Romantisches · Poetisches · Sommer/Urlaub/Reise

Von:    Renate Neff      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 15. Februar 2012
Bei Webstories eingestellt: 15. Februar 2012
Anzahl gesehen: 1197
Seiten: < 1

Der alte Baum steht schief im Wind

Der stetig bläst vom Meer

Und ihn beugt von Westen her

Seit er ein Pflänzling war, ein Kind.



Nicht aufrecht frei dem Lichte zu

Entfaltet sich das Blätterdach

Die Äste wachsen lang und flach

Windabgewandt dem Lande zu.



Lang weiß er’s schon seit jenem Mai:

Bäume wachsen stolz und hoch.

Welch krummes Unding bist du doch!

Gelacht hat’s ihm der Möwe Schrei.



Scham lässt ihn sich tiefer beugen –

Da ist in träumerischer Nacht

Ein kleiner Buchfink aufgewacht –

Im Blätternest, im dunklen Schweigen



Hab ich ihn leise zwitschern hören.

Das hat die Meisen aufgeweckt

Hat Eul’ und Grillen aufgeschreckt

Ich war dabei, ich kann’s beschwören.



Glockenblumen klingeln leise

Durch die Heide fegt der Wind

Die Zeit zum Augenblick gerinnt

Der Mond scheint kalt und weise.



Die helle Nacht den Baum betört

Ihm wird so wundersam, so eigen

Von den Wurzeln zu den Zweigen

Weiß er, dass er hierher gehört.



Stolz reckt er sich in seinen Ringen

Fühlt selig ungekannte Kraft

Durch seine Adern schießt der Saft

An den Zweigen Knospen springen.



Der alte Baum steht seltsam quer –

Lass anderswo die Bäume ragen

Hör ich ihn leise knarrend sagen

ICH STEH HIER UND ICH STEH QUER
Punktestand der Geschichte:   213
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Kommentare zur Story:

  Also das hier gefällt mir wieder sehr gut. Schöne Beschreibungen, klingende Worte und die Aussage am Ende lässt mich breit lächeln. Sehr gelungen.  
   Tis-Anariel  -  15.02.12 15:40

   Zustimmungen: 0     Zustimmen

  Herrliche Naturschilderungen, die sich auch auf das wahre Leben ummünzen lassen.
Die Schwachen und Gebrechlichen stehen im Leben nicht selten quer, so wie dieser alte, sich duckende Baum, der sich am liebsten, auf Nimmerwiedersehen, in die Tiefen unserer Erde bohren würde.
Dein klasse Schreibstil erinnert meiner Meinung nach ein wenig an den Schriftsteller Heinrich Heine.
LG. Michael  
   Michael Brushwood  -  15.02.12 15:20

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