Projekt Terra Nova - Gefangene der Katzen (Teil 9)   48

Romane/Serien · Fantastisches

Von:    Wolfgang scrittore      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 13. Januar 2011
Bei Webstories eingestellt: 13. Januar 2011
Anzahl gesehen: 1686
Seiten: 9

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   Teil einer Reihe


Ein "Klappentext", ein Inhaltsverzeichnis mit Verknüpfungen zu allen Einzelteilen, sowie weitere interessante Informationen zur Reihe befinden sich in der "Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht":

  Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht      Was ist das?


Wolf



Fünf Tage waren vergangen, wir wussten nicht mehr aus noch ein. Wir hatten alles versucht, aber nichts war uns gelungen. Heute Abend würde die Zeremonie stattfinden, die Wilden waren schon den ganzen Tag über geschäftig umhergelaufen. Sie hatten eine große Lichtung vor dem Höhleneingang sorgfältig gesäubert, jedes Steinchen aufgelesen, jeden Zweig entfernt. Dann hatten sechs Wilde einen großen Felsblock herbeigeschleppt und ihn aufgerichtet.



Er hatte entfernte Ähnlichkeit mit einer menschlichen Gestalt.

Vor der Figur lag ein kleinerer flacher Block mit einer Vertiefung in der Mitte, offenbar der Opferstein. Plötzlich traten drei Gestalten aus der Höhle heraus, in ihren Armen trugen sie eine reglose nackte Gestalt, die mit Blumen und Federn geschmückt war. Der Körper war mit weißen Mustern verziert, es war Robin. Robin sollte dem Götzen geopfert werden.



Die Wilden legten Robin vorsichtig vor der Steinfigur auf den Boden, er war anscheinend bewusstlos. Andere Wilde hatten mittlerweile vier Pflöcke in den Boden gerammt, dann trugen sie einen weiteren reglosen Menschen heraus. Es war Maria, ihr nackter Körper wurde von den Strahlen der Abendsonne beschienen. Die Wilden banden ihre Hände und Füße an die Pflöcke, so dass sie mit gespreizten Armen und Beinen bewegungsunfähig gefesselt war.



Robin würde dem Götzen geopfert werden, während Maria anschließend für das rituelle Mahl vorgesehen war. Die Eingeborenen hatten neben ihr einen Graben ausgehoben und erhitzten große Steine in einem hellauflodernden Feuer. Aus dem Graben sollte ein Erdofen werden, der in ähnlicher Form so auf den Inseln der Südsee in Gebrauch war. Wenn Robins Blut den Opferstein getränkt hätte, würde der Rudelführer Maria töten, und die Frauen würden ihr Fleisch mehrere Stunden im Erdofen garen und dann würden alle aus dem Rudel in einem wilden Gelage das Fleisch verspeisen.



Die Sonne neigte sich schon dem Untergang entgegen und bald würden hinter den Bergen die beiden Monde aufgehen. Charly schaute nur entsetzt und fassungslos auf Maria, ich musste ihn mit Gewalt daran hindern, einfach hinunter in sein sicheres Verderben zu laufen.



Ich hatte mir aus biegsamen Ästen einen großen Bogen gebaut und hatte vor, den Anführer mit einem gezielten Pfeil zu töten.
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Wenn mein Plan aufging, würden die Wilden in Panik geraten und dann hätten wir unsere Chance, die Situation auszunutzen und die beiden zu befreien. Ich musste bis zum letzten Augenblick warten, bis der Anführer den Steindolch hob um Robin zu töten. Es würde aussehen wie ein Gottesurteil, als hätte der Götze das Opfer verschmäht.



Jetzt trat er vor, alles schaute gebannt auf ihn. Niemand beachtete Maria. Charly war wie der Blitz hinuntergeturnt und zerschnitt schon unbemerkt die ersten Fesseln. Das war natürlich bodenloser Leichtsinn von ihm, es brauchte nur einer zu ihm hinüberblicken und auch wir wären verloren. Gegen die Übermacht hätten wir nicht die geringste Chance.



Der Wilde hob seine Arme, reckte sie dem Götzen entgegen und ließ den furchtbaren Dolch erkennen. Ich spannte mit schier übermenschlichen Kräften den riesigen Bogen, zielte kurz und katapultartig schoss der Pfeil davon. Es durfte einfach keinen Fehlschuss geben. Doch der Pfeil erreichte sein Ziel, er bohrte sich mit ungeheurer Energie dem Wilden in den Nacken und kam am Hals wieder zum Vorschein.



Der Häuptling schwankte kurz und brach dann wie vom Blitz gefällt tot zusammen. Die Panik war grenzenlos. Alles lief ziellos durcheinander und wie ein böses Omen schob sich im selben Augenblick eine schwarze Wolke vor den einen Mond. Niemand bemerkte Marias Befreiung, Charly trug sie keuchend den Berg empor und ließ sie dort sanft ins Gras gleiten.

Sie war unverletzt. Die Wilden rannten in kopfloser Panik in den Dschungel und waren bald restlos verschwunden.





















Im Lager der Katzen



Protokoll der Sitzung der V.Dekade



Anwesend sind folgende Personen:



Sutila...Leiterin u. Biologin

Rihab....Laborchefin

Kisani...Ethnologin Txoti....Veterinär. Ernährung

Mohawi...Expeditionsleiter

Kethab...
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stellv.Leiterin verhindert



Sutila: Ich eröffne die Sitzung. Einziger Tagesordnungspunkt ist die Situation auf dem Ernährungssektor. Wie wir alle wissen, wird dieses Problem auf unserem Heimatplaneten immer drückender. Es herrscht ein akuter Fleischmangel. Einziger nennenswerter Fleischlieferant sind die pelztragenden zweibeinigen Säugetiere dieses Planeten. Sie sind jedoch nicht zahlreich genug, um auf Dauer unser Problem zu lösen. Weiterhin dauert es zu lange, um sie auf ein vertretbares Schlachtgewicht zu bringen, eine Nachzucht war bisher nicht sehr erfolgreich und außerdem sind die Tsavas extrem aggressiv. Kethab ist schwer verletzt worden bei der letzten Expedition, ihre drei Kameraden sind offenbar getötet worden.



Wie sie wissen hat Kethab zwei Gefangene mitgebracht, die einer uns bisher unbekannten Spezies angehören. Sie haben große Ähnlichkeit mit den Tsavas, sind aber deutlich größer, viel schwerer und dürften einen sehr viel höheren Fleischertrag bringen. Mohawi hat dazu einen Vorschlag zu machen.





Mohawi: Ich schlage vor, dass Txoti und Rihab die beiden Tiere schlachten, das Fleisch untersuchen und uns über das Ergebnis berichten.

Ich habe mir die beiden angesehen. Die Tiere sind schon jetzt relativ fett. Eine Mast dürfte in sehr viel kürzerer Zeit als bei den Tsavas erfolgreich sein. Aber darüber kann uns Txoti sicherlich mehr sagen.



Txoti: Ich habe mich mit Rihab bereits lange darüber unterhalten. Wir sollten wenigstens eines der Tiere schlachten und das Fleisch untersuchen. Ich darf einmal ihre Vorzüge gegenüber den Tsavas hervorheben. Ich habe das kleinere der beiden Tiere untersucht. Es wiegt etwa 30% mehr als ein durchschnittlicher Tsava, übrigens das größere der beiden hat noch einmal 15 kg mehr als dieses.

So ich fahre fort, dieses Tier hat im Gegensatz zu den Tsavas eine relativ dicke Fettschicht unter der Haut, die an einigen Stellen mehrere Zentimeter dick ist. Der Fleischansatz am Rumpf und an den hinteren Gliedmaßen ist sehr viel versprechend. Es liefert deutlich mehr Fleisch und Fett als ein Tsava, außerdem entfällt bei ihm auch der relativ dichte Pelz der Tsavas.



Wenn wir diese Tiere züchten könnten, wären unsere Nahrungsprobleme gelöst.
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Morawi sollte eine Expedition ausrüsten, um noch mehrere Tiere zu fangen. Dann könnten wir Zuchtversuche unternehmen.



Sutila: Das wäre natürlich prima, wenn das klappte. Kisani, was ist mit dir? Du schaust skeptisch.



Txoti: Kisani wittert hinter jedem Wesen Intelligenz, sie glaubt ja sogar, dass die Tsavas intelligent seien. Am liebsten würde sie uns verbieten, sie zu verspeisen und uns verhungern lassen. Wir brauchen das Fleisch, und die neuen Tiere haben reichlich davon.



Sutila: Lass doch Kisani mal zu Wort kommen, sie kann selbst sagen, was sie davon hält.



Kisani: Die Tsavas zeigen ohne Zweifel gewisse Intelligenzhandlungen, aber das ist hier nicht das Thema. Ich will die fremden Wesen erst noch gründlich testen. Wenn die Ergebnisse negativ verlaufen, könnten wir sie immer noch schlachten. Wenn aber nur ein Test positiv ausfällt, dürfen wir sie keinesfalls töten, dann müssen wir sie zur Basis bringen und dort gründlich untersuchen lassen. Ich schlage vor Sutila, dass du mir drei Tage Zeit gibst, um die Fremden weiter zu testen. außerdem hielte ich es für fair, wenn wir auch Kethab anhören würden, sie hat sie schließlich gefangen und kann uns berichten.



Kethabs geschientes Bein irritiert mich, ich frage mich, wie sie das gemacht haben soll. Sutila, gib mir die Zeit.



Sutila: Ich meine Kisani hat recht, wir warten Kethabs Bericht ab und treffen uns dann noch einmal.









Wieder vereint



Während Charly sich mit Maria beschäftigte, war ich den Berg hinuntergeklettert und hatte mich um Robin gekümmert. Er war soweit unverletzt, aber immer noch bewusstlos. Ich trug ihn vorsichtig den Berg hinauf und bettete ihn neben Maria. Jetzt wurde es Zeit, nach den anderen zu suchen und sie zu befreien, bevor womöglich die Wilden ihre Panik überwunden hätten und zurückkämen. Vorsichtig näherte ich mich dem Höhleneingang. Ich hatte eine Fackel entzündet und tastete mich in das Innere hinein. In der hintersten Ecke kauerte ein halbwüchsiger wilder und fauchte mich an, aber anscheinend war die Angst größer als der Mut.



Er versuchte in die Ecke gedrängt mich durch Knurren und fauchen zu beeindrucken.
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Plötzlich hatte er doch etwas Mut gefasst und fiel mich an, seine Pranken rissen mir die Haut auf. Ich strauchelte und fiel hin. Wie ein Blitz war er über mir und wollte meine Kehle durchbeißen. Ich warf mich zur Seite, ein böser hieb traf meinen Rücken und seine messerscharfen Zähne streiften meinen Oberschenkel. Mein Blut schien ihn zur Raserei zu treiben. Ich wehrte mich so gut es ging mit meinen Fäusten und hieb sie ihm immer wieder gegen seinen Körper.



Der Wilde schien viel verkraften zu können, sein Blutrausch trieb ihn trotz schwerer Treffer immer wieder vorwärts. Mein Bein schmerzte heftig und blutete stark. Ich wich zurück, dabei machte mein Schädel Bekanntschaft mit einem Felsvorsprung. Benommen ging ich zu Boden und blitzschnell war die Bestie über mir.



Ich konnte die Zähne von meiner Kehle gerade noch abwehren, dafür zogen sie noch tiefe Furchen in Brust und Arme. Der Blutverlust schwächte mich zusehends. Ein weiterer Biss traf mein Gesäß, diesmal schnappte er kräftig zu. Seine Zähne verbissen sich in mein Fleisch, und die Bestie versuchte sich ein Stück Fleisch herauszureißen.



Mit letzter Kraft erwischte ich einen Felsbrocken neben mir und schlug ihn dem Wilden über den Schädel. Dann verlor ich das Bewusstsein.











Charly



Plötzlich schreckte mich ein Geräusch hoch. Mein erster Gedanke war, die Wilden sind zurückgekommen und wollen sich rächen. Mit einem lauten Schrei packte ich einen Knüppel, sprang auf, warf mich herum, hob den Knüppel weit über meinen Kopf und wollte zuschlagen. Empfängt man so seine Freunde, ertönte da eine vertraute Stimme. Ich war wie vor den Kopf geschlagen, vor mir standen Stefan und Whitney.

Sie hatten es nicht allein ausgehalten, hatten sich mit Knüppeln bewaffnet und waren immer nur nachts vorsichtig durch den Dschungel gestreift.



Mehrfach waren sie nur knapp einer tödlichen Begegnung mit kleinen Horden umherstreifender Wilder entgangen, bis sie schließlich hier ankamen. Ich schilderte Stefan kurz die Situation, und dass ich mir um Wolf Sorgen machte.
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Er war schon seit einer halben Stunde verschwunden und ich hatte auch nichts mehr gehört. Andererseits konnte ich aber Maria und Robin nicht schutzlos im Freien zurücklassen. Stefan schaltete sofort, er wollte ja auch wissen, wie es seiner Chantal ging. Mit erhobener Keule verschwand er im Höhleneingang.









Stefan



Vorsichtig schlich ich mich in die dunkle Höhle. Nachdem sich meine Augen an das Dämmerlicht gewöhnt hatten, sah ich die Katastrophe. In einer Ecke lag quer über Wolf ein zotteliger Wilder. Alles war voller Blut. Der Wilde hatte einen zerschmetterten Schädel. Ich zog ihn von Wolf weg. Der Wilde war tot. Ich beugte mich über Wolf, er atmete schwach, Gott sei Dank, er lebte. Ich erschrak, sein ganzer Körper war blutverschmiert, überall, Wunden aus denen Blut sickerte. Am schlimmsten aber waren sein Oberschenkel und seine rechte Gesäßbacke zugerichtet.



Ein tiefer Riss durchzog das Fleisch, aber anscheinend war keine wichtige Ader verletzt. Das Blut quoll aus der Wunde. Als erstes musste ich diese Wunde versorgen.

Ich zerriss die letzten Stofffetzen aus denen meine Bekleidung bestand, verband notdürftig die Wunde und brachte die Blutung zum Stillstand.







Gefangene der Katzen



Wir waren jetzt bald drei Monate Gefangene der Katzen. Während wir aber zunächst täglich um unser Leben fürchten mussten, hatte sich die Lage in den letzten Wochen etwas entspannt. Kethab kam jeden Tag ins Labor, in dessen Käfig wir nach wie vor untergebracht waren, setzte sich vor den Käfig und beobachtete uns sorgfältig. Während wir immer wieder heftig auf sie einredeten, schien sie uns aufmerksam zu lauschen. Dann verschwand sie wieder. Die ersten Tage mussten wir ständig betäubt gewesen sein, denn wir erinnerten uns an nichts mehr. Die Katzen hatten uns intravenös ernährt.



Die Flüssigkeit schien eine wahre Kalorienbombe gewesen zu sein, denn wir hatten beide merklich zugenommen, als wir erwachten. Eine Katze war ständig im Labor, immer wieder entnahm sie uns Blut, spritzte uns allerlei ein und untersuchte unsere Körper Zentimeter für Zentimeter.
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Als wir erwachten, hatten wir keine Kleidung mehr an. wir wurden jeden früh abgesprüht und unter einer Luftdusche wieder getrocknet. Unsere Exkremente fielen durch den Käfigboden und wurden ständig weggeschwemmt.



Später steckte man uns in zwei separate kleine Käfige, in denen wir kaum gebückt stehen konnten. Die meiste Zeit hockten wir auf einer Blechplatte am Käfigboden. Anschließend an die tägliche Wäsche wurden wir gefüttert und gewogen.

Mit kleinen Zangen wurde an verschiedenen Körperstellen die Hautdicke gemessen, ein Ultraschallscanner tastete gleichmäßig unseren Körper ab und maß die Muskel- und Fettdicke.



Die Werte wurden über Kabel in den Rechner eingegeben und ständig protokolliert. Wenn wir uns weigerten zu essen, wurden wir betäubt und künstlich ernährt. Jeden Tag lebten wir in der Angst, von den Katzen getötet zu werden. Oft schienen sich Kethab und die andere Katze im Labor um uns zu streiten, obwohl wir die Hoffnung verloren hatten, dass die Katzen so etwas wie Dankbarkeit kennen würden. Diese Prozedur dauerte wochenlang, jeden Tag das gleiche, waschen, füttern, wiegen und immer wieder die Angst, es könnte der letzte Tag sein.



Eines Morgens war Eva verschwunden, ich war sicher, sie hatten sie getötet. Ich geriet in Panik, ich weigerte mich, noch irgendetwas zu essen und hockte teilnahmslos in der Ecke. Die Katze gab mir eine Injektion, und ich fiel in Ohnmacht. Als ich wieder erwachte, lag ich auf einem großen Metalltisch, an Armen und Beinen hermetisch mit Metallklammern gefesselt. An den Längsseiten des Tisches waren Ablaufrinnen, wie um Blut aufzufangen.



Über mir an der Decke befand sich ein großer Spiegel. Ich sah meinen nackten Körper über mir, von der Kehle bis zum Schambein lief ein dicker roter Strich, quer über meinen Bauch weitere rote Striche. Es war soweit, jetzt würden die Katzen mich umbringen.

Zwei von ihnen betraten den Raum, sie sahen mich kurz an und traten dann an den Tisch.

Während die eine mich rasierte und alle Körperhaare entfernte, nahm die andere das Protokoll zur Hand, änderte noch einige Striche auf meinem Körper, legte den Hefter zur Seite und ergriff ein Skalpell.
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Sie prüfte kurz die Schärfe der Klinge und wollte gerade die Schneide ansetzen, als die Labortür aufflog. Herein stürmte Kethab, sie fauchte kurz auf und stürzte sich auf ihre Gefährtin am Labortisch, diese wich aus, dabei fuhr das Skalpell in ihrer Hand blitzschnell über meinen Bauch. Ich sah nur noch das Blut aus der klaffenden Wunde strömen, dann fiel ich wieder in Ohnmacht.



Später erfuhr ich, dass die beiden Katzen auf eigene Faust gehandelt hatten und vollendete Tatsachen schaffen wollten. Kethab hatte in letzter Minute davon erfahren und wäre doch beinahe zu spät gekommen. Meine Bauchwunde war nur oberflächlich. Die Speckschicht hatte die Muskulatur vor Verletzungen geschützt. Der Schnitt wurde genäht und geklammert und nach einer Woche wurde ich wieder in meinen Käfig verfrachtet.



Die Prozeduren gingen mit geändertem Personal weiter. Das Ende war wahrscheinlich nur aufgeschoben und nicht aufgehoben. Ich war weiterhin die nächsten drei Wochen ohne Kenntnis davon, was mit Eva geschehen war. Ich sah Kethab in dieser Zeit nur ein einziges Mal, sie schien verstört und sah mich nur kurz an, während sie die Protokollnotizen studierte.



Dann schüttelte sie ihren Kopf, musterte mich jetzt von allen Seiten und verließ das Labor. Etwas später öffnete sich wieder die Tür, eine mir bisher unbekannte Katze trat an meinen Käfig und injizierte mir eine dunkelrote Flüssigkeit in den Oberschenkel. Ich wurde sofort benommen, meine Glieder gehorchten mir nicht mehr. Ich war völlig apathisch, als sie mich zu einer kleinen Liege schleifte, mich darauf legte und wieder Arme und Beine fesselte.



Dann stülpte sie mir einen Metallzylinder über den Kopf, Nadeln drangen durch meine Kopfhaut in meinen Schädel, aber ich verspürte keinen Schmerz, nur ein hohes feines Summen, welches immer intensiver wurde. Mit einem Mal vermeinte ich die Katze klar und deutlich sprechen zu hören. Sie sagte laut und deutlich zu sich selbst, ich muss die Intensität erhöhen. Dann fiel ich in einen Tiefschlaf, eine schwarze Decke zog über mein Bewusstsein.







Eine gefährliche Operation



Ich hatte erste Anzeichen erkannt, die auf eine gewisse Intelligenz der unbekannten Wesen hindeuteten.
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Wenn sich diese noch vagen Erkenntnisse bestätigen würden, lag die erste Konsequenz klar auf der Hand. Die fremden Wesen würden automatisch als Intelligenzwesen klassifiziert und kamen damit weder für Zucht, noch als Nahrungsmittellieferant in Frage. Mir war klar, dass sich dagegen ein wahrer Sturm der Entrüstung entfalten würde.



Die Situation auf unserem Heimatplaneten war sehr angespannt. Meine Ergebnisse mussten hieb- und stichfest sein, sonst würde ich bei der Abstimmung klar und deutlich unterliegen.



Eigentlich dürfte es ja noch nicht einmal eine Abstimmung geben, denn die Vorschriften sagten deutlich, dass die Klassifizierung automatisch erfolgen sollte, doch wenn die Versammlung meine Ergebnisse ignorieren oder anders interpretieren würde, hätte ich verloren.



Die Fremden würden als ganz normale Tiere eingestuft werden. Viele ließen sich von Sachzwängen leiten und eine Entscheidung gegen die Fremden und für eine neue Nahrungsquelle hätte viel für sich. Heute war der dritte Tag, und wenn ich bis heute Abend keinen überzeugenden Beweis vorlegen könnte, war meine Arbeit beendet und die fremden Wesen würden getötet und weiter verarbeitet werden.



Ich musste versuchen, in ein eventuell vorhandenes Bewusstsein des Wesens einzudringen. Ein intelligentes Wesen würde reagieren und eindeutige Ausschläge im Encephalographen geben. Die Gefahr war, dass ein falsches Mittel das Bewusstsein zerstören würde und dann wäre eindeutig der tierische Status gegeben, und das durch meine Schuld.



Seit drei Jahren hatten wir die Möglichkeit Bewusstseinsinhalte bildlich wiederzugeben, so dass alle Verständigungsschwierigkeiten ausgeschaltet waren. Ich befestigte die Messkabel am Recorder, legte eine Verweilkanüle am Arm an und gab 10 ml Limtal mit 2 Tropfen/min zu. Dann schaltete schaltete ich den Recorder ein.

Der Bildschirm zeigte wirre Linien, keine Bewusstseinsmuster, nur Schneetreiben auf dem Monitor. Ich erhöhte die Dosierung, gab noch eine Injektion dazu, aber nichts änderte sich.
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Punktestand der Geschichte:   48
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Kommentare zur Story:

  Sehr unheimlich. Die Katzenwesen scheinen kein Erbarmen zu kennen.  
   Dieter Halle  -  06.02.11 20:40

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  Du hältst die Spannung. Oder kann man schon sagen, es wird immer spannender? Man bangt um jeden deiner Gruppe. Und möchte doch so gerne, dass sie auf diesem Planeten eine zweite Heimat finden können. Aber das sieht momentan wirklich nicht so aus. Gut geschrieben.  
   Jochen  -  14.01.11 15:06

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  Die Gefahr kommt von zwei Seiten. Sowohl die menschenähnliche Eingeborenen als auch die Katzen betrachten die Gruppe als willkommene Abwechselung auf dem Speiseplan.
Die Greys, wie die Katzen haben Gefangene gemacht und es bleibt wenig Hoffnung. Kann sich das Blatt noch wenden?  
   Wolfgang scrittore  -  13.01.11 16:35

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Kommentar von "rosmarin" zu "lalalaisieren"

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