Wer andern eine Grube gräbt . . .   77

Fantastisches · Kurzgeschichten

Von:    holdriander      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 2. Januar 2011
Bei Webstories eingestellt: 2. Januar 2011
Anzahl gesehen: 1653
Seiten: < 1

Wer andern eine Grube gräbt . . .



Vater und Sohn stehen auf dem Schlossturm und schauen in den Garten.

„Siehst du den Kerl da mit dem Schlapphut? Der irrt hier schon einige Zeit herum. Ist er zu dumm, den Ausgang zu finden?“

„Nein, mein Junge, er ist nicht zu dumm. Er wurde verzaubert“.

„Aber warum? Das ist doch eine ganz furchtbare Strafe, wofür hat er die bekommen?“

„Also das war so – vor langer Zeit sollte die Prinzessin Florentina heiraten und zwar denjenigen, der den Mittelpunkt des Labyrinths findet. Ihr Vater hatte einen kostbaren Pokal dort aufgestellt, den sollte er herausbringen.

Es gab sehr viele Bewerber, denn die Prinzessin war eine wunderschöne Jungfrau, klug und obendrein noch reich. So begaben sich etliche Jünglinge zwischen die Hecken und suchten nach dem Mittelpunkt, um den Pokal heraus zu tragen.

Einer unter ihnen, nämlich dieser Kerl da, übrigens der Sohn eines Zauberers, daher verfügte auch er über Zauberkräfte, der wollte um jeden Preis der Glückliche sein. Es ärgerte ihn, dass da so viele Konkurrenten waren und er räumte einen nach dem anderen aus dem Weg. Den einen blendete er, den anderen erwürgte er, einem schlug er die Beine ab, einen erstach er, einen erschoss er, einen erschlug er – ich weiß nicht, wie viele es waren, aber er musste sich für jeden etwas anderes einfallen lassen, denn er konnte jeden Zauber nur einmal anwenden. Manch einer ist, nachdem er eine der Leichen sah, sofort umgekehrt und aus dem Lande geflohen.

Um einen der Freier – er war schon sehr weit zur Mitte des Labyrinths vorgedrungen – ließ er eine Ranke wachsen, die ihn umschlingen und zu Tode bringen sollte. Dadurch versperrte er sich aber unwissentlich selber den Zugang zum Mittelpunkt. So begann sein Irrweg.

Als die Leichen zum Himmel zu stinken begannen, verzauberte die Großmutter der Prinzessin den Bösewicht, damit er nicht in der Lage sein sollte, jemals den Ausgang aus dem Heckengewirr zu sehen. Dabei sollte er weder Hunger noch Durst verspüren und nicht von Kräften kommen, nicht rasten noch ruhen, immer nur gehen und gehen, bis ans Ende der Zeit. Florentina hat irgendwann einen anderen geheiratet, der keine Aufgabe zu lösen hatte, sondern einfach ihr Herz gewonnen hatte.

Nun weißt du Bescheid, mein Sohn“.
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lig;t du Bescheid, mein Sohn“.
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Punktestand der Geschichte:   77
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Kommentare zur Story:

  Och, der arme Zauberer. Obwohl....eigentlich hat er ja die anderen Bewerber schrecklich mies behandelt. Schöne kleine Story von der auch ich mehr vertragen könnte.  
   Petra  -  03.01.11 22:02

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  Oh, das ist natürlich ein toller Ansporn. Mal sehen, ob ich mich disziplinieren kann . . .
ganz lieb grüßt
hoödriander  
   holdriander  -  03.01.11 17:05

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  Ein kurzer Text, der auch mich neugierig gemacht hat. Schöner federleichter Schreibstil. Hat sich flüssig, spannend und auch ein wenig humorvoll gelesen. Da kann man nur sagen, her mit weiteren Teilen dieser Story.  
   Jochen  -  03.01.11 14:51

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  Vielen Dank für s Lesen und Kommentieren.
Knapp - da hast du Recht. Es ist ein Ausschnitt aus etwas Längerem.
lg  
   holdriander  -  02.01.11 23:03

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  Und wer genau sind Vater und Sohn, die auf dem Schlossturm stehen? Und in welcher Zeit spielt diese Geschichte? Schön flüssig und spannend geschrieben, aber ein bisschen knapp. Kannst du nicht noch etwas hinzu fügen?  
   doska  -  02.01.11 22:21

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