Fabians kleine Weihnachtsreise   45

Winter/Weihnachten/Silvester · Für Kinder · Kurzgeschichten

Von:    Homo Faber      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 4. Dezember 2012
Bei Webstories eingestellt: 4. Dezember 2012
Anzahl gesehen: 1154
Seiten: 3

Bald ist Weihnachten. Fabian freut sich schon sehr darauf, weil alles immer so festlich ist. Natürlich freut er sich auch auf die Geschenke und ist schon sehr gespannt, was er bekommt, aber das ist natürlich nicht das einzige Schöne am Heilig Abend. Tagsüber laufen immer so schöne Märchenfilme, die er sich dann ansieht, später laufen auch andere Filme, besonders mag er es, wenn Disneyfilme laufen. Am Nachmittag kommen seine Großeltern, seine Tante und sein Onkel, dann wird erst einmal Kaffee getrunken und Torte gegessen. Später macht die ganze Familie noch einen Spaziergang und nach dem Essen gibt es auch schon Bescherung.



Heute war Nikolausabend. Natürlich wusste Fabian schon längst, dass es den Nikolaus gar nicht gibt, sondern seine Eltern abends, wenn er im Bett liegt, die Stiefel mit Süßigkeiten füllen. Trotzdem mag er dieses jährliche Ritual, da es zum Nikolausabend einfach dazu gehört.

Als er an diesem Abend im Bett lag, fragte er sich, wie in anderen Ländern wohl Weihnachten gefeiert wird. Gerne würde er es einmal miterleben.



In der Nacht wurde er von einer Stimme geweckt.

„HO HO HO“, ertönte die Stimme wieder. Wer war das?

„Hallo?“, fragte er verschlafen.

„HO HO HO! Ich bin es, der Weihnachtsmann.“

Ah, sein Vater erlaubte sich einen Scherz.

„Ha ha ha, ich weiß genau, dass du es bist, Papa. Den Weihnachtsmann gibt es doch gar nicht“, lachte Fabian.

Plötzlich kam ein Lichtstrahl durchs Fenster, der alles erleuchtete. Fabian traute seinen Augen nicht, dort stand tatsächlich der Weihnachtsmann vor seinem Bett. Und nicht nur er allein, auch der Schlitten und ein Rentier befanden sich im Zimmer. Das konnte unmöglich sein Vater sein.

„Aber dich gibt es doch nicht wirklich!“

„Na, und ob es mich gibt. Oder sehe ich aus wie dein Vater?“, sprach der Weihnachtsmann.

Fabian konnte nur verdutzt mit dem Kopf schütteln.

„Ich bin es persönlich, der Weihnachtsmann oder der Nicolaus oder Santa Claus, ich habe viele Namen.“

„Was machst du hier?“, fragte Fabian.

„Du wolltest wissen, wie man in anderen Ländern Weihnachten feiert. Wenn du willst, zeig ich es dir?“

„Oh ja“, rief Fabian eifrig.
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„Okay, dann kommt mit auf den Schlitten und dann geht ´s los!



Einige Sekunden später raste der Schlitten auch schon mit Blitzgeschwindigkeit durch die Nacht. Fabian kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Schließlich landete er in einem fremden Wohnzimmer. Darin befand sich eine Familie in sehr festlicher Stimmung.

Franz Beckenbauer würde jetzt wahrscheinlich fragen: „Is denn heut schon Weihnachten?"

„Wo bin ich hier?“, fragte Fabian den Weihnachtsmann. Doch da kam auch schon der Großvater der Familie auf die beiden zu.

„Du bist hier in den Niederlanden“, erklärte er. „Hier wird der Nikolausabend ganz groß gefeiert. So wie in Deutschland der Heilig Abend. Bei uns heißt der Nikolaus Sintaklaas.“

„Feiern Sie denn auch Weihnachten?“

„Ja, schon. Aber nicht so groß wie den Nikolausabend. Wir gehen nur in die Kirche und anschließend gibt es ein Festmahl. Es gibt eigentlich keine Geschenke mehr, vielleicht ein paar kleine. Die richtigen Geschenke gibt es heute.“

Das ist ja ganz anders als in Deutschland, das hätte Fabian nicht gedacht, denn die Niederlande liegen schließlich neben Deutschland. Dass es so unterschiedlich sein kann, hätte er nie erwartet.



Das nächste Mal hielten sie auf einem Weihnachtsmarkt, einem sehr schönen.

„Sind wir hier noch in den Niederlanden?“, fragte Fabian.

„Nein, wir sind hier in Frankreich, in Straßburg“, belehrte ihn ein Mann.

„Das ist ein sehr schöner Weihnachtsmarkt. Feiern Sie in Frankreich Weihnachten wie in Deutschland?“

„Ja, so ähnlich. Am Heilig Abend essen wir sehr viel und nachts gehen wir in die Kirche. Aber bei uns gibt es erst am nächsten Morgen Geschenke. Und wir haben keinen zweiten Weihnachtstag wie in Deutschland.“



„So, nun reisen wird dorthin, wo ich herkomme“, sprach Santa Claus und schon ging es weiter. Kurz darauf befanden sie sich mitten in einem riesigen Einkaufszentrum.

Eine riesige Menschenschlange war zu sehen. Dahinter entdeckte Fabian einen anderen Weihnachtsmann, auf dessen Schoß ein Kind saß.

„Nun sind wir in den New York, in Amerika. Da vorne sitzt einer meiner Mitarbeiter.
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Der Junge erzählt ihm nun, was er sich zu Weihnachten wünscht. Wie in Frankreich bekommen die Kinder erst am 25.Dezember morgens ihre Geschenke.“

Die Weihnachtsdekoration gefiel Fabian besonders, sie war noch viel ausgefallener als in Deutschland.



Er staunte noch eine Weile, dann ging die Reise weiter und führte direkt in eine Küche. Ein junger Mann mit sehr hellem Haar kaum auf ihn zu.

„Hej du, wir backen gerade Kekse. Möchtest du ein paar davon probieren?“, frage er.

„Ja, gerne“. Fabian kostete einen Keks. „Hmmm, so leckere Plätzchen habe ich noch nie gegessen. Ist heute schon Heilig Abend?“

„Nein, heute ist der 23. Dezember. Bei uns in Schweden wird immer schon an diesem Tag alles vorbereitet. Dabei helfen uns die Wichtel.“

„Gibt es wirklich Wichtel?“, fragte Fabian skeptisch.

„Ja, natürlich. Daran glauben wir hier in Schweden ganz fest. Abends stellen wir ihnen immer einen Teller Brei vor die Tür, um uns zu bedanken.“

Na ja, wenn es den Weihnachtsmann ja nun doch gab, gab es vielleicht auch wirklich diese Wichtel, dachte Fabian.

„Und wie feiern Sie morgen?“

„Morgen kommen unsere Verwandten zu uns. Nachmittags sitzen wir alle vor dem Fernseher und sehen uns Donald Duck an. Das ist bei uns Tradition. Und später gibt es Geschenke. Hej, nimm doch noch ein paar Kekse mit für deine Reise.“



Als Fabian am nächsten Morgen erwachte, wusste er nicht, ob die letzte Nacht nur ein Traum war oder ob alles wirklich so vorgefallen war. Es kam ihm jedenfalls alles sehr echt vor und er dachte noch lange über die Begegnungen nach. In welchem Land ihm die Weihnachtszeit wohl am besten gefallen würde, konnte er nicht sagen, jedenfalls war er froh, nun einen kleinen Einblick gewonnen zu haben. Vielleicht würde er in den verschiedenen Ländern bald auch mal mehr Zeit verbringen, um noch mehr kennen zu lernen.
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Punktestand der Geschichte:   45
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Kommentare zur Story:

  Vielen Dank! Das freut mich, dass sie dir gefällt.  
   Homo Faber  -  05.12.12 20:39

   Zustimmungen: 0     Zustimmen

  Das ist ja sehr hübsch geschrieben. Prima! Niedliche kleine weihnachtliche Story für Kinder.  
   Dieter Halle  -  05.12.12 19:40

   Zustimmungen: 0     Zustimmen

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