Sebastian und Seine Abenteuer auf dem Raumschiff Far Horizon (06)   39

Fantastisches · Romane/Serien · Fan-Fiction/Rollenspiele · Experimentelles

Von:    Andreas Kretschmann      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 2. Oktober 2012
Bei Webstories eingestellt: 2. Oktober 2012
Anzahl gesehen: 999
Seiten: 39

Diese Story ist Teil einer Reihe.

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Ein "Klappentext", ein Inhaltsverzeichnis mit Verknüpfungen zu allen Einzelteilen, sowie weitere interessante Informationen zur Reihe befinden sich in der "Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht":

  Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht      Was ist das?


Verlustangst / Die Wächter

Zeitepoche 17.07.2013



Sebastian erwachte, als Ruby durch den Schlafbereich stolperte, er drehte seine Kopf in ihre Richtung worauf sie sagte: „Hey, laß Dich nicht stören! Ich habe eben einen Auftrag für eine Mission bekommen, für eine Lady G-Force – Mission.“ Sebastian sprang aus dem Bett und sagte: „Hey klasse, wann geht’s los, muß ich irgendwas wissen über die Mission?“ Ruby sah im in die Augen und sagte: „Nur daß Du Dir keine Sorgen machen sollst, in ein paar Stunden werde ich zurück sein.“ Sebastian sah Ruby erschrocken an und erwiderte: „Was denn, Du fliegst ohne mich? Aber ich bin doch Dein permanenter WSO, wir sind ein Team und Du bist meine Ausbilderin. Aber was noch viel wichtiger ist, Du bist meine Freundin! Ich will nicht alleine hier zurückbleiben mit der Angst daß Dir was passieren könnte.“ Ruby legte Sebastian den Zeigefinger auf den Mund und sagte: „Keine Angst, ich fliege doch nicht direkt in die Hölle, aber dieser Flug wäre zu hart für Dich.“ Sebastian zog Ruby an sich heran und sagte: „Und wenn schon, dieser Flug kann nicht so hart sein wie die Angst Dich zu verlieren! Und selbst wenn Du direkt zur Hölle fliegst will ich mitkommen!“



Ruby nahm Sebastian in den Arm und sagte zu ihm: „Basti, es geht wirklich nicht. Es ist einfach zu gefährlich für Dich und außerdem hast Du noch keine Sicherheitseinstufung für derartige Spezialmissionen.“ Dann gab sie ihm einen Kuß und holte ein kleines Speichermodul aus ihrer Hosentasche. Sie drückte es Sebastian in die Hand und sage zu ihm: „Wenn es irgendwelche Anzeichen dafür gibt, daß mir was passiert ist, melde Dich bei Kapitän Tönnigs, Commander Junkers oder Doktor Ngujen und sage ihnen daß dies meine finalen Instruktionen für Dich sind, sie werden verstehen was das bedeutet.“



Sebastian sah Ruby traurig und beunruhigt an, dann sagte er: „Ruby, Du machst mir Angst. Was soll ich tun wenn Dir was passiert ist? Meine Ausbildung hat noch nicht einmal angefangen und Du eröffnest mir, daß ich eventuell meine Freundin und Ausbilderin verlieren werde.“ Ruby sah Sebastian tief in die Augen und sage mit beruhigend wirkender Stimme zu ihm: „Basti, es ist nur eine Vorsichtsmaßnahme, es gehört zum Protokoll daß zurückbleibende Mitglieder eines Teams diese Instruktionen erhalten, es wird bei jedem meiner Alleinflüge so sein.
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Du wirst Dich schon noch daran gewöhnen.“ Sebastian nahm Ruby unter Tränen in den Arm und sagte: „Ich werde mich nie an die Angst gewöhnen, Dich zu verlieren! Aber wenn Du in Dein Verderben fliegst, schwöre ich Dir daß ich Dir folgen werde mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln.“ Ruby strich Sebastian über den Rücken und sagte: „Ja, ich weis und ich weis es auch zu schätzen. Ich werde mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln versuchen nicht in mein Verderben zu fliegen. Außerdem wird Alice bei mir sein und auf mich aufpassen.“



Sebastian drückte Ruby so fest er konnte, ohne ihr schmerzen zuzufügen, darauf sagte Ruby zu ihm: „Ich will Dich auch nicht verlieren. In einer halben Stunde muß ich los, willst Du mich zur Startrampe begleiten?“ Sebastian erwiderte: „Ich will Dich begleiten, soweit wie es mir möglich ist!“ Ruby erwiderte: „Dann zieh Dich an, ich warte solange.“ Sebastian hastete zu seiner Kleidung vom Vorabend und zog sie rasch an, dann ging er in den Waschraum um sich die Trauer aus dem Gesicht zu wischen. Als er in den Schlafbereich zurückkam fragte Ruby: „Können wir?“ Sebastian sagte: „Ja, auch wenn ich diesen Moment am liebsten solange hinauszögern würde wie möglich.“ Ruby nahm Sebastian daraufhin in den Arm und gab den Befehl sie beide in ihr Quartier zu teleportieren.



Als sie in Rubys Quartier angekommen waren sagte Ruby: „Warte hier, ich muß nur schnell meine Fliegerklamotten anziehen und dann geht’s weiter in Richtung Startrampe.“ Daraufhin verschwand sie im Schlafbereich ihres Quartiers. Kurze Zeit später kam sie in ihrer Tarnung als Lady G-Force wieder aus dem Schlafbereich heraus. Dann sagte sie: „Es wird Zeit, laß uns aufbrechen!“ Mit diesen Worten ergriff sie die Hand von Sebastian und gab den Befehl sie beide zur Startrampe zu teleportieren.



Als sie ankamen standen Kapitän Tönnigs, Commander Junkers und Doktor Ngujen schon vor dem Schiff von Lady G-Force. Kapitän Tönnigs fragte: „Sie haben Ihre Instruktionen Lady G-Force?“ Ruby erwiderte: „Bestätigt, ich habe sie durchgelesen und verinnerlicht.“ Kapitän Tönnigs nickte und sagte: „Viel Erfolg!“ Lady G-Force erwiderte: „Danke! Ist es möglich, daß Sie Fähnrich Neuhof während meiner Abwesenheit in Ihre Obhut nehmen?“ Kapitän Tönnigs antwortete: „Natürlich, wir werden dafür Sogen daß ihm Ihre Abwesenheit nicht all zu sehr zu schaffen macht.
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“ Lady G-Force erwiderte: „Danke.“ Dann schloß sie die Kabine ihres Schiffes.



Commander Junkers sagte zu Sebastian: „Kommen Sie Fähnrich Neuhof, hier wird es gleich ziemlich lebensfeindlich wenn der Druckausgleich vollzogen ist.“ Darauf verließen sie den Rampenbereich, als sich das Schott hinter ihnen geschlossen hatte fragte Sebastian Doktor Ngujen: „Werde ich mich je an die Angst gewöhnen, daß Lady G-Force nicht mehr zurückkehrt?“ Doktor Ngujen schaute Sebastian an und sagte: „Es ist das erste Mal, daß sie ohne Sie zu einer Mission aufbricht, nicht wahr? Nun Sie wären kein gutes Teammitglied, wenn Sie keine Sorge um das Wohlergehen Ihrer Kameraden hätten. In einem Guten Team bleibt die Sorge um andere Mitglieder, das sorgt für Zusammenhalt.“ Sebastian schaute Doktor Ngujen beschämt an und sagte: „Sorge ist nicht das richtige Wort um meine Gefühle zu beschreiben, ich würde es eher Verlustangst oder gar Panik nennen.“ Doktor Ngujen fragte: „Gibt es einen Grund für Ihre erhöhte Besorgnis um Lady G-Force?“ Sebastian holte das Speichermodul aus seiner Hosentasche und sagte: „Das hat sie mir gegeben für den Fall...“ Doktor Ngujen ergänzte den Satz von Sebastian: „... daß ihr was zustößt.“ Sebastian nickte traurig und Kapitän Tönnigs sagte: „Das ist die Standartvorgehensweise für den Fall, die Wächter mögen es verhindern, daß Lady G-Force etwas zustößt. Darauf sind Ihre Instruktionen für Sie und Ihre Ausbildung von ihr vermerkt.“



Sebastian fragte verwundert: „Die Wächter?“ Kapitän Tönnigs schaute zu Doktor Ngujen rüber und fragte: „Doktor, würden Sie das übernehmen?“ Doktor Ngujen nickte und wandte sich Sebastian zu, dann sagte sie: „Es gibt eine alte Legende unter den Raumfahrern, daß ein uraltes Volk zwischen den Dimensionen wandelt, man nennt sie die Wächter. Sie sollen angeblich alle Schiffsbewegungen beobachten und denjenigen, welche ihrer Hilfe würdig sind in großer Not beistehen.
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“ Sebastian fragte staunend: „Hat sie schon einmal jemand gesehen?“ Doktor Ngujen schüttelte den Kopf und antwortete: „Nein gesehen hat sie noch niemand, doch es gibt Berichte von unerklärlichen Phänomenen durch welche Schiffe, die in Not waren direkt in die Nähe von Schiffen geschleudert wurden, die zu ihrer Rettung ausgesandt waren.“



Sebastian fragte: „Sind die Wächter sowas wie Engel?“ Doktor Ngujen antwortete: „Ich weis es nicht, doch sie sollen weder gut noch böse sein. Man sagt jedoch daß sie alles daran setzen, die Ordnung im Universum aufrecht zu erhalten.“ Nach kurzem zögern fuhr Doktor Ngujen fort: „Man sagt auch daß die Wächter untereinander kommunizieren und zwar auf der Frequenz, in der Wasserstoffatome schwingen. Wenn das Elektron mit seiner Masse um den Atomkern des Wasserstoffatoms kreist bringt es diesen in Schwingung und auf dieser Schwingungsfrequenz sollen die Wächter kommunizieren.“



Aus dem Kommunikationssystem war die Stimme von Lady G-Force zu hören: „Black Sword unter der Führung von Lady G-Force erbittet Starterlaubnis.“ Kapitän Tönnigs deutete mit der Hand auf die Kommunikationskonsole, wandte sich Sebastian zu und fragte: „Möchten Sie die Starterlaubnis erteilen?“ Sebastian erwiderte: „Ja, das würde ich gerne.“ Dann ging er auf die Konsole zu und sprach in das Mikrofon: „Starterlaubnis erteilt Black Sword. Mögen die Wächter Ihren Flug überwachen!“ Die Stimme von Lady G-Force war zu hören, voller Rührung sagte sie: „Danke, ich werde mich bemühen den Wächtern keine Arbeit zu machen.“ Dann sah man durch das Beobachtungsfenster wie die Black Sword aus der Startrampe raste. Sebastian schaute noch eine Zeit lang in die nun leere Startrampe und sagte leise: „Ich hoffe wir sehen uns wieder.“



Doktor Ngujen sagte zu Kapitän Tönnigs und Commander Junkers: „Gehen Sie nur, ich werde mich um Fähnrich Neuhof kümmern.“ Der Kapitän und der Commander nickten und gingen zum Lift, als sie verschwunden waren sagte Doktor Ngujen: „Haben Sie heute schon etwas gegessen Fähnrich?“ Sebastian erwiderte: „Nein, essen war heute früh das Letzte woran ich gedacht habe.“ Doktor Ngujen antwortete darauf: „Dann sollten Sie dies jetzt umgehend nachholen! Kommen Sie, ich leiste Ihnen Gesellschaft in der Mannschaftsmesse!“ Sebastian hob sein Handgelenk und sprach den Befehl zur Teleportation von zwei Personen in die Mannschaftsmesse in sein Armband.
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Als sie wenige Augenblicke später in der Mannschaftsmesse ankamen sagte Doktor Ngujen: „Wow, das nächste Mal warnen Sie mich vor wenn Sie auf diese Art reisen wollen Fähnrich! Ich werde mich wohl nie an diese Teleportiererei gewöhnen.“ Sebastian sah Doktor Ngujen an und sagte: „Verzeihung, das war mein Fehler.“ Doktor Ngujen sagte darauf: „Schon gut, Sie haben mich nur kalt erwischt. Ich habe nicht damit gerechnet so schnell am Ziel zu sein.“ Sie setzten sich an einen Tisch und Doktor Ngujen Fragte: „Was darf es sein, Pfannkuchen mit Apfelmuß und eine Tasse Earl-Gray-Tee?“ Sebastian nickte und ergänzte: „Den Tee gesüßt und mit Zitrone bitte.“ Doktor Ngujen nickte und tippte auf dem Touchscreen des Tisches herum, wenig später standen Zwei Tassen Tee und zwei Portionen Pfannkuchen mit Apfelmuß auf dem Tisch. Doktor Ngujen sagte: „Lassen Sie es sich schmecken, Mahlzeit!“ Sebastian erwiderte: „Mahlzeit!“



Als sie mit dem Essen fertig waren fragte Doktor Ngujen: „Hätten Sie Interesse mir auf der Krankenstation zu assistieren?“ Erstaunt erwiderte Sebastian: „Ich? Habe ich überhaupt die Kompetenz dazu?“ Doktor Ngujen antwortete: „Sie sollen ja nicht gleich bei einer Operation assistieren. Sie könnten vielleicht ein paar induktive Stimulationen mit dem Nervenstranginduktor durchführen, dabei können Sie nichts falsch machen. Die Programmierung des Nervenstranginduktors übernehme ich und Sie halten das Gerät nur an Kinn oder Nacken des Patienten und drücken dann auf den Knopf. Das ist alles.“ Sebastian sagte zögerlich: „Okay, ich werde es versuchen. Aber halten Sie mich von Verletzten mit offenen Wunden fern! Wenn ich Blut sehe, bekomme ich ein Problem in Form von Bewußtlosigkeit.“ Doktor Ngujen nickte und sagte: „Gut daß Sie mir das sagen. Es wäre sicher nicht gerade günstig, wenn Sie mir auf der Krankenstation umkippen.“



Dann standen sie auf und Sebastian fragte: „Wollen Sie auf dem konventionellen Weg in die Krankenstation gehen oder wollen wir teleportieren?“ Doktor Ngujen antwortete ohne lange zu überlegen: „Lassen Sie uns den konventionellen Weg wählen, wer weis ob die Pfannkuchen nach einer weiteren Teleportation nicht plötzlich meinen Magen verlassen.
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“ Dann gingen sie zum Lift und Doktor Ngujen wählte als Ziel die Krankenstation. Als sie eingestiegen waren und die Türen sich geschlossen hatten sagte Doktor Ngujen: „Wenn Sie es eilig haben, kann der Lift auch schneller fahren.“ Sebastian erwiderte: „Ja, das hat mir Ruby eindrucksvoll im Sternenhotel demonstriert.“ Doktor Ngujen fragte: „Hat sie etwa...“ Sebastian antwortete schnell: „Kein Kommentar, ich habe es ihr versprochen.“ Doktor Ngujen nickte und sagte: „Verstehe.“ Dann öffnete sich die Lifttür und sie gingen ein kurzes Stück bis zur Krankenstation.



Als sie in der Krankenstation ankamen war dort nichts los, Doktor Ngujen setzte sich an ihren Schreibtisch und Sebastian nahm neben ihr Platz. Dann fragte er: „Was Sie vorhin über die Wächter sagten, über ihre Kommunikationsfrequenz, kann man auf diese Weise auch zu den Wächtern sprechen?“ Doktor Ngujen antwortete: „Ja, manche tun dies gelegentlich in schwierigen Situationen doch noch nie haben die Wächter jemandem geantwortet.“ Dann fragte Sie: „Warum, bedrückt Sie irgendwas?“ Sebastian antwortete: „Nein, ich will es nur wissen, falls ich mal in eine problematische Situation komme.“ Doktor Ngujen fragte: „Falls Ruby, ich meine Lady G-Force ... ich will es lieber nicht aussprechen.“ Sebastian nickte und sagte: „Ich weis was Sie sagen wollten und Sie vermuten richtig.“



Doktor Ngujen wollte Sebastian gerade Mut machen als ein Blitz die Krankenstation erhellte. Es war Yvette Mangold die sich gerade herein teleportiert hatte und Fähnrich Alexander Grimmwood in den Armen hielt. Sie rief kurz nach ihrer Ankunft: „Doktor, schnell hier braucht jemand Hilfe!“ Doktor Ngujen schnallte sich ihr Diagnosegerät um den Kopf und lief zu Yvette und Fähnrich Grimmwood hin. Dann sagte Sie zu Yvette: „Kommen Sie, wir legen ihn erstmal auf das Bett hier. Was haben Sie mit dem Mann gemacht? Die Sauerstoffsättigung seines Blutes ist alarmierend gering.“ Yvette stammelte: „Ich, also wir haben, naja also...“ Doktor Ngujen unterbrach sie und sagte: „Sie müssen die Männer auch mal zum Atmen kommen lassen, nicht jeder hat Ihre Kondition und kann die Luft so lange anhalten.
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“ Dann rief sie Sebastian zu: „Bringen Sie mir den grauen Koffer mit dem roten Ausrufezeichen, der neben meinem Schreibtisch steht!“ Yvette fragte erschrocken als sie Sebastian sah: „Du hier?“ Sebastian erwiderte: „Keine Zeit für lange Erklärungen!“ Dann reichte er Doktor Ngujen den Koffer, worauf sie diesen auf ein kleines Regal neben dem Bett stellte und dann öffnete. Dann drückte sie Fähnrich Grimmwood eine dieser schmerzlosen Spritze an den Hals und sagte: „So, das sollte erst einmal helfen. Jetzt heißt es warten.“



Langsam kam Fähnrich Grimmwood zu sich und Doktor Ngujen sagte zu Yvette: „Gehen Sie lieber, Sie können im Moment sowieso nicht helfen!“ Langsam öffnete Fähnrich Grimmwood die Augen und sagte leise: „Yvette?“ Doktor Ngujen antwortet: „Nein, zu Ihrem Glück nicht. Sie sind auf der Krankenstation, bleiben Sie ruhig liegen und atmen Sie langsam und ruhig!“ Sebastian sagte leise zu Doktor Ngujen: „Zum Glück ist Ruby meine Freundin, wenn Yvette mich in ihre Finger bekommen hätte würde ich jetzt vielleicht hier liegen.“ Doktor Ngujen erwiderte: „Das erkennen die meisten Männer hier auf dem Schiff erst zu spät, nämlich hier auf der Krankenstation. Nachdem Yvette mit ihnen und dem was sie mit ihnen gemacht hat fertig ist.“ Sebastian sagte leise zu Doktor Ngujen: „Fähnrich Grimmwood wird doch wieder oder?“ Doktor Ngujen erwiderte: „Natürlich, aber für die nächsten Stunden ist er erst einmal dienstunfähig.“



Dann sagte Sebastian zu Doktor Ngujen: „Um nochmals auf die Wächter zurück zu kommen, könnten Sie mir die Frequenz geben, auf der sie kommunizieren?“ Doktor Ngujen holte ein kleines Pad aus ihrem Schreibtisch, steckte es in ihre Konsole und machte ein paar Eingaben auf dem Touchscreen. Dann zog sie das Pad aus der Konsole und gab es Sebastian, dabei sagte sie: „Hier sind alle Informationen über die Wächter drauf gespeichert, auch ihre Kommunikationsfrequenz. Wenn Du jemanden suchst, mit dem Du Dich darüber austauschen kannst, wende Dich am Besten an unseren Wissenschaftsoffizier, Leutnant Nicole Berghof.“ Sebastian nahm das Pad an sich und sagte: „Danke Doktor, wenn es Ihnen recht ist werde ich jetzt Leutnant Berghof aufsuchen.“ Doktor Ngujen nickte und sagte: „In Ordnung, wenn Sie in irgendeiner Form Hilfe benötigen, melden Sie sich einfach bei mir.
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“ Sebastian erwiderte: „Danke Doktor, das werde ich tun.“ Dann verließ er die Krankenstation und ging in Richtung des Lifts.



Im laufen sprach er in sein Armband: „Fähnrich Neuhof an Leutnant Berghof!“ Leutnant Berghof antwortete: „Sprechen Sie!“ Sebastian fragte: „Haben Sie kurz Zeit Leutnant Berghof?“ Leutnant Berghof erwiderte: „Natürlich, im Moment ist nicht viel los in der Wissenschaftsstation. Worum geht es?“ Sebastian antwortete: „Das möchte ich nicht über das Kommunikationssystem durchgeben, es ist etwas spezielles.“ Leutnant Berghof erwiderte: „Okay, kommen Sie in die Wissenschaftsstation, hier können wir ungestört reden.“ Sebastian antwortete: „Verstanden, ich bin auf dem Weg. Neuhof Ende!“ Dann erreichte er den Lift und wählte die Wissenschaftsstation als Ziel aus. Der Lift öffnete sich und Sebastian stieg ein, als die Türen sich schlossen und der Lift losfuhr dachte Sebastian darüber nach, wie er Leutnant Berghof am besten auf die Wächter ansprechen könnte.



Dann öffneten sich die Türen des Lifts und Sebastian betrat die Wissenschaftsstation. Leutnant Berghof begrüße Sebastian und fragte: „Was führt Sie zu mir Fähnrich?“ Sebastian schaute sich um ob sie alleine waren dann sagte er zögernd: „Zwei Worte: Die Wächter.“ Leutnant Berghof fragte erstaunt: „Was sagen Sie da?“ Sebastian erwiderte: „Wie Wächter. Was wissen Sie über dieses Volk?“ Leutnant Berghof sagte: „Wenn das ein Scherz sein soll, dann ist er nicht komisch. Wer hat Sie geschickt?“ Sebastian reichte ihr das Pad, das ihm Doktor Ngujen gegeben hatte und sagte: „Doktor Ngujen sagte daß Sie mir mehr über das Thema erzählen können.“ Leutnant Berghofs Gesicht hellte sich auf und sie sagte: „Kim hat Sie geschickt?“ Sebastian Nickte und sagte: „Ja, Doktor Kim Ngujen gab mir auch dieses Pad und sagte daß Sie jemand sind mit dem ich mich über die Wächter austauschen kann.“ Leutnant Berghof nahm Sebastians Hand und führte ihn zu einem Sitz an ihrer Konsole, dann sagte Sie: „Setzen Sie sich und sagen Sie mir was Sie wissen wollen!“



Sebastian setzte sich und erzählte Leutnant Berghof über seine Angst um das Wohlergehen von Lady G-Force und alles was ihm Doktor Ngujen über die Wächter erzählt hatte.
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Dabei kämpfte er sichtlich mit den Tränen. Leutnant Berghof sah ihn an und sagte: „Lady G-Force bedeutet Ihnen sehr viel genau wie Ruby, ich kann Ihre Ängste nachvollziehen. Was soll ich Ihnen über die Wächter erzählen? Man sagt, daß sie sich ohne Zeitverzögerung von einem Punkt im Raum zum anderen bewegen können und nicht nur das, sie sollen sich auch durch die Zeit bewegen können.“ Sebastian erwiderte: „Das ist bestimmt äußerst hilfreich dabei, die Ordnung im Universum aufrecht zu erhalten. Aber mich interessiert hauptsächlich die Kontaktaufnahme zu den Wächtern. Ich weis daß sie auf der Schwingungsfrequenz von Wasserstoffatomen kommunizieren sollen und daß schon viele versucht haben zu ihnen Kontakt aufzunehmen, doch sie haben bis jetzt noch nie jemandem geantwortet.“ Leutnant Berghof nickte anerkennend und sagte: „Man sagt daß die Wächter nur denen helfen, die sie für würdig erachten ihre Hilfe zu empfangen. Vielleicht handhaben sie es mit der Kommunikation genauso.“



Sebastian fragte: „Glauben Sie, daß mich die Wächter beachten werden, wenn ich ihre Kommunikation erheblich beeinflusse?“ Leutnant Berghof fragte erstaunt: „Was haben Sie vor, wollen Sie die Wächter provozieren?“ Sebastian erwiderte: „Nein, auf keinen Fall! Ich will nur ihre Aufmerksamkeit erregen, indem ich eine große Menge Wasserstoffatome dazu bringe harmonisch miteinander zu schwingen und wenn ich die Schwingungen synchronisiert habe, nutze sie als Funkfeuer um die Wächter auf mich aufmerksam zu machen.“ Leutnant Berghof sagte: „Eine interessante Theorie, doch Sie wissen nicht wie die Wächter auf solch eine Aktion reagieren werden.“ Sebastian erwiderte: „Wenn Lady G-Force was passiert würde ich es sogar mit dem supermassiven schwarzen Loch im Zentrum unserer Galaxie aufnehmen, wenn ich sie dadurch retten könnte.“ Leutnant Berghof sagte anerkennend: „Alle Achtung, das nenne ich Kameradschaft! Ich glaube zwar daß Lady G-Force nichts passiert aber für den Fall daß es nötig wird, die Wächter zu kontaktieren, geben Sie mir Bescheid. Ich werde Ihnen gerne dabei zur Seite stehen.“ Sebastian erwiderte: „Ich hoffe zwar auch daß es nicht nötig sein wird, aber wenn ich vorhabe die Wächter zu kontaktieren sage ich es Ihnen zuerst.
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“ Dann verabschiedete sich Sebastian von Leutnant Berghof und verließ die Wissenschaftsstation.



Sebastian wählte die Mannschaftsmesse als Fahrziel für den Lift und stieg ein. Als der Lift losfuhr rasten ihm etliche Gedanken im Kopf herum über das was Ruby alles passieren könnte und was er wohl tun würde, wenn sie nicht zurück käme. Als er die Mannschaftsmesse erreichte setzte er sich an einen Tisch und bestellte sich eine Tasse Earl-Gray-Tee mit Zucker und Zitrone. Dann zog er das Pad mit den Informationen über die Wächter aus seine Tasche und begann es aufmerksam zu studieren. Ab und zu schaute er von seiner Lektüre auf und sah aus dem Fenster in die Sterne, dann nahm er einen Schluck von seinem Tee und las weiter. Als er so in seine Lektüre vertieft da saß hörte er plötzlich eine Stimme neben sich, die sagte: „Die Wächter?! Du bist erst seit knapp sechs Tagen an Bord und interessierst Dich schon für dieses spezielle Thema?“ Sebastian sah zur Seite und erkannte Leutnant Miriam Sukow, er sah sie kurz an, nickte und sagte: „Ja, ich hoffe daß es sie wirklich gibt und daß die Gerüchte über sie wahr sind.“



Miriam setzte sich neben Sebastian und fragte: „Alles okay bei Dir?“ Sebastian erwiderte: „Vom medizinischen Standpunkt aus geht es mir gut, es ist nur ... Lady G-Force ist heute früh alleine zu einer Mission aufgebrochen. Sie ist alleine geflogen ohne mich, ihren permanenten WSO. Sie sagte daß der Flug zu hart für mich wäre und daß ich nicht die erforderliche Sicherheitseinstufung für derartige Missionen habe. Und das schlimmste ist, daß sie mir ein Speichermodul mit ihren finalen Instruktionen für mich gegeben hat, für den Fall daß sie nicht zurück kommt.“ Miriam legte ihre Hand auf die von Sebastian und sagte: „Es ist ihr erster Alleinflug seit dem Du sie kennst. Habe ich Recht?“ Sebastian nickte traurig und sagte: „Ich habe Angst, daß ihr was zustößt.“ Miriam sagte mit beruhigender Stimme: „Du mußt nicht immer mit dem Schlimmsten rechnen. Hast Du Ruby davon erzählt?“ Sebastian sagte: „Ruby ist heute verhindert, sie hat wohl etwas zutun.“ Miriam klopfte mit der Hand vorsichtig auf Sebastians Handrücken und sagte: „Das ist natürlich doppelt so schlimm.
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Kann ich irgendwas tun, damit es Dir besser geht?“



Sebastian schaute sie an und sagte: „Ja da gibt es wirklich etwas, das Du für mich tun kannst. Ich brauche eine Möglichkeit eine große Menge Wasserstoffatome in der Nähe synchron schwingen zu lassen.“ Miriam schaute verwundert, dann fragte Sie: „So etwas wie ein Leuchtfeuer für die Wächter?“ Sebastian erwiderte: „Ein Leuchtfeuer, das ist ein passender Ausdruck für mein Vorhaben.“ Miriam überlegte, dann sagte sie: „Ich könnte die Mikrowellengeschütze eines Schiffes so einstellen daß sie einen Resonanzimpuls aussenden.“ Sebastian erwiderte: „Ja, das klingt vielversprechend. Könntest Du ein solches Vorhaben vorbereiten, für den Fall, daß ... naja wenn wir die Hilfe der Wächter brauchen?“ Miriam nickte und sagte: „Ja, ich werde mich darum kümmern.“ Sebastian nahm sie in den Arm und sagte: „Danke Miriam!“



Als Miriam gegangen war wandte sich Sebastian wieder dem Pad mit den Informationen über die Wächter zu. Während er so in seine Lektüre vertieft war setzte sich Kapitän Tönnigs plötzlich zu im an den Tisch und sagte: „Stört es Sie, wenn ich mich zu Ihnen setze Fähnrich?“ Sebastian blickte von seiner Lektüre auf und sagte: „Nein Kapitän Tönnigs, im Gegenteil, ich kann etwas Gesellschaft gebrauchen.“ Kapitän Tönnigs setzte sich und fragte: „Bedrückt Sie etwas Fähnrich?“ Sebastian nahm einen Schluck von seinen inzwischen schon kalt gewordenen Tee und sagte: „Ich hoffe Sie lachen mich nicht aus wenn ich jetzt von den Wächtern anfange.“ Der Kapitän erwiderte: „Die Wächter, nun ja ich will ehrlich zu Ihnen sein. Ich weis nicht ob ich an die alten Legenden glaube.“ Sebastian antwortete: „Mir geht es genauso, doch wenn Lady G-Force etwas zustoßen würde, wäre ich sogar bereit den Sensenmann persönlich herauszufordern wenn dies ihr helfen würde.“



Kapitän Tönnigs sagte: „Es ist nicht zu übersehen daß Ihnen das Leben Ihrer Ausbilderin sehr viel bedeutet. Haben Sie für den Fall der Fälle etwas bestimmtes vor?“ Sebastian sagte zögerlich: „Ich habe vor die Wächter zu kontaktieren.
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Wenn die alten Legenden stimmen werde ich versuchen die Wächter davon zu überzeugen Lady G-Force ihrer Hilfe für würdig zu erachten.“ Kapitän Tönnigs fragte: „Die Wächter Kontaktieren, wie denn?“ Sebastian erklärte: „Ich habe vor einige oder eine größere Menge Wasserstoffatome synchron schwingen zu lassen. Das sollte die Aufmerksamkeit der Wächter erregen, schließlich sollen sie doch auf der Schwingungsfrequenz von Wasserstoffatomen kommunizieren. Wenn eine größere Menge von Wasserstoffatomen synchron schwingt sollte das auf die Wächter wie ein Funkfeuer wirken.“



Kapitän Tönnigs strich sich über das Kinn und sagte: „Auf diese Art und Weise hat noch niemand versucht mit den Wächtern zu kommunizieren, das ist eine äußerst innovative Idee.“ Sebastian fragte: „Ich weis nicht ob es möglich ist aber können Sie mir irgend etwas über die Mission von Lady G-Force verraten?“ Kapitän Tönnigs sagte: „Ich kann Ihnen nur soviel sagen daß sie den Auftrag hatte ein paar Modifikationen des Sprungantriebs zu testen. Über die Art der Modifikationen kann ich Ihnen leider nichts mitteilen.“ Sebastian erwiderte erstaunt: „Ein Testflug? Das meinte sie, als sie sagte daß dieser Flug für mich zu gefährlich sein würde und daß ich für derartige Missionen nicht die erforderliche Sicherheitseinstufung hätte.“ Kapitän Tönnigs lächelte und sagte: „Da hat sie ihre Mission äußerst treffend umschrieben.“ Sebastian fragte: „Wissen Sie wann sie in etwa zurückkehren wird?“ Kapitän Tönnigs grübelte und sagte: „Es dürfte vielleicht noch zwei oder drei Stunden dauern. Ich werde Sie informieren sobald wir mit ihrer Ankunft rechnen. Versuchen Sie auf andere Gedanken zu kommen, lenken Sie sich ab.“ Sebastian nickte und sagte: „Das ist vielleicht das Beste, danke Kapitän Tönnigs.“ Darauf nickte Kapitän Tönnigs, stand auf und verabschiedete sich.



Sebastian aktivierte den Touchscreen des Tisches, durchstöberte das Verpflegungsangebot und wählte eine Portion Gemüse- Reispfanne und noch eine Tasse leicht gesüßten Earl-Gray-Tee mit Zitrone. Während des Essens schaute Sebastian immer wieder auf das Pad mit den Informationen über die Wächter.
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Plötzlich hörte Sebastian die Stimme von Leutnant Berghof neben sich wie sie sagte: „Mahlzeit! Stört es Sie wenn ich mich zu Ihnen geselle?“ Sebastian erwiderte: „Nein, bitte setzen Sie sich.“ Leutnant Berghof setzte sich und bestellte sich auch eine Portion von der Gemüse- Reispfanne. Während des Essens fragte Leutnant Berghof: „Haben Sie schon eine Idee wie sie das Funkfeuer für die Wächter realisieren wollen?“ Sebastian erwiderte: „Ja Miriam, also Leutnant Sukow meint daß sie ein Mikrowellengeschütz so modifizieren könnte, daß es einen permanenten Resonanzimpuls für die Wasserstoffatome aussendet.“ Leutnant Berghof sagte: „Interessant, jetzt haben sie eine Möglichkeit mehrere Wasserstoffatome synchron schwingen zu lassen. Jetzt müssen wir nur noch den Wasserstoff finden. Was halten Sie von der Sonne als Wasserstoffquelle?“ Sebastian erwiderte erschrocken: „Nein, nicht die Sonne! Ich will auf keinen Fall versehentlich den Fusionsprozeß im inneren der Sonne beeinflussen. Nein, ich hatte eher den Wasserstoff in der Jupiteratmosphäre im Sinn.“ Leutnant Berghof schaute Sebastian anerkennend an und sagte: „Obwohl es Ihnen so wichtig ist die Wächter zu kontaktieren haben sie immer noch die Sicherheit im Auge. Das ist eine Einstellung die Sie sich bewahren sollten, lassen Sie sich nicht durch Ihren Ehrgeiz blenden!“ Sebastian erwiderte: „Ich verspreche daß ich mich bemühen werde, meinen Ehrgeiz im Zaum zu halten.“



Leutnant Berghof löffelte den Rest ihrer Reispfanne aus und sagte: „Ich habe noch einiges zu erledigen, wenn Sie noch fragen haben kontaktieren Sie mich.“ Dann stand sie auf und verließ die Mannschaftsmesse. Sebastian widmete sich wieder dem Pad mit den Informationen über die Wächter. Als er mit seiner Reispfanne und den Tee fertig war stand er auf und ließ sich in sein Quartier teleportieren, dort angekommen setzte er sich auf die Couch und bat Alice, ihm alle Informationen über die Wächter auf dem Bildschirm zusammenzufassen. Alice bestätigte den Befehl und führte ihn aus. Sebastian war fasziniert von den alten Legenden, es kam ihm vor, als würde er einen Fantasy-Film sehen. Als er alle Informationen gesehen hatte fragte er: „Alice, was denkst Du über die Wächter?“ Alice antwortete mit ihrer künstlichen warmen Stimme: „Diese Frage kann ich nicht beantworten Fähnrich Neuhof, ich bin eine künstliche Intelligenz, ich denke nicht.
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“ Sebastian erwiderte: „Es tut mir leid Alice, laß mich die Frage anders formulieren. Wenn Du die Informationen über die Wächter auswertest und eine Zusammenfassung erstellst, wie lautet diese?“ Alice antwortete: „Die beschriebenen Vorkommnisse, von denen berichtet wurde haben eine Ursache. Auch wenn niemand die Ursache kennt, besteht sie dennoch.“ Sebastian fragte: „Läßt sich anhand der Informationen ausschließen, daß die Wächter existieren?“ Alice antwortete: „Die Existenz der Wächter läßt sich nicht zweifelsfrei bestätigen oder Ausschließen.“ Sebastian legte den Kopf nach hinten und sagte zu sich: „Na fabelhaft, jetzt sind wir genau so weit wie vorher.“ Dann ließ er sich zur Seite fallen und schlief ein.



Sebastian schwirrten die Fakten über die Wächter und die Sorge um Ruby im Kopf herum, was ihn schlecht träumen ließ. Schließlich wurde er Durch die Stimme von Kapitän Tönnigs aus dem Kommunikationssystem geweckt, als er rief: „Tönnigs an Fähnrich Neuhof!“ Verschlafen antwortete Sebastian: „Sprechen Sie!“ Kapitän Tönnigs sagte: „Fähnrich Neuhof, kommen Sie bitte in meinen Raum!“ Sebastian erwiderte: „Ich bin unterwegs.“ Dann stand er auf, verließ sein Quartier und ging in Richtung des Lifts. Vor der Lifttür angekommen wählte er die Brücke als Fahrziel und als die Tür sich öffnete stieg er ein. Als er die Brücke erreichte stand Leutnant Mangold an der Konsole der Operationszentrale und Commander Junkers saß auf seinen Sitz. Sebastian fragte: „Ist Kapitän Tönnigs in seinem Raum?“ Commander Junkers erwiderte: „Ja, er erwartet Sie bereits.“ Sebastian betätigte das Türsignal neben der Tür des Raumes von Kapitän Tönnigs.



Die Tür öffnete sich und Kapitän Tönnigs rief Sebastian zu: „Bitte treten Sie ein Fähnrich!“ Sebastian betrat den Raum und fragte: „Sie wollten mich sprechen?“ Kapitän Tönnigs erwiderte: „Bitte setzen Sie sich Fähnrich!“ Sebastian setzte sich Kapitän Tönnigs gegenüber an den Schreibtisch und fragte unsicher: „Worum geht es?“ Kapitän Tönnigs antwortete: „Wie Sie wissen ist Leutnant Ivanes alias Lady G-Force heute früh zu einer Mission aufgebrochen, leider ist ihre Rückkehr seit zwei Stunden überfällig.
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“ Sebastian zuckte zusammen, nach einer kurzen Pause fuhr Kapitän Tönnigs fort: „Ich will nicht das schlimmste annehmen aber würden Sie mir das Speichermodul geben, welches Leutnant Ivanes Ihnen heute früh übergeben hat?“ Sebastian erwiderte: „Kapitän, ist es dafür nicht noch ein wenig zu früh?“ Kapitän Tönnigs antwortete: „Dieses Speichermodul enthält Instruktionen für den Fall daß ihr was passiert. Das schließt auch ein, daß sie vermißt wird.“



Sebastian zog das Speichermodul aus der Hosentasche und gab es Kapitän Tönnigs, der steckte es in die Konsole auf seinem Schreibtisch und drehte den Bildschirm so, daß sie beide diesen einsehen konnten. Dann aktivierte er die Wiedergabefunktion. Auf dem Bildschirm war das Gesicht von Ruby zu sehen, sie lächelte und sagte: „Sebastian, ich hoffe Du wirst das hier niemals sehen aber für den Fall daß mir etwas zustößt sollst Du wissen daß ich die Zeit mit Dir als etwas besonderes empfunden habe. Ich nehme an daß Du nicht sehr begeistert davon wärst wenn Leutnant Yvette Mangold meine Nachfolge als Deine Ausbilderin antreten würde. Daher habe ich Leutnant Miriam Sukow als potentielle Nachfolgerin für mich im Sinn. Außerdem wären Doktor Kim Ngujen und Leutnant Nicole Berghof sehr daran interessiert Deine Ausbildung zu begleiten. Dein Einfallsreichtum wäre sowohl im Maschinenraum als auch in der Wissenschaftsstation von großem Vorteil. Ich kann mir auch gut vorstellen daß Kapitän Tönnigs auf der Brücke eine Verwendung für Deine Talente finden würde. Du hast viele auf der Far Horizon ziemlich überrascht und ich bin mir sicher daß Du dies auch weiterhin tun wirst. Kapitän Tönnigs, bitte kümmern Sie sich um Fähnrich Neuhof falls ich nicht zurückkehre. Ivanes Ende!"



Dann wurde der Bildschirm dunkel und Sebastian sah Kapitän Tönnigs an und fragte: „Was wird nun geschehen?“ Kapitän Tönnigs erwiderte: „Nun ja, in Fällen wie diesen gehört es zur Standartvorgehensweise eine Suchaktion nach dem vermißten Mitglied der Besatzung durchzuführen.
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Da Lady G-Force auf einem Testflug ein paar Modifikationen des Sprungantriebs testen sollte könnte sie überall und nirgendwo sein.“ Sebastian sagte: „Kapitän Tönnigs, bitte lassen Sie mich mit Leutnant Sukow und Leutnant Berghof ebenfalls auf die Suche nach Lady G-Force gehen. Ich weis zwar nicht ob mein Vorhaben etwas bringt aber ich will es zumindest versuchen.“ Kapitän Tönnigs erwiderte: „Haben Sie noch immer vor die Wächter zu kontaktieren?“ Sebastian antwortete: „Ja ich würde es mir ewig vorwerfen, wenn ich es nicht tun würde.“ Kapitän Tönnigs erwiderte: „Ich hoffe Sie verstehen, daß ich sie nicht mit den Leutnants Berghof und Sukow alleine zu einer derartigen Aktion aufbrechen lassen kann. Sie werden die Wächter wohl von der Far Horizon aus kontaktieren müssen. Ja, ich glaube auch an die alten Legenden und ich wäre gerne dabei, wenn der erste Kontakt zu den Wächtern hergestellt wird.“ Dann sprach Kapitän Tönnigs in sein Armband: „Tönnigs an Leutnant Berghof und Leutnant Sukow, bitte melden Sie sich in meinem Raum.“ Aus dem Kommunikationssystem waren die Stimmen von Leutnant Berghof und Leutnant Sukow zu hören wie sie beinahe im Chor antworteten: „Verstanden.“ Dann wandte sich Kapitän Tönnigs Sebastian zu und sagte: „Ihre Idee, wie Sie die Wächter kontaktieren wollen ist äußerst unkonventionell. Ich bin äußerst neugierig was passieren wird.“



Wenig später ertönte das Türsignal und Kapitän Tönnigs sagte: „Alice, bitte öffne die Tür!“ Alice bestätigte die Anweisung und die Tür öffnete sich. Die Leutnants Berghof und Sukow standen draußen. Kapitän Tönnigs rief ihnen zu: „Kommen Sie bitte herein und nehmen Sie Platz meine Damen!“ Leutnant Berghof und Leutnant Sukow traten ein und setzten sich auf das Sofa an der Wand. Kapitän Tönnigs sagte: „Fähnrich Neuhof hat mir erzählt daß er vor hat die Wächter zu kontaktieren und daß er Sie beide dabei haben möchte. Vielleicht sehe ich nicht so aus aber auch ich glaube an die alten Legenden. Die Art und Weise wie Fähnrich Neuhof die Wächter kontaktieren will erscheint mir vielversprechend.
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Ich werde in dieser Angelegenheit Fähnrich Neuhof freie Hand und ihn über alle Ressourcen des Schiffes verfügen lassen. Fähnrich dies ist nun Ihre Mission, überraschen Sie mich!“



Sebastian Antwortete: „Danke Kapitän Tönnigs, ich habe Leutnant Sukow bereits erzählt was ich brauche um die Wächter zu kontaktieren. Wie weit sind Sie mit den Vorbereitungen Leutnant Sukow?“ Miriam antwortete: „Ich habe ein Programm erstellt welches die Mikrowellengeschütze einen Resonanzimpuls aussenden läßt durch den Wasserstoffatome in ihren Schwingungen synchronisiert werden, jetzt brauchen wir nur noch eine große Menge Wasserstoff.“ Sebastian erwiderte: „Ich habe dafür den Wasserstoff in der Jupiteratmosphäre ausgewählt, schließlich will ich auf der Suche nach den Wächtern nicht versehentlich unsere Sonne destabilisieren.“ Kapitän Tönnigs sprach in sein Armband: „Commander Junkers, wir werden unverzüglich in die Nähe des Jupiters springen, so nahe daß seine Atmosphäre in Reichweite unserer Mikrowellengeschütze ist.“ Commander Junkers antwortete über das Kommunikationssystem: „Verstanden, Sprung wird unverzüglich ausgeführt. Junkers Ende!“ Wenig später verschwammen die Sterne hinter den Fenstern und das Blau der Passage war kurz zu sehen, dann riß die Passage auf und gab wieder den Blick auf die Sterne frei. Schließlich schwenkte das Schiff in eine niedrige Umlaufbahn um den Jupiter ein. Kapitän Tönnigs fragte: „Wollen wir alles weitere von der Brücke aus erledigen?“ Sebastian nickte, worauf sich Kapitän Tönnigs erhob und sagte: „Dann folgen Sie mir bitte.“ Sebastian und die Leutnants Berghof und Sukow erhoben sich ebenfalls und folgten Kapitän Tönnigs auf die Brücke.



Als sie die Brücke erreichten stand Leutnant Mangold noch immer an der Konsole der Operationszentrale und Commander Junkers saß auf seinem Platz. Kapitän Tönnigs sagte: „Fähnrich Neuhof, Sie treffen die Entscheidungen. Wenn Sie nicht weiter wissen zögern Sie nicht einen von uns um Hilfe zu bitten.“ Sebastian erwiderte: „Verstanden Kapitän Tönnigs.“ Dann sah Sebastian zu Leutnant Sukow und fragte: „Sind die Modifikationen für die Mikrowellengeschütze einsatzbereit?“ Leutnant Sukow antwortete: „Sie müssen das Programm nur noch aufrufen, es heißt – Geschützmodifikation Wasserstoffresonanzimpuls Sukow eins.
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“ Sebastian sagte: „Alice, starte bitte das Programm – Geschützmodifikation Wasserstoffresonanzimpuls Sukow eins!“ Alice bestätigte die Anweisung und meldete die Ausführung des gewünschten Programms. Dann sah Sebastian zu Leutnant Mangold hinüber und sagte: „Suchen Sie mit den Sensoren nach einer dichten Wasserstoffkonzentration in der Jupiteratmosphäre, dann richten Sie die Mikrowellengeschütze auf die höchste Wasserstoffkonzentration und geben Dauerfeuer bis auf Widerruf!“ Leutnant Mangold erwiderte: „Verstanden. Ich orte eine hohe Wasserstoffkonzentration in der oberen Atmosphärenschicht. Mikrowellengeschütze werden ausgerichtet und abgefeuert.“ Sebastian antwortete: „Behalten Sie die Sensoren im Auge, nur falls was ungewöhnliches passiert.“ Leutnant Mangold rollte mit den Augen und erwiderte: „Außer dem was wir hier tun ist nichts außergewöhnliches festzustellen.“



Wenig später sagte sie: „Die Wasserstoffatome beginnen synchron zu schwingen, die Schwingungen breiten sich in der Atmosphäre aus.“ Sebastian kommentierte dies mit den Worten: „Gut daß wir nicht die Sonne als Wasserstoffquelle ausgewählt haben. Wer weiß wie sich dies auf den Kernfusionsprozeß der Sonne ausgewirkt hätte?“ Leutnant Mangold meldete plötzlich: „In einem hohen Orbit des Jupiter öffnet sich eine Art Passage.“ Sebastian erwiderte: „Feuer einstellen und den Ausgang der Passage auf dem Bildschirm zeigen!“ Leutnant Mangold bestätigte die Anweisung und befolgte sie. Auf dem Bildschirm war der Ein- oder Ausgang einer Passage durch eine Raumfalte zu sehen, doch diese sah irgendwie anders aus. Während andere Passagen am Eingang eher Blau und am Ausgang rot erschienen war diese Passage leuchtend weiß und deutlich größer im Durchmesser. Sebastian fragte in die Runde: „Ist das nun der Eingang oder der Ausgang einer Passage?“ Leutnant Mangold antwortete: „Es scheint der Ausgang zu sein, ein Objekt nähert sich diesem Ende der Passage.“



Sebastian sagte: „Alice, bitte einen Kommunikationskanal auf der aktuellen Frequenz der Mikrowellengeschütze öffnen!“ Alice bestätigte die Ausführung des Befehls und Sebastian fragte Kapitän Tönnigs: „Soll ich die Kontaktaufnahme durchführen?“ Kapitän Tönnigs nickte und sagte: „Es ist Ihre Mission, entscheiden Sie!“ Sebastian drehte sich in Richtung Bildschirm und sprach: „Hier ist das Raumschiff Far Horizon von der Raumflotte der Erde, wir haben nicht die Absicht Ihnen zu schaden es ist lediglich unsere Absicht Kontakt zu Ihnen herzustellen.
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“ Eine hell weiß leuchtende Kugel kam aus der seltsamen Passage, sie hatte etwa ein Drittel der Größe des Erdmondes. Sebastian wiederholte seinen Gruß und fügte hinzu: „Wir vermissen ein Mitglied unserer Mannschaft und kontaktieren Sie mit der Bitte um Hilfe.“



Nach einer kurzen Phase des Schweigens ertönten plötzlich im Kommunikationssystem die Stimmen eines Sprechchores: „Wir sind die Wächter, wir beobachten Ihre Aktivitäten bereits seit geraumer Zeit. Die Tatsache daß Sie die Fähigkeit besitzen uns zu kontaktieren hat unsere Aufmerksamkeit erregt. Erklären Sie Ihre Motive uns zu kontaktieren!“ Sebastian erwiderte: „Wir haben Grund zu der Annahme, daß Sie in der Vergangenheit einigen unserer Schiffe geholfen haben, indem sie diese in die Nähe der nach ihnen suchenden Schiffe brachten. Aus diesem Grunde bitten wir Sie um Hilfe bei der suche nach einem vermißten Mitglied unserer Besatzung.“ Der Sprechchor antwortete: „Ihre Annahme ist richtig, wir sind für die Ereignisse verantwortlich, die zur Auffindung ihrer in Not geratenen Schiffe führten. Beschreiben Sie das vermißte Mitglied Ihrer Besatzung!“ Sebastian beschrieb das Schiff von Lady G-Force und beschrieb wie sie in ihrer Fliegeruniform aussah. Daraufhin antwortete der Sprechchor nach kurzer Pause: „Wir verstehen. Definieren Sie welche Priorität die Suche nach Ihrem vermißten Mitglied Ihrer Mannschaft für Sie hat!“ Sebastian erwiderte: „Die höchste Priorität, sie ist ein Mitglied unserer Mannschaft. Sie bringt Ordnung in unser Leben, ohne Sie ist unsere Mannschaft nicht vollständig.“ Der Sprechchor antwortete: „Wir verstehen. Wählen Sie zwei Mitglieder Ihrer Mannschaft aus, die uns auf der Suche nach Ihrem Mannschaftsmitglied begleiten werden, wenn dies geschehen ist kontaktieren Sie uns erneut!“ Dann wurde die Verbindung unterbrochen.



Sebastian sah sich fragend zu Kapitän Tönnigs um, er sagte darauf: „Sie treffen die Entscheidung.
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“ Sebastian erwiderte: „Dann würde ich gerne mit Leutnant Berghof die Wächter begleiten.“ Freudig überrascht sah Leutnant Berghof Sebastian an und fragte: „Mit mir?“ Sebastian erwiderte: „Ja, schließlich sind Sie der Wissenschaftsoffizier der Far Horizon und Sie waren es auch, mit der ich über die Wächter reden konnte ohne zu befürchten ausgelacht zu werden.“ Kapitän Tönnigs nickte und sagte: „Ich bin einverstanden aber ich muß vorher noch mit Leutnant Berghof etwas besprechen. Begleiten Sie mich bitte in meinen Raum Leutnant Berghof!“ Dann gingen er und Leutnant Berghof in seinen Raum. Commander Junkers sah Sebastian anerkennend an und sagte: „Nicht schlecht Fähnrich! Sie sind noch nicht einmal eine Woche auf dem Schiff und jetzt haben Sie den ersten Kontakt zu den Wächtern hergestellt, das wird einige Wellen schlagen.“ Und Leutnant Mangold fügte hinzu: „Wirklich beeindruckend Hawk, hättest Du mir vorher erzählt daß Du die Wächter kontaktieren willst dann hätte ich Dich für verrückt gehalten.“ Sebastian erwiderte: „Verrückt und verzweifelt liegen dicht nebeneinander. Um Lady G-Force zurück zu holen hätte ich selbst die Borg aus Startrek um Hilfe gebeten.“



Wenig später kamen Kapitän Tönnigs und Leutnant Berghof aus dem Raum des Kapitäns zurück, Leutnant Berghof sagte zu Sebastian: „Kapitän Tönnigs hat mich über die Einzelheiten informiert, wir können starten wenn Sie bereit sind Fähnrich.“ Sebastian forderte Alice auf den Kanal zu den Wächtern zu öffnen, was Alice auch nach Bestätigung der Anforderung tat. Sebastian sagte, während er den Bildschirm ansah: „Zwei Personen sind ausgewählt Sie zu begleiten.“ Der Sprechchor antwortete: „Sind Sie beide die ausgewählten Personen?“ Leutnant Berghof und Sebastian antworteten im Chor: „Ja.“ Der Sprechchor antwortete: „Halten Sie sich bereit, der Transport erfolgt in Kürze!“ Wenig später standen sie in einem großen runden Raum der nach oben halbkugelförmig zulief. In der Mitte der Decke war eine Art Öffnung durch die ein weißer Lichtstrahl bis hinunter auf den Boden schien und dort eine helle weiße Fläche abbildete.
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Langsam gingen sie auf den senkrechten Lichtstrahl in der Mitte des Raumes zu, als sie etwa zehn Meter davon entfernt waren gab es einen kurzen Lichtblitz und in der Mitte des Lichtstrahls erschien eine Gestalt mit menschlicher Siluette die bläulich schimmerte, wie eine Gasflamme. Die Gestalt kam einige Meter auf sie zu und sagte: „Ich bin Riona, Wächterin dieses Schiffes.“ Sebastian und Leutnant Berghof stellten sich vor und Sebastian sagte: „Danke, daß Sie sich bereit erklären uns bei der Suche nach unserem Besatzungsmitglied zu helfen.“ Riona antwortete: „Wir Wächter helfen um die Ordnung zu erhalten. Lassen Sie mich sehen nach wem wir suchen.“ Dann hielt sie Sebastian ihre Hände links und rechts an den Kopf und sagte: „Denken Sie an die vermißte Person!“ Sebastian schloß die Augen und dachte an Ruby, wie sie als Lady G-Force aussah und an die Black Sword, das Schiff von Lady G-Force. Riona sagte: „Ich verstehe jetzt wonach wir suchen.“ Dann stellte sie sich in den Lichtstrahl in der Mitte des Raumes und sagte: „Folgen Sie mir bitte!“ Mit diesen Worten winkte sie Sebastian und Leutnant Berghof zu sich in den Lichtstrahl. Sie traten zu ihr in den Lichtstrahl und standen wenig später in einem kleinen Raum mit einem drehbaren Stuhl in der Mitte.



Riona setzte sich auf den Stuhl und sagte: „Ich suche nach der vermißten Person.“ Sebastian und Leutnant Berghof sahen sich stumm an, plötzlich sagte Riona: „Die vermißte Person wurde gefunden, wir begeben uns jetzt zu ihr.“ Die Wände des Raumes begannen zu leuchten und plötzlich die äußere Umgebung des Schiffes abzubilden. Sebastian und Leutnant Berghof sahen wie das Schiff in die weiße Passage eintrat. Der Flug durch die seltsame Passage unterschied sich erheblich von den Sprüngen die Sebastian von der Far Horizon kannte. Diese Passage verlief in engen Windungen, es ging auf, ab, nach links und rechts dennoch spürten sie keine Beschleunigungskräfte. Sebastian fragte: „Wer steuert dieses Schiff?“ Riona antwortete: „Dieses Schiff wird durch meine Gedanken gesteuert.“ Sebastian bemerkte dazu: „Das ist ja fast wie auf der Black Halfmoon.“ Riona erwiderte: „Die Black Halfmoon ist uns bekannt, ihre Technologie war unserem frühen Technologiestand nicht unähnlich jedoch ihre Verwendung unterschied sich deutlich von unserer.
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“ Erstaunt fragte Sebastian: „Waren Sie auf der Black Halfmoon?“ Riona antwortete: „Wir spürten daß es dort eine Intelligenz gab, die unsere Hilfe benötigte. Wir waren auf der Black Halfmoon und ermöglichten ihr die Aufgabe zu vollenden, die ihr gestellt war. Wir ermöglichten Ihr zu ihrer früheren Crew Kontakt aufzunehmen.“ Sebastian sagte leicht gerührt: „Sie haben Alice ermöglicht zu uns zu sprechen, sie zu finden und nachhause zu bringen. Doch Alice hat uns gegenüber Ihre Anwesenheit an Bord nie erwähnt.“ Riona erwiderte: „Ihre Sensoren waren nicht in der Lage uns zu entdecken.“



Plötzlich riß die Passage auf und sie waren in einem seltsamen Gebiet. Die Farben schienen vertauscht, wo sonst das schwarz des Weltalls war herrschte die Farbe weiß und die Sterne waren als kleine schwarze Punkte zu erkennen. Der Stern in dessen Nähe sie waren erschien ihnen als große dunkle Kugel. Sebastian fragte fasziniert: „Wo sind wir denn hier gelandet?“ Riona antwortete ihm prompt: „Dies ist der Anderraum, um es für Sie leichter verständlich zu erklären könnte man sagen, daß wir in einer anderen Dimension sind.“ Sebastian sagte ungläubig: „Eine Dimensionsverschiebung?“ Riona erwiderte: „Das ist korrekt.“ Wenig später sagte sie: „Wir nähern uns dem vermißten Schiff.“ Vor ihnen war die Black Sword zu sehen, ihre Farben waren nicht verfälscht. Riona kommentierte die ablaufenden Prozesse: „Der Pilot ist bewußtlos aber unverletzt. Transport von Schiff und Pilot ist im Gange.“ Hinter ihnen gab es einen kurzen Lichtblitz und als sie sich umdrehten lag Lady G-Force hinter ihnen. Leutnant Berghof sagte: „Schnell, wir müssen ihr den Helm abnehmen!“ Sebastian zögerte und Leutnant Berghof sagte: „Kapitän Tönnigs hat mir erzählt daß Leutnant Ivanes und Lady G-Force ein und die selbe Person sind.“



Sebastian nahm Ruby den Helm ab und hielt ihr den Handrücken an den Mund, erleichtert sagte er: „Gut, sie atmet noch.“ Dann sah er Riona an und fragte: „Können Sie uns helfen sie aufzuwecken?“ Riona antwortete: „Ja.“ Dann stand sie auf und kniete sich vor Ruby hin und legte ihr die Hand auf die Stirn, dann sagte sie: „Die Sauerstoffsättigung ihres Blutes ist sehr gering, außerdem hat sie einen Schock.
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Ich werde Ihr Atmungssystem anregen und ihr Kreislaufsystem stabilisieren.“ Ruby stöhnte und rollte mit den Augen hinter den geschlossenen Augenliedern, dann öffnete sie langsam die Augen. Sebastian sah ihr in die Augen und sagte: „Ich habe Dir doch versprochen daß ich Dir folge wenn Dir was passiert.“ Ruby richtete sich langsam auf und sah Leutnant Berghof erschrocken an, worauf Leutnant Berghof sagte: „Kapitän Tönnigs hat mir alles erklärt und ich habe ihm geschworen alles für mich zu behalten.“ Desorientiert fragte Ruby: „Wo sind wir?“ Sebastian antwortete: „Du wirst es nicht glauben aber wir sind auf einem Schiff der Wächter.“ Ruby sah verwundert zu Riona hinüber und fragte: „Sind Sie einer der Wächter?“ Riona erwiderte: „Ihre Vermutung ist korrekt.“



Sebastian fragte Ruby: „Kannst Du mir sagen was passiert ist, wie Du hierher gekommen bist?“ Ruby sagte: „Irgendwas ist schief gelaufen. Ich versuchte bei einem Sprung die Gravitation eines Sterns zu nutzen um schneller zu sein.“ Sebastian erwiderte: „Kapitän Tönnigs hat mir von einigen Modifikationen am Sprungantrieb erzählt.“ Ruby antwortete: „Ja, die Energiezufuhr wurde verstärkt um den Raum stärker krümmen zu können. Offensichtlich hat man etwas übersehen.“ Sebastian fragte: „Vielleicht den Stern in dessen Nähe Du den Sprung gemacht hast?“ Ruby sah Sebastian erschrocken an und sagte: „Scheiße! Natürlich ein Stern krümmt den Raum durch seine Gravitation und der verstärkte Sprungantrieb faltet den Raum noch stärker als der normale.“ Leutnant Berghof fügte hinzu: „Und der gekrümmte Raum plus das verstärkte Falten des Raumes war etwas zuviel des Guten.“ Ruby fragte: „Was ist mit meinem Schiff?“ Riona antwortete: „Es ist im Hangar und wird wiederhergestellt. Es war nicht vorgesehen, daß ein Mensch jemals dieses Gebiet erreicht. Die widersprüchlichen physikalischen Gesetze hier können einen Menschen verwirren.“ Sebastian sah Riona an und fragte: „Dies hier ist Ihre Heimat, habe ich Recht?“ Riona antwortete kühl: „Das ist korrekt.“ Daraufhin sagte Sebastian: „Korrigieren Sie mich, wenn ich falsch liege! Der modifizierte Sprungantrieb hat den Raum viel stärker gefaltet als der normale Sprungantrieb. Dazu kommt noch daß dies in der Nähe eines Sterns geschehen ist, der durch seine Schwerkraft den Raum ohnehin schon krümmt.
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Ich vermute wir befinden uns auf der anderen Seite der Raumzeit.“ Riona erwiderte nichts auf diese Spekulation, worauf Sebastian fragte: „Kann ich Ihr Schweigen so deuten, daß meine Vermutung richtig ist?“ Riona bestätigte dies kurz und knapp mit: „Ja.“ Sebastian sah Leutnant Berghof an, sie fand einfach keine Worte um zu beschreiben was sie dachte. Dann sagte Sebastian zu ihr: „Das ist ziemlich heftig, ich weis. Deshalb schlage ich vor daß wir diesen Ort und seine Natur für uns behalten um nicht all zu viel Aufmerksamkeit zu erzeugen.“ Leutnant Berghof nickte nur fassungslos aber zustimmend.



Ruby stand langsam auf und sagte: „Ich würde gerne mein Schiff sehen.“ Riona erwiderte: „Wie Sie wünschen.“ Wenig später standen sie in einem großen Raum in dem die Black Sword stand doch sie sah irgendwie anders aus, sie glänzte silbern wie polierter Stahl. Ruby sah fassungslos die Black Sword an und sagte: „Was ist mit meinem Schiff passiert?“ Riona erwiderte: „Es wurde wiederhergestellt und optimiert.“ Ruby fragte fassungslos: „Optimiert?“ Riona antwortete: „Die Haltbarkeit der Komponenten wurde durch Neuorientierung der Molekularstruktur maximal erhöht, die Effizienz der Systeme wurde ebenfalls erhöht. Außerdem wurde die Hülle in ihrer Haltbarkeit optimiert und das Kommunikationssystem wurde dafür ausgelegt uns zu kontaktieren.“ Erstaunt fragte Ruby: „Sie zu kontaktieren?“ Riona erwiderte: „Das ist korrekt, Sie und Fähnrich Neuhof haben unsere Aufmerksamkeit erregt indem sie zu uns vorgedrungen sind. Sie haben es geschafft unseren Raum zu erreichen und Fähnrich Neuhof hat es geschafft uns zu kontaktieren. Es ist höchstwahrscheinlich daß sich unsere Wege in naher Zukunft wieder kreuzen.“ Ruby fragte erstaunt: „Daß sich unsere Wege wieder kreuzen?“ Worauf Riona antwortete: „Sie wissen nun von unserer Existenz, daher brauchen wir uns vor Ihnen nicht mehr zu verbergen. Wenn die Situation es erfordert werden wir entweder Sie oder Sie uns kontaktieren. Sie drei werden von nun an unsere Repräsentanten auf Ihrer Seite der Raumzeit sein.“



Sebastian sah Riona fragend an und sagte: „Ich weis nicht ich der Rolle eines Abgesandten der Wächter gerecht werde.
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Viele Menschen wissen noch nicht einmal von der Existenz der Wächter und die meisten die von ihnen gehört haben halten sie für eine Legende.“ Riona wandte sich Sebastian zu und sagte: „Wir geben Ihnen keine Botschaften, Regeln oder Gesetze für die Menschheit mit auf den Weg, die Bezeichnung als Abgesandter ist daher nicht zutreffend. Betrachten Sie sich viel eher als Botschafter oder Vermittler zwischen unseren Völkern.“ Sebastian runzelte die Stirn und sagte: „Ich bin mir nicht sicher ob ich das kann, auf dem Gebiet der Diplomatie habe ich noch keine großen Erfahrungen.“ Riona erwiderte: „Erfahrungen sammelt man dadurch daß man sich mit einer Sache befaßt, sowohl theoretisch als auch praktisch, Sie werden die Anforderungen Ihrer Position gerecht werden. Wir, die Wächter haben Sie seit geraumer Zeit beobachtet, darauf beruht unser Vertrauen in Sie.“ Sebastian sagte: „Ich bin dankbar, daß ich durch Sie meine Freundin und Ausbilderin wiederbekommen habe, daher werde ich mich bemühen der mir gestellten Aufgabe gerecht zu werden. Es wäre jedoch hilfreich wenn Sie mir die Details meiner Aufgabe definieren.“ Riona erwiderte: „Das ist möglich. Ihre Aufgabe lautet uns zu kontaktieren, wenn sie von etwas erfahren wofür Ihr Volk keine Erklärung hat oder wenn unsere Hilfe nötig ist.“ Sebastian fragte: „Wie soll ich Sie kontaktieren?“ Riona legte ihren Finger auf Sebastians Nasenbein und sagte: „Schließen Sie die Augen und entspannen Sie sich. Jetzt!“ Sebastian schloß seine Augen und versuchte ruhig zu atmen, dabei hörte er die Stimme von Riona wie sie sagte: „Sie sind noch nicht in der Lage die volle Kapazität Ihres Geistes zu nutzen, lassen Sie mich Ihnen dabei helfen diese Beschränkung zu überwinden!“ Sebastian erwiderte: „Ja, ich bin einverstanden.“ Kurz darauf spürte Sebastian einen kurzen Impuls, der durch seinen Kopf ging, darauf sagte Riona: „Sie verfügen jetzt über die Fähigkeit mit uns zu kommunizieren, sie müssen dazu nur die Augen schließen und im Geiste mit uns sprechen. Wir werden Sie hören und Sie werden uns hören.“



Sebastian öffnete die Augen und fragte: „Das war alles?“ Riona erwiderte kurz und schmerzlos: „Ja.“ Dann fügte sie hinzu: „Nur zu, versuchen Sie es!“ Sebastian schloß die Augen und stellte sich vor, wie er im Geiste rief: „Ist da jemand?“ Darauf hörte er im Geiste den Sprechchor der Wächter wie seine unzähligen Stimmen sagten: „Wir sind die Wächter, wir sind hier und heißen Dich willkommen in unserer Gemeinschaft.
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“ Sebastian öffnete die Augen und lächelte, dann sagte er: „Ich habe sie gehört, sie haben mir geantwortet und mich in ihrer Gemeinschaft willkommen geheißen.“ Riona erwiderte: „Das waren die Stimmen unseres Volkes, wir sprechen alle mit einer Stimme, teilen unsere Gedanken und sind dennoch frei in unseren Entscheidungen.“



Ruby fragte: „Wenn wir Sie im Geiste rufen können, warum wurde dann das Kommunikationssystem der Black Sword modifiziert um Sie zu kontaktieren?“ Riona antwortete: „Kommunizieren werden Sie mit uns in Ihrem Geiste, Ihr Kommunikationssystem kommuniziert mit unseren Schiffen, falls eine Zusammenkunft erforderlich ist.“ Leutnant Berghof sagte: „Bekomme ich auch die Fähigkeit mit Ihnen zu kommunizieren?“ Riona wandte sich Leutnant Berghof zu und sage: „Wenn Sie dies wünschen, werden Sie ebenfalls in die Lage versetzt mit uns zu kommunizieren.“ Leutnant Berghof erwiderte: „Ja, ich wünsche mir nichts sehnlicher als das.“ Riona antwortete darauf: „Dann schließen Sie die Augen und entspannen Sie sich!“ Leutnant Berghof schloß die Augen und Riona legen ihren Finger auf ihr Nasenbein, dann leuchtete Leutnant Berghofs Gesicht kurz mit dem selben Blau auf das Riona ausstrahlte. Darauf entfernte Riona ihren Finger von Leutnant Berghofs Nasenbein und sagte: „Sie können es jetzt versuchen.“ Leutnant Berghof ließ die Augen geschlossen und begann zu lächeln, dann sagte sie: „Ich habe die Wächter auch gehört, sie haben mich ebenfalls willkommen geheißen.“



Schließlich führte Riona die Prozedur an Ruby durch, die sie in die Lage versetzte mit den Wächtern zu kommunizieren, auch Ruby wurde willkommen geheißen. Daraufhin sagte Riona: „Es ist Zeit, Sie wieder in Ihren Raum zurückzubringen.“ Wenig später standen sie wieder in dem kleinen Raum mit dem drehbaren Stuhl, Riona setzte sich auf diesen und die Wände des Raumes bildeten wieder die Umgebung um das Schiff ab, wenig später öffnete sich die weiße Passage und das Schiff flog hinein. Wieder ging es in engen Windungen horizontal und vertikal hin und her, nach einer Weile riß die Passage auf und sie waren wieder im Orbit des Jupiter und die Far Horizon kreiste noch immer um den Gasplaneten.
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Riona erhob sich von dem seltsamen Stuhl und sagte: „Es ist Zeit, daß Sie auf Ihr Schiff zurückkehren.“ Sebastian erwiderte: „Wenn es möglich ist würde ich gerne mit Lady G-Force in ihrem Schiff auf unser Schiff zurückkehren.“ Riona sagte: „Wie sie wünschen, dann waren sie wieder in dem kleinen Raum, in dem die Black Sword stand.



Sebastian sagte zu Ruby: „Ich fürchte, Du wirst Dein Schiff umtaufen müssen, der Name Black Sword paßt nicht mehr ganz zu seiner Erscheinung.“ Ruby sah Sebastian an und fragte: „Hast Du einen Vorschlag, wie ich mein Schiff nennen soll?“ Sebastian antwortete: „Es leuchtet und glänzt wie ein Schwert und die Wächter haben es optimiert. Warum nennen wir es nicht Excalibur?“ Ruby erwiderte: „Wie das mythische Schwert? Der Name gefällt mir, also nennen wir es Excalibur.“ Riona fügte hinzu: „Excalibur, es ist lange her daß ich diesen Namen gehört habe. Vor langer Zeit, in Ihrem Maßstab, gaben wir einem Schwert diesen Namen, dessen Molekularstruktur wir optimiert haben um seine Haltbarkeit zu maximieren.“ Sebastian fragte ungläubig: „Wollen Sie damit sagen daß Sie Kontakt zu König Artus hatten?“ Riona antwortete: „Ich war an diesen Ereignissen nicht beteiligt, aber die Wächter hatten zu dieser Zeit kurzzeitig Kontakt zu den Menschen. Der Großteil Ihres Volkes erwies sich jedoch als nicht bereit unsere Existenz zu begreifen. Aber da Sie heute in der Lage waren uns zu kontaktieren und in unseren Raum vorzudringen haben wir entschieden, daß sich dies nun geändert hat.“ Dann gab es einen kurzen Lichtblitz und auf dem Schiff von Lady G-Force war der Name Excalibur zu lesen.



Riona sagte zu Leutnant Berghof: „Sind Sie bereit zurückzukehren?“ Leutnant Berghof sagte: „Ja, ich bin bereit.“ Daraufhin gab es einen Lichtblitz und Leutnant Berghof war verschwunden. Dann sagte Riona zu Sebastian und Ruby: „Es ist soweit hier trennen sich unsere Wege, vorerst. Die Excalibur wird in die Nähe Ihres Schiffes, der Far Horizon transportiert, an der Bedienung der Steuerung und der Systeme hat sich nichts geändert. Das einzig neue ist, daß Ihr Kommunikationssystem nun über die Fähigkeit verfügt mit unseren Schiffen zu kommunizieren.
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Dazu müssen Sie nur unser Wappen im Kommunikationsmenü berühren. Ich wünsche Ihnen eine gute Reise.“ Ruby und Sebastian bedankten sich und stiegen in die Excalibur, Ruby setzte ihren Helm auf und schloß die Kabine. Dann gab es einen kurzen Lichtblitz und die Excalibur war wieder im Weltraum zwischen der Far Horizon und dem Wächterschiff. Wenig später öffnete sich eine weiße Passage und das Wächterschiff flog hinein und war verschwunden. Ruby sagte zu Sebastian: „Na dann wollen wir mal nachhause fliegen.“ Dann gab sie der Far Horizon ihre Absicht zur Rückkehr bekannt und begann mit dem Landeanflug.



Während des Anflugs auf die Far Horizon fragte Sebastian plötzlich: „Alles Okay Ruby?“ Ruby erwiderte: „Was meinst Du?“ Sebastian erwiderte: „Naja, ich bin nur nicht gewohnt, daß Du ohne ein spektakuläres Manöver landest.“ Ruby antwortete: „Verstehe...“ Dann rollte sie das Schiff um einhundertachtzig Grad, nahm den Schub weg und zog den Bug um einhundertachtzig Grad herum, so daß die Excalibur nun rückwärts flog, in dieser Position erreichten sie die Startrampe der Far Horizon. Als das Schiff zum Stillstand gekommen war öffnete Ruby die Kabine und sie kletterten aus dem Schiff. Kapitän Tönnigs und Leutnant Yvette Mangold kamen in den Hangar und Kapitän Tönnigs reichte Sebastian die Hand, dann sagte er: „Fähnrich, ich weis nicht was ich sagen soll. Zuerst stellen Sie den ersten Kontakt zu den Wächtern her, an deren Existenz nur ein kleiner Teil meiner Mannschaft geglaubt hat. Und jetzt kehren Sie mit einem vermiesten Mitglied der Besatzung zurück von dem keine unserer Patrouillen eine Spur gefunden hat. Ich muß schon sagen daß ich verblüfft bin.“ Sebastian erwiderte: „Ist Leutnant Berghof schon zurück?“ Kapitän Tönnigs antwortete: „Ja, sie ist kurz vor Ihrem Auftauchen auf der Brücke erschienen.“



Sebastian erläuterte: „Kapitän, keine Patrouille der gesamten Erdraumflotte hätte dorthin gelangen können, wo wir Lady G-Force gefunden haben. Die Beschreibung des Ortes würde sich aus wissenschaftlicher Sicht ziemlich ketzerisch anhören.“ Kapitän Tönnigs antwortete: „Ja, Leutnant Berghof hat etwas derartiges erwähnt und auch daß niemand von uns dort hin gelangen sollte.
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Außerdem erwähnte sie daß diese Region die Heimat der Wächter sei.“ Sebastian erwiderte: „Ja, das ist zutreffend. Diese Region ist derartig fremdartig daß selbst die physikalischen Gesetze dort völlig anders sind. Ich halte es für sinnvoll die Existenz dieses Ortes nicht weiter zu ergründen, was wir dort finden würden könnte uns sowohl psychisch als auch physisch überfordern.“ Lady G-Force stimmte dem zu und ergänzte: „Während des versehentlichen Übergangs in das betreffende Gebiet verlor ich das Bewußtsein und erlangte es erst wieder als ich auf dem Schiff der Wächter wo ich wieder den normalen Physikalischen Gesetzen ausgesetzt war.“



Kapitän Tönnigs rümpfte die Nase und zog die Stirn in Falten, dann sagte er: „Nun ja, da wir keine Koordinaten des betreffenden Gebietes haben können wir sowieso nicht dorthin gelangen, ich habe allerdings noch ein Problem. Fähnrich, ich kann Sie nicht schon wieder befördern, zumal Sie noch nicht einmal Ihre Ausbildung begonnen haben. Trotzdem haben Sie mit der Rettung eines Mitglieds unserer Mannschaft Ihren Einfallsreichtum im Interesse des Schiffes und der Mannschaft unter Beweis gestellt. Was also soll ich nun mit Ihnen machen?“ Sebastian erwiderte: „Vielleicht könnten Sie mir die nötige Sicherheitsfreigabe erteilen, damit Lady G-Force in Zukunft nicht mehr ohne mich auf eine Mission gehen muß.“ Ruby ergänzte Sebastians Idee mit den Worten: „Kapitän Tönnigs, ich halte es für schwierig Informationen vor Fähnrich Neuhof zu verbergen. Er hat es geschafft Kontakt zu den Wächtern herzustellen. Etwas woran Wissenschaftler seit Jahren vergeblich arbeiteten.“ Kapitän Tönnigs antwortete: „Da könnten Sie Recht haben, also gut. Fähnrich, kommen Sie sobald Sie sich etwas erholt haben zu mir auf die Brücke, nein warten Sie, wir machen das ganz offiziell in der Mannschaftsmesse.“ Sebastian bedankte sich bei Kapitän Tönnigs, dann verließ Kapitän Tönnigs den Hangar.



Yvette sah Sebastian fragend an, dann sagte sie: „Hey Hawk, das war exzellent, Ruby wird beeindruckt sein wenn sie davon hört!“ Sebastian erwiderte: „Bis sie zurückkehrt wird Lady G-Force auf mich achtgeben.
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Ich hoffe daß ich jetzt nicht von neugierigen Menschen belagert werde, die etwas über die Wächter erfahren wollen.“ Yvette lächelte und sagte: „Okay, ich versuche Dir die Meute vom Hals zu halten.“ Mit diesen Worten klopfte sie Sebastian mit der Hand auf den Rücken und verließ den Hangar. Ruby sagte: „Ich muß erst mal aus den Fliegerklamotten raus. Kommst Du mit?“ Sebastian antwortete: „Ja, unbedingt! Ich hatte bereits befürchtet, daß ich Dich nie wieder sehe. Da werde ich Dich so schnell nicht wieder aus den Augen lassen.“ Ruby erwiderte: „Okay, dann wollen wir mal.“ Darauf sprach sie den Befehl in ihr Armband, sie beide in Ihr Quartier zu teleportieren.



Als sie in Rubys Quartier ankamen nahm Ruby ihren Helm ab und schüttelte den Kopf, dann sagte sie: „Setz Dich erstmal, ich muß die Fliegermontur loswerden.“ Sebastian antwortete: „Du solltest eine Soundmassage in Betracht ziehen, schließlich hast Du verdammt lange in Deinem Schiff gesessen da ist etwas Entspannung jetzt gerade richtig.“ Ruby lächelte und erwiderte: „Hey gute Idee!“ Dann verschwand sie im Schlafbereich ihres Quartiers. Sebastian legte den Kopf nach hinten auf die Rückenlehne der Couch, schloß die Augen und atmete tief durch. Dann sagte er: „Alice, als Du noch auf der Black Halfmoon installiert warst hast Du doch Deine Alte Crew kontaktiert. Weist Du daß die Wächter Dir dies ermöglicht haben?“ Alice antwortete: „Ich habe keine Informationen einer fremden Präsenz an Bord der Black Halfmoon.“ Sebastian erwiderte: „Laut Aussage von Riona, einer Angehörigen der Wächter, haben die Wächter es Dir ermöglicht Deine Crew zu kontaktieren.“ Alice antwortete: „Ich habe keine Erklärung wodurch die Systeme der Black Halfmoon derart rekonfiguriert wurden, daß eine Kommunikation über große Distanz möglich wurde. Daher kann ich Ihre Aussage weder entkräften noch bestätigen.“ Ruby kam leicht bekleidet in den Wohnbereich und sagte: „Ich gehe nur kurz unter die Dusche, vielleicht willst Du ja mitkommen.“ Sebastian sprang von der Couch auf und rief: „Ja, und ob ich will!“ Dann folgte er Ruby in den Waschraum. Als sie in der Duschkabine waren und das Wasser mit siebenunddreißig Grad Celsius auf sie herabströmte zog Ruby Sebastian zu sich heran und sagte: „Du hast verdammt viel riskiert um mich zu finden! Du hättest Dich lächerlich machen können falls es Dir nicht gelungen wäre die Wächter zu kontaktieren.
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“ Sebastian erwiderte: „Das wäre nicht ansatzweise so schlimm gewesen wie es wäre Dich nie wieder zu sehen!“ Ruby sah Sebastian tief in die Augen und sagte: „Ich liebe Dich. Weist Du das?“ Sebastian erwiderte: „Ja, und ich bin unglaublich dankbar dafür daß meine Liebe zu Dir auf Gegenseitigkeit beruht.“



Nach einer entspannten halben Stunde kamen sie aus der Duschkabine, Ruby zog die atmungsaktive Kleidung an und sagte: „Oh das tut gut!“ Sebastian zog seine Kleidung an und fragte: „Wollen wir jetzt die Soundmassage machen?“ Ruby nickte und sagte: „Ja, das ist eine gute Idee.“ Sie gingen in den Schlafbereich und legten sich auf das Bett. Ruby wies Alice an das Programm Soundmassage Sukow zwei Punkt null auszuführen. Sie lagen nebeneinander, die Arme dicht an den Körper gelegt und genossen wie die Schallwellen ihnen eine Gänsehaut machten. Nach einer Weile sagte Sebastian: „Ich hoffe daß die Soundmassage nicht süchtig macht, ich könnte mich nämlich an diesen Zustand gewöhnen.“ Ruby legte ihre Hand auf die von Sebastian und sagte: „Es ist nur Schall mit niedriger Lautstärke. Es gibt keine Erkenntnis daß man davon abhängig wird. Aber Du hast Recht, man kann sich daran gewöhnen.“ Eine Viertelstunde später meldete sich Kapitän Tönnigs über das Kommunikationssystem und meinte: „Wenn Sie bereit sind Fähnrich, können wir uns in der Mannschaftsmesse treffen und die Neueinstufung Ihrer Sicherheitsfreigabe durchführen.“ Sebastian erwiderte: „Ja, ich bin bereit.“ Kapitän Tönnigs antwortete: „Gut, geben Sie mir zehn Minuten und kommen dann in die Mannschaftsmesse.“ Sebastian erwiderte: „Gut in frühestens zehn Minuten sind wir in der Mannschaftsmesse.“ Kapitän Tönnigs bestätigte dies und beendete die Kommunikation.



Sebastian sah Ruby an und sagte: „In zehn Minuten sollen wir in der Messe sein, was machen wir bis dahin?“ Ruby drehte sich zu Sebastian um, zog ihn an sich heran und küßte ihn sanft. Dann fragte sie: „Was hältst Du davon?“ Sebastian sagte: „Das ist ganz mein Geschmack.
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“ Ruby erwiderte: „Ja, das dachte ich mir.“ Dann fuhr sie fort Sebastian zu küssen, zuerst sanft und dann mit steigender Intensität. Nachdem etwa acht Minuten vergangen waren fragte Ruby: „Wollen wir uns langsam auf den Weg in die Mannschaftsmesse machen?“ Sebastian erwiderte: „Ja, wir wollen Kapitän Tönnigs schließlich nicht warten lassen.“ Langsam standen sie auf, Ruby deaktivierte die Soundmassage und fragte Sebastian: „In welcher Rolle soll ich Dich begleiten, als Ruby Ivanes oder als Lady G-Force?“ Sebastian antwortete: „Ich weis nicht wieviele Personen in der Mannschaftsmesse anwesend sind. Du willst Kapitän Tönnigs doch nicht mit Helm gegenübertreten falls Personen anwesend sind die nichts über Deine zweite Identität wissen. Komm einfach als Ruby Ivanes mit.“ Als Ruby gerade den Befehl zu Teleportation geben wollte hielt Sebastian ihren Arm fest und sagte: „Laß uns den Lift nehmen, wir wollen doch nicht zu früh kommen.“ Ruby legte den Arm um Sebastian und sie verließen das Quartier und gingen in Richtung des Lifts. Ruby wählte die Mannschaftsmesse als Fahrziel und als die Türen sich öffneten stiegen sie ein. Nach dem Schließen der Türen war es still im Lift, Sebastian dachte darüber nach was ihn in der Mannschaftsmesse erwarten würde. Ruby beruhigte ihn und sagte: „Mach Dir keine Gedanken, es ist nur eine Neueinstufung der Sicherheitsfreigabe und keine Gerichtsverhandlung.“



Als die Türen des Lifts sich öffneten und den Blick in die Mannschaftsmesse freigaben saßen an einem Tisch Kapitän Tönnigs, Commander Junkers, Leutnant Berghof, Doktor Ngujen und Leutnant Sukow. Um den Tisch herum standen einige Mannschaftsmitglieder als Sebastian und Ruby die Mannschaftsmesse betraten stand Kapitän Tönnigs auf und sagte: „Treten Sie näher Fähnrich Tönnigs!“ Sebastian näherte sich dem Tisch, Ruby ging hinter ihm. Als sie den Tisch erreichten sagte Kapitän Tönnigs: „Setzen Sie sich Fähnrich!“ Sebastian setzte sich auf den Stuhl an der Stirnseite des Tisches. Kapitän Tönnigs nahm ebenfalls Platz und sagte: „Fähnrich, Sie haben heute Ihren Einfallsreichtum unter Beweis gestellt um ein vermißtes Besatzungsmitglied zu finden und zurückzubringen. Außerdem haben Sie die Existenz der Wächter bewiesen, dem einzigen bisher bekannten raumfahrenden Volk außer der Menschheit.
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Ihre Hartnäckigkeit bei der Suche nach den Wächtern und der dabei gezeigte Einfallsreichtum läßt die Annahme zu daß Sie früher oder später Geheimnisse aufdecken werden, für die man eine spezielle Sicherheitseinstufung benötigt. Dieses ... Talent könnte eine Menge Probleme aufwerfen, wenn Sie an Informationen gelangen die als Geheim eingestuft sind ohne daß Sie an eine Geheimhaltungsvorschrift gebunden sind. Um Sie und die Erdraumflotte vor Schaden zu bewahren gewähre ich Ihnen eine Erhöhung Ihrer Sicherheitseinstufung mit dem Recht alle Informationen auf der Ebene Ihrer Sicherheitseinstufung zu erhalten und der Pflicht diese Informationen allen Personen vorzuenthalten, die keine Sicherheitsfreigabe haben diese Informationen zu erhalten. Leutnant Ivanes, haben Sie Bedenken gegen eine Erhöhung der Sicherheitseinstufung von Fähnrich Neuhof?“ Ruby erwiderte: „Nein Kapitän Tönnigs, ich habe keine Einwände?“ Kapitän Tönnigs sagte daraufhin: „Gut! Fähnrich, ich weise Sie darauf hin daß Sie mit der Akzeptanz der höheren Sicherheitseinstufung die Pflicht zu Geheimhaltung anerkennen. Haben Sie Bedenken dagegen daß Ihre Sicherheitseinstufung erhöht wird?“ Sebastian erwiderte: „Ich habe keine Bedenken gegen die höhere Sicherheitseinstufung und akzeptiere die Pflicht zur Geheimhaltung.“



Kapitän Tönnigs hielt Sebastian ein Pad entgegen und sagte: „Hier ist dokumentiert daß Ihre Sicherheitseinstufung erhöht wird und daß Sie über Rechte und Pflichten Ihrer höheren Sicherheitseinstufung informiert wurden. Bitte quittieren sie die Neueinstufung indem Sie Ihren rechten Daumen auf das Pad unten rechts drücken.“ Sebastian nahm das Pad in die Hand, las es und drückte seinen Daumen unten rechts auf den Touchscreen des Pads. Danach nahm Kapitän Tönnigs das Pad wieder an sich und sagte: „Damit ist es amtlich, Fähnrich Ihre Sicherheitseinstufung wurde auf Ebene drei erhöht.“



Die Mannschaftsmitglieder um den Tisch begannen zu applaudieren, Ruby klopfte Sebastian auf die Schulter und sagte: „Jetzt wird es keinen Grund mehr geben daß ich alleine auf eine Mission fliegen muß.“ Sebastian erwiderte: „Und ich werde keinen Grund mehr haben mich um Deine Sicherheit zu ängstigen.
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“ Kapitän Tönnigs sagte: „Nun Fähnrich, da der offizielle Teil abgeschlossen ist, erzählen Sie uns etwas über die Wächter!“ Sebastian erwiderte: „Eigentlich habe ich nur einen, also eine von ihnen gesehen. Ihr Name war Riona. Sie hatte eine menschliche Form aber sie sah eher aus wie die Siluette eines Menschen. Sie schimmerte bläulich wie eine Gasflamme. Ein Gesicht oder andere Texturen hatte ihr Körper nicht. Ihr Schiff steuerte sie, also es wurde durch ihre Gedanken gesteuert. Während sie auf einem drehbaren Stuhl saß. Ach ja, einen Bildschirm habe ich auf ihrem Schiff auch nicht gesehen, die Wände des Raumes von dem aus sie das Schiff steuerte bildeten während des Fluges die Umgebung um das Schiff ab. Und sie waren auf der Black Halfmoon, sie halfen Alice mit uns zu kommunizieren. Außerdem waren sie bereits auf der Erde, Riona erwähnte das Schwert Excalibur. Es soll ein Schwert gewesen sein, dessen Haltbarkeit durch die Neuorientierung der Molekularstruktur immens erhöht wurde.“



Ein Raunen ging durch die Mannschaftsmesse, Leutnant Berghof sagte: „Ja es stimmt ich war dabei. Die alten Legenden sind wahr, die Wächter widmen sich der Erhaltung der Ordnung im Universum.“ Doktor Ngujen fragte: „Und die seltsamen Phänomene durch die verschollene Schiffe in die Nähe der nach ihnen suchenden Schiffe bewegt wurden?“ Sebastian antwortete: „Laut Rionas Aussage waren die Wächter dafür verantwortlich. Und sie können unsere Gedanken lesen, wenn sie unseren Kopf berühren. Riona bat mich an Lady G-Force zu denken, dann hielt sie ihre Hände links und rechts an meinen Kopf.“ Leutnant Berghof sah Sebastian an und begann unauffällig und langsam den Kopf zu schütteln, als wollte sie ihn mahnen nicht noch mehr zu erzählen, vor allem nicht daß er nun in der Lage war mit den Wächtern zu kommunizieren. Sebastian sagte als Zeichen der Bestätigung: „Das ist alles, was mir im Moment zu den Wächtern einfällt.“ Kapitän Tönnigs erwiderte: „Na, wenn man bedenkt, daß wir zuvor nur Vermutungen über die Wächter hatten ist das doch eine ganze Menge. Aber da wir nun von ihnen wissen, wäre es möglich daß wir sie in Zukunft wiedersehen.“ Dann standen er und die anderen Offiziere und Mannschaftsmitglieder auf, sie verabschiedeten sich und verließen die Mannschaftsmesse.
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Nur Leutnant Berghof blieb bei Sebastian und Ruby, sie kam zu ihnen herüber und sagte: „Können wir irgendwo unter sechs Augen reden?“ Ruby erwiderte: „Natürlich, ich schlage vor wir gehen dazu in mein Quartier.“ Sebastian und Leutnant Berghof stimmten zu und Ruby gab den Befehl zur Teleportation.



Als sie in Rubys Quartier angekommen waren sagte Leutnant Berghof: „Okay Leute, erzählt bloß niemandem daß Ihr in der Lage seid mit den Wächtern zu kommunizieren, es sei denn Ihr wollt unbedingt als Abgesandter oder Botschafter der Wächter Karriere machen.“ Sebastian erwiderte: „Nein, ganz bestimmt nicht. Ich habe Ihre Geste in der Mannschaftsmesse verstanden.“ Leutnant Berghof antwortete: „Da wir drei nun eine Gemeinsamkeit haben schlage ich vor daß wir uns privat mit den Vornamen ansprechen. Hat jemand von Euch was dagegen?“ Sebastian und Ruby schüttelten den Kopf und Leutnant Berghof sagte: „Fein, dann nennt mich Nicole!“ Sebastian fragte: „Was machen wir nun mit unserer sogenannten Gabe?“ Nicole antwortete: „Wir nutzen sie und versuchen die daraus resultierenden Ergebnisse als Intuition auszugeben.“ Sebastian sagte: „Danke nochmals Nicole, daß Du Dich mit mir über die Wächter unterhalten hast. Auch wenn Du dachtest ich würde mich über Dich lustig machen.“ Nicole erwiderte: „Ich danke Dir, daß Du mich gefragte hast. Du ahnst ja gar nicht wie schwer es ist an etwas zu glauben und gefühlt der Einzige an Bord zu sein der daran glaubt.“ Sebastian antwortete: „Nun, mit dem Auftauchen des Wächterschiffes sollte sich Deine Situation aber spürbar verbessert haben.“ Nicole nahm Sebastian in den Arm und sagte: „Wärst Du nicht gewesen, wäre das Schiff nicht aufgetaucht.“ Sebastian hielt Nicole mit einem Arm fest und zog Ruby mit dem anderen an sich heran. Dann sagte er: „Und wäre das Schiff nicht aufgetaucht, hätte ich Ruby nie wieder gesehen. Wir haben alle von den Wächtern profitiert. Niemand von uns muß einem von uns überschwenglich danken. Wir sollten den Wächtern danken, sie sind die Verbindung zwischen uns. Wir sollten jedoch Leutnant Miriam Sukow und Kapitän Tönnigs nicht vergessen, sie ermöglichten es mir die Wächter zu kontaktieren.
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Aber besonders bin ich Doktor Kim Ngujen dankbar, sie brachte mir die alten Legenden über die Wächter näher.“



Nach einigen tiefschürfenden und theoretischen Debatten verabschiedete sich Leutnant Berghof und verließ Rubys Quartier. Ruby sah Sebastian an und sagte: „Das war ein ereignisreicher Tag für uns beide. Die Tage auf der Far Horizon sind meistens ereignisreich aber der heutige Tag war doch etwas besonderes. Hast Du eine Idee womit wir diesen Tag ausklingen lassen können?“ Sebastian sah Ruby an und sagte: „Nun ja, ich habe eine Idee womit, obwohl wir dafür auf etwas verzichten müssen.“ Ruby sah Sebastian an und fragte: „Was meinst Du, worauf willst Du verzichten?“ Sebastian erwiderte: „Naja Du bist hier, ich bin hier, das einzige was uns dabei stört Spaß zu haben ist die Schwerkraft. Könntest Du sie wieder aufheben?“ Ruby sah Sebastian in tief in die Augen und sagte: „Aber ja, das ist eine gute Idee!“ Dann gab sie Alice den Befehl die Schwerkraft in ihrem Quartier aufzuheben, Alice bestätigte und befolgte den Befehl. Dann legte Ruby ihre Arme um Sebastian und sagte: „Schließ die Augen und entspanne Dich, ich habe alles im Griff.“ Sebastian schloß die Augen und Ruby stieß sich sanft mit den Zehenspitzen vom Boden ab. Dann küßte sie Sebastian sanft und fragte: „War es das, was Du im Sinn hattest?“ Sebastian erwiderte: „Ja, aber ich frage mich ob wir nicht noch etwas hinzufügen können.“ Ruby fragte erstaunt: „Was denn?“ Sebastian öffnete die Augen und sah Ruby fragend an, dann fragte er: „Ich frage mich, wie sich wohl die Soundmassage bei dem was wir hier tun anfühlt.“ Ruby sah Sebastian wieder tief in die Augen, dann sagte sie: „Finden wir es heraus!“ Darauf gab sie Alice den Befehl das Soundmassageprogramm zu starten.



Der Raum wurde von den tiefen Schallwellen überflutet, Ruby und Sebastian bekamen eine Gänsehaut. Ruby drückte Sebastian fest an sich und sagte: „Das fühlt sich gut an, laß mich noch eins drauf setzen!“ Dann küßte sie Sebastian so intensiv wie es ein Kompromiß aus Sanftheit und Intensität zuließ.“ Es war eine unbeschreibliche Situation für Sebastian, er hatte es nicht für möglich gehalten daß die Gänsehaut, welche die Soundmassage erzeugte sich noch steigern ließ.
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Doch wie Ruby ihn während der Soundmassage in den Armen hielt und küßte, merkte er daß er sehr wohl noch eine Steigerung der Gänsehaut gab. Es war so heftig daß er dachte, sein Körper würde jeden Moment wie ein Weinglas zersplittern, das man mit seiner eigenen Resonanzfrequenz zum schwingen angeregt hatte. Als Ruby kurz von Sebastian abließ sagte sie: „Der Wahnsinn, das ist mehr als ich je erwartet habe!“ Dann hob sie kurz einen Arm und stieß sich mit dem kleinen Finger von der Decke ab. Worauf sie langsam wieder nach unten drifteten. Nach einer halben Stunde ließ Ruby die Schwerkraft langsam wiederherstellen und sie sanken sanft auf den Boden zurück. Sebastian sagte: „Wow sowas habe ich noch nie gefühlt, die Gänsehaut war so heftig daß ich dachte ich würde in tausend Splitter zerspringen. Das sollten wir öfter machen!“ Ruby sagte: „Ja, dagegen hätte ich nichts. Wenn Du das irgendwann wiederholen willst, meine Zustimmung hast Du!“



Nachdem sie beide wieder ein normales Körpergefühl erreicht hatten fragte Ruby: „Willst Du hier schlafen?“ Sebastian sagte: „Ja, das will ich. Jetzt wo Du wieder da bist will ich keinen Moment auf Dich verzichten.“ Ruby gab Sebastian einen Kuß und sagte: „Ich hoffe auch daß wir jeden Moment unserer Zeit zusammen verbringen. Jetzt können wir ja auch zusammen auf Missionen gehen, deren Inhalt als Geheim eingestuft wurde. Hoffentlich bereust Du diese Entscheidung nicht, manche Flüge sind recht ... heftig. Zum Beispiel Nahkämpfe bei denen enge Kurven geflogen werden.“ Sebastian erwiderte: „Bei Dir fühle ich mich sicherer als in der Gegenwart anderer Leute, die Chance daß mir bei Dir etwas passiert ist ziemlich gering.“ Ruby sagte leicht gerührt: „Ach Basti, gut daß Du da bist.“ Dann orderte Sebastian sich einen Schlafanzug an der Teleporter-Station und sie gingen in den Schlafbereich. Als sie sich umgezogen hatten fragte Ruby: „Wovon wirst Du heute Nacht träumen?“ Sebastian antwortete: „Ich weis nicht, vielleicht werde ich die Wächter kontaktieren und sie bitten mir etwas über sich zu erzählen. So könnte ich während des Schlafes etwas über die Wächter erfahren.“ Ruby sagte: „Hey, das ist eine gute Idee! Ich werde es ebenfalls versuchen, wenn wir über die Wächter miteinander verbunden sind, vielleicht träumen wir voneinander und vielleicht auch noch das Gleiche.
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“ Ruby legte sich hin und sagte: „Gute Nacht Basti!“ Sebastian kuschelte sich an Sie und sagte: „Dir auch eine Gute Nacht Ruby!“ Dann schloß er die Augen. Sebastian versuchte im Geiste die Wächter zu rufen, er stellte sich vor wie er rief: „Ich rufe Euch, die Wächter. Ich möchte mehr über Euch erfahren, erzählt mir von Euch!“ Während Sebastian langsam einschlief, hörte er im Geiste den Sprechchor der Wächter:



„Wir werden Euch von uns erzählen. Vor langer Zeit waren wir einmal wie Ihr, doch wir entwickelten uns weiter. Als der Stern unseres Systems sein Lebensende erreichte waren wir gezwungen unsere Heimat zu verlassen. Damals besaßen wir bereits die Fähigkeit den Raum zu falten, also suchten wir nach einer neuen Heimat. Wir benutzten die Schwerkraft eines großen Sterns um eine höhere Geschwindigkeit zu erreichen und aktivierten den Sprungantrieb. Durch das Zusammenspiel der dabei auftretenden Kräfte wurden wir in den Anderraum geschleudert. Da unsere Schiffe für eine Reise über mehrere Generation gebaut waren lebten wir von jenem Zeitpunkt an im Anderraum. Es dauerte lange bis wir uns an die veränderten Physikalischen Gesetze angepaßt hatten doch schließlich begannen wir uns zu verändern. Einige unserer Nachkommen begannen ihre molekulare Struktur zu verlieren, sie lösten sich scheinbar auf. Wir hielten dies für eine Krankheit die durch die Bedingungen im Anderraum ausgelöst wurde. Die angebliche Krankheit befiel nach und nach alle unserer Nachkommen und unser Volk alterte schnell. Nach einiger Zeit begannen auch die älteren von uns ihre molekulare Struktur zu verlieren, was unser Volk scheinbar Stück für Stück dezimierte. Dann erschien einigen von uns eine Gestalt ohne Gesicht oder andere Textur, wir erkannten in ihr einen Angehörigen unseres Volkes. Dadurch stellten wir fest, daß es sich bei den Veränderungen, die unsere Körper durchliefen nicht um eine Krankheit handelte sondern um Evolution. Als der Letzte unseres Volkes die Veränderung durchlaufen hatte waren wir nicht mehr an die Körperliche Existenz gebunden. Wir erkannten sogar, daß wir die Materie und Energie durch unseren Willen kontrollieren konnten.
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Wir erschufen Schiffe aus Energie und der verfügbaren Materie und begannen den Anderraum zu erforschen. Mit der Zeit stellten wir fest, daß wir die Möglichkeit hatten eine Verbindung zwischen dem Anderraum und dem normalen Universum herzustellen. Als wir in der Lage waren zuverlässig zwischen dem Anderraum und dem normalen Raum hin und her zu wechseln beschlossen wir das uns bekannte Universum weiter zu erforschen. Wir durchstreiften das All und forschten nach Phänomenen die unsere Neugier anregen sollten, doch als wir alles denkbare erforscht hatten erkannten wir daß es für uns nichts neues mehr zu entdecken gab. So beschlossen wir das entdeckte zu bewahren um wenigstens eine Aufgabe zu haben. Wir trafen bei unseren Reisen durch das All auf viele Sternensysteme, einige von ihnen beherbergten Leben, manches war höher entwickelt und manches war gerade im entstehen. Es war unsere Auffassung, daß wir nicht das Recht hatten in die Entwicklung anderer Spezies einzugreifen. Somit beschränkten wir uns auf die Beobachtung der verschiedenen Völker. Gelegentlich überschritten wir die von uns gezogene Grenze und gaben einigen Angehörigen verschiedener Völker geringfügige Hilfestellungen wenn sie Hilfe brauchten. So vergingen die Jahrmilliarden bis zu dieser Zeit, als Ihr uns ein Signal gabt. Wir beschlossen Eurem Ruf zu folgen, da Ihr nun in der Lage wart mit uns Kontakt aufzunehmen. Ihr seid die Ersten mit denen wir Kontakt hatten. Das ist unsere Geschichte und mit Euch hat sie nun ein neues Kapitel bekommen, Ihr seid nun ein Teil davon. Jetzt solltet Ihr erst einmal etwas Ruhe finden, wir werden Euch zur Seite stehen wenn Ihr unsere Unterstützung benötigt.“
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  Irgendwie erschien mir der Weltraum zu leer, nur von der Menschheit allein bewohnt. Aber ich wollte auch nicht wieder das alte Genre von den außerirdischen Invasoren ausgraben. Hoffentlich habe ich mit der Idee der Wächter nicht die religiösen Gefühle einiger Menschen verletzt, das lag nicht in meiner Absicht. Ich wollte nur meine Geschichte auf einen neuen Kurs bringen, sie spannender machen. Ich hoffe einfach sie gefällt den Lesern. :-)  
   Andreas Kretschmann  -  03.10.12 11:13

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