Sebastian und Seine Abenteuer auf dem Raumschiff Far Horizon (11)   37

Fan-Fiction/Rollenspiele · Experimentelles · Fantastisches · Romane/Serien

Von:    Andreas Kretschmann      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 15. Januar 2013
Bei Webstories eingestellt: 15. Januar 2013
Anzahl gesehen: 1285
Seiten: 36

Diese Story ist Teil einer Reihe.

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   Teil einer Reihe


Ein "Klappentext", ein Inhaltsverzeichnis mit Verknüpfungen zu allen Einzelteilen, sowie weitere interessante Informationen zur Reihe befinden sich in der "Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht":

  Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht      Was ist das?


Gefechtssimulation bei Wolf 359 / Theorie und Offizierstaufe

Zeitepoche 22.07.2013



Sebastian wurde wach als Ruby ihm ins Ohr flüsterte: „Hey Basti, aufwachen, heute ist der große Tag!“ Sebastian rieb sich die Augen und schaute Ruby verschlafen an. Dann fragte er: „Wie spät haben wir es?“ Ruby erwiderte: „Halb neun etwa.“ Daraufhin richtete sich Sebastian langsam auf und fragte: „Wann geht es los?“ Ruby erwiderte: „Gegen neun Uhr dreißig springen wir ins System Wolf drei fünf neun.“ Sebastian setzte sich auf die Bettkante und stand langsam auf. Dann fragte er Ruby: „Duschen?“ Ruby stand ebenfalls auf und sagte: „Okay, ich bin dabei.“ Dann folgte sie Sebastian in den Waschraum.



Nach der morgendlichen Dusche mit der obligatorischen Aufwachhilfe in Form eines kalten Schauers zogen sie sich ihre Uniformen an. Ruby fragte: „Frühstücken wir hier oder in der Mannschaftsmesse?“ Sebastian erwiderte: „Wir können auch in die Mannschaftsmesse gehen, vielleicht treffen wir Miriam oder Nicole. Dann können wir schon mal die bevorstehende Schlacht besprechen.“ Ruby lächelte und ließ sie beide in die Mannschaftsmesse teleportieren. Als sie in der Messe ankamen saßen dort einige Mannschaftsmitglieder beim Frühstück aber es war keine Person anwesend die Sebastian kannte.



Sie setzten sich an einen freien Tisch und Ruby tippte die Bestellung in die kleine Konsole des Tisches. Sebastian nahm einen Literkrug Milch und Ruby einen Neurobooster mit Mangoaroma. Als sie sich gerade ihren Getränken widmeten kam Kapitän Tönnigs in die Mannschaftsmesse. Er setzte sich an den Tisch zu Sebastian und Ruby und sagte: „Guten Morgen!“ Sebastian und Ruby erwiderten den Gruß und Kapitän Tönnigs fuhr fort: „In etwa einer Halben Stunde springen wir in das System Wolf drei fünf neun. Wie wäre es Leutnant Neuhof, hätten Sie Lust den Sprung selbst auszuführen?“ Sebastian schaute unschlüssig zu Ruby hinüber worauf Ruby sagte: „Du schaffst es. Außerdem bin ich ja bei Dir.“ Daraufhin schaute Sebastian Kapitän Tönnigs an und sagte: „Okay, ich will es zumindest versuchen.“



Kapitän Tönnigs antwortete: „In Ordnung, melden Sie sich auf der Brücke sobald Sie hier fertig sind!“ Dabei lächelte er optimistisch.
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Dann stand er auf, verabschiedete sich und verließ die Mannschaftsmesse. Sebastian nahm nachdenklich einen großen Schluck Milch und schaute Ruby an. Dann sagte er: „Ich kann es gar nicht fassen, ich werde die Far Horizon nach Wolf drei fünf neun springen! Ich hoffe ich werde mich dabei nicht blamieren.“ Ruby strich Sebastian mit der Hand über den Rücken und sagte: „Ganz bestimmt nicht! Ich bin bei Dir und werde Dir im Fall der Fälle sagen was zutun ist. Außerdem bist Du mit der Far Horizon schon einmal gesprungen. Erinnerst Du Dich?“



Sebastian erwiderte: „Ja, von Lalande 21185 in unser Sonnensystem.“ Ruby antwortete: „Dieser Sprung wird in etwa genau so ablaufen und auch diesmal werde ich Dich unterstützen. Du brauchst Dir also keine Sorgen zu machen.“ Sebastian nahm einen großen Schluck und wischte sich mit dem Handrücken den Mund ab. Dann sagte er: „Es ist trotzdem ziemlich aufregend.“ Wenig später kam Miriam Sukow in die Mannschaftsmesse. Sie bestellte sich einen Neurobooster mit Kirscharoma und setzte sich zu Sebastian und Ruby. Dann fragte sie Sebastian: „Na, alles bereit für die große Schlacht?“



Sebastian antwortete: „Oh ja, ich bin schon sehr gespannt ob unsere Ideen sich auch umsetzen lassen.“ Miriam lächelte und erwiderte: „Also ich habe da keine Zweifel. Nicole und ich sind alles nochmals durchgegangen und wir sind zu der Überzeugung gekommen daß unsere Chancen ziemlich gut sind.“ Sebastian grinste und erwiderte: „Ich weis ja nicht wer auf der Tridentklasse für den Maschinenraum verantwortlich ist, aber wir haben die Chefingenieurin der Far Horizon auf unserer Seite. Außerdem kann Niemand ahnen, wie viele Macken und Kinderkrankheiten die Tridentklasse noch hat.“ Miriam lachte und sagte: „Das ist süß von Dir. Aber alle erwarten daß wir verlieren. Wir können also die Erwartungen nur erfüllen oder übertreffen.“



Sebastian trank seinen Krug leer und sagte: „So, jetzt werden Ruby und ich mal auf die Brücke gehen. Kapitän Tönnigs hat mir angeboten den Sprung nach Wolf drei fünf neun selbst durchzuführen.“ Miriam schaute Sebastian anerkennend an und sagte: „Wow, was für eine Ehre! Ich schätze Du bist schon ziemlich aufgeregt.“ Sebastian erwiderte: „Nun, solange Ruby bei mir ist und mir im entscheidenden Moment die richtigen Tips gibt, kann mir eigentlich nichts passieren.
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“ Ruby strich Sebastian wieder mit der Hand über den Rücken und sagte: „Das ist schließlich meine Aufgabe als Deine Ausbilderin. Aber ich glaube Du bist bei der Handhabung der Steuerung schon ziemlich erfahren.“ Dann standen Sebastian und Ruby auf und gingen zum Lift. Miriam rief ihnen hinterher: „Bis nachher! Wir sehen uns bei der Gefechtsübung auf der Brücke!“ Sebastian winkte und erwiderte: „Ja, bis dann!“



Während sie mit dem Lift in Richtung der Brücke fuhren sagte Ruby: „Mach Dir keine Sorgen wegen des Sprungs nach Wolf drei fünf neun oder der dortigen Gefechtsübung! Ich bin bei Dir und auch Miriam und Nicole stehen hinter Dir. Du darfst Dich nur nicht nervös machen lassen wegen der Geschichten über dieses Sternensystem.“ Sebastian erwiderte: „Nein, ich mache mir keine Sorgen. Ich habe schließlich schon mal einen Sprung mit der Far Horizon ausgeführt und wegen der Gefechtsübung bin ich auch optimistisch. Und ich weis auch daß uns die Borg dort nicht erwarten, außerdem sind wir diesmal die Borg.“



Dann erreichte der Lift die Ebene der Brücke. Als sie die Brücke betraten sagte Kapitän Tönnigs: „Ah, Leutnant Neuhof! Sind Sie bereit für den Sprung nach Wolf drei fünf neun?“ Sebastian erwiderte: „Ja, ich glaube ich schaffe es.“ Daraufhin sagte Kapitän Tönnigs zu Sebastian: „In Ordnung, Sie lösen Leutnant Mangold an der Operationszentrale ab.“ Yvette sagte erstaunt: „Also das wird bestimmt interessant.“ Damit entfernte sie sich von der Konsole. Sebastian stellte sich daraufhin an die Konsole und Ruby stellte sich neben ihn. Yvette setzte sich auf den Sitzplatz neben Commander Junkers und Commander Junkers sagte: „Machen Sie sich keine Sorgen Leutnant Mangold! Leutnant Neuhof hat bereits Erfahrung mit dem Springen von größeren Schiffen. Er hat die Far Horizon bereits einmal erfolgreich von Lalande21185 in unser Sonnensystem gesprungen.“ Yvette erwiderte: „Oh! Das war doch, als ich mit den Folgen eines Blackouts auf der Krankenstation lag.“ Commander Junkers antwortete: „Ja Sie waren zu dieser Zeit, laut Aussage von Doktor Ngujen, nicht dienstfähig.“ Dabei lächelte er leicht erheitert.
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Kapitän Tönnigs sagte: „Leutnant Neuhof, bereiten Sie den Sprung nach Wolf drei fünf neun vor, planen Sie den Sprung so daß wir am äußeren Rand des Werftgeländes das System erreichen!“ Sebastian wählte im Navigationsmenü auf der Konsole das System Wolf drei fünf neun aus und vergrößerte den Zielbereich. Dann plante er den Endpunkt des Sprungs in der äußeren Peripherie des Werftgeländes. Als dies getan war sagte Sebastian zu Kapitän Tönnigs: „Sprungbereitschaft bestätigt Kapitän Tönnigs! Die Sprungzeit wird neunundzwanzig Komma eins null fünf Minuten betragen.“ Kapitän Tönnigs erwiderte: „Sehr gut, bringen Sie uns hin!“ Daraufhin berührte Sebastian das rot pulsierende Symbol auf der Konsole, wodurch der Sprungantrieb aktiviert wurde. Kurz darauf machte sich Sebastian bereit, eventuelle Kurskorrekturen auszuführen. Sobald das Kreuz auf dem kleinen runden Instrument nach außen wanderte schob er es mit dem Zeigefinger wieder in die Mitte. Ruby sagte leise zu Sebastian: „Sehr gut, mach weiter so!“



Yvette sagte leicht überrascht: „Nicht schlecht Hawk! Der Sprung verläuft äußerst ruhig.“ Commander Junkers merkte dazu an: „Ja ich stimme Ihnen zu Leutnant Mangold. Leutnant Neuhof kompensiert die Kursabweichungen äußerst präzise.“ Kapitän Tönnigs fügte hinzu: „Das ist alles eine Frage der Ausbildung. Offensichtlich kann Leutnant Ivanes als Ausbilderin Leutnant Neuhof das nötige Wissen effizient vermitteln. Obwohl Leutnant Neuhof seine Ausbildung erst in drei Tagen beginnt.“ Yvette merkte dazu an: „Hey Hawk, wenn Du so weiter machst wirst Du Deine Ausbildung noch in Rekordzeit abschließen. Vielleicht wirst Du bald wieder befördert.“ Während Sebastian den Sprungverlauf überwachte erwiderte er: „Aber wenn Du mich wieder mit einem Szenario für eine praktische Prüfung konfrontierst, sorge bitte dafür daß Kapitän Tönnigs vorher darüber informiert ist.“ Yvette antwortete darauf: „Okay, ich hab´s verstanden.“



Während Sebastian den Sprung überwachte öffnete er das Diagnosemenü auf der Konsole der Operationszentrale und prüfte den Wirkungsgrad des Sprungantriebs.
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Der Wirkungsgrad lag bei zweiundfünfzig Prozent. Ruby, die Sebastians Aktion beobachtete, sagte leise zu ihm: „Die Far Horizon ist ein größeres Schiff. Das senkt die Effizienz des Sprungantriebs etwas. Außerdem mußt Du bedenken daß die Far Horizon nicht von den Wächtern optimiert wurde.“ Sebastian schloß das Diagnosemenü wieder und öffnete das Sensorenmenü. Dann griff er auf die Langstreckensensoren zu und überwachte den Bereich vor dem Schiff. Ruby fragte leise: „Suchst Du was bestimmtes?“ Sebastian erwiderte leise: „Ja, ich will wissen ob es beim Springen sowas wie eine Ideallinie gibt.“ Ruby flüsterte: „Interessanter Ansatz. Wenn Du eine Idee hast frage einfach Kapitän Tönnigs.“



Sebastian fragte laut: „Kapitän Tönnigs, hätten Sie etwas dagegen wenn ich versuche mit Hilfe der Langstreckensensoren eine Art Ideallinie durch die Passage zu finden?“ Kapitän Tönnigs erwiderte: „Eine Ideallinie? So etwas hat bisher noch niemand versucht. Bisher war man stets bemüht immer genau in der Mitte der Passage zu bleiben. Aber wenn Sie es versuchen wollen dann habe ich keine Einwände.“ Yvette merkte dazu an: „Das könnte etwas holperig werden.“ Sebastian erwiderte: „Ich werde versuchen dem Rand der Passage nicht zu nahe zu kommen.“ Dann sagte er: „Alice, projiziere mir bitte auf die Konsole der Operationszentrale einen Pfad, welcher die maximal empfohlene Nähe zum Rand der Passage zeigt!“ Alice bestätigte den Befehl und in dem kleinen Runden Instrument wurde ein Kreis eingeblendet, der die maximal empfohlene Abweichung vom Kurs anzeigte. Daraufhin ließ sich Sebastian auf der Konsole die Ansicht der Langstreckensensoren nach Vorne mit maximaler Reichweite darstellen. Dann lies er die Daten des kleinen runden Instruments auf die Ansicht legen. Dann sagte er: „Alice, berechne bitte anhand der Sensorendaten und der maximal empfohlenen Nähe zum Rand der Passage eine Ideallinie und projiziere mir diese auf die Konsole der Operationszentrale!“ Alice bestätigte den Befehl und in dem kleinen Runden Instrument erschien ein kleines auf der Spitze stehendes Viereck. Sebastian erkannte daß er das kleine Kreuz möglichst in dem kleinen Viereck halten mußte und tat dies.



Während Sebastian dem projizierten Kurs durch die Passage folgte fragte er: „Alice, wie wirkt sich der neue Kurs durch die Passage auf den Sprungverlauf aus?“ Alice erwiderte: „Der neue Kurs erhöht die Effizienz des Sprungantriebs um drei Prozent.
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“ Kapitän Tönnigs sagte daraufhin: „Nicht schlecht! Eine dreiprozentige Steigerung der Effizienz des Sprungantriebs, das hätte ich nicht erwartet.“ Dann öffnete er einen Kanal zu Miriam Sukow im Maschinenraum und sagte: „Leutnant Sukow, werfen Sie mal bitte einen Blick auf den Sprungverlauf und die Effizienz des Sprungantriebs!“ Miriam erwiderte: „Verstanden.“ Wenig später fragte sie: „Hey, wer führt den Sprung durch?“ Kapitän Tönnigs antwortete: „Leutnant Neuhof steht an der Konsole.“ Miriam erwiderte: „Das ist seltsam. Ich habe so einen Sprungverlauf schon einmal gesehen, allerdings bei einem viel kleineren Schiff. Normalerweise ist ein derartiger Sprungverlauf charakteristisch für Kampfflieger und kleinere Schiffe. Ich hätte jedoch nicht gedacht daß ein Schiff von der Größe der Far Horizon auf diese Weise springen kann.“ Kapitän Tönnigs sagte: „Wenn es Ihre Zeit zuläßt kommen Sie ruhig auf die Brücke und verfolgen den Sprungverlauf von hier aus!“ Miriam antwortete: „Verstanden! Ich bin unterwegs. Sukow Ende!“ Damit schloß sie den Kanal.



Commander Junkers sagte: „Das ist bemerkenswert Leutnant Neuhof! Entweder haben Sie sich Tag und Nacht mit der Sprungprozedur beschäftigt oder Sie haben einfach Talent.“ Sebastian erwiderte: „Ich habe mich in den vergangenen Tagen mit einigem beschäftigt aber das Springen von Schiffen gehörte nicht dazu.“ Commander Junkers antwortete: „Dann dürfte es sich wohl um Talent handeln. Sie haben ja in den letzten Tagen schon mehrmals bewiesen daß Sie Talent für einige Bereiche der Raumfahrt haben. Ich mache mir langsam Sorgen über den Ausgang der Gefechtssimulation heute. Wenn Sie während des simulierten Gefechts Ihre Talente genau so ausspielen wie in anderen Situationen dann werden wir es ziemlich schwer haben mit der Tridentklasse akzeptable Ergebnisse zu erzielen.“ Daraufhin sagte Yvette nachdenklich: „Oh, oh! Hawk, Du hast Doch nicht etwa einen Plan für die heutige Gefechtsübung?“ Sebastian erwiderte: „Schon möglich daß wir einen Plan haben. Nur ein Narr würde unvorbereitet in eine Schlacht ziehen.
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“ Commander Junkers schaute Yvette an und sagte dazu: „Dann dürfte diese Gefechtsübung eine ziemliche Herausforderung für uns werden.“ Yvette erwiderte: „Und ich wollte mit Hawk, also mit Leutnant Neuhof noch wetten daß wir gewinnen. Gut daß ich es noch nicht getan habe.“



Wenig später öffneten sich die Türen des Lifts und Miriam Sukow betrat die Brücke. Sie schaute auf den Bildschirm der Brücke und sagte: „Hey, das sieht aus wie im Cockpit eines Kampffliegers. Ich hätte nicht gedacht daß ein Schiff wie die Far Horizon auf eine derartige Art und Weise durch die Passage manövrieren kann.“ Kapitän Tönnigs erwiderte: „Da sind Sie ja bei uns in guter Gesellschaft. Leutnant Neuhof ist es erneut gelungen uns alle zu überraschen.“ Sebastian sagte dazu: „Naja ohne die Hilfe von Alice wäre es mir vielleicht nicht gelungen. Sie hat mir die entsprechenden Parameter auf die Konsole projiziert nach denen ich den Kurs planen konnte.“ Miriam öffnete einen Kanal zu Nicole Berghof und sagte: „Nicole überprüfe mal mit den Sensoren unseren Sprungverlauf und rate mal wer den Sprung ausführt!“ Nicole bestätigte die Aufforderung und sagte wenig später: „Ich kann nicht glauben was ich da sehe. Steht etwa Sebastian an der Konsole?“ Miriam erwiderte: „Richtig geraten.“ Nicole sagte: „Das wird langsam zur Regel. Wenn etwas unglaubliches passiert dann steckt mit Sicherheit Sebastian dahinter.“ Miriam erwiderte: „Ja und der Tag hat gerade mal erst angefangen, wenn Du verstehst was ich meine.“ Nicole antwortete: „Ja, Du spielst auf die heutige Gefechtsübung an.“ Miriam erwiderte: „So ist es. Ich bin schon sehr gespannt wie dieses Gefecht ablaufen wird.“ Nicole antwortete: „Ja, das wird sicher überraschend für einige Außenstehende. Wir sehen uns bei der Gefechtsübung auf der Brücke.“ Miriam erwiderte: „Okay, bis dann. Sukow Ende!“ Damit schloß sie den Kanal.



Darauf folgte auf der Brücke eine lebhafte Diskussion zwischen Miriam, Yvette, Commander Junkers und Kapitän Tönnigs über das Springen von Schiffen. Sebastian verfolgte während dessen akribisch den Kurs durch die Passage. Als sie weniger als eine Minute vom System Wolf drei fünf neun entfernt waren meldete Sebastian: „Kapitän Tönnigs, wir erreichen in Kürze das System Wolf drei fünf neun.
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“ Kapitän Tönnigs erwiderte: „Verstanden.“ Wenig später riß die Passage auf und die Far Horizon erreichte den normalen Raum. Kapitän Tönnigs sagte: „Langstreckensensoren! Verschaffen Sie uns einen Überblick Leutnant Neuhof!“ Sebastian öffnete das Sensorenmenü und rief das Display der Langstreckensensoren auf. Dann meldete er: „Wir sind am äußeren Rand des Werftgeländes. Die Tridentklasse liegt etwa in drei Lichtsekunden auf zwei Uhr.“ Kapitän Tönnigs erwiderte: „Danke Leutnant Neuhof. Commander Junkers, rufen Sie die Werftstation!“



Commander Junkers bestätigte den Befehl, öffnete einen Kanal und sagte: „Werftstation bei Wolf drei fünf neun, hier ist Commander Junkers vom Erdraumflottenschiff Far Horizon!“ Auf dem Bildschirm der Brücke erschien das Bild eines älteren Mannes mit grauem Haar. Der Mann sagte: „Hier ist Admiral David Kowalski, ich werde die Gefechtsübung von der Werftstation aus beobachten. Sie haben die Erlaubnis die Tridentklasse zu bemannen. Treffen Sie die Vorbereitungen für die Gefechtsübung und kontaktieren Sie mich wenn Sie bereit sind mit der Übung zu beginnen. Kowalski Ende!“ Damit wurde der Kanal geschlossen. Kapitän Tönnigs sagte zu Sebastian: „Bringen Sie uns auf Teleporterreichweite an die Tridentklasse heran!“ Sebastian erwiderte: „Verstanden, wir nähern uns bis auf Teleporterreichweite.“



Sebastian manövrierte das Schiff bis auf sechzigtausend Kilometer an die Tridentklasse heran und brachte es zum Stillstand. Dann sagte er: „Kapitän Tönnigs, wir sind in Teleporterreichweite zur Tridentklasse und halten die Position.“ Kapitän Tönnigs erwiderte: „Danke Leutnant Neuhof! Sie können die Konsole der Operationszentrale jetzt verlassen.“ Sebastian bestätigte und entfernte sich von der Konsole. Kapitän Tönnigs sagte zu Sebastian: „Wir treffen uns alle in einer halben Stunde in der Mannschaftsmesse. Dort findet die Vorbesprechung statt. Nutzen Sie die Zeit bis dahin nach eigenem Ermessen!“ Sebastian erwiderte: „Verstanden, um zehn Uhr dreißig in der Mannschaftsmesse!“ Kapitän Tönnigs nickte. Daraufhin gingen Sebastian und Ruby zum Lift, Miriam schloß sich ihnen an.
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Ruby wählte die Mannschaftsmesse als Fahrziel aus und Miriam den Maschinenraum.



Als die Türen des Lifts sich hinter ihnen geschlossen hatten sagte Miriam zu Sebastian: „Das war ein interessanter Sprungverlauf. Ich wußte nicht daß Du Erfahrungen in der Handhabung des Sprungantriebs hast.“ Sebastian erwiderte: „Das klingt jetzt vielleicht etwas komisch aber ich habe mich noch nicht so oft mit der Sprungprozedur beschäftigt.“ Miriam sagte leicht erstaunt: „Oh! Aber was Du heute gezeigt hast kam mir doch ziemlich routiniert vor.“ Sebastian sagte: „Bei meinem ersten Zusammentreffen mit Lady G-Force habe ich etwas kennengelernt was man induktives Lernen nennt. Dabei hatte ich ein Gerät auf dem Kopf wodurch scheinbar die Informationen direkt in mein Gehirn geschrieben wurden. Könnte das mein Wissen über die Sprungprozedur erklären?“ Ruby erwiderte: „Das ist unwahrscheinlich. Induktives Lernen ist nicht für den Transfer von komplexen Erfahrungen geeignet sondern nur für Rudimentäre Erfahrungen in der Bedienung bestimmter Systeme.“



Der Lift erreichte die Ebene der Mannschaftsmesse. Miriam sagte: „Wir sehen uns nachher bei der Vorbesprechung für die Gefechtsübung.“ Sebastian erwiderte: „Ja, bis dann!“ Dann verließen Ruby und Sebastian den Lift und Miriam fuhr weiter in Richtung Maschinenraum. Ruby sah Sebastian in die Augen und sagte: „Glaub mir, Deine Fähigkeiten die Du heute während des Sprungs gezeigt hast kannst Du auf keinen Fall durch das induktive Lernen an Bord der Black Sword erlangt haben.“ Sebastian erwiderte leise: „Dann gibt es nur noch eine Möglichkeit, die erklären würde woher meine Erfahrungen stammen. Unsere Verbindung mit den Wächtern!“ Ruby antwortete: „Natürlich, das erklärt so manches!“ Sebastian ergänzte: „Es ist, als wenn Dein Bewußtsein mit dem von Nicole und mir in irgendeiner Form vernetzt ist. Wer weis ob nicht auch noch etwas von Seiten der Wächter mit einfließt?“



Der Lift öffnete sich und Nicole Berghof betrat die Mannschaftsmesse. Sie näherte sich Sebastian und Ruby und sagte zu Sebastian: „Deine Sprungprozedur vorhin war ziemlich ungewöhnlich. Woher hattest Du die Idee, den Kurs durch die Passage derartig zu variieren?“ Sebastian erwiderte: „Ich kann Dir diese Frage leider nicht beantworten.
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Während des Sprungs hatte ich einfach das Gefühl, das richtige zutun. Es klingt vielleicht verrückt aber ich habe das Gefühl Du kanntest die Prozedur, die ich während des Sprungs angewendet habe.“ Nicoles Gesicht verlor langsam die Farbe. Sie setzte sich an einen Tisch und sagte: „Woher weist Du das? Ich habe niemals jemandem davon erzählt, ich glaubte einfach nicht daß diese Idee sich umsetzen lassen würde.“ Sebastian und Ruby setzten sich zu Nicole an den Tisch und Sebastian sagte leise zu Nicole: „Ich habe das Gefühl daß uns Drei etwas verbindet. Wir drei waren auf dem Schiff der Wächter und wir drei können mit ihnen kommunizieren. Vielleicht können wir auch unbewußt miteinander kommunizieren.“ Nicole erwiderte: „Das erklärt so manches. Du hast das Talent von Ruby, was das Fliegen angeht und mein Talent, die physikalischen Zusammenhänge zu erfassen.“ Sebastian sagte: „Wir Drei sollten mal auf eine gemeinsame Forschungsmission gehen. Wenn wir derartig vernetzt sind dann müßte sich dies doch positiv auf die Ergebnisse einer gemeinsamen Forschungsmission auswirken.“



Ruby fragte Sebastian: „Das würde Dir gefallen oder?“ Sebastian antwortete: „Klar! Wir Drei auf den Spuren der Geheimnisse des Weltalls, das wäre spektakulär.“ Nicole sagte: „Nur Geduld! Die Hauptaufgabe der Far Horizon ist die Forschung. Es wird noch früh genug eine Gelegenheit geben, bei der wir drei zusammen arbeiten können.“ Sebastian sagte: „Laßt uns darauf anstoßen! Wie wäre es mit einem Honigwein?“ Ruby und Nicole stimmten begeistert zu, dann tippte Ruby auf der Konsole des Tisches die Bestellung ein und wenig später standen drei kleine Fläschchen mit rotem Inhalt vor ihnen. Sebastian fragte leicht desorientiert: „Hast Du Dich vertippt? Das ist doch roter Honigwein oder sehe ich das falsch?“ Ruby lachte und antwortete: „Richtig erkannt, das ist roter Honigwein. Während der Gefechtsübung müssen wir doch klar im Kopf sein.“ Zögerlich nahm Sebastian das Fläschchen in die Hand und fragte: „Muß ich irgendwas beachten wenn ich den roten Honigwein trinke?“ Nicole erwiderte: „Solange Du nur diesen einen trinkst sollte es keine Probleme geben. Da wir es erst früh am Tage haben fällt die Verlagerung des Zeitpunktes absoluter Müdigkeit nicht sonderlich ins Gewicht.
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“ Ruby ergänzte: „Das Einzige worauf Du vorbereitet sein mußt ist der Geschmack. Roter Honigwein hat einen äußerst intensiven Geschmack, er stimuliert gleichzeitig die Geschmacksrezeptoren für süßen und sauren Geschmack. Mach Dich also für ein explosives Geschmackserlebnis bereit!“



Dann öffneten sie die kleinen Flaschen und stießen auf ihre zukünftige Zusammenarbeit an. Ruby hatte wirklich nicht übertrieben was den Geschmack von rotem Honigwein anging. Es war eine Mischung aus Honig und Sauerkirsche zu gleichen Teilen. Sebastian schüttelte sich leicht, dann sagte er: „Huh, der Geschmack allein macht schon munter!“ Nicole antwortete: „Die nächsten acht Stunden bleibst Du hellwach, das kann ich Dir garantieren.“ Sebastian fragte: „Können wir jetzt einen Blauen trinken oder gibt das Probleme?“ Ruby erwiderte: „Das dürfte keine Probleme geben. Nur bei einem zweiten roten Honigwein könnten vielleicht Probleme auftreten.“ Sebastian fragte weiter: „Wollen wir noch einen blauen Honigwein trinken?“ Nicole und Ruby stimmten zu und Sebastian tippte auf der Konsole des Tisches die entsprechende Bestellung ein. Wenig später erschienen vor ihnen drei Trinkbecher mit blauem Honigwein. Nicole fragte: „Worauf trinken wir?“ Sebastian erwiderte: „Auf die bevorstehende Schlacht gegen die Tridentklasse?“ Nicole und Ruby erwiderten im Chor: „Auf die Schlacht!“ Damit stießen sie an.



Etwas später kamen Kapitän Tönnigs und Miriam Sukow in die Mannschaftsmesse. Sie setzten sich zu Sebastian, Nicole und Ruby. Dann bestellte Kapitän Tönnigs für Miriam und sich je einen Becher blauen Honigwein und sagte: „Die Mannschaft der Tridentklasse hat ihr Schiff bemannt, um elf Uhr beginnt die Gefechtsübung. Leutnant Sukow wird die Kontrolle der technischen Systeme von der Brücke aus durchführen. Leutnant Berghof überwacht die Sensoren von der Brücke aus. Leutnant Ivanes wird an der Operationszentrale sein. Und Sie Leutnant Neuhof, Sie werden den freien Platz von Commander Junkers besetzen da dieser das Kommando auf der Tridentklasse übernimmt.“ Sebastian erwiderte: „Wow, ich auf dem Platz des ersten Offiziers!“ Kapitän Tönnigs antwortete: „Ja Leutnant, sie werden direkt neben mir sitzen.
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Und wenn Ihnen eine Idee durch den Kopf geht, zögern Sie nicht diese auszusprechen! Nicht umsonst befinden sich unsere Chefingenieurin und unser Wissenschaftsoffizier mit auf der Brücke.“ Dann erhoben sie die Trinkbecher und stießen auf die bevorstehende Gefechtsübung an.



Als es auf zehn Minuten vor elf Uhr zuging stand Kapitän Tönnigs auf und sagte: „So, es wird Zeit auf die Brücke zu gehen.“ Sebastian, Nicole, Miriam und Ruby erhoben sich ebenfalls und sie gingen gemeinsam zum Lift. Während der Fahrt in Richtung Brücke sagte Kapitän Tönnigs zu Sebastian: „Lassen Sie sich nicht vom eigenen Erwartungsdruck aus der Ruhe bringen! Ich bin davon überzeugt daß Ihre Ideen für ziemlich viel Aufsehen sorgen werden.“ Sebastian erwiderte: „Ich bin nicht beunruhigt, es ist eher eine Mischung aus Neugier und Vorfreude die mich etwas anregt. Es könnte natürlich auch der rote Honigwein sein.“ Kapitän Tönnigs lächelte, dann erreichte der Lift die Ebene der Brücke. Kapitän Tönnigs setzte sich auf seinen Sitzplatz und sagte: „Herrschaften, bitte nehmen Sie Ihre Plätze ein!“ Ruby stellte sich an die Konsole der Operationszentrale, Miriam stellte sich hinter den Platz von Kapitän Tönnigs und zog eine Kontrollkonsole aus der linken hinteren Lehne der Sitzbank der kommandierenden Brückenoffiziere. Nicole tat dies ebenfalls an der rechten hinteren Seite der Sitzbank und Sebastian setzte sich schließlich auf den Platz neben Kapitän Tönnigs.



Kapitän Tönnigs schaute Sebastian an und fragte: „Sind wir bereit für die Gefechtsübung?“ Sebastian rief: „Alle Stationen, Statusbericht!“ Ruby meldete: „Operationszentrale mit Navigation und Taktik bereit!“ Nicole meldete: „Lang- und Kurzstreckensensoren bereit!“ Auch Miriam meldete: „Technik- und Maschinenkontrolle bereit!“ Daraufhin sagte Sebastian zu Kapitän Tönnigs: „Wir sind bereit für die Gefechtsübung Kapitän!“ Kapitän Tönnigs erwiderte: „Gut, rufen Sie die Werftstation!“ Sebastian gab Alice den Befehl einen Kanal zur Werftstation zu öffnen. Alice bestätigte den Befehl und auf dem Bildschirm war Admiral Kowalski zu sehen. Kapitän Tönnigs sagte: „Admiral Kowalski, wir sind bereit mit der Gefechtsübung zu beginnen.
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“ Der Admiral erwiderte: „Verstanden Kapitän Tönnigs, die Tridentklasse ist ebenfalls bereit. Die Far Horizon wird hier in der Nähe der Werftstation verbleiben. Die Tridentklasse wird für kurze Zeit außer Sensorenreichweite springen, dann zurückkehren und angreifen. Niemand erwartet von Ihnen einen Sieg in diesem Gefecht. Versuchen Sie jedoch Ihr Bestes zu geben!“ Kapitän Tönnigs erwiderte darauf: „Verstanden, wir werden unser Bestes geben!“ Der Admiral antwortete: „In Ordnung, die Gefechtsübung beginnt mit der Rückkehr der Tridentklasse. Kowalski Ende!“ Damit wurde der Kanal geschlossen.



Miriam sagte zu Sebastian: „Die Modifikationen der Schilde und Waffensysteme aktivierst Du, indem Du auf den Borg – Gefechtsmodus gehst.“ Sebastian erwiderte: „Danke Miriam!“ Die Tridentklasse aktivierte den Sprungantrieb und verließ das System. Kapitän Tönnigs sah Sebastian an, lächelte und sagte: „Sie führen das Kommando! Schließlich ist es Ihre Idee gewesen die taktischen Systeme zu modifizieren.“ Sebastian antwortete: „Ich werde mich bemühen. Wenn ich was falsch mache greifen Sie aber bitte ein!“ Kapitän Tönnigs erwiderte: „Natürlich! Obwohl ich nicht glaube daß dies nötig sein wird, nachdem ich gesehen habe was Sie im Brückensimulator gezeigt haben.“



Nicole meldete: „Ein Schiff erreicht das System. Es ist die Tridentklasse!“ Sebastian rief: „Alice, auf Borg – Gefechtsmodus gehen!“ Alice bestätigte den Befehl und das Licht auf der Brücke wechselte in einen bläulichen Farbton. Sebastian schaute fragend zu Miriam, sie sagte: „Das gehört zur Modifikation. Der hohe Blau – Anteil im Licht soll die Aufmerksamkeit steigern. Ein kleiner Beitrag von Doktor Ngujen.“ Ruby rief: „Sie aktivieren die Waffen und feuern auf uns!“ Sebastian erwiderte: „Ihre Waffenoszilationsfrequenz erfassen, Ihre Schilde neutralisieren und dann sofort das gammastrahlengepulste Plasmageschütz ausschalten!“ Ruby erwiderte: „Ihre Schild- und Waffenoszilationsfrequenz werden automatisch erfaßt. Ich greife ihre Schilde an.“ Sebastian sagte: „Nach dem Ausschalten des gammastrahlengepulsten Plasmageschützes die Gammastrahlenemitter ausschalten und dann die Mikrowellengeschütze!“ Ruby erwiderte: „Verstanden!“



Während des Angriffs rollte und drehte Ruby das Schiff um alle Waffen auf allen Seiten der Far Horizon zum Einsatz zu bringen.
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Ruby rief: „Sie feuern das gammastrahlengepulste Plasmageschütz ab!“ Sebastian erwiderte: „Ausweichen!“ Ruby meldete: „Direkter Treffer, unsere Schilde sind bei fünfundneunzig Prozent stabil.“ Sebastian erwiderte: „Den Angriff fortsetzen!“ Nach einiger Zeit meldete Ruby: „Ihre Schilde sind unten.“ Sebastian erwiderte: „Immer wenn sie uns nicht den Bug mit den Waffen zudrehen, auf die Triebwerke und Steuerdüsen zielen ansonsten auf die Waffen!“ Ruby bestätigte die Anweisung. Wenig später meldete Ruby: „Ihre Waffen sind ausgeschaltet.“ Sebastian erwiderte: „Auf Triebwerke und Steuerdüsen zielen, das Schiff aber nicht zerstören!“ Ruby bestätigte auch diesen Befehl. Schließlich meldete sie: „Die Tridentklasse ist manövrierunfähig.“



Sebastian fragte Ruby: „Wie ist der Status ihrer Teleporter?“ Ruby erwiderte: „Nicht funktionsfähig.“ Sebastian sagte: „Alice, öffne bitte einen Kanal zur Tridentklasse!“ Alice bestätigte die Anweisung und auf dem Bildschirm war die Brücke der Tridentklasse zu sehen. Commander Junkers und Yvette machten ein ziemlich entgeistertes Gesicht. Sebastian sagte: „Im Falle einer realen Schlacht würde ich Sie jetzt auffordern sich zu ergeben und Ihr Schiff zu übergeben. Wie sagen es die Borg doch so schön? Widerstand ist zwecklos.“ Commander Junkers antwortete: „Ich kann es einfach nicht glauben! Unsere Waffen hatten kaum eine Wirkung auf Ihre Schilde und Ihre Waffen waren um ein vielfaches überlegen. Wir haben zwar versucht uns an die Frequenzen Ihrer Schilde und Waffen anzupassen doch Sie waren uns immer um einen Schritt voraus.“ Sebastian erwiderte: „Wir haben ebenso Ihre Waffen- und Schildoszilationsfrequenz erfaßt und uns daran angepaßt nur haben wir dies wesentlich öfter und schneller als Sie gemacht. Na eigentlich war es Alice, sie hat permanent die Frequenzen Ihrer Waffen und Schilde erfaßt und unsere Waffen und Schilde daran angepaßt.“



Commander Junkers sagte: „Wie soll es jetzt weitergehen? Das Szenario der Gefechtsübung sieht vor daß der Gegner zerstört oder geentert werden soll.“ Sebastian erwiderte: „Wir machen es wie die Borg, wir ziehen Ihr Schiff in unseren Haupthangar.
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Dies dürfte wohl als Entern gewertet werden.“ Commander Junkers sagte: „Verstanden, wir können sowieso nichts dagegen tun.“ Sebastian erwiderte: „Richtig. Bereiten Sie sich auf die Bergung vor! Neuhof Ende!“ Dann ließ er Alice den Kanal schließen und sagte zu Ruby: „Die Tridentklasse in den Haupthangar ziehen!“ Ruby erwiderte: „Verstanden!“ Dann wendete sie die Far Horizon, öffnete den Haupthangar und aktivierte das dortige Magnetfeldtraktorsystem. Als die Tridentklasse den Haupthangar erreicht hatte schloß Ruby die Hangartore und aktivierte die Schwerkraft im Haupthangar. Daraufhin meldete sie: „Die Tridentklasse wurde im Haupthangar verstaut.“ Sebastian sagte: „Danke, die Position halten!“ Ruby bestätigte die Anweisung. Sebastian sagte daraufhin: „Alice, den Gefechtsmodus aufheben!“ Alice bestätigte den Befehl und das Licht auf der Brücke änderte die Farbe wieder zurück zum normalen Wert.



Sebastian schaute Kapitän Tönnigs an und fragte: „Ist dies der richtige Zeitpunkt um die Werftstation zu rufen und ihnen zu sagen daß ihr neues Schiff von uns aufgebracht wurde?“ Kapitän Tönnigs lächelte und sagte: „Ich denke, es ist Zeit dafür.“ Sebastian sagte: „Alice, bitte einen Kanal zur Werftstation öffnen!“ Alice bestätigte den Befehl und auf dem Bildschirm war Admiral Kowalski zu sehen, der ein ziemlich überraschtes Gesicht machte. Kapitän Tönnigs sagte: „Admiral Kowalski, ich melde daß wir bei der Gefechtsübung unser Bestes gegeben haben.“ Der Admiral erwiderte: „Kapitän Tönnigs, ich muß gestehen daß ich mehr als beeindruckt bin. Ihr Schiff hat die Gefechtsübung siegreich beendet obwohl alle Simulationen das Gegenteil vorausgesagt hatten. Die Art und Weise wie Ihr Schiff in dieser Schlacht agiert hat erinnerte mich sehr an die Schiffe der Borg aus Startrek.“



Kapitän Tönnigs erwiderte: „Nun Admiral Kowalski, das mag daran liegen daß die Strategien die wir in der zurückliegenden Schlacht angewendet haben von den Borg inspiriert waren. Wir haben uns dem Gegner schnell und effizient angepaßt.“ Admiral Kowalski antwortete: „Sie haben eine sehr effizient arbeitende Crew Kapitän Tönnigs.
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Mein Kompliment auch an Diejenigen die für die Ausarbeitung Ihrer Kampfstrategien verantwortlich sind.“ Kapitän Tönnigs erwiderte: „Ich werde es ausrichten. Sollen wir die Tridentklasse zur Werftstation zurückbringen oder soll sie aus eigener Kraft zurückkehren?“ Admiral Kowalski antwortete: „Sie kann aus eigener Kraft zurückkehren. Ich werde heute nachmittag zu Ihnen auf die Far Horizon kommen und wir werden die Schlacht gemeinsam auswerten. Bis dahin können Sie und Ihre Mannschaft über die Zeit frei verfügen.“ Kapitän Tönnigs erwiderte: „Verstanden, danke Admiral Kowalski. Tönnigs Ende!“ Dann wurde der Kanal geschlossen.



Kapitän Tönnigs sagte zu Sebastian: „Dann wollen wir mal Commander Junkers mitteilen daß der die Tridentklasse zur Werftstation zurückfliegen kann. Öffnen Sie einen Kanal zur Tridentklasse!“ Sebastian wies Alice an einen Kanal zur Tridentklasse zu öffnen. Alice bestätigte und tat dies. Auf dem Bildschirm war wieder die Brücke der Tridentklasse zu sehen. Commander Junkers fragte: „Was können wir für Sie tun Kapitän Tönnigs?“ Kapitän Tönnigs antwortete: „Sie sollen die Tridentklasse zur Werftstation zurückfliegen. Danach haben Sie die Zeit, bis Admiral Kowalski zu Nachbesprechung auf der Far Horizon eintrifft, zur freien Verfügung.“ Commander Junkers erwiderte: „Verstanden! Könnten Sie uns die Tür öffnen?“ Kapitän Tönnigs sagte zu Ruby: „Haupthangar öffnen!“ Ruby bestätigte und öffnete die Tore des Haupthangars. Daraufhin sagte Kapitän Tönnigs zu Commander Junkers: „Wir sehen uns nachher.“ Commander Junkers erwiderte: „Verstanden. Junkers Ende!“ Damit schloß er den Kanal.



Nicole meldete: „Die Tridentklasse hat den Haupthangar verlassen.“ Kapitän Tönnigs erwiderte: „Verstanden, danke!“ Dann sagte er zu Ruby: „Die Hangartore schließen und in Teleporterreichweite der Werftstation Position beziehen!“ Ruby erwiderte: „Verstanden, wir nähern uns auf sechzigtausend Kilometer der Werftstation.“ Dann schaute Kapitän Tönnigs Sebastian an und sagte: „Sie haben sich gut geschlagen während der Gefechtsübung, Ihr Führungsstil ist äußerst präzise.“ Sebastian bedankte sich bei Kapitän Tönnigs für diese Einschätzung.
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Schließlich meldete Ruby: „Wir halten die Position in Teleporterreichweite der Werftstation.“ Kapitän Tönnigs erwiderte: „Verstanden. Sie können die Operationszentrale jetzt verlassen.“ Ruby trat von der Konsole zurück, dann stand Kapitän Tönnigs von seinem Sitzplatz auf und sagte: „Herrschaften, das war exzellente Arbeit! Sie haben das Schiff und seine Ehre tapfer verteidigt. Sie alle haben bis zur nächsten Schicht, gemäß Ihres Dienstplans Freizeit.“ Dann sagte er: „Alice, automatisierte Schiffsführung aktivieren!“ Alice bestätigte den Befehl und übernahm die Funktion der Operationszentrale. Miriam und Nicole schoben die Kontrollkonsolen in die hintere Lehne der Sitzbank hinein und verließen ihre Positionen.



Kapitän Tönnigs wandte sich Sebastian zu und sagte: „Ich habe vor, gegenüber Admiral Kowalski Ihren Einfallsreichtum zu erwähnen. Eventuell wird der Admiral Interesse daran bekunden daß Sie und natürlich Ihre Ausbilderin der Nachbesprechung der Gefechtsübung beiwohnen.“ Sebastian antwortete: „Verstanden, ich werde mich bereithalten.“ Kapitän Tönnigs erwiderte: „Jetzt sollten Sie sich erst einmal etwas Freizeit gönnen. Das gilt für Sie alle! Ich werde hier auf der Brücke bleiben.“ Sebastian, Ruby, Nicole und Miriam bestätigten dies und betraten den Lift. Während sie in Richtung der Mannschaftsmesse fuhren fragte Sebastian: „Ob Yvette wohl sehr enttäuscht ist?“ Ruby grinste und sagte: „Spaß hat ihr die Niederlage bestimmt nicht bereitet.“



Als sie die Mannschaftsmesse erreichten sagte Sebastian: „Ich weis ja nicht wie es Euch geht aber ich habe jetzt doch etwas Hunger.“ Ruby, Nicole und Miriam ging es ebenso. Sie setzten sich an einen Tisch, worauf Ruby auf der Bestellkonsole herum tippte und das aktuelle Angebot studierte. Sie sagte wenig später: „Heute gibt es gedünsteten Brokolie mit gedünstetem Erbsen- und Möhrengemüse und Salzkartoffeln.“ Dieses Angebot fand allgemeine Zustimmung und so bestellten sie sich jeder eine Portion. Ruby fügte der Bestellung noch eine Anforderung für eine Flasche blauen Honigwein und vier Trinkbecher hinzu. Kurz darauf stand das bestellte Essen und der Honigwein mit den Trinkbechern vor ihnen.
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Ruby füllte die Trinkbecher und sagte: „Laßt uns anstoßen, darauf daß wir die Ehre des Schiffes erfolgreich verteidigt haben!“ Damit erhoben sie ihre Becher und prosteten sich zu, dann widmeten sie sich dem Mittagessen.



Nach dem Essen sagte Sebastian: „Hey Leute, Danke nochmals für Eure Hilfe bei der Umsetzung der Strategie für die Gefechtsübung!“ Miriam erwiderte: „Hey! Es war mir ein Vergnügen. Schon allein daß wir Yvette, die auf dem sogenannten überlegenen Schiff war, eine Niederlage beschert haben war der Höhepunkt des Tages.“ Nicole fügte hinzu: „Ja, wir haben ihr regelrecht den Tag versaut.“ Darauf sagte Ruby: „Und sie war sich doch so sicher daß wir verlieren.“ Sebastian erwiderte: „Ja, sie wollte mich noch überreden auch auf die Tridentklasse mitzukommen. Sie war sich ganz sicher daß sie während der Gefechtsübung auf dem überlegenen Schiff sein würde.“ Ruby antwortete darauf: „Tja, offensichtlich ist selbst das beste Schiff nur so gut wie seine Besatzung.“ Dann füllte sie die Trinkbecher nach und sie stießen erneut auf die vergangene ruhmreiche Schlacht an.



Etwas später betrat Yvette die Mannschaftsmesse. Sie schaute sich um und kam zu Sebastian an den Tisch, dann sagte sie: „Das nächste mal bin ich aber auf dem selben Schiff wie Du!“ Sebastian erwiderte: „Na gut, es sei denn es handelt sich beim nächsten Mal um die nächste Piloten- und WSO-Challenge.“ Yvette verdrehte die Augen und fragte: „Wie meinst Du das denn?“ Sebastian antwortete: „Ich habe mich schon entschieden, mit wem ich bei der nächsten Challenge antrete. Ruby wird mit mir als Team an der nächsten Challenge teilnehmen.“ Yvette erwiderte: „Okay, wie Du meinst. Vielleicht endet die nächste Challenge mit einem Duell zwischen uns, wenn wir in der gleichen Klasse antreten.“ Sebastian sagte: „Vielleicht hast Du bis dahin Dein neu entwickeltes Schiff schon fertig. Wenn Du das Schiff allerdings schon vorher fertig hast, würde ich es gerne mal testen.“ Miriam klinkte sich in das Gespräch ein und sagte: „Nichts überstürzen! Wir sind erst in der Planungsphase. Aber wenn Du willst, kannst Du ja bei der Entwicklung mitwirken. Ein paar Deiner Ideen wären bestimmt hilfreich.“ Yvette sagte dazu: „Ja klar, wenn Du eine Idee hast, gib Miriam oder Mir Bescheid!“



Dann setzte sich Yvette zu ihnen an den Tisch und zog ein Pad aus der Tasche ihrer Weste.
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Sie gab es Sebastian und sagte: „Das ist der Entwurf, sage mir mal was Du davon hältst!“ Sebastian studierte die Daten des Schiffsentwurfs und sagte: „Hey, das sieht aus wie ein klingonisches Schiff der K-Vort-Klasse! Dieses Schiffsdesign wird bei Flügen und Manövern in einer planetaren Atmosphäre von Vorteil sein wenn Ihr besonderes Augenmerk auf die Aerodynamik legt. Die leichte vertikale Pfeilung der Flügel in V-Form dürfte einen positiven Effekt auf die Flugstabilität im Atmosphärenflug haben.“ Miriam nahm Sebastian vorsichtig das Pad ab und betrachtete die Daten. Dann sagte sie: „Ja, stimmt! Das sollten wir auf jeden Fall im Auge behalten.“ Yvette erwiderte: „Es ist ein Raumjäger und kein Flugzeug oder Landungsschiff!“ Sebastian sagte dazu: „Das ist richtig, aber wenn das Ziel in die Atmosphäre eines Planeten flüchtet dann willst Du doch nicht außerhalb der Atmosphäre warten wie die Katze vor dem Mauseloch. Du willst doch viel lieber die Verfolgung fortsetzen, wie eine Schlange die der Maus in ihr Loch folgt.“ Yvette erwiderte: „Okay, da ist was dran. Das Flugverhalten beim Atmosphärenflug ist wohl doch von Bedeutung bei Jagt- und Kampfeinsätzen.“ Damit stand sie auf und sagte: „Macht’s gut! Ich muß mich erst einmal etwas ausruhen. Miriam, wir sehen uns später wenn Du Zeit hast.“ Daraufhin winkte sie und ließ sich in ihr Quartier teleportieren.



Miriam fragte Sebastian: „Ist das wirklich Dein Ernst, daß Du und Ruby als ein Team an der nächsten Piloten- und WSO-Challenge teilnehmen wollt?“ Sebastian erwiderte: „Natürlich, ich wollte zuerst mit Lady G-Force an der Challenge teilnehmen aber dann würde niemand gegen uns antreten wollen. Aber Rubys Flugstil ist auch nicht zu unterschätzen.“ Nicole mußte sich das Lachen verkneifen, sie wußte ja daß Ruby und Lady G-Force ein und die selbe Person waren. Ruby ergänzte Sebastians Antwort: „Wenn Du so weiter machst mit Deinen Fortschritten beim Fliegen dann kannst Du bei der Challenge auf dem Pilotensitz Platz nehmen. Aber ich werde auf jeden Fall mit Dir fliegen, selbst als Waffensystemoffizier.“ Sebastian fragte: „Meinst Du das ernst?“ Ruby erwiderte darauf: „Natürlich! Wir haben bis dahin noch jede Menge Zeit zum üben.
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Daß Du fliegerisches Talent besitzt hast Du mir ja schon bewiesen.“ Miriam ergänzte: „Ja, und offensichtlich hast Du auch Talent für das Fliegen und Springen von großen Schiffen. Was Du heute während des Sprungs nach Wolf drei fünf neun gezeigt hast war einfach unglaublich!“ Ruby strich Sebastian mit der Hand über den Rücken und sagte: „Mach Dir keine Gedanken! Ich bin mir sicher daß Du bald mindestens genau so gut fliegen kannst wie Yvette oder ich.“



Kurz darauf war die Stimme von Kapitän Tönnigs im Kommunikationssystem zu hören: „Tönnigs an Leutnant Neuhof!“ Sebastian sprach in sein Armband: „Sprechen Sie!“ Kapitän Tönnigs sagte: „Leutnant Neuhof, Admiral Kowalski ist hier bei mir in meinem Raum. Ich möchte Sie und Leutnant Ivanes bitten, sich zu uns zu gesellen.“ Sebastian erwiderte: „Verstanden, wir sind auf dem Weg.“ Kapitän Tönnigs antwortete: „Verstanden. Tönnigs Ende!“ Damit schloß er den Kanal. Sebastian trank den letzten Schluck aus seinem Trinkbecher und sagte: „Na dann wollen wir mal den Admiral nicht warten lassen!“ Dann standen Er und Ruby auf und gingen in Richtung Lift. Im Gehen winkte Sebastian Miriam und Nicole zu und rief: „Wir sehen uns!“ Miriam und Nicole winkten ebenfalls. Dann betraten Sebastian und Ruby den Lift und fuhren in Richtung Brücke.



Als sie die Brücke erreichten saß Commander Junkers auf seinem Platz und studierte Daten auf einem Pad. Sebastian fragte: „Commander, sind der Admiral und Kapitän Tönnigs schon bei der Nachbesprechung?“ Commander Junkers antwortete: „Ja, sie sind im Raum von Kapitän Tönnigs und warten bereits auf Sie.“ Sebastian bedankte sich und ging zu Tür des Bereitschaftsraumes von Kapitän Tönnigs. Er fuhr mit seinem Armband über den Sensor an der Tür, was das Türsignal aktivierte. Kapitän Tönnigs ließ die Tür öffnen worauf Sebastian und Ruby den Raum betraten. Der Admiral saß Kapitän Tönnigs gegenüber am Schreibtisch des Kapitäns. Kapitän Tönnigs deutete mit der Hand auf das Sofa an der Wand und sagte: „Bitte setzen Sie sich!“ Sebastian und Ruby nahmen Platz auf dem Sofa. Admiral Kowalski betrachtete Sebastian aufmerksam von oben bis unten, dann sagte er: „Sie sind also der Wunderknabe von dem in der ganzen Flotte gesprochen wird.
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Kapitän Tönnigs erzählte mir daß die Strategie, mit der Sie die Tridentklasse besiegt haben zum größten Teil auf Ihrem Mist gewachsen ist.“



Sebastian schaute den Admiral an und antwortete: „Nun ja, ich hatte zumindest einige Ideen aus denen die Strategie entwickelt wurde.“ Der Admiral schaute Sebastian verwundert an, dann sagte er: „Entschuldigen Sie Leutnant Neuhof, mich beschleicht das Gefühl daß ich Sie schon einmal gesehen habe.“ Kapitän Tönnigs merkte dazu an: „Admiral, Leutnant Neuhof war der junge Fähnrich aus dem Brückensimulator, welcher das Szenario für die praktische Prüfung zur Schiffskommandobefähigung mit einer neuen Lösungsmöglichkeit bewältigt hat.“ Admiral Kowalski strich sich übers Kinn und sagte Zu Sebastian: „Sie waren das?! Ihr Lösungsansatz für die praktische Prüfung hat ziemliche Wellen geschlagen. Ich konnte es nicht glauben als Kapitän Tönnigs mir erzählte, daß Sie die Prüfung mit dem Wissen gemeistert haben welches Sie aus den Startrek – Serien haben.“



Sebastian erwiderte: „Ich war damals mindestens genau so überrascht als ich erfahren habe, daß ich eine praktische Prüfungsaufgabe mit dem Wissen aus Startrek gelöst habe. Ich war mir der Prüfungssituation überhaupt nicht bewußt. Für mich war es die Erfüllung eines Traumes, einmal auf der Brücke eines großen Raumschiffes das Kommando zu haben. Seit ich Startrek das erste Mal gesehen hatte, wollte ich wie die Captains Kirk, Picard oder Janeway sein.“ Admiral Kowalski lachte und sagte: „Nun, als Kapitän Tönnigs Sie für die Erdraumflotte angeworben hatte dachte ich, daß Sie vielleicht eine Karriere ähnlich dem Charakter Wesley Chrusher aus Startrek – das nächste Jahrhundert starten werden. Aber ich hätte nicht gedacht daß Sie gleich so einen Durchmarsch hinlegen. Machen Sie weiter So Leutnant Neuhof!“ Sebastian erwiderte: „Ich werde mich bemühen Admiral Kowalski.“ Der Admiral lächelte und sagte: „So ist’s recht! Wo waren wir stehen geblieben? Ach ja, bei der Auswertung der Gefechtsübung. Ich kann Ihnen sagen daß die Werftarbeiter ziemlich verunsichert waren über den Ausgang der Gefechtsübung.
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Die optimistischsten Prognosen sagten voraus daß die Far Horizon sich vielleicht eine Stunde, höchstens anderthalb Stunden gegen die Tridentklasse behaupten könnte bevor sie besiegt würde. Doch mit diesem Ausgang hat niemand von uns gerechnet. Ich werde vorschlagen daß die bei dieser Gefechtsübung angewandten Strategien in die Ausbildung neuer Brückenoffiziere einfließen.“



Sebastian hob die Hand und als der Admiral ihm das Wort erteilte sagte er: „Admiral Kowalski, erlauben Sie mir offen zu sprechen?“ Admiral Kowalski erwiderte: „Ja, ich bitte darum.“ Sebastian sagte daraufhin: „Ich glaube das Szenario dieser Gefechtsübung war nicht ganz realistisch. Die Tridentklasse ist ein reines Angriffsschiff das nur nach vorne feuern kann und keine rückwärtigen oder seitlichen Waffen zur Verteidigung besitzt. Man könnte die Tridentklasse fast als zu groß geratenen Kampfflieger bezeichnen und Kampfflieger greifen meistens in Gruppen an damit das Feuer des angegriffenen Schiffes nicht auf ein einziges Schiff konzentriert wird. In einem Geschwader von Schiffen, wo eines das andere deckt, ist die Tridentklasse sicher eine effiziente Angriffswaffe aber als einziges Schiff zeigen sich deutliche Schwächen in der Verteidigung bei diesem Schiff.“ Admiral Kowalski strich sich mit der Hand über die Kehle und sagte: „Interessante Einschätzung Leutnant Neuhof! Die Tridentklasse ist in der Tat als schweres Angriffsschiff konzipiert und darauf ausgelegt, von mindestens einem Schiff verteidigt zu werden. Das primäre Einsatzgebiet der Tridentklasse wird die Stationierung auf größeren Schiffen und Raumstationen sein wodurch die taktische Schlagkraft dieser Schiffe oder Stationen erheblich gesteigert werden soll. Auf Raumstationen ist geplant mindestens drei Schiffe der Tridentklasse zu stationieren. Große Schiffe sollen mit bis zu zwei Schiffe der Tridentklasse ausgestattet werden.“



Nach kurzer Pause schaute der Admiral Kapitän Tönnigs an und sagte zu ihm: „Leutnant Neuhof scheint über immenses Wissen zu verfügen, das für den Dienst in der Erdraumflotte von Vorteil ist. Ich würde gerne erfahren wie weit dieses Wissen reicht.“ Kapitän Tönnigs wandte sich darauf hin Ruby zu und sagte: „Leutnant Ivanes, könnten Sie uns mit Leutnant Neuhof für kurze Zeit alleine lassen?“ Ruby erwiderte: „Natürlich.
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“ Dann schaute sie Sebastian an und sagte: „Mach Dir keine Sorgen, ich glaube ich weis was jetzt kommt. Und ich denke Du wirst auch ohne mich ganz gut klar kommen.“ Dann stand sie auf und ging in Richtung der Tür. Kapitän Tönnigs sagte zu Ruby: „Warten Sie bitte auf der Brücke! Es wird nicht lange dauern.“ Ruby erwiderte: „Verstanden!“ Damit verließ sie den Raum. Als die Türen sich hinter Ruby geschlossen hatten sagte Admiral Kowalski: „Leutnant Neuhof, ich bin sehr gespannt wieviel Sie über die Raumfahrt wissen.“ Damit zog er ein Pad aus seiner Uniformtasche und legte es auf den Schreibtisch vor sich. Dann sagte er: „Nehmen Sie dieses Pad, lesen Sie den Inhalt aufmerksam und beantworten Sie alle Fragen die Sie beantworten können. Die Fragen, auf die Sie keine Antwort wissen lassen Sie einfach aus!“



Kapitän Tönnigs nahm das Pad und reichte es Sebastian. Sebastian nahm das Pad an sich und begann den Text darauf aufmerksam zu studieren. Es waren Fakten und Fragen zur Raumfahrt und zum Kommandieren von Raumschiffen. Sebastian studierte den Text und beantwortete die Fragen aufmerksam. Als Sebastian nach etwa einer halben Stunde alle Fragen durch hatte sagte er: „So, das war’s. Ich habe alle Fragen beantwortet.“ Admiral Kowalski fragte ungläubig: „Was denn, jetzt schon?“ Sebastian stand auf und reichte dem Admiral das Pad. Admiral Kowalski steckte das Pad in die Konsole auf dem Schreibtisch von Kapitän Tönnigs und sagte: „Dann wollen wir doch mal sehen, wieviele Punkte oder Fehler Sie haben.“ Daraufhin schauten der Admiral und Kapitän Tönnigs akribisch auf die Konsole und diskutierten leise miteinander. Nach einer Weile sagte Admiral Kowalski zu Sebastian: „Leutnant Neuhof, meinen Glückwunsch! Sie haben bestanden.“ Sebastian erwiderte: „Bestanden, was habe ich bestanden?“ Admiral Kowalski antwortete: „Den theoretischen Teil der Befähigungsprüfung für die Schiffsführung.“ Sebastian fragte verwundert: „Das war die theoretische Prüfung?“ Kapitän Tönnigs antwortete mit einem Lächeln: „Niemand hat gesagt daß die Prüfung vorher angekündigt werden muß. Hier im Weltraum werden wir unser ganzes Leben geprüft.
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“ Sebastian lächelte nur sprachlos. Kapitän Tönnigs öffnete einen Kanal zu Ruby und sagte: „Leutnant Ivanes, sie können wieder herein kommen. Ihr Auszubildender hat die Prüfung bestanden. Tönnigs Ende!“



Wenig später ertönte das Türsignal und Kapitän Tönnigs ließ Alice die Tür öffnen. Ruby betrat den Raum und Admiral Kowalski sagte zu ihr: „Meinen Glückwunsch Leutnant Ivanes! Ihr Auszubildender hat soeben die theoretische Prüfung bestanden. Damit ist er nun ein vollwertiger Brückenoffizier.“ Ruby bedankte sich und lächelte. Kapitän Tönnigs sagte zu Sebastian und Ruby: „Sie haben jetzt Freizeit. Ich kann mir vorstellen daß Sie den Erfolg gebührend feiern wollen. Ach ja Leutnant Neuhof, es gibt da eine gewisse Tradition mit der frisch gebackene Offiziere auf der Far Horizon begrüßt werden. Ich will der Mannschaft nicht den Spaß verderben, deshalb kann ich Ihnen nur raten mit dem Unerwarteten zu rechnen.“ Sebastian erwiderte: „Danke Kapitän Tönnigs und auch Ihnen Admiral Kowalski! Bevor ich gehe möchte ich noch erwähnen daß mich Leutnant Ivanes, Leutnant Berghof und Leutnant Sukow tatkräftig bei der Ausarbeitung der Strategien für die heutige Gefechtsübung unterstützt haben. Ohne sie wäre ich nicht in der Lage gewesen meine Ideen in die Tat umzusetzen.“ Admiral Kowalski lächelte und sagte: „Ich werde es in meinem Bericht erwähnen. Ich freue mich schon auf die nächste Gelegenheit Sie in Aktion zu sehen. Bis dahin wünsche ich Ihnen alles gute für Ihre Laufbahn.“ Sebastian bedankte sich bei Admiral Kowalski und Kapitän Tönnigs, dann verabschiedete er sich und verließ mit Ruby den Raum.



Auf der Brücke saß Commander Junkers, als Sebastian und Ruby aus dem Raum des Kapitäns kamen fragte er: „Na, wie ist es gelaufen?“ Ruby lächelte und erwiderte: „Erfolgreich.“ Commander Junkers nickte anerkennend, dann fragte er: „Weis Leutnant Neuhof was ihn jetzt erwartet?“ Ruby erwiderte: „Nein, nicht einmal ansatzweise.“ Commander Junkers sagte: „Na dann rechnen Sie mal mit allem Leutnant Neuhof!“ Sebastian rollte mit den Augen und sagte: „Danke, ich werde wachsam sein.“ Dann gingen Sebastian und Ruby zum Lift und Ruby wählte die Kampffliegerrampe als Fahrziel.
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Dann sagte sie: „Alice, Rundmeldung aussenden! Der Inhalt lautet – neuer Offizier an Bord.“ Alice bestätigte den Befehl. Dann öffnete sich der Lift und sie stiegen ein.



Als die Türen sich geschlossen hatten und der Lift losfuhr fragte Sebastian: „Kannst Du mir etwas darüber erzählen was mich jetzt erwartet?“ Ruby antwortete: „Es ist ein altes Ritual, eine Tradition mit der neue Offiziere an Bord willkommen geheißen werden. Es braucht mehr Zeit um es Dir zu erklären als es bis zum Beginn des Rituals noch dauert.“ Sebastian seufzte: „Okay, nächster Halt, die Ungewißheit.“ Wenige Augenblicke später hielt der Lift auf der Ebene der Kampffliegerrampe. Auf der Rampe standen vier Leute in weiten schwarzen Kutten um ein seltsames Schiff herum. Ihre Gesichter waren verdeckt und jeder trug etwas vor sich in den Händen. Sebastian fragte Ruby: „Was hat das zu bedeuten?“ Ruby flüsterte: „Deine Offizierstaufe. Mach Dir keine Sorgen, es passiert Dir nichts schlimmes. Aber es wird ziemlich aufregend.“ Als sie vor den vier Gestalten standen reichten drei der vier Gestalten Sebastian die Dinge welche sie in den Händen hielten. Es waren drei Teile eines Druckanzuges, eine Hose mit integrierten Schuhen, ein Oberteil mit Versorgungseinheit auf dem Rücken und ein Helm. Die vierte Gestalt hielt ein kleines Kästchen in den Händen. Sebastian fragte Ruby: „Ein Weltraumspaziergang?“ Ruby antwortete: „Nicht ganz. Laß Dich überraschen!“



Drei der vier Gestalten halfen Sebastian beim Anlegen des Druckanzuges. Als Sebastian den Druckanzug angelegt hatte deuteten die vier Gestalten auf das seltsame Schiff. Ruby sagte: „Mach Dir keine Sorgen, ich werde das Schiff fliegen. Dieses Erlebnis vergißt Du garantiert niemals.“ Dann stiegen sie in das seltsame Schiff. Ruby stieg in das Cockpit und Sebastian blieb mit den vier Gestalten im hinteren Teil des Schiffes, dann startete das Schiff. Als es den Startkanal der Far Horizon verlassen hatte deuteten die vier Gestalten auf eine runde Plattform in der Mitte des Raumes. Sebastian trat auf die Plattform und um Ihn herum schloß sich eine durchsichtige Kammer. Kurz darauf öffnete sich eine Art Luftschleuse über Sebastian und gab den Blick auf die Sterne frei. Dann hörte Sebastian die Stimme von Ruby in seinem Helm wie sie sagte: „Keine Angst! Die Plattform unter Dir ist magnetisiert und in Deinen Schuhen ist eine massive Stahlsole.
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Erwarte jetzt Deine Offizierstaufe!“ Sebastian fragte: „Meine Taufe? Womit werde ich getauft?“ Ruby antwortete über das Sprechgerät in Sebastians Helm: „Mit Sternenlicht, wie es sich für einen Raumfahrer gehört.“ Dann legten die vier Gestalten ihre Kutten ab, Sebastian erkannte daß es Miriam, Nicole, Doktor Ngujen und Yvette waren. Die Plattform auf der Sebastian stand wurde nach oben gefahren bis sie bündig mit der Außenhaut des Schiffes abschloß. Sebastian hörte wieder die Stimme von Ruby in seinem Helm, sie sagte: „Sieh Dich um! Was siehst Du?“ Sebastian antwortete: „Ich sehe einen roten Zwergstern in einiger Entfernung.“



Ruby erwiderte: „Dieser Stern mit Namen Wolf drei fünf neun soll ab sofort Dein Leuchtfeuer sein. Er soll mit seinem Licht Dich leiten, auf Deinem Weg durch schwierige Zeiten. Er soll immer da für Dich sein, denn Du wurdest Offizier unter dem Licht von Wolf drei fünf neun.“ Nach einer kurzen Pause sagte Sebastian: „Das war sehr poetisch gesprochen.“ Ruby erwiderte: „Jetzt bist Du ein richtiger Offizier der Erdraumflotte, getauft mit Sternenlicht.“ Sebastian antwortete: „Danke Euch allen! Das war wirklich ein unvergeßliches Erlebnis, doch etwas fehlt. Jemand ohne den mein Leben seit fünf Tagen nicht mehr das selbe wäre.“ Ich wünschte Riona wäre hier um diesen Augenblick mit mir und Euch zu teilen.“ Ruby erwiderte: „Riona? Meinst Du etwa die Riona die ich vermute?“ Sebastian sagte: „Genau die Riona, die mir bei der Suche nach einem Vermißten Menschen geholfen hat. Die Wächterin Riona.“ Kurz darauf hörte Sebastian in seinem Kopf einen Sprechchor mit vielen Stimmen die sagten: „Unsere Präsenz in Deiner Nähe ist permanent. Auch die Präsenz des Individuums welches Du Riona nennst. Wir beglückwünschen Dich zu den bestandenen Prüfungen. Du bist nicht allein, sei Dir dessen immer bewußt. Kontaktiere uns wann immer es nötig ist! Wir werden da sein.“ Sebastian fragte: „Ruby, hast Du es auch gehört?“ Ruby erwiderte: „Ja, ich habe es gehört. Wir sind niemals allein.“ Dann wurde die Plattform wieder eingefahren und die Luftschleuse über Sebastian schloß sich.
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Die durchsichtige Kammer um die Plattform öffnete sich wieder und Sebastian war im hinteren Teil des Schiffes mit Miriam, Nicole, Doktor Ngujen und Yvette.



Miriam, die noch immer das kleine Kästchen hielt trat an Sebastian heran und Sebastian setzte seinen Helm ab. Dann öffnete Miriam das kleine Kästchen und nahm ein kleines Abzeichen heraus. Sie steckte Sebastian das Abzeichen an den Uniformkragen und sagte: „Mit Empfehlung von Kapitän Tönnigs. Hiermit bist Du offiziell ein Offizier der Kommandoebene. Damit kannst Du auch alleine, also in Abwesenheit eines Offiziers der Kommandoebene ein Schiff kommandieren.“ Sebastian erwiderte: „Danke Miriam!“ Miriam erwiderte: „Nichts zu danken! Bleib´ einfach so einfallsreich wie Du bist.“ Dann trat Nicole an Sebastian heran und sagte ganz leise: „Ich habe auch gehört was die Wächter gesagt haben.“ Sebastian erwiderte ebenfalls leise: „Wir sind niemals alleine.“ Dann erreichte das Schiff wieder die Kampffliegerrampe. Ruby kam aus dem Cockpit und sagte zu Sebastian: „Ich sagte Dir doch daß Du dieses Ereignis nicht so schnell vergessen wirst.“ Sebastian kletterte aus dem Druckanzug und Nicole verstaute den Anzug in einem kleinen Fach. Dann prüfte Sebastian den Kragen seiner Uniform, das neue Abzeichen war noch dran. Ruby hatte inzwischen die Luke des Schiffes geöffnet. Sebastian, Ruby, Doktor Ngujen, Nicole, Miriam und Yvette verließen das Schiff.



Als sie wieder in der Kampffliegerrampe waren fragte Sebastian: „Was war das eigentlich für ein Schiff?“ Ruby antwortete: „Ein Schiff für Wartungsarbeiten an der Außenhülle großer Schiffe.“ Miriam, Nicole, Yvette und Doktor Ngujen verabschiedeten sich und gingen zum Lift. Sebastian schaute Ruby fragend an. Ruby fragte: „Was ist?“ Sebastian antwortete: „Nur wenn es Dir nichts ausmacht würde ich mit Dir gerne noch eine Runde drehen.“ Ruby schaute Sebastian an, grinste übers ganze Gesicht und sagte: „Okay, drehen wir eine Runde! Willst Du lieber mit mir oder mit Lady G-Force fliegen?“ Sebastian antwortete: „Ich denke heute fliege ich mal mit Dir.“ Daraufhin gingen sie zur Hangarverwaltung. Ruby ließ diesmal einen schweren Kampfflieger bereitstellen. Dann fragte sie: „Möchtest Du steuern?“ Sebastian antwortete: „Okay, sage mir aber bitte genau was ich bei diesem Schiff beachten muß!“ Ruby erwiderte: „Geht klar! Dieses Schiff fliegt sich genau so wie die Bird of Death, es ist nur etwas breiter.
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Du solltest eigentlich gut damit klar kommen.“



Sebastian und Ruby kletterten in das bereitgestellte Schiff. Ruby fuhr die Systeme hoch und Sebastian setzte das Augenliederprojektionssystem auf und schloß die Augen. Ruby schloß die Kabine und fragte: „Kann es losgehen?“ Sebastian antwortete: „Okay, ich bin bereit.“ Daraufhin forderte Ruby die Starterlaubnis an und Commander Junkers erteilte diese. Dann sagte Ruby: „Na los, dann bringe uns mal raus!“ Sebastian beschleunigte sanft, richtete das Schiff auf den Startkanal aus und beschleunigte dann mit halber Kraft. Als sie im offenen Raum waren fragte Ruby: „Willst Du mal was interessantes versuchen?“ Sebastian fragte zurück: „Was schwebt Dir vor?“ Ruby antwortete: „Ich dachte da an ein Katapultmanöver um den Stern herum.“ Mit leichter Nervosität fragte Sebastian: „Du führst mich aber durch das Manöver, okay?“ Ruby antwortete: „Natürlich. Ich werde Dir einen Flugpfad auf dem Augenliederprojektionssystem einblenden.“ Erleichtert sagte Sebastian: „Damit kann ich was anfangen. Danke.“ Ruby lachte und sagte: „Dann nimm mal Kurs auf den Stern! Ich habe die Schilde aktiviert, das wird uns vor der Strahlung des Sterns schützen.“



Sebastian richtete das Schiff auf den Stern aus und zog den Schub auf. Das Schiff heizte davon in Richtung des roten Zwergsterns. Als sie sich dem Stern näherten blendete Ruby den Flugpfad auf Sebastians Augenliederprojektionssystem ein und Sebastian folgte dem Pfad. Sebastian richtete die Flugbahn so aus daß sie bei gleichbleibender Flugbahn den Stern knapp verpaßten. Ruby erklärte ihm: „Wenn unsere Flugbahn ihren nächsten Punkt zum Stern hat paßt Du den Kurs an, so daß wir immer die gleiche Entfernung zur Oberfläche haben. Dabei gibst Du so viel Schub wie möglich. Aber nicht erschrecken, das hier ist nicht die Excalibur! Du wirst also ein paar Beschleunigungskräfte spüren.“ Sebastian erwiderte: „Hoffentlich bekomme ich keinen Blackout!“ Ruby lachte und sagte: „Keine Sorge, ich habe an der hinteren Konsole zugriff auf die Triebwerke und die Steuerung.“ Als sie die kürzeste Distanz zum roten Zwergstern hatten zog Sebastian das Schiff bei vollem Schub in einen engen Orbit um den Stern.
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Ruby rief: „Wenn ich Dir ein Zeichen gebe verläßt Du den Orbit um den Stern und fliegst geradeaus!“ Sebastian erwiderte: „Alles klar, die Zentrifugalkraft wird uns dann aus dem Orbit schleudern.“ Die Zentrifugalkraft preßte sie in ihre Sitze, schließlich rief Ruby: „Jetzt!“ Sebastian ließ den Steuerstick in die neutrale Stellung zurück gleiten und hielt den Schubregler bei maximalem Schub voraus. Das Schiff raste von dem Stern weg.



Sebastian vollführte mit dem Schiff ein paar Faßrollen, Ruby rief: „Es sieht so aus als hättest Du Spaß.“ Sebastian erwiderte: „Das ist ein irres Gefühl!“ Ruby antwortete: „Du hast dieses Manöver noch nie am Rand der Atmosphäre eines Gasriesen gemacht!“ Sebastian erwiderte: „Nein, das habe ich noch nicht und ich bin sehr dankbar daß es hier keinen Gasriesen gibt.“ Ruby antwortete: „Wenn Du willst, kann ich Dir das Manöver beim nächsten Mal am Jupiter demonstrieren.“ Sebastian erwiderte: „Ich denke darüber nach, vielleicht findest Du bis dahin noch eine harmlosere Möglichkeit mich zu erschrecken.“ Ruby sagte: „Okay, wenn Du willst können wir zur Far Horizon zurückfliegen.“ Sebastian antwortete: „Ich bin dabei. Rückkehr zur Far Horizon.“ Sebastian navigierte zur Far Horizon zurück und Ruby forderte die Landeerlaubnis an. Dann flog Sebastian auf den Start- und Landekanal zu und reduzierte die Geschwindigkeit. Als sie die Kampffliegerrampe erreichten hatten sie noch etwa fünf Stundenkilometer Geschwindigkeit. Sebastian reduzierte die Geschwindigkeit auf einen Stundenkilometer und richtete das Schiff horizontal aus. Sie setzten sacht mit einem Stundenkilometer auf. Ruby sagte anerkennend: „Also Deine Landungen sind jedenfalls sanft wie ein Blatt das auf den Boden fällt.“



Als sie aus dem Schiff stiegen sagte Ruby: „Mach weiter so und die nächste Piloten und WSO-Challenge hast Du ganz sicher in der Tasche!“ Die Wartungsmannschaft verstaute das Schiff und Sie gingen in Richtung Lift. Ruby wählte die Mannschaftsmesse als Fahrziel aus und sie warteten auf die Ankunft des Lifts. Schließlich kam der Lift und sie stiegen ein. Während der Fahrt in Richtung Mannschaftsmesse sagte Sebastian nichts. Schließlich erreichten sie die Mannschaftsmesse, Yvette, Miriam und Kapitän Tönnigs saßen an einem Tisch und diskutierten.
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Als Kapitän Tönnigs Sebastian sah winkte er ihm zu und rief: „Leutnant Neuhof, setzen Sie sich doch zu uns!“ Sebastian und Ruby setzten sich zu der Gruppe. Kapitän Tönnigs fragte: „Haben Sie Leutnant Mangold die Idee in den Kopf gesetzt einen neuen Kampfflieger zu konstruieren?“ Sebastian antwortete: „Ja, ich hielt diese Idee für besser als die Idee welche Leutnant Mangold bis dahin verfolgte. Sie versuchte einen vorhandenen Kampfflieger mit stärkeren Geschützen auszustatten.“



Yvette verdrehte die Augen, doch Kapitän Tönnigs sagte: „Ja, ich denke auch daß es wenig bringen würde einen bereits existierenden Kampfflieger grundlegend umzubauen. Ich denke es wäre eine Interessante Herausforderung für Leutnant Mangold einen neuen Kampfflieger zu konstruieren. Aber mit dem Bau dürfte es etwas schwierig werden.“ Miriam ergänzte: „Wir haben einfach nicht die Kapazitäten für den Bau von Kampffliegern auf der Far Horizon.“ Yvette schaute Sebastian an und sagte: „Schade, es wäre bestimmt interessant geworden.“ Sebastian erwiderte: „Dann führen wir eben nur die Konstruktion des neuen Kampffliegers auf der Far Horizon durch.“ Ruby fragte: „Was meinst Du?“ Sebastian antwortete: „Ich frage mich nur ob wir nicht die Gelegenheit nutzen sollten, daß wir jetzt ausgerechnet in der Nähe der Werftstation sind.“ Yvette fragte: „Meinst Du wir sollen den neuen Kampfflieger auf der Werftstation bauen lassen?“ Sebastian antwortete: „Ja, dort hat man schließlich Erfahrung mit dem Bau von Schiffen.“ Kapitän Tönnigs sagte: „Man könnte ja mal nachfragen ob es freie Kapazitäten auf der Werftstation gibt.“ Damit stand er auf und stellte eine Sprechverbindung zur Werftstation her.



Yvette fragte Sebastian währenddessen ob er noch andere Vorschläge für die Konstruktion des neuen Kampffliegers hatte. Sebastian schlug vor die Kontrollen für Piloten und Waffensystemoffizier doppelt anzulegen und auch eine Version von Alice auf dem Schiffssystem zu installieren. Dann kam Kapitän Tönnigs wieder an den Tisch und sagte: „Es gibt auf der Werftstation freie Kapazitäten für den Bau und von neuen Schiffen. Allerdings ist die Versorgungslage für Metall derzeit ziemlich eng gestrickt.
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Vielleicht bekommen wir nicht genug Metall für einen Prototyp zusammen.“ Sebastian fragte: „Brauchen wir überhaupt so viel Metall?“ Miriam antwortete: „Nun ja, für den Schiffsrumpf brauchen wir schon eine ganze Menge Metall... Warte mal! Hast Du vor was ich denke daß Du es vor hast?“ Sebastian überlegte und fragte: „Was wäre wenn wir den Schiffsrumpf aus einem anderen Material fertigen lassen?“ Miriam erwiderte: „Komprimierte Kohlefaserverbundwerkstoffe! Verstärkte komprimierte Kohlefaserverbundwerkstoffe. Die sind genau so stabil wie Metall aber erheblich leichter.“



Yvette sagte voller erstaunen: „Das hätte den positiven Nebeneffekt daß der neue Kampfflieger erheblich schneller und manövrierfähiger wäre.“ Kapitän Tönnigs fragte: „Wie lange brauchen Sie für die Fertigstellung der Konstruktionspläne des neuen Kampffliegers?“ Miriam antwortete: „Mit den Konstruktionsplänen sind wir fast fertig. Wenn die Fertigstellung auf der Werftstation stattfindet dann bringt uns das einen erheblichen Zeitvorteil.“ Kapitän Tönnigs erwiderte: „Na dann legen Sie mal los! Wir werden noch eine Weile im System Wolf drei fünf neun verweilen.“ Miriam stand auf und sagte zu Yvette: „Na dann auf in den Maschinenraum! Yvette stand ebenfalls auf und sagte: „Okay ich bin dabei.“ Damit verließen sie beide die Mannschaftsmesse. Nun saßen Kapitän Tönnigs, Ruby und Sebastian alleine am Tisch. Kapitän Tönnigs sagte staunend: „So engagiert habe ich Leutnant Mangold schon lange nicht mehr erlebt.“ Sebastian erwiderte: „Vielleicht wird sie durch die Vorfreude angetrieben ein neues besseres Schiff zu bekommen?“ Kapitän Tönnigs antwortete: „Schon möglich. Aber sie war doch heute bereits auf einem neuen besseren Schiff.“ Sebastian erwiderte: „Ich glaube das hat sie nicht so sehr befriedigt. Die Tridentklasse ist in einer Gruppe von mehreren Schiffen sicher eine gewaltige Bedrohung. Aber ein einzelnes Schiff ist relativ schutzlos, da die Tridentklasse nur nach vorne gerichtete Waffen hat. Sie ist eben ein überdimensionaler Kampfflieger.“



Ruby sagte: „Laß uns was trinken!“ Sebastian erwiderte: „Ja, ich würde gerne mal wieder eine Tasse Feuertee probieren.“ Kapitän Tönnigs fragte erstaunt: „Sie wissen was Feuertee ist?“ Sebastian antwortete: „Ja, eine Teesorte die auf der permanent dem Stern zugewandten Seite von GJ 581g bei einer Temperatur gedeiht bei der irdische Pflanzen bereits verbrannt wären.
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Durch die permanente massive Sonneneinstrahlung ist dieser Tee sehr aromatisch.“ Kapitän Tönnigs erwiderte: „Nicht schlecht! Sie sind noch nicht einmal zwei Wochen auf der Far Horizon und haben bereits eine Vorliebe für eine Spezialität von einem anderen Planeten. Ich werde auch eine Tasse des besagten Tees nehmen.“ Ruby entschied sich ebenfalls für eine Tasse Feuertee. Daraufhin tippte Kapitän Tönnigs auf der Konsole des Tisches herum und orderte drei Tassen Feuertee, leicht gesüßt. Als die Tassen vor ihnen standen sagte Kapitän Tönnigs: „Na dann lassen Sie uns anstoßen auf eine ereignisreiche Berufliche Zukunft.“ Sie erhoben die Tassen und prosteten sich zu.



Als sie sich gerade ihrem Tee widmeten kamen Miriam und Yvette zurück in die Mannschaftsmesse. Miriam hielt ein Pad in ihrer Hand und sagte: „Hier sind die Konstruktionsdaten.“ Sebastian fragte: „Habt Ihr den Atmosphärenflug bei der Konstruktion berücksichtigt?“ Yvette sagte: „Natürlich. Es wäre doch schade wenn ein so elegantes Schiff nicht dazu in der Lage wäre durch eine Atmosphäre zu fliegen.“ Sebastian fragte weiter: „Was ist mit der doppelten Auslegung von Piloten und WSO-Systemen?“ Miriam antwortete: „Ist berücksichtigt.“ Sebastian fragte: „Waffensysteme und Schilde?“ Yvette sagte stolz: „Ein leichtes gammastrahlengepulstes Plasmageschütz mit hoher Feuerrate, zwei Gammastrahlenemitter und vier Mikrowellengeschütze. Die Schilde sind doppelt ausgelegt. Eine innere primäre und eine äußere sekundäre Schildblase.“ Sebastian sagte erstaunt: „Du hast Dir die Schildkonfiguration bei der Far Horizon abgeschaut.“ Miriam erwiderte: „Richtig! Die doppelte Schildanordnung ist ein erheblicher taktischer Vorteil.“ Sebastian fragte neugierig: „Kann sich das Schiff auch an Sternen mit Energie versorgen?“ Yvette antwortete: „Natürlich, wenn man schon doppelte Schilde hat dann ist dies nur noch ein kleiner Schritt.“ Sebastian sagte: „Eine Idee habe ich noch. Ein System das Wellen von aktiven Sensoren neutralisiert. Das Schiff wird durch seinen nicht metallischen Rumpf ohnehin schon schwer zu orten sein.
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Ein System das aktive Sensoren täuscht wäre quasi noch die Krönung, sowas wie eine Tarnvorrichtung.“ Yvette fragte leicht verwundert: „Täusche ich mich oder wird das ein wirklich fieses Schiff?“ Sebastian antwortete: „Das wird ein Schiff mit vielen Vorteilen.“



Nachdem alle Vorschläge in die Konstruktionspläne eingearbeitet waren sagte Kapitän Tönnigs: „Jetzt müssen Sie die Mannschaft der Werftstation nur noch von diesem Entwurf überzeugen.“ Yvette fragte Kapitän Tönnigs: „Haben Sie eine Idee?“ Kapitän Tönnigs antwortete: „Ich vermute nach dieser Niederlage mit der Tridentklasse wird die Werftmannschaft ziemlich motiviert sein ein besseres Schiff zu bauen. Wenn Sie die Werftstation kontaktieren sagen Sie von welchem Schiff sie kommen und bestellen Sie einen Gruß von mir.“ Yvette bedankte sich und verließ mit Miriam die Mannschaftsmesse. Kapitän Tönnigs lachte und sagte: „Leutnant Mangold ist ja voller Elan. Die Aussicht darauf ein besseres Schiff zu entwickeln scheint sie ziemlich anzuspornen.“ Sebastian lächelte und sagte: „Ich hoffe ich habe mit meinen Vorschlägen für die Ausstattung des neuen Kampffliegers nicht geholfen ein Monster zu erschaffen.“ Ruby grinste und sagte: „Kein Monster, eine Herausforderung für die nächste Piloten und WSO-Challenge.“ Kapitän Tönnigs verabschiedete sich und verließ die Mannschaftsmesse. Ruby strich Sebastian über den Arm und sagte: „Du hast heute mal wieder für ziemlich viel Aufsehen gesorgt. Erst Deine Strategie für die Gefechtsübung und dann bestehst Du auch noch die Theoretische Prüfung für die Kommandobefähigung. Ich bin stolz auf Dich.“



Sebastian trank seinen Tee aus und fragte: „Was machen wir mit dem Rest des Tages?“ Ruby antwortete: „Suche Dir was aus!“ Sebastian fragte: „Was steht uns zur Verfügung?“ Ruby antwortete: „Wir können uns ein Wenig Spaß gönnen, vielleicht im Simulator bei einer Gefechtssimulation. Wir können aber auch etwas beim Zero – G entspannen.“ Sebastian antwortete: „Zero – G! Das klingt verlockend, wenn Du mich nicht all zu heftig herum schleuderst.“ Ruby erwiderte: „Okay, ich werde Dich nicht zu heftig rannehmen.“ Damit stand Ruby auf und reichte Sebastian die Hand.
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Sebastian Stand auf und Ruby ließ sie beide zur Nullschwerkrafthalle teleportieren. Als sie vor der Nullschwerkrafthalle angekommen waren sagte Ruby: „Okay, da wären wir. Hast Du eine Idee was Du in der Schwerelosigkeit machen willst?“ Sebastian antwortete: „Wenn wir sowas ähnliches wie Schwimmflossen hätten, dann könnten wir in der Schwerelosigkeit manövrieren ohne uns von den Wänden abstoßen zu müssen.“ Ruby sagte nachdenklich: „Aerodynamische Fluganzüge! Damit können wir uns wie Fische im Aquarium bewegen.“ Sebastian erwiderte: „Okay Ruby, bringe mir bei wie man sich ohne Schwerkraft elegant bewegt!“



Ruby holte aus einem Schrank ein paar Anzüge. Sie legten die Anzüge an und Ruby erklärte Sebastian wie man sich damit ohne Schwerkraft bewegt. An den Armen und Beinen hatten die Anzüge so etwas wie Flughäute. Ruby nahm Sebastians Hand und sagte: „Wir sollten uns diesmal langsam dem Bereich ohne Schwerkraft nähern. Du willst doch langsam und Elegant durch den Raum manövrieren?“ Sebastian erwiderte: „Ja, langsam und elegant.“ Daraufhin gingen sie langsam auf den Schwerkraftlosen Bereich zu. Als sie den Bereich ohne Schwerkraft erreichten drifteten sie langsam in Bodennähe durch die Halle. Ruby ließ Sebastian los und sagte: „Okay, ich fliege voraus und Du versuchst in meiner Nähe zu bleiben!“ Sebastian antwortete: „Klingt gut. So machen wir es.“



Ruby hob elegant ab indem sie die Arme schwang und somit einen Rückstoß erzeugte. Sebastian folgte ihr und sie flogen langsam durch den Raum. Ruby beschleunigte etwas und Sebastian tat es ihr gleich. Ruby änderte ihre Flugbahn rechtzeitig vor der Wand und Sebastian folgte ihr. Ruby fragte: „Und, wie ist es?“ Sebastian antwortete: „Besser als die klassische Methode, mit der wir uns sonst durch die Halle bewegen.“ Ruby bremste ihren Flug ab und sagte: „Okay Basti, zeig mal was Du kannst!“ Sebastian zog langsam an Ruby vorbei und drehte die Flughäute an Händen, Armen und Beinen, so daß er eine Faßrolle vollführte. Dann machte er einen Looping und darauf eine Wende. Ruby rief: „Hey super, das machst Du großartig!“ Sebastian rief ihr zu: „Das könnte eine alternative für Deinen Nullschwerkrafttanz sein. So muß man nicht extra ein Trägheitsverlagerungsfeld um sich herum erzeugen lassen.
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Ich fand die Variante mit den phaseninvertierten Schwerkraftanzügen, den Trägheitsverlagerungsfeldgeneratoren und den Hirnstromscannern aber auch sehr interessant. Offen gesagt hat es mir besser gefallen nur mit der Kraft der Gedanken zu steuern.“ Ruby lachte und sagte: „Das hat man beim Flottenball gesehen. Du bist geflogen als hättest Du nie was anderes gemacht.“



Während sie durch die Halle flogen kam plötzlich Miriam Sukow herein. Sie rief: „Hey, cooler Flugstil! Wartet mal, ich hole mir auch einen Anzug!“ Darauf verschwand sie kurz im Vorraum der Nullschwerkrafthalle. Wenig später kam sie mit einem Fluganzug wieder herein. Sie hob elegant vom Boden ab und schloß sich der Formation von Sebastian und Ruby an. Während sie durch die Halle flogen rief Miriam: „Hey, das ist ja phantastisch! Ich glaube beim nächsten Flottenball versuche ich es auch einmal mit einem phaseninvertierten Schwerkraftanzug, einem Trägheitsverlagerungsfeld und einem Hirnstromscanner.“ Dann flogen sie eine Reihe von Flugfiguren, was Miriam sichtlich Freude bereitete.



Etwas später sagte Sebastian: „Ich weis ja nicht wie es Euch geht aber ich bin jetzt doch etwas müde.“ Ruby erwiderte: „Wundert Dich das nach diesem Tag heute? Du hast eine neue Vorgehensweise beim Springen von großen Schiffen entwickelt, an einer Gefechtssimulation teilgenommen, die theoretische Befähigungsprüfung für das Kommandieren eines Schiffes bestanden, dann bist Du mit mir noch ein Katapultmanöver um den hiesigen Stern geflogen und hast Miriam und Yvette noch bei der Konstruktion eines Schiffes geholfen. Ach ja, die Wirkung des roten Honigweins müßte auch langsam nachgelassen haben. Kein Wunder daß Du so müde bist. Dieser Tag war randvoll mit aufregenden Ereignissen. Na komm, laß uns den Rest des Tages ruhig ausklingen lassen!“



Sebastian flog auf den Ausgang der Nullschwerkrafthalle zu, dabei achtete er darauf daß er besonders langsam und ziemlich dicht am Boden flog. Schließlich sollte ihn die Schwerkraft, wenn er ihren Bereich wieder erreichte nicht unsanft zu Boden fallen lassen. Ruby und Miriam folgten Sebastian. Draußen vor der Nullschwerkrafthalle zogen sie die Fluganzüge aus und Ruby verstaute diese wieder in einem Schrank.
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Miriam verabschiedete sich und sagte daß ihr der Abend in der Schwerelosigkeit sehr gefallen hatte, dann ging sie zum Lift und verschwand darin. Ruby fragte: „Wollen wir den Lift nehmen oder unsere übliche Transportmethode?“ Sebastian erwiderte: „Den Teleporter! Wollen wir in Dein Quartier oder in meines teleportieren?“ Ruby antwortete: „Laß uns in Dein Quartier teleportieren! Ich bin genau so müde wie Du. Mit mir ist heute auch nichts mehr anzufangen.“ Sebastian gab den Befehl sie beide in sein Quartier zu teleportieren und wenig später standen sie auch schon im Wohnbereich seines Quartiers.



Ruby ging durch den Schlafbereich in den Waschraum und benutzte die Schallzahnbürste. Sebastian folgte ihr in den Waschraum und sagte nachdenklich: „Es ist schon merkwürdig, was es alles für technische Geräte hier gibt von denen ich zuvor keine Ahnung hatte.“ Ruby, die inzwischen fertig mit der Zahnpflege war sagte: „Du mußt Dir doch vorkommen wie Alice im Wunderland.“ Sebastian erwiderte: „Das trifft es ziemlich genau. Es ist als ob jeder meiner Träume plötzlich in Erfüllung gegangen ist. Ich hoffe daß hier ist kein Traum.“ Ruby drehte sich zu Sebastian um und sagte: „Also gut! Brauchst Du einen Beweis dafür, daß Du nicht träumst?“ Sebastian sagte: „Ja, aber keinen all zu schmerzhaften.“ Ruby nahm Sebastians Ohrläppchen zwischen ihren Daumen und den Zeigefinger. Dann sagte sie: „Sage Bescheid, wenn es anfängt weh zu tun!“ Daraufhin erhöhte sie den Druck zwischen Daumen und Zeigefinger. Sebastian sagte: „Okay, ich denke das ist Beweis genug.“ Ruby lies sein Ohrläppchen los und sagte: „Siehst Du? Es ist kein Traum.“ Daraufhin küßte sie Sebastian lang und intensiv. Als sie damit fertig war sagte Sebastian: „Wow, auch wenn es kein Traum ist, es fühlt sich trotzdem so schön an.“ Ruby grinste und strich Sebastian mit ihrem Zeigefinger über das Nasenbein. Dann ging sie in den Schlafbereich. Sebastian widmete sich seiner Zahnpflege und ging, als dies erledigt war ebenfalls in den Schlafbereich.



Ruby lag schon im Bett, sie hatte sich an der Teleporterstation einen Schlafanzug aus ihrem Quartier angefordert und sich bereits umgezogen. Sebastian zog sich ebenfalls die Nachtkleidung an und begab sich ins Bett.
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Er legte den Arm um Ruby und sagte: „Also das mit meiner Ausbildung ist jetzt wohl überflüssig oder was?“ Ruby drehte sich zu Sebastian um und sagte: „Für die Grundausbildung und die Ausbildung zum Brückenoffizier mag dies zutreffen. Es gibt aber noch so viele Gebiete auf denen ich Dir was beibringen kann.“ Sebastian fragte: „Wie wäre es mit einem kurzen Überblick?“ Ruby schaute Sebastian tief in die Augen und sagte: „Zum Beispiel Jagt- und Kampfmanöver mit Kampffliegern, Atmosphärenflugmanöver, Prozeduren der Kampffliegerwartung und vieles mehr. Und wenn Dir das nicht ausreicht, kann Miriam Dir noch eine ganze Palette Ingenieurswissen vermitteln. Doktor Ngujen kann Dich in medizinischen Dingen unterweisen. Und Kapitän Tönnigs sowie Commander Junkers haben vielleicht noch die eine oder andere Lektion in Sachen Schiffsführung und Diplomatie für Dich auf Lager. Und all das war nur ein Auszug von dem was Du alles noch lernen kannst.“



Sebastian streichelte Rubys Oberarm und sagte: „Das wird sicher interessant.“ Ruby gab ihm einen sanften Kuß und sagte: „Und wer weis, welche Abenteuer uns noch erwarten? Aber versuche jetzt zu schlafen!“ Sebastian antwortete: „Ja Du auch, und nicht von unheimlichen schwarzen Raumschiffen träumen!“ Ruby grinste und sagte: „Du bist unverbesserlich. Gute Nacht!“ Sebastian erwiderte: „Gute Nacht Ruby!“ Dann kuschelte er sich an Ruby und sie schliefen ein.
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