Poetisches · Trauriges · Winter/Weihnachten/Silvester

Von:    holdriander      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 31. Dezember 2006
Bei Webstories eingestellt: 31. Dezember 2006
Anzahl gesehen: 1681
Seiten: < 1

Morgen, Kinder, wird s was geben,

morgen brummt mein Katerlein.

Heute werd ich zum erstenmal im Leben

besoffen wie mein Vater sein.

Einmal werden wir noch wach,

heißa, dann ist Neujahrstag.



Seht doch nur die vielen Flaschen!

Morgen sind die alle leer.

Drei hab ich schon in den Taschen,

nein, die geb ich nicht mehr her!

Einmal werden wir noch wach,

heißa, dann ist Neujahrstag.



Denn ich bin ja schon acht Jahre,

Mann, da bin ich wirklich groß!

hab auch schon ganz fettige Haare

und weiß, was mit den Weibern los.

Einmal werden wir noch wach,

heißa, dann ist Neujahrstag.



Und nun will ich alles lernen,

was man so zum Leben braucht,

fremde Portemonnaies entkernen

und ich weiß schon, wie man raucht.

Ich will so wie mein Papa sein,

Mama ließ uns ja allein.
Punktestand der Geschichte:   79
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Kommentare zur Story:

  Danke für s Kommentieren, killing joke.
Dein Gedicht ist auch sehr nett. In meinem ist gemeint, dass die Mutter auf Selbstverwirklichungstrip gegangen ist, wo Mann und Kind keinen Platz haben.
Der Satz deiner Chefin ist ganz große Klasse!
lg  
holdriander  -  19.09.07 08:20

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  Naja. "Einiges" ist übertrieben. Klingt so wichtigtuerisch. Jeder Mensch, der im Kindergarten arbeitet erlebt "solche" dinge, das bleibt nicht aus. Leider.  
Killing Joke  -  18.09.07 10:56

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  Mama sprach zu Papa
warte, ich geb dir jetzt unser Kind
geb gut acht auf dieses Leben,
lern' davon wie's anders geht.
Einmal werden wir noch wach,
heißa, dann ist Neujahrstag.

Mutter fuhr dann in den Himmel
unerwartet und verbraucht
lies und hier auf himmlisch'
Erden einsam und ganz ohne Trost.
Einmal werden wir noch wach,
heißa, dann ist Neujahrstag.

Ach wie tragisch die Geschichte,
Mama wollt' doch 's beste nur.
Papa aber lies sich fahren und
nahm mich dann gleich auch mit.
Einmal werden wir noch wach,
heißa, dann ist Neujahrstag.

ich mache eine ausbildung im kindergarten (erstmal zur zweitkraft) und habe da auch schon einiges miterlebt. man kann nur versuchen so viel wie möglich aufzufangen, mit den eltern zu reden und im härtefall das Jugendamt zu kontaktieren. es ist - gaaaanz gelinde gesagt - völlig SCHEISSE, das man nicht alle kinder retten kann, doch leider auch bittere realität.
und zu schnellgefällten urteilen über derartig geplagte kinder sagte meine Anleiterin mal einen ziemlich guten satz:"Kein Kind kann etwas für die Welt in der es aufwächst."  
Killing Joke  -  18.09.07 10:53

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  Oh, das freut mich aber. Vielen Dank, trainspotterin.  
holdriander  -  06.01.07 09:56

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  Heissa, da steckt aber Bedeutungsschwere in den
leichtfüßigen Zeilen! Gefällt mir gut, und nachdem ich
deinen eigenen Kommentar gelesen habe, kann ich nur
sagen: Die Aussage hätte sich völlig verändert durch einen
solchen Zusatz... und bei mir erzeugte dieser letzte Satz
Gänsehaut, gerade weil er so abschließend dasteht.  
Trainspotterin  -  05.01.07 16:09

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  Danke, ihr lieben.
Ja, mir war gerade so. Eigentlich wollte ich noch erklären, warum die Mutter ihrem Macho das Kind aufs Auge drückte, nämlich damit der endlich Verantwortung lernt. Sie paßt von der Seite auf und verhindert, dass das Bengelchen sich tatsächlich volllaufen läßt. Da fielen mir aber keine vernünftigen Reime mehr ein. . .
lg  
holdriander  -  02.01.07 23:18

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  Oh, nee, jetzt hab`ich doch tatsächlich bei all der Rage vergessen, die Pünktchen hinzu zu fügen.
He, da sind sie:  
doska  -  02.01.07 17:23

   Zustimmungen: 5     Zustimmen

  He, Holdriander!
Das ist aber ein trauriges Gedicht zum neuen Jahr. Wenn jemand zum Trinker geworden ist, sagen die Leute oft kopfschüttelnd : "Wie kann der sich nur so etwas antun?" Bestenfalls räumen sie ein :" Klar, das hat der von dem und dem geerbt!" Was auch nicht viel netter ist. Jedoch dessen Vergangenheit hinterfragt kaum jemand! Wohl weil man meint, dass der solches auch gut und vor allem gerne als Ausrede gebrauchen könnte? Ich selber bin darin auch ein wenig skeptisch, weil ich glaube, dass es kaum jemanden auf dieser Erde gibt, der nicht behauptet, es ganz besonders schwer im Gegensatz zu den übrigen Menschen (gehabt) zu haben.Klar ist für mich allerdings auch, dass es unsere Jugend bei den momentanen Perspektiven wirklich nicht leicht hat. Weder deutsche noch ausländische Eltern hatten oder haben noch große Lust, sich um ihre Kinder zu kümmern und auch der Staat zeigte bisher kein großes Interesse. Dennoch Drogen und Alkohol spielen euch nur einen Ausweg vor, Kinders! In Würglischkeit tretet ihr dadurch nur noch tiefer in die Schei...! Schaut also lieber nach Chancen aus, die sich euch noch bieten, um endlich sauberen, festen Boden unter die Füßschinn zu bekommen, Kontriglusia! Toller Text, Holdriander,-puh!- das merkst du daran, dass ich mich mehr und mehr in Rage rede und darum für dich alle Fünfe!  
doska  -  02.01.07 17:21

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  Hallo Holdrianer, ich kenne diese Melodie. Dein Text danach gesungen, ist echt krass. Man sollte sich über seine Vorbildfunktion als Vater stets bewusst sein, gell?  
Karamba Karacho  -  02.01.07 11:31

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Interessante Kommentare

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Hallo, sehr berührend. Gefällt mir gut, auch wenn es sehr traurig ist. Gruß Sabine

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