Die Frauen von Kampodia/Kapitel 14 – DER REGEN   103

Nachdenkliches · Romane/Serien

Von:    Ingrid Alias I      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 6. August 2013
Bei Webstories eingestellt: 6. August 2013
Anzahl gesehen: 1414
Seiten: 6

Diese Story ist Teil einer Reihe.

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   Teil einer Reihe


Ein "Klappentext", ein Inhaltsverzeichnis mit Verknüpfungen zu allen Einzelteilen, sowie weitere interessante Informationen zur Reihe befinden sich in der "Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht":

  Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht      Was ist das?


Morgan befand sich in ihrem Geburtshaus in Somerset, dorthin hatte sie sich geflüchtet, und dort regnete es andauernd. Der Regen passte zu ihrem Gemütszustand – selbst der Himmel weinte um ihren Sohn, und sonniges Wetter hätte sie als Beleidigung gegen ihn empfunden.

Während sie in dem behaglichen Zimmer saß, in dem sie einen großen Teil ihrer Jugend verbracht hatte, schaute sie aus dem Fenster und lauschte dem Geräusch des Regens.

Sie dachte immerzu an Thomas. Was war verkehrt gegangen? Warum konnte sie das Schicksal ihres Sohnes nicht abändern? Weil sie nie mehr davon geträumt hatte? Warum hatte sie diese schreckliche Vision nur ein einziges Mal gehabt? Aus Angst, aus Nichtwissenwollen, aus Verdrängung? Vielleicht hätte sie ja doch etwas ändern können. Sie hätte Thomas verbieten sollen, in das Untere Dorf zu dieser Frau zu gehen. Sie hätte ihn warnen sollen vor dem verdorbenen Wasser. Hätte er auf sie gehört? Vermutlich nicht. Aber wenn doch? War sie schuld daran, dass er gestorben war? Oh mein Gott, wie konnte das passieren? Wieso hatte sie es nicht verhindern können?

Und alles fing wieder von vorne an: Sie hätte Thomas verbieten sollen, ins Untere Dorf zu dieser Frau zu gehen. War sie schuld daran, dass er gestorben war? War die Lena schuld daran? Ein schlechtes Gewissen beschlich sie. Sie hätte das arme Mädchen nicht so behandeln sollen, es konnte doch nichts für das verdorbene Wasser im Unteren Dorf. Und bestimmt hatte die Lena Thomas geliebt… Ein neuer Gedanke kam hinzu: Was hätte sie getan, wenn diese Ehe rechtsgültig gewesen wäre… Wenn Thomas die paar Tage gewartet hätte bis zu seiner Volljährigkeit…

Unsinn! Es war nicht so geschehen. Thomas… Er war tot, ihr großer Junge war tot, qualvoll gestorben an dieser entsetzlichen Krankheit, gegen die man jetzt noch machtlos war, die aber in ein paar Jahren ihre Gefährlichkeit verlieren würde, weil man die Ursache bis dahin kennen würde.

Sie schluchzte vor sich hin, während draußen der Regen von Somerset sanft herunter rauschte, doch sie kam zu keinem Ergebnis.

Denn da waren noch die Träume, die sie heimsuchten. Sie wirkten beunruhigend, und auch nach dem Aufwachen verloren sie ihren Schrecken nicht.

Da war der Holzeberg, er erhob sich direkt hinter dem Dorf Kampodia, und weil er sich nah am Dorf befand, sah er gar nicht so hoch aus, wie er in Wirklichkeit war.
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Sanft aufsteigende Flanken führten hinauf zu einem felsigen Rücken, der teilweise bewaldet war und harmlos wirkte. Doch dort oben gab es Klippen, von denen man einige mit bloßem Auge erkennen konnte. Denn der Holzeberg war auf seiner anderen Seite gar nicht sanft, sondern schroff und gefährlich. Viele Schafe waren dort schon abgestürzt, natürlich waren Schafe ein wenig dumm – Morgan musste im Traum lächeln – doch dann erblickte sie eine Frau vor dem Abgrund.

Mit Grausen erkannte sie das verwüstete Gesicht der Lakosta, erkannte ihr einstmals wohl rotes, doch jetzt schütteres und teilweise grau gewordenes Haar und sah ihre frühere Schönheit immer noch durch die Verwüstung der Zeit hindurch schimmern.

Die Lakosta stand mit dem Rücken zum Abgrund, gestikulierte wie wild mit den Händen herum, und ihr Blick sah wirr aus. Jemand unterhielt sich mit ihr, aber Morgan konnte das Gesicht der Gestalt nicht erkennen, sie konnte auch nicht sehen, ob sie männlich oder weiblich war, denn sie trug einen langen schwarzen Mantel. Wie der Tod...

Die Lakosta machte eine ängstlich abwehrende Handbewegung und wich einen Schritt zurück.

Dabei lösten sich Steine unter ihren alten, aber eleganten Schuhen, die wohl nicht für Bergwanderungen gemacht waren und brachten sie ins Rutschen, unaufhaltsam verlor die Lakosta den Boden unter den Füßen, lautlos fiel sie nach hinten.

Die schwarze Gestalt streckte eine Hand aus, vermutlich um den Fall zu verhindern, aber die Lakosta wollte sich nicht daran festhalten, grauenhaft langsam vollzog sich der Sturz. Das Schlimme daran war nicht der Sturz selber, sondern dass die Lakosta vollkommen still war, als sie in den Tod stürzte.

Die schwarze Gestalt trat ein paar Schritte vor und blickte hinunter auf die Lakosta, die seltsam verrenkt vielleicht zwanzig Meter tiefer auf einem Felsvorsprung lag. Die Gestalt zeigte keinerlei Gefühlsbewegung. Sie stand einfach nur da, und nach einer Weile stieg sie den Berg hinab und verschwand aus Morgans Sicht.

Welch ein seltsam beklemmender Traum! Alles war vollkommen deutlich zu sehen, nicht unscharf und kryptisch wie sonst, ganz im Gegenteil, sogar die altmodischen abgetragenen Schuhe hatte sie genau erkennen können – und alles kam ihr furchtbar wahr vor.
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Was würde passieren mit dieser armen Frau? Etwas wie Schuldbewusstsein überkam sie, kurz vor ihrer Abreise hatte sie erfahren, dass die Lena das Dorf verlassen hatte und ihre Mutter nun ganz alleine war. Aber die Lena wollte das Geld ja nicht nehmen, das sie ihr angeboten hatte, sie bestand doch wirklich auf ihrem „Recht“, die neue Baronin von Kampe zu sein. Morgan schüttelte den Kopf. Nein, nein und noch mal nein, wieder überkam sie der Zorn, in dieser Beziehung würde sie nie klein beigeben! Vielleicht hätte sie anders reagiert, wenn Thomas nicht gestorben wäre, vielleicht hätte sie dann der Ehe nachträglich zugestimmt. Aber so nicht, niemals!

Sie lauschte nach draußen, wo der Regen sanft zu Boden fiel, ein schönes Geräusch.

Doch Thomas würde es nie mehr hören. Wieder fing sie an zu schluchzen.



~*~*~



Das ist kein schönes Geräusch, dachte die Hanna, als sie in ihrem Häuschen saß und nach draußen schaute. Dort rauschte der Regen hinunter, und es nahm kein Ende mit dem Regen. Zwei oder drei Tage Regen, der wäre gut für die Ernte, gut für den Boden gewesen, aber zwei Wochen? Das war ein bisschen des Guten zuviel.

Und allmählich wurde ihr das Geld knapp, niemand kam, um sie zur Heuernte zu holen oder bei der Kartoffelernte zu helfen. Wie auch, bei dieser grässlichen Nässe waren Erntearbeiten unmöglich.

Sie selber würde schon damit klarkommen, sie konnte im Wald nach Früchten suchen oder auf dem Gemeindefeld Gemüse ernten, sie würde auf keinen Fall verhungern. Aber sie musste doch für ihre Tante sorgen, die machte keinen guten Eindruck, sie hustete immerfort, aber es war kein Geld mehr im Haus, um den Bader kommen zu lassen. Und da man fast immer nur mit Naturalien für seine Arbeit bezahlt wurde, gab es auch kaum noch etwas zu essen. Keine Milch und Butter vom Großbauern und auch kein Getreide, um Brei draus zu kochen.

Sie wünschte sich inbrünstig, dass der Regen bald aufhörte. Und sie hoffte auf die Rückkehr der Baronin. Denn die gab ihr öfter ein paar Näharbeiten. Leider befand sie sich immer noch in England. Hanna dachte voller Mitleid an sie. Einen Sohn zu verlieren war bestimmt furchtbar, und sie sollte so lange in England bleiben wie sie musste.
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Nein, es war wirklich kein schönes Geräusch, dieses permanente Rauschen...

Das Häuschen war auch schon ganz aufgelöst an seiner Vorderfront, der Lehm darin verwandelte sich unaufhaltsam in gelbes Wasser, und ein großes Loch klaffte in der Außenwand.

Ach was, ist doch halb so wild, dachte die Hanna, Lehm gibt’s genug am Bach, es muss nur erst einmal aufhören mit dem Regen. Doch dieser tat ihr den Gefallen nicht, sondern rauschte weiter herunter.

Also gab es immer noch keine Arbeiten für sie. Schlimm war das, aber nicht so schlimm wie die Gedanken an den Karl.

Im Dorf hatte sie gehört, dass er immer noch danieder lag mit Fieber und dass zwei seiner Finger wohl steif bleiben würden. Das tat ihr in der Seele weh, so weh, dass sie gar nicht drauf achtete, wie die Frauen in der Bäckerei sie ansahen und wie sie vermieden, das Wort an sie zu richten.

Wenn sie ihm nur sagen könnte, dass sie gar nichts gegen ihn hatte und dass es nur an den dummen großen Weibern lag, die sie aufgehetzt hatten.

Manchmal träumte sie, wie sie ihm das sagte. Dann nahm er ihre Hand und schaute sie lieb an. Das machte sie verlegen, sie entzog ihm ihre Hand – und wachte auf.

Nein, niemals im Leben könnte sie zu ihm gehen, sie schämte sich zu sehr ihrer Gefühle. Ach wenn sie nur wie eine Schwester für ihn sorgen könnte. Sie würde ihm alles an Arbeit abnehmen, was er nicht mit seinen kranken Fingern schaffen würde.

So viele Grübeleien! Das lag nur an diesem Regen. Warum ging er nicht vorbei, dann konnte sie wieder arbeiten, und dem Karl würde es bestimmt auch bald besser gehen. Dennoch verspürte sie das Verlangen, an seinem Bett zu sitzen, über seine Stirn zu streicheln und seine Hand zu halten.



~*~*~



Der Karl unterdes lag wirklich von Fieberkrämpfen geschüttelt auf seiner Bettstatt, und der Bader beugte sich gerade über ihn, um ihn zur Ader zu lassen.

Das Geräusch des Regens, Karl hörte es, als er kurzfristig aus seiner Bewusstlosigkeit erwachte. Es hörte sich schön an, so monoton und friedlich, doch dann kam die Erinnerung wieder zurück: Die Hanna wollte ihn töten, so sehr hasste sie ihn.
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Er erinnerte sich an ihre wild rollenden Augen, als sie mit dem Schubkarren auf ihn zuraste, er in den Bach gestoßen wurde und das Wasser sich über ihm schloss.

Zuerst wollte er einfach dort liegenbleiben, zu groß war der Schock, war die Enttäuschung. Er wollte ihr doch nicht auflauern, nein, er wollte sie nur sprechen.

Aber die verdammten Weiber hatten sie so abgeschottet, dass kein Treffen möglich war.

Immer kam etwas dazwischen, irgendeiner sah ihn immer am Bach, und dabei wollte er dort nur Weiden schneiden. Nein, wollte er nicht, aber er hatte das Beil vorsorgehalber mitgenommen, um das behaupten zu können. Und auch der Rock, den er verkehrt herum trug, hatte ihn nicht vor Entdeckung bewahrt.

Es war wie verhext. Alles was er tat, wurde ihm zum Schlechten ausgelegt, alles verschlimmerte die Sache nur.

Dennoch hegte er immer noch Hoffnung: Die Hanna war sein Stern, das wusste er mittlerweile.

Die Baronin hatte recht gehabt, sie waren wohl füreinander geschaffen. Klar doch, Karl, bilde dir das nur ein. Sie hat dich in den Bach gestürzt und ist einfach weggelaufen. Warum bist du nur wieder aufgestanden? Wen juckt es, ob du tot im Bach liegst?

Und er ließ sich zurückfallen in die Bewusstlosigkeit.

„Er hat ein schweres Nervenfieber, wir müssen ihn wohl noch einmal zur Ader lassen“, hörte er undeutlich eine Stimme. Eine weibliche Stimme sagte daraufhin zitternd: „Oh nein, er ist doch so krank, weiß der Herr Bader denn, ob er das Richtige tut?“

„Das schadet dem kräftigen Kerl nicht“, sagte die andere Stimme, „er wird das Nervenfieber überstehen, mehr Sorge bereitet mir dieser Finger. Aber er hat ja Gesellen, die für ihn arbeiten können...“

„Oh, mein Enkel, was kann ich nur für dich tun?“ Jetzt erkannte er die Stimme seiner Grotmudder.

Der Karl entschloss sich aufzuwachen. Störend war nur die Anwesenheit des Baders, ja, es handelte sich um den neugierigen Bader, also musste er sich verstellen und durfte auf keinen Fall die Wahrheit sagen, denn die hätte ihn lächerlich gemacht. Oh je, wer weiß, was er im Fieberwahn schon alles von sich gegeben hatte.

Verdammt! Und obwohl er sich dafür hasste, erzählte er neues Lügenzeug:

„Ich war überhaupt nicht im Wald, um der Hanna aufzulauern.
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..“

„Ja, aber warum denn dann?“, fragte der Bader gespannt, und seine Augen glitzerten neugierig.

„Es gibt noch andere Frauen...“, sagte der Karl vieldeutig und rang sich ein mildes Lächeln ab.

Der Bader sinnierte eine Weile vor sich hin. „Das hab’ ich mir doch immer schon gedacht“, gab er schließlich zu. „Ich weiß da von einer, die schön und reich ist. Und wenn der Karl will, so gehe ich sofort zu der Maladessin und mache den Kuppler...“

Der Karl schluckte, das lief jetzt nicht so, wie er es sich gedacht hatte – und er schaute hilflos auf seine Grotmudder.

Doch diese machte es ihm auch nicht einfacher. „Mein Karli, ich hatte ja immer gehofft, du würdest die Hanna freien, aber wenn du unbedingt die Eve–Marie willst, dann gehe ich noch heute zur Maladessin...“

Der Karl sank kraftlos in sein Kissen zurück. Was zum Geier passierte da gerade? Indem er die Leute auf eine falsche Spur lenken wollte, stießen sie ihn immer mehr ins Unglück hinein.

Er schloss die Augen und wünschte sich, er hätte nichts von alledem gesagt. Er wartete eine Weile ab und hoffte, dass der Bader sein Geschwätz nicht ernst genommen hatte und dass die Grotmudder ihn gut genug kannte, um zu wissen wie absurd diese Idee mit der Eve–Marie war.

Doch als er seine Augen zaghaft wieder öffnete, da war der Bader verschwunden – und seine Grotmudder auch. Die befanden sich bestimmt schon auf dem Weg zum Wagenrad, um dort in seinem Namen ein Heiratsangebot an die Eve–Marie zu machen.

Sein Unglück war besiegelt!



~*~*~~*~*~~*~*~
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Kommentare zur Story:

  danke doska! ach ja, die mitmenschen... man darf sich auf die eben nicht verlassen, ganz im gegenteil.
freu mich über deinen kommentar! ;-)  
   Ingrid Alias I  -  12.08.13 17:27

   Zustimmungen: 0     Zustimmen

  Oh, was die "lieben" Mitmenschen so alles machen können. Selbst Karls Grotmudder scheint nicht richtig zu verstehen, was er wirklich meint. Ein sehr schönes Kapitel voller Leben Authenzitä.t  
   doska  -  11.08.13 21:13

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