TOPP, die Wette – Der Anfang...16   126

Romane/Serien · Erotisches

Von:    Ingrid Alias I      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 28. Dezember 2009
Bei Webstories eingestellt: 28. Dezember 2009
Anzahl gesehen: 2134
Seiten: 5

Diese Story ist Teil einer Reihe.

Verfügbarkeit:    Die Einzelteile der Reihe werden nach und nach bei Webstories veröffentlicht.

   Teil einer Reihe


Ein "Klappentext", ein Inhaltsverzeichnis mit Verknüpfungen zu allen Einzelteilen, sowie weitere interessante Informationen zur Reihe befinden sich in der "Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht":

  Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht      Was ist das?


BETTGESPRÄCHE...



Irma liegt auf dem Rücken und schaut ihn ein wenig von der Seite her an. Er sieht unsicher aus, aber es gefällt ihr, den großen Chris so zu sehen. Hoffentlich hat er keinen Verdacht geschöpft. Aber er kann doch gar nichts davon wissen, und außerdem geht es ihn nix an. Trotzdem ist sie froh, dass er von alleine auf die Idee kam, der massive Typ Bernie hätte sie angerufen.

Puh, warum zum Teufel ruft dieser Felipe ausgerechnet jetzt an, um sie seiner Freundschaft zu versichern? Was will der Kerl von ihr? War die ganze Sache nicht schon peinlich genug?



„Was ist denn mit dieser Madame?“ fragt Chris nach einer Weile.

Aha, das ist es also und nicht der Anruf. Aber warum interessiert er sich dafür? Irma überlegt. Er will mehr über sie wissen, natürlich, das ist es. Vermutlich will er allgemein alles über Frauen wissen. Und sofort fällt ihr sein Spruch vom ersten Abend ein: „Letztens bin ich mit der Freundin eines Kollegen ins Bett gegangen, und hinterher habe ich den Arm um sie gelegt, und sie hat mir von ihren Problemen erzählt...“

Und Irma fühlt urplötzlich den Groll von damals. Er geht mit der Frau eines Kollegen ins Bett, die erzählt ihm über ihre Probleme – und dann legt er den Arm um sie. Was für ein Arsch! Und welche Frau, die einigermaßen alle Tassen im Schrank hat, würde erst mit ihm ins Bett gehen und dann über ihre Probleme erzählen? Was soll der Scheiß? Allein die Vorstellung kotzt sie an. Also, überlegt Irma grimmig, wird sie ihm nur das erzählen, was sie für nötig hält, und das hinterherige Armumlegen kann er sich gefälligst für andere aufsparen...



„Ich glaube, die ist nicht dein Fall.“ Sie lacht auf. Sie weiß schon, warum Madame nicht sein Fall ist. Aber das will sie ihm nicht so direkt sagen, er muss schon von alleine drauf kommen.

„Und warum meinst du das?“ Er sieht ziemlich neugierig aus.

Irma fängt locker an zu reden: „Hmmm, Madame, das ist ein weites Feld. Ich kenne sie schon unheimlich lange. Am Anfang war es richtig lustig mit ihr, aber dann haben wir uns aus den Augen verloren. Ich war nicht sehr sauer deswegen, denn sie nervt...“ Irma verdreht die Augen. „Ich schätze mal, sie hat in den letzten Jahren viel Scheiße erlebt, bestimmt mehr als ich, aber das gibt ihr nicht das Recht, so fürchterlich besitzergreifend und so dämlich ätzend zu sein.
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“ Sie macht eine Pause, und Chris blickt sie aufmerksam an.



Oh, hat sie schon zuviel erzählt? Sie hat zugegeben, auch Scheiße erlebt zu haben, und das kann in diesem Zusammenhang nur durch Männer geschehen sein. Hat sie etwa an Oliver und seine Untreue gedacht? Wahrscheinlich. Also schnell weiterreden...

„In den letzten Jahren haben wir uns Gott sei Dank nicht oft gesehen, alle paar Jahre vielleicht mal, in der Zwischenzeit hat sie ein Kind gekriegt, der Typ wollte es nicht haben und so weiter. Große Kacke halt. Psychiatrie, die Nasenbleiche, sie hat Schiss, alleine irgendwohin zu gehen, sie hat sogar Angst, alleine um die Ecke zum Einkaufen zu gehen... Und da komme ich ins Spiel, sie ruft mich alle naselang an und beansprucht mich dann für Stunden. Und irgendwie tut sie mir leid, und irgendwie nervt sie mich total.“



Chris liegt mit hinter seinem Kopf verschränkten Armen da, er hört ihr aufmerksam zu und sagt nichts.



Irma dreht sich langsam auf den Bauch und stützt sich mit beiden Ellenbogen auf das Kopfkissen. „Sie hat da ein paar interessante Thesen über Männer aufgestellt. Willst du sie hören?“

„Na klar“, grinst er.

„Sie hat da so einen Freund, sie sagt, als Geschäftsfrau braucht sie einen Freund, sonst wird sie in der Geschäftswelt nicht für voll genommen. Geschäftswelt, dass ich nicht lache!“ Irma prustet verächtlich. „Sie hat eine Mitfahrzentrale... So ’ne kleine Klitsche, wo sie zwei arme Weiber für einen Stundenlohn von zwei Euro arbeiten lässt, während sie auf große Chefin macht. Das ist doch lächerlich. Und sozial ist es auch nicht...“

„Lenk’ nicht ab“, unterbricht Chris brutal ihr Gequatsche. „Was ist denn nun mit den Thesen über Männer?“ Er scheint wirklich neugierig darauf zu sein. Haha, Männer sind genauso neugierig wie Frauen...



„Also... Der gute Georg muss für sie kochen und sie bedienen und sie bewundern, sie schnauzt ihn bei jeder Gelegenheit an. Und er soll absolut Scheiße im Bett sein, sie treiben es angeblich nur einmal im Monat, weil sie sich vor ihm ekelt, aber was soll’s.
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..“



„Die These, Irma, die These!“



„Meine Güte, sei doch nicht so ungeduldig!“ Irma muss lachen und wirft ihm einen kurzen Blick zu, bevor sie fortfährt: „Sie sagt, man sollte diesen Typen nicht das geringste Zugeständnis machen, sonst werden sie übermütig. Die Männer lieben das, eine schwache Frau im Bett und eine starke Frau außerhalb vom Bett. Wie findest du das?“



„Ich weiß nicht, ich glaube, ich kann sie nicht ausstehen.“ Chris schnaubt sichtlich angewidert.



„Nein, ich hab’ dich nicht gefragt, wie du das findest, das war mir schon klar, wie du das findest. Nein, ich hab’ nur ‘wie findest du das’ drangehängt, weil es der original Wortlaut von ihr ist. Sie sagt nach jedem Satz: Wie findest du das? Wie findest du das?“



„Ich finde das Scheiße!“



Nun müssen sie beide lachen. Und Irma glaubt, falls Chris jemals auf Madame treffen sollte, dann wird er sie mit einem nassen Handtuch erschlagen.

„Jedenfalls ist es jetzt Essig mit dem Georg“, erzählt sie weiter. „Denn letzten Samstag auf ihrer Party am Fluss, da hat sie sich ein bisschen zuviel den Arm abschlecken lassen von einem anderen Typen. Und das ist dem Georg dann wohl zu Kopf gestiegen...“

„Hmmm“, sagt Chris nachdenklich.

„Es gab ein Riesentheater inklusive Schlägerei und mit blutigen Ohrläppchen und kaputter Brille. Und ich bin dann noch besoffen Auto gefahren, erst zu ihr nach Hause, und dann musste sie unbedingt noch zu einer Polizeiwache...“

„Halte dich am besten von der Frau fern. Die ist nicht gut für dich“, sagt Chris nach einer Weile.

„Ach, ist schon okay“, natürlich schlägt Irma seine Meinung in den Wind. Was weiß der schon von Frauen und ihren Problemen? Oder weiß er doch was? Er weiß bestimmt zuviel darüber.



„Die zweite These lautet übrigens: Treib’ es am besten mit drahtigen Männern, die sind wirklich gut im Bett. Die muskulösen, die taugen nichts...“

Chris nickt beifällig.

Natürlich bezieht er das auf sich selber, er ist zwar muskulös, aber eher drahtig muskulös und ergo ein guter Liebhaber.
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.. „Aber wie sagt man so schön: Außer Thesen nichts gewesen“, fährt Irma locker fort.

Chris lacht auf, und er schaut sie seltsam an – mit einem skeptischen Blick, den sie nicht definieren kann. Deshalb guckt sie auch schnell wieder von ihm weg und in ihr Kopfkissen hinein.

„Du bist wirklich total bescheuert“, sagt er, richtet sich langsam auf, kniet sich hinter sie – sie liegt immer noch auf dem Bauch – fasst sie um die Taille und zieht sie etwas hoch, dann streichelt er ihre Brüste, das ist ein wahnsinnig geiles Gefühl, und sie fühlt an ihrem Hintern etwas Steifes... Oh ja, das ist absolut geil!



~~~~~~~~~~~



„Gehen wir ins E-body. Da ist es nett.“ Diesmal ist es Irma, die vorschlägt, in eine Kneipe zu gehen. Sie weiß nämlich, was Männer mögen. Und Chris springt natürlich darauf an.



Und es ist wirklich nett im E-body. Sie sitzen dicht nebeneinander auf der Polsterbank an der Theke, natürlich ohne Zärtlichkeiten auszutauschen. Sie trinken Bier auf getrennten Deckeln, unterhalten sich über die Leute, die sonst noch da sind und darüber, ob Dr. House wirklich so sehenswert ist, wie die Fans finden. Irma ist noch schwankend, Chris dagegen lehnt Dr. House ab, von Monk ganz zu schweigen. Sie unterhalten sich darüber, worum es eigentlich in Greys Anatomie geht. Irma ist der Meinung, dass es nur um Wandschränke geht, in denen junge gut aussehende Ärzte und Ärztinnen miteinander vögeln. Wahrscheinlich hat die Wandschrank-Lobby die Serie gesponsert. Chris findet das überaus einleuchtend und muss lachen.

Irma ordert bei ihrer Freundin, der netten blonden Wirtin Maja zwei Knobelbecher mit je drei Würfeln – und dreizehn Bierdeckel.

„Also beim Schocken ist der beste Wurf drei Einsen… Du hast drei Würfe und kannst bei jedem was rauslegen oder auch nicht, aber was schon draußen liegt, das liegt. Und beim dritten Wurf bleibt der Knobelbecher drauf…“

Chris hört aufmerksam zu. „Hört sich gut an.“ sagt er. „Dann fang’ doch einfach mal an!“

Alle Feinheiten des Schockens zu beherrschen, das dauert nun mal, und manche schnallen es nie. Aber Chris ist sehr lernfähig, wie es scheint.

Und es ist nett mit ihm, obwohl wie immer eine gewisse Spannung zwischen ihnen herrscht und sie fast nichts Persönliches bereden.
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Es könnte verfänglich werden…

Es ist auch nett, als sie seine Hand zwischen ihren Schenkeln spürt, wie günstig, dass sie einen Minirock trägt. Und er schirmt sie so gut gegen neugierige Blicke ab, dass keiner es sehen kann. Und auf ihrer Seite ist die Bank sowieso durch eine Holzwand abgeschlossen... Es ist wahnsinnig geil.

Später gehen sie wieder zurück in Irmas Wohnung und führen ihre gegenseitigen Körpererforschungen fort, natürlich ohne vertrauliche Berührungen, die scheuen sie beide wie der Teufel das Weihwasser...



Am folgenden Samstag morgen spendiert Irma nur Kaffee und natürlich keine Brötchen.

„Ich muss gleich weg!“ Sie tut so, als hätte sie eine dringende Verabredung und verabschiedet ihn gnadenlos. Genauso muss es sein, man soll keine sentimentalen Gefühle aufkommen lassen. Das wäre ja noch schöner. Ein Abend und eine Nacht reichen vollkommen aus für grandiosen Sex.

Sie schiebt ihn quasi zu Tür hinaus, und er scheint ein wenig verblüfft darüber zu sein.

Aber bevor er endgültig zur Tür hinaus ist, sagt er zu ihr: „Am nächsten Freitag bei mir?“

„Oh!“ meint sie erstaunt. „Aber ich weiß nicht, ob ich vielleicht was anderes vor...“

„Nein, hast du nicht!“ Seine Stimme klingt so energisch, und seine Augen schauen so bedrohlich drein, dass Irma es vorzieht, nicht weiter über ungewisse Vorhaben zu plaudern.

„Okay, und wann?“ fragt sie.

„Wann du willst. Aber die Schelle geht manchmal nicht, also schell’ öfter...“

„Hmmm, na gut…“

„Weißt du was, am besten gebe ich dir die Schlüssel!“ Chris fummelt in seiner Jackentasche herum, zieht einen Schlüsselbund heraus und hält ihn ihr vor die Nase.

Irma schaut etwas verwirrt darauf. Was soll das denn jetzt?

„Nur für den Notfall“, sagt Chris und grinst sie an.

„Nur für den Notfall natürlich.“ Irma lächelt unbestimmt und greift zaghaft nach den Schlüsseln. Sie wird diese Schlüssel natürlich nie benutzen, aber es ist nett, sie zu haben.

Sie ist immer noch leicht in Gedanken versunken, als Chris sie auf die Stirn küsst und dann zur Haustür hinausgeht.
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Oh, der obligatorische Abschiedskuss. auf den könnte sie echt verzichten…





Fortsetzung: LOVE GAMES (Spezial-Edition)
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Punktestand der Geschichte:   126
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Kommentare zur Story:

  danke petra!
es ist toll, dass gerade die kapitel, von denen man es am wenigsten erwartet, so gut ankommen.ich freue mich unheimlich darüber und bedanke mich bei all denen, die es gelesen haben - und wie immer bin ich total unsicher in bezug auf die nächsten... *gg*
lieben gruß  
   Ingrid Alias I  -  02.01.10 17:25

   Zustimmungen: 0     Zustimmen

  Ich freue mich mit dir, denn ich finde diese vielen grünen Dinger hast du echt verdient. Das ist so ein süßes Kapitel geworden. Und Beziehungen sind doch wirklich nicht so einfach, so wie auch das ganze Leben nicht einfach ist. Du hast es bezaubernd und sinnlich beschrieben, wie die beiden sich umschleichen, obwohl sie doch eigentlich einander längst schon haben.  
   Petra  -  29.12.09 20:59

   Zustimmungen: 0     Zustimmen

  danke schön! ich komme gerade zurück von einer furchtbar deprimierenden familiensache - und sehe jede menge grüne dinger... und dabei hatte ich doch gar nicht damit gerechnet.

@doska
schön, dass du dich amüsiert hast.

@rosmarin
fürwahr erotisierend... *gg*
aber ich hab' dich ja gewarnt. und chris und madame, das lassen wir lieber. ;))

lieben gruß an alle!  
   Ingrid Alias I  -  28.12.09 23:03

   Zustimmungen: 0     Zustimmen

  das sind ja erotisierende bettgespräche. lach. vielleicht begegnet ja der liebe chris mal der lieben madam. und dann verlieben sie sich, hahha.
lieben gruß an euch  
   rosmarin  -  28.12.09 19:09

   Zustimmungen: 0     Zustimmen

  War ja wieder ganz entzückend und die Erotik kam auch nicht zu kurz. Du hast es einfach drauf. Habe mich sehr amüsiert.  
   doska  -  28.12.09 18:24

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Interessante Kommentare

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