Gone with the death? – Teil 15 FAMILIENTRADITIONEN   87

Romane/Serien · Romantisches · Fan-Fiction/Rollenspiele

Von:    Ingrid Alias I      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 20. September 2011
Bei Webstories eingestellt: 20. September 2011
Anzahl gesehen: 1555
Seiten: 9

Diese Story ist Teil einer Reihe.

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   Teil einer Reihe


Ein "Klappentext", ein Inhaltsverzeichnis mit Verknüpfungen zu allen Einzelteilen, sowie weitere interessante Informationen zur Reihe befinden sich in der "Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht":

  Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht      Was ist das?


Endlich wieder zu Hause!

Sie hatten noch ein paar Zusatzkonzerte in den zahlreichen Vororten von L.A. geben müssen, denn das vom TV übertragene Konzert hatte die Stimmung dermaßen angeheizt, dass viele, aber auch verdammt viele Leute sie live sehen wollten.

TBBT war nun eine Kultgruppe. Vielleicht keine besonders große Kultgruppe, aber eine für den besonderen Geschmack.



Spike schleuderte die geleerten Koffer in den Keller und fühlte sich total erleichtert.

Lilah sowieso, denn für sie waren die letzten Wochen viel anstrengender gewesen als für ihn, natürlich hatte sie das vor Spike nicht gezeigt. Jedenfalls wollte sie jetzt nur noch schlafen oder ausruhen. Hauptsache, sie musste nicht vor die Tür gehen. Zumindest für ein paar Tage.

Aber am besten fand sie, dass die morgendliche Übelkeit nicht mehr auftrat. Und das machte sie beide glücklich.



Die Tournee war zwar das Aufregendste gewesen, was sie seit langer Zeit erlebt hatten, und sie würde bestimmt noch Gesprächsstoff für Jahre liefern, aber jetzt bereiteten Lilah und Spike sich auf ein noch größeres Abenteuer vor. Nämlich ein Kind zu bekommen.



Nachdem Lilah ein paar Tage wirklich nur im Bett zugebracht hatte, fing sie allmählich an, sich zu erholen. Das Frösteln wich aus ihrem Körper, denn sie wärmte sich an Spike und am Kaminofen, der immer auf vollen Touren lief und das ganze Haus heizte.

Spike hatte eingekauft und ihre Lebensmittelvorräte aufgefrischt. Sie machten es sich richtig gemütlich und genossen es, nicht mehr über Highways zu fahren und in diversen unbekannten Hotels oder Motels übernachten zu müssen. Es war einfach herrlich.



Lilah guckte ‚Reich und schön’, und sie war erstaunt, welche Wendung die verschlungene abstruse Handlung mittlerweile genommen hatte: Brooke liebte nun wirklich Thorne, den Bruder ihrer bis vor kurzem ‚wahren großen Liebe’ Ridge, aber die Mutter der beiden Brüder, Stephanie, hatte einen Schlaganfall erlitten, als sie Brooke und Thorne beim Fastliebesspiel erwischte. Jetzt konnte sich Stephanie an nichts mehr erinnern und musste geschont werden. Zur Schonung gehörte, dass das neue Liebespaar seine Beziehung nicht offen bekennen konnte.
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Wär’ ja auch zu einfach gewesen...

Was für eine Tragödie, dachte Lilah belustigt und schaltete den Fernseher aus. Irgendwie hatte diese Fernsehserie ihren Reiz verloren, denn es gab bestimmt Wichtigeres.

.

„Habe ich dir eigentlich schon von Wesley erzählt?“, fragte sie Spike, der sich zu ihr gesetzt hatte. Sie hatte das Gefühl, Spike müsste davon wissen, von diesem peinlichen Kapitel in ihrem Leben. Spike hatte ihr soviel von sich erzählt, dass sie es ihm einfach schuldig war.

„Nein“, sagte Spike. „Willst du?“

„Es ist mir peinlich. Aber egal.“ Lilah zog die Beine an ihren Körper und umschlang sie mit beiden Armen. „Gut, wie fang’ ich an?“

„Von vorne vielleicht?“

„Okay! Wir hatten ein Verhältnis. Zuerst ein rein sexuelles, aber dann wurde es ernster. Natürlich hat keiner von uns das zugegeben. Vielleicht hat Wes das auch gar nicht so empfunden wie ich. Ich weiß es nicht, oder doch? Jedenfalls hat er sich um mich gekümmert. Wesley hat ein ausgesprochenes Pflichtgefühl, er war schließlich Wächter, ich glaube, da hat man so etwas.“

„Ich habe ihn nie gesehen. Zu der Zeit war ich nicht in Sunnydale.“

„Blöderweise liebte er eine andere. Nämlich Winifred Burkle. Sie lebt auch in dem Hotel, wo die ganze Angel-Sippe haust. Angel hat sie aus einer anderen Dimension gerettet. Sie ist sehr intelligent, sehr jung, und sie ist mit Gunn zusammen.“

„Den kenne ich auch nicht.“

„Ich war so idiotisch, dass ich dachte, ich könnte ihn kaufen. Wesley natürlich. Ich schenkte ihm ein kostbares Artefakt, um ihn zu beeinflussen und dann habe ich...“ Lilahs Stimme stockte und sie sah Spike hilflos an.

„Was denn? So schlimm kann’s doch nicht gewesen sein“, meinte Spike aufmunternd.

„Ich habe mich so gekleidet wie Fred, ich habe mir die Haare so zurechtgemacht wie Fred, ich habe eine Brille getragen wie Fred. Wie die Frau, die er in Wirklichkeit liebte. Und es hat gewirkt. Allerdings nur kurzfristig. Bald darauf hat er mit mir Schluss gemacht.“ Lilah sprach nun sehr schnell und auch sehr bitter. „Er hatte sich für das Gute entschieden. Ich war draußen!“

„Oh ja, die Guten sind wirklich unerbittlich“, sagte Spike, und auch seine Stimme klang bitter.
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„Jeder handelt mal idiotisch im Namen der Liebe. Aber das sollte nur einmal passieren. Liebe ist ja gut und schön, aber man sollte sich nicht selbst verleugnen und demütigen. Das bringt nichts. Ich habe es ja auch getan, und es hat mir nichts gebracht. Es war für alle nur peinlich. Besonders für Buffy...“ Wie entsetzlich! War er damals total übergeschnappt gewesen? Er stöhnte gequält auf.

„Seltsamerweise veränderte ich mich, nachdem er mit mir Schluss gemacht hatte. Ich wollte nicht mehr so böse sein wie zuvor, und ich fing allmählich an, meine Position in der Firma auszunutzen, um bestimmten Leuten zu helfen. Natürlich konnte ich nicht viel tun, aber ich glaube, ich habe ein paar Leute vor dem Tod bewahrt. Ich wollte mir wohl beweisen, dass ich Wesley nicht brauchte, um gut zu sein, nein, gut ist das falsche Wort, sagen wir, nicht ganz so schlimm wie früher zu sein.“

„Du hast es aus eigener Kraft geschafft!“

„Ein bisschen, wie gesagt, nur ein bisschen. Erst als ich gestorben war und zurückgeholt wurde, da wurde ich zu einem...“, Lilah lächelte, „gefallenen Teufel.“

„Gefallener Teufel? Das gefällt mir!“

„Wie haben sie es wohl gemacht?“

„Was gemacht?“

„Uns wieder zum Leben erweckt.“

„Ich schätze mal“, meinte Spike nachdenklich, „sie brauchten dazu nur ein paar Sachen, vielleicht ein bisschen Kohle, ein bisschen Zucker, ein Streichholz, einen Nagel und viel Wasser. Da ist alles drin, was man so fürs ‚Leben’ braucht: Kohlenstoff, Schwefel, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff - und ein bisschen Eisen.“

„Sie haben mich etwas kleiner gemacht“, sagte Lilah nachdenklich.

„Vielleicht haben sie für das Rezept weniger genommen als auf der Packung angegeben war... Vielleicht war der Zucker ausgegangen oder es war zu wenig da.“

„Ich bin froh darüber“, musste Lilah zugeben. „Aber wie haben sie deine Narbe hingekriegt? Als simpler Klon wie ich wärst du so frisch und unversehrt wie ein neugeborenes Baby. Bei mir sind keinerlei Narben zu sehen, und ich weiß genau, dass ich welche hatte...“

„Ach was weiß ich! Vielleicht durch Zauber, vielleicht durch das Amulett. Das Amulett hatte große Kräfte, vielleicht hat es sich so inniglich mit meinen Molekülen verbunden, dass ich so bin wie ich war.
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.. Heiliger Strohsack, das hört sich ja sehr philosophisch an.“

„Bin ich ich? Oder bin ich gar kein Mensch?“

„Natürlich bist du ein Mensch“, sagte Spike eindringlich. „Du wärst auch ein Mensch, wenn du zu hundert Prozent aus Ersatzteilen bestehen würdest. Wenn du Gefühle hast und darüber nachdenken kannst, dann bist du ein Mensch.“

Lilah war es zufrieden, sie rückte näher an Spike heran und küsste ihn.



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Sie fingen an, gemeinsam an der Schwangerschaftsgymnastik teilzunehmen. Lilah spürte die neidischen Blicke der anderen Frauen, die nicht das Glück hatten, einen so attraktiven Mann an ihrer Seite zu haben. Und sie genoss es, sie war so glücklich.

Als der Frühling kam, konnten sie endlich ihren Wintergarten benutzen und sich bei geöffneter Glastür auf das große Rattansofa setzen und in den Garten hinausschauen. Lilah setzte sich oft alleine dort hin, wenn Spike nicht da war, weil er mit den Jungs oder der Plattenfirma etwas zu besprechen oder zu verhandeln hatte. Manchmal gaben er und die Jungs auch Interviews. Nein, nicht mit einem Vampir. Sie musste lachen.

Sie sprachen darüber, sich ein eigenes Haus zu kaufen und besichtigten auch mehrere Objekte, aber blöderweise wurden ihnen alle, die in Frage kamen, von anderen Interessenten vor der Nase weggeschnappt. Als Lilah allmählich unbeweglicher wurde, gaben sie es auf, sie wollten es erst wieder versuchen, wenn das Kind geboren war.

Lilah schaffte es auch nicht mehr, sich um Spikes Geschäfte zu kümmern, sondern besorgte ihm eine Agentin, die nichts mit W&H zu tun hatte, sondern eine Studienkollegin von ihr war und der sie absolut vertrauen konnte. Im Gegensatz zu W&H.



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„Kannst du übrigens französisch?“

„Habe ich dir das eben nicht bewiesen, mein Schatz“, sagte Spike etwas anzüglich.

„Nein“, sagte Lilah etwas verlegen, „das meinte ich nicht. Ich meinte französisch, die Sprache...“

„Un petit peu“, schon während er das von sich gab, überlegte Spike. Das war natürlich Quatsch, denn entweder musste es heißen ‚un peu’ oder ‚un petit’, beides zusammen war so überflüssig wie der weiße Schimmel, der schwarze Rappe oder die unberührte Jungfrau.
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„Aha, du kannst du ein bisschen französisch! Un petit peu! Das ist interessant... Was meinst du, siezen die Franzosen ihre Katzen?“

„Äääh bitte?“ Spike war überrascht. Sie hatte immer wieder das Talent, ihn zu amüsieren, und vor allem zu interessieren.

„Die Franzosen. Siezen sie ihre Katzen?“

„Keine Ahnung. Sag’ es mir!“

„Gut. Ich war mit einer Freundin auf einer Studienreise durch Europa. Moment mal, hast du eigentlich schon Mark Twains ‚Reisen durch Europa’ gelesen?“

„Nein. Ist es gut? Dann besorg’ ich es.“

„Es ist witzig! Wie auch immer, wir fuhren durch Südfrankreich. Irgendwann bekamen wir Hunger, es war in einem kleinen Ort, und wir hielten vor einer Épicerie. Oder war es eine Boulangerie? Was für eine Sprache... Jedenfalls wollten wir was zu Essen kaufen.“

Spike lauschte ihr gespannt und sagte nichts.

„Ich wollte die Verkäuferin mit meinem fließenden Französisch beeindrucken, ich hatte vorher zwei Stunden darüber nachgedacht, wie ich es ausdrücken sollte. Ich fragte also: Avez vous du pain?“

„Habense Brot da?“, tat Spike seine Französischkenntnisse kund.

„Brot war natürlich ausgegangen. Am späten Nachmittag haben die Franzosen kein Pain mehr. Das hätten wir wissen müssen...“

„Gut, Brot war alle. Und was war mit den Katzen? Waren die auch alle?“

„Non, da waren zwei Katzen in diesem Laden, egal ob Épicerie oder Boulangerie, eine kleine Getigerte und eine große dicke Rote. Die kleine Getigerte belästigte die große dicke Rote.“

„Die Getigerten sind die reinsten Drecksäcke...“

„Die Verkäuferin sagte: Laissez faire le grand.“

„Das heißt: Lassen Sie den Großen in Ruhe“, meinte Spike.

„Habe ich zuerst auch gedacht. Aber bei dieser Sprache, wo alles genauso gesprochen - aber ganz anders geschrieben wird, sind mir mittlerweile Zweifel gekommen.“

„Inwiefern?“

„Es könnte genauso gut heißen: Laisser faire le grand.
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Und das würde heißen, es wäre die Befehlsform, also der Imperativ, und das würde heißen: Den großen in Ruhe lassen!“

„Ich glaube nicht, dass die Franzosen ihre Katzen anschnauzen“, sagte Spike. „Welches zivilisierte Volk würde das tun? Einigen wir uns also darauf, dass die Franzosen ihre Katzen siezen. Und wenn ich mich so recht entsinne, dann siezen sich sogar französische Ehepaare im Ehebett... Also warum sollten sie nicht ihre Katzen siezen?“

„Voulez vous coucher avec moi?“

„Aber Schatz wir sind doch gar nicht im Ehebett…“

„Ce soir?“

„Klar! Coucher avec moi!!! Was soviel heißt wie: Mit mir schlafen!!! Das ist die Befehlsform. Verstanden, ma chere?“



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Spike war schon den ganzen Tag nervös und unkonzentriert gewesen. Lilah wunderte sich, was er wohl hatte.

Er zog sie auf seinen Schoß, streichelte ihr Haar, zwirbelte geistesabwesend einige ihrer Haarsträhnen zu Löckchen, öffnete seinen Mund, schloss ihn aber sofort wieder.

„Was ist denn eigentlich los mit dir?“, Lilah sah ihn besorgt an.

„Äääh ich.. ich wollte dich was fragen.“

„Jaaa?“

„Wir verstehen uns doch gut, oder?“ Seine Stimme klang unsicher.

„Oh ja...“

„Und wir wollen zusammen bleiben? Oder willst du das nicht? Für unser Kind wäre es doch besser, wenn wir zusammenbleiben würden.“

„Ich glaube schon“, Lilahs Herz machte einen Sprung, als er ‚unser Kind’ sagte. Er hatte es also akzeptiert. Zum erstenmal hatte er ‚unser Kind’ gesagt.

„Ich weiß, dass du ziemlich.... äääh vermögend bist“, Spike strich sich nervös durch sein Haar, „und dass ich“, er stockte kurz und sprach dann schnell weiter, „nicht gerade die beste Partie bin.“

„Worauf willst du hinaus?“ Lilah war nun mehr als verwundert.

„Wir könnten ja zum Beispiel, so einen Vertrag abschließen. Weißt du, so einen Vertrag, in dem die Vermögenssachen geregelt sind...“

„Was zum Teufel willst du denn regeln?“

„Bin ich die Anwältin oder du?“ Er sah genervt aus bei dieser Frage.
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„Wenn du dich ein bisschen deutlicher ausdrücken könntest“, sagte Lilah einigermaßen ratlos, obwohl sie auf einmal ahnte, was... Nein, sie musste sich irren. „Was also wolltest du mich fragen?“

„Verflucht noch mal, ich wollte dich fragen, ob du...“, nach einer ganz kurzen Pause redete Spike ganz schnell weiter, weil er es sonst möglicherweise nie sagen würde, wenn er es jetzt nicht über die Lippen brachte „meine Frau werden willst!?“

Lilah starrte ihn verblüfft an. Sie hatte es vorhin zwar vermutet aber nie im Leben für möglich gehalten. Dieses war ein Heiratsantrag. Von Spike, den sie liebte.

Lilah hatte auf einmal einen Geistesblitz, der ihre Antwort auf diese heikle Frage vom Trivialen befreien – und vielleicht für alle Zeiten ein Gegenstand von Witzen zwischen Spike und ihr bleiben würde.

„Gut, ich hol’ schon mal Papier und was zum Schreiben.“

„Häääh? Ach so. Du sagst ja?“

„Ja, du verdammter Volltrottel“, Lilahs Stimme klang noch spröder als sonst, sie zitterte fast, „ich will deine verdammte Frau werden!“

„Das ist gut“, sagte Spike erleichtert, zog sie noch näher an sich heran und küsste sie zärtlich. Und wollte gar nicht damit aufhören.

„So, und jetzt kannst du das Papier holen“, sagte er nach einer Weile, als sie sich atemlos voneinander getrennt hatten.

„Später, wir werden das schon regeln. Also küss mich. Weiter!“

„Lilah, iich will nnicht, dass du denkst, es wäre nur wegen ddes Kindes“, Spike fing doch tatsächlich an, leicht zu stottern.

„Und weswegen dann?“ Lilah fühlte sich zunehmend sicherer.

„Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich noch einmal richtig verlieben könnte. Weißt du, gebranntes Kind scheut Feuer – blöder Spruch – aber mit dir ist alles so leicht. Und schön. Mit dir habe ich keine Zweifel. Weder an dir noch an mir.“

„Ja das stimmt. Ich habe auch keine Zweifel“, sagte Lilah ernst.

„Vermutlich liegt es daran, dass ich dich liebe“, Spike lächelte sie an, und Lilah schaute hingerissen in seine blauen Augen, die sie unglaublich liebevoll anblickten. Sie umarmten sich wieder. Und küssten sich. Es war einfach unglaublich.
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Auch die Reihenfolge der Ereignisse war unglaublich: Sie hatten miteinander geschlafen. Sie hatten ein Kind gezeugt. Er hatte ihr einen Heiratsantrag gemacht. Und er hatte ihr eine Liebeserklärung gemacht. Seltsame Reihenfolge, denn die Liebeserklärung kam ein bisschen verspätet, aber es fühlte sich trotzdem alles richtig an.

Dann wühlte Spike mit der Hand in seiner Hosentasche herum und förderte schließlich ein kleines Kästchen zutage. Er klappte es auf, nahm einen Ring heraus und steckte ihn Lilah vorsichtig an den Finger.

„Natürlich nur, wenn er dir gefällt. Es ist ein Saphir“, fügte er hinzu. Natürlich fügte er nicht hinzu, wie schweinisch teuer der Ring gewesen war, aber für seine Liebste war eben nur das Beste gut genug.

„Er ist perfekt“, Lilah streckte versonnen ihre Hand aus und bewunderte IHREN Ring. Er war so schlicht, dass er schon wieder auffallend war. Ein großer, flacher im Facettenstil geschliffener dunkelblauer Saphir, der von der Farbe her perfekt zu ihren Augen passte und der ganz schlicht gefasst war in einem dunklen Gold.

„Ist das etwa Rotgold?,“ fragte sie Spike.

„Ja, das ist mal was anderes als das ewige Weiß- und Gelbgold. Er ist dir doch nicht zu... klobig?“ Spike küsste ihre Hand, die den Ring trug.

„Nein, nein! Ich werde dann also Lilah Morgan Castaway heißen“, meinte Lilah nachdenklich und betrachtete immer noch ihren Ring. „Aber eines möchte ich doch gerne wissen...“

„Dann frag’ mich, Frau!“

„Wie ist eigentlich dein richtiger Name? Ich meine den außer William, William kennen wir ja alle...“

„Lass mal überlegen“, Spike musste wirklich ein paar Minuten überlegen, denn es war so verdammt lange her... „William Gwydion Pendrag“, sagte er dann schließlich stockend und bekräftigte nach einer kleinen Pause diese Aussage: „Ja genau – William Gwydion Pendrag.“

„Das ist ein interessanter Name.“ Lilah sprach den Namen zärtlich aus: „Gwydion.“

„Findest du?“ Spike schaute etwas abwesend drein, als würde er in die Vergangenheit lauschen, weil da noch etwas anderes war. Zwei Minuten später fiel es ihm dann ein: „Dieser Name, Gwydion, wird in unserer Familie immer dem ältesten Sohn gegeben.
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Ist so eine Tradition. Keiner weiß warum, damals wussten wir es auch schon nicht mehr.“

„Das heißt also, falls wir einen Jungen bekommen, wird er Gwydion heißen. Das gefällt mir. Was ist das für ein Name? Oder...“, das fiel ihr siedendheiß ein, „hast du etwa schon einen Sohn?“

„Nein, du lieber Himmel, nein! Alles an mir war doch ziemlich tot.“

„Da haben wir schon Pferde kotzen sehen“, meinte Lilah trocken. „Angel und Darla, beide ja wohl Vampire, haben einen gesunden menschlichen Sohn bekommen...“

„Tja, da waren ja wohl die Höheren Mächte im Spiel“, sagte Spike spöttisch.

„Aber was ist das für ein Name? Und werden wir unser Kind“, Lilah schwelgte förmlich in den Worten ‚unser Kind’, „so nennen? Falls es denn ein Junge wird?“

„Ich glaube, der Name ist gälischen Ursprungs, und ich mag ihn irgendwie“, meinte Spike nach einer kurzen Pause. „Eigentlich habe ich Traditionen immer verabscheut, aber in diesem Fall werden wir mal eine Ausnahme machen...“

Woraufhin Lilah ihm um den Hals fiel.



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Bei W&H horchten die Abhörer der aufgezeichneten Bänder auf.

Endlich mal eine, wenn auch nur kleine Information über Spikes Vergangenheit. Nämlich sein wirklicher Name und etwas über die Familientradition.

Sehr interessant war das, und man gab es sofort an die maßgeblichen Stellen weiter.

Bis jetzt hatte man nämlich nur mit Vermutungen gearbeitet, denn man besaß zwar die Übersetzung der Prophezeiung, aber der Sinn des Ganzen lag noch im Verborgenen.

Man wusste natürlich, dass Spike ‚Jägerinnen-Kräfte’ innewohnten, die drei Monate, die er in der Krankenstation von W&H verbracht hatte, waren in dieser Hinsicht sehr aufschlussreich gewesen. Aber was konnte das bedeuten? Man wusste auch, dass Spike und das Amulett zusammenpassten - Angel war nicht kompatibel gewesen - und dass die Prophezeiung von einem Jäger sprach. Man hatte ihm Lilah zur Seite gegeben, sie war für die Firma überflüssig geworden, aber so konnte sie noch einen gewissen Nutzen haben, denn es ging wohl um Kinder, und das war ziemlich leicht zu manipulieren.

Nun denn, ein Kind war ja wohl unterwegs.
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Und das andere war freundlicherweise auch schon vorhanden. Trotz der chaotischen Verhältnisse zuletzt in Sunnydale hatten die Spione alles mitgekriegt.



„Ich kann die Scheiße nicht mehr hören“, sagte Abhörer Nr.1 zu Abhörer Nr.2. „Hoffentlich hat das bald ein Ende! Diese beknackten Gespräche von denen! Wen interessiert das schon, ob A- und B-Hörnchen ein Liebespaar sind. Meine Güte!“

„Oder ob die verdammten Franzosen ihre verdammten Katzen siezen! Andererseits treiben die beiden wirkliche geile Sachen, und ich glaube, das werde ich echt vermissen“, sagte Abhörer Nr.2 zu Abhörer Nr.1.

„Ist ja noch nicht zu Ende...“



(genauso wie dieser Roman...)
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Punktestand der Geschichte:   87
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Kommentare zur Story:

  yep, lilah gibt es wirklich, aber in "wirklichkeit" ist sie tot... ;-)
und von wegen schreibstil. ich hab' doch gar keinen, schreibe mal so, mal so... nee im ernst, dieser teil war ein bisschen überflüssig, denn wer interessiert sich schon für heiratsanträge oder für katzen, die von franzosen gesiezt werden? wie auch immer, ich freu mich über jede kritik, denn dadurch kann alles nur besser werden.
lieben gruß an dich  
   Ingrid Alias I  -  29.09.11 16:53

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  Ein schönes Kapitel um die beiden. Ich musste sogar mal Lilah Morgan googlen um festzustellen, dass sie kein von dir erdachter Char ist wie ich bislang immer vermutete.
Aber auch wenn die Story weiterhin spannend bleibt, so hab ich das Gefühl das dieses Kapitel nicht mehr an die anderen heranreicht - vom Schreibstil meine ich, aber ich kann es nicht genau beziffern... aber da ich wohl der Einzige bin der so denkt, musst du dir wohl keine Sorgen machen ;)  
   Jingizu  -  28.09.11 13:37

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  in der tat, was wird buffy dazu sagen - und vor allem tun? ;-)
lieben gruß und danke!  
   Ingrid Alias I  -  24.09.11 14:40

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  Erfolg in der Musik, ein Baby und es soll geheiratet werden. Was will man mehr? Aber was wird Buffy dazu sagen? Ich bin schon auf die Fortsetzung gespannt.  
   Petra  -  23.09.11 16:44

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  allgemein wird schlimmes befürchtet. denn so ein glück kann nicht dauerhaft sein. warum eigentlich nicht?
gut, wir werden sehen - aber gebt nicht mir die schuld dran, wenn was schief geht... :-)
ein danke schön an alle! freut mich unheimlich, dass ihr bei der stange geblieben seid und dass ihr euch sogar noch gedanken macht.
lieben gruß von mir  
   Ingrid Alias I  -  22.09.11 20:19

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  Man sieht, Spike meint es mit Lilah ernst. Und ich glaube, er freut sich auch auf das Kind. Doch was ist mit Buffys kleiner Tochter? Ich denke, dass Spike von diesem Kind gar nichts weiß. Und ich frage mich, ob es denn auch wirklich sein Baby ist? Auf alle Fälle scheinen W&H an diesen KLeinen interessiert zu sein. Spannend!  
   doska  -  21.09.11 18:16

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  Es ist herrlich zu lesen, wie glücklich die beiden miteinander sind. Doch die Firma "Horch und Guck" - sprich W&H - dürfte nichts unversucht lassen, ihnen das Glück zu vermasseln.
Ich bin jetzt schon gespannt, wie es mit dem neuen Wonneproppen weiter geht.
LG. Michael  
   Michael Brushwood  -  21.09.11 16:04

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  Ich muss den anderen recht geben. Soviel Glück auf einmal und dann im Hintergrund W&H, die Lilah und Spike die ganze Zeit abhören, das kann doch nicht lange gut gehen?  
   Dieter Halle  -  21.09.11 09:48

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  Oho, jetzt wird also demnächst geheiratet?
Na die beiden scheinen ja wirklich sehr glücklich miteinander zu sein. Wenn ich da an den
Anfang des Romans denke, dann wird das sicher noch richtig traurig.
Übrigens brachte mich das Gespräch über Katzen und Franzosen zum schmunzeln.

Ach verflixt W&H hätte man jetzt doch glatt vergessen. Was das wohl für eine Prophezeiung ist und was hat diese teuflische Firma mit den Kindern vor?

Na dann bin ich ja mal auf die nächsten Teile gespannt.  
   Tis-Anariel  -  20.09.11 18:16

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  Mist, irgendwas haben W&H doch mit den beiden Kindern später vor? Das hört sich nicht gut an, obwohl Lilah und Spike im Moment sehr glücklich sind.  
   Jochen  -  20.09.11 17:31

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Interessante Kommentare

Kommentar von "Sabine Müller" zu "finn"

Schön, echt wunderschön. Wundert mich, dass noch Niemand einen Kommentar abgegeben hat.

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