Seid ihr alle da? ( In den Hügeln der Montagnola )   89

Romantisches · Romane/Serien

Von:    Wolfgang scrittore      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 16. März 2017
Bei Webstories eingestellt: 16. März 2017
Anzahl gesehen: 606
Seiten: 9

Diese Story ist Teil einer Reihe.

Verfügbarkeit:    Die Einzelteile der Reihe werden nach und nach bei Webstories veröffentlicht.

   Teil einer Reihe


Ein "Klappentext", ein Inhaltsverzeichnis mit Verknüpfungen zu allen Einzelteilen, sowie weitere interessante Informationen zur Reihe befinden sich in der "Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht":

  Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht      Was ist das?


Wir erstanden ein Kasperletheater, dass Lena noch selbst ausmalen konnte, sie war ganz begeistert.

Ich räumte Lena etwas Platz in der Werkstatt ein, sie suchte ihre Farben und Pinsel zusammen und fing an, den Karton auszumalen. Lena hatte sich vorsichtshalber ihren Malkittel angezogen, denn es kleckste hin und wieder Farbe vorbei. Lena war voller Eifer.

„Papa, wenn das Kasperletheaterfertig ist, spielst du dann mit mir?“

„Wenn die Farbe morgen trocken ist, gerne Lena.“



Ich verschwand dann im Weinkeller und pumpte den Wein von den Stahltanks in die Fässer. Hier mußte er jetzt noch drei Jahre reifen. Vier Fässer füllten wir auf, indem ich den Syrah und den Merlot aus ihren Fässern umpumpte. Das sollte ein exzellenter Cuveé werden, er brauchte noch ein Jahr bis zur Abfüllung.

Morgen ging ein großer Teil unserer letztjährigen Abfüllung auf die Reise zu unseren Partnern in Deutschland. Eine kleine Kette hatte unseren Wein ins Sortiment übernommen. Sie würden uns einen LKW schicken und hatten den Kaufpreis schon angewiesen, wie ich vorhin bei einem Telefonat mit unserer Bank erfahren hatte.

Morgen vormittag, wenn der LKW beladen war, würde ich die Stahltanks und die Pumpe reinigen.

Für den Nachmittag hatte sich Beppe angekündigt, um unsere Strada Bianca neu zu walzen.

Ich hatte Lena mit der Ape vom Schulbus abgeholt. Jetzt flitzte sie mit ihrem Auto auf dem Hof hin und her. Einmal hätte sie mich beinahe erwischt, ich konnte gerade noch zur Seite springen. Lena fand das lustig und kicherte begeistert.

Ich schimpfte, doch Lena zeigte sich nicht besonders beeindruckt. Ruhe gab es erst, als die Batterie des Autos leer war.

Lautes Motorgeräusch ertönte, Beppes mit Kies uns Schotter beladener LKW ächzte den Hügel empor. Er drehte auf dem Hof und fuhr langsam wieder hinunter, dabei entlud er seine Ladung kontinuierlich. Unten bei Francescas Haus hatte er seine Straßenwalze stehen lassen. Vorne hatte die Walze einen Schieber, sodaß der Schotter gleichmäßig verteilt werden konnte. Langsam arbeitete die Walze sich den Hügel empor.

„Darf ich mit Onkel Beppe auf der Walze mitfahren, Papa?"

„Onkel Beppe, Onkel Beppe, darf ich mitfahren", rief sie als die Walze wieder oben war. Beppe setzte ihr einen Helm auf, der ihr fast über die Augen rutschte. Lena grinste darunter hervor.
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„Der ist von unserem jüngsten Lehrling", lächelte Beppe und befestigte den Helm unter ihrem Kinn. Dann kletterte Lena wie ein Wiesel auf die Walze und setzte sich neben Beppe. Am liebsten hätte sie wohl noch die Hebel bedient, aber sie war schon begeistert, dort oben auf dem Sitz mitfahren zu dürfen.

„Und wie kommst du wieder nach oben", wollte ich wissen.

„Na du holst mich ab, Papa, mit der Ape", Lena kicherte. Der Schotter knirschte unter dem Gewicht der Walze, die langsam den Hügel hinabrollte.

Langsam schlenderte ich den Hügel hinunter. Unten fuhr Beppe die Walze auf die Seite, ich drückte ihm den Umschlag mit der vereinbarten S8umme in die Hand und bedankte mich für die schnelle, saubere Arbeit. Lena sah, dass ich ohne Ape gekommen war und griff nach Beppes Hand.

„Onkel Beppe, fährst du mich nach oben?"

Ich schüttelte den Kopf.

„Du kleines Faultier kannst gut laufen. Komm Lieschen, wir stärken uns vorher noch beim Matteo. Wie wärs mit einem Eis?"

Lenas mürrische Miene hellte sich beim Gedanken an einen Eisbecher wieder auf.

Lena nahm mich bei der Hand, winkte dem davonfahrenden Beppe zu und zog mich energisch Richtung Matteo.

Claudia begrüßte uns herzlich und meinte zu mir.

„Ich würde gerne mal wieder mit dir, mit euch, laufen", sie verbesserte sich im Satz.

Dann brachte sie Lena den gewünschten kleinen Eisbecher, denn diese in Windeseile ausschleckte.

„Ich hab dich lieb, Tante Claudia", grinste Lena und zwickte Claudia ins, in eine sexy Jeans, verpackte Hinterteil.

„Warte nur, du kleiner Frechdachs, ich zwicke dich auch gleich", schimpfte Claudia mit lächelnder Miene.

„Nein, nein", protestierte Lena, „du darfst den Papa in seinen dicken Po zwicken, das macht viel mehr Spaß."

„Ich fürchte Lena, dann schimpft mich deine Mama aber aus." Lena schüttelte den Kopf, schaute mich aber dabei fragend an.

Claudia schüttelte, bedauernd, wie mir schien den Kopf und brachte mir ein Glas Vernacchia di San Gimignano, während Lena sich noch über eine Schale mit Pistazien hermachte.

Zum Abschied drückte Claudia mir und Lena ein Busserl auf die Wange und wir machten uns wieder auf den Heimweg.

Ich erzählte Eva, dass Claudia mal wieder mit uns laufen wollte. Eva schaute mich stirnrunzelnd an, ich schüttelte meinen Kopf.
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„Lena braucht neue Laufschuhe und ich habe wieder zwei Kilo abgenommen, was man von dir nicht behaupten kann", Eva tätschelte mir ausgiebig den Hintern.

Laura würde solange mit Tante Maria die Zwillinge hüten.

Unterwegs schnatterte Lena los und erzählte von ihrem Abenteuer auf der Walze und das wir noch ein Eis gegessen hatten.

„Dann habe ich Tante Claudia in den Po gezwickt. Sie wollte mich auch zwicken, aber ich habe gesagt, sie soll lieber Papas Po nehmen." Lena kicherte.

„Und, hat sie", wollte Eva stirnrunzelnd wissen. Ich schüttelte meinen Kopf.

Die Verkäuferin bei Genesis nahm meine Maße, verglich sie mit ihren Notizen und meinte dann "Da nehmen wir lieber eine Nummer größer." Eva nickte, sah ich da ein süffisantes Lächeln auf beider Gesicht?

Die Verkäuferin empfahl ein Modell, dass meine Problemzone nicht zu sehr betonte, wie sie lächelnd bemerkte. Während ich noch suchte, wandte sie sich an Eva und suchte gemeinsam mit ihr nach einem passenden Modell. Lena streifte mit mir duch die Reihen und wollte mir ein paar quietschbunte Hosen schmackhaft machen. Das Schlimmste war ein magentafarbenes Höschen, ich bezeichnete die Farbe bei mir als schweinchenrosa. Ich schüttelte energisch meinen Kopf. Die Verkäuferin kam wieder auf uns zu, sie schüttelte ihren Kopf, als Lena auf die magentafarbene Hose deutete. Dann drückte sie mir eine schieferfarbene Hose in die Hand.

„Die wäre perfekt für sie, die hat im Gesäßbereich ein Kompressionsverstärktes Gewebe und bietet trotzdem optimalen Bewegungskomfort." In Gedanken schien sie noch zu ergänzen, da schwabbelt beim Laufen nichts mehr.

Ich nahm die Hose und betrat die Umkleidekabine. Ich verscheuchte Lena, die unbedingt mit hineinwollte und zwängte mich mühsam in die Hose. Ich betrachte mich im Spiegel und war zufrieden. Mein Hintern vibrierte nur noch ganz schwach, wenn ich auf und ab hüpfte. Ich verließ die Kabine, draußen warteten die Verkäuferin und Lena. Beide musterten mich von allen Seiten. Lena versuchte zu grabschen, aber ihre Hand glitt von dem elastischen Stoff ab.

„Der Papa hat so einen dicken Po", kicherte sie, die Verkäuferin mußte lachen und zupfte noch ein wenig am Stoff und forderte mich auf, etwas auf und ab zu gehen.





Ich nickte, und zog mich wieder um, dann drückte ich der Verkäuferin die Hose in die Hand.
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Der Preis war relativ hoch, wie ich bei einem Blick auf das Preisschild feststellte. Eva war auch fündig geworden und ließ sich von uns ausgiebig bewundern. Jetzt waren Lena Schuhe an der Reihe. Ein relativ preiswertes Modell gefiel ihr am besten. Lena probierte die Schuhe an und durfte aufs Laufband, was sie enrgisch forderte. Wir zahlten eine astronomisch erscheinde Summe und verließen den Laden mit unseren Schätzen.

„Krieg ich noch eine Pizza", forderte Lena und ging zielstrebig auf die Pizzeria im Nebenhaus zu. Eva schien auch der Magen zu knurren und wenn ich ehrlich bin, ich hatte auch Appetit auf eine Pizza.

Ich bestellte eine Pizza famiglia con tutto. Lena hatte einen gesunden Appetit und hatte ihr Stück am schnellsten bewältigt. Mit großen Augen schaute sie auf die Pizza und ich schnitt ihr noch ein Stück ab.

„Da werden wir heute nachmittag noch laufen mein Peterl, ich bin schließlich gespannt auf dein neues Outfit. Ich rufe Claudia an, meinetwegen soll sie mitlaufen."

„Ich will auch mit", forderte Lena.

„Nächstes Mal Mäuschen, heute sind wir zu schnell für dich. Du kannst der Oma helfen mit dem Abendessen."

Claudia war gleich einverstanden und würde uns vor Matteos Bar erwarten.

Wir bogen an Donatellas ehemaligem Haus von der Straße ab. Heute war Hochbetrieb auf der Baustelle. Zwei Bauhelfer starrten Eva und Claudia unverholen an, bis Beppe auftauchte und sie wieder an die Arbeit scheuchte. Wir liefen den Weg hoch und erreichten den Wald. Am Waldrand machten wir eine kurze Pause, strichen uns die Waden aus, tranken einen Schluck und aßen einen Energieriegel. Ich bekam von Eva einen Klapps auf den Hintern und durfte die Führung übernehmen, die Frauen tuschelten miteinander. An der casa verniana machten wir die nächste Pause. Eva und Claudia wurden von einer Gruppe älterer Wanderer mit den Augen verschlungen, als sie zur Theke vorliefen und unsere Getränke holten.

„Gleich fangen sie an zu sabbern", spottete Eva. "Hoffentlich hat keiner von denen einen Herzschrittmacher", ergänzte Claudia noch. Als wir den Hof erreichten, verabschiedete sich Claudia von uns und ging mit unnachahmlichen Hüftschwung den Hügel hinunter.

„Das Weib braucht einen Waffenschein für ihr Outfit", grantelte Eva und stupste mich gegen die Schulter.
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Dann liefen wir nach oben, um zu duschen.

„Bin ich dir zu fett Peterl", fragte sie. Ich schob meine Hände unter ihre Pobacken und wiegte sie, dann schüttelte ich meinen Kopf und wir umarmten uns ganz fest.

„Laß uns mal schauen, was die Mama und Lena zum Abendessen gezaubert haben."



Gefüllte Putenschnitzel mit Schinken und Mozzarella auf Bandnudeln

Zutaten:

1 kg Putenschnitzel

125 g Mozzarella di Buffala

Salz

Pfeffer

100 g Pesto Verde

6 Scheiben Prosciutto di Parma

20 g Butterschmalz

250 ml trockener Weißwein

500 g Fettucine

200 g Kräuterfrischkäse-Fass



Zubereitung:

Putenschnitzel abbrausen und trocken tupfen. Zwischen 2 Lagen Klarsichtfolie oder in einen Gefrierbeutel legen und platt klopfen.

Mozzarella in kleine Würfel schneiden. Fleisch von beiden Seiten salzen und pfeffern. Von einer Seite mit Pesto bestreichen, darauf eine Scheibe Schinken legen. Einige Mozzarellawürfel darüber verteilen und die Schnitzel zusammenklappen. Mit Zahnstochern feststecken.

Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen. Die Schnitzel darin von jeder Seite ca. 5 Min. bei mittlerer Hitze goldbraun braten, Weißwein und 100 ml Wasser zugeben und ca. 7–8 Min. einköcheln lassen.

Währenddessen die Nudeln in 5 Liter Salzwasser al dente garen.

Frischkäse unter die Sauce rühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Schnitzel und Nudeln auf Tellern anrichten und mit der Frischkäsesauce garnieren.

Tipp:Dazu schmeckt ein grüner Salat.





„Wartet mal, Francesca hat mir den Namen aufgeschrieben.

Tacchino farcito scaloppine con prosciutto e mozzarella su fettuccine - Gefüllte Putenschnitzel mit Schinken und Mozzarella auf Bandnudeln."

Es sah wirklich lecker aus, uns lief das Wasser im Munde zusammen. Wir lobten die zwei Küchenfeen und aßen mit großem Appetit, dazu tranken wir einen Vernachia di San Gimignano.

Vorher hatten wie uns natürlich noch um die Zwillinge gekümmert, ihnen die Fläschchen gegeben und sie frisch gewickelt. Lena hatte ganz stolz mitgeholfen. Jetzt standen die Zwei in ihren Körbchen auf der Terrasse unter der Sonnenmarkise und schliefen ihren Verdauungsschlaf.
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Jetzt hatte ich etwas Zeit, mich wieder um die Renovierung unserer zwei neuen Gästezimmer zu kümmern. Ein Elektriker aus dem Dorfe, hatte die Vertiefungen für die Elektrokabel in die Wände gefräst. Ich hatte die alten Teppichböden herausgerissen und die Böden abgeschliffen. Die neuen Teppichböden wollte ich selbst verlegen. Ich hatte die alten Tapeten von den Wänden abgewaschen und zusammen mit Eva neue Raufasertapeten und Farbe gekauft.Morgen sollte der Elektriker die Kabel einziehen, danach könnte ich mit dem tapezieren anfangen. Ich hatte die beiden neuen Badetzimmer abgetrennt und die Wände aus Regipsplatten hochgezogen. Badewannen, Duschen und Armaturen hatten wir in Florenz bei ANGELINI DI LENZI FABRIZIO E C. S.A.S.

In der 23 VIA ROCCA TEDALDA gekauft. Morgen würden sie geliefert und Enzo hatte uns einen Installateur empfohlen, der sie einbauen sollte. Er hatte schon die Wasser- und Abwasserleitungen verlegt, so daß alles bereit war.

Ich putzte noch einmal die Böden, jetzt war alles bereit für den Einbau. Ich packte mein Werkzeug zusammen und ging wieder nach draußen. Eva, Tante Maria und Lena saßen auf der Terrasse und ließen sich die Sonne ins Gesicht scheinen.

„Na, du Dreckspatz, willst du dich zu uns setzen", spottete Eva. Lena kicherte „Papa ist ein Dreckspatz."



Eva sprang auf, nahm mich an die Hand und wirl liefen nach oben, um zu duschen und uns lauffertig zu machen.

„In so einer leckeren Verpackung schauen deine Sahnestücke besonders sexy aus", rief sie.

„Komm laß uns laufen, Kalorien abtrainieren Peterl."

Lena und Tante Maria winkten uns hinterher, während wir über die Wiese zum Waldrand liefen. Wir erreichten die Casa Verniana und wurden aus vielen Augen angestarrt. Eva lächelte und wir gönnten uns eine kleine Pause.

Dann rannten wir wieder weiter bis zur Straße nach Colle di Val d´Elsa, dann an der Elsa entlang bis zum Industriegebiet, jetzt bogen wir auf die Straße nach Pievescola ein, passierten Donatellas ehemalige Villa, in der noch immer Bauarbeiten stattfanden, passierten Matteos Bar, von drüben vor der Kirche, winkte uns Don Fulvio zu, dann bogen wir auf die Straße zu unserem Hügel ein. Gianni und Giulia brabbelten vor sich hin, sie schienen sich zu unterhalten. Wir mußten lachen, es war zu niedlich.

Bei Lenas Hochbett hatten wir unten jetzt ein zweites Bett eingebaut für eventuellen "Herrenbesuch", das heißt, wenn Emilio übers Wochenende blieb.
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Lena war ganz begeistert und verzichtete ohne Murren auf ihre bisherige Spielhöhle. Ihre Kuscheltiere saßen jetzt rund um ihr Hochbett verteilt auf dem Fußboden, das war immer eine Arbeit beim staubsaugen. Daher hatten wir Lena ein Hochregal gekauft, auf dem die "Viecher", wie ich sie zu Lenas Leidwesen nannte, einen ordentlichen Sitzplatz hatten. Zum schlafen wurde immer wieder ein würdiger Kandidat ausgesucht, meistens war es ihr Mähschaf, aber auch Winnie Puh, der Bär, durfte hin und wieder das Bett mit Lena teilen. Wenn Tante Maria wieder abgereist war, würde ich das Bad, das jetzt noch mit dem Kinderzimmer verbunden war, an ihr Zimmer anbinden. Momentan mußte sie noch über den Flur ins Bad gehen. Aber die Zwillinge schliefen vorerst in ihren Körbchen in unserem Schlafzimmer. Daher hieß es meistens, irgendwann mitten in der Nacht aufstehen, um unsere Kleinen zu versorgen.



Wir hatten das Kinderzimmer mit einer abwaschbaren Tapete mit Tier- und Märchenmotiven tapeziert. Den Boden decxkte ein strapazierfähiger melierter Teppichboden. Zwei Kinderbetten mit herabklappbaren Gittern, eine geräumige Wickelkomode und ein Laufstall mit etwas Spielzeug vervollständigten die Einrichtung. Über den Betten hatte ich kleine Mobiles angebracht, das hatte damals Lena so gut gefallen. Der Elektriker hatte über beiden Betten Babyphones angebracht. Eva und ich hatten uns jeweils eins der neuen Telefoninos angeschafft, so daß wir jederzeit in Verbindung bleiben konnten.

Gestern hatten wir von Trudi unser Bild abgeholt, sie hatte uns in unserem Schlafzimmer gemalt und jetzt ein Aquarell daraus angefertigt. Als Bildhintergrund hatte sie ein Gedicht in blaßer Schrift gewählt. Sie hatte uns gut getroffen und ich hatte das Bild jetzt über unserem Bett aufgehängt. Lena hatte es staunend betrachtet.

„Ihr seid ja nackert", war ihr treffender Kommentar gewesen und hatte dabei gegrinst. Das würde wohl bald allerwärts die Runde machen, Lena war ein Plappermäulchen und konnte keine Neuigkeit für sich behalten.

Langsam fuhr der LKW rückwärts die Straße zum Weinkeller hoch, der Beifahrer dirigierte ihn um die engen Kurven. Dann ließ er die Heckklappe herunter, hob einen Gabelstapler vom Wagen und lud die Kisten mit unserem Wein auf. Nach zwei Stunden war er fertig, wir unterzeichneten die Ladepapiere und er fuhr davon.
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Ich hoffte auf eine lukrative, künftige Zusamenarbeit mi der deutschen Kette. Ich setzte mich ans Telefon und bestellte neue Weinkisten für die Flaschen der aktuellen Ernte. Lena hatte die ganze Zeit neugierig zugeschaut und gefragt

„Papa, warum holen die Männer unseren Wein ab?" Ich erklärte ihr, dass wir dafür Geld bekämen, um uns etwas zu essen und zum anziehen kaufen zu können.

Ich drückte Lena 5000 Lire in die Hand für die Sparbüchse. Die war von den Omas und vom Opa schon gut gefüllt, Lena strahlte und bedankte sich überschwenglich. Momentan fehlten ihr noch die Wünsche, aber ich hatte keinen Zweifel, dass ihr da noch etwas einfiel.

Jetzt war wieder genug Geld in der Kasse und ich konnte mir endlich einen Computer mit Buchhaltungssoftware fürs Büro zulegen. Mario hatte mir einen PC mit dem neuen Windows 95, einer grafischen Oberfläche, empfohlen. Morgen würden wir uns in Siena mal umsehen. Ich hatte mir alles notiert, was Mario gesagt hatte. Dazu braucht ihr natürlich einen Tintenstrahldrucker hat er noch gemeint und genügend Disketten zum speichern, hat er noch gemeint. Na, da hat mein Peterl dann ein neues Spielzeug, hatte Eva gespottet. In der Firma hatten sie schon Pcs und Eva konnte mir sicher einiges zeigen.

Trudi hatte einige Figurenköpfe aus Pappmaché geformt und zuammen mit Lena angemalt, dann haben die Beiden die Kleider angefertigt. Lena stellte sich sehr geschickt an. Jetzt hatte sie richtig originelle Kasperlepuppen.Seit Tagen schon drängte sie uns, ihr etwas vorzuspielen. Ich mußte in den sauren Apfel beißen und improvisieren. Lena jubelte und ging voll mit.

„So jetzt ist die Oma mal dran", rief Eva.

„Och, ich weiß nicht", entgegnete Tante Maria.

"Ach was, Mama, du warst immerhin mal Schauspielerin. So schwer ist das nicht", meinte Eva lächelnd.

„Stimmt ich war zwei Jahre lang als Schauspielerin im Theater in der Josefstadt. Ich habe aber nur kleine Sprechrollen gehabt, also gehobene Komparserie. Und ich habe dann aufgehört, als ich mich um meinen Karl kümmern mußte. Also gut, weils für Lena ist, aber nur eine halbe Stunde."

Lena konnte gar nicht genug bekommen, aber dann war erstmal Schluß mit der Vorstellung. Sie kasperte noch eine Weile allein hinter der Bühne herum, aber schließlich wurde es ihr langweilig und sie hockte sich zu uns auf die Terrasse.
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Meine Bermudas war in der Wäsche und ich zog mir eine weiße Tennishose und ein blaues Shirt an. Eva tätschelte mir den Hintern, hob den Finger und meinte „Na mein Lieber, komm nimm dir Lena und geh mit ihr ein Eis essen. Du kannst Bewegung brauchen."

Ich verstand und würde heroisch auf mein Eis verzichten. Lena drängelte und nahm mich bei der Hand. „Komm endlich Papa."

Claudia schaute mich bei der Bestellung an und fragte mit schräg gehaltenen Kopf "Du willst wirklich kein Eis Peterl?" Ich schüttelte bedauernd meinen Kopf.

„Eva zählt wohl die Kalorien Peter?"

„Wann laufen wir mal wieder zusammen?"

„Ruf einfach mal Eva an, ich glaube Morgen nachmittag", erwiderte ich.

Morgens kümmerte ich mich intensiv um den Weinkeller, gegen Mittag holte ich Lena vom Schulbus ab. Dann fütterten wir die Zwillinge und wickelten sie neu. Dann stellten wir die Körbe unter die Markise auf der Terrasse. Tante Maria setzte sich mit einem Roman dazu. Eva und ich zogen unsere Laufausrüstung an. Ich zwängte mich in meinen neue Hose, der Stoff setzte unerwartet Widerstand entgegen. Dann liefen wir den Hügel hinunter, Claudia wartete schon in einem weißen Einteiler vor Matteos Bar.

„Behalt deine Augen bei dir Peterl", warnte Eva mich. Wir begrüßten uns mit Wangenküßchen. Dann liefen wir los, durchs Dorf, durchs Industriegebiet. An der Staatsstraße warteten wir ein paar Autos ab und überquerten sie dann Richtung Mensano. Die meiste Zeit übernahm ich die Führung. Nach ein paar Kilometern signalisierte ich eine Paus, meine Blase drückte und ich verzog mich in die Büsche. Die Mädels nutzten ebenfalls die Gelegenheit. Erleichtert liefen wir weiter und sahen schon bald die Häuser auf dem Hügel von Mensano. Vor der Osteria nahmen wir an einem Tisch Platz und bestellten jeder ein Wasser. Dann kehrten wir wieder um, jetzt ging Eva in Führung und ich bildete den Abschluß. Die rhythmischen Bewegungen von Claudias Po zogen meine Augen magisch an. Eva schien das zu ahnen, den sie beorderte mich wieder an die Spitze.

„Gönn uns Weibern auch mal einen Anblick", spottete Eva. Claudia kicherte, was Eva die Stirn runzeln ließ. Vor Matteos Bar verabschiedete sich Claudia von uns. Wir liefen weiter und spurteten den Hügel hinauf. Oben ließen wir uns erschöpft auf die Bank fallen.

„Na heute hat das kleine Biest, alles darauf angelegt, dich zu beeindrucken Peterl, gibs nur zu.
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Das ists mir lieber, sie starrt dir auf den Arsch als umgekehrt." Eva grinste, als sie mein betroffenes Gesicht sah.

„Gibs nur zu, ich hab dich ertappt Peterl." Ich sagte besser nichts mehr. Nach dem duschen zogen wir bequeme lockere Sportkleidung an und setzten uns wieder auf die Terrasse.

„Habt ihr Lust am Wochenende mal eine richtig fordernde Tour zu machen? Gute 50 km bis Massa Maritima, da besorgen wir uns eine Unterkunft und fahren am nächsten Tag bis Castiglione, noch mal etwa 40 km. Das ist eine atemberaubende Landschaft und wir verbrauchen jede Menge Kalorien. Freitag von euch los und Dienstag wieder zurück. Was haltet ihr davon? Traut ihr euch das zu? Nehmt euer Badezeug mit. Ich kümmere mich um die Quartiere."

Weinkeller und Reben waren soweit in Ordnung, nichts sprach dagegen. Tante Maria hatte auch keine Bedenken, ich würde ihr noch Laura zur Unterstützung anfordern.

„Lena du kannst zum Schulbus auch mal laufen und darfst dir Mittags ein Eis holen." Lena murrte zwar zuerst, aber sie sah ein, dass es für sie zu anstrengend war. Ich drückte ihr noch mal 5000 Lire in die Hand fürs Eis.
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