Einige Vorschläge zur Vorbeugung böser Überraschungen bei neuen Partnern   55

Aktuelles und Alltägliches · Kurzgeschichten

Von:    Lena N.      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 15. September 2005
Bei Webstories eingestellt: 15. September 2005
Anzahl gesehen: 1100
Seiten: 2

Als ich mein neues Handy gekauft habe, war da eine Anleitung dabei, die jeden Handgriff erklärt. Die Tiefkühlpizza-Packung macht kein Geheimnis daraus, was sich in ihr verbirgt, und wie ich daraus ein Abendessen zaubern kann. Auf meiner Zigarettenschachtel steht, was die Folgen des Rauchens sind. Waschmittel haben Dosieranleitungen, damit ich weiß, wie viel ich zu verwenden habe. Ich könnte ewig so weiter machen. Alles, aber auch alles, kommt mit einer Beschreibung, Warnungen, Fehlerbehebungs-Vorschlägen und meistens sogar einem Garantieschein.



Aber wer bitte sagt mir, woran ich bin, wenn ich einen Menschen kennen lerne? Kaum, dass man denkt, man kennt jemanden, fängt der nämlich grundsätzlich an, mit dunklen Geheimnissen aufzuwarten. Ich habe an sich nichts gegen Käsefüße, geistig verwirrte Schwiegermütter, Piranha-Becken im Schlafzimmer, Exfrauen, Ü-Ei-Sammlungen und ähnliche Extravaganzen. Ich möchte es nur bitte vorher wissen.



Natürlich kann man von niemandem verlangen, dass er einen von vornherein auf seine Risiken und Nebenwirkungen aufmerksam macht.

Um bösen Überraschungen vorzubeugen hätte ich allerdings ein paar Ideen. Mehr Ehrlichkeit, mehr Offenheit und vor allem mehr Information aus erster Hand sind die Grundlage.



Erstens: Wenn man eine/n mögliche/n neue/n Partner/in kennen lernt, muss die/der einem die Möglichkeit geben, sich ausführlich mit seiner/ihrer Ex zu unterhalten. Die/der kann dann die wahre Trennungsgeschichte erzählen und einen vor etwaigen Mängeln warnen. Und wenn aus der neuen Liebe nichts wird, hat man gleich jemanden, mit dem man sich austauschen kann.

Zweitens: Eine ausführliche Inspektion der Wohnung eines/r „Neuen“ sollte selbstverständlich sein, wenn man selbige das erste Mal betritt. Schlechter Musikgeschmack, perverse Vorlieben, Kinder aus früheren Beziehungen und unliebsame Haustiere würden so direkt ans Licht kommen und einen nicht nach und nach überraschen.

Drittens: Um sicher zu gehen, dass das oh-so-extravagante Essen, das er/sie einem beim ersten Date gekocht hat, nicht gleichzeitig das einzige Gericht ist, das er/sie im Repertoire hat, muss der/die große Unbekannte erstmal mindestens eine Woche lang für einen kochen. Täglich.

Viertens: Verbotenes Filmmaterial, Diebesgut, illegale Drogen, Waffen und Musikantenstadl-CDs sollten, um eine Vertrauensbasis zu schaffen, vom ersten Tag an erwähnt und nach Möglichkeit abgeschafft werden.
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Fünftens: Wie für jedes hochwertige Produkt muss ein Garantieschein her – wer nichts taugt, kommt zurück zu Mutti!



So, jetzt geht’s mir schon viel besser. Lässt sich nur noch hoffen, dass ich bald jemanden kennen lerne, der diese Tipps auch gelesen hat. Bis dahin spiele ich weiter heiteres dunkle-Geheimnisse-Raten.
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Punktestand der Geschichte:   55
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Kommentare zur Story:

  Hallo, Lena - mein Laptop, HAT eine Gebrauchsanweisung. Er ist jetzt drei Jahre mein Lebensabschnittsgefährte, ich nenne ihn zärtlich "Läppi" und verstehe die Gebrauchsanweisung bis heute nicht. Sie ist auf Japanisch. Daher ist es auch schwierig, ihn zu Mama ins Land des Lächelns zurückzuschicken, wenn er mal wieder rumspackt.
Weil ich auf ihn angewiesen bin und er mir meine einsamen Stunden versüßt, habe ich in radikaler Akzeptanz einfach beschlossen, daß ich ihn liebe ...

...bis ein Besserer kommt.

Lieben Gruß, Gringa  
   Gringa  -  24.07.13 09:58

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  so eine gebrauchsanweisung wäre von unschätzbarem wert. aber wer garantiert, dass sie nicht gelogen ist? die befragte ex könnte ja maßlos übertreiben oder sachen als negativ anführen, die man selber eher als niedlich empfindet.  
holdriander  -  24.07.06 11:24

   Zustimmungen: 4     Zustimmen

  Erstmal euch allen danke für die Kommentare und schön, dass die Story euch gefällt!
Minotaurus, ja, ich bin (teils) Deutsche, allerdings ist die Geschichte satirisch gemeint und eine Garantie für eine Beziehung würde ich in Wirklichkeit eher nicht wollen, das wäre dan doch langweilig. Aber irgendwo hat sicher ei Fünkchen "deutscher Geist" mitgemischt bei dem Text.
Oliver, mehr Details würden den Stil so sehr ändern, ich würde dann von mir erzählen, statt zu verallgemeinern, deshalb hab ich bewusst nur mit relativ vagen Beispielen gearbeitet. Das Geschichten aus der Vergangenheit auch helfen, jemanden kennenzulernen, stimmt natürlich. Das wollte ich mit Expartner/in ausdrücken.
mcgue, ich mache mir jede Menge unsinniger Gedanken, ohne die könnte ich gar nicht schreiben. Und willst du mir nicht selber verraten, was du mit gedanken weiterleiten meinst?
Naja, wie gesagt, danke an alle für die Kommentare!!!  
Lena N.  -  18.10.05 19:54

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  ich muss dir widersprechen oliver
fehler in einer beziehung sind doch normal, sie einzugestehen, dem partner zu sagen, das habe ich falsch gemacht
in meinen augen macht das eine funktionierende beziehung aus
...
über deinen kommentar musste ich so lachen,minotaurus, hast ja uns(die deutschen so erkannt.)
so nun zum wichtigsten, lena
alleine das du dir solche gedanken machst, die käsefüsse, ich musste so schmunzeln...
aber wie du das siehst, die ehrlichkeit und offenheit, ich kann nichts anderes dazu sagen, toll wie du das siehst, von mir eine 5++++
ich werde deine gedanken auch weiterleiten, na frage mal doska, die weiss wie ich das meine.....  
mcgue  -  18.10.05 08:15

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  -Ich finde, diese Anleitung ist eine witzige Idee. Alleine schon der Gedanke dazu- Sie hätte an einigen Stellen auch ruhig ein bißchen in´s Detail gehen können, z.B. durch tiefergehende Erfahrungsberichte beim Kochen mit neuen Partnern o.ä.
Ein Bekannter von mir behauptet: Wenn man einen Menschen wegen seiner Fehler vermisst, dann hat man ihn/ sie tatsächlich geliebt. Und unter dem Aspekt würde ich hinzufügen, dass Geschichten aus der Vergangenheit eines Menschen auch dazu dienen können, sich ein Bild über sein Handeln und natürlich auch seine Fehler in der Vergangenheit zu machen. Zusammen mit seiner eigenen Offenheit in diesen Angelegenheiten könnte man meinen, diese Geschichten und dunkle Geheimnisse (wer macht sie eigentlich dunkel?) seien eine optimale Möglichkeit sich besser kennen zu lernen.  
Oliver  -  18.10.05 07:57

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  Ich finde eine Bedienungsanleitung super. Ich bin sogar für die Einführung eines Beziehungsführerscheins. Jeder sollte einen Hund und eine Topfpflanze (am besten bei mir gegen eine geringe Voraus-Gebühr bestellen) erwerben. Wenn beide nach einem Jahr noch leben, wird der Beziehungsführerschein ausgestellt (mal schon welche drucken lässt).

viele Grüße und 5+  
Raoul A. RaoulYannik  -  11.10.05 12:56

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  Eine köstliche Geschichte!
Du MUSST eine Deutsche sein!?!
Denn nur diese wollen auf ALLES eine lebenslängliche und unbegrenzte Garantie.  
Minotaurus  -  29.09.05 20:13

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  Ganz wörtlich ist der Text ja nicht gemeint, ihr drei!
Klar haben Geheimisse auch was für sich. Aber vor manchen Überraschungen wäre ich schon gerne bewahrt geblieben..
LG Lena  
Lena N.  -  27.09.05 11:53

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  Hallo Lena,
egal welche Gebrauchsanleitung Du benutzt, hinterher die Freude: "ich habs trotzdem geschafft", das ist doch eigentlich das Größte, oder nicht?  
CC Huber  -  16.09.05 16:13

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  heiter dunkles geheimnis raten ist doch viel spannender. ich hasse gebrauchsanweisungen und verhaltensregeln/bücher.
schön satirisch, auch wenn ein wenig frust und traurigkeit mitschwingt. bestimmt eigene erfahrungen.
lg
rosmarin  
rosmarin  -  16.09.05 10:01

   Zustimmungen: 5     Zustimmen

  Tja da hast du nicht unrecht mit deinen Beobachtungen -- hast wohl schon einige Nieten gezogen?
Andererseits wär's aber ja auch nicht so spannend mit Anleitung und Rückgaberecht - und überhaupt: Wer liest denn schon Bedienungsanleitungen?!  
Lanzelot  -  15.09.05 22:34

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