Gone with the death? – Teil 9 ZWIESPÄLTIG...   107

Romane/Serien · Amüsantes/Satirisches · Fan-Fiction/Rollenspiele

Von:    Ingrid Alias I      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 27. Juli 2011
Bei Webstories eingestellt: 27. Juli 2011
Anzahl gesehen: 2001
Seiten: 8

Diese Story ist Teil einer Reihe.

Verfügbarkeit:    Die Einzelteile der Reihe werden nach und nach bei Webstories veröffentlicht.

   Teil einer Reihe


Ein "Klappentext", ein Inhaltsverzeichnis mit Verknüpfungen zu allen Einzelteilen, sowie weitere interessante Informationen zur Reihe befinden sich in der "Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht":

  Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht      Was ist das?


Lilah sieht diesem Schauspiel entgeistert zu. Das kann doch wohl nicht wahr sein! Energisch schiebt sie Snikkers zur Seite, klettert aus der Bank heraus und geht auch nach draußen.

Spike sitzt auf der Motorhaube eines Sportwagens und flirtet offensichtlich mit der Besitzerin dieses Sportwagens, einem Busenwunder, wie es möglicherweise nur die Vereinigten Staaten herstellen können... „Da hast du aber ein geiles Gerät“, sagt er zu dem Busenwunder, worauf das Busenwunder anzüglich entgegnet: „Da solltest du aber erst mein anderes Gerät sehen...“

Lilah erkennt sofort, dass sie es mit einer höchst unmoralischen Person zu tun hat, die alles Erdenkliche tun würde, um Spike in ihren Sportwagen und womöglich auch an ihre anderen geilen Geräte zu zerren.

Sie bewegt sich langsam zum Sportwagen hin, lächelt dann erfreut das Busenwunder an und sagt heiter zu Spike, als wäre sie überhaupt nicht stinksauer: „Da bist du ja, Liebling!“, sie drückt ihm einen zarten Kuss auf die Wange, „die Jungs warten schon auf dich!“ – und lotst ihn vorsichtig aber auch energisch wieder in Richtung Eingangstür E-body und dann auf die Polsterbank, aber so, dass er hinter ihr zu sitzen kommt und somit unter Kontrolle ist.

„Du hast mich gerettet“, Spike scheint erleichtert zu sein.

„Ach was!“ Lilahs Stimme klingt leicht säuerlich, „dein Kopf verschwand schon fast unter ihren Titten. Du musst ja unheimlich gelitten haben!“

„War auszuhalten, aber nicht gerade schön. Ich verstehe absolut nicht, dass amerikanische Männer solche Busenfanatiker sind. Haben die alle einen Mammakomplex?“ Spike fragt dieses sehr überzeugend, denn er steht nun wirklich nicht (ganz ehrlich) auf monströse Titten.

„Erzähl’ mir nichts“, meint Lilah ein wenig aufgebracht.

„Ich steh’ wirklich nicht auf Plastiktitten“, bekräftigt Spike und fährt fort: „Ich steh’ aber auch nicht auf Frauen, die sich von irgendwelchen Typen angrapschen lassen...“

Lilah guckt ihn erstaunt an. „Du meinst doch nicht etwa Snikkers?“

„Neeiiin, absolut nicht! Wie kommst du denn auf den?“ Spikes Stimme trieft ein wenig vor Hohn.

Sie streiten sich noch eine Weile, natürlich nicht ernsthaft, denn sie sind schließlich kein Liebespaar, aber man könnte fast sagen, sie simulieren einen Streit unter Liebespaaren, bis plötzlich von Porterhouse eine Knobelrunde ausgerufen wird – was sich kundtut durch die obligatorische Frage: „Sollen wir einen umdrehen?“



Das Schocken.
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...

...ist ein Knobelspiel, das man meistens gewinnt, wenn man viel Geld in der Tasche hat – und meistens verliert, wenn man eh schon pleite ist...

...Ist eine Mischung aus Glücksspiel, Risiko und Taktik. Jeder Mitspieler benötigt dazu einen Knobelbecher, drei Würfel und am besten drei gewürfelte Einsen...

...Wie viele Leute können es spielen? Egal, von zwei bis unendlich, falls genügend Becher und Würfel da sind und die Theke lang genug ist.

...Wie viele Leute können es wirklich spielen? Nicht alle können das, nur wenige sind auserwählt, das Schocken zu beherrschen.

Spike hat wirklich mordsmäßiges Glück, außerdem versteht er sich auch gut auf Taktik.

Spike gewinnt, Snikkers verliert. Was traurig ist, denn Snikkers hat schon jede Menge Schulden, die Sharkie-Brothers hängen ihm im Nacken, er muss unbedingt Geld besorgen. Und eigentlich sollte er gar nicht in Kneipen gehen.

Glück in der Liebe – Pech im Spiel, das ist wirklich ein total blöder Spruch, denn meistens hat man Glück auf allen Fronten, so wie Spike. Außerdem hat er Lilah an seiner Seite... Das denkt Snikkers.



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Nach und nach lernte Spike die Bandmitglieder näher kennen, alle bis auf Porterhouse, der ein wenig unzugänglich war, nicht nur bei Spike. Aber die anderen drei waren in Ordnung.

Snikkers, eigentlich ein recht normaler Typ, mittelgroß, schlank, mit gelocktem Haar, irgendwie aussehend wie ein Puertoricaner aus einem Musical, mäßig trinkend und rauchend, hatte ab und zu Aussetzer und zwar dann, wenn er einen ÜBER den Durst getrunken hatte, was zwar selten vorkam, aber dann umso heftiger war. Er verwandelte sich unmittelbar von einem Augenblick zum anderen in ein schluchzendes untröstbares Etwas. Der Höhepunkt seiner trunkenen Depression war dann immer der Ausspruch: „Der wollte ihr mal die Welt zeigen“, gefolgt von weiteren heftigen Saufanfällen, bis der gute Snikkers hinterher so besoffen war, dass er aus eigener Kraft nicht mehr die Kneipe verlassen konnte, sondern von mindestens zwei befreundeten Saufbolden in die Mitte genommen und in seine bescheidene Wohnung abtransportiert werden musste.
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<Der wollte ihr mal die Welt zeigen> Dieser Spruch zeigte Snikkers tiefe Lebenskrise auf. <Der> war ein mit ihm verfeindeter junger Snik-Casanova, der unglaublichen Erfolg bei Frauen hatte.

<Ihr> bezog sich auf Snikkers Exfreundin, mit der er gut zwei Jahre lang die große Liebe geteilt hatte. Bis dann <Der> auftauchte und alles, woran Snikkers glaubte, zuschanden machte. Jedenfalls war es aus. Ob allerdings <Der> <Ihr> jetzt wirklich die Welt gezeigt hatte oder nur gewisse Teile seiner Anatomie, darüber gab Snikkers nie erschöpfend genug Auskunft. Vielleicht wollte er es gar nicht wissen.

Irgendwie fühlte Spike eine gewisse Sympathie für Snikkers. Snikkers war der einzige von den Jungs, der mal eine feste Beziehung zu einer Frau gehabt hatte, und das war gleich so furchtbar in die Hose gegangen. Bemitleidenswert irgendwie. Snikkers besaß Spikes vollstes Verständnis, und die beiden schwammen ungefähr auf der gleichen Wellenlänge.

Casio, der eine gewisse äußerliche Ähnlichkeit mit Oz, dem Werwolf besaß, war zwar ein guter Kumpel, aber seine Interessen beschränkten sich nur auf sein Keyboard, dem er traumhafte Klänge entlocken konnte, auf Computersysteme und auf veraltete DOS–Spiele. Einseitig irgendwie.

Bronson, groß mit langen glatten schwarzen Haaren, man hätte ihn gutaussehend nennen können, wenn er nicht diese Klamotten aus der Mülltonne getragen hätte. Bronson war zwar auch ein guter Kumpel, aber er lebte eigentlich nur in seiner ruhmreichen Vergangenheit, zitierte des öfteren seine Gedichte, wenn ein Publikum da war – also ungefähr zwei Leute – und hatte leider, wahrscheinlich wegen seiner exzessiven Saufereien, gedankliche Aussetzer, die dazu führten, dass seine Gedichte immer kürzer wurden. Er konnte sich einfach nicht mehr an die Enden erinnern. Tragisch irgendwie.

Porterhouse dagegen – mittelgroß, drahtig und mit kurzrasiertem Schädel – besaß einen hellen Verstand und ähnelte Spike in seinem Sarkasmus und seiner ironischen Art, aber sein Verhältnis zu Frauen stieß Spike ab.
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Nicht dass Spike etwas gegen eine einmalige Bumsaktion gehabt hätte, aber er war nun mal ein Mann der Liebe, auch wenn er nie die richtige Frau für sich gefunden hatte.



Aber allesamt waren die Jungs mittlerweile musikmäßig so perfekt, dass Spike dran dachte, mit ihnen ins Aufnahmestudio zu gehen. Es gab nur noch ein paar Kleinigkeiten zu regeln. Zum Beispiel, ob sie ein Stück von den Sex Pistols spielen sollten. Oder gar ein eigenes Stück?

Alles schwere Entscheidungen!



http://www.youtube.com/watch?v=KL2YmITv4WM

(Kann man nebenbei hören, wenn man ein neues Firefox- oder Explorerfenster aufmacht und es dann minimiert.)*



Und dann war da noch Anne Clark mit ihrem ‚Homecoming’. Damit kam Spike überhaupt nicht zurecht. Das war so ein Sprechgesang, aber irgend etwas stimmte nicht damit. Es sollte eigentlich von einer Frau gesprochen werden. Von einer Frau mit einer deutlichen, kühlen spröden Stimme. Und dann kam ihm die Erleuchtung.

„Liiilaaah! Komm’ mal runter!“

Und so geschah es, dass Lilah Morgan im Alter von 32 Jahren bei einer Band mitsang, nein eher mitsprach. Sie erhielt einen Ausdruck des Textes und die Anweisung: „Nur sprechen, auf keinen Fall singen!“ Ferner spielte man ihr das Stück vor, und sie erhielt die gleiche CD, die jedes andere Bandmitglied schon erhalten hatte. Zum Üben!

„Das ist es!“ meinte Spike zufrieden nach der ersten ernsthaften Probe. Er wusste nicht, dass Lilah, die gewissenhafte Anwältin stundenlang den Text geübt hatte, unter anderem auch diesen Teil:



Sliding to the floor

we swell, falling to the ground

the world becomes a place

with no clear shapes, with no clear sounds…



Falling to the ground, das träumte Lilah vor sich hin. Mit Spike, schön wär’s... Eigentlich hatte sie ja andere Sorgen, mittlerweile waren fünf Wochen vergangen, und der Gips war ab. Das hieß, sie hatte jetzt keinerlei Grund mehr, in Spikes Haus herumzuhängen. Sie konnte jetzt wieder für sich selber sorgen. Aber wollte sie es überhaupt? Nein, sie wollte nicht in ihre Wohnung zurück, in dieses Symbol ihres alten Lebens, und als keiner über Auszug redete, blieb sie einfach da und trainierte wacker ihren rechten, etwas dünn gewordenen Arm.
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Die Jungs gingen ins Studio, die Aufnahmen dauerten fünf Tage, und am letzten Tag musste Lilah auch mit hingehen und ihr Lied singen, pardon sprechen. ‚Homecoming’.

Mittlerweile war auch der Belagerungszustand durch die Jungs zu Ende, sie kamen zwar noch ab und zu vorbei, aber es gab wieder Luft im Hause, im wahrsten Sinne des Wortes.



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Spike schaltete den elektrischen Kaminofen ein, denn im Oktober herrschten zumindest nachts schon niedrigere Temperaturen. Lilah hatte sich deswegen kuschelig warme, innen angeraute Jazzpants und ein lavendelblaues Flanellhemd anzogen. Ihre langen Haare hingen zu Zöpfen geflochten nach vorne über ihre Schulter, und sie sah damit aus wie ein junges Mädchen.

Spike trug noch ein kurzärmeliges schwarzes T-Shirt, weil er bei seiner niedrigen Körpertemperatur nicht so leicht fror, andererseits trug er dicke grau-melierte Wollsocken. Lilah überlegte, ob er kalte Füße hatte und dass sie ihm die gerne wärmen wollte.

Sie schauten mal wieder ‚Reich und schön’. „Oh Gott, was passiert da?“, wundert sich Spike stöhnend, als Taylor bei der Geburt ihrer Zwillinge, geschwächt von einer eklig resistenten Tuberkulose, die sie sich von einem Landstreicher, dem sie Gutes tun wollte, geholt hat, in ein Koma fällt. Und zwar in ein minutenlanges Koma! Ridge, Taylors Ehemann steht weinend neben ihrem Bett. Ferner zwei Ärzte, diverse Krankenschwestern, und dann kommt der Rest der Familie: ihre Schwiegermutter Stefanie, ihr Schwiegervater Eric und sogar ihre bisher größte Feindin, nämlich Brooke, die schon immer auf Ridge scharf war, alle betreten den OP:

„Wenn ich Arzt wäre, würde ich die alle rausschmeißen!“, empörte sich Spike.

„Schau, jetzt kommt Taylor noch aus ihrem Körper heraus und sieht sich selber von oben. Huch, was ist denn das? Etwa ein Engel? Komisch, als ich gestorben bin, habe ich nichts dergleichen erlebt.“ Trotz ihrer Bedenken sahen Lilahs Augen ein wenig feucht aus.

„Als ich gestorben bin, hatte ich ziemliche Schmerzen, und es war verdammt hell, aber nicht von einem himmlischen Feuer, sondern ganz im Gegenteil“, ereiferte sich Spike.
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„Sie kommt zurück. Nein, das glaube ich nicht!“ Lilah war so entrüstet, als hätte die Schwerkraft gerade ausgesetzt und sie und alle anderen Gegenstände würden in der Luft schweben.

„Das ist alles total unrealistisch“, stimmte Spike ihr zu. „Ich glaub’ ich guck’ den Scheiß nicht mehr!“

„Das habe ich auch schon oft gesagt, aber es ist wie Nikotinsucht. Die Zigaretten schmecken dir zwar nicht mehr – und du weißt, es ist schlecht für dich, aber du steckst dir immer wieder eine an, denn vielleicht schmecken sie ja doch wieder.“ Lilah sprach aus Erfahrung.

„Ich hab’s noch nie versucht. War ja auch bis jetzt nicht nötig...“

Lilah schaltete den Fernseher aus. „Erzähl’ mir weiter, du weißt doch, deine Geschichte mit der Jägerin...“

„Wo hatten wir denn aufgehört?“

„Als Riley zurückkam, und als Buffy mit dir Schluss gemacht hat.“

„Da kommt nicht mehr viel“, sagte Spike gelassen, „jedenfalls nix Gutes, deswegen werde ich es kurz machen. Sie hatte also mit mir Schluss gemacht, aber aus dem Weg gehen konnten wir uns trotzdem nicht. Zum Beispiel bei der Hochzeit von Xander und Anya.“

„Anya, das war doch eine Dämonenfrau“, sagte Lilah.

„Eine ehemalige Rachegöttin, hatte ein bisschen Pech gehabt. Egal, ich führte bei dieser Hochzeit mit Buffy ein fast normales Gespräch. Die Hochzeit platzte übrigens, Xander wollte nicht mehr...“

„Ach nee!“

„Das führte dazu“, Spike musste unwillkürlich grinsen, „dass Anya, die ehemalige Rachegöttin auf Rache aus war. Ich stolperte in ihren Zauberladen hinein, weil ich ein Trostmittel gegen Liebeskummer kaufen wollte. Buffy hatte mich kurz vorher beschuldigt, in ihrem Vorgarten ein paar als Gartenzwerge getarnte Abhörgeräte installiert zu haben. Was natürlich absurd war, wie ich ihr auch sagte. Ich war zwar besessen von ihr, aber so einen Scheiß... Na gut, es kam zu dem üblichen Gespräch zwischen ihr und mir. ICH behauptete, ich wäre nicht mehr böse und würde ihr nie ein Leid antun können. SIE behauptete, ich würde das zwar glauben, es wäre aber nicht so, denn ich würde lügen, stehlen und manipulieren... blaahblaahblaah.
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Du Dämon – du schlecht! Und ich sollte loslassen. Loslassen!!! So ein dämliches Wort! Ich konnte es nicht mehr ertragen und warf sie aus meiner Gruft hinaus.“

„Ach, und das soll jetzt eine Kurzfassung sein?“, sagte Lilah ein wenig konsterniert, während Spike heftig Luft holte, um gleich darauf weiter zu reden.

„Anya und ich leerten gemeinsam eine Flasche Whisky, wir waren so besoffen, dass wir es auf dem Tisch im Zauberladen trieben. Wir wussten natürlich nicht, dass eine Überwachungskamera alles aufnahm und in alle Haushalte von Sunnydale sendete. Das waren die gleichen Wichser, die den Überwachungszwerg in Buffys Vorgarten installiert hatten.“

„Hmmm...“

„Wir guckten uns ziemlich blöde an, als wir wieder zu uns kamen. Es war peinlich! Noch peinlicher war, dass alle es gesehen hatten, Xander, Dawn und vor allem Buffy. Als ich aus dem Laden rausging, schwirrte eine Axt auf mich zu, ich konnte mich gerade noch wegdrehen. Die Axt kam vom Exbräutigam Xander...“

„Oh, der war wohl eifersüchtig?“

„Yep! Kurz danach traf auch Buffy ein, und sie beschützte mich vor Xander, das war zum Kotzen! Als er dann auch noch Anya beschimpfte, sie hätte es mit einem toten seelenlosen Ding getrieben, da konnte ich mich nicht mehr zurückhalten und sagte: Für Buffy war ich gut genug.“

„Na endlich mal ein klares Wort“, meinte Lilah erleichtert.

„Ja, die Katze war aus dem Sack. Sie guckte mich an, teils verletzt, teils als ob sie mich umbringen wollte und sagte dann: Das hat ja nicht lange gedauert. Seltsam, einen Tag vorher hatte sie noch zu mir gesagt, ich könne nicht loslassen.“

„Aber du durftest nicht mit einer anderen schlafen!“, warf Lilah ein.

„Was zum Teufel wollte sie überhaupt von mir? Ich war jedenfalls raus aus der Gang, so richtig war ich ja nie drin gewesen, aber jetzt war Buffy anscheinend so sauer auf mich, dass sie allen verboten hatte, mich jemals um Hilfe zu fragen.“

„Seltsam. Schizophren...“ Lilah machte sich so ihre Gedanken.

„Nun kommt das wohl übelste Kapitel unserer... haha Beziehung. Ich habe nämlich versucht, sie zu vergewaltigen.“

Lilah blieb nun stumm, denn sie wollte jede Einzelheit genau in sich aufnehmen, als Frau sowohl wie als Rechtsanwältin.
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„Zu meiner Entschuldigung, und das ist die einzige Entschuldigung, die ich habe, muss ich sagen, dass ich damals noch ein Vampir war. Ich hatte zwar den Chip, der mich allmählich von gewalttätigen Sachen entfernt hatte, doch ich war immer noch gewalttätig, nur konnte ich es nicht ausleben. Buffy liebte ich, und sie war der einzige Mensch, den ich verletzen konnte, mein Chip wirkte ja nicht bei ihr. Ich hätte sie beißen können, so schnell, dass sie keine Möglichkeit gehabt hätte, sich zu wehren. Und es gab dazu viele Gelegenheiten während unserer Liebesspiele. Aber ich habe es nicht getan, weil ich dachte, dass sie es noch nicht wollte...“

„Schon gut, weiter!“ Lilah wurde ein wenig ungeduldig.

„Buffys kleine Schwester besuchte mich in meiner Gruft. Ich hatte mir schon einiges an Schnaps reingezogen und war ziemlich sauer, als die Kleine mir doch tatsächlich einreden wollte, ich hätte Buffy sehr weh getan. Dieser Spruch wiederum tat MIR sehr weh. Was wusste die Kleine schon von unserer... hahaha Beziehung. Als sie dann gegangen war, rappelte ich mich auf, um einen letzten Versuch zu starten. Ich ging zu Buffys Haus und in ihr Badezimmer, sie wollte gerade ein Bad nehmen...“ Spikes Stimme stockte.

„Was dann.“

„Ich wollte sie zwingen, mit mir zu schlafen, sie sollte einsehen, dass sie mich liebte, denn ich hatte es gespürt, wenn ich in ihr war“, Spikes Stimme wurde leiser. „Da war etwas...“

„Was?“

„Gefühle, die sie sich nicht eingestehen konnte. Wir hatten uns mehrere Male fast gegenseitig umgebracht. Ich war ein Vampir, noch dazu einer ohne Seele. Sie muss sich so verdammt dreckig vorgekommen sein!“

„Du hast Mitleid mit ihr?“

„Jetzt ja. Damals konnte ich sie nicht verstehen. Jedenfalls schlug sie zurück, wehrte mich ab, sie wollte es nicht.“ Spike blickte nachdenklich vor sich hin, bevor er weitersprach: „Und dann machte sie unwiderruflich und endgültig Schluss mit mir.“

„Aber sie war eifersüchtig!“

„Das bedeutet überhaupt nichts“, Spike schaute Lilah an, als würde er sie zum ersten Mal sehen. Sie sah ganz entzückend aus mit diesen Zöpfen, sie wirkte wie ein kleines Mädchen, und sie war so bar jeder Koketterie, sie lächelte nicht verführerisch und verließ sich nicht auf ihre Schönheit, setzte sie nie als Waffe ein, und sie würde nie einen relativ fremden Mann so schmachtend ansehen wie Buffy damals in diesem Restaurant Robin Wood angesehen hatte.
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Was für ein beknackter Name: Robin Wood! Er würde das nie vergessen – ihre Lippen ihm zugedreht wie das Maul eines bestimmten Fisches, dessen Name ihm natürlich jetzt nicht einfiel, ein Kussmaul eben. Und diese Anspielung, sie hätte nie so etwas ...Gutes im Mund gehabt. Buffy hatte ihn, Spike, nie mit diesem überwältigenden Charme angeschaut – für ihn waren andere Dinge reserviert. Und das war auch richtig so, denn im nachhinein stellte sich heraus, dass er die Mutter von diesem Robin Wood getötet hatte, irgendwann in New York in einer U-Bahn. Damals liebte er es halt, Jägerinnen zu töten...



Geht weiter...
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Kommentare zur Story:

  spike hat glück, spike hat geschmack, nicht immer, aber manchmal... ;-) und jetzt muss endlich was passieren, egal ob was gutes oder was schlechtes. wie im wirklichen leben, sonst dümpelt die sache endlos vor sich hin.
danke fürs lesen und loben, ihr liebsten!  
   Ingrid Alias I  -  30.07.11 19:50

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  Wieder eine herrliche amüsante Story. Ich bin jetzt schon gespannt, ob sich Liliah und Spike doch noch nahe kommen.
Wichtig finde ich, dass Liliah Spike vor dem Unheil dieses Busenwunders bewahrt hat.
Supertoll fand ich vor allem die Formulierung, dass so ein Busenwunder möglicherweise nur die Vereinigten Staaten herstellen können.
Deine ausgefallenen Ideen sind wirklich absolute Spitze.
LG. Michael  
   Michael Brushwood  -  29.07.11 11:47

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  He, und sie hat ihn "gerettet". Schön, dass er nicht für so`ne Supertitten schwärmt. Viele lassen sich deswegen Silikon unter die Haut stopfen. Das kommt mir so wie im alten china vor, wo du Füße von Frau, um Mann besser zu gefallen, verstümmelt wurden.
Spikes Rückblicke bringen uns dazu, ihn immer besser zu verstehen. Humorvolle, unterhaltsame Fortsetzung.  
   Petra  -  29.07.11 10:54

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  Der arme Snikkers, kein Glück im Spiel UND kein Glück in der Liebe. Im Gegensatz zu Buffy lässt sich Lilah nicht von Spike abbringen. Aber der zeigt ihr nach wie vor die kalte Schulter. Ein interessantes kleines Kapitel.  
   doska  -  28.07.11 16:11

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  @ dieter, ja stimmt, er ist anscheinend IMMER noch nicht über buffy hinweg. und mich freut es IMMER, wenn du es liest... ;-)
@ jochen, so ein paar rückblenden machen das ganze vielleicht verständlicher, vor allem für vollkommen serienfremde. seltsames wort: serienfremde... ;-)
wie auch immer, danke fürs lesen!  
   Ingrid Alias I  -  28.07.11 14:46

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  So war das also damals. Buffy und Robin Wood. Dessen Mutter hatte Spike dereinst getötet. Klar, dass er sich auf diese Weise an Spike gerächt hatte. Jene Dame, die Spike weglockte erscheint mir aber immer noch verdächtig. Frauen sind eigentlich überhaupt verdächtig *Grins*  
   Jochen  -  28.07.11 11:41

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  Da hat Lilah ja aufgepasst. Das Busenwunder bekam keine Chance, aber sie selbst auch nicht. Spike hängt Buffy noch immer nach. Deine Story ist so amüsant und unterhaltsam wie immer. Es lohnt sich sie zu lesen.  
   Dieter Halle  -  27.07.11 18:41

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Interessante Kommentare

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