Sebastian und Seine Abenteuer auf dem Raumschiff Far Horizon (29)   38

Fan-Fiction/Rollenspiele · Experimentelles · Fantastisches · Romane/Serien

Von:    Andreas Kretschmann      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 3. Januar 2014
Bei Webstories eingestellt: 3. Januar 2014
Anzahl gesehen: 1344
Seiten: 46

Diese Story ist Teil einer Reihe.

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   Teil einer Reihe


Ein "Klappentext", ein Inhaltsverzeichnis mit Verknüpfungen zu allen Einzelteilen, sowie weitere interessante Informationen zur Reihe befinden sich in der "Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht":

  Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht      Was ist das?


Prüfungen und Vorbereitung auf den Ernst des Lebens / Herausforderungen und Erfahrungen / eine Entscheidung für die Zukunft

Zeitepoche 09.08.2013 Tag 16 im Dienst der Erdraumflotte



Sebastian erwachte und schaute neben sich, die Seite des Bettes wo Ruby gestern Abend noch lag war leer. Langsam führte er sein Kommunikationsarmband vor den Mund und fragte: „Alice, wie spät ist es?“ – „Es ist 9:23.“, antwortete Alice. Nachdem Sebastian aus dem Bett gekrochen war ging er in den Wohnbereich, auch dort war Ruby nicht. Sebastian sprach wieder in sein Kommunikationsarmband: „Alice, wo befindet sich Leutnant Ruby Ivanes?“ – „Leutnant Ruby Ivanes befindet sich im Simulationszentrum für Offiziere der Neptun- Hoststation.“, antwortete Alice. Sebastian ging daraufhin in den Waschraum und machte sich erst einmal frisch. Nach dem Duschen zog er sich an und begab sich wieder in den Wohnbereich. Er setzte sich auf die Couch und aktivierte den Bildschirm, dann öffnete er die Oberfläche des Flottennetzwerks und schaute ob es im Nachrichteneingang seiner Netzwerkpräsenz etwas neues gab. Es lagen jedoch keine neuen Einträge vor, daraufhin wechselte Sebastian zum Flottennachrichtenkanal. Miranda Raven berichtete über die jüngsten Ereignisse bei der Erdraumflotte. Sebastian lehnte sich zurück und verfolgte die Nachrichten.



Einige Minuten später ging ein Sprechwunsch von Ruby ein, Sebastian stellte die Verbindung her und sagte: „Was gibt’s?“ – „Entschuldige daß ich Dich allein gelassen habe, ich mußte noch etwas erledigen. Hast Du Lust den zweiten Teil Deiner Theorie zu testen?“, erwiderte Ruby. Sebastian fragte: „Den zweiten Teil, meinst Du etwa die Prüfungen im Fach Ingenieurswesen?“ – „Ja genau, Yvette und Du könnten im Simulationszentrum die praktische Prüfung ablegen, zuvor legt Ihr noch die theoretische Prüfung ab.“, antwortete Ruby. Sebastian erwiderte: „Wann geht’s los?“ – „Heute um 11:00 kannst Du die theoretische Prüfung ablegen und anschließend gleich die praktische.“, antwortete Ruby. Sebastian sagte: „Das klingt gut, ich bin dabei!“ – „Prima, Yvette wird parallel zu Dir die Prüfungen ablegen. Außerdem hat mir Fähnrich Sommer berichtet daß sie sich nach Dienstschluß an die Prüfungen im Fach Flugwesen wagen will.
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Das könnte heute ein ziemlich interessanter Tag werden,“, antwortete Ruby. Sebastian fragte: „Wann sehen wir uns?“ – „Wir machen uns gleich auf den Weg, beim Frühstück erkläre ich Dir alles ganz genau. Ivanes Ende!“, antwortete Ruby und trennte die Verbindung. Sebastian atmete tief durch, lehnte sich zurück und versuchte weiterhin den Nachrichten zu folgen.



Nach einigen Minuten kamen Ruby und Yvette in das Quartier und Ruby sagte: „Ich hoffe es stört Dich nicht daß ich Yvette mitgebracht habe.“ – „Solange Du mich nicht mit ihr alleine läßt habe ich damit kein Problem.“, antwortete Sebastian. Yvette verzog daraufhin das Gesicht und schnitt eine Grimasse. Ruby fragte: „Wollen wir hier oben frühstücken oder auf der Restaurantebene?“ – „Bis 11:00 ist nicht mehr viel zeit, laßt uns hier essen!“, antwortete Sebastian. Daraufhin fragte Ruby: „Was nehmt Ihr zum Frühstück?“ – „Ich nehme eine gesüßte Mehlcremesuppe und einen Feuertee.“, antwortete Sebastian. Yvette wählte für sich eine Portion Eierkuchen mit Apfelmuß und dazu einen Neurobooster mit Waldmeistergeschmack. Ruby nahm zum Frühstück einen großen Obstsalat und einen Neurobooster mit Mangoaroma. Als ihre Bestellung kurze Zeit später mit dem kleinen Speisenaufzug nach oben gefahren kam stellten Ruby und Sebastian die Tabletts auf den Tisch, anschließend setzten sie sich und stärkten sich erst einmal.



Während sie nach dem Frühstück das benutzte Geschirr in den Speisenaufzug stellten sagte Yvette: „Ich kann es noch immer nicht fassen daß Christinas neurale Kommunikatoren auch gesammeltes Wissen übertragen.“ – „Ja das ist schon der Wahnsinn was Christina da entwickelt hat. Sie hat mir auf diese Weise eine vier Jahre lange Ausbildung erspart. Das Beste ist jedoch daß ich nicht nur mit Ruby sondern auch mit Dir und Christina das Wissen geteilt habe. Dadurch verfüge ich jetzt über das Fachwissen zweier Kampfpilotinen und einer Ingenieurin.“, antwortete Sebastian. Ruby schloß die Türen des kleinen Speisenaufzugs worauf dieser wieder hinunter fuhr. Schließlich sagte Ruby: „Na dann wollen wir mal, es ist 10:52 und Ihr wollt Euch doch nicht verspäten.“ – „Nein das wäre nicht so toll.“, antwortete Sebastian.
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Daraufhin verließen sie das Quartier, vor dem Lift sagte Sebastian: „Könnten wir wieder mit technischer Maximalgeschwindigkeit fahren? Ich meine nur wenn Yvette nichts dagegen hat.“ – „Also ich habe damit kein Problem.“, antwortete Yvette. Ruby wählte daraufhin das Simulationszentrum für Offiziere als Fahrziel und sagte: „Ihr seit ja richtige Adrenalinjunkies! Damit wollt Ihr wohl volle Konzentration für die Prüfung garantieren? Na von mir aus!“, wenig später öffneten sich die Türen des Lifts und sie stiegen ein. Ruby gab die entsprechenden Befehle worauf Sebastian und Yvette sich an den Haltestangen der seitlichen Aufzugwände und der Rückwand festklammerten. Ruby hielt sich wieder an der Haltestange der Rückwand fest, dann erreichte der Countdown die null und der Lift raste los.



Nachdem sie in kürzester Zeit das Simulationszentrum erreicht hatten und den Lift verlassen hatten sagte Yvette: „Also das macht definitiv wach!“ – „Ja es geht nichts über ein paar vertikale Beschleunigungskräfte um den Körper in den Wachzustand zu versetzen!“, antwortete Sebastian. Nachdem sie den langen Flur mit den Simulatoren für den Maschinenraum, den Teleporter und die Brücke entlang gegangen waren erreichten sie die Räume für die Einweisung zum Simulationstraining. In einem der Einweisungsräume stand ein Offizier den Sebastian irgendwo schon einmal gesehen hatte. Der Offizier sagte: „Guten Tag, ich bin Leutnant Katschmarek von der E.S.F.S. TRIANGLE und werde Sie während der Prüfung überwachen und Sie bei Bedarf unterstützen falls sie eine Frage nicht verstehen.“, Sebastian und Yvette stellten sich ebenfalls vor und Leutnant Katschmarek sagte zu Sebastian: „Sie und Fähnrich Sommer haben mich doch vor kurzem aus dem Quantenspeicher des Computers der TRIANGLE geholt. War das etwa die Inspiration für Sie um sich mit dem Beruf des Ingenieurs zu befassen?“ – „Eigentlich hat Fähnrich Sommer mich zu diesem Schritt inspiriert.“, antwortete Sebastian. Leutnant Katschmarek erwiderte: „Da haben Sie eine gute Wahl getroffen, Fähnrich Sommer ist eine fähige Ingenieurin. Wie ich hörte haben Sie Fähnrich Sommer ebenfalls inspiriert ihren Horizont zu erweitern. Ich bin bei ihr sehr optimistisch daß sie die Flugprüfungen meistert, sie war schon immer sehr an der Fliegerei interessiert.
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“ – „Ja und ihre Toleranz gegenüber hohen Beschleunigungskräften ist ebenfalls sehr hoch.“, antwortete Sebastian.



Nachdem alle offenen Fragen geklärt waren führte Leutnant Katschmarek Sebastian und Yvette an ihre Konsolen wo sie die theoretische Prüfung ablegen sollten und erklärte ihnen alle Prüfungsbedingungen. Als Sebastian und Yvette erklärten daß sie alles Verstanden hatten begann die Prüfung. Wie auch bei der theoretischen Prüfung auf der G-Force-Academy gab es mehrere Aufgabengattungen, Sebastian arbeitete sich sorgsam durch die Fragen und Aufgaben, dabei versuchte er stets nicht nur auf seinen Kopf sondern auch auf sein Bauchgefühl zu hören. Besonders bei Aufgaben welche mehrere mögliche Lösungen zu haben schienen obwohl sie laut Aufgabenstellung nur eine haben sollten führte Sebastian innerlich Zwiesprache mit sich. Die rein mathematischen Aufgaben fielen Sebastian am leichtesten, einige löste Sebastian sogar ohne das Rechenhilfssystem seiner Konsole welches eigentlich das Rechnen erleichtern sollte.



Schließlich hatte Sebastian seinen Aufgaben- und Fragenkatalog durchgearbeitet, die Zeitanzeige auf seiner Konsole zeigte noch eine Restzeit von zwanzig Prozent. Sebastian überflog noch einmal alle Aufgaben und Fragen um eventuelle Fehler zu erkennen und zu korrigieren, als er damit fertig war und die Restzeitanzeige noch vier Prozent anzeigte meldete er Leutnant Katschmarek daß er fertig war. Leutnant Katschmarek sagte: „Dann deaktivieren Sie Ihre Konsole!“, Sebastian tat dies und lehnte sich zurück. Kurz nach Sebastian war auch Yvette fertig, sie hatte die Zeit ebenfalls so gut wie möglich ausgenutzt.



Sebastian und Yvette verließen den Prüfungsraum, draußen wartete schon Ruby und fragte wie es gelaufen war. Sebastian sagte: „Also ich habe die Fragen und Aufgaben zumindest verstanden was schon einmal ein gutes Zeichen ist.“ – „Ja es war irgendwie komisch, als ob ich mit dieser Materie aufgewachsen bin.“, erwiderte Yvette. Ruby sagte: „Okay die praktischen Prüfungen beginnen um 13:00 und jetzt haben wir es 11:58, wir haben also eine Stunde Zeit bis es ernst wird.“ – „Weist Du schon wer zuerst dran ist?“, fragte Sebastian. Ruby antwortete: „Das wird durch einen Zufallsgenerator ermittelt, jeder von Euch bekommt ein anderes Szenario.
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“ – „Hoffentlich wird es nicht allzu heftig, die Simulationen im Maschinenraum sollen ja manchmal ganz schön heftig sein.“, sagte Yvette. Sie gingen ein paar Schritte und gelangten schließlich in eine Art Wartebereich mit kleinen Tischen und Stühlen. Am Rand des Wartebereichs befand sich ein kleiner Speisenaufzug, Ruby deutete darauf und fragte: „Wollen wir was trinken um die Wartezeit zu verkürzen?“ – „Oh ja, ich nehme einen Neurobooster mit Erdbeeraroma.“, antwortete Sebastian und Yvette fügte hinzu: „Ich nehme einen mit Waldmeistergeschmack.“ – „Alles klar dann wollen wir mal die Wartezeit etwas überbrücken!“, erwiderte Ruby und bestellte die entsprechenden Getränke. Kurze Zeit später traf der kleine Speisenaufzug mit den Getränken ein, Ruby holte das Tablett heraus und verteilte die Getränke. Für sich hatte sie einen Neurobooster mit Mangogeschmack bestellt.



Nachdem sie sich gesetzt und einen Schluck genommen hatten sagte Sebastian: „Ich bin mal gespannt was die Anderen auf der Far Horizon sagen wenn wir die Prüfungen bestehen und es dann zwei Ingenieure mehr an Bord gibt.“ – „Ich denke Miriam wird bei den Tests der neuen Systeme jede Hilfe willkommen sein.“, antwortete Yvette lachend. Sebastian erwiderte: „Und wenn Christina die Prüfungen im Bereich Flugwesen besteht dann haben wir eine fähige neue Kampfpilotin auf der Far Horizon. Vielleicht haben wir sogar bald eine neue Geschwaderführerin.“ – „Ja, daß sie fliegen kann hat sie mir vorgestern eindrucksvoll bewiesen. Ich dachte mir rutschen sämtliche Eingeweide in die Beine als sie mit mir um die Asteroiden geflogen ist.“, sagte Yvette. Ruby grinste Yvette an und sagte: „Mal sehen, erst habe ich mit Sebastian die Erinnerungen geteilt, dann habt Ihr Beide Eure Erinnerungen ausgetauscht, dann hat Sebastian die Prüfungen auf der G-Force-Academy bestanden und anschließend hat er mit Christina die Erinnerungen ausgetauscht. Da kommt ganz schön was an Erfahrung und Wissen zusammen. Wenn sie ernste Absichten hat die neue Geschwaderführerin zu werden dann wirst Du es ganz schön schwer haben Deinen Rang zu verteidigen.“ – „Ja da ist was dran, ich hoffe es kommt nicht soweit denn ich weiß nicht was ich ihr bei diesem Duell entgegensetzen könnte.
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“, antwortete Yvette.



Während sie so diskutierten verging die Zeit wie im Flug, schließlich betrat Leutnant Katschmarek den Wartebereich und sagte: „So, dann wollen wir mal zur praktischen Prüfung schreiten! Leutnant Mangold, Sie sind als erstes an der Reihe. Folgen Sie mir bitte!“ – „Verstanden!“, antwortete Yvette, erhob sich von ihrem Stuhl und folgte Leutnant Katschmarek. Sebastian rief ihr nach: „Viel Erfolg!“ – „Danke, ich werde mich bemühen!“, antwortete Yvette als sie sich kurz zu Sebastian umschaute. Als Yvette verschwunden war sagte Sebastian: „Das wird doch jetzt eine echte Premiere für Yvette, im Maschinenraum hat sie doch bestimmt nicht so viel Erfahrung.“ – „Naja das wird bestimmt eine größere Herausforderung als die Wartung der Kampfflieger oder die Konstruktion eines neuen Kampffliegers mit Miriams Hilfe.“, antwortete Ruby. Sebastian erwiderte: „Den Monat in der Kampffliegerwartung hat sie sich ja nun ehrlich verdient, sie hätte sich ja vor dem Duell mit Dir im Kampffliegersimulator nicht auf die Wette einlassen müssen. Sie war einfach zu siegessicher. Aber wir haben ihr gezeigt was eine Harke ist!“ – „Da hast Du echt gezeigt daß Du Ahnung hast, Miriam war von Deiner Strategie die Oszilationsfrequenzen der Schildfelder und Waffen anzupassen auch ziemlich beeindruckt. Ich glaube in Dir steckt mehr von einem Ingenieur als Du denkst.“, antwortete Ruby und legte ihre Hand auf die von Sebastian. Sebastian sagte: „Ich bin bloß froh daß die Prüfung hier nicht nach dem Standard der G-Force-Academy abläuft.“ – „Warte nur ab, wenn Du einige Erfahrung gesammelt hast kannst Du vielleicht auch die Prüfungen im Fach Ingenieurswesen auf der G-Force-Academy ablegen.“, antwortete Ruby. Sebastian fragte: „Ist das nicht ein Wenig optimistisch?“ – „Nein ich denke nicht. Du hast eine gute Auffassungsgabe und bist im Umgang mit Technologie ziemlich talentiert.“, antwortete Ruby und holte für sich und Sebastian noch je einen Neurobooster mit Mango- und Erdbeeraroma.



Während sie sich ihren Getränken widmeten fragte Sebastian: „Gibt es eigentlich auch Passagierschiffe auf denen man sein eigenes Schiff mitnehmen kann?“ – „Du meinst daß man sein Schiff im Hangar des Passagierschiffes parkt und den Großteil der Reise im Passagierabteil oder einer eigenen Kabine verbringt?“, erwiderte Ruby.
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Sebastian antwortete: „Ja genau das meine ich, eine Kreuzung aus einem Passagierschiff und einem Trägerschiff für kleine Schiffe und Kampfflieger.“ – „Ja sowas gibt es, zum Beispiel für längere Reisen.“, sagte Ruby. Sebastian sagte: „Wir können ja unsere Urlaubsplanung koordinieren und auf die gemeinsame Reise ein Schiff mitnehmen. Dann sind wir an unserem Urlaubsort flexibler und können nach Lust und Laune die Gegend erkunden.“ – „Ja, zum Beispiel wenn an unserem Urlaubsort eventuell ein Wettkampf für Kampfpiloten stattfindet.“, antwortete Ruby lächelnd. Sebastian fragte: „Hast Du da einen speziellen Urlaubsort im Sinn?“ – „Schon möglich, es gibt noch eine ganze Menge interessante Orte die ich Dir zeigen kann.“, antwortete Ruby und lächelte weiter. Daraufhin spekulierten sie über ihre potentiellen Urlaubsziele. Ruby hatte die Idee den gemeinsamen Urlaub mit Stefanies Ausbildungsferien abzustimmen und gemeinsam zu verreisen. Sebastian fragte ob Ruby diesbezüglich schon genauere Pläne hatte doch Ruby lächelte nur verschmitzt und sagte nichts.



Schließlich kam Yvette zurück in den Wartebereich, sie sah ziemlich erschöpft aus. Sebastian fragte: „War es so heftig?“ – „Es war anstrengend, man hat sich bei den simulierten technischen Problemen ziemlich was einfallen lassen.“, antwortete Yvette. Dann bestellte sie sich einen Neurobooster und setzte sich an den Tisch, etwas später erschien Leutnant Katschmarek und holte Sebastian zu seiner praktischen Prüfung ab. Ruby und Yvette wünschten Sebastian viel Erfolg, dann betrat Sebastian den Maschinenraumsimulator. Die Simulation begann ziemlich unspektakulär, Sebastians Rolle in der Simulation war die eines Mitgliedes des Ingenieurstabes auf einem Erdraumflottenschiff. Die Ingenieure im Maschinenraum hatten während einer Forschungsmission nur Routineaufgaben. Plötzlich wurde Gefechtsalarm gegeben und das Schiff wurde in den offensiven Gefechtsmodus versetzt. Sebastian wurde mit der Aufgabe betraut die Energieversorgung der Schildfelder zu überwachen. Der Gegner griff offensichtlich mit physischen Waffen wie Projektilen und Sprengköpfen an, die Schildfelder waren daher nutzlos da sie nur gegen Waffenfeuer welches auf Plasma oder elektromagnetischen Wellen basierte Schutz boten.
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Schließlich wurde das Schiff von einer gegnerischen Salve getroffen bei deren Einschlag der Chefingenieur aufgrund schwerer Verletzungen dienstunfähig wurde. Da Sebastian in dieser Simulation nach dem Ausfall des Chefingenieurs der Ranghöchste Ingenieur im Maschinenraum war fiel ihm nun das Kommando im Maschinenraum zu. Der erste Offizier meldete sich über die schiffsinterne Kommunikation und forderte eine Lösung an um das Blatt im Kampf noch zu wenden. Sebastian schlug vor die Polarität der Sprungspulen umzukehren, einen kurzen Sprung rückwärts hinter das gegnerische Schiff zu machen und sofort nach Abschluß des Sprunges mit allen verfügbaren Waffen auf das gegnerische Schiff zu feuern. Der erste Offizier stimmte Sebastians Vorschlag zu und wies ihn an alles vorzubereiten. Sebastian kehrte die Polarität der Sprungspulen um und leitete die übrige verfügbare Energie zu den Waffen um, dann meldete er den ersten Offizier daß alles bereit war für das Manöver. Der Kapitän befahl daraufhin das Manöver auszuführen.



Kurz nach dem umgekehrten Sprung wurden die Waffen abgefeuert. Da die gesamte verfügbare Energie den Waffen zugeführt wurde gab es einen kurzen und heftigen Energieabfall im Energiepuffer des Schiffes. Das gegnerische Schiff wurde durch das Manöver zerstört aber durch den massiven Energieabfall war eine Störung in der Kühlung der primären Brennstoffzelle aufgetreten, die Temperatur der Zelle stieg daraufhin bedrohlich an. Sebastian informierte die Brücke über den kritischen Betriebszustand der Hauptbrennstoffzelle und die hohe Wahrscheinlichkeit dafür daß eine Notabschaltung der primären Brennstoffzelle notwendig würde. Der erste Offizier bestätigte Sebastians Meldung und forderte ihn auf, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen. Sebastian wies einige Ingenieure an das Kühlsystem der Primärzelle umgehend zu reparieren, soviel Energie wie möglich über die sekundäre Brennstoffzelle erzeugen zu lassen und die primäre Zelle in ihrer Leistung so weit wie möglich zu drosseln. Die Temperatur der primären Brennstoffzelle stabilisierte sich aufgrund der geringeren Belastung auf einem hohen Niveau. Nachdem der offensive Gefechtsmodus beendet wurde stabilisierte sich die Temperatur der primären Brennstoffzelle im oberen drittel des sicheren Bereichs.
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Es dauerte noch gut eine halbe Stunde bis das Kühlsystem wieder normal funktionierte und die Situation sich dadurch entspannte. Nachdem alle Werte wieder im grünen Bereich waren endete die Simulation.



Als Sebastian nach dem Ende der Simulation wieder in den Wartebereich zurückkehrte fragte Yvette: „Und, war’s schlimm?“ – „Ausfall des Kühlsystems der primären Brennstoffzelle kurz nach einem schwierigen Gefecht und das alles nachdem der Chefingenieur ausgefallen und mir das Kommando zugefallen war.“, antwortete Sebastian erschöpft. Ruby erwiderte: „Oh nein, ausgerechnet eine der schlimmsten Situationen hat man Dir für die Prüfung ausgesucht!“ – „Ich habe es aber trotzdem geschafft das Schiff zusammen zu halten.“, sagte Sebastian und setzte sich zu Ruby und Yvette. Kurz darauf erschien Leutnant Katschmarek und sagte: „Ihre Prüfungen sind nun beendet. Sie sollten sich etwas Ruhe gönnen, das Ergebnis ihrer Prüfungen wird Ihnen Leutnant Sukow im Laufe des heutigen Nachmittags mitteilen.“, Sebastian, Ruby und Yvette bedankten und verabschiedeten sich, dann begaben sie sich zum Liftzugang. Nachdem Ruby die Transferstation als Fahrziel für den Lift gewählt hatte fragte Sebastian: „Wohin wollen wir denn fliegen?“ – „Rüber zur Far Horizon, dann können wir Christina noch vor ihrer Prüfung viel Glück wünschen.“, antwortete Yvette. Sebastian erwiderte: „Glück? Sowas braucht Christina nicht, sie hat das gesammelte Wissen von Dir, von mir und von Ruby im Kopf. Sie wird es schaffen.“ – „Okay dann wünschen wir ihr eben einen erfolgreichen Prüfungsverlauf.“, sagte Yvette mit verdrehten Augen.



Als der Lift sich in Bewegung gesetzt hatte fragte Sebastian: „Wann geht denn der Transfer zur Far Horizon?“ – „Um 14:15, also in knapp zehn Minuten.“, antwortete Ruby. Sebastian fragte: „Wie mag der Alltag des Piloten eines Passagierschiffes wohl aussehen?“ – „Von einem Ort zum anderen springen, dann den Passagieraustausch abwarten und danach weiter zum nächsten Ort zu springen. Sowas nenne ich langweilig.“, antwortete Yvette. Ruby erwiderte: „Aber Du bist als Pilot eines Passagierschiffes jeden Tag woanders und lernst die verschiedensten Orte der Milchstraße kennen. Aber abgesehen von allen positiven und negativen Seiten dieses Jobs, irgendwer muß diesen Job schließlich machen und zwar gewissenhaft.
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“ – „Ja schließlich gibt es zahlreiche Menschen ohne eigenes Schiff und ohne Flugerfahrung die von einem Schiff, einer Station oder einer Kolonie zu anderen Orten gebracht werden müssen.“, fügte Sebastian hinzu. Yvette erwiderte: „Ja klar, aber für mich wäre das trotzdem nichts.“ – „Du könntest ja auch spezielle Passagiere durch den Weltraum fliegen, Passagiere die auf ihrem Flug etwas erleben wollen.“, antwortete Sebastian. Yvette grinste und sagte: „Ja, einen Erlebnisflug durch den Asteroidengürtel! Aber ich bleibe doch lieber bei meinem Job als Geschwaderführerin und Mitglied der Mannschaft der Far Horizon.“ – „Ja das kann ich nachvollziehen, an diesen Job kommt man nicht so leicht ran.“, antwortete Sebastian. Die Lifttüren öffneten sich und sie erreichten die Transferstation. Ruby, Yvette und Sebastian registrierten sich als Passagiere für den nächsten Transfer zur Far Horizon und man informierte sie daß sich ihr Schiff welches sie zur Far Horizon bringen würde bereits im Neptunorbit in der Nähe der Hoststation befand. Sie begaben sich zu der Teleporterstation welche ihnen zugewiesen wurde und ließen sich an Bord des Passagierschiffes teleportieren.



Nach ihrer Ankunft an Bord setzten sie sich an einen der Tische im Passagierabteil und warteten auf den Sprung. Yvette trommelte nervös mit den Fingern auf der Tischplatte herum und Sebastian sagte: „Bist Du nervös? Die Prüfungen hast Du doch bereits hinter Dir und nichts was Du jetzt noch tust hat einen Einfluß auf das Ergebnis.“ – „Nein es ist nicht die Prüfung, ich bin es nur nicht gewohnt als Passagier zu reisen. Ich fühle mich einfach besser wenn ich die Flugkontrollen selbst bediene.“, antwortete Yvette. Ruby grinste und sagte: „Ach ja so sind manche Piloten, im Cockpit ein Ass aber als Passagier ein echtes Nervenbündel.“ – „Mach Dich nur lustig!“, erwiderte Yvette. Sebastian fragte: „Was machst Du denn an Bord der Far Horizon wenn uns eine Mission mal etwas weiter weg führt? Willst Du wenn es mal ins Riegelsystem geht die ganzen 770 Lichtjahre in einem Kampfflieger zurücklegen?“ – „Auf der Far Horizon habe ich immer irgend eine Beschäftigung, ob nun die Einsatzplanung des Geschwaders oder andere Aufgaben die man als Geschwaderführerin so hat.
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Aber hier sitze ich nur rum und warte darauf daß wir unser Ziel erreichen.“, antwortete Yvette. Sebastian schaute Ruby an und sagte: „Das nächste Mal können wir ja mit der Ghostbirdklasse oder in Einmannjägern zur Hoststation reisen, vorausgesetzt sowas ist zulässig.“ – „Für Mannschaftsmitglieder mit Kampfpilotenausbildung besteht durchaus die Möglichkeit kurze private Transfers im Nahbereich, also innerhalb eines Sternensystems in Kampffliegern zu erledigen, auf diese Weise bleiben sie im Training was das Fliegen angeht. Kampfpiloten mit einem eigenen Schiff können dieses uneingeschränkt im Rahmen ihrer Freizeit nutzen.“, antwortete Ruby. Sebastian erwiderte: „Der Prototyp der Ghostbirdklasse ist vermutlich nicht Yvettes eigenes Schiff, dann bleibt für uns Drei nur noch die Bird of Death wenn wir mal einen ausgedehnten Ausflug machen wollen.“ – „Du hast doch auch bald ein eigenes zweisitziges Schiff, dann kannst Du auch jemanden mitnehmen.“, antwortete Ruby. Yvette fragte neugierig: „Was den Hawk, Du bekommst ein eigenes Schiff?“ – „Ja als Absolvent der G-Force-Academy bekommt man ein eigenes Schiff der Swordklasse.“, antwortete Sebastian. Yvette riß die Augen auf und sagte erstaunt: „Ein Schiff der Swordklasse? Alter Verwalter!“ – „Ja und Sebastians Schiff wird ähnliche Extras wie die Ghostbirdklasse haben wie doppelte Schildfelder, Tarntechnologie und natürlich Alice.“, fügte Ruby hinzu. Yvette sagte nichts mehr, sie schaute Sebastian nur staunend an.



Schließlich verließ das Passagierschiff den Orbit des Neptun und sprang in die Nähe des Uranus. Nachdem der Sprung durchgeführt und das Schiff in einen Orbit um den Uranus eingeschwenkt war ertönte der Hinweis darauf das die Aufenthaltsdauer zehn Minuten betragen würde und das Schiff anschließend zur Marskolonie, in den Erdorbit und zu den verschiedenen Agrarstationen nahe der Sonne weiter springen würde. Sebastian, Ruby und Yvette erhoben sich von ihren Sitzplätzen und begaben sich zur nächsten Teleporterstation. Nachdem sie den Teleporterraum der Far Horizon erreicht hatten sagte Yvette: „Ich gehe in die Mannschaftsmesse. Ich muß erst einmal die Prüfungen verdauen.“ – „Okay vielleicht sehen wir uns noch.“, antwortete Ruby, daraufhin verließ Yvette den Teleporterraum.
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Als Yvette verschwunden war fragte Sebastian: „Ob der Teleporter der Far Horizon schon wieder einsatzbereit ist?“ – „Frag doch am Besten Alice! Sie kennt den Status jedes einzelnen Systems an Bord.“, antwortete Ruby. Daraufhin sprach Sebastian in sein Kommunikationsarmband: „Alice, wie ist der Status des Teleporters?“ – „Das Teleportersystem der Far Horizon ist einsatzbereit.“, antwortete Alice. Sebastian schaute Ruby an und lächelte, dann fragte er: „Und wo soll es hin gehen?“ – „Erst einmal in unser Quartier, ich muß noch etwas Schreibkram erledigen.“, Antwortete Ruby. Sebastian gab daraufhin den Befehl ihn und Ruby in ihr Quartier zu teleportieren. Nachdem Alice den Befehl bestätigt hatte waren sie auch schon in ihrem Quartier.



Ruby ging in den Arbeitsbereich, setzte sich an den Schreibtisch und aktivierte das große X-Pad in der Tischplatte. Sebastian fragte: „Was ist das für Schreibkram den Du erledigen mußt?“ – „Ach nur der Bericht über Deine Fortschritte in der letzten Zeit. Da ich Dir als Ausbilderin zugeteilt bin gehört das auch zu meinen Aufgaben.“, antwortete Ruby. Sebastian fragte weiter: „Ist es okay wenn ich Dir dabei über die Schulter schaue?“ – „Na klar, los komm her!“, antwortete Ruby. Sebastian holte sich einen Stuhl aus dem Wohnbereich und setzte sich zu Ruby an den Schreibtisch. Ruby faßte gerade die Berichte der letzten Tage über Sebastians Leistungen zusammen. Sie verknüpfte die Berichte mit den Test- und Prüfungsergebnissen von der G-Force-Academy und bereitete das Einfügen der Ergebnisse von Sebastians Prüfungen im Bereich Ingenieurswesen vor. Während sie die Dokumente auf der Konsole sortierte sagte Ruby: „Du hast ja so ziemlich alles geschafft was die Ausbildung betrifft. Das war wohl das kürzeste erfolgreiche Ausbildungsverhältnis welches ich jemals als Ausbilderin betreut habe.“ – „Soll das heißen daß wir bald nicht mehr zusammen arbeiten?“, fragte Sebastian etwas unsicher. Ruby strich ihm über die Hand und sagte: „Nein, Du hast zwar Deine Ausbildung abgeschlossen aber wir werden auch weiterhin als Team zusammen arbeiten. Es gibt einige Teams die aus ehemaligen Ausbildungsverhältnissen bestehen, diese Teams arbeiten im selben Bereich mit dem selben Schichtplan und bei uns wird das nicht anders sein.
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“ – „Ach Ruby, ich war schon kurz davor zu bereuen daß ich bei der Ausbildung so ein Tempo vorgelegt habe.“, antwortete Sebastian. Ruby gab Sebastian einen Kuß und sagte: „Mach Dir keine Sorgen! Ich habe bereits alles nötige veranlaßt damit wir als Team zusammen arbeiten können.“ – „Du bist die Beste!“, antwortete Sebastian. Ruby lächelte nur und widmete sich wieder den Berichten über Sebastians Ausbildung.



Als Ruby mit ihren Berichten fertig war deaktivierte sie die Konsole und sagte: „So, ich weiß zwar nicht wie es Dir geht aber ich bekomme langsam Hunger. Was hältst Du von einem verspäteten Mittagessen?“ – „Ich bin dabei!“, antwortete Sebastian und erhob sich, dann brachte er den Stuhl wieder in den Wohnbereich zurück. Ruby fragte: „Wollen wir in der Mannschaftsmesse essen oder hier?“ – „Entscheide Du!“, antwortete Sebastian. Ruby überlegte kurz und entschied sich dann für die Mannschaftsmesse, daraufhin ließ sie sich und Sebastian dorthin teleportieren.



In der Mannschaftsmesse war nur wenig Betrieb, die meisten Mannschaftsmitglieder hatten aufgrund der Umrüstung des Schiffes Landurlaub. An einem Tisch saß Yvette bei einem Trinkkrug blauen Honigwein, Sebastian und Ruby setzten sich zu ihr und Ruby fragte: „Bist Du nervös wegen der Prüfungen im Fach Ingenieurswesen?“ – „Nein eigentlich nicht, es gibt nur nichts womit man sich beschäftigen kann.“, antwortete Yvette. Sebastian erwiderte: „Hast Du Christina gesehen? Ich wollte ihr für ihre Prüfungen noch viel Erfolg wünschen.“ – „Sie ist wohl ziemlich beschäftigt mit ihrer Arbeit, ich habe sie jedenfalls noch nicht gesehen oder etwas von ihr gehört. Vielleicht bereitet sie sich gedanklich schon auf ihre Prüfungen vor.“, antwortete Yvette. Ruby studierte das Angebot der Bordverpflegung und sagte: „Heute ist ein Brokolieauflauf mit Kartoffeln und Schinken im Angebot.“ – „Das hört sich lecker an, ich nehme auch einen!“, antwortete Sebastian und Yvette fügte hinzu: „Ja ich auch!“ – „Alles klar, dreimal das Tagesangebot!“, antwortete Ruby und orderte das Essen, dazu wählte sie für sich und Sebastian noch jeweils einen Trinkkrug blauen Honigwein. Kurz darauf stand ihr Essen vor ihnen und sie ließen es sich schmecken.
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Nach dem Essen widmeten sie sich ihren Getränken und spekulierten über die Prüfungsergebnisse von Yvette und Sebastian. Yvette erzählte von ihrem Prüfungsszenario, in der praktischen Prüfung hatte man Yvette mit einem Ausfall des Systems für die Sprungspulenjustierung konfrontiert. Dadurch war es nicht mehr möglich das Schiff genau in der Mitte der Sprungpassage zu halten was die Sprungdistanz auf maximal 0,0668 Lichtjahre begrenzte. Sebastian sagte: „Oh je, ohne eine Möglichkeit den Sprungverlauf zu kontrollieren fliegt man ja alle paar Sekunden aus der Passage.“ – „Ja aber ich konnte den Ausfall des Systems mit dem Kontrollsystem für die Fluglage notdürftig kompensieren. Der Sprungverlauf war zwar alles Andere als ruhig aber man konnte das Schiff halbwegs vom Rand der Passage fernhalten.“, antwortete Yvette. Ruby erwiderte: „Das ist ein interessanter Lösungsansatz, normalerweise wird nur bei kleineren Schiffen wie Kampffliegern der Sprungverlauf auf diese Weise kontrolliert. Größere Schiffe besitzen eine zu hohe Massenträgheit um auf diese Weise ihre Position schnell genug in der Passage zu kontrollieren. Deswegen besitzen größere Schiffe auch schwenkbare Sprungspulen.“ – „Ist das sowas wie Schubvektorsteuerung?“, fragte Sebastian. Yvette runzelte die Stirn und antwortete: „Sowas ähnliches, die Sprungspulen sind ja nicht für den Vortrieb innerhalb der Passage zuständig sondern dafür das Schiff mittels eines statischen Feldes innerhalb der Passage auszurichten und die Passage aufrecht zu erhalten.“ – „Sebastian erwiderte: „Also haben die Sprungspulen neben der Öffnung und Aufrechterhaltung der Passage etwa die gleiche Funktion wie die Steuerkufen bei einem Schlitten?“ – „Dieser Vergleich ist absolut zutreffend.“, antwortete Ruby.



Nachdem sie eine Weile über die Prüfungen diskutiert hatten betrat Miriam die Mannschaftsmesse, sie kam schnurgerade auf den Tisch zu an dem Yvette, Sebastian und Ruby saßen. Als sie den Tisch erreicht hatte sagte Miriam: „Da sind ja die beiden Offiziere nach denen ich gesucht habe, ich muß schon sagen Ihr habt mich ziemlich überrascht! Ich weiß zwar nicht wie Ihr das geschafft habt aber Ihr habt es geschafft, Leutnant Katschmarek hat mir Eure Prüfungsergebnisse übermittelt.
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Herzlichen Glückwunsch, Ihr seid nun offiziell Ingenieure!“ – „Wirklich? Das ist ja irre!“, erwiderte Yvette und sprang auf. Miriam schaute Sebastian an und fragte: „Hast Du etwa etwas mit dieser Überraschung zutun?“ – „Nicht direkt, ich hatte nur die Idee daß Christina, Yvette und ich die Prüfungen ablegen. Die Tatsache daß wir die Prüfungen bestanden haben verdanken wir Christina.“, antwortete Sebastian. Miriam neigte den Kopf zur Seite und sagte: „Seit ein paar Tagen ist Fähnrich Sommer ein ganz anderer Mensch. Nicht nur daß sie ihre Teleporterphobie überwunden hat, es scheint auch so als ob sie einige Erfahrungen gemacht hat welche einen positiven Lebenswandel bei ihr ausgelöst haben. Sie ist jetzt viel selbstsicherer und ausgeglichener.“ – „Es waren zweifellos einige Erfahrungen die sie gesammelt hat, ich will aber nicht zu sehr ins Detail gehen. Es war schließlich Christinas Idee wie sie an die entsprechenden Erfahrungen gelangt ist.“, antwortete Sebastian. Miriam sagte: „Ich verstehe, dann werde ich mal wieder in den Maschinenraum gehen. Bis bald!“, mit diesen Worten ging sie wieder zum Liftzugang.



Als Miriam verschwunden war sagte Ruby: „Ich möchte Euch auch recht herzlich zu Euren bestandenen Prüfungen gratulieren.“ – „Danke Ruby, auch dafür daß Du mir oder uns die Möglichkeit gegeben hast die Prüfungen abzulegen.“, antwortete Sebastian und Yvette bedankte sich ebenfalls. Ruby erwiderte: „Hey, das ist meine Aufgabe als Ausbilderin! Wenn mein Auszubildender der Meinung ist daß er für die Prüfungen bereit ist dann gebe ich ihm die Möglichkeit sein Können zu beweisen.“ – „Willst Du nicht auch eine neurale Verbindung zu Fähnrich Sommer aufbauen und anschließend die Prüfungen zum Ingenieur ablegen?“, fragte Sebastian. Ruby grinste und sagte: „Ach Basti, ich habe die Prüfungen doch bereits während meiner Ausbildungszeit abgelegt. Man hat während meiner Ausbildung zur Kampfpilotin festgestellt daß ich ebenfalls Talent für den Beruf des Ingenieurs habe, also bot man mir nach Abschluß meiner Ausbildung die Übernahme einer zweiten Ausbildungszeit an. Da ich auf der G-Force-Academy ohnehin freie Kost und Logier hatte fiel mir die Entscheidung für eine zweite Ausbildung nicht schwer.“ – „Ich glaub’s ja nicht, Du bist auch noch eine Ingenieurin!“, antwortete Sebastian.
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Ruby erwiderte: „Ja und? Die Kombination der Erfahrungen eines Kampfpiloten und eines Ingenieurs kann durchaus sinnvoll sein. Auf diese Weise kann man die Möglichkeiten seines Schiffes optimal einschätzen.“ – „Da ist was dran.“, sagte Sebastian.



Als sie ihre Trinkkrüge geleert hatten sagte Sebastian: „Ich würde doch zu gerne mehr über die neuen Systeme der Far Horizon erfahren.“ – „Wird Dir Dein Landurlaub zu langweilig? Die ganze nächste Woche werden wir mit Tests und Testflügen beschäftigt sein.“, erwiderte Yvette. Sebastian antwortete: „Ich bin nur neugierig, außerdem kann es nichts schaden wenn man sich mit den Systemen vor dem Testflug vertraut macht.“ – „Vielleicht kann Miriam bei den neuen Systemen etwas Hilfe gebrauchen, bei der Gelegenheit kann Sie Dir gleich einiges über die neuen Systeme erzählen.“, sagte Ruby. Sebastian antwortete: „Das ist eine gute Idee, auf diese Weise kann ich gleich mein neues Ingenieurwissen ausprobieren!“ – „Na dann los, laß uns gehen! Kommst Du auch mit Yvette?“, erwiderte Ruby. Yvette schüttelte den Kopf und sagte: „Nein laß mal gut sein, ich bin nicht so arbeitsgeil, ich will noch was von meinem Urlaub haben!“ – „Okay dann eben nicht!“, antwortete Ruby. Daraufhin standen Sebastian und Ruby auf und ließen sich in den Maschinenraum teleportieren.



Im Maschinenraum herrschte ein reges Treiben, die Ingenieure liefen emsig hin und her, es war fast wie in einem Bienenstock. Miriam sagte als sie Sebastian und Ruby erblickte: „Wollt Ihr bei dem Spaß dabei sein? Wir wollen in kürze die neue primäre Brennstoffzelle aktivieren.“ – „Ja das wäre cool, eigentlich wollte ich Dir nur etwas zur Hand gehen mit meinem neuen Rang als Ingenieur und dabei etwas über die neuen Systeme des Schiffes erfahren.“, antwortete Sebastian. Miriam lächelte und sagte: „Das ist nett von Dir! Na dann komm mal mit!“, daraufhin folgte Sebastian ihr quer durch den Maschinenraum den man ebenfalls während der Umrüstung neu strukturiert hatte. Im Zentrum des Maschinenraums war ein großes rundes zylindrisches Objekt. Miriam deutete darauf und sagte: „Das ist unsere neue Hauptbrennstoffzelle, sie besitzt eine vierfach höhere Reaktionsgeschwindigkeit als die alte.
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Das heißt sie kann in der selben Zeit die vierfache Menge an Wasserstoff uns Sauerstoff in Strom und Wasser umwandeln.“ – „Dann müssen wir wohl in Zukunft öfter auftanken wenn wir auch die vierfache Menge an Energie verbrauchen.“, antwortete Sebastian. Ruby erwiderte: „Ich nehme mal an daß die neuen Waffen für den höheren Energieverbrauch verantwortlich sind.“ – „Ja die leichten und schweren gammastrahlengepulsten Plasmageschütze verbrauchen etwas mehr Energie als die kombinierten Mikrowellen- und Gammastrahlenemitter.“, erklärte Miriam.



Als sie vor der neuen Brennstoffzelle standen reichte Miriam Sebastian ein Diagnoseokular und sagte: „Du überwachst die Stabilität der Reaktion in der Brennstoffzelle und die dabei entstehende Wärme.“ – „Alles klar!“, antwortete Sebastian und setzte das Diagnoseokular auf. Miriam und Ruby begaben sich an die Kontrollkonsolen und Miriam rief: „Okay Leute wir fahren jetzt die Primärzelle hoch, fürs Erste beginnen wir mit fünf Prozent Leistung!“, daraufhin betrachtete Sebastian die Hauptbrennstoffzelle mit dem Diagnoseokular doch er erkannte keine Reaktion im Inneren. Miriam rief: „Was zum Teufel ist denn jetzt wieder los, warum bekommen wir keine Reaktion?“ – „Die Hauptventile sind auf fünf Prozent Durchfluß!“, antwortete ein Ingenieur. Sebastian schaltete durch die Modi seines Diagnoseokulars und sagte schließlich: „In der Zelle kommt kein Sauerstoff an, irgendwas blockiert die Sauerstoffzufuhr.“ – „Fähnrich Grimmwood, überprüfen Sie die Sauerstoffzufuhr!“, rief Miriam. Fähnrich Grimmwood antwortete: „Alle Zufuhrkreisläufe sind offen aber wir haben keinen Druck im System.“ – „Verdammt, die Wasserstoff- und Sauerstoffzufuhr zur Hauptzelle schließen! Es wäre ja auch zu schön wenn mal etwas auf Anhieb klappen würde.“, rief Miriam. Nachdem einer der Ingenieure die Schließung der Gaszufuhr der Hauptbrennstoffzelle bestätigt hatte sagte Miriam: „Da müssen wir das ganze System nochmal ganz von vorne umkrempeln. Hast Du Lust auf eine Tour durch die Wartungsröhren Sebastian?“ – „Ja klar, ich bin dabei!“, antwortete Sebastian. Ruby erwiderte: „Ich werde hier solange die Stellung halten, die Wartungsröhren sind für drei Personen definitiv zu eng.
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“ – „Okay Ruby Du übernimmst hier für mich, während ich mit Sebastian durch die Eingeweide des Schiffes krieche! Okay Sebastian dann komm mal mit!“, sagte Miriam.



Sebastian folgte Miriam zu einem Lagerschrank wo Miriam einen Werkzeugkoffer herauszog, anschließend gingen sie durch eine kleine Verbindungstür in den Bereich der Wartungstunnel. Dieser Bereich des Schiffes bestand aus engen Röhren von etwa zwei Metern Durchmesser welche sowohl horizontal als auch vertikal verliefen. Sebastian folgte Miriam durch dieses Labyrinth von Tunneln und Leitern, es ging immer tiefer hinunter in das Innere des Schiffes. Miriam sagte: „Behalte mit dem Diagnoseokular die Röhren des Sauerstoffsystems im Auge, sobald Du einen Bereich entdeckst in dem Druck ist sagst Du mir bescheid!“ – „Alles klar, wenn wir von dort aus zurück gehen müssen wir genau auf den Fehler treffen.“, antwortete Sebastian. Sie gelangten in einen hohen Raum in dessen Zentrum sich drei riesige Maschinengehäuse befanden. Miriam sagte: „Das hier ist das Steuerungssystem des Schiffes, in diesen Gehäusen befinden sich riesige Schwungräder die je nach Bedarf in die eine oder andere Richtung beschleunigt werden. Dadurch wird die Fluglage des Schiffes verändert.“ – „Ja das Drehmoment der Schwungräder überträgt sich auf das Schiff und dreht es in die entgegengesetzte Richtung. Das ist wie bei einem Hubschrauber dessen Heckrotor ausgefallen ist.“, antwortete Sebastian. Miriam sagte: „Ja richtig, das ist die gängige Methode um die Fluglage zu ändern.“ – „Ein effizientes System, auf diese Weise braucht man keinen Treibstoff für zusätzliche Steuerdüsen.“, antwortete Sebastian.



Sie kletterten immer weiter nach unten und Miriam fragte: „Immer noch kein Druck?“ – „Nein, kein Druckunterschied zwischen innen und außen.“, antwortete Sebastian. Miriam stöhnte und sagte: „Oh je, hoffentlich müssen wir nicht bis zum Sauerstofftank runter!“ – „Ist denn die neue Primärzelle an den selben Leitungen angeschlossen wie die alte?“, fragte Sebastian. Miriam erwiderte: „Nein, für die Installation der neuen Brennstoffzelle wurden völlig neue Leitungen verlegt. Sie führen vom Verteilersystem für die Primär- und Sekundärzelle bis zum Maschinenraum. Warte mal, vielleicht liegt dort der Fehler!“ – „Meinst Du man hat vergessen eine Sauerstoffleitung für die neue Zelle zu verlegen?“, fragte Sebastian.
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„Nein aber man hat vom Verteilersystem aus neue Leitungen verlegt mit einem größeren Querschnitt. Vielleicht hat man nach der Installation vergessen das manuelle Absperrventil zu öffnen.“, antwortete Miriam. Als sie die nächste Tunnelkreuzung erreicht hatten blieben sie stehen und Miriam sprach in ihr Kommunikationsarmband: „Alice, ist das manuelle Absperrventil für den Sauerstoffkreis der primären Brennstoffzelle am Verteilersystem geöffnet?“ – „Das manuelle Absperrventil des Verteilersystems für den Sauerstoffkreis der primären Brennstoffzelle ist geschlossen.“, antwortete Alice. Miriam schlug die Hände über dem Kopf zusammen und schimpfte: „Nein so ein Anfängerfehler!“ – „Heißt das jetzt daß wir wissen durch welche Röhren wir kriechen müssen?“, fragte Sebastian. Miriam antwortete: „Jetzt wo wir wissen wo das Problem liegt können wir uns auch teleportieren lassen.“, daraufhin gab sie Alice den Befehl sie und Sebastian zur Verteilerstation für die primäre und Sekundäre Brennstoffzelle zu teleportieren.



Sebastian und Miriam befanden sich nun in einem großen Raum in dem es viele Rohre gab, es sah hier fast wie in einem Heizungskeller aus. Sie gingen zu einem Pult mit mehreren kleinen Handrädern und Hebeln. Die Leitungen welche zu den Handrädern und Ventilhebeln führten sahen nicht so aus als wären sie für den Transport von flüssigem Sauerstoff gedacht. Sebastian sagte: „Laß mich raten! Das Absperrventil funktioniert pneumatisch oder hydraulisch.“ – „Ja richtig, es funktioniert hydraulisch. Leitungen für flüssigen Wasserstoff und Sauerstoff müssen gut isoliert sein da das Gas in ihrem Inneren verdammt kalt ist.“, antwortete Miriam. Daraufhin drehte sie ein Handrad auf und legte einen Hebel um. Ein Manometer zeigte an daß die angeschlossene Hydraulikleitung jetzt unter Druck stand. Anschließend stellte Miriam eine Sprechverbindung zu Ruby her und sagte: „Okay wir haben den Fehler gefunden. Wie sieht’s mit dem Druck im Sauerstoffzufuhrsystem aus?“ – „Warte kurz! Ja an den Regelventilen liegt der normale Betriebsdruck an.“, antwortete Ruby. Miriam erwiderte: „Okay wir kommen zurück.
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Bis gleich!“, anschließend gab sie Alice den Befehl Sebastian und sie in den Maschinenraum zu teleportieren.



Wenig später standen sie wieder im Maschinenraum, Miriam klopfte Ruby auf die Schulter und sagte: „Kompliment, Dein Auszubildender stellt die richtigen Fragen! Sebastian hat mich erst auf die Idee gebracht den Zustand des Absperrventils am Verteilersystem zu überprüfen.“ – „Es scheint als hätte sich der Ausflug in die Wartungsröhren gelohnt.“, antwortete Ruby. Miriam erwiderte: „Aber ja, ohne Sebastian hätte ich den ganzen Nachmittag und vielleicht auch noch die Nacht mit der Fehlersuche verbracht. Du hast echt was gut bei mir Sebastian.“ – „Also wenn das so ist, ich würde gerne etwas über die neuen Systeme des Schiffes erfahren.“, sagte Sebastian. Miriam lächelte und erwiderte: „Aber sicher doch, sobald die Primärzelle hochgefahren ist und einwandfrei funktioniert zeige ich Dir gerne die neuen Extras.“ – „Super, dann laß uns die Zelle mal online bringen!“, antwortete Sebastian.



Miriam ging wieder an die Kontrollkonsole der Hauptbrennstoffzelle und Sebastian bereitete sich darauf vor die Reaktion und Temperatur zu überwachen. Dann rief Miriam: „Okay Leute, alles noch einmal von vorne! Wir beginnen mit fünf Prozent Leistung. Regelventile für Wasserstoff und Sauerstoff auf fünf Prozent Durchfluß!“ – „Verstanden, fünf Prozent!“, antwortete Fähnrich Grimmwood. Sebastian überwachte die Brennstoffzelle ganz genau, die Reaktion verlief gleichmäßig und die Temperatur blieb stabil im grünen Bereich. Sebastian meldete: „Es sieht gut aus, alle Werte sind akzeptabel.“ – „Na dann wollen wir doch mal eine Schippe drauflegen. Fähnrich Grimmwood, die Gaszufuhr auf zehn Prozent erhöhen!“, rief Miriam. Fähnrich Grimmwood bestätigte den Befehl und erhöhte die Zufuhr für Wasserstoff und Sauerstoff entsprechend Miriams Befehl. Sebastian beobachtete die Reaktionen der Brennstoffzelle wieder sehr genau, als alle Werte im grünen Bereich waren sagte Sebastian: „Alles sieht gut aus, die Reaktion ist stabil und die Temperatur ist sogar noch etwas unter dem erwarteten Wert.“ – „Okay wenn das so ist dann versuchen wir es jetzt mit zwanzig Prozent. Fähnrich Grimmwood, die Zufuhr auf zwanzig Prozent!“, erwiderte Miriam.
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Wieder bestätigte Fähnrich Grimmwood den Befehl und führte ihn aus. Auch diesmal konnte Sebastian keine ungewöhnlichen Betriebsparameter feststellen. Er meldete es Miriam und sie gab den Befehl die Zufuhr von Wasserstoff und Sauerstoff auf vierzig Prozent zu erhöhen. Auf diesmal blieben alle Parameter im grünen Bereich, so ging es weiter mit achtzig Prozent, mit hundert Prozent und schließlich mit einhundertundzwanzig Prozent was durch die Öffnung von zusätzlichen Regelventilen erreicht wurde. Als auch bei dieser Leistung keine Probleme auftraten sagte Miriam: „Alles klar die neue primäre Brennstoffzelle arbeitet einwandfrei! Fähnrich Grimmwood, die Leistung auf Bedarfsniveau reduzieren und die Regelung automatisieren!“ – „Verstanden, Leistung der Primärzelle wird dem Energiebedarf angepaßt und die Leistungssteuerung automatisiert!“, antwortete Fähnrich Grimmwood. Miriam wandte sich Sebastian zu und sagte: „So das hätten wir, dank Deiner Hilfe. Wollen wir jetzt die neuen Systeme unter die Lupe nehmen?“ – „Ja ich bin dabei!“, antwortete Sebastian und hängte das Diagnoseokular in den Ausrüstungsschrank. Miriam rief: „Fähnrich Grimmwood, Sie übernehmen das Kommando im Maschinenraum!“ – „Verstanden Leutnant Sukow!“, antwortete Fähnrich Grimmwood. Daraufhin gingen Miriam, Ruby und Sebastian zum Liftzugang wo Miriam die Brücke als Fahrziel wählte.



Während der Fahrt zur Brücke sagte Miriam zu Sebastian: „Während der Umrüstung wurden ein Haufen Hilfssysteme installiert dank derer das Schiff noch effizienter zu bedienen ist. Wie ich hörte hast Du die neue Brücke schon gesehen, das Brückendesign ist jedoch nicht die einzige Veränderung. Wenn Du in Zukunft auf der Brücke an der Operationszentrale Dienst tust wirst Du es viel einfacher haben. Besonders während eines längeren Sprungs hast Du dann weniger zutun da die Ausrichtung der Sprungspulen jetzt automatisch geschieht. Dadurch mußt Du nicht mehr darauf achten das Schiff im Zentrum der Passage zu halten. Außerdem verfügt die Operationszentrale jetzt über zwei Konsolen von denen jede über einen Anschluß für ein Augenliderprojektionssystem verfügt. Die Erweiterung für die Steuerung via Hirnstromscanner ist ebenfalls vorbereitet worden, sobald die Dienstvorschriften entsprechend angepaßt wurden kann diese Steuerungsmethode verwendet werden.
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“ – „Das nenne ich Bedienkomfort!“, antwortete Sebastian. Miriam erwiderte: „Und wenn es noch mehr sein darf, wir haben jetzt sogar die Möglichkeit das Schiff von Alice steuern zu lassen. Mit der Umrüstung wurde auch das Computersystem der Far Horizon erweitert. Die gute Alice läuft jetzt auf drei Computerkernen parallel, das heißt wenn auf einem ein Fehler auftritt korrigieren die beiden Anderen diesen.“ – „Auf diese Weise kann eine Person alleine auf der Brücke das Schiff kommandieren und steuern. Das ist wirklich erstaunlich!“, sagte Sebastian.



Schließlich öffneten sich die Lifttüren und sie betraten die Brücke. Miriam zeigte Sebastian die neuen Stationen für den Wissenschaftsoffizier und den diensthabenden Ingenieur. Als sie zu den kleinen Konsolen am Rand der Brücke kamen sagte Miriam: „Und von hier aus können spezielle Aufgaben erledigt werden wie zum Beispiel die Überwachung eines Außeneinsatzes oder wissenschaftliche Forschungen. Willst Du mal die Operationszentrale ausprobieren? Keine Sorge das Schiff ist angedockt und die Operationszentrale ist abgekoppelt! Sie funktioniert aber im Simulationsmodus.“ – „Ja klar!“, sagte Sebastian und setzte sich an eine der Konsolen der Operationszentrale. Er setzte das Augenliderprojektionssystem auf und Miriam erklärte ihm alles. Sebastian konnte über das Augenliderprojektionssystem auch die Konsole vor ihm erkennen so daß er für deren Bedienung nicht einmal die Augen öffnen mußte. Sebastian sagte staunend: „Das ist ja wie auf dem Prototypen der Ghostbirdklasse!“ – „Ja beide Schiffe sind mit den neuesten Systemen ausgestattet. Mit Ausnahme des Tarnsystems hat die Far Horizon jetzt alles an Extras was die Ghostbirdklasse auch hat.“, antwortete Miriam. Nach einer ausführlichen Erklärung der neuen Brückensysteme fuhren sie in den Teleporterraum. Dort erklärte Miriam stolz daß man die maximale Reichweite des Teleportersystems mit Hilfe des dreifach ausgelegten Computerkerns auf einhunderttausend Kilometer erweitert hatte.



Nach der großen Führung durch das modernisierte Schiff sagte Sebastian: „Die Far Horizon ist kaum wieder zu erkennen, die neuen Waffen, die verbesserten Systeme, alles hat sich total weiterentwickelt!“ – „Und das ist nur der gegenwärtige Stand der Technik.
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“, antwortete Miriam. Sebastian bedankte sich nochmal dafür daß Miriam sich die Zeit genommen hatte ihm alle Systeme zu erklären. Miriam erklärte daß sie ohne Sebastians Hilfe noch immer mit der primären Brennstoffzelle beschäftigt wäre und sagte daß Sebastian ihr eine große Hilfe war, dann verabschiedete sie sich und ließ sich zurück in den Maschinenraum teleportieren. Als Miriam verschwunden war sagte Ruby: „Also Miriam hast Du definitiv von Deinem Ingenieurswissen überzeugt. Nicht daß sie vorher an Dir gezweifelt hätte aber sie war wirklich beeindruckt von Dir und Deiner Hilfe im Maschinenraum.“ – „Tja, das habe ich Dir und Christina zu verdanken. Durch die neurale Verbindung habe ich Eure Erinnerung und das gesammelte Wissen aus der Ausbildungszeit erhalten.“, antwortete Sebastian. Ruby schaute auf ihr X-Pad und sagte: „Christina müßte jetzt mitten in ihrer theoretischen Prüfung sein. Wenn die neurale Verbindung auf sie den gleichen Effekt hatte wie auf Dich und Yvette dann wird sie keine Probleme haben die Prüfung zu bestehen. Für ihre praktische Prüfung bin ich ebenfalls optimistisch, wir haben ja gesehen daß sie fliegen kann.“ – „Ja und zwar besser als Yvette es verkraften kann.“, antwortete Sebastian lachend. Ruby fragte: „Wollen wir zur Neptun- Hoststation rüber fliegen und mal schauen ob wir Christina zwischen der theoretischen und praktischen Prüfung antreffen?“ – „Oh ja laß uns rüber fliegen!“, antwortete Sebastian. Daraufhin ließ Ruby sie beide in die Kampffliegerrampe teleportieren.



Kurz bevor sie den Tresen der Hangarverwaltung erreichten fragte Ruby: „Was meinst Du, nehmen wir jeder einen Einmannjäger?“ – „Hm... na gut, fliegen wir in separaten Schiffen! Ich weiß zwar nicht was Du vor hast aber was soll’s.“, antwortete Sebastian. Ruby strich ihm mit der Hand über den Rücken und sagte: „Das ist ein gutes Training für den Alltag, bei Patrouillen fliegt man meistens in einer Staffel von zwei bis sechs Einmannjägern.“ – „Gutes Argument! Ich hoffe Du hast nicht wieder irgendwas spektakuläres mit mir vor.“, antwortete Sebastian mit nervösem Unterton. Ruby lächelte und sagte mit beruhigendem Tonfall: „Nein im Moment nicht, vielleicht fällt mir unterwegs was ein.
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Mach Dir aber keine Sorgen, ich kann schon einschätzen was ich Dir zumuten kann und außerdem frage ich Dich bevor ich eine solche Aktion starte.“ – „Da bin ich aber beruhigt. Verstehe mich jetzt bitte nicht falsch, Deine Überraschungen sind der Hammer aber manchmal bin ich ziemlich unsicher was mich als Nächstes erwartet.“, antwortete Sebastian. Ruby lächelte und klopfte Sebastian wortlos auf die Schulter. Als sie den Tresen der Hangarverwaltung erreicht hatten und Ruby gerade die Bereitstellung von zwei Einmannjägern angefordert hatte hörten sie plötzlich die Stimme von Yvette hinter sich wie sie sagte: „Machen Sie drei draus!“ – „Willst Du auch einen Ausflug machen?“, fragte Sebastian als er sich zu Yvette umdrehte. Yvette grinste und sagte: „Ich will rüber zur Hoststation, Christina hat doch heute ihre theoretische und praktische Prüfung als Kampfpilotin. Ich will unbedingt unter den ersten Gratulanten sein wenn sie es geschafft hat.“ – „Wir wollten auch zur Hoststation rüber. Schließ Dich uns doch an!“, antwortete Ruby. Yvette nickte und schaute Sebastian an, dann fragte sie: „Ist das okay für Dich?“ – „Ja klar, kein Problem!“, antwortete Sebastian.



Als die drei Einmannjäger bereitgestellt waren sagte Yvette: „Also ich übernehme diesmal nicht die Staffelführung, das könnt Ihr unter Euch ausmachen.“ – „Alles klar! Was meinst Du Basti?“, erwiderte Ruby. Sebastian antwortete: „Also ich kann mit der Rolle des Staffelführers leben aber es ist auch okay wenn Du führst. Entscheide Du Ruby!“ – „Okay dann übernehme ich die Führung, Yvette ist auf vier Uhr und Du auf acht Uhr aus meiner Perspektive. Also dann, fertigmachen zum Start!“, sagte Ruby. Daraufhin kletterten sie in ihre Schiffe und schlossen die Cockpits. Ruby forderte die Starterlaubnis an und als diese erteilt war startete sie, Yvette und Sebastian starteten nach Ruby in kurzem Abstand zu einander. Nachdem sie den Start- und Landekanal verlassen hatten formierten sie sich gemäß Rubys Befehl zu einer Dreiecksformation. Als sie die Sicherheitsdistanz zur Far Horizon und dem Flottendock erreicht hatten übermittelte Ruby die Sprungparameter und zählte den Countdown für den Formationssprung.
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Kurz darauf befanden sie sich in der Nähe des Neptun, sie näherten sich der Neptun- Hoststation und Ruby forderte die Landeerlaubnis an. Als die Landeerlaubnis erteilt war setzten sie zur Landung in der Jägerbucht der Station an, Ruby landete zuerst, dann folgten Yvette und Sebastian dicht hintereinander. Als sie aus ihren Jägern geklettert waren sagte Ruby: „Wer weiß, vielleicht werden wir mal zusammen für eine Patrouille eingeteilt. Ich habe bei Euch das Gefühl daß Ihr gut in einer Staffel zusammenarbeitet.“ – „Das wäre schon ein interessanter Dienst, wir Drei als Staffel auf Patrouille.“, antwortete Yvette. Sebastian fügte hinzu: „Ja ich denke das könnte interessant werden. Vielleicht auch als Vierer- Staffel mit Christina zusammen. Ich rechne fest damit daß sie die Prüfungen schafft, immerhin haben wir die Prüfungen zum Ingenieur auch geschafft.“ – „Klar schafft sie es!“, antwortete Yvette. Als sie vor dem Liftzugang standen wählte Ruby das Ausbildungs- und Simulationszentrum als Fahrziel, kurz darauf öffneten sich die Lifttüren.



Während der Fahrt sagte Ruby: „Ich weiß nicht wie schnell Christina mit ihren Prüfungen durch ist, wir müssen uns also darauf einstellen daß wir etwas warten müssen.“ – „Wir werden uns die Zeit schon vertreiben.“, antwortete Sebastian und deutete auf sein Typ 2a- Kommunikationsarmband. Yvette sagte: „Ja richtig, die neuen Armbänder haben ja eine K.I. als zusätzliches Bedienungsinterface. Habt Ihr Euch auch für Alice entschieden?“ – „Ja klar! Alice ist mir während meiner Zeit hier oben irgendwie ans Herz gewachsen. Auf der G-Force-Academy haben sie eine K.I. vom Typ Lisa, die wirkt auf mich irgendwie kalt.“, antwortete Sebastian. Yvette verzog das Gesicht und erwiderte: „Wer will schon Lisa als K.I. wenn er Alice haben kann? Die Interaktion mit Lisa ist irgendwie unpersönlich, als ob man mit einem dieser primitiven Sprachassistenten redet die es auf den Smartphones auf der Erde gibt. Alice ist da viel persönlicher, ihre emphatischen Protokolle machen sie schon fast liebenswert.“ – „Ja die Erkennung und Simulation von Emotionen gehört zu den wichtigsten Vorzügen von Alice.“, erklärte Ruby. Sebastian fügte hinzu: „Ja und sie macht das so gut daß man nach einigen Worten denkt, man redet mit einem echten Menschen.
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“ – „Du magst Alice wohl?“, fragte Yvette. Sebastian antwortete: „Natürlich, Alice ist die beste virtuelle Freundin die ich je hatte.“ – „Hey, pass auf daß Ruby nicht eifersüchtig wird!“, erwiderte Yvette. Ruby grinste und sagte: „Ich bin nicht eifersüchtig, ich weiß ja wie Basti es meint. Außerdem kann und will ich mit einer künstlichen Intelligenz nicht konkurrieren, das geht gar nicht weil wir zu verschieden sind.“ – „Ja bei Alice brauchst Du Dir keine Gedanken zu machen daß sie mit mir was anstellt das Dir nicht gefallen würde.“, antwortete Sebastian. Yvette nölte: „Ja danke, ich hab’s verstanden. Ich werde die Finger von Dir lassen.“ – „Das ist nett von Dir. Aber Sebastian und Alice waren sich schon einmal sehr nahe, nein es war sogar zwei mal. Das erste Mal war nach Sebastians Einsatz als Feldsanitäter auf der TRIANGLE und das zweite Mal nach der Präsentation des Mark 3 – Kampfanzuges. Bei diesen Gelegenheiten war Sebastians Bewußtsein während eines induktiven Eingriffs zur Traumabewältigung direkt mit Alice verbunden.“, antwortete Ruby. Yvette erwiderte: „Wenn das so ist dann hatte ich auch schon mal was mit Alice. Kurz nach meiner neuralen Verbindung zu Sebastian habt Ihr Alice an mir doch auch einen induktiven Eingriff vornehmen lassen.“ – „Ja richtig, dann hattest Du auch schon mal was mit Alice und Du weißt ja wie intensiv diese Erfahrung war.“, antwortete Sebastian.



Die Türen des Lifts öffneten sich und sie betraten das Ausbildungs- und Simulationszentrum, während sie den Flur entlang liefen sagte Yvette zu Sebastian: „Ja der induktive Eingriff gehörte wohl zu den unglaublichsten Erfahrungen die ich jemals gemacht habe. Es war als würde mein Bewußtsein mit Alice verschmelzen, Sie ist absolut logisch und ihr künstlicher Verstand ist unglaublich klar. Sie hat meinen Verstand von irrationalen Ängsten und zweifeln befreit und mir geholfen mit den gemachten Erfahrungen klar zu kommen. Das war besser als jede physische Erfahrung die ich jemals gemacht habe. Besser als Sex, wenn Du verstehst was ich meine.“ – „Natürlich verstehe ich was Du meinst, physische Nähe ist zwar was ganz tolles aber der induktive Eingriff und die neurale Verbindung beginnen erst an der Grenze wo physische Nähe endet.
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Das Bewußtsein verschmilzt gewissermaßen mit dem Bewußtsein des Verbindungspartners oder der künstlichen Intelligenz.“, Antwortete Sebastian. Ruby stieß Sebastian an und sagte leise: „Vielleicht sollten wir auch ab und zu eine neurale Verbindung miteinander eingehen anstatt uns nur mit physischer Nähe zu begnügen.“ – „Also wenn ich entscheiden sollte zwischen physischer nähe oder einer neuralen Verbindung zu Dir dann würde ich mich mal für das Eine und mal für das Andere entscheiden. Hey, Moment mal! Wolltest Du mir vielleicht damit sagen daß ich was falsches gesagt habe?“, erwiderte Sebastian. Ruby kicherte und sagte: „Entspanne Dich Basti, ich hab’s nicht als Kritik gemeint! Ich weiß ja von unserer neuralen Verbindung was das für ein unbeschreibliches Gefühl ist, man durchlebt ja beim ersten Mal die gesamten Erinnerungen des Anderen. Bei jeder weiteren Verbindung sind es nur die Erinnerungen und Erfahrungen die seit der letzten neuralen Verbindung gemacht wurden. Aber wenn Du willst dann können wir in Zukunft neben der physischen Nähe auch auf die neurale Verbindung zurückgreifen.“ – „Danke Ruby, Du bist die Beste!“, antwortete Sebastian.



Schließlich erreichten sie den Wartebereich vor den Prüfungsräumen, jeder holte sich an der Ausgabestelle für Getränke eine Trinkkrug mit blauem Honigwein und sie setzten sich an einen Tisch. Ruby nahm ihr X-Pad zur Hand und navigierte durch das Flottennetzwerk, dann sagte sie: „Christina hat mir ihre Prüfungstermine übermittelt, sie müßte in Kürze mit der Theorie durch sein. Im Anschluß folgt dann unmittelbar die praktische Prüfung im Simulator.“ – „Ich bin gespannt was für Aufgaben man ihr stellt.“, antwortete Sebastian. Ruby legte ihre Hand auf Sebastians Unterarm und sagte: „Verglichen mit Deiner Pilotenprüfung werden die Ansprüche bei Christinas Prüfung nicht so hoch sein. Schließlich legt Christina nur die ganz normale Kampfpilotenprüfung ab, nicht die Prüfung nach dem Standard der G-Force-Academy.“ – „Ist denn der Unterschied so gravierend?“, fragte Sebastian. Yvette kam ihr Getränk vor Lachen fast durch die Nase wieder heraus, als sie sich beruhigt hatte sagte sie: „Ob der Unterschied so gravierend ist? Na höre mal, die G-Force-Academy ist eine Elite- Ausbildungsstätte!“ – „Was Yvette damit sagen will ist, daß die Anforderungen auf der G-Force-Academy etwa dem einhundertundfünfzigfachen Niveau einer normalen Ausbildung entsprechen.
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Und selbst das ist noch eine optimistische Schätzung.“, fügte Ruby hinzu.



Schließlich öffnete sich eine der Türen zu den Vorbereitungs- und Lehrräumen und Christina kam in den Wartebereich. Yvette fragte: „Und was denkst Du, wie ist es gelaufen?“ – „Also vom Gefühl her war es leicht, fast schon zu leicht wenn man bedenkt daß ich keine Kampfpilotenausbildung hatte.“, antwortete Christina. Sebastian deutete mit der Hand erst auf Ruby und dann auf Yvette und sagte: „Na wenn man bedenkt von wem Du die Erfahrung hast dann ist es kein Wunder daß Dir die Prüfung leicht gefallen ist.“ – „Vergiß nicht daß ich auch noch Deine Erinnerungen und Erfahrungen geteilt habe!“, antwortete Christina. Sebastian erwiderte: „Stimmt ja, das war ja nach meiner Prüfung auf der G-Force-Academy! Vielleicht solltest Du auf der G-Force-Academy einen Vorbildungstest absolvieren.“ – „Erst einmal muß sie überhaupt für die Aufnahmequalifikation ausgewählt werden. Vielleicht läßt sich da was machen, ich war schließlich einmal Ausbilderin dort an Bord.“, antwortete Ruby. Christina verzog das Gesicht und sagte: „Nun laßt mich doch bitte erst mal die konventionellen Prüfungen bestehen bevor ich mich in die Eliteausbildung stürze!“ – „Okay Du hast ja Recht! Ich wünsche Dir viel Erfolg bei der praktischen Prüfung.“, antwortete Sebastian, auch Ruby und Yvette schlossen sich diesen Wünschen an. Christina bedankte sich und setzte sich zu ihnen an den Tisch. Yvette fragte: „Alles in Ordnung?“ – „Ja, alles okay. Es ist nur daß ich noch nie eine Prüfung ohne vorherige Ausbildung abgelegt habe, es ist irgendwie seltsam.“, antwortete Christina. Yvette erwiderte: „Da mußt Du Dir keinen Kopf drüber machen, Sebastian und ich haben die Prüfungen im Bereich Ingenieurswesen auch bestanden. Versuche einfach nur die Dir gestellten Prüfungsaufgaben so gut wie möglich zu erfüllen, dann kann Dir eigentlich nichts passieren.“ – „Danke der Tip ist echt Gold wert! Ach ja, ich gratuliere Euch zum Ingenieurspatent.“, antwortete Christina.
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Sebastian und Yvette bedankten sich und kurz darauf wurde Christina zur praktischen Prüfung aufgerufen. Als Christina verschwunden war sagte Sebastian: „Sie schafft es, da bin ich mir absolut sicher.“ – „Natürlich schafft sie es, sie hat unsere Erfahrungen und Erinnerungen.“, antwortete Yvette.



Ruby holte noch drei Trinkkrüge blauen Honigwein und setzte sich wieder an den Tisch. Sebastian nahm einen Schluck und sagte dann: „Was meinst Du Yvette, ob sich wohl unser kürzlich erworbenes Ingenieurspatent auf unsere Dienstpläne auswirken wird?“ – „Schon möglich, schließlich werden die Dienstpläne unter Berücksichtigung der Fähigkeiten der Mannschaftsmitglieder und der benötigten Fähigkeiten für Missionen erstellt. Das heißt wenn mehr Ingenieure gebraucht werden dann stehen ab sofort zwei Ingenieure mehr zur Verfügung. Und wenn mehr Kampfpiloten gebraucht werden ist in kürze eine Kampfpilotin mehr verfügbar.“, antwortete Yvette. Ruby erwiderte: „Hoffentlich langweilst Du Dich nicht in der Rolle einer Ingenieurin.“ – „Nein ich denke nicht daß ich mich langweilen werde, dank Euch habe ich die letzten Wochen in der Kampffliegerwartung verbracht und da habe ich festgestellt daß das Lösen von technischen Problemen manchmal auch ziemlich herausfordernd sein kann.“, antwortete Yvette. Sebastian sagte: „Tja, wer hätte das gedacht daß Du einmal Freude an Wartungsaufgaben finden würdest?“ – „Ich hätte es selbst nicht gedacht aber es macht doch ganz schön was aus wenn man selbst in die Systeme eines Kampffliegers hinein sieht. Die Manövrierfähigkeit eines Kampffliegers erhöht sich dramatisch wenn man die Reaktionszeit der Schwerkraftfeldgeneratoren optimal aufeinander abstimmt. Dadurch kann man innerhalb des Schwerkraftbereichs eines Planeten aus dem Schwebeflug heraus besser beschleunigen.“, antwortete Yvette. Sebastian erklärte: „Ja die Leistung des abwärts gerichteten negativen Schwerkraftfeldes muß im selben Maße und zeitgleich mit dem ansteigenden Auftrieb im Vorwärtsflug abnehmen wenn man keine unabsichtliche Änderung der Flughöhe haben möchte.“, Ruby zog anerkennend die rechte Augenbraue hoch und sagte lachend: „Erzähle bloß niemandem daß Du erst einen Monat bei der Erdraumflotte bist!“ – „Ach das steht doch sowieso in meiner Dienstakte im Flottennetzwerk.
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“, antwortete Sebastian. Dann erzählte Yvette noch ein paar Geschichten aus ihrer Zeit in der Kampffliegerwartung.



Einige Zeit später kam Christina sichtlich gezeichnet von den Strapazen der praktischen Prüfung zu ihnen in den Wartebereich. Yvette fragte: „Und, wie ist es gelaufen?“ – „Ich denke daß ich nicht allzu viele Fehler gemacht habe, alle meine Entscheidungen schienen mir fast zuzufliegen, es war als hätte ich nie was anderes gemacht als einen Kampfflieger zu steuern.“, antwortete Christina. Sebastian fragte: „Und wann erfährst Du ob Du es geschafft hast?“ – „Wenn alle Ergebnisse ausgewertet sind.“, antwortete Christina. Dann ging sie an die Getränkeausgabe, bestellte sich einen Trinkkrug blauen Honigwein und setzte sich zu Ruby, Yvette und Sebastian an den Tisch. Yvette und Sebastian wollten alles über das Szenario der praktischen Prüfung wissen und Christina berichtete von ihren Erlebnissen. Sie erzählte von einem Patrouillenflug durch das Erdsonnensystem und vom Notruf einer der Agrarstationen zwischen den Umlaufbahnen des Merkur und der Venus um die Sonne. Nach dem Erreichen des Gebietes aus dem der Notruf stammte hatte sie erkannt daß ein mittelgroßer Brocken aus verschiedenen Metallen, etwas Gestein und einem geringen Anteil Eis auf Kollisionskurs mit der Station war. Obwohl sie in der ersten Sekunde daran gedacht hatte den Brocken zu zerstören um die Station vor dem Einschlag zu bewahren verwarf sie diese Entscheidung. Nach intensivem Scannen des Brockens erkannte sie daß dieser nicht so einfach mit den Waffen ihrer Flugstaffel zu zerstören war. Dann hatte sie sich daran erinnert wie Sebastian und Lady G-Force mit der BLACK SWORD vor einigen Wochen einen Asteroiden von seinem Kollisionskurs mit dem Planeten Gliese 581g abgelenkt hatten. Nach kurzer Überlegung hatte sie ihre Staffelmitglieder angewiesen die Energie der Mikrowellengeschütze über die Ladegleichrichter der Gammastrahlenemitter umzuleiten und somit die Mikrowellengeschütze in Magnettraktor-Emitter zu verwandeln. Mit dieser Strategie zogen sie den Asteroiden gemeinsam aus seiner Flugbahn und verhinderten somit seine Kollision mit der Station. Christina erzählte die Geschichte ihrer Prüfung wie ein klingonischer Krieger von einer ruhmreichen Schlacht berichtete, sie schaffte es aus einem Bericht über eine Asteroidenablenkung einen epischen Missionsbericht über einen ruhmreichen Rettungseinsatz zu machen.
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Sebastian und Yvette gefiel das und auch Ruby fand Gefallen an Christinas Bericht. Als Christina fertig war mit erzählen stießen sie gemeinsam auf ihre gemachten Erfahrungen an.



Plötzlich betrat Professor Theodor Prominski den Wartebereich und sagte zu Christina: „Fähnrich Christina Sommer, ich beglückwünsche Sie zu Ihrem erfolgreichen Abschluß der theoretischen und Praktischen Kampfpilotenprüfung. Mit sofortiger Wirkung erhalten sie das Pilotenpatent für zivile und taktische Einsätze.“, mit diesen Worten überreichte Professor Prominski ihr das Flugabzeichen, Christina bedankte sich und Professor Prominski sagte: „Ihre Entscheidung nicht zu versuchen den Asteroiden nicht zu zerstören war absolut korrekt. Dieses Szenario ist vor ein paar Tagen erst in die Simulationsdatenbank aufgenommen worden, es basiert auf den Missionsberichten von Lady G-Force. Gut gemacht Fähnrich Sommer!“ – „Danke Professor, ich bin froh daß ich es geschafft habe und danke Ihnen daß sie mich außerplanmäßig zur Prüfung zugelassen haben.“, antwortete Christina. Professor Prominski erwiderte: „Oh, danken Sie nicht mir sondern Ihren Fürsprechern! Leutnant Mangold und sogar Lady G-Force persönlich haben mich darum gebeten Sie außerplanmäßig für die Prüfungen zuzulassen. Lady G-Force meinte sogar daß Sie mit Ihren Fähigkeiten auch die Prüfungen auf der G-Force-Academy bestehen würden, da dort aber zur Zeit die Abschlußprüfungen der zahlreichen Ausbildungsbereiche und Jahrgänge stattfinden schlug Lady G-Force vor daß Sie hier erst einmal ihr normales Pilotenpatent erlangen. Zu einem späteren Zeitpunkt werden Sie dann zur Prüfung auf der G-Force-Academy zugelassen, Ihre heutigen Prüfungsergebnisse werden dort berücksichtigt und angerechnet.“ – „Ich weiß gar nicht was ich sagen soll, ich bin so aufgeregt.“, sagte Christina. Professor Prominski erwiderte: „Jetzt entspannen Sie sich erst einmal, Sie haben es geschafft! Alle durch Ihr neues Patent eventuell entstehenden Dienstplanänderungen besprechen Sie bitte mit Ihren Vorgesetzten auf der Far Horizon, ich werde mich jetzt wieder meinen Aufgaben widmen.
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Auf wiedersehen!“ – „Auf wiedersehen!“, antworteten Christina, Ruby, Yvette und Sebastian. Als Professor Prominski gegangen war sagte Sebastian zu Ruby: „Gut daß Lady G-Force so gute Beziehungen zur G-Force-Academy hat, damit gibt sie unseren beruflichen Karrieren einen ordentlichen Schub, dafür sollten wir ihr dankbar sein.“ – „Tja, Eure Karrieren scheinen Ihr wohl am Herzen zu liegen.“, antwortete Ruby grinsend.



Nachdem sie Christina zu ihrem neuen Pilotenpatent gratuliert und ihre Trinkkrüge geleert hatten standen sie auf von ihren Sitzplätzen und gingen zum Liftzugang. Sebastian fragte: „Und was machen wir mit dem angebrochenen Abend?“ – „Können wir noch eine oder zwei Runden Cyberblade spielen? Ruby sagte daß man auch als Team spielen kann.“, erwiderte Christina. Sebastian fragte: „Wir Vier als Team gegen virtuelle Gegner?“ – „Oh ja, im Kooperationsmodus wird mit einer etwas anderen Ausrüstung gespielt. Die Anzüge besitzen kleine Elektroden welche bei einem Treffer einen schwachen Stromschlag verabreichen, nur so stark daß man den Treffer spürt. Keine Angst, es ist völlig ungefährlich! Die Schwerter besitzen eine Spule im inneren die ein gleichmäßiges Magnetfeld erzeugt, im Raum verteilt befinden sich ebenfalls Feldspulen die ein Magnetfeld erzeugen welches die gleiche Polarität wie das von der Schwertspule hat, daher stoßen sie sich gegenseitig ab. Die Felder im Raum werden nur aktiv wenn man einen Treffer landet, man spürt richtig den Widerstand auf den das Schwert scheinbar trifft.“, antwortete Ruby. Sebastian blieb stehen und schaute Ruby, Christina und Yvette an, dann sagte er: „Wir Vier, Seite an Seite in einer Schlacht, das würde mir gefallen.“ – „Mir auch, das wird sicher eine glorreiche Schlacht.“, antwortete Yvette. Schließlich erreichten sie den Liftzugang und Ruby wählte das Mediencenter als Fahrziel. Während sie auf den Lift warteten sagte Sebastian: „Ich kann es kaum erwarten endlich in die Schlacht zu ziehen.“ – „Freue Dich nicht zu früh, der Kooperationsmodus ist ziemlich herausfordernd!“, antwortete Ruby.



Als sie die Liftkabine betreten hatten schaute Sebastian Ruby an und fragte: „Vollgas?“ – „Hm, ich weiß nicht ob Yvette und Christina die technische Maximalgeschwindigkeit des Lifts vertragen.
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“, antwortete Ruby. Yvette erwiderte: „Also ich habe nichts gegen eine kleine Beschleunigungsorgie. Was ist mit Dir Christina?“ – „Ich habe auch keine Einwände.“, antwortete Christina. Daraufhin gab Ruby die notwendigen Befehle um das gewählte Fahrziel mit der technisch maximalen Geschwindigkeit und Beschleunigung anzufahren. Im Anschluß an Rubys Befehlseingabe folgte der obligatorische Countdown von fünf Sekunden. Sebastian stellte sich in die linke hintere Ecke der Kabine und umfaßte die Haltestangen an der Seiten- und Rückwand. Auch Ruby, Christina und Yvette nahmen eine sichere Standposition ein und hielten sich fest. Kurz darauf beschleunigte der Lift mit der maximalen Intensität. Yvette rief Christina zu: „Bloß nicht loslassen!“ – „Keine Sorge, ich lasse bestimmt nicht los!“, rief Christina zurück. Nach kurzer Zeit bremste der Lift mit der gleichen Intensität ab mit der er zuvor beschleunigt hatte. Als die Kabine zum Stillstand gekommen war sagte Sebastian: „Nichts geht über eine von Rubys speziellen Liftfahrten um richtig munter zu werden!“ – „Schön daß es Dir Spaß macht.“, antwortete Ruby.



Sie erreichten das Mediencenter und gingen bis zur Abteilung für virtuelle Realität, dort am Tresen für die Spielerregistrierung sagte Ruby: „Einmal Cyberblade für vier Personen im Kooperationsmodus bitte!“ – „Bitte registrieren Sie sich als Spieler!“, antwortete der Mann hinter dem Tresen. Ruby, Sebastian, Christina und Yvette hielten nacheinander ihre Kommunikationsarmbänder über den Sensor in der Oberfläche des Tresens. Nachdem dies erledigt war sagte der Mann hinter dem Tresen: „Danke, die Arena drei wird in fünf Minuten bereit sein. Sie können die Arena betreten wenn auf dem Display neben der Tür Ihre Namen stehen. Viel Spaß!“ – „Danke!“, antwortete Ruby, dann gingen sie in den Wartebereich vor den Arenazugängen. Ruby grinste über das ganze Gesicht, Sebastian schaute sie an und sagte: „Du scheinst glücklich zu sein, ich vermute mal das hängt mit der bevorstehenden virtuellen Schlacht zusammen.“ – „Ja das ist richtig, wir werden Seite an Seite und bis zur letzten Sekunde ehrenhaft und tapfer kämpfen, so wie es in alten Liedern besungen wird.“, antwortete Ruby und lächelte dabei euphorisch.
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Sebastian nahm ihre Hand und erwiderte: „Okay, nur mal um sicher zu gehen, Klingonen gibt es doch nur im Universum von Startrek. Oder gibt es sie wirklich und Du bist mit welchen verwandt?“ – „Nein Basti, es gibt keine Klingonen in unserem Universum und ich bin auch keine Halbklingonin. Obwohl ich zugeben muß daß mich die Lebensart der Klingonen fasziniert, ich habe einige Folgen von Startrek gesehen in denen es um die Klingonen geht.“, antwortete Ruby. Sebastian sagte: „Jetzt war ich für einen Moment etwas unsicher. Es hätte ja auch sein können das es für die Klingonen ein reales Vorbild gibt.“ – „Oh es gibt ein Vorbild für die Klingonen aus den Startrek- Serien! Die Piloten des Kampffliegergeschwaders auf der G-Force-Academy, sie leben für den Kampf und haben einen strengen Ehrenkodex, man könnte sie mit den Rittern aus der irdischen Vergangenheit vergleichen.“, antwortete Ruby mit geheimnisvollem Unterton in ihrer Stimme. Sebastian schaute Ruby verwundert an und sagte: „Ich glaub’s ja nicht, Ritter im Weltraum! Gibt es sonst noch etwas unglaubliches wovon ich nichts weiß?“ – „Davon kannst Du ausgehen, ich will Dir aber nicht allzuviel erzählen damit Du nicht vor lauter Verwunderung Deinen Alltag aus dem Blick verlierst. Du kannst Dich jedoch darauf verlassen daß ich Dich rechtzeitig einweihe wenn die Möglichkeit besteht daß Du mit etwas unglaublichem Bekanntschaft machst.“, erwiderte Ruby. „Das ist nett von Dir, ich verlasse mich auf Dich als meine Führerin durch den Alltag hier oben.“, antwortete Sebastian. Auf dem Display neben der Tür zur Arena drei erschienen ihre Namen und Ruby sagte: „Okay die Arena ist bereit, laßt uns in die Schlacht ziehen!“ – „Ja auf geht’s!“, antwortete Christina. In der Arena lagen die passenden Anzüge für sie bereit, während sie diese anlegten sagte Ruby: „Okay wir sollten zunächst die Hierarchie festlegen, wenn Ihr nichts dagegen habt werde ich unsere Gruppe anführen und die Strategie von Fall zu Fall festlegen.“ – „Alles klar, Du kennst das Spiel und hast von uns vermutlich die meiste Erfahrung beim Cyberblade.“, erwiderte Sebastian. Christina fügte hinzu: „Da ist was dran, übernimm Du die Führung!“ – „Ist mir ganz Recht, ich bin beim Cyberblade noch Anfängerin.“, sagte Yvette. Daraufhin setzten sie die Helme auf und legten die Augenliderprojektionssysteme an.
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Nachdem sie die Kampfformation eingenommen und die Augen geschlossen hatten begann das Spiel, das Szenario stellte die Verteidigung eines Zugangs zu einer Festung dar. Ruby gab die strategischen Anweisungen welche Sebastian, Christina und Yvette genau zu befolgen versuchten. Der Torweg welchen sie zu verteidigen hatten war relativ eng und somit konnten auch nicht allzuviele Gegner gleichzeitig auf sie einstürmen. Die spürbaren Effekte waren beeindruckend, Sebastian spürte förmlich wenn er sein Schwert in einen Gegner bohrte oder diesen mit einem kräftigen Hieb zerteilte. Natürlich wußte Sebastian daß der Widerstand den er beim Zuschlagen und stechen spürte von sich gegenseitig abstoßenden Magnetfeldern erzeugt wurde aber es war so realistisch daß er diese Fakten bald verdrängte. Die Anzahl der Gegner und ihr Schwierigkeitsgrad wurde von Level zu Level höher, damit stieg natürlich auf die Herausforderung doch Ruby gab so präzise Anweisungen daß sie immer die beste Strategie anwenden konnten. So kämpften sie sich von Level zu Level, im 26. Level erlitt Yvette einen schweren Treffer durch einen Gegner daß sie aus dem Spiel ausschied. Yvette sagte: „Ich bin raus, ab hier müßt Ihr ohne mich klarkommen.“ – „Ist schon okay, Du hast Dich gut geschlagen. Wir werden das Beste aus der Situation machen.“, antwortete Ruby während sie und die anderen weiter kämpften.



Ohne Yvette hatten sie es natürlich schwerer aber Ruby modifizierte ihre Anweisungen so daß sie den Ausfall von Yvette so gut wie möglich kompensierte, so schafften sie es bis zum Level 43, dann wurde Sebastian von einem Gegner getroffen und schied aus dem Spiel aus. Sebastian setzte das Augenliderprojektionssystem ab, öffnete die Augen und setzte sich neben Yvette an den Rand der Arena. Ruby und Christina kämpften sich weiter durch die Masse er anstürmenden Gegner. Yvette schaute zu Sebastian rüber und sagte: „Sie ist verdammt gut in diesem Spiel.“ – „Wer, Ruby oder Christina?“, fragte Sebastian. Yvette antwortete: „Ich meinte eigentlich Ruby aber Christina ist auch nicht ohne.“ – „Ja sie sind beide verdammt gut.“, erwiderte Sebastian. Ruby und Christina schafften es bis zum 73. Level bevor sie beide nacheinander durch einen Treffer der Gegner aus dem Spiel ausschieden.
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Als Ruby und Christina aus dem Spiel ausgeschieden waren sagte Sebastian: „Das war ein abgefahrenes Erlebnis, es fühlte sich an als würde ich mein Schwert direkt in die Gegner hinein rammen obwohl der Widerstand nur durch Magnetfelder erzeugt wurde.“ – „Ich habe doch gesagt daß es Dir gefallen wird, fürs erste Mal hast Du Dich aber ganz gut angestellt.“, antwortete Ruby. Dann legten sie die Anzüge ab und verließen die Arena.



Nachdem sie die Abteilung für virtuelle Realität wieder verlassen hatten sagte Yvette: „Also wie Ruby und Christina zu zweit die restlichen Level geschafft haben war schon der Hammer!“ – „Ja es war als würde ihnen der Schwertkampf im Blut liegen und Rubys Anweisungen waren äußerst präzise.“, antwortete Sebastian. Yvette erwiderte: „Vielleicht hat sie mit dem Kampfgeschwader der G-Force-Academy trainiert.“ – „Genau so ist es, während meiner Zeit als Auszubildende und später als Ausbilderin habe ich in meiner Freizeit öfter mit dem Geschwader trainiert.“, sagte Ruby. Sebastian grinste Yvette an und sagte: „Jetzt hat sie Dich auch mal kalt erwischt, das fühlt sich an wie eine Mischung aus Erschrecken und Staunen. Habe ich recht?“ – „Das glaube ich jetzt nicht! Du hast mit dem G-Force-Geschwader den Schwertkampf trainiert?“, erwiderte Yvette. Ruby antwortete grinsend: „Tja man kann ja nicht den ganzen Tag pauken, ab und zu braucht man auch mal ein Wenig Abwechslung.“ – „Das ist meine Ruby!“, sagte Sebastian stolz.



Als sie den Liftzugang erreichten fragte Sebastian: „Wie kommt Christina jetzt eigentlich rüber zur Far Horizon? Wir sind doch nur mit drei Einmannjägern hier.“ – „Ich bin mit einem Einmann- Transferschiff hier, auch für Nichtpiloten ist die Steuerung kein Problem da Alice alle Funktionen steuert. Man sagt ihr nur wo es hingehen soll und Alice übernimmt alle Steuerungsaufgaben. Mein Schiff parkt in der Jägerbucht.“, antwortete Christina. Sebastian rief: „Verschärft, ein Einmann- Transferschiff mit Alice als Pilotin, das nenne ich stilvolles Reisen!“ – „Christina ist ja jetzt offiziell eine Kampfpilotin, sie kann und darf somit auch einen Einmannjäger steuern. Was meinst Du, soll Alice Dich nachhause fliegen?“, erwiderte Ruby. Sebastian antwortete: „Oh ja, ich würde mich gerne von Alice zur Far Horizon fliegen lassen! Am Liebsten würde ich vorher mit ihr noch eine Runde drehen.
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“ – „Na worauf warten wir? Laßt uns runter fahren zur Jägerbucht!“, rief Christina. Yvette wählte daraufhin die Jägerbucht als Fahrziel für den Lift und kurze Zeit später öffneten sich die Lifttüren.



Als der Lift sich in Bewegung gesetzt hatte fragte Sebastian: „Gibt es auch ein Augenliderprojektionssystem auf dem Einmann- Transferschiff?“ – „Aber ja, das ist auf den neueren Schiffen Standard. Durch das Augenliderprojektionssystem fällt es leichter visuelle Informationen zu analysieren. Wenn Du etwas mit dem Augenliderprojektionssystem siehst brauchst Du Alice nur zu fragen worum es sich handelt, Alice wird Dir dann anhand der Sensorendaten eine qualifizierte Antwort geben.“, antwortete Christina. Ruby fragte: „Hast Du schon eine Idee wohin unser kleiner Ausflug gehen soll?“ – „Ich würde gerne mal mit Alice einfach nur so eine Runde im Asteroidengürtel drehen.“, antwortete Sebastian. Yvette fragte: „Du willst wissen wie gut Alice manövrieren kann, habe ich Recht?“ – „Ja richtig, Alice reagiert schneller und präziser als jeder Mensch. Ich würde gerne erleben wie sich das anfühlt wenn eine künstliche Intelligenz das Schiff auf einem Hinderniskurs durch den Asteroidengürtel steuert.“, antwortete Sebastian. Christina sagte: „Das wird Dich umhauen, vielleicht sogar im wahrsten Sinne des Wortes. Die Trägheitskompensation schluckt zwar alles bis zu zehn G aber die Beschleunigungskräfte die bei diesem Flug auftreten können einen weitaus höheren Wert erreichen.“ – „Ich werde Alice bitten meinen Zustand während des Fluges permanent mit den Biofeedback- Sensoren zu überwachen damit sie einen beginnenden Blackout bei mir erkennen und ihren Flugstil entsprechend anpassen kann um den Blackout zu vermeiden.“, antwortete Sebastian. Ruby erwiderte: „Das ist ein guter Plan, ich werde aber für den Fall der Fälle an Deiner Flanke fliegen.“ – „Danke Ruby, ich würde auch auf keine Fall darauf verzichten wollen.“, sagte Sebastian. Yvette und Christina erklärten daß sie ebenfalls zusammen in einer Formation mit Sebastian an diesem Ausflug teilnehmen wollten.



Der Lift erreichte schließlich die Jägerbucht, Christina erklärte Sebastian wo das Einmann- Transferschiff abgestellt war und sie verabredeten sich für einen gemeinsamen Start.
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Daraufhin ging Sebastian zu der von Christina beschriebenen Parkposition und kletterte in das Transferschiff. Als das Cockpit geschlossen war und er das Augenliderprojektionssystem aufgesetzt hatte sagte Sebastian: „Okay Alice, laß uns einen Ausflug machen!“ – „Alle Systeme sind einsatzbereit. Wie lauten Deine Befehle?“, erwiderte Alice. Sebastian sagte: „Bitte stelle eine Sprechverbindung zu den Schiffen von Leutnant Ivanes, Leutnant Mangold und Fähnrich Sommer her und halte diese permanent aufrecht!“ – „Bestätigt, die Sprechverbindung ist hergestellt.“, antwortete Alice. Sebastian sagte: „Okay Leute ich bin startklar. Wie sieht’s mit der Starterlaubnis aus?“ – „Die ist bereits erteilt, ich schlage vor Du führst die Staffel an und startest zuerst.“, hörte Sebastian die Stimme von Ruby. Sebastian sagte: „Verstanden, ich leite den Start ein. Alice, gemäß den Instruktionen in der Starterlaubnis den Start einleiten!“ – „Verstanden, der Start wird eingeleitet.“, antwortete Alice und das Schiff hob langsam vom Boden der Jägerbucht ab.



Nachdem sein Schiff die Jägerbucht verlassen hatte schaute Sebastian zurück um zu sehen ob Ruby, Christina und Yvette ebenfalls gestartet waren. Als Ruby, Christina und Yvette ebenfalls die Jägerbucht verlassen hatten hörte Sebastian Rubys Stimme wie sie sagte: „Okay Basti, Du bist der Staffelführer. Gib die Befehle und übermittle die Sprungparameter!“ – „Verstanden! Ruby auf meine vier Uhr Position, Yvette auf acht Uhr und Christina auf sechs Uhr, alles ohne vertikalen Versatz! Alice, einen Sprung an den Rand des Asteroidengürtels planen und die Sprungparameter an die Schiffe der Formation übermitteln!“, sagte Sebastian. „Bestätigt, der Sprung wurde berechnet und ich warte auf Dein Zeichen zur Aktivierung des Sprungantriebes.“, antwortete Alice und Ruby, Christina und Yvette bestätigten den Erhalt der Sprungparameter. Sebastian bat Alice den Sprungantrieb nach einem Countdown von fünf Sekunden, den sie über die Sprechverbindung herunter zählen sollte zu aktivieren. Daraufhin zählte Alice den Countdown und aktivierte bei null den Sprungantrieb, zeitgleich aktivierten auch Ruby, Christina und Yvette den Sprungantrieb.
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Einen Wimpernschlag später befanden sie sich am äußeren Rand des Asteroidengürtels, Ruby meldete sich und sagte: „So, da wären wir, der äußere Rand des Asteroidengürtels. Da willst Du also mit Alice hinein um ihre fliegerische Kapazität zu erfahren?“ – „Genau so sieht’s aus, ich glaube das wird ein unvergeßliches Abenteuer.“, erwiderte Sebastian. Ruby fragte: „Soll ich voraus fliegen?“ – „Nein ich möchte daß Du an meiner Flanke auf vier Uhr bleibst, Alice wird die Intensität der Manöver auf meine Vitalwerte abstimmen damit ich nicht in einen Blackout falle.“, antwortete Sebastian. Yvette fragte: „Sollen Christina und ich auch an Deiner Flanke fliegen?“ – „Wenn Ihr mit dem Flugstil von Alice mithalten könnt dann laßt Euch nicht abhalten!“, antwortete Sebastian. Christina erwiderte: „Wir sollten alle mit aktivierter Pilotenausfallsicherung fliegen. Falls einer von uns ausfällt übernimmt Alice automatisch.“ – „Das ist ein vernünftiger Vorschlag.“, antwortete Ruby. Sebastian sagte: „Okay Alice, es wird zeit für einen Beschleunigungstoleranztest. Berechne einen Kurs der in den Asteroidengürtel hinein und so dicht wie möglich an den Objekten vorbei führt! Fliege diesen Kurs entlang mit maximal möglicher Geschwindigkeit und überwache meine Vitalwerte während des Fluges! Halte die Belastungen durch die Beschleunigungskräfte ganz dicht unter meiner Belastungsgrenze!“ – „Alle Parameter wurden berechnet und eine entsprechende Flugroute wurde erstellt. Was ist die gewünschte Dauer des Beschleunigungstoleranztests?“, erwiderte Alice.



Sebastian fragte: „Ruby, was meinst Du wie lange diese Höllenfahrt dauern soll?“ – „Wenn die Belastungen dynamisch sind und immer dicht unterhalb Deiner Belastungsgrenze bleiben dann würde ich sagen daß zehn Minuten völlig ausreichend sind.“, antwortete Ruby. Sebastian sagte: „Alice, der Beschleunigungstoleranztest soll maximal zehn Minuten dauern.“ – „Bestätigt, der Beschleunigungstoleranztest beginnt auf Dein Kommando!“, antwortete Alice. Sebastian fragte Ruby, Christina und Yvette ob sie bereit waren für die Höllenfahrt. Als alle ihre Bereitschaft bekundet hatten sagte Sebastian: „Okay Alice, beschleunigen!“ – „Verstanden!“, antwortete Alice und beschleunigte das kleine Transferschiff in den Asteroidengürtel hinein.
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Ruby, Christina und Yvette folgten Sebastian auf vier, sechs und acht Uhr. Trotz der Trägheitskompensation, die das Zehnfache der Erdbeschleunigung schluckte spürte Sebastian die gewaltigen Beschleunigungskräfte. Der Flugstil von Alice war absolut nicht mit dem von Ruby vergleichbar, Alice manövrierte so präzise und schnell daß Sebastian manchmal nicht wußte wie ihm geschah. Durch die überlegene Reaktionsgeschwindigkeit von Alice waren Manöver möglich bei denen ein menschlicher Pilot zu spät oder falsch reagiert hätte. Sebastian versuchte mit dem Augenliderprojektionssystem feste Punkte anzuvisieren damit ihm nicht schwindelig wurde. Ruby, Christina und Yvette versuchten in der Nähe von Sebastians Schiff zu bleiben, auch sie hatten Probleme die schnellen Manöver von Alice nachzuvollziehen. Es ging dicht an den umhertreibenden Brocken entlang, so dicht daß Sebastian deren Oberflächenstruktur trotz der wahnsinnigen Geschwindigkeit erkennen konnte.



Als die zehn Minuten vorbei waren flog Alice das Schiff wieder aus dem Asteroidengürtel heraus. Sebastian schaute sich um und suchte nach den Schiffen von Ruby, Christina und Yvette. In einigem Abstand waren ihre Einmannjäger zu erkennen. Sebastian fragte: „Alles Okay bei Euch Leute?“ – „Heiliger Strohsack, das müssen unglaubliche Beschleunigungskräfte gewesen sein! Dein Schiff ist so enge und schnelle Manöver geflogen daß ich manchmal meinen Augen nicht getraut habe.“, antwortete Yvette. Sebastian erwiderte: „Es fühlte sich auch unbeschreiblich an, die Beschleunigungskräfte kamen aus allen Richtungen und auf allen Achsen. Dagegen war der Beschleunigungstoleranztest auf der G-Force-Academy ein Kinderkarussell.“ – „Bist Du okay?“, fragte Christina. Sebastian antwortete: „Ich denke schon, mein Adrenalin-Spiegel wird jetzt zwar jede Skala sprengen aber ich fühle mich absolut unbeschreiblich.“ – „Das kann ich gut verstehen, so ein Adrenalin-Flash ist schon ein irres Gefühl. Aber das war erst einmal genug Aufregung für heute. Laßt uns zur Far Horizon zurückkehren!“, erwiderte Ruby. Daraufhin plante Sebastian den Sprung in den Uranusorbit und übermittelte die Sprungparameter an Ruby, Christina und Yvette.
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Nachdem Alice den Countdown gezählt hatte leiteten sie den Formationssprung ein. Kurz darauf tauchten sie im Uranusorbit in Sichtweite des Flottendocks auf. Ruby forderte die Landeerlaubnis für sie alle an und als diese erteilt wurde landeten sie auf der Far Horizon.



Nachdem sie die Kampffliegerrampe erreicht hatten und aus ihren Schiffen geklettert waren sagte Christina: „Ich hätte nicht gedacht daß ein Transferschiff solche Manöver fliegen kann.“ – „Ich hätte nicht gedacht daß jemand solche Manöver bei Bewußtsein überstehen kann.“, erwiderte Yvette und schaute Sebastian anerkennend an. Sebastian antwortete: „Naja, Alice hat meine Vitalwerte ja auch ständig überwacht und die Intensität der Manöver daran angepaßt.“ – „Und dennoch hast Du einige beachtliche Belastungen verkraftet, Du scheinst das Fliegen in den Genen zu haben.“, fügte Ruby lächelnd hinzu. Yvette und Christina verabschiedeten sich und ließen sich in die Mannschaftsmesse teleportieren. Ruby sagte zu Sebastian: „Na komm, wir ziehen uns auch zurück! Es ist schon spät und morgen haben wir wieder einen Einsatz als Maskottchen im Nullschwerkraftstadion.“ – „Ja genau, aber glaubst Du daß ich mit diesem Adrenalin-Spiegel einschlafen kann?“, erwiderte Sebastian.



Ruby nahm Sebastians Hand und ließ sie beide in ihr Quartier teleportieren. Als sie das Quartier erreicht hatten sagte Ruby: „Mach Dir keine Sorgen um Deinen Adrenalin-Spiegel, ich werde schon dafür sorgen daß Du einschlafen kannst!“ – „Oh, das hört sich interessant an. Willst Du mir sagen was Du vor hast?“, erwiderte Sebastian. Ruby lächelte nur und ging mit ihm in den Schlafbereich. Dort angekommen sagte Ruby: „Wir können Dich auf zwei Arten müde machen, entweder wir regen mit dem Nervenstranginduktor Deinen Körper an das Adrenalin abzubauen beziehungsweise zu kompensieren oder aber wir Zwei powern uns jetzt mal richtig aus.“ – „Auspowern? Wenn es das ist was ich denke dann bin ich dabei.“, erwiderte Sebastian. Ruby grinste und sagte: „Es ist das was Du denkst! Wollen wir uns hier oder im Bad austoben?“ – „Im Bad!“, antwortete Sebastian. Dann zogen sie sich aus, nahmen ihre Nachtkleidung und gingen in den Waschraum.



Sebastian ließ Alice das Badebecken füllen und die Wassertemperatur auf siebenunddreißig Grad einstellen.
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Als das Becken etwa drei Minuten später gefüllt war sagte Ruby mit schelmischem Grinsen: „Na dann wollen wir mal!“, daraufhin stiegen sie in das Badebecken. Das körperwarme Wasser fühlte sich an wie Seide, es war weder kalt noch warm. Sie setzten sich nebeneinander. Ruby fragte: „Hast Du einen Vorschlag wie wir es anstellen oder soll ich die Führung übernehmen?“ – „Ich überlasse Dir die Führung oder besser gesagt die Verführung.“, antwortete Sebastian grinsend. Daraufhin zog Ruby ihn zu sich heran und begann ihn sanft zu küssen, sanft aber mit steigender Intensität. Ruby schien instinktiv zu wissen was Sebastian gefiel, es war als würde sie in dieser intimen Situation permanent seine Gedanken lesen. Sebastian genoß diese Situation, er überließ ebenfalls seinen Instinkten die Kontrolle, so verbrachten sie fast eine Stunde im warmen Wasser.



Als sie später aus dem Becken stiegen fragte Ruby: „Na, glaubst Du jetzt noch immer daß Du nicht einschlafen kannst?“ – „Nein, das war der Wahnsinn, Du bist einfach unglaublich!“, antwortete Sebastian. Sie zogen sich ihre Nachtkleidung an und gingen zurück in den Schlafraum. Als sie wenig später im Bett lagen sagte Ruby leise: „Ich bin so froh daß wir überwiegend die gleichen Interessen haben und daß Du meinen Flugstil nicht als beängstigend empfindest. Die meisten meiner ehemaligen Partner haben mich verlassen weil sie mich als zu einschüchternd empfanden.“ – „Mach Dir keine Gedanken darüber! Dein Flugstil ist einer der Gründe warum ich von Dir so fasziniert bin. Gut, es gibt bestimmt viele Gebiete auf denen Du besser bist als ich und von denen Du mehr verstehst als ich aber das macht Dich nur noch faszinierender.“, antwortete Sebastian. Ruby strich ihm mit dem Daumen über die Wange und sagte: „Wir zwei sind wirklich wie geschaffen füreinander.“ – „Das sehe ich genauso, vielleicht hat aber auch irgendwer oder irgendwas dafür gesorgt daß wir uns begegnen.“, antwortete Sebastian. Ruby fragte leise: „Glaubst Du daß die Wächter unsere Schritte gelenkt haben damit wir uns begegnen?“ – „Ich weiß nicht ob es die Wächter waren aber wenn Du nicht zur Erdraumflotte gegangen wärst dann wären wir uns nie begegnet.
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Erinnerst Du Dich an die dunkle Siluette einer menschlichen Gestalt in Deinen Träumen die Dir gesagt hat daß Deine Zukunft bei der Erdraumflotte liegt?“, erwiderte Sebastian. Ruby sagte: „Ja, diese Träume waren einer der Hauptgründe warum ich zur Erdraumflotte gegangen bin. Was haben die Wächter über dieses Volk nochmal gesagt? Sie versorgen einige Völker mit Wissen aus ihrer Zukunft in Form von Prophezeiungen und lenken so deren Schicksal. Du meinst also daß dieses Volk einen Einfluß auf unser Schicksal hatte?“ – „Schon möglich, es könnte doch sein daß es für ein Ereignis in der Zukunft absolut notwendig ist daß wir zusammen sind.“, antwortete Sebastian. Ruby erwiderte leise: „Wir können ja die Wächter mal fragen was an dieser Theorie dran ist.“ – „Das habe ich heute Nacht vor. Wenn Du das gleiche tust werden wir über die Wächter verbunden sein.“, sagte Sebastian. Ruby gab ihm einen Kuß, dann gab sie Alice den Auftrag einen Weckruf für sie beide zu planen.



Nachdem der Weckruf bestellt war kuschelten sich Ruby und Sebastian aneinander und schlossen die Augen. Sebastian rief in Gedanken die Wächter und hörte währenddessen auch die Stimme von Ruby in seinem Kopf wie sie das Selbe tat. Schließlich meldete sich der vielstimmige Chor der Wächter und die Stimmen sagten: „Wir kennen Euer Anliegen, die Wahrscheinlichkeit daß Eure Partnerschaft gezielt herbeigeführt wurde um auf ein bestimmtes Ereignis in der Zukunft hin zu wirken besteht. Eure Partnerschaft war schon für den Erstkontakt zwischen Eurem Volk und dem unseren verantwortlich und es ist nicht auszuschließen daß Ihr gemeinsam in der Zukunft weitere große Taten vollbringen werdet. Wir wissen jedoch nicht viel über die Absichten des Volkes von dem Ihr glaubt daß es maßgeblich an der Bildung Eurer Partnerschaft beteiligt war.“.



„Oh ja, Ihr werdet noch große Taten vollbringen! Eure Partnerschaft hatte bereits massiven Einfluß auf Eure Zivilisation. Die Zusammenarbeit mit den Wächtern um das Projekt Fenrir zu stoppen war ein solches Schlüsselereignis. Hätte Eure Spezies die Fähigkeit entwickelt eine Waffe zu bauen mit der man einen Stern vernichten kann dann hätte dies massive Konsequenzen für den Fortbestand Eurer Spezies gehabt.
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Wir, die Transtemporalen kennen alle möglichen Varianten Eurer Zukunft. Eure Partnerschaft ist essentiell für den Fortbestand Eurer Spezies, nur gemeinsam könnt Ihr die richtigen Entscheidungen treffen und die daraus folgenden Handlungen begehen um Eure Spezies vor Schaden zu bewahren.“, hörte man einen zweiten Chor aus unzähligen flüsternden Stimmen.



Sebastian richtete sich erschrocken auf, Ruby sah ihn an und sagte leise: „Ich habe sie auch gehört, es war kein Traum.“ – „Nein das war viel zu real, ich habe ja noch nicht einmal geschlafen.“, antwortete Sebastian. Ruby strich Sebastian mit dem Handrücken über den Oberarm und sagte: „Komm, leg Dich wieder hin! Zusammen schaffen wir das.“ – „Ich fasse es nicht, in unseren Händen liegt das Schicksal unserer Spezies!“, antwortete Sebastian leise und ließ seinen Oberkörper zurück ins Bett sinken. Ruby sagte leise: „Ich weis daß Du nicht gerne mit großen Erwartungen konfrontiert wirst, schließlich habe ich alle Deine Erinnerungen miterlebt. Aber ich verspreche Dir daß ich Dich auf diesem Weg mit allen mir zur Verfügung stehenden Möglichkeiten unterstützen werde.“ – „Okay Ruby, ich hatte dies ohnehin schon vor als ich noch nicht unsere große Bestimmung kannte aber aufgrund unserer Bedeutung für die Zukunft unseres Volkes sehe ich mich in meiner Entscheidung zusätzlich bestärkt.“, sagte Sebastian. Ruby richtete sich auf, schaute Sebastian ins Gesicht und fragte: „In welcher Entscheidung siehst Du Dich bestärkt?“ – „Also ich hatte schon lange vor Dich zu fragen, also ob die Möglichkeit besteht daß Du und ich eventuell, naja was hältst Du davon wenn wir...“, stotterte Sebastian. Ruby rückte dicht an Sebastians Gesicht heran und flüsterte leise: „Die Antwort steht bereits fest, es ist nur noch eines zutun, die Frage muß gestellt werden. Nur Mut, sprich es aus!“, daraufhin schluckte Sebastian, atmete tief durch und zog Ruby an sich heran, dann flüsterte er ihr ins Ohr: „Willst Du mich heiraten?“ – „Ja, das will ich definitiv und ohne jeden Zweifel!“, flüsterte Ruby zurück. Sebastian nahm Ruby in den Arm und sagte mit feuchten Augen und einem dicken Klos im Hals: „Oh Ruby!“ – „Ist schon gut, ich habe sowas geahnt.
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Schon als wir in der neuralen Verbindung vereint waren habe ich in Deinen Erinnerungen gespürt was Du für mich empfindest, ich wollte Dich damit aber nicht überfallen.“, antwortete Ruby leise.



Sebastian richtete sich auf und sagte: „Laß uns diese Entscheidung dokumentieren! Ich will nicht daß wir unsere Entscheidungen bis morgen früh vergessen haben.“ – „Okay, ich glaube zwar nicht daß einer von uns diese Entscheidung vergißt aber wenn es Dir was bedeutet dann laß uns diese Entscheidung dokumentieren und in Stein meißeln.“, antwortete Ruby. Daraufhin erhob sie sich aus dem Bett und verließ den Schlafbereich des Quartiers, Sebastian stand ebenfalls auf und folgte ihr. Sie durchquerten den Wohnbereich des Quartiers und erreichten den Arbeitsbereich.



Ruby setzte sich an den Couchtisch mit dem großen X-Pad in der Tischplatte und sagte zu Sebastian: „Los komm her, setz Dich zu mir!“, Sebastian setzte sich neben Ruby auf die Couch und Ruby aktivierte das große X-Pad. Sie navigierte durch das Flottennetzwerk und öffnete ihre Netzwerkpräsenz, dann öffnete sie den Abschnitt Lebensgeschichte und erstellte einen neuen Eintrag. Sie schrieb hinein daß sie und Sebastian die Absicht hatten zu heiraten, dann sagte sie zu Sebastian: „So, jetzt Du! Du mußt in der Lebensgeschichte auf Deiner Netzwerkpräsenz eine Verknüpfung zu diesem Eintrag oder einen Eintrag mit der selben Aussage erstellen.“ – „Okay, dann wollen wir mal. Alice, erstelle in der Lebensgeschichte auf meiner Netzwerkpräsenz den folgenden Eintrag! Ruby, klammer auf, Leutnant Ruby Ivanes, klammer zu, und ich haben die feste Absicht zu heiraten.“, sagte Sebastian. Alice fragte: „Soll der Eintrag mit dem aktuellen Zeitpunkt markiert werden?“ – „Ja, mit dem Zeitpunkt zu dem er diktiert wurde.“, antwortete Sebastian. Alice fragte: „Für welchen Personenkreis soll dieser Eintrag veröffentlicht werden?“ – „Für alle in meiner Allianz aufgeführten Personen. Außerdem soll Fähnrich Christina Sommer zu meiner Allianz hinzugefügt werden.“, antwortete Sebastian. Alice bestätigte die Anweisungen und deren Ausführung. Ruby sagte: „So, jetzt wissen Deine und meine Alliierten von unseren Absichten. Reicht Dir das als Dokumentation?“ – „Ja, fürs Erste reicht mir das.
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“, antwortete Sebastian. Ruby deaktivierte das große X-Pad in der Tischplatte und sagte: „Na dann laß uns mal wieder ins Bett gehen!“, daraufhin erhob sie sich von der Couch und ging zurück in den Schlafbereich, Sebastian folgte ihr.



Als sie wieder im Bett lagen fragte Sebastian: „Wie läuft so eine Hochzeit hier oben eigentlich ab, gibt es gravierende Unterschiede zu irdischen Hochzeiten?“ – „Ich denke mal das liegt allein bei den zu verheiratenden Personen. Wir können uns von Kapitän Tönnigs hier auf dem Schiff trauen lassen oder auf einer Station, in einer eher traditionellen Zeremonie oder in einer eigens dafür erstellten.“, antwortete Ruby. Sebastian fragte: „Was die Zeremonie angeht, wäre es möglich daß dort Riona als Überraschungsgast auftritt und ein paar weise Worte spricht?“ – „Das wäre zweifellos ein unvergeßliches Erlebnis, nicht nur für die Gäste. Wenn Riona einwilligt dann steht ihrem Auftritt absolut nichts im Wege.“, antwortete Ruby. Sebastian erwiderte: „Das wird absolut unvergeßlich! Ich werde Riona gleich fragen.“ – „Ja und dann versuche etwas zu schlafen, es ist schon spät!“, sagte Ruby. Daraufhin kuschelten sie sich aneinander und schlossen die Augen. Wieder rief Sebastian im Geiste die Wächter an, als die Wächter sich meldeten sagte Sebastian: „Ruby und ich haben vor zu heiraten und wir würden uns freuen wenn Riona oder jemand anderes von Eurem Volk während der Zeremonie ein paar weise Worte spricht.“ – „Ich werde dort sein wenn Ihr dies wünscht, ihr müßt mich nur zur entsprechenden Zeit rufen.“, hörte man plötzlich die einzelne Stimme von Riona. Sebastian erwiderte: „Danke Riona, das bedeutet mir viel und Ruby bestimmt auch.“ – „Wir wissen daß Eure Partnerschaft eine ganz besondere Bedeutung hat, wir werden Euch in dieser Angelegenheit uneingeschränkt unterstützen. Kontaktiert uns wann immer Ihr unsere Hilfe braucht!"“ antwortete Riona. Sebastian bedankte sich und öffnete wieder die Augen, Ruby sagte: „Dann steht es fest, auf unserer Hochzeitszeremonie wird es einen Überraschungsauftritt geben.“ – „Das wird die Gäste umhauen, die meisten halten die Wächter bestimmt noch für einen Mythos.“, antwortete Sebastian.
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Ruby erwiderte: „Ja, die werden Augen machen, aber jetzt versuche zu schlafen!“ – „Okay Ruby, schlaf gut!“, antwortete Sebastian. Dann kuschelten sie sich aneinander und schliefen ein.
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dazu gibt es unten den Knopf "Kontakt". Damit kannst du eine Email an Webstories senden. Ich habe das eben mal getestet, es funktioniert immer noch. Wegen der Veröffentlichung deiner ...

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