Projekt Terra Nova - Zu neuen Ufern (Teil 5)   53

Romane/Serien · Fantastisches

Von:    Wolfgang scrittore      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 4. Januar 2011
Bei Webstories eingestellt: 4. Januar 2011
Anzahl gesehen: 1792
Seiten: 8

Diese Story ist Teil einer Reihe.

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   Teil einer Reihe


Ein "Klappentext", ein Inhaltsverzeichnis mit Verknüpfungen zu allen Einzelteilen, sowie weitere interessante Informationen zur Reihe befinden sich in der "Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht":

  Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht      Was ist das?


Wieder zu Hause



Am frühen Nachmittag kamen wir wieder zu Hause an. Unsere Freunde waren schon sehr besorgt um uns, alle waren bestürzt und entsetzt über des Fremden grausiges Ende.



Wir setzten uns zusammen um uns über unser weiteres Vorgehen klar zu werden. Die Diskussion dauerte bis weit in die Nacht, wenn wir hier blieben, würden über kurz oder lang die Katzen auf uns aufmerksam werden und wir und die Kinder würden alle das Schicksal des Fremden teilen. Andererseits haben wir hier die Kapsel mit allen Geräten, wir konnten unmöglich alles mitschleppen. Uns standen drei Schlauchboote zur Verfügung, die eine Menge Tragkraft hatten, aber die ganze Ausrüstung musste über ca. 25 km zum Strand transportiert werden. Nach schier endloser Diskussion wurde abgestimmt, alle waren mit der Umsiedlung einverstanden. Gleich morgen sollte es losgehen.

Wir rechneten damit, mindestens dreimal gehen zu müssen um alle Ausrüstung zum Strand zu schaffen.



Zwei der Frauen würden dann am Strand bei den kleineren Kindern bleiben und die Boote seetüchtig machen, während wir anderen mit den beiden fünfzehnjährigen Charly und Liza die Ausrüstung zusammentrugen.



Die letzte Tour würden dann Cleo und ich machen, wir wollten die Maschinen der Kapsel, die wir nicht transportieren konnten, unbrauchbar machen. Doch es wurde für den Weg zum Strand zu finster, wir übernachteten in der Kapsel und brachen dann am frühen Morgen schwerbepackt zum Strand auf. Die anderen hatten inzwischen alles zur ersten Überfahrt vorbereitet und warteten schon ungeduldig auf uns.

Die erste Gruppe bestand aus Achmed, Stephan, Chantal und den kleineren Kindern. Sie hatten die Zelte dabei und würden unsere erste Unterkunft auf der neuen Insel vorbereiten. Wir schoben ihr Boot ins tiefere Wasser, Achmed und Stephan sprangen ins Boot, setzten das Segel und schon tanzte das Boot durch die Brandung. Jetzt war die zweite Gruppe dran, sie bestand aus Maria, Eva, Marco, sowie unsren beiden Teenagern Liza und Charly. Auch sie waren bald mit geschwellten Segeln am Horizont verschwunden.

Nun war die Reihe an uns. Ich ließ Cleo an Bord klettern und schob unser kleines Boot in die Lagune hinein, wir hatten nicht viel Gepäck dabei, nur die Waffen und etwas Proviant, dazu mehrere Sämlinge und drei Kaninchen, die wir auf unserem Weg zum Strand erwischt hatten.
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Sie sollten der Grundstock einer Zucht sein.





Cleo half mir an Bord, wir ergriffen die Ruder und paddelten, bis wir die Brandung überwunden hatten, dann setzte ich die Segel und wir glitten über das sonnenüberflutete Meer. Der Anblick des blauen in der Sonne flimmernden Wassers war einfach unbeschreiblich schön.

Ich glaube, dass wir hier einen Zipfel des verlorenen Paradieses gefunden hatten. Cleo schien ebenso zu denken, denn sie schaute mich mit einem glücklich strahlenden Gesicht an. Der Wind blies gleichmäßig und stetig von Land, so dass wir flott vorwärts kamen. Die Wellen klatschten in monotonem Rhythmus gegen die Bordwand, das ganze Leben erschien uns mit einem Mal wunderschön.



Die Dämmerung war hier in tropischen Breiten schon recht kurz und ehe wir uns versahen, war es finster. Wir beschlossen beizudrehen und die Nacht vor Anker zu verbringen. Da wir die Gewässer nicht kannten, wäre es unverantwortlich gewesen, weiter zu segeln.

Die Nacht war sehr mild, wir hätten irgendwo in der Südsee sein können, wenn da nicht die zwei Monde gewesen wären. Beide etwas kleiner als unser irdischer Mond und von relativ rötlicher Farbe, aber das tat unserer romantischen Stimmung keinen Abbruch. Der Himmel war voller glitzernder Sterne, ab und an fielen Sternschnuppen vom Himmel. Cleo kuschelte sich in meine Arme, wir liebten uns die ganze Nacht und schliefen beide erst gegen Morgen in sehr gelöster Stimmung ein. Als ich wach wurde, stand die Sonne bereits über dem Horizont.



Cleo löste sich aus meinen Armen und sprang mit einem schrillen Schrei ins Wasser. Während sie ein paar Runden ums Boot schwamm, machte ich unser Schiff wieder startklar, ich holte den Anker ein, zog Cleo an Bord, setzte das Segel und steuerte auf unser Ziel zu. Das Ufer kam langsam näher, und erst jetzt sahen wir, dass es sich über den ganzen Horizont zog. Wir waren uns mit einem Male nicht mehr sicher, ob wir überhaupt eine Insel vor uns hatten, oder einen Kontinent. Eine besonders hohe Welle warf uns dann auf den Strand. Hatten wir unser Paradies erreicht oder lauerten auch hier unbekannte Gefahren auf uns? Das würde die Zukunft zeigen.
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Wir warten an einem breiten, in der Sonne gleißenden Sandstrand angeschwemmt, ein paar hundert Meter landeinwärts erhob sich eine grüne Wand vor uns. Ein dichter Dschungel harrte seiner Entdeckung. Wir zogen das Boot einige Meter auf Land, sicherten unsere Ausrüstung, aßen ein wenig und machten uns dann auf die Suche nach unseren Gefährten. In Blickweite ergoss sich ein Bach ins Meer, der erste Bach, den wir auf unserer neuen Welt sahen. Vielleicht waren die anderen Gruppen den Bach entlang landeinwärts gezogen.













Arche Noah Gruppe 1



Unser Boot war ziemlich voll gepackt, und die drei Kleinen waren dadurch etwas in ihrer Aktivität gebremst. Achmed und Chantal spielten mit ihnen, während ich am Ruder saß und meine Seele baumeln ließ. Wir hatten alles hinter uns gelassen, die Erde war Lichtjahre entfernt, unsere zweite Heimat, die Präsident Monroe, war sicherlich mittlerweile im Sternenfeuer verglüht. Vielleicht waren wir die einzigen Überlebenden, die hier einen neuen Anfang für die Menschheit setzen konnten.

Waren wir in der Lage, alte Fehler zu vermeiden, friedlich miteinander auszukommen, und vor allem, würden wir, bzw. unsere nachfolgenden Generationen dieser Welt ebenso Gewalt antun, wie unserer alten Erde? Sicher waren wir Idealisten, die von einem Utopia, einem Paradies träumten. Ich persönlich war mir sicher, hier Wurzeln schlagen zu können. Doch würden uns die Katzen unseren Frieden lassen, oder würde das alte Spiel von Tod und Hass auch hier wieder das Leben bestimmen? Irgendwann stand die Konfrontation mit dieser fremdartigen Lebensform vor uns. Die Katzen mussten erkennen, dass wir zwar den Eingeborenen sehr ähnlich waren, aber dass wir nicht vorhatten, uns auf ihren Speiseplan setzen zu lassen. Die Eingeborenen dieser Welt hatten den Evolutionssprung, den der Mensch vor Jahrmillionen auf der Erde getan hatte, nicht vollbracht. Sie waren auf der Stufe von Tieren hängen geblieben. Die Natur hatte den Katzen Intelligenz gegeben, und den so menschenähnlichen Wesen, die Rolle des Nahrungslieferanten zugedacht.



Unser Pech war es, dass die Katzen da offensichtlich keinen Unterschied machten, wie wir es an Brians Schicksal gesehen hatten.
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Über kurz oder lang mussten wir uns mit den Katzen arrangieren. Wir konnten uns nicht ewig verborgen halten.



Ein anderer wichtiger Punkt war unsere Gruppe. Ich musste so bald wie möglich einmal mit Wolf darüber diskutieren. Wir konnten nicht ewig eine große Familie darstellen. Wir würden Gruppen bilden, Paare würden zueinander finden, die Kinder, zumindest die Kleinen müssten sich jemanden anschließen. Eine schwierige Aufgabe hatten auch unsere Teenager. Sie würden das erste Paar der zweiten Generation bilden, obwohl Liza auch schon unverkennbar Interesse an Achmed angemeldet hatte. Was blieb dann für Charly übrig, Kitty und Whitney, die Zwillinge waren gerade erst zehn Jahre alt. Es dürfte noch ein paar Jahre dauern, bis sie sich für Jungs interessierten. Zwischen Wolf und Cleo hatte es gefunkt, Eva und Marco steckten auch immer zusammen.



Wie auch immer, es blieb genügend Konfliktstoff. Ich würde unbedingt bei nächster Gelegenheit mit Wolf darüber reden. Er war der Erfahrenste, und zum Teufel, er hatte Ethnologie und Verhaltenspsychologie studiert. Wir alle waren in Psychologie ausgebildet. Unsere Gruppe war schon auf der Erde nach den besten Gesichtspunkten zusammengestellt worden. Plötzlich schrak ich auf, Achmed rief mir zu:" Heh, Käpt'n, willst du mit voller Kraft die Böschung hinaufpreschen?"



Und wirklich, es wurde Zeit für ein elegantes Landemanöver, das ich dann auch voller Stolz zustandebrachte.

Wir betraten als erste Erdenmenschen den jungfräulichen Boden dieser sehr einladenden Gegend. Die Kinder stoben wie eine Horde junger Hunde durch den Sand und krähten vor Begeisterung. Achmed und ich zogen das Boot an Land, es war verflucht schwer, während Chantal wie eine schöne junge Gazelle, der Rasselbande nachsetzte. Sie strahlte in diesem Moment so viel unverbrauchte Frische und Anmut aus, dass ich mich wunderte, warum mir das bisher nicht aufgefallen war, oder hatte ich nur Augen für Maria gehabt? Aus den Augenwinkeln sah ich, dass Achmed ähnliche Gefühle hegen musste, das könnte ja noch die größten Verwicklungen geben. Ich musste unbedingt mit Wolf darüber reden.





Arche Noah Gruppe 2



Irgendetwas stimmte nicht mit unserem Boot.
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Die Ladung war gleichmäßig verteilt, trotzdem hatten wir ein wenig Schlagseite. Eine der drei rechten Luftkammern schien undicht zu sein. Wir versuchten die Ladung neu zu trimmen, denn die geringste stärkere Windbö konnte uns zum Verhängnis werden. Außerdem herrschte zwischen Eva und Liza eine, gelinde gesagt, ziemlich gespannte Atmosphäre.

Eva und Marco waren sich während ihrer glimpflich verlaufenen Expedition ziemlich nahe gekommen, andererseits hatte Liza sich ebenfalls in Marco verknallt, was er natürlich nicht merkte, eben typisch Mann.



Die merkten ja erst etwas, wenn man sie mit der Nase darauf stieß. Er behandelte Liza weiterhin wie ein Kind, was sie natürlich manchmal zur Raserei brachte. Dann stritt sie mit Gott und der Welt herum und versuchte dabei immer wieder, Eva eins auszuwischen. Zwischendurch probierte Liza zuweilen in aufreizender Pose Charly anzumachen, der wiederum sagte jedem, der es wissen wollte, er gäbe sich nicht mit jungem Gemüse ab. Das gab immer wieder Anlass zu Kabbeleien. Ich hatte das unbestimmte Gefühl, Charly strich um mich herum. Bei jeder Gelegenheit setzte er sich in Pose, spielte mit seinen Muskeln und versuchte wie ein balzender Hahn bei mir Eindruck zu machen. Nicht das mir das etwa unangenehm war. Immer wieder streifte er wie zufällig meinen Busen und meinen Po.



Wenn Liza das sah, ging sie wie eine Furie auf ihn los und versuchte seinen männlichen Stolz mit bissigen Bemerkungen zu verletzen, außerdem gab sie dann ziemlich beleidigende Äußerungen über meine Figur zum Besten. Ihre Lieblingsvokabeln waren dann alles andere als schmeichelhaft, von schlaffem Busen bis dicker Hintern war da alles vertreten, was einer Frau Freude macht. Wenn das kleine Luder mal wieder in Fahrt war und nicht nur mir, sondern wirklich allen auf den Wecker ging, hätte ich sie am liebsten gepackt, übers Knie gelegt und ihren Hintern, auf den sie so stolz war und den sie so gekonnt schwenken konnte, solange ausgehauen, bis sie ihn für ein paar Stunden kühlen müsste.



Mir wurde regelmäßig schlecht, wenn unsere Männer dem kleinen Bist, wenn auch heimlich hinterher sahen und große Augen bekamen. Dann konnte ich diesen elenden Fratz zum Teufel wünschen.



Ich war im Moment sowieso unsicher und aufgewühlt, seit der Expedition mit Stefan war ich regelrecht konfus.
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Ich redete Marco mit Stefan an, ich glaubte ich hatte mich in Stefan verliebt. Wenn der sich doch nicht nur so furchtbar schüchtern angestellt hätte. Wir haben damals doch splitternackt miteinander im Meer umhergetollt und uns dann in der Nacht zusammengerollt. Ich bin ganz nahe zu ihm hingekrochen. Ich glaube auch, ich habe ihn ein wenig provoziert, aber er.....keine Reaktion. Warum sind Männer manchmal so furchtbar schwerfällig, ich kann doch nicht hingehen und zu ihm ins Bett kriechen. Dann wieder sag ich mir, Maria, du bist eine attraktive junge Frau. Wer dich nicht sieht, dem brauchst du keine Träne nachzuweinen. Aber bring mal die Psyche wieder ins Lot, wenn du verliebt bist. Ich muss dabei wohl laut geseufzt haben, denn Liza bemerkte spitzzüngig:

"Jetzt träumt sie wieder von ihrem Stefan."



Als sie dann noch hinzufügte:



"Der seht auf knackiges Fleisch, Oma, da hast du mit deinem fetten Hintern keine Chancen."



bin ich ausgerastet, ich habe ihr eine geknallt. Aber nachdem Liza die erste Verdutztheit abgeschüttelt hatte, wollte sie mich ganz demütigen. Mit der Grazie einer Striptänzerin ließ sie ihre Shorts fallen, drehte uns provozierend ihr Hinterteil zu, sagte:



"Heh, Leute, davon träumt Stefan.“

Dann sprang sie elegant über Bord und schwamm wie ein Delphin um das Boot herum.



Nachdem wir den ersten Schreck überwunden hatten, schrie Marco ihr zu: " Liza, komm sofort zurück, hier kann es Haie oder andere gefährliche Tiere geben." Und er wollte sich ins Wasser stürzen um sie zurückzuholen. Plötzlich gab Liza einen gellenden Schrei von sich, sie ruderte mit den Armen und schrie und schrie. Ihre Stimme bekam einen schrillen Diskant, das Meer schien förmlich zu kochen, färbte sich rot und Liza versank. Wir waren gelähmt vor Entsetzen und vor Schock, ein weiteres Todesopfer. Ich brach zusammen, ich allein war schuld, warum konnte ich mich nicht beherrschen? Ich bin doch durch eine gründliche psychologische Schule gegangen. Meine Eitelkeit, mein mangelhaftes Selbstbewusstsein, war an Lizas schrecklichem Tod schuld. Sie war doch noch so jung, erst siebzehn Jahre und hatte ein ganzes Leben vor sich.
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Die I.Gruppe



Ganz außer Atem kam Chantal zu uns zurück. Ihr blondes Haar leuchtete in der Sonne und ihr Gesicht verzog sich zu einem liebevoll spöttischen Grinsen. " Na, meine Herren, wohl nichts mehr gewöhnt. Ich laufe mir die Lunge aus dem Hals und ihr liegt bequem in der Sonne. " Sie lachte laut auf und ließ sich in den Sand plumpsen.



Die Kinder rannten mit lautem Kreischen wie aufgezogen den Strand auf und ab spritzten sich gegenseitig nass und jauchzten vor Vergnügen.

Wir hätten ewig so liegen können, doch vor Einbruch der Nacht wollten wir noch die Zelte aufbauen. Ich konnte nur immer wieder Chantal anschauen und mich nicht von ihrem Anblick losreißen.



Seufzend erhob sich Achmed mit einem gemurmelten: " Muss die Liebe doch schön sein! " aber laut genug, dass wir es auch ja hörten, zog er den Strand hinauf. Er trommelte die kleinen Rangen zusammen, beschäftigte sie mit allerlei kleinen Arbeiten, wie Holz holen, Früchte sammeln u.a. Dingen. Chantals Gesicht hatte sich bei Achmeds Bemerkung leicht gerötet, waren ihr ihre Gefühle klar? Dann lachte sie wieder, stupste mich in die Seite, zog mich an meinen Händen hoch und sagte:



"Komm Faulpelz, wir müssen Achmed helfen, sonst schläfst du heute Nacht am Strand.“

"Ich glaube, das wäre nicht die schlechteste Idee. " erwiderte ich. Gegen Abend standen die Zelte, aber keiner verspürte Lust, sich zurückzuziehen. Jeder wartete auf den anderen. Wir saßen noch lange im Kreise herum, die beiden Monde spendeten ein silberhelles Licht. An Schlaf war nicht zu denken. Chantal räkelte sich, dann stand sie langsam auf. " Ich gehe jetzt baden, habt ihr Lust?“

Achmed schüttelte traurig den Kopf und sagte, er würde heute Kindermädchen spielen. Ich stand wortlos auf und schlenderte Chantal hinterher. Das Mondlicht ließ das Meer silbrigfarben aufleuchten.





Eine leichte Brise bauschte ihren Rock und modellierte sanft ihre mädchenhafte Figur. Ihr Anblick ließ mein Herz schneller schlagen und meinen Körper vibrieren.
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Unten am Meer hielten wir einen Augenblick inne, sahen uns wortlos in die Augen, dann streiften wir unsere Kleider ab, hielten unsere Hände, betrachteten uns gegenseitig minutenlang, bis die innere Spannung sich löste und wir uns umarmten. Ich zog Chantal langsam zu Boden, streichelte ihr erhitztes Gesicht, ihre nackte Haut.



Zärtlich biss sie mich ins Ohr, ihre Hände erkundeten meinen Körper. Wir waren uns so nah, wie sich Menschen nur sein können. Ich weiß nicht, wie lange wir zusammen waren, ich spürte Chantals Gewicht kaum. Mit einem wohligen Seufzen schlief sie ein, rollte sich zur Seite und kuschelte ihren Kopf unter meinen Arm. Ich lauschte noch lange ihrem tiefen, gleichmäßigen Atem und strich mit einer Hand liebevoll über ihren Rücken, ab und an zwickte ich sie leicht in ihren Po, dann schnurrte sie wie ein Kätzchen.



Als ich wach wurde lag ich allein da, Chantal war verschwunden. Ich räkelte mich, dann lief ich ein paar Meter ins Wasser, machte mich frisch, zog meine Shorts an und ging langsam wieder hinauf zu den Zelten. Aus dem einen Zelt ertönte Achmeds Schnarchen. Ich schaute in das Zelt der Kinder, da lag meine Chantal mit den drei Kleinen, eng aneinander gekuschelt. Vorsichtig zog ich mich wieder zurück und bereitete das Frühstück vor. Dann schaute ich über das Meer, aber nirgends ein Segel, oder eine andere Spur von unseren Gefährten.



Ich machte mir ernsthafte Sorgen, war ihnen etwas zugestoßen, oder waren die Boote soweit auseinander getrieben, dass wir an verschiedenen Punkten an Land gegangen waren? Beim Frühstück unterhielten wir uns über die Situation. Achmed und ich wollten uns auf die Suche machen, aber Chantal wollte nicht allein mit den Kindern zurückbleiben. Die Kleinen konnten wir nicht mitnehmen, aber auch jede andere Kombination behagte dem einen oder anderen nicht. Endlich beschlossen wir, vorerst hier zu bleiben, einer der Männer sollte jeweils vom Wipfel einer hohen Palme Ausschau halten.



Und so geschah es dann auch, doch die Wochen vergingen und keine Spur von den anderen Gruppen. Endlich beschloss Achmed auf eigene Faust loszugehen und die Suche aufzunehmen. Er litt schon längere Zeit unter unserer Liebe und hatte das Gefühl, das fünfte Rad am Wagen zu sein. Wir statteten ihn reichlich mit Proviant und Waffen aus, dann umarmten wir uns zum Abschied und Achmed zog los.
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Wir blickten ihm lange nach, bis seine Gestalt am Horizont verschwand. Jetzt waren wir auf einmal eine richtige kleine Familie, ein junges Liebespaar mit drei kleinen Kindern. Wieder verging die Zeit, doch nichts ereignete sich. Ein tiefer Frieden umgab unsere kleine Gemeinschaft. Doch etwas geschah doch, eines Abends am Strand, wir hatten diese Stunden nur für uns reserviert, und zelebrierten unser Zusammensein stets wie ein kleines Ritual, eröffnete Chantal mir, dass wir ein Baby bekämen.
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Kommentare zur Story:

  Unheimlich und schön beschreibst du die außerirdische Natur. Aber die Gefahren sind sehr groß, entweder von den Katzenwesen, Wilden oder Hai ähnlichen Wesen verspeist zu werden.  
   Dieter Halle  -  05.02.11 22:06

   Zustimmungen: 0     Zustimmen

  Hi Jochen, da gebe ich Dir recht. Ich werde das beherzigen.

ciao und eine gute Zeit

scrittore  
   Wolfgang scrittore  -  05.01.11 07:33

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  Arme Liza! Das Meer dieses fremden Planeten scheint ziemlich tückisch zu sein. Sehr spannend und ich kann verstehen, dass die kleine Gruppe umzieht. Schön auch ist die Liebe zwischen Stefan und Chantal beschrieben. Aber ich glaube, es wäre besser, damit man die vielen Personen nicht durcheinander bringt, bei jedem neuen Bericht erkennbar zu machen, wer den geschrieben hat. Vor lauter Neugierde liest man nämlich sehr schnell und da wäre es schade, wenn man etwas verwechselt.  
   Jochen  -  04.01.11 21:49

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  Nach der unliebsamen Begegnung mit den Katzen, entschließt sich die Gruppe, einen neuen sicheren Platz aufzusuchen. Doch auch hier lauern große Gefahren.  
   Wolfgang scrittore  -  04.01.11 17:10

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