Erotisches · Romane/Serien

Von:    rosmarin      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 16. Februar 2013
Bei Webstories eingestellt: 16. Februar 2013
Anzahl gesehen: 1137
Seiten: 6

Diese Story ist Teil einer Reihe.

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   Teil einer Reihe


Ein "Klappentext", ein Inhaltsverzeichnis mit Verknüpfungen zu allen Einzelteilen, sowie weitere interessante Informationen zur Reihe befinden sich in der "Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht":

  Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht      Was ist das?


8. Kapitel

_______________

Zwei Tage später klingelte Rudi an der Wohnungstür. Doch ich öffnete nicht.

„Crysella mach auf. Ich weiß, dass du da bist.“ Rudi klingelte Sturm. „Sei doch nicht sauer wegen neulich. Ich habe mich doch entschuldigt.“



Ja, neulich. Wie war das doch gleich? Ich war mit der U- Bahn zu Rudi nach Neukölln gefahren und wollte ihm seine Bücher, die ich mir geliehen hatte, zurückbringen. Ich klingelte dreimal an seiner Wohnungstür Hinterhof vierter Stock und wartete.

Nach einiger Zeit vernahm ich Rudis Schritte. Er öffnete die Tür einen Spalt und verschwand.

Erstaunt trat ich ins Zimmer. Rudi hatte sich wieder ins Bett gelegt und die Bettdecke bis zu seinem rotstoppeligen Kinn gezogen.

„Was ist los?“, fragte ich besorgt, „bist du krank?“

„Nein.“

„Was dann?“

„Komm her zu mir.“

„Was ist mit dir?“

„Komm. In mein Bett. Dann siehst du es.“

„Was soll ich sehen?“

„Das!“ Rudi warf die Bettdecke mit einem Ruck von sich und zeigte auf sein stark erigiertes Glied. „Meinen schönen weißen Schwanz.“

Ich war so perplex, dass ich das Ding, also Rudis schönen weißen Schwanz, anstarrte, als hätte ich noch nie so ein Teil gesehen. Hatte ich auch nicht. Jedenfalls nicht so einen weißen. Rudi hatte nicht übertrieben. Sein Penis war weiß wie Schnee. Und das machte die Situation noch verworrener. Dieser weiße Penis gefiel mir nicht. Die Penisse, mit denen ich so meine Erfahrungen hatte, waren etwas dunkler gefärbt, fast braun. Dieses seltsame Gebilde erschien mir ziemlich leblos, obwohl es sich sehr lebendig in die Höhe reckte.

„Du spinnst wohl?“, schrie ich nach den ersten Schrecksekunden, „pack sofort das weiße Ding da weg!“

„Nein.“ Rudi lachte frech. „Erst wenn du angefasst hast.“

„Was bildest du dir eigentlich ein?“ Ich hatte mich wieder gefangen, versuchte es nun auf die ruhige Tour. „Wir sind Freunde Rudi. Mehr nicht.“

„Das können wir ja ändern.“ Mit einem Ruck zog mich Rudi auf sich. „Mann, habe ich Bock auf dich“, knurrte er, schob meinen Rock in die Höhe, griff schnell zwischen meine Beine.
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„ Komm“, lockte er, „du wirst es nicht bereuen.“

Ich spürte Rudis Finger an meiner Pforte, wurde sofort heiß und nass und hatte alle Mühe, das prickelnde Gefühl, das in Wellen durch meinen Unterleib zog, zu ignorieren. „Du weißt, ich habe Erfahrung“, flüsterte Rudi begehrlich.



Mit zwiespältigen Gefühlen saß ich auf Rudi. Mit hochgeschobenem Rock und zur Seite geschobenem Slip. Rudis Hände an meinen Schamlippen. Seinen schönen weißen verpönten zuckenden Schwanz an meinem Eingang. Klar hätte ich schon gern mal wieder einen geilen Fick mit einem Erdenmann gehabt. Wer weiß und ob es mit Matthias klappen würde. Aber mit Rudi? Meinem langjährigen Freund?



„Ich werde dich das Ficken lehren“, versprach Rudi ziemlich erregt, „ich habe Erfahrung, du kleines Unschuldslamm.“



Unschuldslamm? Wenn der wüsste. Seth, mein Nachtgemahl, kam mir in den Sinn. Und ihm, diesem Wüstengott, konnte sowieso niemand das Wasser reichen. Schon gar kein Erdenmann. Rudi. Schöner Freund. Der.



Wütend sprang ich vom Bett. „Deine Erfahrung kenne ich“, höhnte ich, „Nutten und Zuhälter. Nee, ist nichts für mich.“ Ich zupfte meinen Mini zurecht. „Und außerdem kannst du doch so viele Frauen ficken, wie du willst. Sie liegen dir doch alle zu Füßen. Und nicht nur zu Füßen“, kicherte ich boshaft, „behauptest du doch immer.“

„Hm, hm“, lachte Rudi versöhnt, „die Auswahl ist auch nicht mehr so groß.“ Er deckte seinen schönen weißen Schwanz, der noch immer vorwitzig in die Höhe lugte, demonstrativ mit der rotblaukarierten Bettdecke zu, „ich werde ja auch nicht jünger.“

„Aha. Welch geniale Erkenntnis“, lachte auch ich, „und da dachtest du dir so in deiner Einfalt, werde ich mal die Crysella bumsen, sie von meinen Erfahrungen profitieren lassen. Dieses kleine Unschuldslämmchen. Wo doch ihr lieber Ehemann,dieser verdammte Ricardo, verschwunden ist?“

„So ähnlich“, gab Rudi zu, „komm schon. Hab dich nicht so.“ Rudi versuchte erneut, mich auf sich zu ziehen, „nur einmal. Ich habe doch gespürt, dass du auch willst.“ Er lachte frech. „Ganz schön heiß deine Möse.
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Und nass. Komm schon. Lass mich rein. Du verflixte kleine Hexe. Du wirst sehen, du verfällst mir.“

„Das kannst du vergessen.“ Blitzschnell zog ich Rudis Kopfkissen unter seinem Kopf hervor, drückte es ihm auf seinen schönen weißen Schwanz und ging zur Tür. „Du kannst mich mal!“, schrie ich. Die Tür fiel ins Schloss. „Und das für immer!“, schrie ich von draußen.

„Du bist verkorkst!“, schrie Rudi von drinnen.

Kaum war ich zu Hause, klingelte das Telefon, Rudi entschuldigte sich.



*



Schadenfroh beobachtete ich jetzt durch den Spion, wie Rudi verwirrt und unschlüssig vor der Tür stand.

„Das ist die Strafe“, kicherte ich.

Nach einer Weile stieg Rudi die zwei Treppen hinunter und trat aus dem Haus. Er setzte sich einige Schritte weiter vor die Rosenrabatte, stand wieder auf, lief zum Haus, klingelte nochmals, verharrte unruhig auf der Stelle, lief dann um den Häuserblock herum, stand wieder vor der Tür, sah zu meinem Fenster, drückte wieder auf den Klingelknopf. Endlich trottete er Richtung U-Bahn davon.



Es war Vollmond. Da hatte ich keine Zeit für Rudis Späße.

Der Tag wollte nicht vergehen. Ich trödelte herum. Machte vieles und doch nichts. Ich erwartete Ricardo.

„In der nächsten Vollmondnacht treffen wir uns im Mond“, hatte er neulich gesagt.

Endlich brach die Dunkelheit vom Himmel. Erwartungsvoll schaute ich auf den Bildschirm. Er war schwarz. Kein Ricardo. Kein Mond.

Also legte ich mich auf mein Bett und wartete. Nichts geschah. Unruhig stand ich wieder auf.



Ricardo liebte Dessous. Besonders Strapse. So band ich die schwarzen Spitzenstrapse um meine Hüften, rollte die dazu passenden Spitzenstrümpfe meine Beine hinauf, steckte die roten hochhackigen Pumps an meine Füße. Hals und Arme schmückte ich mit den funkelnden Smaragden.

Zufrieden legte ich mich wieder auf das Bett. Bestimmt würde Ricardo jetzt erscheinen. Ich breitete meine langen braunen Locken, die wie dunkle Schlangen bis zur Taille fielen, wie einen Liebesschleier auf den seidenen Kissen aus, wartete und spielte mit meinen Haaren.

Sollte er sich darin verfangen. Katzenhaft schmiegte ich meinen Körper in aufreizender Pose auf die blaue Matratze.
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Spukhaft flackerten Schatten an den hellen Wänden, hervorgerufen durch das Licht der vielen angezündeten Kerzen. Unaufhaltsam flossen, glitten, huschten, rollten, flogen sie dahin in ständig wechselnden Bildern .

Im Hintergrund stand Seth mit weit ausgebreiteten Armen. Wild wehte sein rotes Haar im Lufthauch der Kerzen. Seine blauen Augen starrten wie die Augen der Wüstenkatzen in das in geisterhaftes Licht gehüllte Zimmer.

Leise Musik erfüllte den Raum. Die Sethmusik. Die Musik, die mich zum Tanzen animierte. Diese unvergleichlich lieblichen Töne flossen wie Champagner durch mich hindurch, vibrierten in meinem Gehirn, drangen in die tiefste Tiefe, perlten mit dem Blut durch meine Adern, verließen sie durch meine Füße, um im hohen Bogen wieder in meinen Kopf zu fließen. Ein schauerlicher Kreislauf. Langsam setzte ich meine Füße auf den Boden und begann zu tanzen.



*



Ich tanzte zu der ungewöhnlich geheimnisvollen Musik. Mein Körper schien sich ohne mein Zutun zu bewegen, verschmolz mit dem Rhythmus dieser lieblichen Töne. Immer machtvoller erklang die Musik, mysteriöser, magischer. Meine Hände glitten über meinen Körper. Berührten meine vollen Brüste. Kreisten um die rosigen Warzen. Streichelten meinen Bauch. Verharrten zwischen den Schenkeln. Streiften mein kurzes rotes Hemd herunter, griffen in mein langes braunes Haar. Berührten sanft mein Ohr. Anmutig neigte ich meinen Kopf und tanzte einen imaginären Schleiertanz. Immer schneller drehte ich mich im Kreis. Schneller. Wilder. Sehnsüchtiger. Bald hatte ich alles um mich herum vergessen. Ergab mich willig der Musik. Zärtlich und leidenschaftlich. Mein Körper wand sich schlangengleich im Rhythmus der verzaubernden en Musik. Mir schien, als würde ich zu den im Nebel der Zeit verborgenen Inseln des Glücks tanzen und ein süßes Ziehen erfasste all meine Sinne.



*



Plötzlich erstarrte ich in der Bewegung. Mein Blick irrte zur Wand, an der auch Seth in der Bewegung erstarrt war, dann zum Fenster, in den Himmel, an dem zu seiner vollen Größe gerundet, der Vollmond hing.

Bestimmt würde Ricardo bald daraus hervorwanken.
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Also legte ich mich nochmals auf das Bett, blieb eine Weile bewegungslos liegen, streichelte mich, vor Ungeduld am ganzen Körper bebend, selbst.

„Ich werde dich entführen“, flüsterte Lilith, die aufgetaucht aus dem Nichts, über mir schwebte, „in ein Land, das du niemals mehr vergessen wirst. Lass dich fallen meine Schöne. Ich bereite dir höchste Lust." Zärtlich erkundete und liebkoste Lilith die Höhen und Täler meines Körpers. "Und größte Qual“, hauchte sie mit ihrer süßen Stimme.

Völlig aufgelöst lag ich unter Lilith, stöhnte in Lust und in Qual.

„Schwarze Träume wecken in dir die Glut des Verlangens. Glühen schmerzvoll in wilder Sehnsucht, die du nicht stillen kannst“, hörte ich wie aus weiter Ferne Liliths düstere Worte und bäumte mich wild unter den zügellosen Liebkosungen der Dunklen Mutter. Der Göttin der Nacht. „Zwischen meinen Händen werden deine Träume zerfließen", fuhr sie beschwörend fort, "schreien nach den gottlosesten Sünden.“



Lilith nahm mich in ihre Arme und schwebte mit mir durch das Fenster in dunkle Wolken. Wir waren ein Wesen, leicht wie Seifenblasen, schwerelos wie Luft, und flogen hinein in die Unendlichkeit des Himmels. Unter uns leuchtete das Lichtermeer der Riesenstadt. Über uns das Heer der Sterne. Weit weg lockte die goldene Kugel des Mondes.

Eine unvergleichliche Süße zog schmerzhaft durch meinen Körper, umnebelte mein ganzes Sein. Lilith küsste mich auf den Mund. „Fürchte dich nicht“, sagte sie, „das ist der Kuss der Sünde. Der Kuss der Erkenntnis. Des Todes.“

„Des Todes?“

„Des Todes. Denn erst im Angesicht des Todes wird den Erdenmenschen die Erkenntnis zuteil.“

„Welche Erkenntnis?“

„Das Geheimnis des Lebens.“

„Dann ist es zu spät“, kicherte ich.

„Eben“, lachte Lilith.



Ein irres Glücksgefühl trug mich davon. Eins mit Lilith. Ein Herz. Ein Körper. Eine Seele. Ein Wesen. Und dieses Gefühl der Ganzheit erzeugte eine einzigartige Glückseligkeit, die mich den Gipfel höchster Wonnen erahnen ließ.



Endlich waren wir angelangt.
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Ricardo trat in seiner vollen Größe, seiner menschlichen Gestalt, aus dem Vollmondgesicht. Wie eine Krake wanden sich erst der Kopf, dann die Arme, dann der sehnige Rumpf und zuletzt die Beine daraus aus dem Vollmond. Sofort schwebten Lilith und ich in seine ausgebreiteten Arme. Wir landeten auf einer weißen Wattewolke.

„Bist du bereit für unsere bizarre Liebe“, fragte Ricardo mit seiner ganz normalen Stimme.

Und ob ich bereit war. Mit Ricardo war ich zu allem bereit.

Lilith nickte. Ich nickte.



Ein Zauber tauchte alles in flirrendes Licht. Himmel, Erde, Mond, die ganze Welt. Sogar Ricardo schien nur aus Licht zu bestehen. In seinen durchsichtigen Händen hielt er eine lange Schnur aus gleisendem Licht.

„Ich muss euch trennen“, sagte er kalt. Schnell fesselte er Lilith an eine weiße Wattewolke uns gegenüber. „Das Spiel der Spiele kann beginnen.“ Ricardo küsste erst Lilith, dann mich auf den Mund. „Mein Geist umschlingt einer Schlange gleich deinen Körper“, flüsterte er, „Seth, dieser verdammte Wüstengott, dieses gottlose Phantom, ist deiner nicht würdig. Dein Leib gehört mir. Ich bin dein Licht. Deine Wahrheit. Dein Leben.“

„Binde mich los!“, schrie Lilith, "du bist ein Nachtgespenst! Sie gehört mir!“

Der Himmel wurde schwarz. Alles eben noch so lebendige Licht erlosch. Eine riesige Geisterhand stieß mich brutal auf die Erde. Ich erwachte in meinem Bett. Der Mond war verschwunden. Dunkle Wolken zogen am Himmel.



Panisch rannte ich ins Bad. Lilith im Spiegel lachte schadenfroh.

„Ich hasse dich!“ Verächtlich spuckte ich in Liliths schönes Gesicht. Sie sollte mich endlich in Ruhe lassen. „Verrücktes Nachtgespenst!“, schrie ich, „Dämon aus uralten Zeiten. Weg mit dir!“

„Die Süße des Augenblicks vergeht“, sagte Lilith ruhig, „was bleibt, sind Bitterkeit und Ekel.“



Lilith verschwand.



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Punktestand der Geschichte:   82
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Kommentare zur Story:

  Rudi möchte gerne mit Crysella, doch sie hätte lieber Ricardo. Lilith will weiterhin Macht über sie. Wer wird siegen?  
   Else08  -  17.02.13 21:36

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