Gone with the death? – Teil 5 NARBEN   99

Romane/Serien · Amüsantes/Satirisches · Fan-Fiction/Rollenspiele

Von:    Ingrid Alias I      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 20. Juni 2011
Bei Webstories eingestellt: 20. Juni 2011
Anzahl gesehen: 2051
Seiten: 8

Diese Story ist Teil einer Reihe.

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   Teil einer Reihe


Ein "Klappentext", ein Inhaltsverzeichnis mit Verknüpfungen zu allen Einzelteilen, sowie weitere interessante Informationen zur Reihe befinden sich in der "Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht":

  Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht      Was ist das?


Als Spike aus seinem traumlosen Schlaf erwachte, stellte er fest, dass er ganz allein auf dem Bett lag. War sie weg?

Nein, sie kam gerade aus dem Badezimmer, sah ihn verlegen an und zupfte an ihrem Armverband herum.

„Sie wundern sich bestimmt darüber, dass ich Sie kenne“, sagte sie.

Stimmen! Das hatte er vergessen. Stimmen sind auch wichtig. Die Jägerin hatte eine etwas quäkige Stimme gehabt, eine amerikanisch quäkige Stimme. Aber da er die Jägerin heiß und innig geliebt hatte, war ihm die Stimme egal gewesen, nein, im Gegenteil, sie hatte noch den Reiz ihrer beider Gegensätzlichkeit erhöht. Doch diese Frau hatte eine spröde Stimme mit klarer Aussprache.

„Mich wundert mittlerweile gar nichts mehr...“ Spike hatte sich aufgestützt und betrachtete sie aufmerksam.

Sie hatte dunkle blaue Augen, nein, manchmal wirkten sie türkis und manchmal nilgrün. Außerdem war ihre Haltung seltsam, so als ob sie sich kleiner machen wollte.

„Sie sind Spike, auch genannt William the bloody. Sie sind circa einhundertzwanzig Jahre alt, gemessen in Vampirzeit. Und das sind vielleicht einhundertfünfzig Jahre in Echtzeit“, fügte sie spöttisch hinzu. „Und anscheinend hat man Sie zurückgeholt von den Toten.“

„Sie sind nah dran, Mädel.“

„Sie haben jede Menge Leute umgebracht!“

„Warm, Mädel...“

„Sie haben sich nicht durch besondere Perversitäten hervorgetan, Sie hatten einfach nur einen Heidenspaß am Morden. Und Sie sind ein sogenannter Verwandter von Angel!“

„Wärmer, Mädel, das ist richtig“, sagte Spike, dessen Augen sich bei der Erwähnung von Angel grimmig verengt hatten.

„Gehören der Aurelius-Familie an, und ihr berühmter Vorfahr ist ein gewisser Johann Nest, den man auch den Meister nannte“, fuhr sie fort.

„Der wiederum Angels Großvater war“, gab Spike zu.

„Sie töteten die letzte Hoffnung ihres Urahnen auf seine neue Macht, nämlich den sogenannten Gesalbten.“

„Ich mochte den kleinen Klugscheißer nicht...“

„Sie waren über hundert Jahre mit einer einzigen Frau zusammen.“ Ihr Tonfall klang skeptisch.

„Heiß, Mädel. Soll ich mich etwa deswegen schämen?“

„Diese Frau hat Sie dann verlassen.
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So um 1998.“

„Auch deswegen schäme ich mich nicht. Sie hat mich aus Gründen verlassen, die ich lange Zeit nicht kapiert habe...“

„Drusilla hat Sie damals verlassen, weil Ihre Gedanken sich nur noch mit der Jägerin beschäftigten. Ist das richtig?“

„Stehen wir hier vor Gericht oder was?“

„Nein“, sie lächelte entschuldigend, „aber ich liebe nun mal die Kreuzfeuertaktik. Treibe den Angeklagten in die Enge, konfrontiere ihn mit seiner Vergangenheit. Konfrontiere ihn mit der Wahrheit. Mach’ ihn einfach fertig!“

„Hören Sie mal, Schätzchen“, das ‚Schätzchen’ kam ziemlich sarkastisch heraus. „Wir sind hier nicht bei ’ner Gerichtsshow... Und ebenso gut könnte ich IHNEN ein paar Fragen stellen.“

„Sie haben sich wirklich in die Jägerin verguckt?

„Auch das interessiert hier keinen, ausgenommen übergeschnappte Anwältinnen bei ihrer Anklageschrift. Wieso lagen Sie bewusstlos hinter einem Müllcontainer?“

„Hmm, ich weiß es nicht.“

„Sie sind schon verurteilt, Schätzchen!“, entgegnete Spike fröhlich.



Mittlerweile waren ihr die Worte ausgegangen, sie hatte sowieso nur aus purer Verlegenheit herumgequatscht. Stattdessen weilte ihr Blick wie angesaugt auf ihm, glitt über sein Gesicht – tatsächlich hatte sie im Buch der Wächter einen Schnappschuss von ihm gesehen – und blieb dann an seinem Mund hängen.

Dieser Mund war einfach schön, keine zu breiten Lippen wie bei Wesley – sie verspürte einen leichten Stich in der Gegend ihres Herzens – auch keine zu strengen Lippen wie bei Angel, nein, diese Lippen waren gerade richtig in Größe und Form, und sie sahen so sensibel aus, dass es einen verlangte, mit den Fingern darüber zu fahren, sie zu streicheln und eventuell mit dem Mund darüber zu... Himmel, was sollte das? Sie kannte den Mann absolut nicht. Und das, was sie aus den Wächtertagebüchern über ihn wusste, war nicht sehr anziehend und erst recht nicht vertrauenswürdig.

Aber diese Narbe, die seine Augenbraue spaltete, die erinnerte sie schmerzlich an den alten Kater, den sie einst als Kind gehabt hatte und an sein zerfetztes Ohr, ein ruhmreiches Andenken an seine Kämpfe.
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Sie hatte ihn zärtlich geliebt.

Was also fand sie an ihm so faszinierend? Seine arrogante Haltung? Seine Lippen? Seine raue Stimme? Sie wusste es nicht, wusste nur, dass sie noch niemals solch eine Verwirrung in der Gegenwart von jemanden empfunden hatte, den sie quasi zum erstenmal sah, und sie strich sich wieder verlegen über den Verband an ihrem rechten Arm.

„Der Arzt hat gesagt, Sie sollten Ihren Arm röntgen lassen, vorsichtshalber.“

Sie nickte leicht und ließ ihre Blicke unauffällig, wie sie meinte über seinen Körper gleiten. Sie stellte fest, was er anhatte, er trug ein schwarzes T-Shirt, das seine Muskeln eher betonte als verbarg und eine sandfarbene Cargohose, die perfekt auf seinen schmalen Hüften saß. Diese Hüften brachten einen auf seltsame Gedanken... Er war ein drahtiger Typ, und Lilah musste unwillkürlich lächeln, als ihr die Worte einer längst vergangenen Freundin in den Sinn kamen: ‚Die drahtigen Männer sind die besten im Bett. Nicht die großen Kräftigen, die sind Scheiße. Nein, such’ dir einen Drahtigen aus! Guter Rat, aber leider gab es für sie trotz ihrer Schönheit nicht viel Auswahl an Männern...

„Was ist denn daran so lustig?“, fragte Spike amüsiert, er hatte sehr wohl ihre abschätzenden Blicke und ihr Lächeln wahrgenommen.

Sie antwortete ihm nicht, stattdessen sagte sie entschlossen: „Ich werde jetzt ins Saint Memorial gehen“, sie schaute sich um und entdeckte ihre Handtasche neben dem Bett. Gut, dass sie noch da war! Ohne ihre Kreditkarten und die Schlüssel für ihr Apartment wäre sie ziemlich aufgeschmissen.

Hoffentlich waren ihre Kreditkarten noch gültig, hoffentlich wohnte kein anderer in ihrem Apartment... Denn alles hatte sich geändert, das kam ihr auf einmal zu Bewusstsein. Vor Schreck strauchelte sie, gerade als sie sich nach der Tasche bücken wollte, sie ließ sich unauffällig auf das Bett sinken und stürzte sich mit dem gesunden Arm ab.

Ihre Aktion war aber doch nicht so unauffällig verlaufen, Spike beugte sich auf einmal über sie, mein Gott, war er schnell, eben lag er doch noch und jetzt ergriff er vorsichtig ihre Füße und hob sie auch auf das Bett. Dann blickte er auf sie herunter. Sein Haar war länger als auf den Fotos und nicht mehr platinblond, das ließ ihn verletzlich wirken.
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War er verletzlich? Wie durch Watte hindurch hörte sie seine Stimme:„Der Arzt hat auch gesagt, Sie sollten sich ausruhen.“

Sie fühlte sich plötzlich entspannt und sicher. Aber auch ziemlich verwirrt. Sie war es nicht gewohnt, dass jemand so mit ihr umging.



„Also, was ist denn nun passiert? Woher kennen Sie mich? Und wer sind Sie eigentlich? Bitte nur antworten, wenn Sie nicht gleich in Ohmacht fallen.“ Spike lächelte sie an.

Sie wusste nicht weshalb, aber sie entschloss sich spontan, ihm alles zu sagen. „Ich kenne Sie aus den Wächtertagebüchern, genauer gesagt aus UNSEREN Varianten der Wächtertagebücher. Mein Name ist Lilah Morgan, ich bin Anwältin, bis vor kurzem war ich einer der leitenden Bosse von Wolfram & Hart. Und ich war... schrecklich!“

Lilahs Stimme stockte, als sie sich plötzlich wieder mit ihrer Vergangenheit konfrontiert sah. Sie hatte mehrere Leute umbringen lassen, aus Ehrgeiz, sie hatte gelogen, betrogen, manipuliert...

In den letzten Monaten hatte sie sich immer mehr von ihrer Umwelt isoliert, sie führte ein einsames Leben und hatte kaum soziale Kontakte, ihre einzige Verbindung zu „normalen“ Menschen war die zu ihrer senilen Mutter, der sie von ihrem fürstlichen Gehalt eine gute Unterbringung in einem luxuriösen Altenheim ermöglichte. Dann starb ihre Mutter, und alles was sie besaß, verlor an Wichtigkeit. Sie begann eine verzweifelte Affäre mit Wesley, dem ehemaligen Wächter von Buffy, der Jägerin. Er hatte Probleme mit Angel und dessen Mitarbeitern, zuerst wollte sie seinen Frust und seine Wut dazu benutzen, um ihn zu Wolfram & Hart hinüberzuziehen, aber er blieb standhaft. Er war ein Guter, und außerdem liebte er eine andere...

„Man hat mich entlassen. Und ich glaube, ich war tot!“

Die letztere, sehr schockierende Feststellung schob Lilah erst einmal beiseite. Es war nicht wichtig, ihr Leben war nicht wichtig. Aber man hatte sie gefeuert. Also konnte sie gar kein Boss gewesen sein. Eher eine leitende Angestellte, die in Ungnade gefallen war, weil sie plötzlich ihr Gewissen entdeckt hatte. Das konnten W&H natürlich nicht dulden.

Und kurz danach war sie wohl gestorben. Ein gefährlicher Dämon hatte sie getötet.
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Sie erinnerte sich vage daran, an ihr Entsetzen und an ihre Angst, als die Klauen des Monsters ihre Kehle zerfetzten. Vermutlich hatten W&H es auf sie gehetzt. Doch wieso lebte sie wieder?

„Was denken Sie, stand der Überfall irgendwie in Zusammenhang mit Ihrer Kündigung“, Spike schaute sie forschend an. Es interessierte ihn anscheinend gar nicht, dass auch sie aus dem Reich der Toten zurück gekommen war.

„Ich weiß es nicht“, Lilahs Stimme nahm einen trotzigen Ton an, „und es ist mir auch egal. Ich kann ohne die leben!“ Konnte sie ohne die leben? Leben vielleicht, aber beruflich war sie erledigt, denn jede namhafte Anwaltskanzlei in den Staaten würde sie bei einer Bewerbung abweisen. W&H besaßen weitreichende Beziehungen...

„Wie die Leela aus Futurama?“ Spikes angenehm raue Stimme riss sie recht unvermittelt aus ihren Überlegungen.

„Was wie?“, fragte sie verblüfft. Dann verstand sie es. „Nein, mein Name kommt eigentlich von der Delilah aus der Bibel her“, sie musste unwillkürlich lachen, „und ich glaube, die aus Futurama schreibt sich auch ganz anders.“

„Ja, das stimmt. Aber ich find’s gut, dass Sie die aus Futurama überhaupt kennen.“ Spike war hocherfreut, man traf so selten jemanden, egal ob Mensch oder Dämon, der sich mit Comic-Serien auskannte. Delilah also. Hatte die nicht einen gewissen Samson den Philistern oder sonstigen Mordbrüdern ausgeliefert? Spike betrachtete Lilah mit neuem Respekt. Sie war ein hohes Tier bei W&H gewesen, diese Firma stand mit bösen Mächten in Kontakt und versuchte schon seit Ewigkeiten, Angel abzumurksen...

„Eigentlich stehe ich ja mehr auf Bender, den finde ich einfach sexy“, behauptete Lilah gerade verwegen.

„Ich auch!“ Nach einer winzigen Pause fügte Spike grinsend hinzu: „Natürlich mag ich nur das Stählerne an seinem Hintern...“



Lilah machte sich aus purer Gewohnheit kleiner, während sie mit Spike durch die Straßen ging. Bis sie auf einmal begriff, dass sie es gar nicht nötig hatte. Etwas war mit ihr geschehen, sie war nicht mehr größer als die meisten Männer und Frauen, denen sie begegneten, und auch Spike überragte sie um ein gutes Stück. Ihr Rücken streckte sich, und sie gewann eine freiere Haltung.
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Sie konnte es zuerst gar nicht glauben, war das ein Traum? Nein, die leichten Schmerzen in ihrem Arm konnten nicht geträumt sein. Wie viele große Frauen hatte sie sich immer gewünscht, einen größeren Mann zu bekommen, aber die wirklich großen Männer waren dünn gesät und hatten meistens eine Vorliebe für zierliche kleine Frauen. Oder sie waren verheiratet. Auch ein gleichgroßer Mann barg so seine Tücken, denn wenn seine gleichgroße Frau Schuhe mit nur minimal erhöhten Absätzen trug, verwandelte ihn das sofort in einen kleineren Mann. Und das bedeutete instinktives Buckeln, eine damit verbundene schlechte Haltung und auf Dauer wahrscheinlich Rückenprobleme.

Aber warum hatten sie es getan, die von Wolfram & Hart? Egal, es war gut. Es war sogar phantastisch! Und was konnten die schon groß von ihr wollen...



Während sie Seite an Seite zum Saint Memorial schlenderten, waren sie automatisch zum vertrauteren Du übergegangen, es hatte sich einfach so ergeben.

Sie unterhielten sich über Filme und Fernsehsendungen und stellten fest, dass sie den gleichen Geschmack hatten. Beide liebten Monty Python und das Leben des Brian, es war einfach zu geil! Spike erwähnte diverse Trickfilme, unter anderen auch die Transformers, wobei ihm der Name des Oberguten urplötzlich entfallen war. Aber Lilah kriegte das sofort hin, triumphierend verkündete sie: „Optimus Prime! Tss, keinen blassen Schimmer? Hast du etwa BSE oder das Jakob-Creutzfeldt-Syndrom?“

„Du meinst wegen Rinderblut oder so? No, ich bin clean. Die haben mich bei W&H gut getestet. Ich hab’ weder Maul- und Klauenseuche, noch BSE. Ein Glück, sonst hätten die mich noch als Sondermüll entsorgen müssen...“

Lilah musste daraufhin lachen, denn die Vorstellung von Spike als Sondermüll war einfach absurd.

„Außerdem bin ich nicht HIV-positiv“, legte Spike noch einen drauf.

„Das ist gut!“

„Warum ist das gut?“, Spike zog seine zernarbte Augenbraue hoch und grinste..

„Oh, ich wweiß nicht“, stotterte Lilah verlegen. „Ich mmeine nur, es ist einfach nur besser, es nnnicht zu haben...“ Und hatte dabei eine Vorstellung von Sex, sehr viel Sex, und vor allem ohne Kondome...

„Da hast du wohl recht.
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“ Das unverschämte Grinsen stand immer noch in seinem Gesicht.

„Da ist das Krankenhaus“, Lilah war froh über das Auftauchen des Krankenhauses.



Gut eine Stunde später stand fest, dass ihr Arm, genauer gesagt ihre Elle gebrochen war, allerdings handelte es sich um einen glatten unkomplizierten Bruch. Nachdem der Bruch unter örtlicher Betäubung gerichtet wurde - sie war hart im Nehmen, und kein Schmerzenslaut kam ihr von den Lippen – gipste man sie endgültig ein. Es würde ein paar Wochen dauern, bis sie den Gipsverband ablegen konnte. Und sie sollte ab und zu mal vorbeikommen oder einen Arzt ihres Vertrauens konsultieren. Lilah atmete erleichtert auf, anscheinend waren ihre Kassenprämien pünktlich abgebucht worden, und sie war als Person noch vorhanden.



„Was machen wir nun?“, fragte Spike, als sie beide ziemlich unschlüssig vor dem Krankenhaus standen.

„Ich sollte in meine Wohnung gehen. Falls sie noch existiert.“ Wieder musste Lilah lachen.

„Gut, ich bring’ dich hin!“

„Das brauchst du nicht.“

„Widerstand ist zwecklos“, Spike ergriff sanft ihren Arm – natürlich den gesunden – und fragte: „Na, wo geht’s denn lang?“

„Widerstand ist zwecklos!“, wiederholte Lilah nachdenklich. „Das ist mein absoluter Lieblingsspruch!“

„Und woher kennst du ihn?“ Spike war überrascht.

„Per Anhalter durch die Galaxis“, Lilahs Antwort kam schnell.

„Dann ist es der richtige Spruch!“ Spikes Überraschung war jetzt permanent. Diese Frau war einfach, ja wie sollte er sagen, überraschend, sie war total überraschend. Eigentlich hatte er erwartet, nein er hatte gar nichts erwartet – aber wenn er etwas erwartet hätte, dann wäre es das ‚Widerstand ist zwecklos’ von einem Borg aus der Enterprise-Serie gewesen. Genauer gesagt den WIDERSTAND IST ZWECKLOS. SIE WERDEN ASSIMILIERT!-Spruch, den hätte er erwartet.

Aber Spike stand nun mal als Brite auf die britische Variante, und die stammte zweifellos von Douglas Adams. Wobei kein Mensch mehr wusste, wo der Widerstand zuerst erschienen war. Die Borg, wann waren die aufgetaucht, auf der Enterprise oder auf der Voyager? Na, und wenn schon... „Dann kennst du doch bestimmt auch den vogonischen Raumschiff-Kommandanten, den mit dem komischen Namen, so ähnlich wie Prostata.
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..“

„Klar doch“, sagte Lilah, „er rühmte sich seiner Prosa und las daraus vor...“

Spike kannte die Stelle auswendig und inwendig erschauerte er, das wollte er jetzt nicht hören, zumal er selber als Dichter noch viel schlechter gewesen war „Hm, dieser Vogone kann niemals so schlecht gewesen sein wie ich im meiner Poesiezeit.“

„Was zu beweisen wäre. Du könntest mir deine Gedichte ja mal vorlesen“, schlug Lilah vor. Hilfe, was tat sie da? Das war ja eine spezifizierte Aufforderung zur näheren Kontaktaufnahme...

„Damit du innere Blutungen kriegst?“ Spike ließ es nicht zu, dass seine Poesie in irgendeiner Form zur Debatte stand und machte nun seinerseits einen Frontalangriff: „Warum kommst du nicht einfach mit zu mir? Wir sind ja schließlich beide Auferstandene...“

„Ins Hotel?“

„Nicht ins Hotel. Nein, in meine, sagen wir mal Bude. Ist alles noch ein bisschen neu dort. Und vielleicht könnte eine weibliche Hand,“ bei diesen Worten nahm er zärtlich ihren gipsgeschienten Arm und drückte einen leichten Kuss darauf, „dieser Bude den letzten Schliff geben. Nicht, dass sie schon den ersten Schliff hätte...“

„Okay“, sagte Lilah kurzentschlossen und versuchte ihre Freude vor ihm zu verbergen. „Ich muss aber vorher noch ein paar Sachen aus meiner äääh... Bude holen.“

„Lilah, noch ’ne Frage“, nur ein wirklich gut geschultes Ohr hätte den Unterschied in der Tonlage von Spikes Stimme wahrgenommen. „Warst du jemals in Angel verliebt?“

Lilah stutzte, wieso machte er sich darum Sorgen, aber dann verstand sie es. „Wir waren unerbittliche Feinde. Ich fand ihn zwar sexy, aber er war mir einfach zu gut, wenn du weißt, was ich meine.“

„Ich glaube, ich weiß, was du meinst“, Spike schaute erleichtert drein.



Sie schlenderten zu Lilahs Apartment, es war nicht weit entfernt. Und während sie hinaufging, holte Spike den Van, der auch nicht weit entfernt war, behauptete sich auf einem Parkplatz, der nur zwanzig Meter von ihrem Haus entfernt lag und wartete auf sie.

Nach einer Viertelstunde erschien sie schon – das Mädel war flott – bepackt mit einer mittelgroßen Reisetasche und einem Aktenkoffer.
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Ihre Bude schien also noch zu existieren.



„Hoffentlich hast du nicht viel Hosen mitgenommen!“ Spike hievte die Reisetasche in den Van.

„Warum?“

„Röcke kann man viel leichter ausziehen...“

„Wiieee, was?“ Lilahs Stimme klang etwas wackelig.

„Nein, ich meinte natürlich anziehen“, Spike grinste hinterhältig. „Mit deinem kaputten Arm kannst du dich sicher nicht in enge Hosen zwängen. Es sei denn, du lässt mich dir helfen...“

„Oh, ich habe noch etwas vergessen!“ Lilah ging zurück in Richtung Haus.

Spike sah ihr lächelnd nach. Der Aktenkoffer, den er gerade ins Auto legte, lenkte ihn allerdings ein bisschen von Lilah ab und machte ihn etwas neugierig. Aber nicht sehr.



Weiter bald...
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Punktestand der Geschichte:   99
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Kommentare zur Story:

  danke jingizu!
es kommen noch einige solcher unterhaltungen, ich hatte irgendwie freude daran, über die vergangenheit zu quatschen, damit auch 'serienfremde' nicht allzu im duklen stehen. ;-)  
   Ingrid Alias I  -  27.06.11 15:51

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  Herrlich deine Dialoge. Ich liebe es einfach sie zu lesen sie stecken so voller Leben und Gefühl für die Charaktere - einfach zauberhaft.  
   Jingizu  -  26.06.11 15:53

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  hallo ihr (dieter und michael),
es ist ein ganz perfider plan, der die beiden zusammenführt, aber bevor der greift, dauert es noch was - also eine chance für die röcke und das ausziehen. *grins*
wie schon geschrieben, freue ich mich unheimlich, dass ihr mein erstlingswerk lest, ich hab' damals noch so fürchterlich rumgeqautscht...  
   Ingrid Alias I  -  24.06.11 15:06

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  Wieder ein sehr spannendes Kapitel, mit dem du die Leser voll in Atem gehalten hast. Besonders dein heiterer Schluss hat mich zum Lächeln gebracht.
"Röcke kann man viel leichter ausziehen"
Nun hoffe ich, und die meisten Leser sicherlich auch, dass es dazu kommt.
Es sei denn, die Mächte dieser ominösen Firma W&H machen den beiden noch einen Strich durch die Rechnung, worüber ich mich sorge.
LG. Michael  
   Michael Brushwood  -  23.06.11 13:26

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  Na, das hat doch bestimmt irgendeinen wichtigen Sinn für die finsteren Mächte, dass ausgerechnet diese beiden zusammen kommen sollen. Warte neugierig auf das nächste Kapitel.  
   Dieter Halle  -  23.06.11 09:36

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  @ petra
genau die beiden, dieses pairing hatte ich mir immer schon vorgestellt ;-)
@ doska
man wird sehen, lilah scheint ja recht angetan von spike zu sein. ;-) die frage ist, wieweit W&H ihre finger drin haben...
freut mich sehr, dass ihr es lest, denn eigentlich geht es ja nur um unterhaltungen, über die vergangenheit. okay, natürlich passiert auch was. irgendwann...  
   Ingrid Alias I  -  22.06.11 17:43

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  Bahnt sich hier etwa eine Liebesbeziehung an oder nur Freundschaft? Es sieht eigentlich alles ganz gut für die beiden aus. Die Frage ist nur, was W&H vielleicht noch dabei mitzureden haben.  
   doska  -  21.06.11 17:45

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  Spike und Lilah sind beide zu neuem Leben erwacht. Und beide scheinen diese Situation sehr zu genießen. Gefällt mir, bin gespannt wie es weiter geht.  
   Petra  -  21.06.11 17:31

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