Holidays in Kampodia Kap.VI – Teil 3 BALL der INTRIGEN   76

Romane/Serien · Romantisches

Von:    Ingrid Alias I      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 10. August 2010
Bei Webstories eingestellt: 10. August 2010
Anzahl gesehen: 1609
Seiten: 8

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   Teil einer Reihe


Ein "Klappentext", ein Inhaltsverzeichnis mit Verknüpfungen zu allen Einzelteilen, sowie weitere interessante Informationen zur Reihe befinden sich in der "Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht":

  Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht      Was ist das?


Max war nicht gekommen!

Und dabei sah sie doch so schön aus und vor allem so erwachsen. Zirza hatte ihr aus einer ihrer Boutiquen ein Kleid mitgebracht, das enge schwarze Oberteil ging herzförmig über in einen leichten Rock aus zartem weißen Stoff, der sich wie eine duftige Tulpenblüte an Andys Körper schmiegte. Der weiße Stoff hatte einen Überwurf aus dunkelvioletter Spitze. Das Kleid war so vollkommen, als stammte es aus einem Märchen.

Leider war Max nicht da, um sie darin zu bewundern... Andy fühlte sich zutiefst unglücklich.

Stattdessen war Zirza heute Morgen eingetroffen und hatte sich rührend um Rebekka gekümmert. Rebekka war jetzt tatsächlich mit Daniel verheiratet, obwohl man es ihnen gar nicht ansah. Zirza war schwer betroffen gewesen von der Entführungssache, sie hatte immer wieder gesagt: „Wie schön, dass dem armen kleinen Mädchen nichts Schlimmes passiert ist!“

Andy schaute sich um und behielt dabei die Eingangstür im Auge. Vielleicht kam er ja doch noch.



Der Ballsaal war heute zu seiner vollen Größe erweitert worden, und man konnte endlich den riesigen Kristalllüster bewundern, der an der stuckverzierten Decke hing. In einer Ecke war ein Podest für die Combo aufgebaut, die den Abend musikalisch untermalen sollte. Was würden die spielen? Bestimmt so ’nen altmodischen Kram, aber sie hatte sowieso keine Lust aufs Tanzen, weil Max nicht da war.

Schließlich stibitzte sie sich ein Glas Sekt und trank es in einem Zug aus. Sie entdeckte ihren Schulkameraden Benny, Sohn des Metzgermeisters Dennis. Sie ging zu dem Jungen hin und hauchte ihm einem zarten Kuss auf die Wange. Es gefiel ihm anscheinend.

Die Combo hörte sich ganz nett an, die Typen spielten natürlich nichts richtig Fetziges, aber man konnte gut dazu tanzen, und Andy tanzte hingebungsvoll mit ihrem Schulkameraden Benny. War nur blöd, dass es niemand mitkriegte, vor allem Max nicht…

Alle anderen amüsierten sich prächtig, wie es schien. Rebekka sah irre gut aus, ihr eng anliegendes exotisches Kleid war seitlich fast bis zur Taille geschlitzt. Sie hatte tolle Beine! Ihr Haar trug sie im Geisha-Stil, mit Nadeln drin, sehr damenhaft, aber es machte sie absolut nicht älter, obwohl sie sich das hätte leisten können, so jung wie sie immer wirkte.
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Und die Männer schienen beides zu lieben, Frisur und Kleid.



Viel Volk war gekommen, teilweise aus dem Dorf, teilweise von außerhalb, alles nette Leute. Daniel hatte sich ein wenig mit dem Besitzer des Sägewerkes, einem gewissen Karl Heuer unterhalten, der war auch gerade frisch verheiratet und er strahlte förmlich vor Glück. Im Gegensatz zu ihm selber...

Dennoch konnte er sich kaum von Rebekkas Anblick losreißen. Die Ferien hatten ihrem Gesicht eine gesunde Fülle verschafft, und sie war gleichmäßig am ganzen Körper gebräunt, wie man an dem hochgeschlitzten Kleid sehen konnte. In ihrem dunklen Haar mit der seltsamen Hochsteckfrisur leuchteten helle Strähnchen, und Daniel überlegte auf recht unmännliche Art, wie viel so etwas wohl kostete. Wie hatte sie ohne finanzielle Hilfe die letzten Jahre überstehen können? Er schuldete ihr einiges, dem Himmel sei Dank war er nicht arm, er hatte von seinem Onkel ein Haus geerbt, ein bisschen Bargeld und eine kleine Firma, ein Planungsbüro für Bauvorhaben, recht praktisch für einen Ingenieur. Sein Geld war jetzt auch ihr Geld. Die Zukunft sah eigentlich ganz gut aus. Wenn er nur wüsste, ob sie etwas für ihn empfand. Sie verhielt sich zwar nicht mehr so abweisend wie am Anfang, aber er traute sich einfach nicht. Und dass er jetzt in ihrem Appartement wohnte, das war nur pro Forma.

Und er vermisste Max. Wo steckte der Kerl?

Andromeda sah auch nicht gerade glücklich aus. Sie machte gerade einen jungen Mann an, den Sohn von dem Metzgermeister, diesem lästigen Verehrer von Rebekka. Wieder ließ Daniel seine Blicke schweifen und entdeckte Rebekka vor dem Podest, auf dem die Combo spielte. Sie nippte an ihrem Sektglas, und der betörende Ausdruck in ihrem Gesicht war ihm neu. Sie sah fast aus wie ein verspieltes Kätzchen, unbeschwert und auch ein wenig grausam. Wem galt denn nun dieser betörende Gesichtsausdruck? Archie oder Dennis? Und da gab noch einen dritten Kandidaten, nämlich Herbert Nickel, den Dorfpapagalli, kurz Onkel Herbie genannt. Auch der scharwenzelte um Rebekka herum.

Daniels Blick fiel zufällig auf Rebekkas Halskette. Ein schönes Stück, und der grüne Stein darin war bestimmt sehr wertvoll. Konnte sie sich so etwas leisten? Rebekka stand nun neben Archie und tuschelte mit ihm.
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Er sah Zirza auf sich zukommen. Sie trug etwas Korallenrotes aus einem hauchdünnen anschmiegsamen Stoff, der mehr enthüllte als er verbarg.

„Sie amüsiert sich gut“, sagte sie. Es klang leicht säuerlich, und Daniel wusste sofort, wen sie meinte. Archie kümmerte sich wirklich aufopfernd um Rebekka.

„Ich weiß nicht, was ich von der Sache halten soll. Archie hat ihr ein Collier von Kassiopeia geschenkt...“

„Er hat was?“ Daniel schaute sie fassungslos an. Was Archie sich da leistete, war wirklich unglaublich!

„Siehst du es? Es ist wunderschön und kostbar. Mir hat er es damals verweigert. Aber es hat bestimmt nichts zu bedeuten.“

Zirza blies ihm leicht den Rauch ihrer Zigarette ins Gesicht, und Daniel wandte sich automatisch ab, um dem Rauch zu entgehen. Hatte es wirklich nichts zu bedeuten? Verdammt, Rebekka war nicht naiv. Sie würde so ein Geschenk doch nicht annehmen. Archie sollte die grünen Klunker seiner Frau umhängen und nicht Rebekka. Ihm fiel der Nachmittag ein, als er vor der Bibliothek gestanden hatte. Die Tür war verschlossen gewesen, er hatte Musik gehört und Rebekkas leises Lachen. Was hatten die da drin getrieben? Der Wurm der Eifersucht fraß sich in Daniel hinein, er war schließlich mit ihr verheiratet, falls jemand mit ihr, dann doch er... Aber sie ermutigte ihn auch nicht gerade dazu. Es war bestimmt wegen Archie. Sie nahm von ihm Geschenke an!



Sirza beobachtete ihn verstohlen, sie erkannte seine Eifersucht und seine Zweifel, er war voll drauf angesprungen...

In Wirklichkeit waren die Klunker bei weitem nicht so wertvoll, wie sie aussahen, das Halsband war eine perfekte Imitation, nur die Lupe eines Juweliers hätte es als Fälschung entlarven können.

Und Archie war vollkommen unschuldig daran, Zirza selber hatte Rebekka diese Halskette geschenkt, Daniel sollte nur ein bisschen zermürbt und verunsichert werden, denn Zirza hatte noch einiges vor mit ihm.

Sie tobte vor Wut hinter ihrer kühlen Fassade. Die Entführung von Morgaine war in die Hose gegangen, weil der Penner von Stallknecht sie nicht rechtzeitig aus der Krypta geholt hatte. Auf dem Gut wäre zuviel los gewesen in dieser Nacht, damit wollte er sich herausreden, der Idiot!

Und dann diese Hochzeit! Wie konnte das passieren? Und jetzt musste SIE alles wieder in Ordnung bringen.
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Klar, wer sonst?

„Hast du Lust zu tanzen? Oh, jetzt haben sie gerade aufgehört zu spielen. Vielleicht später?“ Sie schaute Daniel aufreizend mit ihren dunklen Augen an und rückte ihm geschmeidig ein Stück näher.

„Ja, später vielleicht“, sagte Daniel vage, und sie spürte, wie er vor ihr zurückwich. Er verschmähte sie, doch das würde er büßen! Und auch Rebekka, die gerade Archie, Dennis und den Dorfpapagalli Onkel Herbie nacheinander bezauberte, würde es büßen. Warum machten die beiden ihr auch soviel Ärger?

Zirza trat den Rückzug an. Schade, dass Daniel den Qualm ihrer Zigarette nicht inhaliert hatte, aber es würde auch so gehen. Sie lächelte. Es war ein gemeines und tückisches Lächeln.



~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~



Claudia lag auf der Couch in Rebekkas Appartement und grübelte vor sich hin. Sie hatte Rebekka eine Therapie angeraten. Sie kannte Rebekkas Geschichte mit Daniel, und Rebekka hatte ihr auch von ihren Eltern erzählt, vor allem von ihrem Vater und von dem, was damals in den Ehebetten der Eltern passiert war. Und sie hatte sich gar nicht drüber gewundert, dass Rebekka sie nach so kurzer Zeit ins Vertrauen zog.

Das arme Kind! Denn auch wenn Rebekka es rigoros abstritt, trug sie bestimmt immer noch diesen entsetzlichen Mist mit sich herum. Und so war es kein Wunder, dass sie auf Ehebetten allergisch reagierte und sie automatisch mit Betrug gleichsetzte. Ob es sich nun um ihren Vater handelte oder um Daniel. Claudia kannte sich ein wenig aus mit Psychosen und ihren Ursachen. Während ihrer Aufenthalte in psychiatrischen Kliniken hatte sie einiges kennen gelernt, und dafür gab es Behandlungen, obwohl die ihrer Meinung nach nicht viel taugten. Entweder kam die Heilung von innen, oder es gab keine Heilung. Für sie selber hatten die vielen Therapien letztendlich nichts geändert. Sie wusste, dass sie ihr Kind damals gehört und gesehen hatte – und dass der Leichnam des Kindes im Mausoleum falsch war. Sie hatte es immer gewusst! Dieses Wissen war zeitweise verdrängt worden von den Psychologen, doch in ihrem Innersten hatte sie diesen Leuten nie geglaubt. Trotzdem würde eine Therapie Rebekka nicht schaden.
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Werde mit ihm glücklich, falle nicht in dein altes Verhaltensmuster zurück, das dachte und hoffte sie mit all ihrer Kraft. Sie hatte mit Rebekka darüber gesprochen: „Du blockst alles ab, wodurch du die Kontrolle verlieren könntest. Du hast furchtbare Angst davor, verletzt zu werden. Aber manchmal muss man es eben riskieren.“

Claudia liebte Rebekka und Morgaine über alles, und seit Rebekkas Hochzeit hegte sie eine irrsinnige Hoffnung. Das Geburtsdatum stimmte überein, und der Name Steiner, sie kannte ihn irgendwoher, und allmählich war ihr eine Ahnung gekommen, konnte es sein? Ihr Herz sagte ja, aber noch war nichts sicher, denn es musste richtig sein. Doch es passte alles zusammen, vor allem ihre Gefühle für Morgaine und Rebekka. Nie zuvor hatte sie ähnliches empfunden, sogar für Andromeda nicht. Trotzdem musste Archibald es prüfen, er sollte zu ihnen fahren und sie in die Mangel nehmen, er sollte so tun, als ob er es wüsste. Er sollte ihnen Geld anbieten. Ja genau! Und dann wollte sie doch mal sehen, wie diese sauberen Leutchen reagieren würden. Sie hasste sie für das, was sie Rebekka angetan hatten!

Aber auch wenn sie sich alles nur einbildete, sie würde Rebekka aus den Klauen ihrer so genannten Eltern befreien, Rebekka hatte etwas besseres verdient und Morgaine natürlich auch.



Claudia dachte nach langer Zeit auch wieder an ihren Ehemann. Sie war nicht geschieden von ihm, aber er hatte sie verlassen. Ben war immer seelisch zerrissen gewesen, auch in ihren glücklichen Zeiten. Er wusste nicht, wohin er gehörte. Sie musste lächeln. Die wenigsten Menschen wussten, wohin sie gehörten...

Ihrem Mann Ben – dem Sohn eines englischen Diplomaten, der eine Singhalesin geheiratet und sie nach der Unabhängigkeit Ceylons in seine Heimat Großbritannien gebracht hatte – blieb Europa fremd. Und vom Kontinent Asien fühlte er sich zurückgewiesen. Trotzdem hatten er und Claudia sich sehr geliebt. Beide lebten in ihrer eigenen Welt der Poesie, die zwischen der Weisheit Asiens und der Realität Europas angesiedelt war. Finanziell hatten sie keine Sorgen, aber als die Wirklichkeit sie einholte, da zerbrach ihre Beziehung. Es begann, als Claudia ihr Kind verlor. Ben unterstützte sie lange Zeit, trauerte furchtbar um das verlorene Kind, aber als Claudia sich immer öfter therapeutisch behandeln ließ und sie an nichts anderes mehr denken konnte als an das Kind, das sie gesehen und gehört hatte und das nicht in der Gruft der von Kampes bestattet war, da verließ er sie.
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Sein asiatisches Erbteil war stoisch genug, um einzusehen, dass es vorbei war mit der Liebe und der Poesie.

Er kehrte Europa den Rücken und ging zurück nach Sri Lanka, dort wo er geboren wurde. Claudia hielt ihn nicht zurück. Auch sie wusste: Es war vorbei.

Seufzend erhob sie sich, um nach Morgaine zu schauen, sie sollte die Kleine wach halten, denn ihr Papa würde bald kommen, und dann musste sie unbedingt wach sein. Es ging um einen grünen Stein, der gefährlich war. Claudia verstand das zwar nicht, aber sie ging ins Schlafzimmer und weckte die Kleine.



Die Combo fing wieder an zu spielen. Daniel sah erst jetzt, dass sie einen Geiger dabei hatten. Einen Stéphane Grappelli, der vielleicht Django Reinhardts Musik kannte, jedenfalls war es ein Geiger, und wenn er, Daniel, besoffen genug wäre, würde er den Geiger einfach mal fragen, ob er mitspielen könnte.

Er sah erstaunt, wie Andromeda mit dem jungen Mann die große Treppe empor ging, sie drehte sich kurz um und warf einen letzten verzweifelten Blick auf die Eingangstür.

Ach Andy, was machst du? Daniel klammerte sich kurz an seinem Weinglas fest. Dann entschloss er sich, nach Morgaine zu schauen. Sie hatten zwar das Babyphon, und Claudia Mansell schlief auf dem Sofa im Wohnraum, aber sicher war sicher.

Er stieg langsam die Treppe hoch, denn er hatte keine Eile, wieder zurück zum Ball zu gehen.

Morgaine schlief – und sie war so, nein süß würde er nicht sagen, das war Frauenquatsch, jedenfalls war sie das Wichtigste in seinem Leben außer vielleicht… Er beugte sich über das Bett und küsste sie zart auf die Stirn.

„Schläft sie?“ Rebekka war kurz nach ihm ins Zimmer gekommen.

„Warum bist du hier?“ Daniel schaute sie fragend an. „Ist es unten nicht amüsant genug für dich?“

„Nicht wirklich“, sagte Rebekka leise, während sie versuchte Daniels Blick festzuhalten, aber er entglitt ihr. „Daniel?“

„Was ist denn?“ Seine Stimme klang unwirsch.

„Wirst du heute mit mir tanzen?“

„Ich kann nicht besonders gut tanzen.
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Du solltest dich an Archie halten. Oder an Dennis.“ Daniel starrte immer noch fasziniert auf den großen grünen Stein in der Mitte ihres Halsbandes. Es war mit Sicherheit ein Smaragd.

Rebekka schwieg und schien auf etwas zu warten.

„Du hast da ein schönes Halsband“, sagte er schließlich verdrossen.

„Ach, es ist nichts Besonderes...“ Fast erlag sie der Versuchung, sich eng an Daniel zu schmiegen. Doch er machte so einen abweisenden Eindruck, dass sie sich nicht traute. Warum versuchte er nicht, sie zu küssen? Sie sehnte sich danach. Sie lebten jetzt so nahe zusammen, sie fühlte seine Gegenwart immer stärker, wollte ihn berühren, wollte berührt werden...

Wieso war Daniel so kühl zu ihr? Wann hatte es damit angefangen? Seitdem er wusste, dass Morgaine seine Tochter war?

Sie musste an Zirza denken. Die hatte ihr erzählt, dass Väter oft versuchten, die lästigen Unterhaltszahlungen für ihre Sprösslinge zu umgehen. Hatte Daniel sie etwa deswegen geheiratet? Zirza wusste es natürlich nicht, aber sie machte ihr einen Vorschlag...

Tatsächlich hatte Rebekka begonnen, von einer Zukunft mit Daniel zu träumen. Ihr Misstrauen gegen ihn löste sich auf, es erschien ihr nicht mehr wichtig. Vielleicht war das eine Folge des Schocks, den sie durch Morgaines Entführung erlitten hatte. So etwas passierte manchmal Leuten, die sich selber für hart und abgebrüht hielten. Möglicherweise kamen aber nur ihre Gefühle für ihn zum Vorschein. Gefühle wie das Verlangen nach Liebe, nach Gemeinsamkeit, nach Vertrauen. Aber sie hatte Angst, musste wissen, ob Daniel sie liebte.

„Es steht dir gut.“ Daniels leicht höhnisch klingende Stimme holte sie aus ihren Überlegungen zurück. „Und vielleicht sollte ich besser hier bei Morgaine bleiben.“

„Morgaine ist sicher, Claudia ist da, und Tante Bernadette will auch ab und zu nach ihr schauen...“ Sie sah ihn erwartungsvoll an, doch als er keinerlei Anstalten machte, sie in den Arm zu nehmen oder sie gar zu küssen, warf sie ihm eine Kusshand zu und ging wieder aus der Wohnung. Sie würde später erfahren, ob er sie wirklich wollte...



Daniel sah ihr nachdenklich hinterher.
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Wenn er sich nur sicher wäre, dass... Aber das Collier, was dachte sie sich dabei?

Er blickte zerstreut auf Morgaine herab, ohne zu bemerken, dass ihre Augen geöffnet waren. Doch dann brachte ihn ihr gehauchtes „Papa?“ in die Wirklichkeit zurück.

„Du bist ja wach. Was ist denn, Fee?“

„Mammi hat dich lieb.“

Er stutzte und schüttelte dann verwirrt den Kopf. „Wie kann das sein?“ fragte er schließlich. Er konnte das nicht glauben, alles sprach dagegen, ihr Verhalten, das verdammte Halsband...

„Ich weiß es.“ Morgaine richtete sich auf und schlang ihre Arme um ihn. Daniel drückte Morgaine spontan an sich, doch dann ließ er sie los und versuchte, nicht allzu trostlos auszusehen.

„Es ist Zirza, sie ist böse. Und der grüne Stein ist auch böse.“

„Was sagst du da?“ Daniel schaute sie fassungslos an.

„Nimm Mammi den Stein weg, dann geht es viel leichter“, Morgaine schaute ihn flehend an. „Mach ihn kaputt! Und Fonso wird auch nicht tot da liegen.“

„Hmmm“, Daniel war verwirrt. Er hatte absolut keine Ahnung, was die Kleine meinte, aber er glaubte ihr, sie wusste so viel mehr als er. Der Stein war es also? Interessant! Und eigentlich hatte er doch gar nichts zu verlieren, er wollte endlich wissen, woran er war. Rebekka hatte ihn lieb. Hatte sie das? Er wünschte es sich so sehr. Sie beschäftigte all seine Gedanken, er stellte sich vor, wie er sie küsste und ihren Körper an seinem spürte, wie sie ihn anschaute und ihn begehrte, aber vor allem wünschte er sich, dass sie ihm vertraute, dass sie eine Einheit bilden würden, zusammengefügt aus verschiedenen Einzelteilen, die sich ergänzten trotz oder gerade wegen dieser Verschiedenheiten.



In Gedanken versunken ging Daniel langsam hinunter in den Ballsaal, wo er als erstes seinen Freund Max erblickte, der sich suchend umschaute.

„Bisschen spät, alter Junge“, meinte Daniel spöttisch zu ihm

„Wieso?“ Max blickte ihn beunruhigt an.

„Dein Mädchen ist stinksauer und hat sich mit so ’nem Bubi nach oben verzogen.“

Max’ Gesicht wurde daraufhin merklich blasser. „Mist!“ zischte er. „Würdest du mich entschuldigen?“ Das war wohl keine Frage, denn er wartete Daniels Antwort nicht ab, sondern lief schnurstracks die gewundene Treppe hoch.
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Fortsetzung...
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Kommentare zur Story:

  ein danke schön an rosmarin, doska, michael, jochen und jingizu, wow so viele... ihr seid zu lieb zu mir. ;)
also grüße an alle, und ein schönes wochenende wünsche ich euch auch!  
   Ingrid Alias I  -  13.08.10 20:13

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  ach nun klommt die eifersucht ins spiel, und wieder diese missverständnisse. und zirza macht ihrem namen alle ehre. nur morgaine weiß bescheid.
hier kommt ein lieber morgengruß von  
   rosmarin  -  13.08.10 07:28

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  Gut, dass Rebekka Claudia als treue und aufmerksame Freundin hat. Vielleicht wird die ihr helfen können? Und Daniel steht Max hilfreich zur Seite. Zirza plant Böses, das ist klar, aber Morgy scheint wachsam zu sein. Ein schönes Kapitel, das mir wieder sehr gefallen hat.  
   doska  -  12.08.10 15:34

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  Hallo Ingrid,

ich kann mich den Meinungen nur anschließend.
Fesselnde Augenblicke hast du exzellent geschildert. Aber dieses zeichnet deinen Schreibstil schon immer aus.
Eine sehr mysteriöse Geschichte mit vielen spannenden Verwicklungen.
Gespannt bin ich, wie es zwischen Rebecca und Daniel weitergeht.
LG. Michael  
   Michael Brushwood  -  12.08.10 14:21

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  Arme Andy, wo ist ihr heißgelieber Max? Zirza scheint alles unter Kontrolle zu haben. Die Kette, die Rebekka trägt ist von ihr. Was kann der geheimnisvolle grüne Stein bewirken? Daniel misstraut Rebekka und am Ende dieses Kapitels sucht Max Andy. Die Kleine wird doch nicht...?  
   Jochen  -  12.08.10 13:22

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  Wie immer sehr fesselnd geschrieben. Dein Talent Situationen, Augenblicke und Gefühle einzufangen und authentisch wiederzugeben ist bemerkenswert.  
   Jingizu  -  12.08.10 10:00

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  hexe ist gut, aber morgaine ist ja da. sie wird es verhindern. mehr sag ich nicht. ;))
danke fürs lesen und so. ..  
   Ingrid Alias I  -  11.08.10 16:46

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  Spannend und mysteriös. Ein schönes Kapitel. Zirza kommt mir vor wie eine moderne Hexe. Bin neugierig wie das nun weitergeht. Grün natürlich.  
   Petra  -  10.08.10 21:17

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