Evas Rückkehr (unser italienischer Sommer Teil 19)   71

Romane/Serien · Romantisches

Von:    Wolfgang scrittore      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 3. März 2012
Bei Webstories eingestellt: 3. März 2012
Anzahl gesehen: 1201
Seiten: 11

Forno mattoni



Der Ofen sah aus, nein nicht wie neu, Enzo hatte ihn so verputzt, dass er wirkte, wie seit Jahrzehnten in Gebrauch. Heute war der große Tag, das erste Brot sollte gebacken werden.

Olivenholz hatten wir vom Baumschnitt und dazu Buchenholz, das Beppe letztes Jahr geschlagen hatte.

Nur wem war die Kunst des Brotbackens mit dem Steinbackofen noch geläufig?

Ich rief Signora Elena an, die verwies mich gleich an Francesca, die hätte früher immer das Brot für den Hof gebacken. Sie freute sich sichtlich, dass wir den alten Ofen wieder in Betrieb nehmen wollten.



Dann rief ich Marta an, die war gleich begeistert, als ich ihr vorschlug doch Brote für ihre Alimentari zu backen. Jetzt war der Ofen für den Tag ausgelastet.

Francesca übernahm gleich das Kommando. Der Ofen wurde angeschürt und das Holzfeuer entwickelte schnell Hitze. Nach einiger Zeit meinte sie, nun ist die Backtemperatur optimal. Mit Aschekratzern holten wir die Asche aus dem Ofenloch, dann gab Francesca mit Schiebern den geformten Brotteig hinein.

Marta und Claudio hatten mit ihrer Ape an die zwanzig Brotlaibe heraufgebracht. Francesca hatte für die Familie und mich ebenfalls fünf Laibe vorbereitet. Gebannt umstanden wir den Ofen und schauten neugierig hinein. Der Duft nach Rosmarin, Thymian und frischem Brot war überwältigend. Wir packten die fertigen Brote, die eine appetitliche Kruste gebildet hatten und lagerten sie in einem Holzgestell, so dass von allen Seiten Luft herankam und die Restfeuchtigkeit entweichen konnte. Dann schlugen wir sie in Tücher ein.

„Nächstes mal bereite ich noch Kuchen vor, den könnten wir jetzt wo die Temperatur auf etwa 200°C gesunken ist, prima backen“, schlug Francesca vor.

Ich vereinbarte mit Marta, dass wir einmal im Monat oder vor Festen den Ofen anheizen, sie solle sich nur um das Heizmaterial kümmern.

Trotz Francescas Erfahrung beschloss ich ein Thermometer zu besorgen. Schließlich stand sie nicht immer zur Verfügung.



Wir setzten uns alle an den langen Tisch in der Diele, brachen das Brot, träufelten vom frischen Öl darauf, gaben etwas Salz hinzu und kamen förmlich ins Schwelgen bei dem Gaumengenuss.

„Du kannst viel damit machen“, klärte mich Francesca auf,



„Kuchen backen, Fleisch dörren, Eintöpfe garen, Pizzen zubereiten und vieles mehr.
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Nutz den Ofen, die Hitze einfach aus, die Steine geben die Wärme nur langsam ab.“ Dann verriet sie mir noch einen Tipp um die optimale Temperatur fürs Brotbacken zu erkennen.

„Leg ein paar Ähren auf den Schieber und beweg ihn dreimal durch den Ofen. Wenn sie schwarz werden ist es noch zu heiß, sie sollten braun sein.“



Ich umarmte sie und gab ihr einen Kuss auf die Wange.

Sie fragte nach Eva und ich antwortete ihr, dass es Eva in den Staaten gefiel, dass sie schon viel gesehen und gelernt hatte und mit Laura die Einkaufsbummel genießen würde.

„Aber sie kommt schon wieder zurück?“, fragte Francesca.

Ich muss wohl so entsetzt geschaut haben, dass sie mich in den Arm nahm und mir über den Kopf strich.

„Che era solo divertimento, Peter, das war doch nur ein Spaß. Oh das tut mir leid, du bist ja ganz blass geworden. Warte trink einen Schluck Grappa.“





Die Ölmühle



Enzo war schon früh auf den Beinen. Kurz nach sieben rollte sein Pickup auf unseren Hof. Heute hatte er seinen Schwager Aldo mitgebracht. Gemeinsam rüsteten sie die Mühle ein und begannen anschließend das Dach abzudecken.

Viele Dachziegel waren schadhaft, sie wurden aussortiert und flogen auf einen großen Haufen. Die unversehrten Ziegel stapelten sie sorgfältig auf. Die beiden waren ein eingespieltes Team und kamen zügig voran.



Ich hatte mit Gianfranco und unseren beiden Arbeitern reichlich zu tun. Es war Zeit für den Rebenschnitt. Anfangs schaute mir Gianfranco noch genau auf die Finger, dann schien er zufrieden und ließ mich arbeiten. Wir schnitten die alten Triebe bis auf zwei radikal ab. Die übriggebliebenen, die stärksten und schönsten, werden dann nach unten gebogen und am Draht befestigt. Das neue, einjährige Holz als Haupttrieb und Ausgangsmaterial ist das fruchtbarste.

Wir ließen allerdings noch einen ca. 5cm langen Ersatzzapfen stehen, einen einjährigen Trieb, der direkt aus dem Stamm gewachsen ist. Aus deren Auge wächst dann im nächsten Jahr der neue Haupttrieb für das übernächste Jahr.
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Der Rebschnitt und die Bodenlockerung würden uns bis ins zeitige Frühjahr beschäftigen, so lange noch kein neuer Saft in die Reben stieg.



Francesca hatte uns gebratene Polenta heraufgebracht, die wir mittags mit einem leckeren Sugo aßen. Auch Enzo und Aldo langten kräftig mit zu. Dazu tranken wir einen gespritzten Wein. Francesca strahlte, als wir sie einhellig lobten.



Wir standen alle vor der Mühle und schauten skeptisch, Enzo inspizierte die Dachsparren und wiegte nachdenklich sein Haupt, dann schob er den Hut zurück und sagte mit brüchiger Stimme.

„Merda, diverse sono rotto, einige sind hinüber.“

Gianfranco überlegte und meinte dann zu mir „Sag ihm er soll alle rausnehmen. Dann können wir die große Ölpresse durchs Dach hineinbringen, die Tür ist zu schmal.“

Enzo hatte zugehört und als ich nickte entgegnete er „Gut, machen wir. Da brauchen wir aber einen kleinen Kran.“

„Ich rufe Beppe an, er soll mit seinem LKW vorbeikommen. Der hat doch einen Ausleger.“ Gianfranco nickte.

„Komm nach, wir gehen dann wieder weitermachen.“ Er winkte den Arbeitern und die Drei marschierten zur oberen Weinterrasse, wo wir vorhin Pause gemacht hatten.



Als wir abends zurückkamen, hatten Beppe, Enzo und Aldo ganze Arbeit geleistet. Die großen Dachbalken und die Querhölzer waren sauber aufgestapelt und die vier schadhaften Balken zersägt. Enzo säuberte die Aussparungen für die Dachbalken und stieg dann von der Leiter.

„Wann bringt ihr die Geräte? Mir wäre es lieb, wenn wir nächste Woche das Dach wieder aufbringen könnten.“

„Das geht klar, Beppe transportiert sie am Freitag und setzt alles an den richtigen Platz.“

„Gut, dann kommen wir Montag früh.“

Aldo und Enzo verabschiedeten sich und fuhren wieder davon.

Beppe brachte seinen Cousin Dante mit. Dante war Spengler und würde uns alles anschließen.

Mario, Gianfranco und ich hatten die Presse abgebaut und auf Beppes Wagen verladen, dann fuhr ich mit den Beiden vorweg.

„Gute Idee“, lobte Mario, „ich hatte mich schon gefragt, wie ihr das durch die Tür bringen wollt. Unsere ist breiter, als die hier.
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Francesca beköstigte uns wieder, nachdem die Presse und die anderen Gerätschaften an ihren Plätzen standen.

Ein neues Fass und Pressmatten hatte ich schon bestellt.



Montag früh hörte ich die Beiden schon auf dem Hof werkeln, als ich noch unter der Dusche stand.



Beppe hob mit dem Kran die intakten Balken an und ich stand auf der Leiter und dirigierte ihn solange, bis die Balken in die Aussparung fielen.

Enzo hatte vier neue Dachbalken mitgebracht. Mit einem Flaschenzug bewegten sie die Balken in die richtige Lage. Die Querhölzer wurden aufgenagelt und nachmittags verlegten sie die Ziegel.

„Siamo pronti.“ Enzo verabschiedete sich.

“Und die Rechnung?”, wollte ich wissen.

Er winkte nur ab und meinte „Tardi, senza fretta, später, das hat Zeit.“

Dann luden die beiden ihr Werkzeug auf, Enzo hupte kurz und sie fuhren den Hügel hinunter.



Die alte Ölmühle sah wunderbar aus. Enzo hatte die Ziegel so gewählt, dass das Dach aussah wie vorher, die gleichen vielen, verschiedenen Farbnuancen. Leone und Strega kamen von irgendwo her, rieben ihr Fell an meinen Beinen und schienen das Werk ebenfalls zu bewundern.



Ich beschloss auf einen abendlichen Trunk zu Matteo ins Dorf zu gehen. Eva war mit meinem Vater und Laura heute Abend zu einem Rockkonzert im Central Park. Da wurde es zu spät zum telefonieren.

Matteo stellte mir die Karaffe drinnen auf den Tisch. Es war kühl geworden, gerade mal 10°C und ein frischer Wind. Ich hatte mir zwar einen Pulli angezogen, trotzdem war es mir draußen zu kalt.

„Bald musst du Glühwein anbieten Matteo“, unkte ich. Er lachte. „Das werde ich auch tun, wenn das Thermometer unter 0°C sinkt. Das habe ich vor drei Jahren schon einmal gemacht, im kalten Winter, als so viele Olivenbäume erfroren sind.“

„Ich werde wohl den Kamin in der Küche heizen. Brennholz haben wir Gott sei Dank reichlich.“

„Na, im Bett brauchst du ja bald nicht mehr zu frieren“, spöttelte Matteo. „Wann kommt eigentlich deine schöne Eva wieder?“

„Am Dienstag, ich hole sie von Rom ab. Dann kaufen wir noch Weihnachtsgeschenke ein und bleiben zwei Tage dort.“

Nach einer weiteren Karaffe schlenderte ich langsam mit der nötigen Bettschwere den Hügel hinauf.
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Bei Francesca und Gianfranco war schon alles dunkel. Ich rollte mich im Bett zusammen und schlief ein.



Am nächsten Morgen regnete es, gut für die Reben, schlecht für meinen Vorsatz eine Runde zu laufen. Obwohl, die paar Tropfen, ich hatte mir die Woche eine lange, enge Laufhose gekauft und brauchte nicht zu frieren. Nach den Dehnübungen trabte ich los. Die Jacke war hinten etwas länger und schützte auch die Nieren. Ich lief Richtung Dorf, winkte Matteo und Marisa zu, die beide vor ihren Türen standen. Matteo tippte sich gegen die Stirn, während Marisa mir eine Kusshand zuwarf.

Weiter die Straße zum neuen Gewerbegebiet, dann drehte ich um und lief zurück. Vor dem Dorf nahm ich einen schmalen Feldweg und lief zum Waldrand hinauf, immer am Wald entlang bis zu unserer Quelle. Jetzt musste ich doch über die nasse Wiese wieder hinunter. Mir war warm geworden. Bevor ich duschte, braute ich mir noch einen Caffé. Dann pellte ich mich aus der engen Kleidung und lief die Treppe hoch ins Bad. Das duschen tat gut. Ich nahm die verschwitzten Sachen und legte sie im Keller in den Waschkorb, dann setzte ich mich an die Rudermaschine und zog ein straffes Programm durch. Hinterher warf ich auch diese Klamotten in die Wäsche und stellte unsere Waschmaschine an. Wir hatten uns das neueste Modell von Ariston geleistet.

Oben schlenderte ich durch die Zimmer, alles war aufgeräumt, das Kinderzimmer schien schon auf Lena zu warten. Ich hatte die Gelegenheit in Poggibonsi genutzt und war nach dem Kauf der Laufhose nach nebenan ins Spielwarengeschäft gegangen und hatte mich in der Babyabteilung umgeschaut. Ein kleiner Teddybär, weiß mit niedlichem Gesicht, wollte unbedingt mit. Ich konnte nicht nein sagen und jetzt saß er auf Lenas Bettchen. Eva würde schauen.

Ich fand ein kleines Mädchen müsste sich in diesem Zimmer wohlfühlen. Paola und Benedetta hatten es auch schön gefunden.

Dann holte ich mir den Staubsauger und war den Nachmittag mit saugen beschäftigt. Hinterher tat mir das Kreuz weh vom vielen bücken.

Ich hängte die Wäsche im Keller auf.



Freitag traf ich mich mit Bruno in Poggibonsi zum Training. Morgen würden wir das erste Mal in einem Punktspiel zum Einsatz kommen.
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Abends servierte Paola uns ein leckeres Gericht, Seeteufel vom Grill.



600 g Seeteufel

50 ml Olivenöl

Salz, Pfeffer

2 EL Zitronensaft

1 Knoblauchzehe

1Bd. Koriander



Den Seeteufel waschen, trocken tupfen und in Scheiben schneiden. Aus Olivenöl, Salz, Pfeffer und Zitronensaft eine Marinade mischen, den Fisch damit übergießen und 1 Std. ziehen lassen. Anschließend abtropfen lassen und auf dem Grill von jeder Seite 7 Min. grillen

Den Knoblauch schälen und hacken, den Koriander waschen, trocken schütteln und beides zum Fisch geben. Als Beilage eignet sich mediterranes Gemüse.



Wir saßen noch eine Weile auf der Terrasse, dann verabschiedete ich mich und fuhr nach Hause. Ich schlief etwas unruhig und tastete die Nacht mehrfach das Bett ab, aber Eva war natürlich noch nicht da.



Am Sonnabend tankte ich früh bei IP die Giulia auf und ließ sie waschen. Jetzt glänzte die rassige Schönheit wieder. Mittag fuhr ich nach Poggibonsi zum Spiel.

Ich wurde in der Halbzeit eingewechselt, nachdem wir 0:2 im Rückstand lagen. Ich war keine fünf Minuten auf dem Rasen, als Gaspare mir eine Vorlage direkt auf den Fuß legte. Ich zog Volley ab und der Ball landete im Netz. Jetzt hatten wir einen Lauf. Bruno, der von Anfang an spielte, flankte zweimal vors Tor und Gaspare vollstreckte beide Male. Nach 90 Minuten hatten wir das Spiel gedreht und 3:2 gewonnen. Wir ließen uns von den Zuschauern feiern, duschten dann und ich fuhr heim.



Sonntag drehte ich meine Laufrunde ums Dorf, machte einen kurzen Mittagsschlaf und bezog unser Bett frisch. Von Marisa hatte ich Blumen mitgebracht, die jetzt die große Vase schmückten. Mit Gianfranco und Beppe hatte ich noch den großen Tisch auf die Diele geschleppt und die Stühle herein geholt. Draußen essen, die Zeit war vorbei.

Der kleine Koffer für die zwei Übernachtungen in Rom war schnell gepackt. Eva hatte mich telefonisch instruiert, was sie noch brauchte, das kam obenauf. Meine Jeans und die Lederjacke hatte ich schon bereit gelegt.



Später kam Francesca herauf und brachte mir zwei Stücken selbst gebackenen Kuchen.
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Ich bereitete einen Kaffee dazu. Mit ihr schlüpften die beiden Katzen ins Haus. Sie bekamen ausnahmsweise ihr Schälchen Milch und etwas Trockenfutter.

„Setz sie heraus, bevor du morgen fährst. Die kleinen Teufel richten sonst nur Unheil an. Ich kümmere mich um sie, aber ich denke, wenn sie morgen vor verschlossener Tür stehen, werden sie eh bei uns auftauchen. Ich freue mich, dass deine Eva wieder kommt. Du warst tapfer Peter.“



Ich drückte Francesca, dann verabschiedete sie sich und ging mit ihrem Korb den Hügel hinunter.

Als letztes inspizierte ich noch den Weinkeller, alles war in Ordnung, die Daten stimmten. Ich hatte es im Gefühl, das würde ein feiner Tropfen werden. Dann packte ich noch für Teresa und Orazio eine Flasche von unserem Grappa ein. Ein dreijähriger Vecchio Santucci von goldgelber Farbe, hinreißendem Aroma und einschmeichelndem Geschmack. Teresa hatte verraten, das ihr Orazio ein Grappaliebhaber war. Dazu packte ich noch eine Kiste mit einer Auswahl unserer Weine, vielleicht würden wir ins Geschäft kommen. Für einen Großteil unseres Weines hatten wir schon feste Abnehmer, aber eben nicht für alles. Wir konnten jede Lire brauchen, die hereinkam.

Teresa hatte mir gesagt wo ich in der Nähe parken konnte, ein abgesperrter Platz, den auch die Hotelgäste nutzten.



Es wurde Zeit für den abendlichen Anruf.

Eva saß schon auf gepackten Koffern und es ging ihr gut.

„Mein Peterl, ich habe Sehnsucht nach dir. Deinen beiden Weibern geht es gut. Lena bewegt sich viel und trampelt ganz schön herum. Mein Bauch wird immer dicker. Warum Schwangere nicht nach vorne umkippen, wundert mich. Ich habe zwar mittlerweile einen richtig dicken Hintern bekommen, aber das reicht als Gegengewicht noch nicht. Mein Kreuz tut weh, wenn ich lange stehe, wie gestern beim Konzert im Centralpark. Dein Papa ist dann los und hat mir einen Hocker besorgt. Ich glaube Laura ist auch schwanger, aber ich wollte nicht fragen. Sie hat mich vor ein paar Tagen zu ihrem Gynäkologen mitgenommen, da habe ich was aufgeschnappt. Ach der Doktor hat mich auch untersucht und ist zufrieden mit uns. Meine Gewichtszunahme hält sich im Rahmen.“

Wir redeten noch eine ganze Zeit miteinander und tauschten telefonische Liebkosungen aus, unser Telefonsex hatte Eva das vor ein paar Tagen genannt.
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Heute früh hatten wir acht Grad, dabei schien die Sonne. Der Wetterbericht sagte für Rom bis zu 18°C voraus. Also müssten Jeans, Lederjacke und Pulli für mich reichen. Ich packte die Koffer ins Auto, trank noch einen Kaffee im stehen und fuhr dann los. Francesca hatte versprochen, den Kamin am Donnerstag anzuheizen.

Ich verabschiedete mich unten kurz von ihr und bog dann auf die Strada della Montagnola Senese ein, Richtung Siena und Autostrada.

Gegen zwölf stellte ich das Auto im Parkhaus ab und bummelte gemütlich durch den Flughafen. Zuerst natürlich für den Koffeinspiegel un caffé in piedi.

Orazio hatte mir noch einmal genau den Weg beschrieben und ich hatte mir Notizen gemacht.

„Fahr bis Roma Centro/Via della Magliana und dann immer geradeaus auf der Via della Magliana Nuova bis zur Piazza Antonio Meucci, ................ Du kannst es eigentlich nicht verfehlen. Wenn doch melde dich.“





Da kam meine Schöne, richtig winterlich verpackt. Ein blaues Umstandskleid aus Jeansstoff und eine dicke Jacke darüber. Evas Gesicht war voller geworden, es strahlte von innen heraus. Sie sank mir in die Arme, wir hielten uns nur fest. Dann nahm sie meine Hand und legte sie sich auf den Bauch. Ich hatte Eva jetzt ein paar Wochen nicht gesehen. Es war ein richtiger runder Babybauch geworden.

„Hoffentlich passe ich noch ins Auto. Merkst du wie Lena strampelt?“

Ich schaute Eva nur an „Du hast mir so gefehlt Liebes.“

„Du mir auch Peterl Wir haben viel nachzuholen. Puh, ist das hier warm. Was glaubst du wie kalt das in den Staaten war. Dein Papa hat schon Schnee geschaufelt.“



Ich nahm den Gepäckwagen und meine Schöne legte mir den Arm um die Hüften.

„Hast du Hunger oder kannst du warten, bis wir bei Teresa sind?“

„So fett wie ich jetzt bin, verhungere ich nicht. Ich mag schon gar nicht mehr in den Spiegel schauen. Warten wir bis wir da sind.“

Ich blieb stehen, fuhr mit meiner Hand unter Evas Jacke und grabschte ihr ein paar Mal lustvoll den Po.

„Ich liebe doch jedes Pfund an dir meine Schöne. Diese hier“ Ich grabschte noch einmal „haben mich vom ersten Tag an gereizt.
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Ein Priester, der uns überholte, schaute uns an. War da ein feines Lächeln in seinen Augen?“

Wir erreichten das Parkhaus. Als erstes öffnete ich Eva die Tür. Ich hatte vorsichtshalber einen Parkplatz genommen, der rechts Platz genug zum einsteigen hatte. Dann schob ich den Sitz so weit wie möglich zurück. Eva ließ sich aufseufzend nieder. Der Platz reichte.

„Nach dem Essen machen wir eine Siesta. Ich will mit dir schlafen Peterl, ich habe schwere Entzugserscheinungen.“ Ich küsste meinen Schatz und stieg ein.



Wir kamen gut durch ohne uns zu verfahren. Vor dem Hotel lud ich Eva und das Gepäck aus. Wir begrüßten Teresa und Orazio, dann stieg Orazio ein und lotste mich zum Parkplatz.

Er erzählte mir von seiner Arbeit als Journalist, den Gerüchten um eine Mafiaverstrickung Andreottis, die landesweit diskutiert wurden sogar bei uns in der Provinz. Orazio war politischer Redakteur bei Il Messagero, der großen römischen Tageszeitung.

„Gesu bambini, man stelle sich das vor. La nostra casta politica è marcio, unsere politische Kaste ist verrottet. Da braucht es einen großen Besen.”

Dem konnte ich ihm nur zustimmen.



Ich trug die Koffer in unser Zimmer und ging wieder hinunter. Eva und Teresa saßen im Frühstücksraum und tranken einen Kaffee.

„Setz dich zu uns mein Peterl. Teresa sagte gerade, ich soll mich unbedingt hinlegen und mich ausruhen. Magst du mir Gesellschaft leisten?“ Eva und Teresa zwinkerten mir beide übertrieben zu.

Ich nahm meine Eva beider Hand und wir gingen beide die Treppe hinauf in unser Zimmer.

Eva ließ sich etwas schwerfällig auf die Bettkante nieder und seufzte. Ich half ihr beim ausziehen und schlüpfte schnell aus meinen Kleidern. Dann legte ich mich zu ihr. Evas Brüste waren voller geworden, der ganze Körper weicher und der Po deutlich runder.

Ich spürte ein heißes Verlangen und schmiegte mich an Evas Rücken. Unser Sex war jetzt sanfter geworden aber nicht weniger intensiv. Wir kamen beide gleichzeitig, die Erlösung nach der langen Trennung. Nun streichelte ich ihren Bauch und fühlte die Bewegung. Lena war unruhig, vielleicht träumte sie irgend etwas schönes.
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Wir blieben noch eine Weile liegen, anschließend duschten wir gemeinsam und ich cremte Evas Bauch mit einer Pflegelotion ein. Dann massierte ich sanft ihre fülligen, weichen Pobacken. Es war ein schönes Gefühl Eva wieder zu spüren.

Sie revanchierte sich natürlich und ich genoss die Kraft ihrer Hände. Wie lange hatte ich das vermisst.

„Hast du trainiert?“, wollte Eva wissen. Ich nickte „Ja, drei mal die Woche laufe ich jetzt meine Runde ums Dorf. Und neulich bin ich mit Paola und Bruno eine Mörder Strecke gelaufen, beinahe 20 km. Warum?“

Eva zwickte mich ins Hinterteil. „Weil du dir schöne kräftige Muskeln an Po und Schenkeln antrainiert hast. Gerade so viel Speck, das dein Po schön prall bleibt. Eine Augenweide, ich könnte vor Lust hineinbeißen.“ Sie beugte sich über mich und grub ihre Zähne in mein Fleisch. Eine Mischung aus Schmerz und höchster Lust überflutete mich. Ich rollte mich schnell auf die Seite.

Eva presste ihren weichen Po gegen meinen Bauch und nahm mich wieder auf.

So verging der Nachmittag.

Als ich die Augen aufschlug, war es kurz vor sechs. Ich weckte meinen Schatz und wir duschten noch einmal.

Dann gingen wir Hand in Hand hinunter. Teresa lächelte „Ich habe mir schon gedacht, dass die Wiedersehensfreude euch gefangen hält. Jetzt seid ihr ja wieder munter.“



„Heute Abend gehen wir essen und morgen fahre ich euch in Rom herum. Dann habt ihr keinen Stress mit der Parkplatzsuche. Cerco Abiti premaman?“

„Ja zwei, drei Umstandskleider, einen warmen Mantel und etwas Wäsche.”

„Ich kenne eine Boutique in der Via Cola di Rienzo, gleich beim Vatikan. Die haben eine recht große Auswahl an Umstandsmode und die Sachen sind auch schick und topmodisch. Wir fahren erst einmal dahin.“

Teresa und Orazio führten uns am Abend wieder in die kleine Trattoria in Trastevere. Das Essen war ausgezeichnet und wir blieben bis spät sitzen, der Wirt hatte ein Kaminfeuer entzündet. Es war gemütlich warm, der Wein schmeckte. Als Eva verstohlen gähnte, brachen wir auf. Eng aneinander gekuschelt schliefen wir ein.





Teresa fuhr mit uns virtuos durch die engen, schmalen Gassen und konnte direkt vor der Boutique parken.
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Eva erstand drei wunderschöne Umstandskleider. Sie sah bezaubernd aus darin. Dann nahm sie noch ein paar Garnituren Wäsche mit. Den Mantel wollten wir woanders kaufen.

- Cappotti invernale -, Wintermäntel, stand groß auf dem Werbeplakat im Schaufenster. Fino al 60% di sconto, das ließ sich hören.

Eva probierte ein paar Mäntel an und entschied sich dann für einen kuscheligen mit Kapuze. Wir bewunderten sie, was Eva mit einem Lächeln aufnahm.

„Ich brauche noch ein Weihnachtsgeschenk für Tante Maria.“

„Da weiß ich was“, entgegnete Teresa, als Eva ihr beschrieben hatte, was sie suchte.





„Macht es dir etwas aus, wenn wir morgen schon nach Hause fahren Peterl? Ich bin ziemlich geschafft.“

„Aber nein mein Liebes. Morgen früh fahren wir. Teresa wird Verständnis haben.“



Wir machten unterwegs ein paar Pausen, damit Eva sich die Beine vertreten konnte, und waren am frühen Nachmittag wieder daheim. Ich hatte vom Hotel noch kurz Francesca angerufen und der Kamin war eingeheizt.

Kaum waren wir auf dem Hof, da kamen Leone und Strega aus einem Winkel hervor und rieben ihr Fell an unseren Beinen. Sie maunzten, als seien sie halbverhungert.

Ich füllte in der Küche ihre Schälchen und die beiden machten sich darüber her. Ob es am Hof keine Mäuse mehr gab?

Ich trug die Koffer nach oben und bereitete dann unseren Kaffee. Francesca hatte Kuchen dazu gestellt. Wirklich lieb von ihr. Eva hatte sich einen Hausanzug angezogen und spielte mit den Katzen, die ihr auf den Schoß geklettert waren.

„Ich muss umdenken, sonst stoße ich allerwärts an, so moppelig wie ich bin. Wenn ich den Bauch berücksichtige, stoße ich mit dem Hintern irgendwo an. Hoffentlich schmeiße ich nicht noch alles um.“

Ich strich Eva über den Kopf. „Du armes Mädchen.“ Eva seufzte laut „Jaaaa.“



Übermorgen war wieder Termin bei Dottor Faletti, anschließend ging’s zur Schwangerschaftsgymnastik. Praktischerweise gleich neben der gynäkologischen Praxis. Die Gymnastik wurde von seiner Frau, Signora Montalba, einer Krankengymnastin geleitet.

Ich war wieder dabei, um meine Liebste zu unterstützen.
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Spätnachmittags kamen Francesca und Laura vorbei um uns etwas zu Essen zu bringen.

„Ihr habt bestimmt keine Lust gehabt zum kochen“, lächelte Francesca, dann musterte sie Eva neugierig.

„Ich habe genauso ausgesehen bei meiner Kleinen“, sie deutete auf Laura. Laura strich Eva wieder scheu über den Bauch.

Als Francesca die Augenbrauen hochzog, lachte Laura „Aber nein Mama, ich würde euch rechtzeitig vorwarnen.“

„Jetzt müssen wir uns aber erst einmal um unsere Männer kümmern, Roberto ist das Wochenende über da.“



Leone schien zu überlegen, welcher Futterquelle er jetzt folgen sollte, aber da Strega keine Anstände machte, meinen Schoß zu verlassen, blieb er auch und inspizierte noch einmal seinen Napf.

Wir saßen den ganzen Abend vor dem Kamin und Eva erzählte von Amerika.

„Dein Papa war sehr zufrieden mit mir.“ Eva legte ihren Kopf an meine Schulter.



„Die Beiden kommen Anfang Februar, wenn das Haus, das sie gemietet haben, renoviert ist.“

Ich trank einen Schluck Wein und knabberte ein paar Pistazien. Wir hatten beschlossen, über Weihnachten nicht nach Wien zu fahren. Das würde für Eva zu anstrengend, außerdem hatte es in der Steiermark heftig geschneit. Tante Maria sollte dafür schon nächste Woche kommen.

„Wenn du Tante Maria vom Flughafen abholst, bring von Greve noch zwei Finocchio mit. Hast du bei Luigi schon einen Schinken bestellt?“

Ich nickte „Schon erledigt. Montag hole ich ihn ab.“
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Kommentare zur Story:

  Endlich habe sich die beiden wieder. Aber sie müssen schon einige Einbußen in ihrer Lebensqualität hinnehmen, weil sie ein Kind erwarten. Doch das scheint ihnen recht gut zu gelingen. Bin gespannt wie es sein wird, wenn die Kleine da ist.  
   doska  -  05.03.12 21:53

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  Peter meistert die Wochen ohne seine Eva hervorragend. Er schont sich nicht und lässt viele Reparaturen vornehmen. Interessant, wie mit solch einem uralten Steinofen gebacken werden kann. Dass er erstaunt ist, wie Eva nun aussieht als sie zurück kommt, ist nicht verwunderlich. Hat sich wieder leicht und flüssig gelesen und ein leckeres Rezept war auch wieder dabei.  
   Jochen  -  04.03.12 21:18

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  Eva ist zurück, die Bauarbeiten auf dem Hof sind für dieses Jahr beendet und Tante Maria kommt.  
   Wolfgang scrittore  -  04.03.12 07:24

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