Vom Vogel, der ein Mensch sein wollte - Teil 10   43

Nachdenkliches · Romane/Serien

Von:    Homo Faber      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 3. November 2013
Bei Webstories eingestellt: 3. November 2013
Anzahl gesehen: 1175
Seiten: 3

Hey Mark. Alles in Ordnung?“, hörte er plötzlich Tim, nachdem er das Haus verlassen hatte. Er drehte sich um, während Tim zusammen mit Alf auf ihn zukam.

„Du siehst ja beschissen aus“, stellte Tim fest, als er ihn erreicht hatte. „Was ist passiert? Ich habe gesehen, dass Kerstin gerade weg gegangen ist.“

„Ich habe es vermasselt“, antwortete Mark und erzählte die Geschichte.

„Einen Fehler hast du nicht gemacht, es war einfach eine blöde Situation, du warst eben nicht vorbereitet. Als ich euch beide vorhin gesehen habe, habe ich gefragt, ob das wohl gut geht, wenn es dazu kommt.“

„Meinst du, ich sollte ihr die Wahrheit erzählen?“

„Nein, ich glaube, das wäre zu viel für sie. Hat sie eigentlich etwas über mich gefragt?“

„Nun ja, sie war verwundert, als ich gesagt hatte, dass du ein Freund von mir bist und sagte, dass ich vorsichtig sein soll und du mir die Bude ausräumst. Aber ich habe ihr gesagt, dass man dir vertrauen kann.“

„Das habe ich mir schon gedacht, so wie sie mich angesehen hatte. Aber ich nehme es ihr nicht übel, es ist richtig, dass sie skeptisch ist. Ich denke, sie ist ein guter Mensch, nachdem, was du mir über sie erzählt hast.“

„Ich glaube es auch.“

„Und was hast du jetzt vor?“2

„Ich werde mich volllaufen lassen.“

„Wenn du mich fragst, lasse es. Es hilft dir nur für den Moment. Es macht alles noch schlimmer.“

„Du säufst doch auch.“

„Ja, aber was ist aus mir geworden. Inzwischen macht es bei mir nichts mehr aus, mein Leben ist sowieso hinüber. Aber du kannst noch viel erreichen, du brauchst einfach nur Geduld. Du musst einfach noch viel lernen über das Menschsein.“

„Ich möchte aber nicht warten. Ich will einfach nur vergessen.“



Mark stiefelte los, ohne dass Tim ihn aufhalten konnte. Er ging zurück in die Kneipe, in der er zuletzt mit Kerstin gewesen war und bestellte sich wieder ein Bier. Ein wenig besser fühlte er sich danach schon, aber es reichte noch nicht, so dass er noch eins trank. Hastig kippte er es hinunter. Ja, er hatte schon ein richtiges Gefühl fürs Saufen entwickelt.

„Noch eii nn Bier“, lallte er der Bedienung zu. Schweigend brachte sie ihm kurz darauf eins.
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Mit einem großen und kräftigen Schluck trank er das Glas fast leer. Nachdem er es vollständig geleert hatte, konnte er sich kaum noch auf dem Stuhl halten.

„No no ch ch ch eiiiiins“, sprach er wieder zur Kellnerin.

„Es tut mir leid, aber ich glaube, Sie haben genug für heute“, gab die Kellnerin zurück.

„Ach Quuu atschsch.“

„Doch, ich werde Ihnen keinen weiteren Alkohol mehr geben. Sie sollten sich lieber mit einem Taxi nach Hause fahren lassen.“

„Dann gehhh ich eben woanders hin“, gab er beleidigt zurück, ließ 20 EUR auf den Tisch fallen und taumelte hinaus.

Obwohl er Schwierigkeiten hatte, sich auf den Beinen zu halten, dachte er keineswegs daran, wieder nach Hause zu gehen und betrat die nächste Kneipe. Und er traute seinen Augen nicht, als er dort Kerstin sah. Doch, sie saß dort nicht allein, sondern mit einem anderen Mann. Doch, es hinderte ihn nicht daran, auf sie zuzugehen.

„Kerstin“, sprach er lallend auf sie ein.

„Mark?“, sprach sie erstaunt, als sie ihn sah. „Du bist ja völlig betrunken.“

„Wer ist das?“, fragte der Mann neben ihr und klang ziemlich aggressiv.

„Das ist Mark, ein Bekannter.“

„Bitte komm zurück zu mir“, sprach Mark weiter auf Kerstin ein und kippte fast um.

„Ey, verpiss dich, du Penner“, schrie ihn der Mann an.

„Verpiss dich selber.“

Der andere Mann stand auf und ging auf Mark zu.

„Bitte“, mischte Kerstin sich ein und stellte sich dazwischen. „Lass ihn“, sagte sie zu dem anderen Mann. „Und du Mark, bitte geh nach Hause, du bist betrunken.“

„Ich will aber nicht allein nach Hause.“

„Jetzt reicht es, schnallst du nicht, dass du sie belästigst“, schaltete der Mann sich wieder ein und verpasste Mark einen kräftigen Schlag ins Gesicht, der daraufhin umfiel.

„Spinnst du?“, schimpfte Kerstin. „Musste das sein?“

„Der Spinner hat dich angemacht.“

Alle anderen Gäste hatten sich inzwischen um sie herumversammelt. Der Wirt kam schließlich hinzu.

„So, das reicht. Die beiden Herren verlassen bitte die Kneipe, sonst rufe ich die Polizei. Ich dulde hier keine Schlägereien.“

„Der hier macht doch den Ärger“, begann Kerstins Begleitung zu diskutieren und zeigte auf Mark.
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„Hör auf, du machst alles nur noch schlimmer“, stoppte ihn Kerstin und half Mark auf, um mit ihm die Kneipe zu verlassen.

„Na schön, dann verpiss dich doch mit dem Penner“, rief der andere, der daraufhin in eine andere Richtung davon ging.



„Ich kann dich nicht allein nach Hause gehen lassen, du kommst da niemals heil an“, sagte Kerstin und bestellte ein Taxi. Sie stieg mit ihm zusammen ein und bezahlte den Fahrer, als sie angekommen waren.

„Danke“, sagte Mark.

„Bitte schön. Was hast du dir nur bei deinem Auftritt vorhin gedacht?“

„Wer war das vorhin?“

„Das war Tobias, mein Exfreund. Und er ist noch immer sehr eifersüchtig. Ich habe ihn zufällig getroffen.“

„Ist er nun wieder dein Freund?“

„Nein, ist er nicht.“

„Ich wollte nicht, dass du gehst. Ich wusste nicht, was ich tun soll, da bin ich zurück in die Stadt gegangen und habe etwas zu viel getrunken.“

„Das hast du wirklich.“

„Bleibst du hier?“

„Nein, es tut mir leid. Nicht heute.“

„Ein anderes Mal?“

„Mark, werde erst einmal wieder nüchtern. Und denke über alles nach. Und lasst uns dann noch mal reden.“

„Ok.“

„Versprichst du mir, dass du dich nicht wieder betrinkst und nun hier bleibst?“

„Ich verspreche es.“
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Punktestand der Geschichte:   43
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