Zum Weiterschreiben · Aktuelles und Alltägliches · Kurzgeschichten

Von:    Homo Faber      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 28. Juli 2013
Bei Webstories eingestellt: 28. Juli 2013
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Diese Story ist eine Fortsetzungsgeschichte.

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Viele Bewerber tragen, ob gewollt oder ungewollt, beim Bewerbungsprozess dazu bei, die entsprechende Stelle nicht zu bekommen. Schlampige Bewerbungsunterlagen, unvorbereitetes Erscheinen zu einem Vorstellungsgespräch oder nicht angebrachtes Auftreten sorgen dafür, eine Absage zu kassieren. Typische Fehler und Anekdoten werden zu Genüge im Internet vorgestellt, worüber sich Personalverantwortliche regelmäßig auslassen. Allerdings übersehen sie dabei, dass nicht immer nur die Bewerber diejenigen sind, die Fehler machen.

Im Folgenden werden einige Verhaltensweisen der Unternehmen vorgestellt.



*



Natürlich kann man nachvollziehen, dass einem Unternehmen bei etwa 500 eingegangenen Bewerbungen keine Zeit bleibt, jedem eine individuelle Absage zu schreiben und daher Serienbriefe verschickt werden. Allerdings sollte man sich vorher Gedanken darüber machen, dass manche „vertröstende“ Formulierungen nicht unbedingt angebracht sind, zum Beispiel wie diese:



„[…] Bei Ihren Qualifikationen sind wir jedoch überzeugt davon, dass Sie nicht lange nach einer neuen Beschäftigung suchen müssen. […]“



Der Bewerber befand sich zu dem Zeitpunkt bereits seit drei Jahren auf Jobsuche und kam sich danach erst recht verarscht vor. Dann lieber gar keine Absage.



*



Ein Bewerber fuhr zum Vorstellungsgespräch. Keiner der Ansprechpartner befand sich jedoch vor Ort. Auch konnte ihm niemand sagen, wo sie sich befanden. Er sollte erst einmal in der Empfangshalle Platz nehmen. Nachdem man ihm fast eine halbe Stunde warten ließ und man ihm auch dann keine weitere Auskunft geben konnte, ging er schließlich. Kurz darauf erhielt er einen Anruf von einem seiner Ansprechpartner und wurde darauf hingewiesen, dass man vergeblich auf ihn gewartet habe. Es stellte sich dann heraus, dass in der Einladung zum Termin der falsche Standort der Firma angegeben war und er an einem anderen Standort gewartet wurde. Ihm wurde dann versprochen, einen neuen Termin für ein Vorstellungsgespräch zu schicken. Stattdessen bekam er eine Absage.



*



„Ich muss Sie enttäuschen, wir arbeiten überhaupt gar nicht mit SAP“, belehrte der Leiter der Fachabteilung den Bewerber während des Interviews.
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„So stand es aber in der Stellenausschreibung“, erklärte der Bewerber dann.

„Vielleicht haben Sie ja einfach unsere Stellenanzeige nicht richtig verstanden?“, gab die Personalleiterin darauf zurück.

Es bleibt nur die Frage, was es da falsch zu verstehen gab, wenn in der Anzeige deutlich stand, dass SAP-Kenntnisse erwartet werden. Aber irgendwie muss man ja den Bewerbern die Schuld in die Schuhe schieben.



*



Ein Arbeitssuchender bewarb sich auf eine bestimmte Stellenanzeige bei einer Einrichtung im öffentlichen Dienst. Er bekam einige Wochen später eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch, allerdings ging es um eine andere – aber trotzdem interessante -Tätigkeit, als die, um die er sich beworben hatte. Um sicherzugehen, dass es sich um kein Missverständnis handelte, rief er die Unterzeichnerin der Einladung an. Er erfuhr, dass auch eine andere Abteilung Mitarbeiterbedarf und Interesse an seinem Profil habe. Da ihn dieser Aufgabenbereich auch interessierte, nahm er die Einladung an und bereitete sich ausführlich auf das Bewerbungsgespräch vor.

Während des Gesprächs stellte sich heraus, dass keiner der drei ihm gegenüber sitzenden Personen seine Bewerbungsunterlagen richtig gelesen hatten und ein Missverständnis vorlag. Peinlich schien es den Interviewern allerdings nicht zu sein, stattdessen wurde schnell nach einem Grund gesucht, um sich gegen den Bewerber entscheiden zu können. Nicht einmal 24 Stunden später lag die Absage - die zudem noch widersprüchlich war - in seinem Emailpostfach.



*



Einem Bewerber passierte leider ein ziemlich dummer Fehler in einer Bewerbung, den er leider erst nach dem Absenden bemerkte. Er gestand sich seine Dummheit ein und beschloss, beim nächsten Mal besser aufzupassen.

Die junge „nette“ Personalerin war über diesen Fehler so amüsiert, dass sie die Bewerbung zur Belustigung an ihre Freunde und Bekannte weiterleitete und auch nicht auf die Idee kam, fairerweise vorher wenigstens die persönlichen Daten des Bewerbers zu entfernen. Einige ihrer ebenfalls amüsierten Bekannten haben die Bewerbung daraufhin wiederum an ihre Bekannten weiter geleitet. Zufälligerweise erreichte diese Bewerbung dadurch auch eine Person, die mit dem Bewerber befreundet war und den Bewerber natürlich sofort informierte.
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Tja, man sieht, die Welt ist tatsächlich klein.

Der Bewerber erstattete selbstverständlich sofort Anzeige gegen diese Personalerin.



*



Ein nach einem neuen Job Suchender fuhr 600 (!) km zu einem Vorstellungsgespräch. Dort angekommen erfuhr er von der Sekretärin des Personalchefs (der selbst offensichtlich zu feige war), dass die Stelle nun intern vergeben wurde. Er konnte also wieder sofort umkehren und die 600 km wieder zurück fahren. Auf seine Anmerkung, wozu er denn dann 600 km gefahren sei und warum man ihm nicht einfach vorher informiert hatte, erfolgte nur ein „Ich soll Ihnen ausrichten, dass es Herrn […] wirklich sehr leid tut“.

Die Fahrtkosten bekam er erst nach mehrmaliger Aufforderung und schließlich Androhung rechtlicher Schritt erstattet.



*



Aber natürlich darf man diese Fälle nicht kritisieren, denn die Firmen können es sich ja erlauben. Die Leute, die dort arbeiten, suchen ja keinen Job, sie haben ja schon einen und können sich daher alles erlauben. Und außerdem sind sie diejenigen, die die Macht haben. Nicht wahr?



Von diesem Thema kann man jedenfalls nie genug sprechen. Wenn jemand weitere Erfahrungen gemacht hat oder jemand kennt, der entsprechende Erfahrungen gemacht hat, kann sich gerne an einer Fortsetzung beteiligen.
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