Taraniel - Das Juwel der Nacht: Kap.2 - Die Geschichte vor der Geschichte   283

Fantastisches · Romane/Serien

Von:    Tis-Anariel      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 1. April 2019
Bei Webstories eingestellt: 1. April 2019
Anzahl gesehen: 1163
Seiten: 9

Diese Story ist Teil einer Reihe.

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   Teil einer Reihe


Ein "Klappentext", ein Inhaltsverzeichnis mit Verknüpfungen zu allen Einzelteilen, sowie weitere interessante Informationen zur Reihe befinden sich in der "Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht":

  Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht      Was ist das?


Die Geschichte vor der Geschichte







Viele, viele Jahrtausende später gab es zahlreiche Menschen und sie lebten in Königreichen, von denen manche in Frieden nebeneinander lebten und mache eben nicht und Krieg führten.

Die sieben Götter hatten schon längst Nachwuchs, auch Hellerion hatte Töchter und zwar sechs an der Zahl. Und sie waren alle so schön wie die Nacht und dennoch sehr unterschiedlich.

Lilliah war die älteste von ihnen und ihr hatte der Gott die tiefen, magischen Wälder und die Wesen darin anvertraut. Lilliah hatte von ihrem Vater zwei Wölfe bekommen, Argis und Raune, die sie getreulich begleiteten und beschützten. Besonders lagen der jungen Göttin von daher die Moorwölfe, die sterblichen Nachfahren ihrer beiden Wölfe am Herzen und sie war ihre Beschützerin.



Zu dieser Zeit gab es nun auch schon das riesengroße Reich Schehelan. Und groß war es wirklich, dieses Reich.

Wollte man mit dem Pferd quer durch das Reich von einem Ende zum anderen Ende reiten, dann bräuchte man wohl an die drei Monde Zeit dazu, oder vielleicht sogar noch länger. Es reichte von den Urwäldern im Osten bis zu den großen Steppen und Wüsten im Westen und vom Ozean im Süden bis zu dem großen Gebirge im Norden, das man auch die weißen Berge nannte.

Hochkönig Askon Maraines war ein großmütiger und gerechter Mann und herrschte mit diesen Vorzügen über dieses großes Reich. Mit seinen Nachbarn lag Schehelan im Frieden.

Im Osten war dies das geheimnisvolle Reich Chilinga, mit seinen großartigen Städten, den großen Schulen und den vielen Gelehrten. Im Westen hingegen lagen die weiten Wüsten und Steppen des Reiches Oradis, das von großen Nomadenstämmen bewohnt wurde. Und im Norden, jenseits der weißen Berge lagen die nördlichen Reiche, welche von eher kriegerischen und wilden Steppenvölkern beherrscht wurden.

Nur über den Ozean kamen manchmal die Jorga und bedrängten das Reich, doch damit wurden die Soldaten des Hochkönigs meist gut fertig.

Die Jorga waren ein Seefahrendes, wildes, kriegerisches Volk, dem Ehre und Kampf viel bedeutete. Sie lebten auf den jagorischen Inseln, weit im südlichen Ozean. Zum Glück kamen diese Krieger nicht oft bis nach Schehelan.

So also lief alles friedlich in Schehelan und auch mit seinen Nachbarn stand es gut.

Aber so sollte es nicht von Dauer sei!



Denn es kam eine Frau und diese Frau war eine Hexe.
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Man muss wissen, die Hexen dieser Welt sehen menschlich aus, sind es aber nicht so ganz. Außerdem gibt es auch in dieser Welt verschiedene Arten von Hexen. Die einen sind gut und helfen den Menschen und allen Kreaturen, wo sie nur können. Die anderen sind böse und nutzen ihre Kräfte und Fähigkeiten einzig für sich allein. Sie streben nach Herrschaft und Macht und um jenes zu erreichen, missbrauchen sie auch die Menschen und alle Kreaturen, deren sie habhaft werden können. Und dann gibt es noch jene Hexen, vermutlich die meisten, die weder gut noch böse sind, sondern beides zugleich. Jene sind die menschlichsten Hexen. Sie helfen wo sie können, aber tun auch viele Dinge für sich selber und ärgern sollte man diese Art der Hexen auf keinen Fall, das kann ins Auge gehen.



Die Frau, diese Hexe, von der hier nun die Sprache ist, nannte sich Faoris und sie war eine sehr hübsche Frau. Ihr reizvoller, schlanker Körper, das schöne Gesicht und nicht zuletzt das dichte, lange, rote Haar machten aus ihr eine wirklich schöne Erscheinung. Aber wie es so oft ist, verrät das Äußere nicht immer etwas über das Innere und hier täuschte es den Betrachter gewaltig. Ihre Schönheit war eine ihrer größten Waffen.

Faoris war eine jener bösen Hexen und sie hatte es auf das Reich Schehelan und den Thron des Hochkönigs abgesehen.



Zuerst versuchte sie den Hochkönig von Schehelan, Askon Maraines zu verführen, doch dieser war glücklich mit seiner Königin, die mit seinem ersten Sohn schwanger ging. Er ahnte wohl auch das böse Wesen dieser Frau und ließ Faoris davon jagen. Erzürnt floh die Hexe und schwor dem König bitterböse Rache.

Auf ihrer Flucht erreichte sie mit Magie, List und Tücke tatsächlich die weißen Berge und versteckte sich dort zweimal sieben Jahre lang. Dort in den weißen Bergen entdeckte schlussendlich Soron die Frau und sandte ihr einen Boten, der ihr bereits vorhandenes Wissen vertiefte und ihr noch mehr lehrte. Er brachte ihr bei die Trolle zu finden, zu zähmen und sie ihrem Willen zu unterwerfen.

Sie lernte auch, wie sie sich den Teil der Seele eines Wesens aneignen und es damit bis zu seinem Tod an sich binden und auf diese Weise versklaven konnte.

In ihrem verdorbenen Herzen wuchs die Gier nach Macht stetig weiter und der Zorn auf den Hochkönig Askon arbeitete in ihrer Seele.
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Bisher hatte ihr noch kein Mann widerstanden, aber dieser König hatte sie nicht nur verschmäht, er hatte sie tatsächlich davonjagen lassen. Diese Tatsache ärgerte Faoris wohl am meisten.

Aber bald schon würde der Tag ihrer Rache kommen.



Nachdem diese vierzehn Jahre vorüber waren, begab sich die rothaarige Hexe in die nördlichen Reiche.

Ihre Schönheit hatte sie mit Magie beinahe perfektioniert. Ihr Haar jedoch veränderte sich. Das natürliche Rot wurde immer intensiver und es zeigten sich allererste, feine, schneeweiße Strähnen darin. Daran war die viele Magie, die sie praktizierte und Sorons Einfluss schuld, doch das kümmerte die Hexe nicht. Sie wollte Macht und sie wusste auch wie sie daran kommen konnte.

Mit etwas Magie, kriegerischem Geschick, viel weiblichem Reiz und nicht zuletzt mit ihrer Schönheit bezauberte und verführte sie den jungen Häuptling eines der größten Kriegerstämme des Nordlandes und verdarb das Herz des jungen Mannes sehr schnell. Bald schon hatte er mit ihrer Hilfe die meisten Stämme unter sich vereint und die, die sich noch gegen ihn stellten, vernichtete er.

Sieben Jahre nach dem Faoris mit ihren Trollen aus den weißen Bergen kam, tötete sie den jungen Häuptling und übernahm all seine Macht. Die gesamten Nordlande unterstanden nun Faoris und sie war jetzt die Königin eines großen Reiches.

Ihren Racheschwur folgend zog sie nun mit ihrem großen Heer gegen Schehelan und es zogen weitere sieben Jahre ins Land. Sieben Jahre schrecklichen Krieges zwischen den Nordlanden und dem Reich Schehelan.

In dieser Zeit erreichte der junge Sohn des Hochkönigs seine Kriegerreife und zog mit dem Vater in den Krieg.

Lauren Liehr Maraines war sein Name und er war ein junger, mutiger Krieger mit vielen Talenten. Vor allem hatte er das große Herz und den Gerechtigkeitssinn seines Vaters geerbt. Doch auch von seiner Mutter hatte er viel geerbt, darunter nicht nur das gute Aussehen und das blonde Haar, sondern auch das zweite Gesicht. Und so war der Prinz einer der wenigen, der die magischen Wesen sehen und verstehen konnte und darum ganz besonders gesegnet, so dachten zumindest seine Untertanen.



Doch dieser Krieg war wahrlich schrecklich. Menschen , aber auch vor allem die magischen Wesen litten sehr unter seinen Auswirkungen.
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Dies betrübte den jungen Prinzen sehr. Schließlich konnten doch die Moorwölfe, Faune, Elfen und was es sonst noch so gab, nichts für die Zwistigkeiten der Menschen.

Es missfiel auch der jungen Göttin Lilliah, der ältesten Tochter Hellerions.

Doch es musste erst etwas wirklich schreckliches geschehen, bevor der künftige König und die junge Göttin einander begegneten und einen Bund schließen konnten, der vielleicht nicht die Welt, wohl aber das Reich Schehelan für immer veränderte.



Prinz Lauren hatte viele Freunde unter den Adeligen, aber auch im Volk und bei den Soldaten.

Jedoch seine zwei besten Freunde waren dennoch ungewöhnlich, denn beide waren nicht ganz menschlich.

Selbst zu Laurens Zeit waren die Menschen gegenüber halb- oder gar mischblütigen Personen voreingenommen, und misstrauisch. Doch für gewöhnlich reichte es aus, wenn die menschliche Hälfte der Familie fest hinter diesen Wesen stand und sie wurden akzeptiert.

Das Volk hatte allerdings doch etwas erstaunt und überrascht reagiert, dass der Prinz gerade zwei solche Krieger zu seinen engsten Freunden zählte. Lauren hingegen kümmerte sich nicht darum und bald wurden auch seine Freunde und deren Familien akzeptiert.

So sah man Prinz Lauren sehr häufig in der Gesellschaft von Leonard, dem dunkelhaarigen Halbelb und dem hellblondem Lushian, der ein Mischblut war. Lushians Eltern hatten es am Anfang wirklich schwer, doch mit der Zeit wurde auch ihre ungewöhnliche Verbindung toleriert. Die Mutter des jungen Kriegers war eine wunderschöne, hellhaarige Halbelbe. Sein Vater jedoch war ein halber Lykaner und damit zur Hälfte ein Dämon. Menschen wie er wurden Wolfsblut genannt und sie galten als harte und zähe Krieger und noch bessere Jäger. Sie wurden aber auch gefürchtet.



Doch von all diesen Vorurteilen ließen sich die drei jungen Männer nicht beirren. Schließlich kannten sie sich, seit sie Kinder waren und waren seither befreundet. Und sie war stark diese Freundschaft.. Ja selbst als der Prinz in den Krieg zog, begleiteten ihn Leonard und Lushian und wichen nicht mehr von seiner Seite.

Als jedoch der Krieg schon fast sieben lange Jahre tobte, da wurde der Prinz verwundet und sollte nach Hause zurückkehren, um gesund zu werden. Leonard und Lushian begleiteten ihn als Freunde und Leibwächter, zum Schloss von Antaris, wo die Königin derzeit verweilte.
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Doch nur einen Tagesritt, bevor sie das Schloss erreichten, bekamen sie die Kunde, dass es einer der Nordstämme bis nach Terendis geschafft hatte, dem Heimatort von Leonard und Lushian.

So schickte Lauren seine beiden Freunde aus, dorthin zu eilen und ihre Familien zu beschützen.

Dies sollte das letzte Mal sein, dass der Prinz seine Freunde sah. Doch das wusste zu diesem Zeitpunkt noch niemand.



Als der Königssohn drei Wochen später soweit genesen war, so dass er wieder reiten durfte und seine Freunde immer noch nicht zu ihm zurückgekehrt waren und er auch nichts von den beiden gehört hatte, beschloss er sie zu suchen.

Er wusste dass um Terendis herum gekämpft wurde und dass sein Vater eine große Gruppe Krieger dorthin entsandt hatte. Doch was der Prinz dann dort vorfand brach ihm beinahe das Herz. Der Ort Terendis existierte nicht mehr!

Das Anwesen, in dem Lushians Familie lebte, war eine Ruine.

Leonards Zuhause existierte gar nicht mehr.

Die Familien der beiden jungen Männer hatten offenbar nicht überlebt. Die Toten von Lushians Familie fand man. Doch von Leonards Familie fand man nicht alle Mitglieder unter den Toten. Der Halbelb und auch sein jüngerer Bruder waren verschwunden. Aber auch Lushian war nicht aufzufinden.

Von den Überlebenden erfuhr Lauren, das Faoris selbst dort gewesen sei und zwar an beiden Orten. Erst bei Leonards Zuhause dann bei Lushians. Die Hexenkönigin hatte schrecklich gewütet. Sie hätte etwas gesucht, erzählten die Leute. Aber sie hatte es wohl nicht gefunden.

Erst der Kriegerverbund des Hochkönigs hatte es geschafft die Hexe mitsamt ihren Kriegern und Trollen zu vertreiben.

Doch niemand hatte seither Lushian oder Leonard noch einmal gesehen. Auch unter den Toten waren sie nicht zu finden. Die beiden waren und blieben spurlos verschwunden. Selbst Lushians kleine, grüne Drachenechse war nicht mehr aufzufinden.



Nur einen Tag später erfuhr der junge Prinz, dass sein Vater im Kampf gegen Faoris selbst gefallen war. Nun also hatte er nicht nur seine beiden engsten Freunde verloren, sondern er musste auch noch seinen Vater zu Grabe tragen und ein Königreich übernehmen, das im Krieg mit den Nordlanden lag. Außerdem sorgte er sich um seine Mutter, deren Gesundheit nicht mehr die beste war und der dieser ganze schreckliche Krieg sehr zusetzte.
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So also trug er seinen Vater zu Grabe und übernahm das Reich als neuer König. Doch der Schmerz saß tief und ganz besonders traf ihn das Verschwinden seiner Freunde.

Getrieben von diesem Schmerz fand sich der junge König nach einigen Wochen erneut in der Ruine ein, die einst das Zuhause von Lushian war. Voller Wut über diese Ungerechtigkeit und voller Zorn rief er da endlich nach den Göttern.



Lilliah, die Tochter Hellerions hörte ihn und sie zeigte sich dem Menschen, der so zornig nach den Göttern rief und der so tiefen Schmerz in seinem Herzen trug. Erschrocken sprang da der junge König zurück, erkannte er doch aufgrund seiner Gabe sofort, dass er eine Göttin vor sich hatte. Doch einen Moment später hatte er sich auch schon wieder gefangen und hob trotzig das Kinn.

Sollte sie ihn doch strafen, wenn sie wollte. Schließlich hatte er doch Recht damit, die Götter des Nichtstuns anzuklagen. So dachte zumindest der junge Herrscher.

Doch bevor er sich versah fuhr ihn die junge Göttin wütend an.

"Warum hast du nicht schon eher nach uns gerufen?"

Fauchte sie ihn an.

"Dann hätte ich viel früher eingreifen und womöglich deine Freunde retten können! Weißt du denn nicht, das wir Götter in solchen Situationen erst handeln können, wenn wir um Hilfe gebeten werden?"

Dieses Verhalten wiederum verblüffte König Lauren Liehr Maraines so sehr, so dass er erst einmal sprachlos blieb und der Göttin nicht antwortete. Doch schnell hatte er sich wieder unter Kontrolle und starrte die Göttin böse an.

"Wenn niemand uns Menschen das sagt," meinte er schlicht, "woher sollen wir es dann wissen. Dann müsst ihr Götter euch auch nicht wundern, wenn wir euch zu spät um Hilfe anrufen."

Dies wiederum brachte die junge Göttin wieder zu sich.

Sie hielt inne und lächelte den Menschen fast verlegen an. Er hatte ja Recht sie zu tadeln. Sie hatte ihm ja auch wirklich Unrecht getan. Lilliah war nur so wütend, weil all die magischen Wesen so sehr unter diesem Krieg litten. Aber dafür konnte ja der junge König nichts, das wusste sie. Schließlich seufzte die Göttin leise und teilte dem jungen Mann mit, dass sie eine Idee hätte, wie man Faoris von Schehelan fern halten könnte. Aber Lauren müsse dafür einen Teil seines großen Königreiches an die magische Welt abtreten.
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Die Göttin wollte das große Waldgebiet, das von den weißen Bergen bis weit in das Land hineinreichte. Einige Meilen hinter dem Örtchen Terendis endete dieses große Waldgebiet erst. Auch viele der vom Krieg zerstörten Gebiete zwischen der Stadt Antaris und den weißen Bergen sollten dazu gehören.

Der junge König wirkte skeptisch, aber er bekundete sein Interesse und so erklärte ihm die Göttin, was sie tun konnte.

Sie wollte das große Waldgebiet und die zerstörten Orte dazwischen zu einem magischen Wald machen. Solch einen konnten nämlich weder die Kreaturen, die von Soron verdorben wurden noch seine Schülerin Faoris betreten. Sie wurden einfach nicht hineingelassen. Der Wald würde immer noch Teil von Schehelan sein und ihm, dem König offiziell gehören. Weder der Wald noch eines der Wesen darin würde dem König, seiner Familie und seinen Nachkommen je ein Leid zufügen. Der König müsse natürlich im Gegenzug dafür sorgen, dass man dem Wald nicht allzu sehr schadete.

Allerdings, auch das betonte die Göttin, gäbe es Orte, an denen so viel dunkle Magie gewirkt worden war, so dass Faoris noch immer zu ihnen Zugang haben würde. Selbst wenn sie ganz vom Wald umschlossen würden, könnte die Hexe sie mittels Magie erreichen.



Der junge König dachte drei Tage lang darüber nach, beriet sich mit seiner Mutter, den Beratern seines Vaters, seinem Onkel und einigen guten Freunden. Schließlich rief er erneut nach Lilliah und sagte ihr, dass sie das Gebiet haben solle und er ihre Hilfe gerne annehmen würde.

So bat Lilliah alle ihre Schwestern und sogar ihren Vater darum ihr dabei zu helfen, denn immerhin war es ein sehr großer Landstrich, den sie da verzaubern wollte. Zusammen vollbrachten sie, was nur Götter vollbringen können. Sie verwandelten das riesige Gebiet in einen magischen Wald und von überallher strömten die magischen Wesen herbei, um ihn zu besiedeln.

Sieben Tage darauf war aus dem vormals harmlosen Waldgebiet der etwas unheimliche, wunderschöne, magische Silberschattenwald geworden und König Lauren Liehr Maraines erkannte, dass er richtig gehandelt hatte.



Im Laufe der kommenden Jahre ließ er das Schloss, das ganz in der Nähe von Antaris und nun am Rande des Silberschattenwaldes lag, wieder herrichten und ausbauen, um dieses dann zu seinem Herrschersitz zu machen.
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Die Stadt Antaris wurde dadurch zur Hauptstadt des Reiches.

Die Menschen fanden es etwas seltsam, dass der König so nahe an diesem magischen Wald leben wollte, aber die meisten dachten, dass er wohl den Silberschattenwald erst einmal im Auge behalten wollte. Damit lagen sie nicht ganz falsch, aber Lauren wollte auch in der Nähe der Ruinen von Terendis sein , wo seine engsten Freunde verloren gegangen waren. Der Wald hatte sich die Reste der beiden Anwesen und des Ortes schon fast zu eigenen gemacht.

Der König wollte in der Nähe sein, sollten seine Freunde entgegen jeder Möglichkeit und Erwartung doch wieder auftauchen. Jedoch den Ort, wo sie verloren gingen, den betrat er nie mehr wieder. Er wollte ihn nicht wiedersehen und sich fragen, was wohl dort geschehen war. Denn das hätte ihn womöglich die Hoffnung gekostet, dass seine Freunde diese Katastrophe überlebt haben könnten.

Er wollte nicht darüber nachdenken, sonder lieber hoffen, dass es ihnen gut ging, wo auch immer die beiden sich nun befinden mochten und so fragte er nicht einmal die Göttin Lilliah. Letztere kam ihn noch mehrmals besuchen und war schließlich dabei, als er nach einigen Jahren die Frau, in die er sich verliebt hatte, heiratete.



Faoris war natürlich sehr wütend über die Einmischung der Götter und diesen Wald. Denn sie und ihre Trolle und selbst ihre Ritter konnten dieses Waldgebiet nun nicht mehr betreten. Das bedeutete für sie, dass die drei großen Pässe unbrauchbar wurden. Bis dahin hatte sie nämlich hauptsächlich diese drei großen Pässe genutzt, um ihre Armee nach Schehelan zu schleusen. So jedoch blieben ihr nur noch die schmaleren Bergpässe. Dies wiederum war für ihre große Arme schwer zu bewerkstelligen und die Krieger Schehelans waren darauf vorbereitet und so wurde Faoris Streitmachtdreimal zurückgeschlagen, bevor sie sich zurückzog. So also endete der schreckliche Krieg erst einmal.

Für die Hexe war das alles ausgesprochen ärgerlich, aber sie hatte bereit ein neues Ziel.

Soron hatte ihr von den Juwelen der Macht erzählt und nun war die Frau entschlossen diese zu finden. Hatte sie erst einmal diese Macht, dann würde auch der Silberschattenwald kein Hindernis mehr sein und den einen Ort dort, zu dem sie noch Zugang brauchte, den konnte sie immer noch mittels ihrer Magie erreichen. Zu tief war ihre böse Magie dort in den Boden gesickert und hatte diesen Ort zu einem verwunschen Grund gemacht.
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Selbst die Macht der Götter konnte daran nichts mehr ändern. Alles würde sich mit der Zeit fügen da war sie sich sicher, zudem hatte sie ja viel mehr Zeit als die Menschen, alterte sie doch wegen ihrer Magie nun nicht mehr.

Ihre Rache würde sie haben, irgendwann.

Ein böses Lächeln zog über Faoris Lippen, als sie an ihren neuesten Gefangen dachte und daran, was sie dem Mann alles antun würde. Diese Gedanken heiterten sie dann auch tatsächlich wieder auf. Aber sie musste aufpassen, dass sie diesen Krieger nicht tötete. Elbenblütige waren exzellente Krieger und Strategen und sie brauchte einen neuen Hauptmann .

Ihr böses Lachen hallte weit durch ihre neue Burg und ließ jeden, der es hören musste erschauern.



Tief im noch jungen Silberschattenwald, inmitten einer Ruine, die einmal ein wunderschönes Anwesen gewesen war, da stöberte eine kleine, grüne Drachenechse unglücklich herum.

Hier hatte das Feuerhaar ihren Freunden wehgetan und einen davon verschleppt.

Aber am allerschlimmsten war für das Wesen, das diese Hexe Lushian verflucht hatte. Als die Frau gekommen war, da hatte sich die Echse voller Furcht versteckt und das machte sie sich nun zum Vorwurf. Wenn sie nur nicht so viel Angst gehabt hätte, dann hätte sie ihrem liebsten Freund vielleicht zur Flucht verhelfen können. So aber war das Wesen einfach nur erstarrt in seinem Versteckt gesessen und hatte zugesehen, wie Faoris Lushian weh getan und ihn dann verflucht hatte.

Voller Schreck war die Echse da in den Wald geflohen und hatte sich erst viele Tage später dorthin zurück gewagt. Mittlerweile hatten Hellerion und seine Töchter den Wald zu einem magischen Wald werden lassen. Die Echse war darüber sehr, sehr froh. So konnte sie sich vor der grausamen Faoris im Wald verstecken und die Frau würde ihr nicht nachkommen können. Der Echse war jedoch auch klar, dass die Frau ohne Probleme in dieser Ruine auftauchen konnte, denn dieser Ort war das, was man einen verwunschenen Grund nannte.

Seit dem sie wieder in die Ruine zurückgekehrt war, stöberte sie darin herum. Sie suchte etwas ganz bestimmtes und das viele, viele Tag lang.

Nun hatte sie endlich gefunden wonach sie gesucht hatte und war nicht nur erschrocken sondern auch furchtbar traurig darüber. Niemals hätte das Wesen gedacht, dass jemand so schrecklich gemein und grausam sein konnte wie diese Hexe Faoris, aber da hatte sich das Wesen wohl geirrt.
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Entsetzt starrte die kleine grüne Drachenechse mit traurigen Augen auf eine bestimmte Statue und weinte lange Zeit glasklare Tränen um all die verlorenen Freunde und um einen ganz besonders.

Ihr war klar, dass ihr Freund es gerne gesehen hätte, wenn sie zurück in die Wälder ginge und sich dort ein neues, schönes Zuhause suchen würde. Aber die Echse konnte sich nicht wirklich dazu durchringen und beschloss von daher, dass sie in der Ruine bleiben würde.

Schließlich gab es ja auch noch eine winzige Hoffnung für ihren Freund, denn ein Fluch konnte nur dann wirken, wenn es eine Möglichkeit gab, ihn auch zu brechen.

Entschlossen und mit neuem Mut machte sich die kleine Echse daran, sich ein Versteck in der Ruine zu suchen.

Sie würde nicht gehen. Sie würde bleiben und sie würde einen Weg finden, um ihren Freund zu helfen!
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