Holidays in Kampodia Kap.VI – Teil 4 OZEAN der GEFÜHLE   88

Romane/Serien · Romantisches

Von:    Ingrid Alias I      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 26. August 2010
Bei Webstories eingestellt: 26. August 2010
Anzahl gesehen: 2121
Seiten: 9

Diese Story ist Teil einer Reihe.

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   Teil einer Reihe


Ein "Klappentext", ein Inhaltsverzeichnis mit Verknüpfungen zu allen Einzelteilen, sowie weitere interessante Informationen zur Reihe befinden sich in der "Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht":

  Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht      Was ist das?


Sie lagen bäuchlings nebeneinander auf dem breiten Bett, und Andromeda zeigte ihm gerade ein altes Photoalbum mit grässlichen Jugendbildern von ihr.

Ihre Hüften berührten sich etwas, obwohl Andromeda sich nicht wohl dabei fühlte. Aber vielleicht konnte Max mit Jungfrauen nichts anfangen, Jungfrauen galten bestimmt als sehr kompliziert, obwohl sie selber, nein, sie war nicht kompliziert. Aber wenn das der Grund für seine Zickigkeit war, dann okay, andere Männer oder auch Jungen hatten bestimmt keine Hemmungen, mit ihr zu schlafen, obwohl sie ja eigentlich nur mit Max...

Max stand im Zimmer, ohne vorher angeklopft zu haben, und seine undurchschaubaren grauen Augen, die normalerweise ruhig und gelassen wirkten, veränderten sich urplötzlich.

Andromeda hatte diesen Ausdruck bisher nur ein einziges Mal gesehen und zwar, als er einen Stallburschen hinauswarf, der ein Pferd misshandelt hatte. Damals hatten seine grauen Augen so ausgeschaut wie ein aufgewühlter Ozean unter einem sonnenlosen Himmel. Doch jetzt schien der Ozean noch viel aufgewühlter...

Auch der junge Benny erkannte den aufgewühlten Ozean in Max’ Blick, er verdrückte sich unauffällig, und keiner der Anwesenden schenkte ihm dabei irgendeine Beachtung.



„Auch schon da?“, fragte Andromeda gelassen. Obwohl sie spürte, dass Max ziemlich in Rage war, hatte sie keine Angst vor ihm. Es war Max, und er würde ihr nie etwas antun.

„Was zum Teufel treibst du da eigentlich?!“ Max hörte, wie erregt seine Stimme klang, und er hasste sich dafür. Warum verriet er seine Gefühle? Blöde Frage. Sie brachte ihn durcheinander. Sie hatte ihn total im Griff. Er konnte nicht anders.

Das schien auch Andromeda zu spüren, sie erhob sich vom Bett, umarmte ihn und sah ihm dann ins Gesicht, in diese grauen Augen, die sie so liebte und die jetzt wie ein Meer im Sturm wirkten.

„Ich war nur sauer auf dich“, sagte sie.

„Musst du immer gleich, wenn du sauer auf mich bist, mit einem anderen ins Bett gehen?“

„Nicht ins Bett. Nur aufs Bett. Und es ist nichts passiert.“ Andy versuchte ihn zu beschwichtigen. Sie hatte ihn noch nie so erlebt, so aufgebracht und so zornig. Er musste sie lieben!

„Ich könnte es nicht ertragen“, Max bereute schon im gleichen Augenblick seine Worte.
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Sie waren das Eingeständnis seiner Liebe zu ihr. Sie würde sich aufgrund dieser Worte ein Leben mit ihm vorstellen können, und das war nach seinem Drei-Tage-Trip nach Berlin unmöglich. Er hatte Sachen erfahren, die alles in Kampodia auf den Kopf stellen würden, es lag nur an ihm, sie aufzudecken. Und dann würde er selber mit untergehen.

„Ich könnte es einfach nicht ertragen, obwohl ich kein Recht auf dich habe“, fügte er bitter hinzu.

„Ach Max, du hast alles Recht der Welt auf mich“, sagte Andy mit leiser zärtlicher Stimme.

Er schaute sie an. Wie wunderschön sie in diesem Kleid aussah, und die Frisur machte sie zwei Jahre älter. Max fiel ein, dass sie in vier Wochen sechzehn wurde. Zu diesem Zeitpunkt würde er wohl nicht mehr in Kampodia sein.

Er nahm Andromedas Anblick mit vollstem Herzen auf. Sie war das schönste und beste Mädchen der Welt, und er liebte sie so, dass es fast wehtat.

Wie anmutig sie dieses Kleid trug... Ein seltsames Gefühl überkam ihn, das Kleid hatte damit zu tun. Und auf einmal durchfuhr es ihn: Schneewittchen! Wie hinterhältig! Wie sinnig! Mit Sicherheit hatte Zirza ihr das Kleid besorgt, dieses widerliche Monstrum von Zirza!

Das Kleid sollte ihm vor Augen führen, dass Andromeda ihn nicht mehr lieben würde, wenn sie die Wahrheit erfuhr. Also sollte er besser die Klappe halten. Das war die Botschaft.

Max fühlte, wie sein Körper eiskalt wurde. Eigentlich sollte er Andy hier auf der Stelle alles sagen. Hassen würde sie ihn so oder so. Aber er konnte nicht anders als es hinaus zu zögern. Er wollte sein Glück bis zum allerletzten Augenblick auskosten, denn die Erinnerung daran würde für den Rest seines Lebens vorhalten müssen.



Sie küssten sich lange und innig, bevor sie Hand in Hand die Treppe hinuntergingen und sich in den Park begaben, um dort eng umschlungen zu tanzen. Max hatte anscheinend keine Angst mehr vor neugierigen Blicken – und Andy hatte noch nie davor Angst gehabt.

„Weißt du, dass Daniel und Rebekka jetzt verheiratet sind?“, flüsterte sie ihm ins Ohr, während sie sich an ihn schmiegte. Er sah so gut aus, durch seinen Zweitagebart wirkte sein markantes Gesicht härter als gewohnt, und sein Anzug stand ihm so gut.
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Sie musste aufpassen, er konnte doch jede Frau haben, wieso hatte sie vorher nie bemerkt, wie gut er aussah.

„Die kommen mir nicht gerade wie ein Ehepaar vor“, sagte Max geistesabwesend, er zog Andromeda behutsam an sich und küsste sie auf die Stirn. Möglicherweise war es das letzte Mal, das kam ihm verschwommen zu Bewusstsein.



~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~



Daniel saß wieder an der Theke, mit den Augen suchte er Rebekka, doch er fand sie nicht. Er kam sich vor wie ein Spanner, aber trotzdem konnte er nicht anders. Er stellte sich ihren Körper vor und ihr Gesicht, er stellte sich ihre Brüste vor und wie er sie küsste. Er würde alles an ihr küssen, sie würde anfangen zu zittern und zu stöhnen und ihn anflehen...

Würde, würde, würde... Er riss sich mühsam zusammen, seine Vorstellungen waren unangemessen und irrational. So etwas war nur für diejenigen reserviert, die ihr teure Halsbänder schenkten…

Das Halsband, er stutzte. Was hatte Morgaine gemeint? Sie hatte bestimmt mehr Durchblick als er. Er selber fühlte sich im Moment so total mutlos und verwirrt. Was war los mit ihm?



„Er hat es ihr gut beigebracht, nicht wahr?“

„Was meinst du?“, sagte Daniel unfreundlich.

„Das Tanzen natürlich...“ Ein unausgesprochener Vorwurf schwang in Zirzas Worten mit. „Wie konnte sie es eigentlich schaffen, ohne Alimente ein Kind großzuziehen? Das ist doch nicht normal! Obwohl ich es bewundern würde...“

Daniel schwieg, es machte ihn wütend, dass Zirza anscheinend seine innersten Zweifel kannte. Aber noch wütender machte es ihn, dass er an Rebekka zweifelte. Er überlegte doch tatsächlich, ob sie käuflich war. War sie käuflich? Hatte sie Einnahmequellen, die nicht ganz...

„Warum tut er mir das an?“ Aus Zirzas Stimme war Eifersucht und Resignation herauszuhören. „Und sie? Kann sie sich vorstellen, wie weh es tut, betrogen zu werden? Wenn sie zum Beispiel sehen würde, wie wir beide zusammen...“ Sie seufzte auf.

Daniel schwieg immer noch, ihre Worte hatten etwas in ihm aufgeweckt. Würde es Rebekka verletzen? Wäre sie eifersüchtig auf ihn, wenn er mit Zirza... Sie tanzte gerade mit Archie zu einem Stück von Carlos Santana, ihre Schulter schien wieder in Ordnung zu sein.
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Aber warum machte er sich Sorgen um ihre Schulter? Was ging es ihn an? Sie tanzte mit einem anderen...



Diesmal hatte Daniel sich nicht abgewendet, als sie ihm den Qualm ihrer Zigarette ins Gesicht blies. Ausgezeichnet! Denn die chemische Substanz, die er inklusive Nikotin und Teer eingeatmet hat, wird ihn dazu bringen, alles zu glauben, was er hört und sieht. Er hat das mit dem Collier geschluckt und glaubt nun, dass seine Frau käuflich ist. Zumindest für eine kurze Zeit, das GS17 wirkt eingeatmet lange nicht so intensiv wie gespritzt, es befindet sich noch im Experimentierstadium, trotzdem ist es ein genialer Stoff. Glaubsalz Version 17, die Leute von der Firma haben Humor, Zirza grinst vor sich hin, denn der Name Glaubsalz erinnert ein wenig an Glaubersalz, ein harmloses Abführmittel...

Zirza überlegt ihre nächsten Schritte: Sie wird Daniel, bevor er diesen elenden Ball verlässt, einen Drink unterjubeln, versetzt mit GS17 und ein bisschen Kurare. Auf dem Weg in sein Zimmer wird er ein Paar in einer sehr erotischen Pose sehen. Die Doppelgänger ähneln den Originalen zwar nicht besonders, aber er wird glauben, dass es Archie und Rebekka sind, die sich dort begatten. Rebekkas Kleid stammt aus einem Billigladen in Brunswick, und dieses Kleid gibt es dutzendfach...

Gut, wenn er dann endlich im Bett liegt – total sauer auf Archie und Rebekka – dann wird diese ihn besuchen, die Kleine ist ja so was von scharf auf ihn, sie wird sich auf ihn legen und einiges mit ihm anstellen. Warum sie das tun wird? Natürlich weil die liebe Zirza ihr dazu geraten hat. Rebekka muss doch wissen, was ihr Ehemann für sie empfindet...

Nun kommt das Kurare zur Wirkung, es wird Daniel lähmen, seinen Körper und seine Stimmbänder, aber nicht seinen Schwanz, er wird sich gedemütigt und wie ein Opfer fühlen, ein lustvolles Opfer der Frau, die ihn mit Archie betrügt und sich von ihm aushalten lässt.

Bis die Lähmung dann allmählich nachlässt, im Gegensatz zu seiner Erregung. Er wird etwas voll Gemeines zu Rebekka sagen – Zirza selbst hat ihm den Tipp dafür gegeben – und Rebekka wird es glauben, es liegt an dem Collier, oder liegt es an ihren Zweifeln an der Männerwelt? Völlig egal, in dem grünen Anhänger befindet sich der Wirkstoff GS17, er beeinflusst sie, und er ist das perfekte Mittel, um all ihre Ängste zu manifestieren.
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Sie wird anfangen, Daniel zu verabscheuen, eine lange Zeit lang, und diese Ehe wird scheitern.

Halleluja! GS17, das Zeug ist einfach Klasse! Natürlich kann seine Wirkung auch aufgehoben werden, es hat mit Kälte zu tun und ist recht gefährlich, aber darauf wird niemand kommen.

Zirza kichert vor sich hin. Sie ist fast am Ziel.



Diesmal wandte Daniel sich nicht ab, um dem Qualm ihrer Zigarette zu entgehen, sondern er hielt einfach die Luft an, bis Zirza weg war.

Er starrte ihr finster hinterher, er fand sie einfach widerlich, diese Schlange! Sie weckte nur Übles in ihm. Der Name Zirza, endlich war ihm eingefallen, womit er diesen Namen von Anfang an verbunden hatte, es war diese Zauberin, sie verwandelte Männer in Schweine, und sie hieß Circe.

„Halte dich fern von ihr.“ Max hatte ihn vor ihr gewarnt, und er musste seine Gründe haben. „Es ist Zirza, sie ist böse. Und der grüne Stein ist auch böse.“ Das hatte Morgaine gesagt, und sie wusste sicherlich, was los war. Er sollte über seinen Schatten springen, sollte Rebekka einfach sagen, was er fühlte. Und er sollte ihr vor allem diesen verdammten Stein des Anstoßes wegnehmen!

Aber noch war er nicht bereit dazu, stattdessen ging er zu dem Podest, auf dem die Combo gerade Pause machte.

Er wollte für Rebekka spielen, und wenn er Glück hatte, dann würde sie es verstehen.



~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~



Allmählich horchten fast alle Gäste auf. Spröde Gitarrenklänge lockten sie an, Instrumente, die in dieser Zusammenstellung seltsam waren, kein Schlagzeug, nur Gitarren, trotzdem trieben diese den Rhythmus voran, unglaublich voran.



Rebekka kamen diese versetzten, in sich zerrissenen Stücke bekannt vor. Dann fiel es ihr ein, Daniel hatte sie bis zum Erbrechen geübt, und heute Nacht hörte sie diese Stücke zum erstenmal im Zusammenhang. Und es erschien ihr wie eine Offenbarung. It Ain't Necessarily So… Eigentlich kannte sie es ja von Jimmy Somerville, sie hatte das Stück immer schon geliebt, nicht zuletzt wegen der Liebesnacht mit Daniel, aber jetzt war es neu, es war ganz anders, es war ungewöhnlich und dennoch wunderschön.
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Sie bahnte sich den Weg zu dem Podest, auf dem Daniel mit den anderen spielte und lauschte nur noch dieser Musik, die teilweise süß war, die aber auch hart und bitter klang, denn Daniels Gitarre bildete den perfekten Gegenpol zu der süßlichen Geige.

Es hörte sich an wie... Sie konnte es nicht in Worte fassen. Es war traurig und optimistisch zugleich, es war sentimental und manchmal disharmonisch, aber vor allem war es wunderschön.

Sie erkannte instinktiv, dass Daniel in dieser Musik sein wirkliches Wesen offenbarte. Und sie sah zum erstenmal, was er war.



Sie sah ihn als Künstler, er war perfekt!

Sie sah ihn als Liebhaber, der einfach göttlich und mit nichts zu vergleichen war auf dieser Welt.

Sie sah ihn als Vater, er war ein großartiger Vater, und Morgy liebte ihn über alles.

Und sie sah ihn als Liebenden, er liebte sie, und sie würde seine Liebe annehmen, obwohl sie Angst davor hatte.

Sie hatte ihm nicht vertrauen können. Warum? Weil es in seinem Leben zwei feste Freundinnen gegeben hatte und es mit beiden schiefgegangen war? Absurd! Daniel konnte wahrhaft lieben, während sie selber... Sie war abartig, sie hatte für keinen ihrer Freunde und Liebhaber viel Gefühl gezeigt. Sie war in Wirklichkeit das Monstrum!



Django spielt seine klaren

Töne nässen mein Gesicht

Django spielt mit drei Fingern

die Illusion des Lebens

klobige Diamantenklänge

tropfen an mir herab und

beißen ins Gras.



Diese Verse brauen sich in Rebekkas Kopf zusammen. Seltsam, bisher hat sie noch nie etwas Lyrisches zustande gebracht. Ist es denn lyrisch? Sie weiß es nicht, und es ist ihr egal.

Sie vergisst die Verse und starrt Daniel an. Sein Haar ist vorne ein bisschen länger als hinten, und es lockt sich tatsächlich ein wenig. Rebekka wünscht sich, mit den Fingern durch diese weichen Locken zu fahren und dann seinen Kopf in ihre Hände zu nehmen und ihn auf seine Lippen zu küssen. Lange zu küssen, in diesem Kuss zu versinken. Sie will seinen Körper ganz nahe spüren, sich an ihn pressen, an diesen sehnigen schlanken Körper, der so perfekt zu dem ihren passt.
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.. Sie will ihn so lange küssen, seinen wundervollen Mund, bis sie es vor Erregung nicht mehr aushalten kann – und dann wird sie ihm sein Hemd ausziehen und seine Brust küssen. Und auch er wird sie ausziehen, während er sie mit seinen braungelben Augen verlangend anschaut, bis ihre Beine schwach werden und sie sich an ihm festhalten muss. Er wird lachen und sie zum Bett tragen.



In diesem Augenblick gibt sie ihren ursprünglichen Plan auf, der ist sowieso total schwachsinnig, wie kommt Zirza nur auf so eine blöde Idee? Ihn in seinem Bett zu überfallen, um rauszukriegen, ob er sie liebt und ob er sie will. Und das mit Hilfe eines Steines! Wirklich totaler Schwachsinn! Es wird auch anders gehen, sie sollte sich nur von ihrem Gefühl leiten lassen, nichts bestimmen wollen, nichts zwanghaft erkennen wollen, vor allem nicht durch so einen blöden Stein. Fast kann sie hören, wie jemand sagt: Der Stein ist böse. Aber auch darauf will sie sich nicht mehr verlassen, sie wird ihren eigenen Weg finden. Und es ist der Weg zu ihm.



Daniel sieht nur sie, während er spielt, ihre Augen sind weit geöffnet und auf ihn gerichtet, sie steht so völlig ruhig da, nur auf ihn konzentriert. Kann es wirklich sein?

Sie schaut ihm entgegen, als er von dem Podest heruntersteigt, ihr Gesicht verändert sich und nimmt einen noch innigeren Ausdruck an, oder bildet er sich das nur ein. Nein...

Er streckt ihr seine Hand entgegen. „Komm’...“



Wie paralysiert legt sie ihre Hand in seine und lässt sich von ihm in den Garten des Herrenhauses führen. Es ist schon dunkel, in den riesigen Bäumen des Parks sind Lampions angebracht, sie strahlen in einem zarten Blau, aber der Mond, der über ihnen scheint, ist noch blauer. Ungewöhnlich blau.

„Wenn der Mond bläut, sollen außergewöhnliche Dinge geschehen“, sagt sie wie in Trance. Sie hat das mal irgendwo gehört, oder vielleicht geträumt?



„Du solltest dich daran gewöhnen“, Daniel legt seine Arme um ihre Taille und zieht sie an sich. Die Combo spielt gerade Moon River, dazu kann sogar er tanzen, und es ist gar nicht schwer.



Seltsam, immer erträumt, einmal genossen, lange vermisst. Rebekka fühlt seinen Körper nahe an ihrem, alles in ihr drängt zu ihm, und sie schmiegt sich an ihn.
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Es ist etwas kühler geworden, aber sie friert nicht, denn er wärmt sie. Sie bewegen sich langsam, schweigend und spüren die Wärme des anderen. Es ist eine aufreizende Wärme.

„Woran soll ich mich gewöhnen? An den blauen Mond?“ Rebekka bleibt stehen und blickt zu Daniel empor. Der blaue Mond wirft blaue Schatten auf seine Wangenknochen, und sie muss ihn einfach berühren, muss sein Gesicht mit ihren Fingern nachzeichnen.

„An mich natürlich. Und auch an den blauen Mond.“

„Hmmm...“, murmelt Rebekka, während sie immer noch sein Gesicht streichelt. „Aber ich bin eine schlimme Frau, ich werde dich bestimmt unglücklich machen...“ Seltsam, dass sie ihn warnen will, und seltsam, dass diese Warnung nicht ernst gemeint ist, denn sie wird ihn nie verletzen können. Nicht ihn.



Er unterbricht ihre Gedanken „Das Halsband, woher hast du es?“

Sie schaut ihn erstaunt an und überlegt eine Weile, bevor sie zugibt: „Ich weiß, ich bin verrückt! Aber ich hab’ geglaubt, es wäre magisch, Zirza hat’s mir geschenkt, sie hat gesagt, der grüne Stein würde mir die Wahrheit zeigen.“ Rebekka schlägt verlegen die Augen nieder, bevor sie leise sagt: „Die Wahrheit darüber, ob du mich wirklich liebst...“

Daniel starrt sie an und schüttelt dann den Kopf. „Du vertraust einem Stein?“

„Ich weiß, ich bin nicht ganz normal, und jetzt kommt mir sowieso alles total lächerlich vor“, flüstert sie.

„Du willst wissen, ob ich dich liebe? Ich liebe dich, und ich möchte mit dir zusammen sein bis an den Rest unserer Tage. Und mit unseren Kindern auch...“

„Ich habe Angst“, Rebekka blickt ihn hilflos an.

„Wir werden das schon schaffen. Komm’ her“, sagt er mit rauer aber zärtlicher Stimme. „Und gib mir das Halsband!“

Sie nestelt daran herum, schafft es aber nicht, den Verschluss zu lösen, bis Daniel schließlich selber eingreift. Sie erschauert und bewegt sich nicht, bis er das Halsband in seiner Hand hält.



Der Stein sieht im Mondlicht nicht grün aus, sondern künstlich und fahl. Daniel reißt ihn von der Kette ab, lässt ihn zu Boden fallen und tritt mit dem Fuß darauf.
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Es gibt ein hässliches Geräusch, als der Stein zerbricht.

Daniel bückt sich, um die Steintrümmer aufzusammeln und schleudert sie dann in hohem Bogen in den Mittleren Teich, fast sieht es aus, als würden sie eine Leuchtspur hinter sich her ziehen, fast hört es sich an, als würden die Steinfragmente im Wasser zischen.

„Hey!“, Rebekka schaut ihn fassungslos an. „Das kannst du doch nicht machen...“

„Ausnahmsweise doch! Vertrau’ mir einfach.“ Daniel beugt sich zu ihr, um sie zu küssen, und sie sagt nichts mehr, sondern legt die Arme um seinen Hals, denn sie will ihm so nahe wie möglich sein.



Wenig später gehen sie Hand in Hand die große gewundene Treppe empor, sie sind so ineinander versunken, dass sie gar nicht bemerken, wie ein anderes Pärchen – es ähnelt von weitem Archie und Rebekka – sich leidenschaftlich auf dem Treppenabsatz küsst. Die Frau ächzt wollüstig auf, als der Mann sie hochhebt und an die Wand nagelt, sie klammert ihre Beine um ihn und stöhnt laut vor sich hin. Sie trägt das gleiche Kleid wie Rebekka.



Aber die hat nur Augen für Daniel, und er hat nur Augen für sie.





Es geht noch weiter... Eigentlich ist ja alles geschrieben, aber gewisse Aufklärungen müssen sein, das mit Max zum Beispiel...
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Punktestand der Geschichte:   88
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Kommentare zur Story:

  @ michael
danke schön für das spannende und gefühlvolle. ;)
max... tja, der hat ein großes problem, und das wird noch ein wenig dauern, bis und so...

@ jochen
freut mich, dass es immer noch spannend ist, eigentlich sollte es ja gar kein krimi werden, sondern mehr ein psychodrama mit fantastischen elementen, aber irgendwie ist es mir aus der hand geglitten. ;)

@ petra
ja, es stimmt, das einzig gute war, dass zirza hereingefallen ist. bei max bin ich mir nicht sicher, ob er nicht auch noch hereinfallen wird *doppelte verneinung*, aber es schwant ihm ja schon was, dem armen...

@ doska
da hast du wohl recht, sie wird außer sich vor wut sein, ihre pläne sind vereitelt. danke schön, doska!

lieben gruß an euch und danke!!!  
   Ingrid Alias I  -  02.09.10 20:39

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  Hallo Ingrid,

Wieder sehr spannend und vor allem auch sehr gefühlvoll geschrieben.
Schön, dass es mit Daniel und Rebekka doch noch ein versöhnliches Ende gefunden hat.
Nun bleibt noch offen wie es mit.
Nun bin ich noch gespannt, wie es mit Max weitergeht. Werden seine Wünsche in Erfülllung geh'n.
LG. Michael  
   Michael Brushwood  -  01.09.10 21:41

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  Nicht nur Max, auch Daniels kleine Tochter hatte ihn vorgewarnt. Es musste seine Gründe haben. Morgaines Liebe zu Daniel ist schließlich doch stärker, als Zirzas Einfluss auf ihn. Der grüne Stein muss weg. Daniel gelingt es, über seinen Schatten zu springen und Rebekka zu sagen, was er fühlt.
Doch wie sieht es nun mit Max und Andromeda aus? Was hat er erfahren? Was wird aus Zirza, vor allem, was wird sie jetzt tun? Das möchte ich doch nur zu gerne wissen. Du siehst, man bleibt neugierig, du hältst die Spannung.  
   Jochen  -  01.09.10 09:37

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  Logisch, dass Max sauer ist, als er Andromeda gemeinsam mit dem jungen Benny in deren Zimmer vorfindet. Zwar ist nichts Besonderes passiert und Andy merkt wohl, dass Max doch so einiges für sie empfindet, aber so ganz schlau wird sie immer noch nicht aus ihm. Max hat wohl Etwas aus der Vergangenheit Andromedas heraus gefunden und er traut sich nicht, es zu erzählen.
Es hat mich sehr gefreut, dass diesmal Zirza herein gefallen ist, mit ihren üblen Machenschaften, Rebekka und Daniel auseinander zu bringen.  
   Petra  -  31.08.10 13:25

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  Ganz klasse. Zirza wird sich selbst beißen vor Wut, wenn sie das sieht. Ein prächtiges Kapitel. Ist dir sehr gelungen.  
   doska  -  30.08.10 15:56

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  @ jingizu
ich danke dir! im moment ist meine meinung von mir nicht so besonders und deswegen... danke ;)
@ rosmarin
irgendwer wird es schon erfinden, das gs17, oder ist es schon erfunden worden? die leute glauben ja soooo viel...
und mit der geschichte muss ich jetzt allmählich zu potte kommen, wie man im pott so sagt. noch drei folgen, circa.

lieben gruß an euch  
   Ingrid Alias I  -  28.08.10 20:34

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  tja, nicht mmer gehen die hexencircewünsche in erfüllung. ich habe doch tatsächlich nach dem gs17 gegooglet, ist ein panasonic, lach. aber kurare gibt es. ist stark giftig. und die geschichte löst sich so allmählich in wohlgefallen auf. muss sie ja auch.
grüß dich  
   rosmarin  -  28.08.10 12:41

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  Einfach herrlich wie du Gefühle und zwischenmenschliche Beziehungen so treffend und bildlich beschreiben kannst. War wieder ein Genuss das zu lesen.  
   Jingizu  -  27.08.10 13:55

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