Ein Abschied ( Unser italienischer Sommer Teil 26)   67

Romantisches · Romane/Serien

Von:    Wolfgang scrittore      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 6. Juli 2012
Bei Webstories eingestellt: 6. Juli 2012
Anzahl gesehen: 1378
Seiten: 9

Abschied





Auf dem Parkplatz umarmten sich Tante Maria und Sandro lange und verabschiedeten sich. Dann stieg Sandro, Signore Clerini, in sein Auto, hupte, winkte kurz und fuhr mit knirschenden Reifen davon.

Tante Maria wischte sich Tränen aus den Augenwinkeln und wurde von Josefa und Eva getröstet.



„War das dein Freund Tante Maria?“ Miriam war neugierig. Tante Maria versuchte zu lächeln und nickte.

Gemeinsam mit Miriam schob sie Lenas Wagen. Ich knuddelte Evas Po und flüsterte meiner Schönen ins Ohr „Ich liebe dich.“ Eva nickte und schob ihre Hand wieder in meine Gesäßtasche. „Ganz schön eng Peterl. Haben sich Lammbraten und Zabaione schon häuslich niedergelassen?“



„Morgen früh laufe ich noch eine Runde. Kommst du mit?“ „Wenn Tante Maria und Miriam erlauben, würde ich auch gern mitlaufen“, meinte Josefa.

„Wir setzen uns nach dem Frühstück auf die Terrasse und spielen ein wenig mit Lena, nicht wahr Miriam?“ Tante Maria lächelte.











Die Luft war angenehm warm, knapp zwanzig Grad schätzte ich, gut zum Laufen.



Ich zwängte mich in meine Laufhose, streifte das ärmellose Shirt drüber und schlüpfte in meine Nikes. Eva hatte Josefa eine Laufhose, ein Shirt und Schuhe herausgesucht, während sie selbst in eine einteilige hautenge Laufkombi schlüpfte. „Wie gefällt dir das Peterl? Das habe ich letzte Woche mit Paola zusammen gekauft. Sie meinte, es steht mir.“ Ich tätschelte Evas wohlgeformten Po. Atemberaubend war gar kein Ausdruck, zum anbeißen. Ich würde wohl die meiste Zeit hinter meiner Schönen herlaufen um diesen knackigen Anblick zu genießen. Wir sahen wirklich ausgesprochen windschnittig aus.

Wir winkten Tante Maria und Miriam zu und trabten entspannt den Hügel hinunter. Gina winkte uns mit Kusshand zu, während die Halbwüchsigen auf dem Kirchplatz Eva und Josefa hinterher pfiffen. Vor dem Haus von Donatella und Dario stand ein großes Schild „Casa in vendita“ darunter die Telefonnummer eines bekannten Maklers.

Wir blieben kurz stehen und betrachteten das schon etwas verwilderte Grundstück. „Lauter nackte Männer standen da, in Holz und in Stein.
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Und mein Peterl wollte sie auch modellieren. Nichts da, hab ich aber protestiert.“

Eva und Josefa schauten mich an und grinsten.

Dann liefen wir hoch zum Waldrand. Der Weg wurde enger und wir mussten hintereinander laufen. Eva zog das Tempo an. Josefa konnte gut mithalten. Wir atmeten gleichmäßig und ruhig. Das letzte Steilstück musste ich führen. Das ging ganz schön in die Schenkelmuskeln. Oben machten wir Pause und absolvierten ein paar Dehnungsübungen.

„Ah das tut gut. Die Strecke fordert. Daheim am Neusiedlersee ist ja alles flach. Da schlaucht dann schon mal eher die Sonne, wenn sie herunterbrennt.“

Während ich noch meine Schuhe wieder schnürte, bekam ich einen Klaps auf den Hintern und meine Beiden stoben los. „Schau, dass du uns wieder einholst.“ Eva legte zusammen mit Josefa gleich ein heftiges Tempo vor und ich hatte Mühe, sie nicht aus den Augen zu verlieren. Es dauerte eine geraume Zeit, bis ich ihnen wieder auf den Fersen war. Die rhythmische Bewegung ihrer Körper war ein attraktiver Anblick. Eva glitt zur Seite, um mich überholen zu lassen. An der Quelle legten wir eine letzte Pause ein. Jetzt mussten wir alle drei ein wenig heftiger atmen. Aber es war ein wohliges Gefühl. Ich warf mich ins Gras und ließ mir die Sonne ins Gesicht scheinen. Eva und Josefa machten sich einen Spaß daraus, mich mit Grashalmen zu kitzeln oder mich nass zu spritzen. Ich ließ mir das aber gerne gefallen.



Wir umliefen unsere etruskische Mauer, keine Münze blitzte im Sonnenlicht. Vielleicht sollten wir Miriam mal auf die Suche schicken.

Unten wurden wir mit Hallo begrüßt. Miriam hatte Lena auf dem Schoß und kitzelte die Kleine, die sich das mit glucksen gefallen ließ. Tante Maria bewunderte uns ausgiebig.

„Geh du erst mal duschen Peterl und stell vorher die Kaffeemaschine an.“

Ich schlenderte langsam zum Haus hinüber und spürte die Blicke meiner Weiber im Rücken. In der Küche schaltete ich die Maschine an und suchte die Tassen heraus. Dann lief ich die Treppen hinauf, warf meine Kleidung auf einen Haufen und stieg unter die Dusche. Das prasselnde Wasser regenerierte mich wieder. Ich trocknete mich ab, schlüpfte in einen frischen Slip, stieg in Shorts und streifte mir ein Shirt über.
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Da hörte ich auch schon Eva und Josefa heraufkommen.

„Nimm Tassen, Teller und den Kaffe mit hinaus Peterl. Wir bringen dann den Kuchen mit.“

Ich verteilte Tassen und Teller auf dem Tisch und stellte die Kaffeekanne dazu.

Ich räkelte mich auf der Bank. Tante Maria hielt Lena im Arm und Miriam kam herüber und kletterte mir auf den Schoß. „Du bist ganz schön schwer Fräulein“, protestierte ich, doch Miriam schien das zu gefallen.

Strega strich um meine Beine, dann sprang sie auf die Bank und hüpfte auf Miriams Schoß.

Tante Maria lachte bei dem Anblick den wir boten. Jetzt fing auch Lena an, sich zu bewegen und gab Geräusche von sich.



„Miriam, du bist wohl nicht ganz gescheit. Der arme Onkel Peter.“ Dann lachten Josefa, Tante Maria und Eva. Miriam gluckste in sich hinein.

„Bevor ihr etwas bekommt, ist Lena dran.“ Eva nahm Lena, setzte sich ein wenig auf die Seite und legte die aufgeregte Kleine an die Brust. Miriam kletterte von meinem Schoß herunter und beobachtete die Beiden aufmerksam. Strega ergriff die Gelegenheit und rollte sich auf meinem Schoß zusammen. Leone saß neben mir und schlug mit seiner Pfote immer wieder nach Strega, die das unbeeindruckt ließ. Schließlich gab er es auf und schmiegte sich an meinen Oberschenkel. Von den Katzen okkupiert, griff ich vorsichtig nach meiner Tasse, um die beiden Pelztiere nicht zu erschrecken.



„So seid ihr fertig mit Kaffee trinken? Dann können wir uns umziehen und fahren. Ich habe Laura angerufen. Sie kommt gleich hoch und freut sich auf Lena.“



Eva schnappte sich den Autoschlüssel, dann stiegen wir ein. Tante Maria saß vorne auf dem Beifahrersitz und Josefa, Miriam und ich nahmen hinten Platz. Miriam war schweigsam, sie guckte traurig und nahm meine Hand. Josefa schaute mich an, lächelte und hob die Schultern.

„Mama ich will nicht weg, warum bleiben wir nicht hier?“ Dann liefen ihr die Tränen übers Gesicht und sie schniefte geräuschvoll.

„Willst du denn nicht wieder zum Papa und zu Jona?“

„Doch, die sollen herkommen. Und meine Ronja mitbringen.“

„Aber Schatz, das geht doch nicht. Der Papa muss arbeiten und Jona muss zur Schule.
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„Das ist alles ganz doof. Dann sollen Onkel Peter und Tante Eva uns besuchen. Bald!“

Ich legte meinen Arm um Miriam und die Kleine kuschelte sich schniefend unter meine Achsel. Josefa nickte mir lächelnd zu und strich mir über den Arm. Die Kleine hatte der Abschiedsschmerz gepackt.







Wir fanden noch einen Parkplatz auf der Via Luca Cimi, nicht weit von der Piazza Matteoti. Ein kurzes Stück auf der Via Cesare Battisti und wir erreichten unser Ziel. Miriam hielt meine Hand umklammert. Sie zupfte an meinem Shirt „Darf ich ein Eis essen Onkel Peter?“ Vielleicht war das ein Trostpflaster gegen ihren Kummer.

Im Caffé Le Logge fanden wir noch einen freien Tisch, ein älteres Ehepaar hatte gerade gezahlt und brach auf.

„Einen großen Eisbecher?“ Miriam nickte „Ohne Schokoladensoße?“ Ich schaute wie beiläufig auf meine Bermudas. Da überzog ein grinsen Miriams Gesicht und sie fing an zu kichern. Plötzlich war die alte Fröhlichkeit wieder da. Eva, Josefa und ich schauten uns erleichtert an.

Wir blickten auf den Trubel, der den Platz erfüllte und lauschten dem Stimmengewirr das uns entgegenschallte. Die Händler überboten sich mit ihren lautstarken Anpreisungen.



„Jona spielt doch Fußball? Was hältst du davon Miriam, wenn du ihm ein Trikot mitbringst, ein italienisches?“

„Da würde Jona sich doch freuen Miriam?“ Josefa zeigte ihr einen Stand an dem die Trikots der teilnehmenden Mannschaften der WM hingen.

Miriam überlegte, dann nickte sie.

Eine ältere Frau suchte Miriam das gewünschte Trikot heraus und wickelte es in Papier ein. Eva feilschte mit ihr um den Preis, sie lieferten sich ein amüsantes , engagiertes Wortgefecht, bis beide in Lachen ausbrachen.

Josefa schüttelte den Kopf, konnte sich aber ein Schmunzeln nicht verbeißen.

„So warst du schon in der Schule, keinen Handbreit nachgeben kleine Schwester. Was für eine Energie“.

„Josefa du hast recht, denkt nur daran, wie sie damals deinem Verehrer zuleibe gerückt ist. Was für eine Energie.“

„Lass uns noch ein wenig stöbern“ schlug ich vor.

„Mein Peterl kann alles gebrauchen“ spöttelte Eva.
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„Ah, da ist der Stand von Falorni. Ihr wollt doch bestimmt noch eine Fenchelsalami und andere Leckereien mitnehmen? Die Antica Macelleria von Falorni hat neben Cecchini in Panzano die beste Finocchiona im ganzen Chiantigebiet. Wir brauchen auch noch zwei, Peterl. Ein Stück Schinken vom Cinta senese Schwein, kann ich euch noch empfehlen“.

Ich hielt einen alten Dekanter in der Hand, altes verziertes Glas. Der gefiel mir.

Miriam zog an meiner Hand, sie hatte einen Stand mit Puppenkleidern entdeckt.

„Magst du ein Kleidchen für deine Ronja haben?“ Miriam nickte und musterte die ausgelegten Puppenkleider.

„Gefällt dir das blaue Kleid hier Miriam?“ Miriam schob die Unterlippe vor und überlegte. „Ein blaues Kleid hat Ronja noch nicht. Das nehme ich.“

„Na Fräulein, hast du überhaupt noch so viel Taschengeld?“ Miriam schaute ihre Mutter entsetzt und mit offenem Munde an.

„Ja Miriam, das kostet alles Geld.“

Ich schaute nach dem Preis und nahm Blickkontakt mit der Verkäuferin auf, die unsere Aktivitäten schmunzelnd verfolgt hatte.

Da wir uns die ganze Zeit deutsch unterhalten hatten, nahm sie den Zettel, strich den Preis aus, schrieb den neuen Preis darauf und reichte ihn mir. Zweitausend Lire Nachlass.

„Meinst du, Ronja gefällt das Kleid?“ Miriam nickte etwas traurig. „Gut, dann nehmen wir es.“ Ich bezahlte, die Verkäuferin wickelte das Kleid in Seidenpapier ein und reichte es Miriam. Sie brachte nur ein zaghaftes „Danke“ heraus.

Dann leuchteten ihre Augen und die Kleine nahm meine Hand.

„Da kannst du mal sehen Josefa, wie die Weiber, und seien sie noch so klein, mein Peterl um den Finger wickeln.“

Dann bekam ich von meiner Liebsten ein dickes Busserl.



Während ich noch einmal zurückging, um den Weindekanter zu erstehen, waren Tante Maria, Eva und Josefa in Richtung des Falorni Standes verschwunden, um Finocchioni und Schinken einzukaufen. Ich hatte die ständig plappernde Miriam im Schlepptau.

„Ich weiß, was das ist. Da kommt Wein hinein. Papa hat auch welche. Die sind aber neu und schöner, nicht so alt wie die da“. Miriam hatte ihre Hand in einer Schlaufe meiner Hose eingehängt und gab ihre Kommentare.

Der Händler packte mir den Dekanter ein.
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„So Miriam, jetzt gehen wir mal deine Mama suchen.“ Es war voll geworden, Miriam nahm meine Hand und wir schlängelten uns durch die Gänge.

„Hast du Hunger?“ Meine Augen erblickten einen Grill auf dem verführerisch duftend Würstel brutzelten. Daneben schnitt ein Mann leckere Porchetta von einem Spanferkel zurecht.

Miriam nickte und ich kaufte zwei Semmeln mit Porchetta. Sie hatte Mühe beim Essen, so groß war ihr Mund auch nicht. Der Duft ließ mir das Wasser im Munde zusammenlaufen und der Geschmack waren ein Gedicht. Miriam war begeistert und futterte ihre Semmel in Windeseile auf. Ich zog ein Taschentuch aus meiner Hosentasche und putzte ihr die Finger und den Mund ab.

„Noch etwas?“ Miriam schüttelte den Kopf. „Ich habe keinen Hunger mehr.“



„So ist es recht. Ihr schlagt euch die Bäuche voll, und was ist mit uns?“ Eva, Josefa und Tante Maria waren mit Tüten voll bepackt wieder aufgetaucht.



„Schauen wir noch mal zum Le Logge, nebenan im Da Verrazzano können wir es auch probieren.“

Gerade hatten zwei junge Paare den letzten Tisch auf der Terrasse des Le Logge besetzt.

Beim Nachbarn hatten wir mehr Glück. Eine ganze Gruppe brach auf und mehrere Tische wurden frei. Wir erwischten einen schönen Platz mit Blick über das quirlige Treiben auf der Piazza.

Die Frauen bestellten jede einen Salat. Ich hatte Appetit auf eine Pizza und Miriam hatte plötzlich doch wieder Hunger. Sie naschte bei meiner Pizza kräftig mit.



„Morgen geht es wieder los Richtung Heimat“, meinte Josefa wehmütig auf der Rückfahrt.

Bei unserer Ankunft auf dem Hof war die Stimmung recht gedrückt.





„Ich geh dann gleich hoch und packe“. Tante Maria wischte sich eine Träne aus dem Augenwinkel.

„Komm ich helfe dir, dann habe ich dich noch ein wenig länger.“ Eva versuchte sie zu trösten.



Aber Lena empfing uns mit einem seligen Lachen.

„So eine Brave“, Laura lachte und strich Lenchen über den Kopf.

Wir bedankten uns bei Laura und sie schlenderte wieder den Hügel hinunter zum Haus ihrer Eltern.



„Ich beschäftige mich mit Miriam, dann kannst du in Ruhe packen.
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“ Josefa nickte und Miriam schaute mich erwartungsvoll an.

„Komm Spatzerl, wir gehen zur Wiese und pflücken für Tante Eva einen großen Strauß Blumen. Was hältst du davon?“

Miriam nickte, fasste mich an der Hand und zog mich mit sich. Wir sammelten Blumen und Gräser und stellten sie zu einem wunderschönen Strauß zusammen.

„Onkel Peter?“ Miriam zupfte mich am Hosenbein und deutete auf die Mauer, die nur ein paar Schritte entfernt war.

Ich hob fragend die Augenbrauen. „Ist da wirklich einen Schatz vergraben?“

„Du hast doch schon etwas gefunden Spatzerl.“

Miriam nickte und entdeckte eine Eidechse, die sich sonnte. Der Schatz war vergessen. Die Eidechse blinzelte etwas, ließ sich aber von unserer Nähe nicht irritieren.



Als Josefa plötzlich auftauchte, verschwand die Eidechse blitzschnell in einer Fuge zwischen den Steinen.

„Das war die Schatzwächterin“, rief Miriam und grinste.

Josefa und ich schauten uns an und schmunzelten.

„Kommt zum Abendessen. Wir haben eine Gemüsepfanne zubereitet.



Gemüsepfanne



1 rote Paprika

1 Zucchino

1 Gemüsezwiebel

10 halbierte Oliven

5 eingelegte Knoblauchzehen hacken (sind harmlos)

1 Dose Tomaten gestückelt

eine Prise Arrabiata

eine Prise Aglio e Olio e Peperoncino

2 Tl Gemüsebrühe

1 kleine Handvoll italienische Kräuter

ca. 1l Wasser



vor sich hin kochen lassen



anschließend in Pfanne eindicken lassen, evtl. noch abschmecken.



Als Gemüse allein, oder als Soße zu Pasta





Peter du möchtest bitte den Wein aus dem Keller holen.“

„Darf ich mitkommen Onkel Peter?“

„Seit wann traust du dich den in den Keller Miriam?“

„Sind bei euch auch Gespenster im Keller?“ Miriam schaute mich mit großen ängstlichen Augen an.

„Das hat Jona ihr weisgemacht. Jona wollte dich nur ärgern Miriam. Es gibt keine Gespenster“.
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Miriams Hand tastete nach meiner und Hand in Hand gingen wir langsam die Stufen zum Weinkeller hinunter.

„Du brauchst keine Angst zu haben, hier gibt es wirklich keine Gespenster.“

Kaum hatte ich das gesagt, fegte etwas hinter dem Regal hervor und verschwand hinter der nächsten Ecke.

Wir zuckten beide zusammen. Miriam klammerte sich an mich und drückte ihren Kopf an meinen Bauch.

Dann hörten wir es maunzen. Strega kam mit einer Maus im Mäulchen wieder hervor. Sie schaute uns an und sauste dann die Treppe hoch.

„Das war nur Strega mein Schatz, die hat uns beide erschreckt. Das war kein Gespenst. Miriam wagte sich wieder aus ihrer Deckung hervor und schaute sich ängstlich um, dann stahl sich ein zaghaftes Lächeln in ihr Gesicht.

Ich suchte zwei Flaschen Wein heraus, dann gingen wir wieder hoch, das heißt Miriam flitzte so schnell sie konnte die Stufen empor. Ganz geheuer war es ihr wohl doch noch nicht.

„Miriam ist ja ganz blass, habt ihr etwa ein Gespenst gesehen?“ Eva schaute mich fragend an, nachdem sie mir die Flaschen abgenommen hatte.

„Wir haben tatsächlich eins gesehen, aber das Gespenst heißt Strega. Habt ihr sie nicht mit der Maus im Maul heraufkommen sehen?“

„Strega hockt in der Küche unterm Tisch. Mit einer Maus sagst du? Dann scheuch die junge Dame aber schleunigst nach draußen. Nicht, das die Maus noch im Essen landet.“



Das Abendessen verlief schweigsam. Wir hingen unseren Gedanken nach.

Es wurde ein langer tränenreicher Abschied, bis das Gepäck verladen war und Tante Maria, Miriam und Josefa vom Hof fuhren. Wir winkten ihnen noch nach, bis der Wagen am Fuß des Hügels auf die Straße zum Dorf abbog.

Wir waren wieder allein. Ich hielt Eva im Arm, sie wischte sich eine paar Tränen aus den Augenwinkeln und auch meine Augen waren feucht.

„Komm Peterl, machen wir mit Lena noch einen Bummel durchs Dorf. Die nächsten Tage bist du ja doch den ganzen Tag mit Gianfranco beschäftigt. Da haben wir keine Zeit dafür.“

Ich nickte. Eva holte Lena herunter, während ich den Wagen vors Haus holte. Unser Töchterchen schlief, als Eva sie in den Wagen legte.

„Na ist euer Besuch wieder weg?“ Francesca lächelte.
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„Gianfranco ist in Poggibonsi und besorgt die Drahtrollen. Er ist morgen früh um sieben mit Vito und Aurelio bei euch oben.“

Vito und Aurelio waren zwei von Gianfrancos zahlreichen Cousins oder Neffen, die hin und wieder bei uns aushalfen, um sich ein paar Lire hinzu zu verdienen.



Wir setzten uns bei Matteo an einen Tisch und plauderten mit Gina und Marta, die eine Zigarette rauchend vor ihrer Alimentari stand.

„Mach deine Zigarette aus, bevor du zu uns herüber kommst“, schimpfte Gina.















„Endlich wieder allein“, seufzte Eva, als wir nach hause kamen. „Warte, ich lege Lena in ihr Körbchen, dann gehen wir zum Pool. Hol du schon mal die große Decke und den Sonnenschirm für Lenchen.“

Ich schaute, das Lena schön im Schatten lag und drehte mich dann zu Eva um. Sie stand nackt vor mir und schaute mich verführerisch lächelnd an. Da konnte ich nicht widerstehen und streifte auch meine Badehose ab. Eva ließ sich auf der Decke nieder und zog mich zu sich herab. Schnell waren wir eins und liebten uns heftig bis wir atemlos verharrten. Lena nahm Rücksicht auf uns und schlief.

Meine Hände umfassten Evas Po und streichelten sanft darüber. Dann gab ich ihr einen Klaps auf die knusprigen Backen, sprang auf und stürzte mich in den Pool.

„Warte nur Peterl, gleich gibt’s Revanche.

Eva tauchte und pirschte sich an mich heran, dann umschlang sie mich mit ihren Beinen und zog mich an den Hüften herunter. Wir rangelten uns unter Wasser, bis wir nach Luft schnappend auftauchten.

Eva umfasste wieder meine Hüften und zog mich zum Rand. Verführerisch auffordernd stand sie da und wartete, das ich sie nahm. Wir versanken wieder ineinander und liebten uns erneut.

„Hör nur, ich glaube Lenchen weint.“ Wirklich unser Liebling jammerte. Wir zogen uns aus dem Wasser und schauten nach unserer Kleinen.

„Sie hat Hunger“, stellte Eva fest, nahm Lena hoch und legte sie sich an die Brust. Ein wunderschönes Bild. Ich setzte mich zu meinen zwei Schönen und beobachtete sie fasziniert. Eva lehnte sich an mich und ich umfaßte ihre Taille. Lena ließ sich nicht beirren und ließ sich ihre Mahlzeit schmecken.
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„Heute ist unsere Kleine aber unersättlich.“ Eva nickte und kuschelte ihren Kopf gegen meine Brust. „Du aber auch“ Ich spürte Evas Pobacken, die sich gegen die Innenseiten meiner Schenkel drückten. Lena machte ein Bäuerchen, schloß die Augen und war sofort eingeschlafen.

„Lass mich mal los Peterl, damit ich Lena ins Bett bringen kann. Sie legte mir Lena in den Arm und zog sich ihr Höschen an. Dann nahm sie die Kleine und schlenderte mit wiegenden Hüften zum Haus.

Ich schwamm noch ein paar Bahnen, dann trocknete ich mich ab, zog mir meine Badehose an und stieg ebenfalls die Treppe zum Hof hoch.

Eva kletterte zu mir unter die Dusche, dann seiften wir uns gegenseitig ein und liebten uns, klatschnass wie wir waren. Den ganzen Nachmittag verbrachten wir im Bett. Wir waren wie ausgehungert.

Das Telefon weckte uns. Draußen war es dunkel. Ich schaute auf die Uhr, es war viertel vor zehn.

Josefa war am Hörer und bedankte sich noch einmal, sie waren gut angekommen. Tante Maria wollte die Nacht über in Podersdorf bleiben.



Ich schaute nach Lena. Sie lag wach in ihrem Körbchen und strahlte mich an.

„Komm mein Mäuschen, ich glaube du brauchst eine frische Windel.“ Ich säuberte und puderte Lena, dann bekam sie eine neue Windel. Ich trug unseren Schatz noch ein wenig herum, bis die Kleine wieder einschlief.



Wir zogen uns bequeme Klamotten an und tranken auf der Terrasse noch ein Gläschen Wein miteinander. Der Mond leuchtete in voller Pracht und eine Unzahl von Sternen funkelten am samtschwarzen Himmel. Am gegenüberliegenden Talhang ragte der hell erleuchtete Torre Dogana in die Nacht. Seit kurzem beherbergte er ein Hotel in seinen rustikalen Mauern.
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Kommentare zur Story:

  Evas flotte Sprüche gefielen und gefallen mir noch immer. Auch das gesamte Kapitel ist heiter und sehr flüssig geschrieben und natürlich ist auch wieder ein leckerers italienisches Rezept dabei. Niedlich beschrieben wie Miriam ein Puppenkleidchen kauft. Idyllisch die Szene mit den Kätzchen. Konnte sie mir bildhaft vorstellen. Peter und Eva sind jetzt zwar allein mit Lena, aber sie fühlen sich nicht verlassen.  
   Jochen  -  10.07.12 14:12

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  Wieder ist alles sehr lebensecht beschrieben. Kommt mir vor als hättest du das tatsächlich erlebt und es wäre dein Tagebuch. Aber du musst uns Lesern das nicht verraten, denn Autoren sind durchaus fähig sich auch so etwas auszudenken. Wie auch immer, du beschreibst alles so schön, dass man denkt man befände sich bei dir in der Toskana zu Besuch. Deine Protas sind sehr sympathisch und Land und die übrigen Leute auch. Nun wollen wir mal sehen wie Peter und seine Eva alleine alles weiter meistern.  
   doska  -  07.07.12 15:33

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  Noch ein paar Tage, dann kommt für Tante Maria, Josefa und die kleine Miriam der Abschied.
Allen fällt es schwer, sich aus der unbeschwerten Urlaubsstimmung zu lösen.  
   Wolfgang scrittore  -  06.07.12 13:56

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