Sitz. Yvette meldete: „Wir erreichen die Umgebung von GJ 1214 b in einer Minute.“ Sebastian erwiderte: „Verstanden, danke! Nach dem Erreichen des Normalraums bitte in einen hohen Orbit um den Planeten einschwenken!“ Yvette antwortete: „Verstanden!“



Das Schiff verließ am vorgesehenen Punkt die Passage und Yvette steuerte es in einen hohen Orbit um den Planeten. Sebastian drehte sich zu Nicole um und sagte: „Bitte scanne den Planeten mit allen verfügbaren Sensoren!“ Nicole tippte auf der Konsole vor ihr herum und berichtete: „Der Planet ist etwa 2 Millionen Kilometer vom roten Zwerg GJ 1214 entfernt. Seine Masse entspricht etwa der 7fachen Masse der Erde. Sein Radius beträgt 2,5 Erdradien. Die Atmosphäre besteht aus Wasserdampf. Der Planet besteht, soweit die Sensoren ihn durchdringen aus Wasser. Die Temperaturen dort liegen zwischen 120 und 280 Grad Celsius.“ Yvette sagte zu Sebastian: „Das Wasser auf dem Planeten ist bei dieser Temperatur noch flüssig weil...“ Sebastian ergänzte schnell: „Weil dort der Druck so enorm hoch ist, ich weis. Der ganze Planet scheint ein riesiger Dampfkessel oder Boiler zu sein.“ Yvette erwiderte: „Ich glaube nicht daß es dort Leben gibt.
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“ Sebastian Antwortete: „Das ist nicht sicher. Auf der Erde gibt es an manchen Stellen des Meeresbodens heiße Quellen oder Vulkanschlote an denen die Wassertemperatur auch um die 90 Grad Celsius beträgt. Und selbst dort hat man Lebensformen gefunden.“ Nicole ergänzte: „Und selbst wenn wir dort kein Leben entdecken heißt das nicht daß es dort keines gibt. Wer sagt daß wir alle Formen des Lebens erkennen würden wenn wir darauf stoßen?“



Dann erklärte Nicole einige Theorien über Lebewesen, welche ihre Energie aus der Temperatur des Wassers erhalten das sie umgibt und die sich von Mineralien ernähren. Plötzlich ertönte ein Signal von Nicoles Konsole. Nicole tippte schnell auf ihrer Konsole herum und sagte: „Ein Schiff hat gerade das System erreicht. Auf fünf Uhr, 78 Grad über unserem Horizont.“ Sebastian antwortete fast instinktiv: „Defensiver Gefechtsmodus! Das Schiff scannen und rufen!“ Yvette antwortete: „Schilde sind aktiviert.“ Nicole antwortete daraufhin: „Das kann nicht sein! Die Far Horizon?“ Wenig später berichtigte Nicole ihre Aussage: „Nein, es ist die ESFS Triangle.“ Sebastian erwiderte: „Auf den Schirm!“ Nicole erwiderte: „Auf welchen Schirm? Ich lege das Bild auf Deine und Rubys Konsole.“ Sebastian antwortete: „Entschuldige, ich war wohl in Gedanken noch auf dem Brückensimulator oder der Far Horizon.“ Dann betrachtete Sebastian die Sensorendaten auf seiner Konsole und sagte: „Was machen Die denn? Irgendwas stimmt da nicht! Die Fluglage des Schiffes paßt absolut nicht zu seinem Kurs. Antwortet jemand auf unsere Rufe?“



Ruby antwortete: „Bis jetzt haben wir noch keine Antwort.“ Nicole fügte hinzu: „Scheinbar können sie nicht antworten, das Schiff scheint beschädigt zu sein. Wer weis ob sie uns überhaupt empfangen. Die Energieemissionen sind unregelmäßig und die Hülle weist strukturelle Schwächungen auf.“ Sebastian fragte: „Gibt es hinweise auf einen Angriff?“ Nicole erwiderte: „Nein! Das verstehe ich nicht!“ Sebastian befahl: „Yvette, bringe uns auf Parallelkurs zur ESFS Triangle! Ruby, die Rufe fortsetzen!“ Yvette und Ruby bestätigten die Befehle. Als sie neben dem Schiff flogen und noch immer keine Antwort von der ESFS Triangle kamen sagte Sebastian: „Wir sind, beziehungsweise ich bin hiermit eindeutig überfordert.
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Wenn es einen Notkanal gibt, brauche ich eine Verbindung zur Far Horizon!“ Ruby antwortete: „Schon dabei. Ich stelle die Verbindung zu Deiner Konsole her.“



Sebastian schaute auf seine Konsole, dort war die Brücke der Far Horizon zu sehen wo Commander Junkers auf seinem Platz saß. Commander Junkers sagte: „Leutnant Neuhof, sie senden auf einem Notkanal!“ Sebastian erwiderte: „Commander, ich melde eine Notsituation. Wir sind bei GJ 1214 b. Die ESFS Triangle hat das System erreicht. Ihr Kurs und ihre Fluglage passen nicht zueinander. Außerdem antwortet niemand auf unsere Rufe. Die Energieemissionen des Schiffes sind unregelmäßig und die Hülle weist strukturelle Schwächungen auf. Es gibt jedoch kein Anzeichen eines Angriffs. Ich bin an Bord des Transitschiffes von Leutnant Berghof, bei mir sind Leutnant Berghof, Leutnant Ivanes, Leutnant Sukow und Leutnant Mangold. Ich bitte um Anweisungen und Unterstützung.“ Commander Junkers antwortete: „Bestätigt, wir kommen zu Ihnen. Ist Leutnant Ivanes in Ihrer Nähe?“ Ruby stand von ihrem Platz auf und stellte sich neben Sebastians Sitz. Dann sagte sie: „Sprechen Sie Commander!“ Commander Junkers antwortete: „Sie haben das Kommando Leutnant Ivanes! Ergreifen Sie alle nötigen Maßnahmen um die Lage zu analysieren und der ESFS Triangle zu helfen! Junkers Ende!“ Dann wurde die Verbindung geschlossen.



Ruby sagte: „Nicole, nach Lebenszeichen scannen!“ Nicole tippte auf ihrer Konsole herum und sagte: „Die Besatzung scheint vollzählig zu sein, Ihre Lebenszeichen sind jedoch schwach. Das Lebenserhaltungssystem funktioniert innerhalb normaler Parameter.“ Ruby grübelte laut: „Wir müssen einen Weg finden Kontakt zur Mannschaft der ESFS Triangle herzustellen.“ Sebastian fragte: „Wenn die Schiffskommunikation nicht funktioniert, können wir nicht einfach eine Verbindung zu einem dieser Kommunikationsarmbänder herstellen?“ Ruby erwiderte: „Ausgezeichnete Idee! Nicole, lokalisiere den Kapitän des Schiffes und verbinde meine Konsole mit seinem Kommunikationsarmband!“ Nicole stellte die Verbindung her und sagte: „Du kannst jetzt sprechen!“ Ruby rief in ihre Konsole: „Hier ist Leutnant Ruby Ivanes von der ESFS Far Horizon. Ich rufe Kapitän Nils van Anderson. Bitte antworten sie!“



Eine heisere Männerstimme meldete sich hustend: „Hier ist Kapitän Nils van Anderson.
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Wir haben ganz schön was abbekommen. Wo sind Sie?“ Ruby erwiderte: „Ich befinde mich auf einem Transitschiff auf parallelem Kurs zu ihrem Schiff. Können Sie uns sagen was passiert ist?“ Kapitän van Anderson antwortete: „Unser Chefingenieur hatte die Idee den Sprungantrieb zu verbessern. Beim testen des neuen Sprungantriebs sind wir in eine seltsame weiße Passage geraten die ziemlich viele scharfe Kurven hatte. Die ersten Kurven hatte mein Steuermann noch geschafft, aber dann sind wir buchstäblich rausgeflogen.“ Ruby fragte: „Wieviele Verletzte gibt es bei Ihnen an Bord?“ Kapitän van Anderson antwortete: „Ich weis es nicht. Die schiffsinterne Kommunikation funktioniert nicht.“ Nicole rief: „Die müssen ihre Fluglage in den Griff bekommen. Wenn sie so in die Atmosphäre des Planeten eintauchen dann brechen sie garantiert auseinander.“ Kapitän van Anderson hatte dies gehört und antwortete: „Unsere Sensoren sind ausgefallen, wir fliegen völlig blind.“ Ruby fragte: „Funktionieren ihre Steuerung und Ihre Triebwerke?“ Kapitän van Anderson antwortete: „Ja aber ohne Sensoren nutzt und das nicht viel.“ Ruby erwiderte: „Neigen Sie ihr Schiff um 90 Grad und dann drehen, nicht rollen sondern drehen sie es anschließend um 12 Grad nach links.“ Kapitän van Anderson antwortete: „Verstanden.“ Dann sah man wie die ESFS Triangle ihre Fluglage langsam korrigierte.





Als die Fluglage der ESFS Triangle korrigiert war fragte Ruby: „Funktionieren Ihre Schilde?“ Kapitän van Anderson antwortete: „Ja wir haben 62 Prozent Schildstärke auf dem inneren und äußeren Schildfeld.“ Ruby erwiderte: „Schilde aktivieren und vollen Schub voraus!“ Kapitän van Anderson bestätigte die Anweisung. Wenig später beschleunigte die ESFS Triangle und Yvette fragte: „Was wird das für ein Manöver?“ Ruby erwiderte: „Ohne Sensoren können die nicht in einen stabilen Orbit einschwenken. Aber wenn sie in diesem flachen Winkel von 10 Grad mit vollem Schub auf die Atmosphäre zu rasen dann wird das Schiff von der Atmosphäre abprallen und auf einen Kurs gelangen der aus dem System führt.“ Yvette fragte: „Woher weis Kapitän van Anderson, wann er hochziehen muß? Seine Sensoren sind doch außer Funktion.
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“ Ruby erwiderte: „Wir werden der ESFS Triangle in die obere Atmosphäre folgen und Kapitän van Anderson sagen wann er den Kurs ändern soll. Also Yvette, hinterher!“ Sebastian fragte: „Bricht beim Atmosphäreneintritt nicht normalerweise die Funkverbindung zusammen?“ Ruby antwortete: „Ja das ist richtig. Deshalb werden wir auch in der Bugwelle der ESFS Triangle bleiben. Auf diese Weise können wir zu Kapitän van Anderson den Kontakt halten.“ Ruby fragte Kapitän van Anderson: „Haben Sie alles mitgehört?“ Kapitän van Anderson antwortete: „Ja, laut und deutlich. Ich soll bei vollem Schub bleiben und auf Ihr Kommando den Kurs nach oben ändern.“ Ruby erwiderte: „Ja, und zwar um genau 40 Grad nach oben.“ Kapitän van Anderson antwortete: „Verstanden.“



Die ESFS Triangle erreichte die obere Atmosphäre von GJ 1214 b und das beim Atmosphäreneintritt erzeugte Plasma umhüllte ihre Schilde. Die Schilde des Transitschiffes wurden kaum von Plasma umhüllt. Zwischen der ESFS Triangle und dem Transitschiff gab es eine Art Windschatten. Ruby sagte zu Nicole: „Sag mir wenn die Auftriebskraft unter der ESFS Triangle ihrem Gewicht entspricht!“ Nicole bestätigte die Anweisung und Sebastian fragte: „Auftriebskraft?“ Ruby antwortete: „Die Schiffe der Triangleklasse sind zwar nicht für den Atmosphärenflug konzipiert aber sie besitzen dennoch gewisse aerodynamische Eigenschaften eines Auftriebskörpers.“



Die der Plasmastrom um die Schilde der ESFS Triangle nahm zu. Nicole meldete: „Die Auftriebskraft beträgt 60 Prozent des Gewichts der ESFS Triangle..., 70 Prozent..., 80..., 90 ..., 95..., 100 Prozent erreicht!“ Ruby rief durch das Kommunikationssystem: „Hochziehen!“ Anschließend rief sie Yvette zu: „Immer schön in ihrer Bugwelle bleiben! Wenn uns die Turbulenzen erwischen wird’s häßlich.“ Yvette antwortete: „Ich verstehe.“ Langsam erhöhte sich der Anstellwinkel der ESFS Triangle während ihre Triebwerke bei vollem Schub waren. Yvette hielt das Transitschiff in der Bugwelle, welche die ESFS Triangle bei ihrem schnellen Flug durch die obere Atmosphäre erzeugte. Schließlich erreichten beide Schiffe den oberen Rand der Atmosphäre. Als sie aus der Atmosphäre heraus waren sagte Ruby zu Kapitän van Anderson: „Jetzt reduzieren Sie den Schub auf 10 Prozent und deaktivieren die Schilde! Danach bereiten Sie alles für unsere Landung vor damit wir Ihnen helfen können!“ Kapitän van Anderson antwortete: „Antrieb auf 10 Prozent und Schilde deaktiviert.
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Es tut mir leid aber die Hangartore und der Teleporter sind ebenfalls ausgefallen.“ Ruby erwiderte: „Kein Problem, wir verfügen ebenfalls über einen Teleporter.“ Kapitän van Anderson antwortete: „Verstanden. Und danke nochmals für Ihre Hilfe bei dem Manöver!“ Ruby erwiderte: „Gern geschehen! Alles weitere besprechen wir an Bord Ihres Schiffes. Ivanes Ende!“



Als die Verbindung getrennt war fragte Sebastian: „Wie geht’s jetzt weiter?“ Ruby antwortete: „Wir teleportieren rüber auf das Schiff und versuchen zu Helfen und so lange die Stellung zu halten bis die Far Horizon eintrifft.“ Sebastian fragte: „Gut, was mache ich?“ Ruby antwortete: „Du bleibst hier an Bord bei Yvette und hältst mich auf dem Laufenden!“ Sebastian erwiderte: „Aber Ruby, Du hast das Kommando auf diesem Schiff! Was sagen denn die Vorschriften darüber das ein Kapitän sein Schiff verläßt und auf eine Mission auf ein anderes Schiff geht?“ Yvette meinte dazu: „Da hat er recht. Commander Junkers hat Dir das Kommando übertragen, somit bist Du in dieser Situation der Kapitän. Und der Platz des Kapitäns ist auf seinem Schiff, gegebenenfalls auf der Brücke.“ Ruby fragte: „Du willst Sebastian unbedingt beistehen was?“ Yvette erwiderte: „Ich habe die Vorschriften nicht verfaßt und Sebastian auch nicht.“



Ruby zog sich demonstrativ die Uniform zurecht und sagte: „Gut! Dann also schön nach Vorschrift! Nicole, Du nimmst Sebastian mit rüber. Ihr kümmert Euch um die Verletzten! Und Du Yvette, gehst mit Miriam auf die ESFS Triangle und Ihr kümmert Euch um die Technik!“ Sebastian, Nicole, Miriam und Yvette bestätigten die Anweisungen. Anschließend sagte Miriam: „Wartet mal!“ Dann ging sie in den hinteren Teil des Schiffes und holte die beiden Koffer, die sie mit an Bord gebracht hatte. Den einen reichte sie Sebastian und den anderen behielt sie in der Hand. Dann sagte sie: „Doktor Ngujen hat mir ausdrücklich gesagt daß dieser Koffer für Sebastian ist. Sie meinte das Sebastian im Fall der Fälle wüßte wie der den Inhalt benutzt.
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Sebastian stand auf und legte den Koffer auf seinen Sitz. Dann öffnete er ihn. In dem Koffer war ein Diagnoseokular, ein Nervenstranginduktor, ein Muskelinduktor, einige Kartuschen Impfstoff und zwei dieser kleinen hochmodernen Spritzen. Dabei lag auch ein Pad auf dem etwas eingraviert war. Im Fall der Fälle bitte zuerst das Pad aktivieren! Sebastian nahm das Pad und aktivierte es. Das Pad spielte eine Videobotschaft ab in der Doktor Ngujen einige Worte an Sebastian richtete: „Hallo Sebastian, wenn Du diese Nachricht bekommst ist anscheinend etwas schief gelaufen. Ich verzichte daher auf alle Dienstränge und Höflichkeitsformen, da es sein könnte daß dafür keine Zeit ist. Dieses Pad verfügt über die komplette medizinische Datenbank der Erdraumflotte und einer Schnittstelle für den Muskel- und Nervenstranginduktor. Außerdem gibt es Dir Anleitungen wie Du die Spritzen laden mußt. Du brauchst nur den Diagnosecode in das Pad eingeben. Wenn die Möglichkeit besteht die Far Horizon zu kontaktieren mache bitte davon Gebrauch falls Du nicht weiter weist. Das Personal der Krankenstation wurde instruiert Dir helfend zur Seite zu stehen falls ich nicht erreichbar bin. Hiermit ernenne ich Dich zum Feldsanitäter. Ich weis, Du wirst mich nicht enttäuschen. Ngujen Ende!“ Dann endete die Botschaft und das Pad programmierte sich für den medizinischen Einsatz.



Sebastian zog das Pad mit den Missionsbeschreibungen für die Erkundungsmission nach GJ 1214 b aus seiner Uniformtasche und gab es Ruby. Dann steckte er das Pad mit der medizinischen Datenbank in die Uniformtasche, setzte das Diagnoseokular auf und aktivierte es. Daraufhin schloß er den Koffer und sagte: „Miriam, die Beschreibung von Kapitän van Anderson über die weiße Passage macht mir Sorgen. Ich habe eine solche Passage schon einmal gesehen. Die Wächter benutzen diese Passagen um über die Raumfalten zu springen. Ihr müßt auf jeden Fall den Sprungantrieb in seinen Urzustand wiederherstellen oder ihn funktionsunfähig machen!“ Miriam antwortete: „Danke für den Hinweis! Wir werden zuerst auf die Brücke teleportieren um Kapitän van Anderson über das Ausmaß der Schäden zu befragen.“ Dann stellten sich Miriam und Yvette in eine kleine Nische und Miriam sagte: „Bereit zur Teleportation!“ Ruby tippte auf einer Konsole herum.
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Dadurch wurden die Schilde des Transitschiffes deaktiviert. Daraufhin verschwanden Miriam und Yvette. Ruby sagte: „Gut, sie sind drüben! Jetzt Ihr zwei!“ Sebastian sagte: „Teleportiere uns in die Krankenstation! Vielleicht treffen wir dort auf medizinisches Personal das uns helfen kann.“ Ruby erwiderte: „Eine weise Entscheidung. Paß bitte auf Dich auf und halte einen Kanal zu mir geöffnet. Dann kann ich Dich für den Fall der Fälle zur Far Horizon durchstellen.“ Sebastian antwortete: „Verstanden, ich werde den Kanal öffnen sobald ich drüben bin.“ Ruby drückte Sebastian noch einmal fest an sich und küßte ihn leidenschaftlich, dann ging sie an die Konsole und startete den Teleportationsvorgang.



In der Krankenstation funktionierte nur die spärliche Notbeleuchtung. Sebastian rief: „Hallo?! Ist jemand hier?“ Im Hintergrund hörte Sebastian ein Geräusch, es klang wie ein leises Stöhnen. Sebastian schaute sich in der Krankenstation um. In einer Ecke unter einem umgestürzten Regal erfaßte das Diagnoseokular einige Biowerte. Sebastian ging auf das Regal zu und sagte: „Nicole, hilf mir mal! Da liegt jemand drunter.“ Sie wuchteten das Regal zur Seite und Sebastian scannte die am Boden liegende Person. Die Ansicht für die auf Nanotechnologie basierende Immun- und Heilungsunterstützung zeigte in rot mehrere angebrochene Knochen und die Dauer bist die Nanobots diese Brüche wieder repariert hatten. Neben der Reparaturzeit war der Diagnosecode, die Wellenform und Frequenz zur Programmierung des Nervenstranginduktors zu sehen. Sebastian öffnete seinen Medizinkoffer und nahm den Nervenstranginduktor heraus. Dann zog er das Pad aus der Tasche und programmierte den Nervenstranginduktor. Anschließend legte er der am Boden liegenden Person den Nervenstranginduktor ans Kinn und aktivierte ihn. Das Diagnoseokular zeigte jetzt nur noch die Zeit bis zur völligen Regeneration der Brüche. Sebastian steckte das Pad und den Nervenstranginduktor wieder in den Koffer und schloß diesen.“ Dann öffnete er einen Kanal zu Ruby und sagte: „Tut mir Leid daß es so lange gedauert hat aber hier mußte erst eine verletzte Person behandelt werden.“ Ruby erwiderte: „Verstanden. Halte den Kanal geöffnet!“ Sebastian antwortete: „Ja verstanden.
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Dann versuchte er die am Boden liegende Person anzusprechen. Er sagte: „Hallo? Können Sie mich verstehen?“ Der vor ihm liegende Mann fragte mit schwacher Stimme: „Wer sind Sie?“ Sebastian erwiderte: „Ich bin Leutnant Sebastian Neuhof von der Far Horizon. Unser Schiff wird auch bald hier eintreffen. Wissen Sie wo der leitende medizinische Offizier ist?“ Der Mann hustete und antwortete: „Sie sprechen gerade mit ihm. Ich bin Doktor Theodor Rehm.“ Sebastian fragte: „Wo sind Ihre Mitarbeiter?“ Doktor Rehm antwortete: „In den Bereitschaftsräumen vermutlich. Ich zeige Ihnen wo es lang geht.“ Doktor Rehm wollte aufstehen aber Sebastian hielt ihn mit der Hand und sanftem Druck am Boden. Dann sagte er: „In meiner Eigenschaft als Feldsanitäter kann ich nicht zulassen daß Sie aufstehen Doktor Rehm. Sie haben mehrere angebrochene Knochen. Ich konnte zwar Ihre Schmerzen unterdrücken aber für die Behebung der Brüche braucht Ihre Immun- und Heilungsunterstützung noch...“ Sebastian scannte Doktor Rehm nochmals und sagte: „Zwei Stunden. Sie müssen mir versprechen daß Sie so lange versuchen werden liegen zu bleiben.“ Doktor Rehm antwortete: „Ich verspreche es. Sie müssen, wenn Sie aus der Krankenstation kommen nach rechts gehen und dann durch die erste Tür links. Dort ist der Bereitschaftsraum für das Personal der Krankenstation.“ Sebastian erwiderte: „Danke Doktor!“ Dann Stand er auf und sagte zu Nicole: „Wir müssen zum Bereitschaftsraum.“ Nicole antwortete: „Ja, wir sollten keine Zeit verlieren.“ Daraufhin verließen sie die Krankenstation. Sie gingen nach rechts und dann zur ersten Tür links.



Die Tür öffnete sich nicht. Sebastian schlug mit der flachen Hand dagegen und rief: „Hallo?! Ist da jemand drin?“ Von drinnen rief eine Frauenstimme: „Ja, die Tür ist blockiert wir bekommen sie nicht auf. Sie müssen Werkzeug holen und die Tür aufstemmen!“ Sebastian fragte: „Wieviele sind sie und ist jemand von Ihnen dort drinnen verletzt?“ Von drinnen kam die Antwort: „Wir sind zu dritt, verletzt ist niemand von uns. Sie müssen die Tür aufstemmen!“ Sebastian sagte leise zu Nicole: „Wir haben keine Zeit um Werkzeug zu holen. Ich habe eine bessere Idee.“ Dann sagte Sebastian zu Ruby durch den noch offen stehenden Kanal: „Ruby wir stehen vor einer blockierten Tür die sich nicht öffnen läßt.
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Dahinter sind drei Personen eingesperrt. Könntest Du die drei Personen von der anderen Seite der Tür auf unsere Seite teleportieren?“ Ruby antwortete: „Moment, ich versuche eine Erfassung zu bekommen.“ Kurz darauf sagte Ruby: „Okay ich hab’s. Bereithalten!“ Wenig später standen eine Frau und zwei Männer neben Sebastian und Nicole. Sebastian sagte: „Das ist Leutnant Berghof und ich bin Leutnant Neuhof vom der Far Horizon. Wir sind mit einem Transitschiff hier aber unser Schiff wird in etwa 2,5 Stunden hier eintreffen. Doktor Theodor Rehm liegt in der Krankenstation mit einigen angebrochenen Knochen. Ich konnte seine Schmerzen lindern doch Seine Immun- und Heilungsunterstützung benötigt noch etwa 2 Stunden für die Heilung seiner Knochen.“ Die drei Personen stellten sich vor: „Ina Stevens, Viktor Uljanow, Greg Johanson.“ Sie sagten daß sie Arzthelfer waren.



Sebastian sagte: „Sie müssen sicherstellen daß der Leitende medizinische Offizier sein Versprechen hält, nicht aufzustehen bevor seine Brüche geheilt sind. Außerdem gibt es auf dem Schiff mit Sicherheit noch jede Menge Verletzte.“ Die drei Arzthelfer sagten daß sie sich an die Arbeit machen würden. Sebastian bat Ruby die Kommunikationsarmbänder der drei Arzthelfer mit dem Kommunikationssystem des Transitschiffes zu koppeln solange das Kommunikationssystem der ESFS Triangle noch nicht funktionierte. Ruby bestätigte und tat dies. Dann brachen die drei Arzthelfer auf um weiteren Personen zu helfen.





Daraufhin fragte Nicole: „Hast Du Angst?“ Sebastian setzte seine Suche nach verletzten Personen fort. Nicole lief ihm hinterher und fragte erneut: „Hast Du Angst Sebastian?“ Sebastian blieb stehen und griff Nicole mit beiden Händen an die Oberarme. Dann sah er ihr tief in die Augen und sagte: „Ja, ich habe Angst! Angst davor daß wir einen Verletzten finden dem ich nicht helfen kann, Angst davor einen Fehler zu machen der jemandem das Leben kostet, Angst vor den Dingen die mir jetzt noch gar nicht einfallen. Bin ich deshalb hier fehl am Platz?“ Nicole antwortete: „Ich weis wie Du Dich fühlst. Ich war auch einmal in einer solchen Situation. Es ist okay Angst zu haben solange man sich von der Angst nicht lähmen läßt.
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“ Dann befreite sich Nicole aus Sebastians leichtem Griff, nahm ihn in die Arme und sagte: „Der einzige Fehler den Du machen kannst ist wenn Du jetzt nichts machst!“ Als sie ihn wieder losließ sagte Sebastian: „Danke Nicole!“ Nicole erwiderte: „Schon gut, laß uns weiter suchen!“



Hinter einer Ecke lag eine junge Frau mit Verbrennungen im Gesicht. Trotz der schummrigen Notbeleuchtung erkannte Sebastian daß diese Verbrennungen von einem Stromschlag stammten. Sebastian kniete sich neben die Frau und scannte sie: „Die Knochen waren in Ordnung aber in der Standardansicht bekam Sebastian vier gelbe Werte und einen roten. Sebastian öffnete den Ärztekoffer und zog das Pad heraus. Er gab den Wert ein welcher rot dargestellt war. Das Pad zeigte einen Verweis auf den Muskelinduktor. Sebastian zog den Muskelinduktor heraus und steckte ihn an das Pad. Nach Abschluß der Programmierung zeigte das Pad die Darstellung der vorderen Bauch und Brustpartie. Die Markierung für das Ansetzen des Muskelinduktors zeigte den linken Bereich. Sebastian lief es kalt den Rücken runter. Er setzte den Muskelinduktor dort an wo das Pad es ihm zeigte, direkt über das Herz. Dann drückte er den Knopf bis er Signalton ertönte. Anschließend scannte er die junge Frau erneut. Der Rote Wert war verschwunden. Sebastian atmete erleichtert aus. Dann sagte er zu Ruby am anderen Ende der permanenten Sprechverbindung: „Verbinde mich bitte mit der Far Horizon! Wenn es geht gleich mit der Krankenstation.“



Ruby bestätigte Sebastians Wunsch und stellte die Verbindung her. Am anderen Ende meldete sich Doktor Ngujen: „Leutnant Neuhof, was haben Sie auf dem Herzen?“ Sebastian erwiderte: „Bitte lassen Sie uns jetzt nicht über Herzen sprechen! Ich bin hier auf einem Schiff voller Verletzter. Vor mir liegt eine junge Frau. Nach dem Scannen erhielt ich vier gelbe und einen roten Wert. Den Roten Wert habe ich mir zuerst vorgenommen. Ich mußte mit dem Muskelinduktor direkt das Herz induzieren. Jetzt habe ich noch vier gelbe Werte. Welchem widme ich mich zuerst?“ Doktor Ngujen antwortete: „Oh Gott! Auf diese Situation hätte ich Sie vorbereiten müssen.“ Sebastian erwiderte mit zittriger Stimme: „Doktor, vier gelbe Werte! Wie ist die Reihenfolge?“ Doktor Ngujen antwortete: „Wenn die Werte mit Buchstaben beginnen dann hat A die höchste und Z die niedrigste Priorität.
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Bei numerischen Werten ist 0 die niedrigste Priorität und 9 die höchste. Numerische Werte haben eine höhere Priorität als Werte mit Buchstaben. Wir sind bald da. Halten Sie durch Leutnant Neuhof!“ Sebastian erwiderte: „Danke Doktor! Neuhof Ende!“ Dann hörte Sebastian Rubys Stimme, sie fragte: „Alles in Ordnung?“ Sebastian antwortete: „Ich sage es Dir gleich. Bitte hab noch ein Wenig Geduld!“ Dann nahm sich Sebastian die Werte gemäß der Priorität vor. Nach jeder Behandlung scannte er die junge Frau erneut um sicherzugehen daß er alles richtig gemacht hatte. Als er alle Werte abgearbeitet hatte packte er die Ausrüstung zurück in den Koffer und stand mit weichen Knien auf. Dann sah er auf die junge Frau hinunter und sagte: „Sie wird durchkommen.“ Daraufhin griff er den Koffer und ging den Flur weiter entlang.



Während Sebastian den Flur entlang ging sprach er in sein Armband: „Wieder eine Seele auf die der Sensenmann noch etwas warten muß.“ Ruby erwiderte: „Du machst das großartig! Ich bin stolz auf Dich.“ Sebastian fragte: „Würde es was bringen wenn Nicole und ich uns trennen? Wir könnten so gleichzeitig mehr erreichen.“ Ruby antwortete: „Ich möchte Dich auf diesem Schiff nicht alleine herumlaufen lassen.“ Sebastian erwiderte: „Ich bin nicht allein. Hier sind jede Menge Verletzte. Außerdem habe ich Dich per Sprechverbindung immer dabei.“ Ruby antwortete: „In Ordnung. Was soll Nicole machen?“ Sebastian erwiderte: „Sie soll in die Krankenstation gehen und sich ebenfalls einen Medizinkoffer schnappen. So können wir mehr Menschen helfen.“ Nicole sagte: „Nein, das kann ich nicht! Ich traue mir das nicht zu.“ Dann brach sie in Tränen aus und fiel Sebastian um den Hals. Sie wiederholte immer wieder: „Ich kann das nicht.“ Sebastian sah ihr tief in die Augen und sagte: „Nicole, es ist okay! Du mußt es nicht tun. Gehe einfach in die Krankenstation zu Doktor Rehm! Du bleibst in seiner Nähe für den Fall daß ich eine Frage habe was die Besatzung dieses Schiffes betrifft. Verstehst Du? Medizinische Besonderheiten und so.“ Nicole trocknete ihre Tränen und sagte: „Alles klar, ich verstehe. So kommt wenigstens niemand zu Schaden.“ Sebastian klopfte Nicole vorsichtig auf den Rücken und sagte: „Und pass auf daß Doktor Rehm nicht aufsteht!“ Nicole antwortete noch immer leicht aufgelöst: „Verlaß Dich auf mich!“ Dann ging sie zurück zur Krankenstation.
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Ruby fragte über die Sprechverbindung: „Was war denn los?“ Sebastian antwortete: „Ich glaube irgendwas an der Vorstellung als Sanitäter zu arbeiten hat Nicole ziemlich geängstigt. Ich habe sie in die Krankenstation geschickt damit sie im Fall der Fälle Doktor Rehm ein paar Fragen zur Mannschaft dieses Schiffes stellen kann.“ Ruby erwiderte: „Gut gemacht! Brauchst Du irgendwas?“ Sebastian antwortete: „Wenn es möglich ist, gib mir die Position des nächsten schwachen Lebenszeichens!“ Ruby antwortete: „Geh zurück zur letzten Kreuzung, dann rechts und an der nächsten Kreuzung links!“ Sebastian erwiderte: „Umkehren, rechts abbiegen, links abbiegen?“ Ruby antwortete: „Genau.“



Sebastian machte Kehrt und folgte Rubys Wegbeschreibung. Während er in Richtung seines Ziels lief fragte er Ruby: „Ist Nicole schon bei Doktor Rehm angekommen?“ Ruby antwortete: „Ja.“ Sebastian sagte: „Sag ihr sie soll mit ihm reden, ihn bei Bewußtsein halten, ihm von mir aus irgendwas erzählen Hauptsache sie redet mit ihm.“ Ruby fragte: „Ist seine Lage so kritisch?“ Sebastian antwortete: „Nein. Aber irgendwas hat Nicole vorhin total verängstigt. Es wäre gut wenn sie mit jemandem redet. Selbst wenn es nur als Ablenkung dient.“ Ruby antwortete: „Verstanden, ich kümmere mich drum.“



Dann erreichte Sebastian die nächste verletzte Person. Ein Mann in mittlerem Alter dessen Bein aufgeschlitzt war lag in einer kleinen Blutlache. Sebastian kniete sich neben den Mann wo kein Blut war und öffnete den Medizinkoffer. Dann scannte er den Mann. Als er den Diagnosecode in das Pad eingab erschien dort eine Anleitung zum laden einer Spritze. Sebastian lud die Spritze in der auf dem Pad angezeigten Reihenfolge an den verschiedenen Kartuschen. Nach jedem Ladevorgang bestätigte er den getanen Schritt auf dem Pad. Als die letzte Ladung einer Komponente ausgeführt war erschien die Anleitung wo die Spritze anzusetzen war. Sebastian setzte gemäß der Anleitung an beiden Seiten der Wunde im Abstand von circa 5 Millimetern Injektionen. Als er die letzte Injektion ausgeführt hatte und den Vorgang auf dem Pad bestätigte erschien die Anweisung daß der Muskelinduktor zu programmieren und mit gedrücktem Knopf im Abstand von bis zu 5 Zentimetern über die Wunde hin und her zuführen war.
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Sebastian befolgte die Anweisung. Nachdem Sebastian die Wunde entlang einige Male mit dem Muskelinduktor hin und her gefahren war zog sich die Wunde plötzlich zu. Nach Bestätigung des Behandlungsschritts erschien auf dem Pad die Anleitung zum Entladen der Spritze. Sebastian steckte die Spritze auf die dafür vorgesehene Kartusche und entlud sie. Als er diesen Vorgang auf dem Pad bestätigte erschien die Meldung daß die Behandlung abgeschlossen war.



Sebastian packte das Pad, die Spritze, die Kartuschen und den Muskelinduktor in den Koffer und schloß diesen. Plötzlich sagte der Mann am Boden: „Danke! Wer auch immer Sie sind.“ Sebastian antwortete: „Gern geschehen! Bitte bleiben Sie liegen bis Hilfe kommt! Es gibt noch weitere Menschen an Bord, die Hilfe benötigen.“ Damit stand Sebastian auf und entfernte sich möglichst schnell. Ruby fragte über die Sprechverbindung: „Wie geht es Dir?“ Sebastian antwortete: „Schlecht! Ich mußte gerade eine offene Wunde behandeln. Und das wo ich beim Anblick von Blut leichte Probleme bekomme. Zum Glück ist nur die Notbeleuchtung auf dem ganzen Schiff aktiv. So konnte ich das Blut nicht genau erkennen.“ Ruby erwiderte: „Oh! Miriam sagt daß die Primärenergie in wenigen Augenblicken wieder zur Verfügung steht.“ Sebastian antwortete: „Frag Miriam mal ob sie Zugriff auf die Beleuchtung des Schiffes nehmen und das Lichtspektrum ins tiefe Rot verlagern kann. Rotes licht wirkt beruhigend und außerdem sieht man das Blut dann nicht so deutlich.“ Ruby erwiderte: „Mach ich! Das nächste schwache Lebenszeichen ist etwa dreißig Meter vor Dir.“ Sebastian antwortete: „Verstanden. Danke!“



Während Sebastian zu seinem nächsten Einsatzort ging fuhren plötzlich die Systeme im Schiff wieder hoch. Das Licht wechselte von schummrig grau ins tief rote Spektrum. Überall im Schiff ertönte eine Art Warnton. Es klang wie ein leises Nebelhorn, eine Sekunde Dauerton und eine Sekunde Stille und dann von vorn. Sebastian sagte zu Ruby: „Frag Miriam was das für ein Alarm ist und ob sie ihn nicht abschalten kann!“ Ruby erwiderte: „Geht klar!“ Schließlich erreichte Sebastian den nächsten Verletzten.
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Es war wieder eine Frau welche um die 25 Jahre alt war nach Sebastians Schätzung. Sebastian scannte die Frau und sagte leise zu sich: „Bitte keine roten Werte!“ Als wollte das Schicksal ihn verspotten erschien ein oranger Wert auf dem Diagnoseokular. Sebastian sagte wieder leise: „Mädchen, das kannst Du mir nicht antun!“ Er hockte sich neben die Frau und öffnete den Medizinkoffer. Als der den Diagnosecode in das Pad eingab erschien ein die Meldung daß es eine Schwere Gehirnerschütterung war. Als erster Schritt war aufgeführt den Nervenstranginduktor mit einer Längeren Folge von Frequenzen zu programmieren, um die Nanobots der Immun- und Heilungsunterstützung zu rekonfigurieren, damit sie sich auf die Schadensbehebung im Gehirn konzentrierten. Sebastian steckte den Nervenstranginduktor auf das Pad. Die Programmierung dauerte nach Sebastians Empfinden eine Ewigkeit. Sebastian hielt der Frau den Nervenstranginduktor ans Kinn und drückte den Knopf zur Aktivierung. Als nächster Schritt mußte wieder eine Spritze geladen werden. Sebastian befolgte die Schritte dazu sorgfältig und verabreichte der Frau die Spritze nach Fertigstellung der Injektionsladung. Dann entlud Sebastian die Spritze wieder gemäß der Anweisungen auf dem Pad. Laut der Anleitung war die Behandlung abgeschlossen. Sebastian scannte die Frau abschließend noch einmal. Es waren keine gelben, orangen oder Roten Werte mehr zu sehen. Sebastian packte die Spritze, die Kartuschen, den Nervenstranginduktor und das Pad in den Koffer und ging weiter.



Inzwischen war es Miriam anscheinend gelungen den Alarm oder den Grund dafür abzustellen. Ruby gab Sebastian den Standort des nächsten unregelmäßigen Lebenszeichens durch und Sebastian machte sich auf den Weg. So ging es noch viele Male. Durchgabe der Position, auf dem schnellsten Weg dort hin gelangen, behandeln und dann wieder von Vorne. Es waren so viele Fälle, Sebastian hatte aufgehört sie zu zählen. Schließlich kam Sebastian die junge Arzthelferin Ina Stevens entgegen gelaufen. Sie kam auf Sebastian zu und sagte mit zitternder Stimme: „Gehen Sie nicht weiter! Das ist kein schöner Anblick.“ Sebastian fragte Ruby: „Befindet sich ein Lebenszeichen in dem Bereich vor mir?“ Ruby antwortete: „Ich sehe in dem Bereich vor Dir Anzeichen von Biologischer Materie aber kein Lebenszeichen.
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“ Sebastian erwiderte: „Danke Ruby! Sonst noch irgendwo ein schwaches Lebenszeichen?“ Ruby erwiderte: „Nein, keines bei dem Du nicht schon warst.“



Sebastian sah die Arzthelferin Ina Stevens an und fragte ängstlich: „Bin ich zu spät gekommen?“ Ina Stevens antwortete noch immer ziemlich aufgelöst: „Sie hätten nichts tun können, egal wie früh sie gekommen wären.“ Sebastian fragte Ruby: „Kannst Du mich und eine weitere Person in die Krankenstation dieses Schiffes teleportieren?“ Ruby antwortete: „Ja, bereithalten!“ Wenig später standen Sebastian und Ina Stevens in der Krankenstation. Sebastian sah Ina Stevens an und sagte: „Ich danke Ihnen! Welchen Anblick auch immer Sie mir erspart haben.“ Dann setzte er Ina Stevens auf den Behandlungsstuhl im Zentrum der Krankenstation und sagte: „Bleiben Sie sitzen! Unser Schiff müßte bald da sein.“ Nicole fragte: „Wieviele waren es?“ Sebastian antwortete: „Ich habe aufgehört sie zu zählen.“ Sebastian scannte noch einmal Doktor Theodor Rehm um nach seinen Verletzungen zu sehen. Die Nanobots der Immun- und Heilungsunterstützung hatten ganze Arbeit geleistet. Die Brüche waren behoben. Daraufhin sagte Sebastian: „Doktor, Sie können jetzt aufstehen.“ Doktor Rehm stand langsam auf und fragte: „Wie sind sie zurecht gekommen?“ Sebastian antwortete: „Die Anweisungen der mobilen Datenbank umzusetzen hat keine Probleme bereitet. Glücklicherweise habe ich, bis jetzt auch keine seelischen Probleme zu beklagen. Das habe ich Frau Ina Stevens zu verdanken. Sie warnte mich vor einem – wie sie es ausdrückte – unschönen Anblick. In dem von ihr beschriebenen Bereich konnten die Sensoren unseres Transitschiffes nur biologische Materie ohne jedes Lebenszeichen erkennen. Ich glaube jedoch Sie sollten sich um Frau Stevens kümmern.“ Doktor Rehm erwiderte: „Danke Leutnant...“ Sebastian ergänzte: „Neuhof.“ Doktor Rehm nickte und widmete sich daraufhin der seelischen Verfassung seiner Arzthelferin.



Sebastian ging zu Nicole und fragte: „Soll Ruby uns zurückteleportieren?“ Nicole nickte nur wortlos. Sebastian legte die Hand auf Nicoles Schulter und sprach in sein Armband: „Zwei Personen zum Transitschiff zurückteleportieren bitte!“ Wenig später standen Sebastian und Nicole in dem kleinen Raum im Bug des Transitschiffes.
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Sebastian sagte mit matter Stimme: „Laß mich nur kurz den Medizinkoffer verstauen!“ Dann ging er in den hinteren Bereich des Schiffes und packte den Koffer in den Schrank. Anschließen kam er zurück und ließ sich auf den Sitz fallen wo er zu Anfang ihres Ausfluges gesessen hatte. Mit leerem Gesichtsausdruck und matter Stimme fragte er Ruby: „Wieviel Zeit noch bis zur Ankunft der Far Horizon?“ Ruby antwortete: „Sie müßten in den nächsten zehn Minuten ankommen.“ Sebastian ließ sich ermattet in die Lehne des Sitzes zurückfallen. Ruby fragte besorgt: „Wie geht’s Dir?“ Sebastian antwortete: „Ganz normal. Aber ich habe Angst daß sich das mit der Zeit ändern könnte.“ Ruby fragte: „Was ist los?“ Sebastian antwortete: „Ich habe Angst vor den seelischen Spätfolgen meiner heutigen Erlebnisse.“ Ruby nahm Sebastians Hand und sagte: „Was immer auch kommt, wir stehen das durch.“ Sebastian antwortete: „Es hätte schlimmer kommen können. Wer weis was ich gesehen hätte, wenn Ina Stevens mir nicht entgegen gekommen wäre um mich davor zu warnen weiter zu gehen.“ Ruby fragte: „Der Bereich den ich auf Lebenszeichen scannen sollte?“ Sebastian antwortete: „Ja. Sie sagte egal wie früh ich gekommen wäre, ich hätte nichts mehr tun können.“ Ruby sagte: „Sie hat Dir einen unschätzbaren Gefallen getan.“ Sebastian nickte und sagte: „Ja. Sie hat, was auch immer an meiner Stelle gesehen.“



Sebastian drehte sich zu Nicole um die schweigend auf ihrem Sitz saß. Er sah Nicole an und sagte: „Was immer auch heute auf der ESFS Triangle geschehen ist, es geht nur Dich, Ruby, mich und vielleicht noch die Wächter was an, aber sonst Niemanden!“ Nicole antwortete: „Aber ich habe...“ Sebastian erwiderte schnell bevor Nicole weiterreden konnte: „Vielleicht ist oder wäre mir heute beinahe das passiert was Du einmal erlebt hast und das zu Deinem Verhalten heute führte.“ Nicole wollte gerade Antworten da sagte Sebastian: „Erzähle es mir bitte nicht! Ich habe heute so viel erlebt daß ich nicht weis was ich noch verkraften kann. Ich habe direkt Angst vor dem was Du mir erzählen könntest und was es mit mir macht.“ Nicole senkte traurig den Blick. Darauf sagte Sebastian: „Nicole, auf keinen Fall bin ich sauer auf Dich! Bitte sage mir daß Du das verstanden hast!“ Nicole stand auf und fiel Sebastian um den Hals.
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Sebastian sagte: „Ist schon gut. Das war ein ziemlich heftiger Tag für uns alle. Versprich mir daß Du Dir keine Vorwürfe mehr machst!“ Nicole nickte nur stumm, dann ließ sie Sebastian los und ging in den Waschraum um sich frisch zu machen.



Miriam meldete sich, als Ruby die Verbindung herstellte sagte Miriam: „Die meisten Systeme habe ich notdürftig wieder zusammen geflickt aber der Teleporter und der Sprungantrieb sind im Eimer. Was immer Die auch mit den Systemen gemacht haben, es hat die Sprungspulen durchgebrannt, und zwar richtig. Beide Spulenkerne sind geschmolzen.“ Ruby fragte: „Kann der Chefingenieur des Schiffes nichts dazu sagen was er gemacht hat?“ Miriam antwortete: „Der Chefingenieur ist... nun ja, im Maschinenraum ist ein riesiger Fleck aus organischer Materie an der Wand.“ Miriam schluckte und sagte: „Bitte zwing mich nicht deutlicher zu werden!“ Ruby erwiderte: „Ich habe verstanden. Meldet Euch wenn Ihr bereit seit zurückzukehren!“ Miriam antwortete: „Verstanden! Sukow Ende!“ Dann wurde die Verbindung getrennt. Sebastian fragte Ruby: „Der Bereich mit der Biomaterie ohne Lebenszeichen, war das der Maschinenraum?“ Ruby antwortete: „Nein, der ist drei Decks tiefer. In dem Bereich den Du meinst waren die Sammelschienen für die Energieverteilung zu den Sprungspulen.“ Sebastian erwiderte: „Das macht dann zwei Opfer. Hoffentlich werden es nicht noch mehr.“



Ruby sagte zu Sebastian: „Nun setz‘ erst mal das Diagnoseokular ab!“ Sebastian nahm das Gerät ab und legte es auf die Konsole bei seinem Sitz. Ruby fragte: „Glaubst Du die haben auf der ESFS Triangle versucht das Sprungverfahren der Wächter zu imitieren?“ Sebastian antwortete: „Ich frage mal jemanden der sich damit auskennt.“ Dann schloß Sebastian die Augen und sprach im Geiste zu den Wächtern: „Bitte schaut in meine Erinnerungen und sagt mir ob meine Vermutung zutrifft!“ Der Chor der Wächter antwortete: „Wir verstehen. Deine Vermutung ist zu 97 Prozent zutreffend.“ Sebastian erwiderte im Geiste: „So etwas darf niemals wieder geschehen! Würdet Ihr, wenn unser Schiff eintrifft, unserem Kapitän die Situation erklären und ihn auffordern Maßnahmen zu ergreifen welche solche Ereignisse in Zukunft verhindern?“ Der Chor der Wächter antwortete: „Wir stimmen zu.
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Eure Spezies und Eure Schiffe sind noch nicht so weit unsere Sprungprozeduren zu verstehen oder zu überstehen.“ Sebastian erwiderte im Geiste: „Danke, das bedeutet mir viel!“ Die Wächter antworteten: „Wir danken Dir! Du hast Dich als wertvoller Verbündeter bei der Erhaltung der Ordnung in Eurem und unserem Universum erwiesen. Wir werden Dich in Deinem Bestreben unterstützen ein derartiges Ereignis in Zukunft zu verhindern. Wir werden auf Dich und Deine Freunde aufpassen und uns später bei Dir melden. Jetzt ruhe Dich aus!“ Sebastian öffnete die Augen und sagte: „Deine Vermutung scheint zutreffend zu sein Ruby. Die Wächter sind jedenfalls der Meinung. Sie werden sich darum kümmern damit ein solches Ereignis in Zukunft nicht mehr stattfindet.“



Wenig später kam ein Signalton von der Sensorenkonsole. Nicole, die gerade aus dem Waschraum zurückkehrte schaute auf die Konsole und sagte: „Ein Schiff hat die Region erreicht. Es ist die Far Horizon! ... Moment mal! Eine weitere Passage öffnet sich, es sind die Wächter!“ Sebastian richtete sich auf, wandte sich der Konsole bei seinen Sitz zu und sagte: „Auf meiner Konsole zeigen!“ Nicole übertrug die Sensorendaten auf die Konsole vor Sebastian. Ruby schaute Sebastian über die Schulter und fragte: „Was machen die Wächter hier?“ Sebastian antwortete: „Sie erklären Kapitän Tönnigs die Situation und bitten ihn Maßnahmen zu ergreifen, die eine solche Katastrophe in Zukunft verhindern.“ Nicole fragte: „Woher weist Du das?“ Sebastian antwortete: „Weil ich die Wächter darum gebeten habe.“



Wenig später öffnete das Wächterschiff eine Passage und verschwand wieder aus der Region. Kurz darauf ging ein Ruf von der Far Horizon ein. Ruby tippte auf der Konsole vor Sebastian herum und das Bild der Brücke der Far Horizon, wo sich Kapitän Tönnigs, Commander Junkers, Doktor Ngujen und Peter Werner befanden erschien auf der Konsole. Ruby sagte: „Sprechen Sie!“ Kapitän Tönnigs erwiderte: „Leutnant Ivanes, wir hatten gerade eine interessante Unterhaltung mit den Wächtern in der sie uns über die Situation informiert haben. Wie ist Ihr Status?“ Ruby antwortete: „Leutnant Sukow und Leutnant Mangold sind noch auf der ESFS Triangle und beheben die Schäden.
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Laut Angabe von Leutnant Sukow sind der Teleporter und der Sprungantrieb der ESFS Triangle derzeit irreparabel. Der Rest der Systeme konnte jedoch notdürftig wieder repariert werden.“ Kapitän Tönnigs erwiderte: „Verstanden.“ Doktor Ngujen fragte: „Wie ist die Medizinische Situation?“ Sebastian antwortete: „Ich konnte einige Mitglieder der Mannschaft der ESFS Triangle stabilisieren. Vermutlich werden sie jedoch nicht um einen Aufenthalt auf der Krankenstation herum kommen. Ich konnte auch Kontakt zu Doktor Rehm und drei seiner Arzthelfer herstellen.“ Ruby fügte hinzu: „Laut den Anzeigen der Sensoren gibt es keine unregelmäßigen Lebenszeichen mehr an Bord der ESFS Triangle.“ Doktor Ngujen erwiderte: „Gute Arbeit Leutnant Neuhof und Leutnant Ivanes! Sobald sie wieder an Bord sind Leutnant Neuhof, melden Sie sich bitte umgehend auf der Krankenstation! Und bringen Sie den Koffer mit, den ich Ihnen mitgegeben habe!“ Sebastian antwortete: „Verstanden.“ Kapitän Tönnigs sagte zu Ruby: „Kehren Sie zur Far Horizon zurück!“ Ruby erwiderte: „Verstanden, wir kommen zurück.“ Kapitän Tönnigs antwortete: „In Ordnung. Tönnigs Ende!“ Dann wurde die Verbindung getrennt.



Nicole setzte sich auf den vordersten Sitz und steuerte das Schiff in den Hangar der Wissenschaftsstation zurück. Als sie den Hangar der Wissenschaftsstation erreicht hatten sagte Sebastian: „Ich hole mal den Medizinkoffer.“ Ruby erwiderte: „Vergiß das Diagnoseokular nicht!“ Sebastian schnappte sich das Gerät und setzte es auf. Dann ging er in den Hinteren Teil des Transitschiffes und holte den Medizinkoffer. Anschließend kam er zurück zu Ruby und sagte zu ihr: „Bitte teleportiere mich in die Krankenstation der Far Horizon!“ Ruby antwortete: „Ich komme mit.“ Darauf fragte sie Nicole: „Wärst Du so freundlich?“ Nicole erwiderte: „Natürlich.“ Dann tippte sie auf einer Konsole herum und wenig später standen Sebastian und Ruby auf der Krankenstation.



Als Sebastian und Ruby die Krankenstation erreichten kam Doktor Ngujen auf Sebastian zugelaufen und sah ihm in die Augen. Dann sagte sie voller Mitleid: „Es tut mir so leid! Ich hätte Sie nie mit einer derartigen Aufgabe betrauen dürfen. Nicht ohne ausführliche Vorbereitung!“ Sebastian legte Doktor Ngujen die Hand auf die Schulter und sagte: „Woher sollten Sie wissen daß ich Augenzeuge einer derartigen Katastrophe werden könnte? Sie sind Ärztin! Ich glaube es hätte Ihnen noch viel mehr leid getan, wenn niemand vor Ort etwas hätte tun können und dadurch vielleicht jemand.
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.., na Sie wissen schon.“ Doktor Ngujen nickte zustimmend und sagte: „Ich weis.“ Dann nahm sie Sebastian den Koffer und das Diagnoseokular ab und sagte: „Setzen Sie sich erst einmal hin, irgendwo hier!“ Sebastian setzte sich auf den Behandlungsstuhl im Zentrum der Krankenstation während Doktor Ngujen mit dem Koffer und dem Diagnoseokular zu ihrem Schreibtisch ging. Sebastian sah durch ein Fenster, wie sie das Diagnoseokular auf eine Konsole legte und dann auf einer weiteren Konsole herum tippte. Dann kam sie mit entgeistertem Gesicht zurück in die Krankenstation und fragte: „Sie haben 30 Personen versorgt?!“ Sebastian antwortete: „Ich habe aufgehört sie zu zählen.“ Doktor Ngujen öffnete einen Kanal zu Kapitän Tönnigs. Als der Kapitän sich meldete sagte sie: „Kapitän Tönnigs, ich habe die Aufzeichnungen des Diagnoseokulars überflogen, welches Leutnant Neuhof während des Hilfseinsatzes auf der ESFS Triangle benutzte. Leutnant Neuhof hat 30 verletzte Personen versorgt. Ich werde ihn zur Sicherheit hier auf der Krankenstation behalten bis sichergestellt ist daß es bei ihm nicht zu seelischen Spätfolgen kommt.“ Kapitän Tönnigs antwortete: „Verstanden. Halten Sie mich auf dem Laufenden! Tönnigs Ende!“ Dann wurde die Verbindung getrennt. Daraufhin ging Doktor Ngujen in ihren Bürobereich.



Ruby nahm Sebastians Hand und sagte: „Ich bleibe bei Dir.“ Sebastian drückte leicht ihre Hand und sagte: „Danke!“ Doktor Ngujen kam mit einer seltsamen Brille wieder. Sie reichte Sebastian die seltsame Brille und sagte: „Bitte setzen Sie die hier auf! Das ist ein Hirnstromscanner der mit einem Induktor für einen induktiven Eingriff ausgestattet ist.“ Sebastian fragte: „Soll das heißen ich bin dadurch mit Alice direkt verbunden?“ Doktor Ngujen antwortete: „Ja. Aber es besteht kein Grund zur Sorge. Das hier ist anders als auf der Black Halfmoon.“ Sebastian erwiderte: „Ich bin nicht besorgt, ich mag Alice. Das ist phantastisch!“ Doktor Ngujen antwortete: „Dann setzen Sie das Gerät auf! Es enthält auch ein Augenliederprojektionssystem außerdem kann Alice direkt über das Gerät mit Ihnen reden ohne den Umweg über Schallwellen.
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Sie können wiederum auf die Selbe Weise mit Alice reden indem Sie nur in Gedanken zu ihr Sprechen.“ Sebastian fragte: „Ist das so eine Art telephatischer Adapter?“ Doktor Ngujen antwortete: „Das könnte man so ausdrücken.“



Sebastian sagte zu Doktor Ngujen: „Doktor, bitte verschließen Sie die Türen der Krankenstation! Ich muß Ihnen was sagen das außer mir nur Ruby und Nicole wissen.“ Doktor Ngujen wies Alice an die Türen der Krankenstation zu verschließen und fragte Sebastian: „Was ist denn so wichtig daß Sie es mir nur unter diesen Umständen erzählen können?“ Sebastian antwortete: „Doktor, ich vertraue ihnen dies unter Berufung auf Ihre ärztliche Schweigepflicht an. Als ich auf dem Wächterschiff war um nach Lady G-Force zu suchen hat die Wächterin Riona, auf meinen Wunsch hin meine Gehirnzellen neu verschaltet daß ich im Geiste mit den Wächtern kommunizieren kann. Auf die Selbe Weise wie sie mir eben beschrieben haben wie ich über das Gerät mit Alice kommunizieren werde. Ich möchte nicht daß dieses Geheimnis an die große Glocke gehängt wird, da ich nicht als Abgesandter der Wächter Karriere machen möchte. Ich will schließlich nicht jeden Tag von gläubigen und Wächteranhängern umringt sein.“ Doktor Ngujen schaute Sebastian fassungslos an. Dann schaute sie zu Ruby worauf Ruby sagte: „Ja, es stimmt. Sebastian, Nicole und ich können auf diese Weise mit den Wächtern aber auch untereinander kommunizieren.“ Doktor Ngujen sagte nach einer kurzen Zeit der Sprachlosigkeit: „Alice, alle Informationen in den Hirnströmen von Leutnant Sebastian Neuhof, Leutnant Ruby Ivanes und Leutnant Nicole Berghof, die auf Kontakt zu einem fremden Bewußtsein schließen lassen sind ab sofort der Privatsphäre der betreffenden Patienten zuzuordnen. Die Informationen dürfen nur mit Erlaubnis aller drei Patienten weitergegeben werden.“ Alice antwortete: „Verstanden Doktor Ngujen. Die Neudefinition der Privatsphäre der besagten Patienten wurde durchgeführt.“ Doktor Ngujen nahm Sebastians andere Hand und sagte: „Danke für Ihre Offenheit! Ihr Geheimnis ist bei mir in guten Händen.
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“ Dann hob sie den Verschluß der Türen zur Krankenstation wieder auf.



Darauf setzte Sebastian das Gerät auf und fragte: „Alice, bist Du da?“ Alice antwortete mit ihre künstlichen warmen Stimme: „Ja Leutnant Neuhof, ich bin bei Ihnen. Wenn Sie die Augen schließen dann können Sie mich sehen, so wie Commander Junkers mein Aussehen für das Optische Interface programmiert hat.“ Sebastian schloß die Augen und sagte: „Ich sehe Dich Alice. Commander Junkers hat Geschmack bewiesen als er Deine optische Erscheinung festlegte.“ Doktor Ngujen sagte zu Sebastian: „Es genügt wenn Sie die Worte nur in Gedanken aussprechen. Alice wird sie verstehen.“ Während Sebastian noch immer Rubys Hand hielt sprach er in Gedanken mit Alice und vertraute ihr seine Erlebnisse auf der ESFS Triangle an. Alice registrierte jedes Detail und beantwortete Sebastians Fragen. Sebastian merkte dabei nicht daß er langsam einschlief, da die Verbindung zu Alice auch im Halb- und Tiefschlaf funktionierte. Alice erklärte und zeigte Sebastian alles was er unbewußt schon immer über sie, die Raumfahrt und alles worüber sie noch Informationen hatte wissen wollte. Schließlich baute Alice die Verbindung zu Sebastian langsam wieder ab und Doktor Ngujen nahm Sebastian das Gerät vom Kopf.



Sebastian schaute sich um, Ruby saß noch immer neben ihm und fragte: „Na wie geht es Dir?“ Sebastian rieb sich die Augen und sagte: „Ich fühle mich irgendwie erleichtert, als ob eine große Last von mir abgefallen ist.“ Doktor Ngujen sagte: „Ja, Alice ist eine gute Zuhörerin. Sie ist sachlich, emotionslos und sie verfügt über das gesamte Wissen aus der Datenbank der Erdraumflotte.“ Sebastian antwortete: „Ja, außerdem ist sie die beste virtuelle, also nicht physische Freundin die man sich vorstellen kann.“ Dann fragte Sebastian: „Hast Du gehört Alice?“ Alice antwortete: „Ja Leutnant Neuhof. Mir ist bekannt daß Sie meine Präsenz als angenehm empfinden. Während der Verbindung habe ich genau so viel über Sie erfahren wie Sie über mich.“ Sebastian fragte Ruby: „Wie spät haben wir es?“ Ruby antwortete: „Es geht auf 20 Uhr zu.“ Im selben Moment kam Kapitän Tönnigs auf die Krankenstation. Er fragte Doktor Ngujen: „Wie geht es Leutnant Neuhof?“ Doktor Ngujen antwortete: „Dank ein paar Stunden induktiver Behandlung scheint es ihm wieder besser zu gehen.
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“ Kapitän Tönnigs fragte: „Kann ich mit Leutnant Neuhof sprechen?“ Doktor Ngujen antwortete: „Solange Sie ihm keine Schauergeschichten erzählen, ja.“



Kapitän Tönnigs hockte sich neben den Behandlungsstuhl auf dem Sebastian saß. Dann sagte er zu Sebastian: „Das war heute gute Arbeit Leutnant Neuhof. Doktor Rehm war äußerst angetan von Ihrer Arbeit an Bord der ESFS Triangle. Er sagte Sie wären bestimmend aber einfühlsam bei seiner Behandlung vorgegangen.“ Sebastian erwiderte: „Es erschien mir sinnvoll zuerst den leitenden Medizinischen Offizier und seine Mitarbeiter wiederherzustellen und als Unterstützung zu gewinnen.“ Kapitän Tönnigs antwortete: „Das medizinische Personal der ESFS Triangle hat berichtet daß die Verletzten vorschriftsmäßig und mit äußerster Präzision behandelt worden waren. Doktor Ngujen berichtete daß dieser Einsatz Ihr erster als Feldsanitäter war.“ Sebastian erwiderte: „Es sollte eigentlich nur ein kleiner Ausflug werden, ich wollte mir – GJ 1214 b – mal genauer ansehen. Ich konnte doch nicht ahnen daß wir plötzlich zu Ersthelfern bei einer Katastrophe werden.“ Kapitän Tönnigs sagte: „Das ist eine der ersten Lektionen bei der Raumfahrt. Es können immer unerwartete Ereignisse eintreten. Normalerweise wäre jemand, der wie Sie erst kurze Zeit bei der Erdraumflotte ist bei dieser Situation zusammengebrochen. Sie jedoch haben einen kühlen Kopf bewahrt und geholfen die Lage auf der ESFS Triangle zu retten. Ich habe Admiral Kowalski über Ihre Mitwirkung bei der Hilfsaktion informiert, er war sehr angetan von Ihrem Engagement.“ Sebastian fragte: „Was wird nun aus der ESFS Triangle? Ohne Sprungantrieb ist sie doch hier im System – GJ 1214 – gestrandet.“ Kapitän Tönnigs antwortete: „Da die Far Horizon ebenfalls zur Triangleklasse gehört sind unsere Systeme kompatibel. Wir werden also an das Schiff andocken und mit ihm zur nächsten Werft im Uranusorbit springen. Jetzt ruhen Sie sich erst einmal aus! Morgen untersuchen wir erst einmal den Planeten – GJ 1214 b – und anschließend begleiten wir die ESFS Triangle nachhause. Wenn Doktor Ngujen nichts dagegen hat können Sie morgen mit auf die Erkundungsmission gehen.
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Doktor Ngujen sagte: „Von mir aus bestehen keine Einwände. Leutnant Neuhof kann die Krankenstation jederzeit verlassen.“ Sebastian stand auf und sagte: „Danke Doktor!“ Doktor Ngujen erwiderte: „Nein, ich danke Ihnen Leutnant Neuhof.“ Dann verließen Sebastian, Ruby und Kapitän Tönnigs die Krankenstation. Kapitän Tönnigs sagte: „Ich bin in meinem Quartier. Leutnant Neuhof, wir sehen uns morgen um 8 Uhr auf der Brücke.“ Sebastian antwortete: „Verstanden.“ Kapitän Tönnigs verabschiedete sich und stieg in den Lift. Sebastian schaute Ruby an und fragte: „Hältst Du das alles für einen Zufall?“ Ruby erwiderte: „Was meinst Du?“ Sebastian erklärte: „Na daß die ESFS Triangle aus einem Sprungkanal geschleudert wird und genau in dem System landet wo wir sind.“ Ruby erwiderte: „Meinst Du die Wächter haben das Schiff in unsere Nähe geschleudert?“ Sebastian antwortete: „Ich weis es nicht. Stell Dir mal vor, wir hätten den Ausflug heute nicht gemacht!“ Ruby erwiderte: „Nein, lieber nicht! Bei dem Kurs, welchen das Schiff hatte wäre es in der Atmosphäre von – GJ 1214 b – auseinandergebrochen.“ Sebastian sagte: „Ich hoffe unser nächster gemeinsamer Ausflug wird etwas weniger dramatisch.“ Ruby antwortete: „Wo Du gerade davon sprichst! Als Du vorhin auf der Krankenstation geschlafen hast kam Nicole herein und meinte, daß sie Dich gerne öfter dabei hätte wenn sie wohin fliegen muß.“ Sebastian fragte: „Dich auch?“ Ruby antwortete: „Dich, Miriam, Yvette und mich. Sie meinte daß unser Ausflug mal abgesehen von dem Teil mit der ESFS Triangle, ganz schön war.“



Sebastian gähnte und sagte: „Ich bin total im Eimer.“ Ruby sagte: „Na komm, laß uns schlafen gehen!“ Sebastian fragte: „In mein Quartier?“ Ruby antwortete: „Gut, laß uns gehen!“ Sebastian ließ sie beide in sein Quartier teleportieren. Als sie angekommen waren sagte Sebastian: „Alice, würdest Du uns morgen bitte um 6 Uhr wecken?“ Alice antwortete: „Verstanden Leutnant Neuhof. Ich werde Sie morgen früh um 6 Uhr wecken.“ Sebastian erwiderte: „Danke Alice, auch für Deine Hilfe vorhin auf der Krankenstation. Du hast mir sehr geholfen.“ Alice antwortete: „Ich habe getan wofür ich programmiert bin.
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Zu helfen und zu unterstützen.“ Sebastian und Ruby gingen in den Schlafbereich und zogen sich die Nachtkleidung an. Als sie nebeneinander im Bett lagen sagte Sebastian: „Danke nochmals für deine Führung durch das andere Schiff zu den Verletzten. Ohne Dich hätte ich die Verletzten nicht so schnell gefunden.“ Ruby antwortete: „Ich war froh daß ich Dir helfen konnte.“ Dann gab Sie Sebastian einen Kuß und rückte ganz nahe an ihn heran. Darauf schliefen sie eng umschlungen ein.
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