On The Edge Of Us - Kapitel 2   0

Romane/Serien · Romantisches

Von:    Summer Peach      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 1. Mai 2026
Bei Webstories eingestellt: 1. Mai 2026
Anzahl gesehen: 14
Seiten: 15

Diese Story ist Teil einer Reihe.

Verfügbarkeit:    Die Einzelteile der Reihe werden nach und nach bei Webstories veröffentlicht.

   Teil einer Reihe


Ein "Klappentext", ein Inhaltsverzeichnis mit Verknüpfungen zu allen Einzelteilen, sowie weitere interessante Informationen zur Reihe befinden sich in der "Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht":

  Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht      Was ist das?


Summer zieht sich langsam von der Tür zurück, die Stimmen aus dem Wohnzimmer verblassen. In ihrem Kopf herrscht großes Durcheinander. Sorge, Ärger und vor allem diese unbestimmte Anziehung, die seit Neuestem von Zayden auszugehen scheint. Sie schließt die Türe leise hinter sich und lehnt sich einen Moment dagegen, atmet tief durch. Schließlich setzt sie sich an den Küchentisch, greift nach dem Glas Wasser. Ihr Herz schlägt noch immer schneller und sie kann nicht fassen, dass sie sich überhaupt Sorgen macht. Summer schnaubt leise. Sie denkt an seine Worte, an den Stolz, der ihn gleichzeitig so verletzlich macht.

Draußen senkt sich die Dämmerung langsam über Neapel. Die Schatten in der Küche werden länger. Das Rauschen der Straße dringt leise in den Raum. Summer schließt die Augen. Sie spürt, dass sich zwischen ihr und Zayden etwas verschoben hat.



Das leise Ticken der Küchenuhr klingt durch das sonst leise Haus. Summer steht gerade am Küchentisch mit ihrer Tasse Kaffee in der Hand, im Begriff sich zu setzen, als die Küchentür energisch geöffnet wird.

“Du bist also noch hier.” Zaydens Stimme ist rau, kontrolliert wie immer, aber jetzt schwingt ein Hauch von ehrlichem Interesse darin mit. Sein Blick bleibt an Summer hängen, seine Haltung noch steif wegen der Verletzung. Er bleibt in der Tür stehen, lässt die Augen durch die Küche schweifen und wendet sich dann wieder Summer zu. Kein Wort über den gestrigen Abend, das Blut, das Knistern zwischen den beiden. Nur dieses stille, prüfende Beobachten. Sein Atem ist ruhig, die Hände locker in den Hosentaschen, aber jeder Muskel angespannt, bereit. Er wartet. Als wolle er sehen, wie sie reagiert.

Summer setzt sich vor den aufgeklappten Laptop auf dem Küchentisch, stellt die Tasse daneben. “Ja, Rossi. Ich bin noch hier. Ich wohne hier.”

Zayden lehnt sich gegen den Türrahmen, hebt eine Augenbraue. Ein kurzes Grinsen huscht über sein Gesicht. “Bist Du immer so… unverfroren?”

“Mach dich über jemand anderen lustig, Rossi.” Summer blickt unverwandt auf ihren Laptop. “Das nächste Mal lass ich dich verbluten. Was meinst Du überhaupt mit unverfroren?”

Zayden tritt einen Schritt näher, sein Blick weiter fest auf Summer. “Du würdest mich nicht verbluten lassen. Nicht Dein Stil.” Er verschränkt die Arme vor der Brust. “Unverfroren… heißt, du hast keine Angst.
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Vor Blut nicht. Vor mir nicht. Vor dem, was mein Name bedeutet, auch nicht.” Er lässt das kurz so stehen. “Die meisten Menschen weichen mir aus. Oder sie schauen weg. Oder zittern. Du rollst nur mit den Augen und klammerst mir die Seite zu.” Er lächelt schief. “Das ist… ungewöhnlich. Und dumm. Oder mutig”

Summer tippt unbeirrt weiter. “Intelligent ist das Wort, das du suchst, Rossi. Wieso sollte ich Angst haben vor einem Namen? Dein Name bedeutet für mich gar nichts, außer Blut auf meinem Teppich.”

Zayden stößt ein leises, trockenes Lachen aus. “Intelligent also.” Er schüttelt leicht den Kopf, kommt noch ein wenig näher, bis er neben dem Tisch steht. “Dann bist du die einzige in dieser Stadt, für die mein Name nichts bedeutet.” Er lehnt sich leicht gegen den Tisch. “Normalerweise sorgt mein Name dafür, dass Leute leiser sprechen. Schneller gehen. Oder gar nicht mehr auftauchen.” Sein Blick wandert zu ihren Fingern auf der Tastatur, dann wieder in ihr Gesicht. “Und du benutzt ihn wie ein Schimpfwort. Das ist… erfrischend.” Dann wird er etwas ruhiger. “Warum hasst du diese Welt so sehr, wenn du doch mitten drin lebst?”

Summer schaut auf. “Wer auf meinen Teppich blutet, wird geschimpft. Gewöhn dich dran, falls du vorhast, das öfter zu tun.” Summers Stimme wird leiser, als sie widerspricht. “Ich hab mir diese Welt nicht ausgesucht, sie entscheidet sich regelmäßig selbst dafür in mein Haus einzufallen.”

Zaydens Blick auf Summer wird ruhiger, aufmerksamer. “Diese Welt fällt überall ein. Auch bei denen, die sie nicht wollen.” Er tritt noch ein Stück näher, bleibt aber dennoch auf Abstand. Respektiert ihn zum ersten Mal. “Du glaubst, wir haben sie uns ausgesucht?” Er atmet hart aus. “Manche von uns sind einfach reingeboren worden. Aber du… “ Sein Blick bleibt an ihrem Gesicht hängen, jetzt vollständig ernst. “... du stehst mittendrin und tust so, als wärst du nur Zuschauerin. Dabei weißt du genau, dass sie dich längst berührt hat.” Seine Stimme wird leiser. “Gestern. Mit meinem Blut. Auf deinem Teppich.” Er wendet den Blick kurz ab. “Und du hast nicht weggesehen. Das macht beteiligt dich ziemlich direkt, Summer.” Sein Blick findet wieder ihren. “Das macht dich mutig. Oder dumm.” Er lächelt schief. “Ich bin mir noch nicht sicher.”

Summer hält Zaydens Blick. “Ich bin genauso hineingeboren worden, dennoch habe ich mich entschieden, Zuschauerin sein zu wollen.
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” Ihr Blick gleitet an Zayden hinab, bleibt an der Stelle hängen, die sie gestern versorgt hat. “Das macht mich weder dumm noch mutig. Nur menschlich.”

Zayden folgt Summers Blick zu seiner Wunde, dann wieder zu ihrem Gesicht. Sein Kiefer spannt sich leicht an. Nicht aus Schmerz. Eher aus einem Gefühl, das er nicht benennen will. “Menschlich.”, wiederholt er leise. “Das ist ein Luxus, den sich viele nicht leisten können.”

“Das ist kein Luxus, das sollte normal sein.”, entgegnet Summer, den Blick wieder fest auf den Bildschirm gerichtet, als wäre sie fest entschlossen, sich nicht von Zayden Rossi irritieren zu lassen.

Er hebt den Blick wieder. “Du glaubst Zuschauen, hält dich raus aus dem Spiel.” Er schüttelt langsam den Kopf. “Tut es nicht. Es heißt nur, dass du die Einschläge hörst, bevor sie dich treffen. Und gestern hast du nicht nur zugehört. Du hast gehandelt. Das macht einen Unterschied. Für mich zumindest.”, fügt er leiser hinzu. Sein Blick hält ihren fest. “Du hättest wegsehen können. Hättest die Türe schließen können. Stattdessen hast du mir geholfen.” Er lächelt schief, fast ehrlich. “Das vergisst man nicht so leicht. Auch nicht wenn man Rossi heißt.”

“Einschläge?”, flüstert Summer, als würden sie fürchten, dass es wahr wird, wenn sie lauter spricht. Was auf ihrem Bildschirm zu sehen ist, nimmt sie gar nicht mehr richtig wahr. Sie beißt sich auf die Lippe. Dann strafft sie ihre Schultern und sieht Zayden wieder fest an. “Nein. Ich hätte nicht wegschauen können.”

Zaydens Gesicht bleibt ruhig, aber seine Augen verraten, dass Summers Worte ihn tiefer treffen, als er zugeben würde. “Doch. Hättest du. Du hättest weiter so tun können, als wärst du nichts weiter als die Schwester eines Mannes, der mit all dem zu tun hat. Du hast dich dagegen entschieden.” Er senkt den Blick einen Moment, bevor er ihn wieder zu Summer hebt. “Und genau deshalb bist du nicht nur Zuschauerin.” In der Küche ist es still. “Du hast etwas getan, wofür andere bezahlt werden. Oder sterben.” Er tritt noch ein kleines Stück näher, seine Stimme wird kaum merklich weicher. “Und du hast es getan, ohne zu zögern. Ich weiß nicht, warum du so tust, als wäre das nichts besonderes. Aber für jemanden wie mich… ist es das.” Er sieht zur Seite. “Du hast mir das Leben gestern leichter gemacht.
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Vielleicht sogar gerettet.” Wieder sucht er Summers Blick. “Ich schulde dir was, Summer.”

Entschieden klappt Summer den Laptop zu. “Ganz sicher werde ich dafür nicht sterben! Und Du schuldest mir gar nichts.” Summer steht auf und geht mit wenigen Schritten an Zayden vorbei. Dann bleibt sie kurz stehen, dreht sich zurück zu ihm. “Außer vielleicht einen neuen Teppich."

Zayden dreht den Kopf, als Summer an ihm vorbeigeht. Sein Blick folgt ihr, wachsam, fast überrascht von ihrer Entschlossenheit. “Ein neuer Teppich also.” Ein Lächeln zuckt über seine Lippen. “Das krieg ich hin.” Er lehnt sich leicht an den Tisch. “Und du irrst dich. Ich schulde dir was.” Sein Ton ist entschlossen. “Vielleicht keinen Gefallen oder Schutz.” Er macht einen Schritt auf Summer zu, kommt wieder näher. “Aber Respekt. Und er ist meiner Welt mehr wert als Geld.”

Summer dreht sich noch einmal um, bevor sie die Küche verlässt. “Respekt? Nicht nötig, Rossi. Wirklich nicht.”

Zayden bleibt unten im Flur stehen, als Summer die Treppe nach oben geht, lauscht ihren Schritten, bis sie ganz verklingen. Dann atmet er langsam aus. “Stur wie die Hölle…” Er fährt sich mit der Hand über den Nacken. “Und gefährlich.” Er blickt die Treppe nach oben, grinst schief. “Respekt ist nicht nötig, sagt sie. Ja, klar.” Er dreht sich zum Gehen, bleibt aber noch einmal kurz stehen, sieht nach oben. “Du hast keine Ahnung, Principessa.” Er geht zur Tür, zieht sich die Jacke über die Schultern und verschwindet in der Nacht, noch immer Summers Gesicht im Kopf.



Oben schließt Summer die Schlafzimmertür hinter sich, ist mit wenigen Schritten beim Bett und lässt sich darauf fallen. Ihr blondes Haar fächert sich über die Decke auf. Sie atmet hörbar aus. Eine Träne läuft ihr über die Wange. Mit einer trotzigen Handbewegung wischt sie sie weg. Sie weiß, dass Zayden Recht hat. Dass sie mehr ist als eine Zuschauerin in dieser Welt. Aber das will sie nicht sein.



Am nächsten Morgen liegt das Haus ruhig. Das Morgenlicht fällt durch die hohen Fenster, zeichnet helle Streifen auf den Boden. Zayden sitzt am Küchentisch. Schwarzer Kaffee. Der Verband frisch gewechselt. Die Wunde zieht. Er ignoriert es. Wie immer. Er sieht aus, als hätte er kaum geschlafen. Als er Schritte hört, hebt er langsam den Blick.

“Na, sieh an.
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Die Prinzessin lebt noch.” Er sieht Summer kurz prüfend an, so, wie er es immer macht. “Keine Sorge, ich bin nicht zurückgekommen, um dich zu erschrecken. Setz Dich. Oder renn weg. Beides passt zu dir.”

Summer sieht ihn wortlos an. Sie hatte sich irgendwann daran gewöhnt, dass Leons Männer in der Küchen saßen und sich heimisch fühlten, auch wenn Leon nicht hier war. Sie nimmt sich einen Kaffee. Wenigstens den hatte Zayden schon gemacht. “Mein Haus, Rossi.” Sie sieht ihn über den Rand ihrer Tasse hinweg an. “Du neigst dazu, das zu vergessen. Ich renne sicher niicht aus meinem eigenen Haus weg.”

Zayden folgt jeder ihrer Bewegungen, dann schnaubt er leise. “Mutig. Oder stur.” Er blickt kurz durch die Küche. “Fühlt sich nicht so sehr nach deinem Haus an, wenn hier ständig Typen wie ich hier rein- und rauslaufen.” Er stellt seine Tasse ab. “Du hast viel zu wenig Angst. Und du siehst zu viel. Beides bringt Leute in Schwierigkeiten. Und jetzt hör auf mich so anzustarren, als wäre ich ein Einbrecher. Wenn ich dir was tun wollte, wärst du schon früher wach geworden.”

Summer stellt ihre Tasse auf die Arbeitsfläche neben ihr, lehnt sich dagegen und verschränkt die Arme vor der Brust. “Ich verstehe immer noch nicht, warum ich Angst vor dir haben sollte.” Ein belustigtes Grinsen breitet sich auf ihrem Gesicht aus, sie kann Zayden fast ansehen, dass ihn das kurz vors Ausrasten bringt.

Er verengt die Augen für einen kurzen Moment. Er stellt seine Tasse etwas zu hart auf dem Tisch ab. “Hör auf, mich so anzusehen.” Seine Stimme ist ein bisschen zu scharf. “Du solltest Angst haben, weil Männer wie ich keine guten Geschichten haben. Und kein gutes Ende.” Er stützt die Unterarme auf den Tisch. “Weil ich Dinge tue, die du nicht wissen willst. Weil meine Name Türen öffnet, die abesser geschlossen bleiben. Und weil Leute in meiner Nähe meistens früher oder später bluten.” Sein Blick fällt auf Summers Lippen. Dann hebt er ihn wieder, sieht ihr in die Augen. “Und du stehst hier, trinkst Kaffe und grinst mich an, als wäre ich irgendein Typ aus deinem Buchladen.” Er schnaubt trocken. “Das ist entweder verdammt mutig. Oder verdammt naiv.” Er neigt den Kopf leicht. “Also sag mir, Principessa. Was von beidem willst du sein?”

Summer lacht kurz auf. “Keine Panik. Ich hab nicht vor, Teil deiner Geschichte zu werden, daher ist es mir relativ egal, was dein Name tut oder nicht tut.
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Vor mir aus nenn das mutig.” Sie kneift die Augen zusammen. “Aber nicht naiv!”

Zayden hält ihrem Blick stand. Kein Lächeln. Nur diese ruhige, gefährliche Aufmerksamkeit. “Du hast keine Ahnung, wie Geschichten anfangen.” Sein Ton ist schroff. “Niemand beschließt, Teil davon zu werden. Man stolpert rein. So wie ich in dein Wohnzimmer.” Er lehnt sich zurück, verschränkt die Arme. “Gleichgültigkeit steht dir nicht. Du bist schon näher dran, als dir lieb sein kann. Aber gut. Nennen wir es mutig. Es ist riskant. Und genau deswegen solltest du Abstand halten. Von mir. “

Unwillkürlich macht Summer einen Schritt zur Seite, etwas weiter weg von Zayden. “Was meinst du damit, ich bin schon näher dran, als mir lieb sein kann?” Ihre Stimme wird leiser, kaum noch etwas von der Neckerei zuvor. “Jetzt machst du mir Angst.”

Zayden registriert dieses kleine Zurückweichen sofort. Sein Kiefer spannt sich wieder an, ein leiser Fluch entweicht ihm. “Verdammt, das war nicht -” Er bricht ab, fährt sich mit der Hand über den Nacken. Für den Bruchteil eines Augenblicks wirkt er ungewohnt unsicher. “Ich will dir keine Angst machen.” Er steht auf, kommt einen Schritt näher. Man sieht ihm an, dass er sich zwingt, den Abstand zu halten. “Ich meine, dass du hier lebst. Mitten in einem Haus, das für andere ein verdammter Kriegsschauplatz ist.” Sein Blick wird hart, wütend, fast beschützend. “Du bist Leons Schwester, das allein macht dich schon zu einem Ziel. Und jetzt weiß ich, dass du nicht wegsiehst. Nicht wegrennst. Dass du bleibst, wenns blutig wird.” Seine Stimme wird leiser. “Das macht dich sichtbar.” Sein Blick geht kurz über Summers Gesicht, als würde er eine Reaktion suchen. “Ich hab keine Lust, dass irgendwer dich benutzt, um an Leon ranzukommen. Oder an mich. Vielleicht solltest du also ein bisschen Angst haben. Wenn schon nicht vor mir dann wenigstens vor dem, was diese Welt mit Leuten macht, die zu viel Herz haben.” Sein Blick bleibt an Summer hängen, seine Hand zuckt kurz, als wollte er sie nach ihr ausstrecken, sie berühren. “Und du hast verdammt viel davon.”

Summer schnaubt. “Wieso sollte mich jemand benutzen, um an dich heranzukommen? Lächerlich.”

Zaydens Blick wird fest. Kein Grinsen. “Weil sie denken, dass jemand, der blutend in deinem Wohnzimmer sitzt, vielleicht… nicht ganz so kalt ist, wie er tut.
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” Er kommt einen Schritt näher. “Ich will nicht, dass irgendjemand auf die Idee kommt, du wärst ein verdammter Hebel. Aber du bist naiv, wenn du glaubst, niemand würde dich sehen.” Sein Kiefer spannt sich weiter an. “Du hast mir die Seite genäht. Heute sitzt du hier und diskutierst mit mir über Angst. Das reicht manchen schon. Und glaub mir… wenn jemand denkt, er kann über dich an mich rankommen, dann wird er es versuchen.” Sein schiefes Lächeln kommt zurück. “Und dann wirds hässlich.”

Summer dreht sich zur Seite und stellt ihre Tasse ins Spülbecken. “Keiner hat mich auf dem Schirm, Rossi.” Dann dreht sie sich an Zayden vorbei, bleibt kurz auf seiner Höhe stehen. “Leon sollte seine Männer besser im Griff haben.”

Zayden dreht den Kopf zu Summer, als sie neben ihm stehen bleibt. “Du hast keine Ahnung, wie schnell Leute auf dem Schirm sind.” Sein Ton ist jetzt wieder scharf, die Stimme fast rau. “Man muss nicht wichtig sein, um benutzt zu werden. Man muss nur … greifbar sein.” Sein Blick geht wieder geradeaus. “Hör auf so zu tun, als wärst du irgendeine Unbekannte. Du bist Leons Schwester. Wohnst in diesem Haus. Das reicht.” Er lehnt sich ein Stück zu Summer. “Und Leon hat seine Männer im Griff. Aber die Welt da draußen interessiert das einen Scheiß. Du solltest aufhören, dich kleiner zu machen, als du bist. Das schützt dich nicht. Also hör auf mich anzuschnauzen, als wäre ich dein persönlicher Wachhund. Ich versuch nur, nicht mit dir zu reden, während du in einem Sarg liegst.”

Summer fährt herum, steht Zayden jetzt direkt gegenüber. So nah, dass sich ihren Fußspitzen fast berühren. “Ich meine dich, Rossi!”, zischt sie. “Dich sollte Leon besser im Griff haben!”

Zayden rührt sich keinen Millimeter, als Summer ihm so nahe kommt. Er senkt langsam den Blick zu ihrem Gesicht. “Pass auf, Principessa.” Seine Stimme ist ruhig. Gefährlich ruhig. “Leon hat mich sehr gut im Griff. Sonst wäre ich nicht mehr hier.” Er lehnt sich etwas näher, sodass Summer den Kopf in den Nacken legen muss, um ihm überhaupt noch in die Augen sehen zu können. “Wenn du glaubst, ich wäre das Problem in diesem Haus… “ Er schnaubt leise. “... dann hast du noch nie gesehen, was passiert, wenn ich wirklich eines bin.” Sein Blick bleibt an ihr hängen. Zu lange. Zu intensiv. “Also hör auf, mich zu provozieren.
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Oder fang an, es ernst zu meinen.”

Summer dreht sich weg, schnappt leise nach Luft. Das war sehr viel mehr Nähe, als sie beabsichtigt hatte. Ihr Herz klopft so laut, dass sie sich beinahe sicher ist, dass Zayden es hören muss. “Hör auf mich in meinem eigenen Haus zu belehren, Rossi.” Sie macht schnell einen Schritt von ihm weg. Zayden reagiert schneller. Ein Schritt und er steht halb im Weg, zwingt Summer, stehen zu bleiben. Keine Berührung. Nur Präsenz.

“Ich belehr dich nicht.” Seine Stimme ist jetzt tief, rau, kontrolliert wie immer. “Ich sag dir, wie die Welt funktioniert, in der du lebst. Ob du willst oder nicht.” Er mustert ihr Gesicht, bemerkt den schnelleren Atem, das kleine Flackern in ihren Augen. Ein kleines Grinsen geht über sein Gesicht. “Und glaub mir… ich weiß, wenn jemand so tut, als wäre ihm alles egal. Und wann er lügt.” Er tritt zur Seite, lässt Summer den Weg. “Mach, was du willst. Spiel die Unbeteiligte. Aber dann wunder dich nicht, dass es warm wird, wenn du so nah am Feuer stehst.” Er bleibt stehen, als Summer weitergeht. “Und schließ in Zukunft besser deine Tür ab. Ich bin kein verdammter Hausgast, sondern der Typ, den man besser draußen hält.

Sie bleibt noch einmal kurz stehen, dreht sich nicht um. “Ich kann mich nicht erinnern, dich eingeladen zu haben. Such dir das nächste Mal ein anderes Haus, wenn du wieder verblutest.” Ihre Stimme ist kontrolliert, doch langsam merkt sie, wie eine unerklärliche Wut in ihr aufsteigt.

Zayden geht wieder einen Schritt auf sie zu, steht jetzt nur knapp hinter ihr. Nicht bedrohlich. Aber eindeutig. “Ich bin nicht hergekommen, weil ich eingeladen war. Ich bin hergekommen, weil ich geblutet hab und die Villa der einzige Ort war, den ich in zehn Sekunden erreichen konnte. Und glaub mir, Principessa. Das war nicht der Plan für den Abend. Aber du hast recht.” Er nickt knapp. “Das nächste Mal such ich mir ein anderes Haus. Wenn es überhaupt ein nächstes Mal gibt.” Er tritt an Summer vorbei, greift nach seiner Jacke, die an der Türe hängt. “Und keine Sorge. Ich vergess nicht, wo ich nicht eingeladen bin.” Er wirft einen letzten Blick über die Schulter, dann fällt die Tür hinter ihm ins Schloss.

Summer steht noch wie von Donner gerührt in der Küche, starrt auf die jetzt geschlossene Küchentüre. In ihr kocht eine undefinierbare Wut. Sie weißt nicht einmal genau, warum sie sauer ist.
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Oder auf wen. War es Zayden? Oder einfach die ganze beschissene Situation? Eine Weile bleibt sie einfach noch genau da stehen, da hört sie Schritte im Flur. Nicht Zaydens. Diese Schritte sind anders, selbstverständlicher. Dieses Gehen von jemandem, der weiß, dass er hier sein darf.

Kurz darauf öffnet sich die Tür, Leon bleibt im Türrahmen stehen, mustert seine Schwester einen Moment. “Du siehst aus, als hättest du gerade versucht, einen Orkan anzuschreien." Er geht an Summer vorbei, stützt sich mit einer Hand seitlich an der Arbeitsfläche ab. “Willst du mir sagen, warum Rossi mein Haus verlässt, als hättest du ihn gerade nochmal abgestochen?”

Summer dreht leicht den Kopf zu ihrem Bruder, schaut dann wieder zur Küchentür. “War verdient”, murmelt sie trocken und verlässt dann die Küche.



Der Himmel ist längst dunkel, als man von der Auffahrt her Motorengeräusche hört. Summer hat sich bereits vor einer Weile in ihr Zimmer zurückgezogen, aber ihr Kopf ist zu laut zum Schlafen. Immer wieder taucht das Gespräch mit Zayden Rossi in ihren Gedanken auf.

Ein dumpfes Geräusch unten. Eine Tür. Leise Stimmen. Dann Schritte auf der Treppe. Ein Klopfen an Summers Tür. Nicht zögerlich. Einmal. Bestimmt.

Summer hebt leicht den Kopf aus dem Kissen, blickt zur Tür. Sie runzelt die Stirn. Es ist spät. Wer kommt um diese Zeit? Sie krabbelt aus dem Bett, ist mit wenigen Schritten bei der Tür und öffnet sie.

Zayden. Jacke an. Der Blick müde, aber klar. Er mustert Summer einen Moment.

Sie starrt ihn an.

Er hebt eine Augenbraue. “Ich hab vergessen, meine Knarre aus deinem Küchenschrank zu holen.”

Summer reißt die Augen auf.

“War ein Witz.” Dann wird sein Blick ernster. “Leon hat mich geschickt.” Er atmet aus. “Und ich hab nicht nein gesagt.”

Summer starrt ihn immer noch an. Er tritt langsam einen Schritt näher, sodass sie etwas zurückweichen muss. “Du kannst mich immer noch rauswerfen. Aber ich wollte nicht, dass das letzte was zwischen uns steht, eine geschlossene Türe ist. Sag mir ehrlich, ob du willst, dass ich gehe.”

Summer blinzelt. Dann schlägt sie vor Schreck tatsächlich die Türe vor Zaydens Nase zu. Die Wut vom morgen ist wieder da. Diese heiße, undefinierte Wut. Ihr Herz rast. Mit Zayden hatte sie um diese Uhrzeit am allerwenigsten gerechnet.
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Und doch… leise hofft sie, dass er noch vor der Tür steht. Einen Moment ist einfach nur Stille. Dann ein dumpfes Klopfen gegen die Tür.

“Summer.” Zaydens Stimme dringt gedämpft durch das Holz. “Ich steh noch hier. Ich bin nicht gekommen, um Stress zu machen. Ich wollte dich nur nicht mit dem Gefühl zurücklassen, dass ich einfach verschwinde, als wärst du mir egal.” Seine Stimme wird leiser. “Ich weiß, dass dich das wütend macht. Mich übrigens auch.” Er schnaubt. “Mach auf oder nicht. Deine Entscheidung. Ich lauf nicht weg.”

Summer zögert einen Augenblick, dann öffnet sie die Türe wieder einen Spalt. “Was tust du hier?”

Zayden steht direkt vor der Tür. Nah genug, dass Summer seine Wärme spüren kann. Das Licht im Flur zeichnet harte Schatten in sein Gesicht. Die Bandage hebt sich unter seinem Hemd ab. Er sucht ihren Blick. “Hab ich doch gesagt. Ich wollte nicht gehen, ohne das hier geradezuziehen.” Sein Blick geht kurz über Summer hinweg ins Zimmer. “Du hast mich vorhin rausgeworfen, als wär ich irgendein Typ, der sich verirrt hat.” Er versucht, zu lächeln. “Bin ich nicht.” Er atmet langsam aus. “Ich wollte nicht, dass du heute Nacht da sitzt und dich fragst, ob du mir egal bist.” Sein Blick geht von Summers Lippen zurück zu ihren Augen. “Du bist es nicht.” Er senkt die Stimme. “Und jetzt sag du mir, warum du mir die Tür vor der Nase zugeschlagen hast.”

Summer öffnet die Tür jetzt ganz, tritt einen Schritt zur Seite und gibt den Weg frei. “Ich… keine Ahnung.” Ihre Gedanken rasen. Innerlich schnaubt sie. Langsam wird es zu einem Muster, dass sie nicht mehr klar denken kann, wenn Zayden Rossi in der Nähe ist. “Was zur Hölle meinst du damit, ich bin dir nicht egal?”

Zayden zögert einen Moment, dann tritt er ein. Nicht weit, nur weit genug, dass die Tür hinter ihm ins Schloss fällt. Er sieht Summer an. Länger als nötig. “Keine Ahnung ist keine Antwort.” Seine Stimme ist leise, nah. “Du wirfst mich raus. Du schlägst mir die Tür vor der Nase zu. Und jetzt stehst du hier, als wüsstest du nicht warum.” Er macht einen Schritt auf Summer zu, kontrollierte Nähe. “Also sag mir, was es ist. Wut? Angst? Oder das verdammte Gefühl, dass du dich um jemanden sorgst, um den du dich eigentlich nicht sorgen solltest?” Er hält inne. “Ich bin nicht hier, um dir den Kopf zu verdrehen, Principessa.
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Aber ich bin auch nicht blind.” Sein Blick bleibt fest auf Summer. “Also nochmal. Warum hast du die Tür zugeschlagen?”

Summer schluckt. Zayden steht wieder ganz nah vor ihr, sodass sie zu ihm nach oben sehen muss. “Ich weiß es nicht.” Ihre Stimme ist leise. “Vielleicht hast du mich erschreckt, darum.”

Zayden mustert Summer einen Augenblick. Dann atmet er langsam aus, als würde er die Spannung aus seinen Schultern lassen.

“Ja. Glaub ich dir.” Er lehnt sich gegen die Wand, nimmt ein wenig Nähe raus. “Ich hab ein Talent dafür, Leute zu erschrecken. Kommt mit dem Job.” Sein Blick wird etwas weicher, minimal. “Ich wollte dich nicht überfallen. Ich wollte nur nicht gehen, ohne dass du weißt, dass ich dich nicht als irgendeine Randfigur sehe.” Er blickt kurz zur Tür, dann wieder zu Summer. “Und jetzt kannst Du mir sagen, ich soll verschwinden. Oder du lässt mich noch fünf Minuten hier stehen und wir tun so, als wären wir beide normale Menschen.” Er grinst leicht. “Was davon willst du?”

Summer sieht ihn schweigend an. Die Wut weicht der Verwirrung. Sie ist gewohnt, immer eine klare Vorstellung davon zu haben, wie es weitergeht, was als nächstes passiert. Aber Zayden Rossi… er bringt sie ungewohnt aus der Fassung. Das kennt sie nicht. Sie ballt ihre Hand leicht zur Faust. Sie kennt ihn doch kaum und doch schafft er es, so viel gleichzeitig in ihr auszulösen.

Zayden sieht ihr diesen inneren Kampf an. Er stößt sich von der Wand ab, bleibt auf Abstand. “Du musst nichts sagen. Du denkst zu viel. Und gleichzeitig zu wenig, über das, was du fühlst. Gefährliche Kombination.” Er atmet aus. “Ich bin kein guter Mensch. Kein einfacher. Und ich bring Chaos mit, ob ich will oder nicht.” Sein Blick wird ernst. “Aber ich spiel keine Spielchen. Wenn ich sage, du bist mir nicht egal, dann mein ich das. Nicht mehr. Nicht weniger.” Er hält kurz inne. “Du musst mich nicht verstehen. Du musst nur wissen, dass ich dich nicht in irgendeine Geschichte ziehen will. Ich wollte nur nicht gehen, ohne dass du weißt, dass du mir mehr gegeben hast, als nur ein Pflaster.”

Er schaut Summer noch einmal an, als wolle er sich alles einprägen, was er sieht. Die Strähne, die sich aus Summers Zopf gelöst hat und ihr wild in die Stirn fällt. Die grünen Augen, die so fest auf ihn gerichtet sind. Ihre Lippen, auf denen sie rumkaut, seit er den Raum betreten hat.
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“Ich geh jetzt.” Er dreht sich zur Tür. “Wenn wir uns das nächste Mal sehen, hoff ich, dass du mir nicht die Tür vor der Nase zuschlägst.” Er legt die Hand an die Klinke, drückt sie nach unten.

“Nein, warte.” Summer zuckt zurück, als wäre sie selbst überrascht von ihren Worten.

Zayden hält inne, die Hand noch an der Klinke. Einen Moment bewegt er sich nicht, dann dreht er langsam den Kopf zu ihr. Sein Blick ist wachsam, ernst, doch darunter ist dieses Flackern, dass Summer inzwischen kennt. “Sags. Bevor ich mir einrede, ich hätte mich verhört.”

“Warte.”, wiederholt Summer. “Ich meine…” Sie atmet tief ein. “Du kannst bleiben. Es ist mitten in der Nacht. Leon wird sich was dabei gedacht haben, wenn er dich herschickt.” Langsam geht sie zurück zu ihrem Bett, setzt sich auf die Bettkante.

Einen Moment lang sieht Zayden sie einfach nur, als wäre er sich nicht sicher, ob sie das ernst meint. Dann löst er die Hand von der Klinke, sein Blick fest auf Summer.

“Leon denkt immer zu viel. Aber ja, er wollte, dass ich hier bleib.” Er mustert Summer, wie sie auf dem Bett sitzt, die Schultern noch angespannt, als würde sie jeden Moment wieder aufspringen. “Du musst mich nicht aus Pflichtgefühl hierbehalten. Ich kann auch auf dem Sofa pennen oder gleich wieder verschwinden.” Er schnaubt kurz. “Ich hab gelernt, wenn jemand “bleib” sagt, aber “geh” meint.” Sein Mundwinkel zuckt kurz. “Du bist nicht besonders gut darin, deine Karten zu verstecken.” Er tritt ein paar Schritte näher, bleibt am Fußende des Bettes stehen. “Also sei ehrlich. Willst du, dass ich bleibe oder willst du nur nicht allein sein?”

“Vielleicht beides.”, flüstert Summer, starrt auf den Fußboden vor sich.

“Vielleicht beides.”, wiederholt er leise. “Du bist ehrlicher als die meisten.” Er kommt einen Schritt näher, sodass sie seine Präsenz deutlich spüren kann. “Ich bin kein guter Ersatz für ein Nachtlicht, Summer. Und auch kein Trostpflaster. Aber ich kann heute Nacht hier bleiben.” Sein Blick wird etwas weicher, die Stimme tiefer als noch zuvor. “Nicht, weil Leon es will. Sondern weil du mich gebeten hast.” Er setzt sich auf den Sessel neben dem Bett. Summer hebt den Blick vom Boden, folgt seinen Bewegungen.

“Ich schlaf nicht viel. Aber keine Panik, ich steh auch nicht plötzlich neben deinem Bett wie in einem Horrorfilm.
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” Er grinst. “Und bevor du fragst - nein. Ich rühr dich nicht an.”

“Was zur Hölle?” Zaydens Worte lassen Summers Kopf schlagartig wieder klar werden. “Natürlich wirst du mich nicht anrühren, Rossi!” Aber allein der Gedanke daran lässt Summers Knie weich werden. Kaum merklich schüttelt sich den Kopf. Was war nur los mit ihr?

Zayden hebt langsam die Hände, grinst schief. “Ich merk, dass der Gedanke dich aus dem Konzept bringt. Mich übrigens auch. Aber keine Panik. Ich sitzt hier, du sitzt da. Wir atmen. Niemand stirbt.” Eine kurze Pause. “Und wenn deine Knie weich werden, setzt dich richtig hin, Principessa. Ich hab keine Lust, dich vom Boden zu kratzen.”

Summer steht erbost auf. “Das letzte Mal hab ja wohl ich dich vom Boden aufgekratzt. Bleib da sitzen!” Sie stapft an ihm vorbei ins Badezimmer, das an ihr Schlafzimmer angeschlossen ist.

“Hör auf, mir Befehle zu geben. Das funktioniert vielleicht bei anderen Männern hier im Haus, aber nicht bei mir.” Er rührt sich keinen Millimeter, aber sein Blick folgt ihr, als sie an ihm vorbeigeht. “Frech bist du ja wenigstens.” Er lehnt sich im Sessel zurück und verschränkt die Arme.

Die Badezimmertür fällt ins Schloss. Von innen lehnt sich Summer kurz dagegen. Wie war es möglich, dass er sie immer wieder so aus dem Konzept brachte? Leise zieht sie sich aus, greift nach ihrem Schlafshirt, das über der Wanne liegt, schlüpft hinein, ihr Po kaum bedeckt. Sie holt einmal tief Luft, als müsse sie sich wappnen, dann öffnet sie die Badezimmertüre vorsichtig und tritt zurück ins Schlafzimmer. Zaydens Blick bleibt an ihr hängen. Einen Tick zu lange an ihren nackten Beinen, wandert nach oben zu dem viel zu kurzen Shirt. Sein Mund verzieht sich leicht.

“Du machst Situationen gern unnötig kompliziert, oder? Entscheid dich, Principessa. Willst Du Ruhe oder suchst du Stress?” Er lehnt sich im Sessel nach vorn, stützt die Unterarme auf den Knien ab. “Weil ich bin nicht der Typ Mann, mit dem man halb spielt.”

Mit wenigen Schritte durchquert Summer das Zimmer. Schnell schlüpft sie unter die Bettdecke, zieht sie über sich. “Du bedeutest immer Stress, Rossi.”

Er steht auf, geht zum Fenster, blickt nach draußen in die Nacht. “Du hast trotzdem gesagt, ich soll bleiben.” Er dreht sich zurück zu Summer, Arme vor der Brust verschränkt.
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“Wenn ich immer nur Stress wäre, hättest du die Tür vorhin nicht wieder aufgemacht. Du bist nicht so kalt wie du tust, Summer. Schlaf. Ich bleib hier und rühr dich nicht an.”

“Ich bin noch nicht müde.” Summer setzt sich im Bett auf, zieht die Knie zu sich heran. Ihr Blick geht unverhohlen über Zayden, als würde sie ihn das erste Mal ansehen. Die dunklen Haare, die widerspenstig in alle Richtungen stehen. Die Augen, genauso dunkel. Der Drei-Tage-Bart und das schiefe Grinsen, das seine Lippen umspielt. Ihr Blick wandert weiter nach unten, bleibt an seiner Verletzung, deren Bandage sich deutlich unter dem Hemd abzeichnet hängen. “Was macht Deine Wunde?”

Zayden geht ein paar Schritte durchs Zimmer, bleibt wieder am Fußende des Bettes stehen. Sein Blick fällt ebenfalls kurz auf seine Seite. “Zieht. Nervt. Brennt.” Er zuckt die Schultern. “Also alles wie immer.” Er mustert Summer, wie sie da sitzt. Knie angezogen. Zu wach für die Nacht. “Du hast gute Arbeit geleistet. Auch wenn du dabei rumgebrüllt hast, wie ein Feldwebel.” Er setzt sich wieder in den Sessel, lehnt sich zurück. “Du stellst zu viele Fragen, der angeblich nichts mit meiner Welt zu tun haben will. Du solltest schlafen. Mach dir keine Sorgen um mich, Principessa. Ich bin schwerer kaputtzukriegen, als es aussieht.”

“Ich bin mir ziemlich sicher, dass du nicht mehr leben würdest, hätte ich nicht rumgebrüllt, wie ein Feldwebel. Du bist ziemlich stur.” Summers Blick bleibt weiter auf der verwundeten Stelle hängen. “In meinem Haus gibt mir übrigens auch keiner Befehle. Nicht mal mein Bruder. Also vergiss das mit dem Schlafen.” Summer legt die Arme um ihre angezogenen Beine und das Kinn obenauf. “Ich meine es ernst, Zayden.” Ihre Stimme ist weicher als zuvor. “Wie schlimm ist die Verletzung wirklich?”

Einen Moment lang mustert Zayden Summer, als würde er überlegen, wie viel der Wahrheit er ihr zumuten kann. Dann atmet er langsam aus.

“Du bist verdammt anstrengend, weißt du das?”

Summer legt den Kopf schief, den Blick weiter unverwandt auf Zayden gerichtet. “Ja, hab ich schon gehört. Also?”

Zayden lehnt sich zurück, eine Hand kurz auf dem Hemd über dem Verband. “Das Messer ist tief rein. Nicht lebensgefährlich. Aber nah genug, dass ich heute besser nicht den Helden spiele. Und ja. Ohne dein Feldwebelgeschrei wäre ich irgendwie auf dem Flur umgekippt.
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” Er zögert einen Moment. “Also… danke.” Sein Blick geht wieder zu Summer, wie sie da auf dem Bett sitzt, kleingemacht, aber mit diesem starrköpfigen Blick. “Und hör auf mich so anzusehen, als wär ich gleich tot. Ich hab schon schlimmer ausgesehen.” Seine Stimme ist rauer. “Ich bin nicht so leicht loszuwerden, Principessa. Du solltest trotzdem schlafen. Morgen kannst du weiter Boss spielen.”

“Hmm… “ Summer beäugt Zayden leicht misstrauisch. Dann lässt sie sich nach hinten in die Kissen fallen. “Und du beobachtest mich jetzt die ganze Nacht?”

Zayden hebt die Augenbraue. Dann lacht er schnaubend. “Du hältst mich wohl für einen verdammten Nachtwächter. Nein. Ich sitz hier, damit du nicht abhaust und Leon ruhig schlafen kann. Wenn du einschläfst, geh ich auf die Couch. Wenn du nicht einschläfst, sitz ich hier und warte. So einfach.” Er grinst leicht. “Und jetzt mach die Augen zu und schlaf, Principessa.”

Summer löst langsam ihren Blick von Zayden, dann dreht sie sich um, wickelt sich in ihre Decke. “Geh nicht”, flüstert sie, so leise, dass sie sich nicht sicher ist, ob Zayden das überhaupt hören konnte. Oder ob sie überhaupt wollte, dass Zayden es hört.

So leise Summers Worte auch sind - Zayden hat sie gehört. Für den Bruchteil einer Sekunde erstarrt er. Er steht nicht auf, bewegt sich nicht. “Ich geh nicht”, erwidert er, genauso leise. “Und nur, damit dus weißt. Du bist verdammt schlecht darin, so zu tun, als wär dir egal, wer bleibt und wer geht.”
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