Gone with the death? – Teil 17 LIEBESZAUBER...   114

Romane/Serien · Romantisches · Fan-Fiction/Rollenspiele

Von:    Ingrid Alias I      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 11. Oktober 2011
Bei Webstories eingestellt: 11. Oktober 2011
Anzahl gesehen: 1496
Seiten: 9

Diese Story ist Teil einer Reihe.

Verfügbarkeit:    Die Einzelteile der Reihe werden nach und nach bei Webstories veröffentlicht.

   Teil einer Reihe


Ein "Klappentext", ein Inhaltsverzeichnis mit Verknüpfungen zu allen Einzelteilen, sowie weitere interessante Informationen zur Reihe befinden sich in der "Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht":

  Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht      Was ist das?


Anfang Juni traf in Woodcape am Eriesee ein Mann ein, der sich bei Buffy vorstellte als der ehemalige Wächter Thomas Parkinson – und der just in diesem Augenblick auf eine Buffy traf, die stinksauer war auf Drecks- und Exvampire, wie sie Angel und Spike bei sich nannte.

Auf Angel war sie sauer, weil er einen Sohn von Darla hatte und außerdem ein wie auch immer geartetes Verhältnis mit Cordelia. Wieder einmal hatte sie sich etwas vorgemacht. Die Liebe, sie fand sie nicht mehr beglückend und tröstlich wie früher, als sie sich der Vorstellung hingab, Angel würde ihr für immer – was für ein Witz im nachhinein – treu sein.

Auch Spikes Gefühle hatte sie für unwandelbar gehalten, vergleichbar mit denen von Angel, und jetzt war er ein Mensch und hatte eine andere Frau geschwängert. Nachdem er sie, Buffy, geschwängert hatte. Buffy wusste immer noch nicht, wie das passieren konnte. Vielleicht lag es ja an diesem Amulett, vielleicht hatte es so einen Einfluss auf Spikes Körper gehabt, dass es, nachdem Spike selber im Höllenschlund verglüht war, seinen Samen in ihr lebendig gemacht hatte. Als ein Geschenk von ihm über seinen Tod hinaus.

Morgan war so ein Schatz, und Buffy liebte sie über alles. Aber sie hatte es als alleinstehende Mutter nicht gerade einfach im neuen prüden heuchlerischen Amerika mit seinen die Familie verklärenden Fernsehserien. Da war immer der Dad, die Mom und das Kind – oder mehrere Kinder. Die Mom alleine trat recht selten auf und wenn dann nur, um den passenden Dad zu finden, weil der leibhaftige Dad verschwunden oder tot war. Wurde der passende Dad gefunden, dann lief alles wunderbar. Buffy schüttelte den Kopf. Als ob das so einfach wäre...

Woodcape war ein ziemlich kleines Kaff, in der Größe her vergleichbar mit Sunnydale, jeder kannte jeden, aber interessante Männer konnte man hier mit der Lupe suchen.

Sie gab sich, um nicht als ledige Mutter zu gelten, der Einfachheit halber als Witwe aus, und irgendwie hatte sie sich auch als Witwe empfunden. Aber jetzt? Was für ein Witz, ihr ‚Mann’ war früher ziemlich tot gewesen, und jetzt war er lebendig!

Buffy lachte bitter auf. Sie musste jemanden finden, mit dem sie ihr Leben teilen konnte. Am besten sofort. Dann würden auch die Gedanken an Spike aufhören. Doch statt jemanden zu finden, wurde sie von einer unterschwelligen Eifersucht gequält, sie stellte sich vor, wie er mit dieser Leela im Bett lag, wie er zärtlich zu ihr war.
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.. Verdammt noch mal, sie versuchte, das Gefühl zu verdrängen, aber es funktionierte nicht. Stattdessen ging sie so weit, sich die DVD vom Live–Konzert der Band zu kaufen. Sie studierte Spike. Sie studierte seine Stimme, seine Blicke. Sie studierte das Stück ‚Homecoming’, sie versuchte über seine Blicke herauszukriegen, was für Gefühle er für Leela hegte. Mist, eigentlich hieß sie ja Lilah, aber sie konnte immer nur als Leela von ihr denken. Er mochte Leela-Lilah, und er war besorgt um sie, möglicherweise wusste er damals schon von ihrer Schwangerschaft. Konnte es sein, dass er sie nur deswegen heiraten wollte?

Quatsch, sie schob diesen Gedanken beiseite. Spike würde nie eine Frau heiraten, die er nicht liebte, auch wenn sie fünf Kinder von ihm hätte. Also liebte er Leela. Und er liebte sie, Buffy, nicht mehr.

Warum, was war mit ihm passiert?

Buffys Gedanken drehten sich im Kreise, und die Vorstellung, dass Spike zärtlich zu Leela war, verstörte sie über alle Maßen.

Seltsam, eifersüchtig war sie immer schon auf ihn gewesen, sogar auf den seelenlosen Spike. Als sie ihn in der Magic Box mit Anya sah, da fühlte sie sich schlagartig von ihm verraten. Dabei war sie es doch gewesen, die ihn aufgefordert hatte, sie loszulassen.

Doch als er sie dann wirklich losließ, verspürte sie einen ihr unverständlichen Schock, den sie betäuben musste durch wilde Kämpfe. Kämpfen war gut, Denken war nie ihre Sache gewesen.



Sie hatte Spike nie gesagt, dass er ihr irgend etwas bedeuten würde...



Doch, ein einziges Mal, und zwar, als er vor ihren Augen verglühte. Ein wirklich toller Moment für eine Liebeserklärung! Und er hatte sie natürlich nur für Mitleid gehalten.

Buffy verstand ihr früheres Ich nicht, Buffy verstand auch ihr jetziges Ich nicht. Sie wusste nur, sie brauchte Ablenkung, weil die Grübelei über Spike sie sonst in den Wahnsinn getrieben hätte.

Und das konnte sie ihrer kleinen Tochter Morgan nicht antun. Außerdem brauchte Morgan einen Vater, eben eine richtige Familie, die sich um sie kümmerte.
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Also, der Mann sah gut aus, er war charmant, erfahren genug und schien an ihr interessiert zu sein.



Sie war dreiundzwanzig. Sie hatte nicht studiert, weil ihre Jägerinnen-Pflichten das nicht erlaubten, ihre große Liebe Angel würde sich, wenn sie mit ihm zusammen wäre, sofort wieder in Angelus verwandeln, ihr menschlicher Freund Riley hatte sie verlassen, weil er sich im Vergleich zu ihr zu schwach vorkam, oder weil sie eine Verabredung mit ihm vergessen hatte...

Der Vater ihres Kindes war ein ehemaliger Vampir, der eigentlich tot sein sollte und der nichts mehr mit ihr zu tun haben wollte.



Noch mal, der Mann sah gut aus, er war charmant, erfahren genug und schien an ihr interessiert zu sein.



Buffy grübelte weiter: Giles hatte ihr eine Art Leibrente besorgt, indem er die Konten vom Wächterrat anzapfte, es schien ihm angebracht, eine Jägerin, die zwar jetzt nicht mehr die einzige ihrer Art war, die aber jahrelang ihren Hintern hingehalten hatte, um das Böse zu bekämpfen, in dieser Art zu versorgen.

Sie lebte mit Dawn, Willow und Kennedy in einem geräumigen Haus zur Miete, aber bald würde sie dort allein mit Morgan sein, denn ihre Freunde wollten alle nach Chicago ziehen. Außer Xander, der schon in Chicago wohnte und manchmal zu Besuch kam. Sie konnte von der Leibrente, was für ein blöder altmodischer Ausdruck, ihr Leben bestreiten, wenn sie sehr sparsam war. Demnächst aber musste sie Dawns Studium finanzieren, teuer, teuer... Sie selber wollte nicht studieren, zumindest nicht in den nächsten zwei Jahren, sie wollte sich intensiv um Morgan kümmern. Doch nach diesen zwei Jahren würde es vermutlich Geldprobleme geben.

Eigentlich sollte Spike Alimente für seine Tochter zahlen.

Nein, nein, niemals!

Dieser Dreckskerl und Exvampir lebte – und er schien nicht gerade schlecht zu leben. Hatte eine Karriere als Popstar gemacht, hatte eine schöne Frau geschwängert, und außerdem sah er so hinreißend aus, dass es ihr fast schon weh tat. Aber er war vergeben, und er sollte niemals erfahren, dass sie ein Kind von ihm hatte.

Wie hätte er reagieren können?

Mit Erstaunen? Mit Ungläubigkeit? Mit Freude?

Mit Freude? Bestimmt nicht.
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Erstaunen und Ungläubigkeit, tja das wäre es wohl gewesen.

Vielleicht hätte er sich um Morgan gekümmert, aber er hätte nie im Leben diese Leela verlassen. Diese Schmach und Enttäuschung wollte sie sich ersparen, und deswegen hatte sie Leela verboten, Spike etwas von ihrem Besuch zu erzählen.

Doch... Tatsache war, sie vermisste ihn. Trotz allem.

Oh nein, aufhören mit der Grübelei!



Noch mal, der Mann sah gut aus, er war charmant, erfahren genug und schien an ihr interessiert zu sein.



Also tat sie auch jetzt das einzige, was sie in ausweglosen Situationen immer getan hatte, sie versuchte, sich abzulenken, sich in Aktivitäten zu stürzen. Sie versuchte, sich in den Wächter zu verlieben.

Der Wächter war wirklich ein gutaussehender Mann, er besaß eine gewisse Ähnlichkeit mit Pierce Brosnan, er konnte gut zuhören, schien nicht gerade arm zu sein. Und all das waren bestimmt gute Voraussetzungen, um einen blöden Exvampir vergessen zu können.



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Im Juni gab es eine kurze Pressemitteilung, die durch viele Zeitungen ging. Sie lautete folgendermaßen.:

Bill Castaway, Sänger der Gruppe ‚THE BIG BAD THING’ und Lilah Morgan, Anwältin, haben am 10. Juni vor dem Friedensrichter in Long Beach die Ehe geschlossen. Für beide ist es die erste Ehe. Die Presse war nicht eingeladen. Trotzdem wünschen wir dem jungen Brautpaar alles Gute.

Details, welche die Presse nicht erfuhr:

Trauzeugen: Snikkers für Spike und die blonde Schwedin Maja – die Ehefrau des Wirtes Karel – für Lilah.

Die Eheringe waren aus Rotgold, passend zu Lilahs Saphirring.

Spike und Lilah gaben sich nicht die ellenlangen Eheversprechen, die im Augenblick so groß in Mode waren. Nachdem sie sich das Jawort gegeben hatten, küssten sie sich sofort und kümmerten sich nicht groß um die Anwesenden.

Trotzdem oder gerade deswegen waren diese gerührt.

Die nachfolgende Feier fand nur im kleinen Kreis statt. Da Spike und Lilah beide keine Verwandten mehr hatten, Lilahs Mutter war vor einem Jahr gestorben und Spike, nun ja... hatten sie nur ihre Freunde eingeladen.
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Zum einen, um die Presse fernzuhalten, zum anderen, weil sie absolut keine Lust auf ein Spektakel hatten.

Die Braut war zwar hochschwanger, aber ein dunkelblauer Samtrock und ein locker fallendes Oberteil aus weißer Seide, beide überspielten ihren Zustand gut.

Die blonde Schwedin Maja hatte Lilahs Haar zu einem Bauernzopf geflochten, der die Braut sehr unschuldig wirken ließ. Weiße Orangenblüten durchzogen ihr Haar, und ein paar Haarsträhnchen hingen wie zufällig auf ihre Schultern herab.

Spike trug, man sehe und staune, einen schwarzen Anzug, dazu ein weißes Hemd und schwarze Stiefel. Er war leicht gebräunt, und er sah aus wie ein kalifornischer Sunnyboy. Nur viel besser.

Alle hielten sich im Garten unter Sonnenschirmen auf, das Büffet war drinnen in der kühlen Küche aufgebaut, und Bronson hatte es übernommen, die Gäste mit Getränken zu versorgen

Alle fühlten sich vollkommen zwanglos und fröhlich.

Snikkers machte Fotos von dem Brautpaar, Casio lud diese Fotos auf seinen PC. Oh Wunder der Technik! Es waren fantastische Fotos, von denen Spike eins ganz besonders gefiel: Er und Lilah in Großaufnahme, sie lächelten sich an und waren so ineinander versunken, dass sie ihre Umgebung vergessen hatten.

Casio machte aus den Bildern einen Bildschirmschoner, und brannte sie auf eine CD.



~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~



Anfang Juli erhielt Lilah einen seltsamen Anruf. Es war eigentlich kein richtiger Anruf, sondern jemand sagte nur ein einziges Wort, so etwas ähnliches wie ‚Aufwachen’, dann wurde auf der anderen Seite aufgelegt.

Lilah überlegte. War das vielleicht ein bestimmtes Wort, um einen sogenannten Schläfer zu aktivieren, in diesem Falle SIE zu aktivieren? Aber wozu? Sie fühlte sich kein bisschen anders als vor dem Anruf.

Oder? Doch, auf einmal sah sie alles ein wenig klarer, und sie erkannte, dass W&H eine Bedrohung für sie, Spike und das ungeborene Kind darstellten. Sie hatte es lange Zeit verdrängt gehabt. Wie konnte sie nur? Sie wusste doch, wozu diese Firma fähig war.

Vielleicht sollte der Anruf bewirken, dass sie alles klarsichtiger sah. Aber warum? Was wollten die Schweine von ihr und ihrer Familie?

Sie dachte an Spike und sah ihn wirklich auf einmal viel klarer und deutlicher.
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Sah seine Vergangenheit, seine Frauen...

Es hätte sie abstoßen müssen, aber das tat es nicht, und plötzlich wusste sie, was passiert war. Sie war vermutlich in der Hexenküche von W&H mit einem Liebeszauber belegt worden. Sie sollte sich in Spike verlieben! Das musste es sein. Der Plan hatte anscheinend funktioniert, und jetzt wollte man sie aufwecken, damit sie die Wahrheit erkannte, die Wahrheit über ihre Liebe, die Wahrheit über ihre Illusionen. Vielleicht wollte man, dass sie Spike verließ. Aber warum?



Die ausgetauschten Pillen kamen ihr in den Sinn. Es musste etwas mit dem Kind zu tun haben. Oh nein, bitte nicht das! Vorerst schob sie diesen Gedanken zur Seite, sie war noch nicht bereit dafür, musste ihn verdrängen, bevor sie sich damit beschäftigen konnte.

Und noch etwas anderes stellte sie fest. Sie liebte Spike immer noch! Da hatten sie sich schwer vertan, die Wichser – Lilah fluchte untypisch für sie vor sich hin – von W&H. Sie hätte sich auf jeden Fall in Spike verliebt, auch ohne den verdammten Zauber.

Es war atemberaubend, mit Spike verheiratet zu sein, ein Gefühl, das Lilah nicht in Worte fassen konnte, er war der einzige Mensch, den sie kannte, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Sie liebte ihn über alles und würde alles für ihn tun.

Dann auf einmal kam ihr die Frage in den Sinn: Was hatten sie mit Spike getan?

Ein Liebeszauber war es nicht gewesen, denn bis er sich in sie verliebt hatte, war doch eine recht lange Zeit vergangen. Vielleicht ein Liebeszauber mit Langzeitziel? Auch ziemlich unwahrscheinlich, wäre zu ungenau gewesen und fast nicht steuerbar.

Was also konnten sie mit Spike getan haben?

Dann fiel ihr Buffy ein und außerdem Spikes striktes Leugnen von irgendwelchen Gefühlen, die er in Buffy geweckt haben sollte. Lilah hatte, während sie seinen Erzählungen lauschte, einen anderen Eindruck gewonnen. Und als Buffy vor sechs Wochen vor der Tür stand und sie, die hochschwangere Lilah sah, da hatte Buffys Gesicht Bände gesprochen.

Lilah war sich sicher, dass Buffy Gefühle für Spike hatte. Und zwar keine schwachen.

Aber was war mit Spike passiert? Er hatte Buffy so geliebt, dass er sich ihr und ihren Bedürfnissen total untergeordnet hatte, bis hin zum Weltretten, indem er sich selber opferte.
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Hatten sie ihm die Liebe zur Jägerin durch Zauberei ausgetrieben oder durch Flüsterpropaganda, während er in der Krankenstation bei W&H lag? Immerhin hatte er dort über drei Monate zugebracht. Eine sehr lange Zeit, um ihm während seiner Bewusstlosigkeit seelisch alles mögliche einzutrichtern.

Lilah stellte sich den Zeitablauf vor: Drei Monate tot im Krater, dann hatte man das Amulett ausgegraben und nach L.A. geschafft. Zwei Monate später hatte sie ihn kurz gesehen, als er in einem streng abgeschirmten Zimmer lag, zu dem nur die obersten Bosse, die besten Ärzte und die furchtbarsten Hexenmeister Zutritt hatten.

Diese ganze verfluchte Bande machte sich anscheinend mit seiner Wiederherstellung sehr viel Mühe.

Er sah so verwundbar und hilflos aus in diesem Krankenbett, angekettet an dubiose Drähte und Leitungen...

Bald darauf wurde sie selber von einem Dämon getötet. Lilah argwöhnte, dass man sie hatte töten lassen, aber das war ihr egal, sie hatte ein neues Leben geschenkt bekommen, und dieses Leben war so kostbar und so wertvoll...

Weiter: Sie hatten Spike bestimmt Tag und Nacht Bänder vorgespielt, in denen die Jägerin nicht gut wegkam. Die Bänder flüsterten von Demütigungen, Beschimpfungen und Prügeln, die er von ihr einstecken musste und denen er aufgrund seiner Liebe zu ihr hilflos ausgesetzt war.

Und das war ja auch die Wahrheit, dachte Lilah ärgerlich.

Den Rest, denn die Spione konnten damals in Sunnydale nicht alle schmutzigen Details in Erfahrung bringen, hatte Spike sich selber eingeflüstert. Deswegen war er so verbittert und leugnete strikt irgendwelche Gefühle für die Jägerin und Gefühle der Jägerin für ihn.

Nein, leugnen war das falsche Wort. Er GLAUBTE es!

Kurzform: Sie hatten an seinen Verstand und an seine Vernunft appelliert und seine Gefühle in den Hintergrund treten lassen.

In den Hintergrund... Das klang bedrohlich, und Lilahs Körper begann zu zittern. Sie waren vermutlich noch da, seine Gefühle für die Jägerin, tief vergraben irgendwo.

Waren diese Gefühle stärker als die Gefühle für seine Ehefrau?

Konnten diese Gefühle wieder hervorkommen aus dem hintersten Winkel seines Unterbewusstseins?

Nicht durch Zauber.
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Aber vielleicht durch die Zeit? Vielleicht, wenn er länger mit der Jägerin zusammen sein würde? Lilah fühlte, wie ein furchtbarer Schmerz sich in sie hineinbohrte, aber sie verdrängte ihn, denn er war nicht wirklich wichtig.



Was also konnte sie tun? Im Augenblick nicht viel. Das Kind würde Ende des Monats geboren werden, und sie fühlte sich viel zu schwerfällig, um jetzt zu reagieren. Zeit, Zeit, sie brauchte ein bisschen Zeit...

Dann fiel ihr noch etwas ein. Die erfolglose Suche nach einem neuen Heim für Spike und sie, als ihnen alle in Frage kommenden Häuser vor der Nase weggeschnappt wurden. Wollte man sie an dieses Haus fesseln? Aber wozu? Gut, vielleicht konnte man sie hier besser überwachen, hier waren die Wanzen angebracht. Aber was konnten die schon groß ausspionieren?



Oh! Allmählich dämmerte es Lilah, dass dieser Satz ‚Was können die schon groß ausspionieren’ der Schlüssel zu allem war. Gut, es war der Schlüssel, aber wo war das Schloss?

Sie hatten Spike und sie eingelullt in Sorglosigkeit, obwohl sie hätte es wissen müssen! Diese Leute taten nichts aus Freundlichkeit. Aber man hatte ihnen eingetrichtert, dass diese Leute nett wären.

‚Was können die schon groß von mir wollen?’ Dieser Satz war ihnen eingetrichtert worden.

Mist! Wieder fluchte Lilah vor sich hin.

Was aber wollten sie? Es musste mit dem Kind zusammenhängen. Und sollte sie Spike davon erzählen? Besser nicht. Er konnte nichts gegen sie tun, und sie konnte im Augenblick auch nicht viel tun, außer nachzudenken und die Zeit mit Spike zu genießen, sie würde nicht ewig dauern. Doch, da gab es etwas...

Sie ging nach oben in ihr altes Zimmer, in dem bereits ein Kinderbett und eine Wickelkommode standen, sie holte ihren Aktenkoffer aus dem Kleiderschrank, öffnete ihn, nahm die kleine Pistole heraus und legte sie in eine Schublade ihres Schreibtisches. Es würde zwar nicht reichen, gab ihr aber eine ungewisse Sicherheit.



Als Spike nach Hause kam – er hatte mit der Band ein Interview gegeben – begrüßte sie noch zärtlicher als sonst.
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Sie schien ihn gar nicht loslassen zu wollen.

Sie sah ihn an, als hätte sie ihn noch nie gesehen. Sie fand ihn so... überwältigend. Und das kam nicht von dem Zauber, sondern es war Liebe. Wirklich Liebe!

„Weißt du, dass ich dich liebe“, sagte sie leise zu ihm, während sie sich an ihn klammerte.

Spike hob sie hoch und setzte sich auf das Sofa, er legte sie so, dass ihre Oberschenkel über seinem Schoß lagen und er bequem ihren Bauch streicheln konnte.

„Ich glaube, ich weiß es“, sagte er zärtlich, während er weiter ihren Bauch streichelte und dann ihre Oberschenkel, bis er schließlich bei ihren Füßen ankam und ihre Schuhe auszog.

Lilah wand sich vor Wohlbehagen.

„Spike?“

„Was ist denn, Liebling?“

„Du hast doch auch einmal unter einem Liebeszauber gestanden. Wie war das? Kam es dir... echt vor?“

„Es kam mir so echt vor, dass es echt war. Wie kommst du darauf?“, fragte Spike erstaunt.

„Aber es war doch unecht. Oder?“

„Weißt du, diese Gefühle, die man Liebe nennt, keiner kann erklären, wie sie entstehen, auch die Wissenschaftler nicht. Es könnte etwas im Gehirn vorgehen, etwas chemisches oder physikalisches, irgendwelche Moleküle oder Atome finden zusammen und Peng – auf einmal lieben sich zwei Leute. Vielleicht funktioniert ein Zauber ähnlich. Die Gefühle sind da, also ist es echt. Und wenn die Chemie zwischen zwei Leuten stimmt, dann verändert auch die Aufhebung eines Zaubers nichts daran, Liebe ist echt, egal wie sie nun herbeigeführt wurde.“ Spike schaute sie forschend an. „Aber warum interessiert dich das?“

Lilah atmete erleichtert auf. „Ach nur so...“ Dann verzerrte sich ihr Gesicht auf einmal.

„Ist das so schrecklich?“, fragte Spike, erstaunt über den Wandel in ihrem Gesicht.

„Ooooh“, stöhnte Lilah laut und schnappte nach Luft.

„Was zum Teufel ist los?“ Spike war schwer beunruhigt.

„Ich glaub ich... ich ...hab Wehen.“

Woraufhin nicht etwa sie, sondern Spike in Panik ausbrach.



Fortsetzung...
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Kommentare zur Story:

  auch dir ein danke schön, dieter! ;-)
und mal gucken, wie der nächste teil wird. ich plage mich sehr damit rum...  
   Ingrid Alias I  -  16.10.11 20:56

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  Deine Story wird immer spannender. Wer liebt nun wirklich wen? Lilahs Liebe scheint ziemlich echt zu sein. Bei Spike bin ich mir nicht so sicher. Klar ist jedenfalls, dass sein zweites Kind geboren werden wird und dass W&H schon darauf warten.  
   Dieter Halle  -  14.10.11 21:34

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  @ jochen, soviele fragen... ich sag mal ja und nein... ;-))
freut mich, dass du noch dabei bist!  
   Ingrid Alias I  -  14.10.11 19:16

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  Soso, ein Liebeszauber!Da fragt sich nicht nur Lliah, auch der Leser, ob die Liebe zwischen Spike und ihr wohl halten wird? Buffy ist ja auch noch da und auch sie hat ein Kind von ihm. Und dann stellt man sich die Frage, ob die Rechnung von W&H wohl aufgehen wird.  
   Jochen  -  13.10.11 17:16

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  @ petra, ja, es kommt schon, im achten monat, der nicht ganz ungefährlich sein soll. schön, dass du es liest!
@ michael, hmm ja, happy end... sagen wir mal so: es werden nicht alle happy sein. oder doch? ich weiß es nicht... du machst dir ja viele gedanken, und ich bin stolz darauf, dass du dir so viele gedanken machst... ;-)
@ doska, ja, es handelt sich wohl um mehrere liebeszauber, in der vergangenheit und in der zukunft. und ob es da eine wahrheit gibt? ;-)
lieben gruß an euch und danke fürs lesen!  
   Ingrid Alias I  -  13.10.11 15:18

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  Oh, sollte sie schon das Kind bekommen? Hoffentlich ist das nicht zu früh?Aber wenn alles klappt dürften W&H sich freuen. Aber Lilah ist aufsässig geworden und wie sieht es mit Spike und Buffy aus? Sehr aufregend das Ganze.  
   Petra  -  12.10.11 22:12

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  Wieder eine richtige Herzklopfen-Storie.
Interessant zu wissen, weshalb Spike und Liliah von W&H durch diesen Liebeszauber zueinandergeführt wurden.
Buffy hatte dieser Firma überhaupt nicht in den Kram gepasst. Dennoch scheint Spike auch Buffy immer noch zu lieben.
Würden Liliah und Spike auch weiterhin ein Paar bleiben? Dann könnte diese Geschichte womöglich zu Gunsten von W&H ausgehen.
Viel dürfte auch vom Erbgut, was das Neugeborene mit sich herumtragen wird, vom weiteren Verlauf dieser Geschichte abhängen - was du auch im letzten Teil (Verwandtschaftsverhältnisse) so ausführlich dargelegt hast. Ist dieses nicht auf der Seite von W&H dürfte alles auf eine Verschwörung hinauslaufen, was ich vermute. Da wären die beiden für W&H ein Störfaktor, der aus dem Weg geräumt werden müsste.
Wirklich hochbrisante Verwicklungen, die sich in diesem Millieu da abspielen, Verwicklungen, die es dir als Autorin nicht leicht gemacht haben dürften, diese Storie doch noch zu einem Happy-End zu führen.
Ich lasse mich einfach überraschen.
LG. Michael  
   Michael Brushwood  -  12.10.11 15:06

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  Oh, das wird ja richtig aufregend. Geschickt bringst du Buffy ins Spiel und den Liebeszauber. Wer liebt hier nun wirklich wen? Sehr spannend.  
   doska  -  11.10.11 18:16

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Kommentar von "Tintenkleckschen" zu "Bitte bitte"

Ja, gefällt mir ganz gut. P.S.: Relaxen schreibt man mit a.

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