Marcels ungewöhnliches Erstes Mal   117

Erotisches · Kurzgeschichten

Von:    Michael Brushwood      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 2. Juni 2010
Bei Webstories eingestellt: 2. Juni 2010
Anzahl gesehen: 15159
Seiten: 24

Hächelnd steuert Marcel auf die stramme eicherne Eingangstür dieses geheimnisvollen Ortes zu. Sein fleischiger Daumen peilt zögernd den Klingelknopf an, der ihn über eine Schwelle führen soll, traut sich aber nicht, diesen entscheidenden - diesen vielleicht wichtigsten Schritt seines Lebens - zu wagen.

„Warum denn nicht?”, flucht er über sich selbst.

Wie ein Hammerwerk pocht das Herz des schüchternen achtzehnjährigen Schwarzschopfes - und das zum zig tausendsten Male. Will es wiedermal sein Vorhaben durchkreuzen, dieses viel zu gebrechliche, dieses viel zu weiche Herz? Warum will sie einfach nicht weichen - diese verfluchte, diese kaum zu beschreibende Angst, die Marcel wieder einmal Mut genommen hat, die ihm schon von frühester Kindheit an begegnet war, die ihm in finstersten Nächten des Öfteren um den Schlaf gebracht hatte.



*



Marcel war etwas zu früh auf unsere Welt gekommen. Geburtliche Komplikationen hatten die Zellen, die für die Koordinierung der Bewegungen zuständig sind, geschädigt. „Motorische Störungen” lautete die sehr niederschmetternde ärztliche Diagnose, was nicht ohne Folgen für sein weiteres Leben bleiben sollte.

In der Schule war er, wegen seiner etwas abartig erscheinenden Bewegungen, die aufgrund seiner stattlichen Körpermasse noch viel ulkiger wirkten, das gebrannte Kind der Klasse. Natürlich war er den verbalen Angriffen, seiner Klassenkameraden ausgesetzt, manchmal musste er auch einige Fausthiebe einstecken. Tapfer bemühte er sich aber, diesen Stänkerern zu zeigen, dass auch er in der Lage ist, sich zu wehren. Wenn es sein musste, ließ auch er mal die Fäuste fliegen.

Freunde hatte er keine - bis auf Ronny - seinem Banknachbarn, der wegen seiner übermäßigen Leibesfülle auch kein leichtes Los gezogen hatte - für potenzielle Streithähne natürlich ebenfalls ein gefundenes Fressen. So konnte Marcel wenigstens einen Gleichgesinnten finden, der ihm selbst in schwierigsten Situationen zur Seite gestanden hatte.



Dumm war Marcel dennoch nicht. In Mathe und Deutsch konnte ihm kaum einer das Wasser reichen. Nur diese verächtlichen Blicke und diese dummen Sprüche, die er wegen seines abartigen Ganges auf sich gezogen hatte, raubten ihm oft Mut und Zuversicht - nie aber den Glauben an sich selbst.
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An den etwas ungewöhnlichen Spitznamen „Bleikloß” hingegen, hatte er sich längst gewöhnt.

Trotz seines Handicaps fand er - vor allem dank guter Noten in den Fächern Deutsch und Mathematik, nach dem fünften Vorstellungsgespräch bereits einen Ausbildungsplatz - und das sogar in seinem Traumberuf.



Zurzeit verdient der Azubi in der Filiale eines weltbekannten Möbelhauses seine Brötchen. Er erlernt den Beruf eines Wirtschaftskaufmannes und steht kurz vor dem Ende des zweiten Lehrjahres.

Von seinen Mitarbeitern wird er - obwohl diese ihm sein Handicap ansehen - sehr geachtet.

Es könnte doch alles so schön sein - wenn da nicht diese quälende Einsamkeit wäre.

Natürlich wäre die Begegnung mit der ersten große Liebe die beste Medizin, eine Medizin, die noch viel wirkungsvoller sein dürfte als so manche bittere Pille.



Was hatte er nicht schon alles schon versucht, um dem fahlen Grau der Einsamkeit zu entfliehen.

Kontaktanzeigen, Partnersuche im Internet - nichts aber auch gar nichts - wollte helfen.

Jedes Mal nachdem er sich berechtigte Hoffnungen gemacht hatte, erhielt er die Quittung für sein Schicksal, für das er wahrlich nichts konnte. Aber welches Mädchen wäre bereit, sich mit einem in der Bewegung eingeschränkten jungen Mann einzulassen?

Wahrscheinlich nur sehr wenige - vielleicht nur eine Hand voll Mädchen, womöglich nur diejenigen, die selbst größte Schwierigkeiten haben, einen Typen zu finden. Es ist halt die berühmte Nadel im Heuhaufen. Diese zu finden ist reinste Glückssache. Marcel war es bisher leider noch nicht vergönnt, den lang ersehnten Volltreffer in der Liebeslotterie zu landen. Schlaff herunter hängende Mundwinkel, aber auch trübe schmalschlitzige Augen, waren nicht selten ein untrügliches Zeichen, dass seine Stimmung wiedermal auf den Nullpunkt gesunken war.

„Bin ich als Mensch nur deshalb nichts wert, weil ich so anders bin - wegen meiner Spastik - und deshalb in den Mond gucken muss. Warum musste ausgerechnet mir das widerfahren!, warum nur, warum!” bohrten sich unablässig quälende Gedanken durch den Kopf des Einsamen.
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Einsam und in geduckter Haltung hockte das verstörte Wesen abends meistens vor der Glotze.

Wenn er sah, wie sich ein überglückliches Paar splitternackt in ihrem Liebesnest räkelte, geriet sein Herz vollends in Wallung. „Dieses wahnsinnige Glücksgefühl, dieses möchte ich endlich auch mal erleben!", betete er still vor sich hin Doch Marcels stummer Schrei nach Wärme und Geborgenheit sollte auch weiterhin ungehört bleiben.

So wie bisher, konnte es jedenfalls nicht weitergehen. Das Bedürfnis in den Armen einer Frau liegen zu dürfen, hatte uns Gott gegeben, es ist nun mal da, es lässt sich nicht einfach durch die Rippen schwitzen.

Doch ins Haus geflogen kamen die Mädchen nun mal nicht - die richtigen zu backen, dieses würde und konnte auch nicht funktionieren.

Ihm sollte keine andere Wahl bleiben. Er musste etwas tun, wolle er nicht vor dem heimischen Pantoffelkino gänzlich versauern.

Bereits am nächsten frühen Morgen, kurz nach dem Aufstehen, hatte er ungeduldig im Anzeigenteil der regionalen Tageszeitung, geblättert.

Natürlich wollte er nach einer passenden Partnerin Ausschau halten.

Doch sein Blick landete rein zufällig in der Spalte Kontakte, wo Angebote der etwas anderen Art locken.

Schneller Sex - konnte das für ihn die Lösung sein?

Auf Dauer ganz und gar nicht, zumal käufliche Liebe ganz schön ans Portmonee gehen würde.

Als Azubi wuchsen ihm die finanziellen Möglichkeiten ohnehin noch nicht in den Himmel.

Marcel dachte angestrengt nach.

„Wohlfühlen in entspannter Atmosphäre. Lassen Sie sich verwöhnen mit einer erotischen Ganzkörpermassage und das zu fairen Preisen!”

„Klingt doch gar nicht schlecht. Doch was sind faire Preise? Fünfzig Euro, hundert Euro, vielleicht sogar noch mehr?”, mutmaßt Bleikloß.

Während er weiter überlegte, schob sich sein Ellenbogen krampfhaft auf den eckigen schmalen Tisch die linke Hand kratzte nervös an den Haarwurzeln. Einen Hauch später fasste er sich ein Herz und wählte die angegebene Nummer ein.

„Studio Sonja Guten Tag!", meldete sich eine verführerisch helle Stimme zu Wort.

„Nur nicht stottern”, hatte er sich eingeschworen.
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Leichter gesagt als getan, zumal ihm diese unbeschreiblichen Hemmungen in seiner Vergangenheit schon oft einen Streich gespielt hatten.

„Ich, ich, ich..., ich bin in der Presse auf ihr Studio aufmerksam geworden und möchte Sie fragen,...

ich möchte Sie fragen”- wiederholte er zaghaft - wann ich bei ihnen einen Termin für eine erotische Massage bekommen kann?”. Der aufgeregte Junge schien Wackelpudding in den Beinen zu haben.

„Wie teuer ist so eine Massage?” fragte er, diesmal ohne sich zu verhaspeln, zurück.

Na siehe da - es klappte doch!

„Fünfzig Euro für eine halbe Stunde!"

Ich merke sofort, dass Sie ein ganz schön verklemmter Typ sind und so eine Entspannungsmassage bitternötig haben.”

Die Frau am anderen Ende der Leitung zögert einen kleinen Moment und fährt fort:

„Was den Preis anbetrifft, darüber ließe sich reden. Wann hätten Sie denn Zeit?”

Übermorgen, gegen siebzehn Uhr - gleich nach der Arbeit“, antwortete er spontan.

„ Hab' noch ein wenig Geduld. Ich schaue nur noch mal in meinem schlauen Büchlein nach!”

Es dauerte über eine Minute, bis endlich die erlösende Antwort kam:

„Lässt sich machen. Nur noch ihren Namen muss ich mir notieren.”

„Marcel Weinhold”, entschlüpfte es ihm.

„Okay", sagte die Chefin entschlossen.

„Ich freue mich schon auf dich. Tschüss, bis übermorgen.”

„Tschüss!” verabschiedete sich Marcel mit einer Stimme, die schon ein wenig zuversichtlicher klang und ließ den Hörer in die Gabel fallen.





*





Noch liegt sein Daumen wenige Zentimeter von diesem Klingelknopf entfernt in der Luft.

Es hat den Anschein, als würde in diesem Augenblick sein weiches Herz wie dünnes Porzellan zerspringen.

Instinktiv dreht er sich um. Seine Beine wackeln wie der Brei im Märchen.

Da ist es wieder - dieses Muffensausen, was ihm in jeder stressigen Situation viel zu sehr in die Karten spielt.

Mutlos zieht er von dannen.

Während er sich schweren Schrittes der ersten Ampelkreuzung nähert, wechselt das Lichtzeichen auf Rot.
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Gegenüber zwängt sich eine junge schlanke lannghaarige Frau durch das Gewühl und bleibt, der roten Ampel wegen, ebenfalls stehen.

Der Zufall hat es so gewollt, dass dieses gut aussehende Mädchen in das Blickfeld seiner Augen -

auf denen ein dunkler Schatten liegt - gerückt ist.

Dem Schwermütigen entgeht nicht, wie sehr sich ihre Hüfte bei jedem Schritt seitwärts wiegt.



„Das wäre doch was für mich!”, schießt es plötzlich wie ein Pfeil durch den Kopf des jungen Mannes.

Das hübsche Girl hat ebenfalls Lunte gerochen und ihren männlichen Leidensgenossen ins Visier ihrer schönen meerblauen Augen genommen. Obwohl dem Zitternden nur ein müdes Lächeln gelingt, scheint das Wagnis seines vorsichtigen Blickkontaktes doch einige Früchte zu tragen.

Als Zeichen der Sympathie schenkt sie ihm ein freudvolles durchdringendes Lächeln - was nicht mal einen Hauch von Schüchternheit erahnen lässt.



Doch Zeit zum Überlegen bleibt nicht, da das Lichtzeichen der Fußgängerampel wieder auf Grün wechselt. Seine Angebetete setzt den ersten Schritt auf die Fahrbahn.

Was soll er nur machen? Wenn sie an ihm vorüberzieht stehen bleiben und das Mädchen ansprechen!

Aber woher den Mut nehmen?

Unter Herzklopfen gelingt es ihm los zu gehen Doch nur flüchtig sieht er ihr wohlwollendes Lächeln, da Passanten, die sich dazwischen schieben, nicht nur ihm die Sicht versperren, sondern eine Begegnung fast unmöglich machen.

Als er sich durch die Menschentraube gewuselt hat, jagt ein Gedanke den anderen . Sein Puls rast jetzt so heftig wie ein Formel 1-Motor

In Blitzeseile entschließt er sich wieder kehrt zu machen. Zu seinem Glück steht die Ampel noch auf Grün.

Von weitem sieht er, wie sich das Mädchen in die Straßenbahn schiebt, die ausgerechnet in diesem Moment in die Haltestelle, die nur zwanzig Meter von dieser Kreuzung entfernt liegt, einfährt. Es ist wie verhext.

Zwar kämpft er sich mit seinem schweren Gang und mit letzter Kraft durch den sich immer dichter werdenden Menschenstrom - leider umsonst.

Buchstäblich vor seiner Nase schließen sich die Türen.
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Jetzt ist ihm klar geworden - ein dicker Fisch ist ihm durchs Netz gegangen, der dickste, der ihm in seinem bisherigen Leben begegnet war.

Als die Bahn anruckelt, wirft das Mädchen einen letzten Blick durch die zerkratzte Scheibe, wuchtet ihre rechte Hand nach oben und senkt diese blitzartig wieder ab, als die Spur ihres Blickes den Jungen einen haarkleinen Moment getroffen hat.

Marcel hat dem Mädchen noch einmal hinterher gewunken, ihre Gesten scheint er aber nicht so richtig deuten zu können.

Doch an den unumstößlichen Tatsachen gibt es nichts zu rütteln. Wieder einmal hat er es nicht vermocht, diesem in ihm geißelnden Fluch grausiger Einsamkeit zu entfliehen.

Marcel ist total geknickt. Resignierend senkt sich sein Kopf. Wieder ringt er mit seinen Sinnen. Er grübelt und grübelt, bis plötzlich - wie von Geisterhand gesteuert - ein seltsam anmutender, aber dennoch gar nicht so abwegig scheinender Gedanke, seinem Hirn entspringt.

„Wenn mir schon dieses in Frage kommende Mädchen durch die Lappen gegangen ist”..., sinniert er stumm, dann muss ich wenigstens jetzt alles tun, um die zweite Chance nicht zu verpassen. Wenigstens ist dieser Zug noch nicht abgefahren, obwohl ihm klar zu sein scheint, dass es auch nur ein Notnagel sein kann, an den er sich nur für eine kurze Zeit, klammern kann.

Ein markanter Schritt - vielleicht sogar der wichtigste in seinem Leben - wäre es allemal.

Er hat die Qual der Wahl. Entweder sich weiter in sein Mauseloch verkriechen, ein zu rosten durch die virtuelle Scheinwelt zu dösen und darauf warten bis doch mal ein Mädchen den Weg zu ihm findet- das kann doch auch nicht die Lösung auf Dauer sein.

Endlich spricht er sich selbst Mut zu: „Augen zu und durch und sofort den entscheidenden Schritt wagen!”

Marcel zögert keine Sekunde mehr. Mit nicht nur einem Hoffnungsschimmer im Gemüt, steuert er diesen geheimnisvollen Ort an.

Sein Puls scheint auf 120 zu sein - ein kurzer schmerzloser Druck auf diesen großen kupfernen Klingelknopf - das war's schon. Ist doch die einfachste Sache der Welt, für Marcel allerdings eine Herkulesaufgabe. Ein liebliche Melodie erklingt.

Sekunden, die ihm wie eine Ewigkeit vorkommen, vergehen, dann öffnet sich die Tür, hinter der unendliche Geheimnisse sich verbergen.
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Eine schöne Frau, mittelgroß, aber etwas kräftig gebaut - ein Augenschmaus die drallen formschönen Rundungen ihres Busens, der wie angegossen zu ihrer Figur passt, wie auch das naturblonde wellige Haar, welches wunderschön glänzt, welches weit über die Ecken ihrer breiten Schultern fließt - steht plötzlich vor seinen Augen. Diese flackern jetzt noch ängstlicher im Takt.



Die reife Frau mitttleren Alters drückt dem (noch) unerfahrenen Teenager taktvoll die Hand.

„Guten Tag, junger Herr! Wie gut, dass du doch noch gekommen sind! Ich habe so sehnsüchtig auf dich gewartet!” Unmittelbar nachdem sie diese verächtlich scheinenden Worte über ihre fülligen, mit rosa Schminke getönten Lippen gebracht hat, verirrt sich Marcels ängstlicher Blick für einen fadenkleinen Moment in ihren scharfen Augen. Schließlich senkt sich sein Kopf wieder und sein Blick starrt erneut ins Leere, während eine Flut von Gedanken seinen Kopf zermartert.

„Sehnsüchtig, wieso sehnsüchtig? Diese Frau findet doch jeden Tag ausreichend Gelegenheit, ihren unwiderstehlichen Lüsten zu frönen. Ist das auch wirklich so ernst gemeint?, fragt er sich nicht ohne Grund, während die Prostituierte den Aufgeregten unverdrossen mit großen Augen ausgiebig mustert..

Das unwiderstehlich lächelnde Inventar - zugleich Chefin dieses Freudenhauses - in schicke sexy Dessous gehüllt - stellt den Jungen gleich mal vor eine erste große Bewährungsprobe. Sein Nerven - alles andere als dicke Drahtseile - eher dünne Zwirnsfädchen, die in jedem erdenklichen Moment zerreißen könnten.

Natürlich ist der erfahrenen Frau, die zugleich Chefin dieses bürgerlich biederen Etablissements ist, nicht entgangen, dass Marcel das ganze Gegenteil von einem Draufgänger verkörpert. Er ist wahrlich kein „Spring ins Feld”, erst Recht kein junger Casanova, der mit antörnenden „Verführungskünsten” das schöne Geschlecht dauernd auf Trab halten könnte.



„Sei doch nicht so aufgeregt! Wenn du diese Entspannungsübungen hinter dir gebracht hast, bist du viel lockerer, viel gelöster und fühlst dich wie neugeboren.
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!”, macht die Inhaberin ihrem neuen Gast Mut.

„Übrigens, ich bin Sonja, die Herren dieser Glücksoase.”

Jetzt ist dem Zögerling klar: Ein Zurück gibt es nicht mehr!

„Und ich,... Marcel, quetscht er die zwei Wörtchen mühsam aus seinem Mund.

„Ich führe dich gleich mal durch unser schönes Ambiente.

Die Frau packt ihn gefühlvoll an der Hand und führt ihn durch das gesamte Haus.

Kein Edelbordell - eher beschaulich, aber dennoch wohlig gemütlich.

Ein rotes und ein gelbes Zimmer - beide mit angrenzendem Wellnessraum und einer Sauna, an die ein mit einer übergroßen Hecke umsäumter Garten angrenzt, stehen ihm zur Auswahl.

Marcel entscheidet sich für den gelben, den etwas größeren Raum.

Auf der roten, mit geschmackvollen Bögen gestylten Designercouch posieren zwei blutjunge süße Girls. Beide sind superschlank mit biegsamer Figur, ihre sonnengebräunten Bodys in fesche weitmaschige Netzhemden gehüllt, übereinander geschlagen ihre tollen Beine, ein Teil Haut versteckt sich unter leichten kniehohen Strumpfhosen. Schick auch ihre Pumps mit den krachenden Absätzen. Männerherz was willst du mehr!

Sonja stellt dem neuen Besucher die zwei feschen Girls vor.

„Links das ist Tina und rechts, das ist Meike, sagt Sonja erwartungsvoll lächelnd

„Überleg' es dir! Du hast die Auswahl! Sonja denkt ein Weilchen nach, während die beiden Mädchen

mit einem undefinierbaren Lächeln versuchen, auf sich aufmerksam machen. Dieses wird von einer Sekunde auf die andere schärfer, bis Tinas Temperament plötzlich voll durchgeht und in einen ungezügelten Lachanfall mündet. Meike will es ihr nachmachen und schießt noch lautere Lachkanonaden aus ihrem frechen Schmollmund.

Der junge Kunde reagiert prompt: Knallige Schamröte befällt überfallartig seine Wangen.

Da ist sie wieder, diese Angst, dieses Misstrauen gegenüber sich selbst.

„Die wollen sich doch nicht etwa über mich lustig machen?”, denkt er mit sorgenvoller Miene. Sein trüber Blick flieht von den beiden Kücken und verfängt sich willentlich in Sonjas Gesicht.

„Na, aus deinen Augen kann ich doch ablesen, dass diese jungen Mädels für dich doch nicht das Richtige sind - die sind halt noch viel zu grün und viel zu albern.
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Halb so schlimm - auch ich würde dich liebend gern verwöhnen.

Ich gehe mit Riesenschritten auf die Vierzig zu. Für so ein Mauerblümchen wie dich, wäre ich mit meinen Erfahrungen genau die Richtige, diejenige, die am besten imstande wäre, dir das Einmaleins der Liebe beibringen zu können.

Außerdem sind diese amüsierfreudigen Girls für dich auch noch viel zu wild", sagt sie mit ihrem Kennerblick.

Jetzt muss auch Marcel - obwohl immer noch in heller Aufregung - herzhaft lachen. Er antwortet wie aus der Pistole geschossen:

„Würde ich auch!".

„Ist doch prima!", freut sich Sonja, die ihm aufmunternd auf die Schultern klopft.

Noch lauteres Gekicher platzt jetzt aus den Kehlen der beiden Freudenmädchen heraus, die vermutlich schlechtes Gewissen haben und sich deshalb schnurstracks sich aus dem Raum stehlen.

„Bleibt es erstmal bei dieser erotischen Massage? Ich kann dir nämlich noch viel mehr bieten.

Französisch, ich kann dir auch einen blasen, mal richtig ficken, was du willst?

„Ich bleibe bei dieser halbstündigen Massage", sagt er mit einem leichten Zögern.

„Ist doch okay! Jeder hat doch mal klein angefangen”, entspringt es ihren kecken Lippen.



„So, ich bin bereit. Du kannst dich ausziehen", gibt die Frau erwartungsfroh das Startsignal. Sie weist mit ihrem Zeigefinger auf den Kleiderschrank und sagt.

„Dorthin kanst du deine Sachen ablegen.

Marcel hat mörderisches Lampenfieber, als würde er in ein paar sekunden das erste Mal in seinem Leben eine Bühne betreten.

Ist ja auch verdammt ähnlich. eine wichtige Schwelle zu einem neuen, einem viel schöneren Leben, hat er allemal schon überschritten.

Seine sensiblen Hände zittern, als sein Daumen versucht, die Knöpfe seines weißen Baumwollhemdes zu öffnen..

Was für eine Tortur! Das immer wilder rasende Herz in seiner Brust, hält den Youngster so in Atem, dass er nur mit größter Mühe in der Lage ist, die vielen störrischen Knöpfchen durch den kleinen Schlitz zu schieben.
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Selbst beim Schlüpfen aus seiner engen Jeanshose gerät der Zappelphillipp derart aus dem Gleichgewicht, dass er ins Stolpern gerät und unsanft auf dem schmucken Teppich landet.

„Werd' ganz ruhig! Gleich kannst du dich entspannen, deine Seele so richtig baumeln lassen.”

Dem Jungen fehlen die Worte.

Als Marcel auch noch sein Unterhemd über den Kopf schiebt, überfällt ihn ein eigenartig-mulmiges Gefühl.

Große Freude einerseits - schwere, aber dennoch zu verstehende, Versagensängste andererseits.

Behutsam legt er sein buchstäblich „letztes Hemd” im Schrank ab.

Jetzt steuert er die Massagecouch an. Denkfalten legen sich auf die Stirn des notorischen Zweiflers.

„Soll ich jetzt schon mein Unterhöschen ausziehen?" , fragt er sich besorgt.

Sonja fragen! Um Himmels Willen!

Die beherzte Frau scheint seine Gedanken gelesen zu haben.

„Dein Slip gehört doch noch in den Schrank. Wenn du ihn an behältst, kann ich dich doch gar nicht richtig massieren!”, macht Sonja mit einem schelmisch wirkenden Lächeln, ihrem jungen Besucher unmissverständlich klar.

Das Herz des wuschigen Jungens ist nach diesen markanten Wörtern so außer Takt geraten, dass selbst Sonjas Ohr dieses Holpern deutlich vernehmen kann.

„Gut, - mach ich”, quetscht er zögerlich aus sich heraus.

Marcel entledigt sich seines letzten Kleidungsstückes, wirft es in den Schrank und schreitet vor zur Massagecouch. Sein bestes Stück will jedoch noch keine Anstalten machen, diese kümmerliche Schlaffheit zu beenden, obwohl schon die bloße Anwesenheit dieser nur leicht bekleideten Frau Grund genug wäre, dies zu tun.

„ Auf geht's! Ich versichere dir, in wenigen Minuten bist du ein anderer Mensch! verspricht Sonja, in deren Stimme helle Euphorie schwingt.

Krampfhaft hievt er sich auf die elegante, blutrot bezogene, Couch und wälzt sich so lange, bis er kerzengerade liegt.

Links neben ihr thront ein breiter Spiegel, den sehenswerte goldige Ränder zieren.

Dieser hilft, die Stimmung der Kunden noch schneller auf den Siedepunkt zu bringen.

Egal in welche Richtung man schauen mag - fast überall thront die atemberaubende Schönheit des nackten weiblichen Körpers.
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Auf der anderen Seite des Raumes posiert, umsäumt vom goldigen Bilderrahmen, eine bezaubernd schöne Aphrodite aus dem Land der Helenen , deren Anblick das Herz eines jeden Mannes so richtig in Wallung bringen müsste.

So viel auf einmal strömt in diesen Minuten auf den Jungen ein. Dennoch hat sich sein Puls ein wenig erholt.

Nur die Ruhe vor dem Sturm?

„Zieh mir doch bitte mein Hemdchen über den Kopf?”, versucht sie Marcel aus der Reserve zu locken und macht dabei so große Augen, die förmlich ihre Wünsche verraten.

Mit der Ruhe ist es wieder vorbei. Sein Herz hüpft wieder wie wild in seiner Brust.

Sind es vielleicht Angstsprünge? Oder gar Freudensprünge?



Der Junge erhebt sich von der Couch.. Gefühlvoll langsam - fast schon zärtlich anmutend - wandert dieses weitmaschige aufreizende Dessous über ihren Kopf. Nun verdecken nur noch der durchsichtig dünne Stoff ihres schwarzen BH's, unter dem die kräftigen Knospen ihrer Titten verlockend schimmern und ihr sexy String Tanga ihre wohlig duftende samte Haut

Marcel setzt sich erwartungsfroh auf die Kante der Couch. Ein Wechselbad der Gefühle durchströmt den Körper des Jungen, der auch mal ein richtiger Mann werden möchte, der sich anschickt, eine Schwelle zu einem neuen Lebensabschnitt zu überschreiten.

Marcel möchte das Makel eine Mimose, welches seinem Glauben nach, ihm anhaftet, schleunigst von sich abschütteln. Schon Achtzehn und immer noch mit keinem Mädchen geschlafen - dazu noch die Last dieser unbeschreiblichen Schüchternheit, die ihn fast zu erdrücken drohte, - das will und kann sich der Junge nicht noch länger antun.

Natürlich ist das nicht der einzige Grund, warum Marcel doch der Mut gepackt hat, sich in die Hände einer Liebesdienerin zu begeben. Ohne eine Frau in seinen Armen ist sein Leben kaum noch zu ertragen. Sein Verlangen ist nicht mehr zu bremsen. Ihm bleibt keine andere Wahl. Ansonsten bestünde die Gefahr, dass er eingehen könnte wie ein Primel ohne Wasser.

Marcel fühlt sich so, als würde er vor der Erstbesteigung eines monströsen Berges stehen. aber der Gipfel lockt schon mit prickelnden Reizen und Sonjas kessen Blicken.
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Würde er imstande sein, diesen vielleicht sogar im Sturm zu erobern?

„Am besten du legst dich gleich mal auf den Bauch. Ich massiere dir erstmal den Rücken. Zuerst fangen wir mal klein an. Das Schönste kommt natürlich wie immer zuletzt!”, sagte sie ihm leise,

Dem „Erforscher der Lüste” gelingt es nur mit größter Mühe, sich auf die vor seinen Füßen liegende Couch zu hieven.

Leise Musik und Kerzenschein sorgen noch zusätzlich für prickelnde Atmosphäre in Sonjas kleinem Freudenreich.



Sonja kramt eine Tube Massagecreme aus einem der vielen Fächer eines rustikalen Schrankes.

Aus den Lautsprechern tönt beruhigende Entspannungsmusik.

Sie öffnet die Tube, drückt behutsam auf diese, um den zarten cremigen Schmalz auf die matte Haut seines Rückens zu kringeln. Liebevoll sagt sie zu ihm:

„Und jetzt genieße die traumhafte Magie meiner Hände.”

Gefühlvoll beginnen ihre schönen Hände die Creme auf der Haut seines Rückens zu verteilen Diese gleiten auf und ab, während ihre verführerisch glanzvollen Augen ab und zu das Gesicht des Jungens ins Visier nehmen.

Marcel bleibt einer Antwort schuldig. Allein das Gesicht des Jungen spricht Bände. Die einst so schamhaft blinzelnden Augen versprühen plötzlich merkwürdigen Charme. Auch seine Wangen fangen an zu glühen. Ein bezauberndes Lächeln umspielt unschuldsvolle Lippen, die nur noch darauf zu warten scheinen, von Sonjas sinnlichem Schmollmund empfangen zu werden.

Ist ja auch zu verstehen. Je länger und je zärtlicher ihre samten Hände am Body dieses stillen Genießers arbeiten, desto unwiderstehlicher sein Verlangen. Kaum einen Zentimeter seines Körpers spart die Masseuse aus. Beim Massieren seines Gesäßes nehmen sich die sanft drückenden Kuppen ihrer rotlackierten langen Fingernägel einige Minuten Zeit. Marcel genießt dieses aufregende Ritual in vollen Zügen. Ein heißes Kribbeln hält den Jungen nun vollends in Atem.

Marcel wünscht sich - es möge ewig so bleiben.

Leider unterbrechen melodiöse Töne ihres Handys abrupt dieses himmliche Vergnügen.

Gerade noch hat er sich wie ein Gott gefühlt, der in einer anderen Welt lebt, einer Welt in der nur noch die Sonne scheint, und nun das!

Eine leicht kratzige Stimme dringt aus dem Minilautsprecher.
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Marcel schnappt ein paar Wortfetzen auf.

In sein Ohr dringt, dass der nächste Kunde wegen einer plötzlichen Erkältung diesen Termin rückgängig machen muss.

Als Sonja ihr Handy ablegt und sich wieder zu ihm wendet, wirft der stumme Genießer spontan ein:

„Hab's schon mitbekommen.”

Marcels Glücksbringerin zaubert jetzt ein noch aufreizenderes Lächeln um ihre Mundwinkel.

Sie macht ihm ein verlockendes Angebot.

„Wie wär's wenn wir uns noch ein Stündchen mehr gönnen?”

„Wäre prima!”

Und jetzt wird es noch schöner, noch viel viel angenehmer. Dreh dich doch bitte mal um und schließe kurz die Augen!“ gleitet es sanft über ihre Zunge.

Als er seinen Körper dreht, fragt er sich:

Was könnte dieses geheimnisvolle Wesen noch im Schilde führen?

Mögen Bauch und die hoch empfindlichen, jetzt noch leicht hervortretenden, Adern seines besten Stückes endlich auch Opfer ihrer geschmeidig zarten Hände werden ” wünscht er sich schon insgeheim.

Soll er deshalb die Augen schließen.

„Okay, ich mach's!”, sagt er und lächelt weise.

Wenige Sekunden später lüftet Marcels Glücksgöttin auf Zeit ihr Geheimnis.

„Kannst wieder öffnen!”

Sonja stützt sich so geschickt ab, dass ihr prächtig draller Busen nur wenige Zentimeter über seinen Augen schaukelt.

Die Frau hat den kunstvoll geblümten BH einfach auf die benachbarte Couch geworfen.

Ein wahnsinnig aufregender Moment, der Anblick ihrer Brüste - ein visueller Hochgenuss, der natürlich Appetit auf wesentlich mehr macht.

„Na mein Junge, wie gefallen dir meine Rundungen? fragt sie vorsichtig nach.

Warum nur diese Frage? Ein Blick in sein Gesicht sagt doch alles!

So wunderschön dürften die Augen noch nie in seinem jungen Leben geleuchtet haben. Kein Wunder beim Anblick dieses Traumbusens..

Der Junge wird rot bis unter die Haarwurzel und auch sein sensibles Herz passt sich diesem aufregenden Momenten an.
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Es galoppiert im Takte eines Rennpferd, welches zwar schon zwei Drittel der Strecke bewältigt hat, welches aber längst noch nicht am Ziel angelangt ist.

„Nanu, du sagst ja gar nichts?” wundert sich seine Liebes-Lehrerin, die ihm natürlich keine Zensuren geben kann. Am liebsten würde sie ihm die Bestnote 6,0 geben, eben weil er so schön wuschig ist - vermutlich auch der Grund, weshalb das kräftig zirkulierendes Blut in seinen Adern von einer Minute auf die andere der Siedetemperatur näher kommt.

Marcel sagt immer noch kein Wort. Er ist so verlegen, dass er knallrot anläuft.

Sie spürt das, scheint aber dennoch Gefallen an diesem verschlossenen Menschen gefunden zu haben.



Was mag in diesen Augenblicken so alles durch ihren Kopf rasen?

„Ist doch mal was anderes. Wilde Machos, die ausschließlich ihren unstillbaren Lüsten frönen, gibt es doch wie Sand am Meer”.

Menschen vom Schlage eines Marcel, waren ihr in diesem Hause bisher nur sehr selten begegnet.

Für Sonja zur Abwechslung mal eine ganz neue Herausforderung”, denkt sie, und überlegt mit welchen Worten sie ihm Mut machen kann.



„Hab' keine Angst - ich mach' es dir schon noch richtig schön!”, flüstert sie ihm zärtlich zu.

„Sonja fährt fort:

„Ich bin manchmal eben etwas neugierig. Hast du dich schon mal von einer Frau verwöhnen lassen?”

Leider noch nicht. Mit ihnen ist es doch sooo schön!“ schwärmt Marcel in höchsten Tönen und setzt ein lieblich-sanftes Lächeln auf.



Dann genieße die Kraft meiner wandernden Hände einfach!” gibt sie schmeichelnd zu verstehen und haucht ihrem „Musterschüler” sogar ein Küsschen auf den Mund, welches sein Herz zu weiteren - noch viel wilderen Freudensprüngen animiert.

Marcels Augen genießen die unbeschreibliche Schönheit ihrer weit schwingenden Brüste. Ein echter Hingucker auch, die kräftig gesprießenen Knospen, die umsäumt sind von prächtigen Warzenhöfen - fast schon so groß wie kleine Vollmonde. Doch einen Hof möchte er der Dame keineswegs machen.

Ganz im Gegenteil: Es ist viel zu schön, um wahr zu sein, aber es könnte sogar noch viel schöner werden - aufregender wird es auf jeden Fall noch werden.
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Sonja setzt ihre ganzen Erfahrungen, aber auch ihr feines Gespür ein, die es möglich machen sollen,

seine Verlangen, seine Leidenschaft, so zu schärfen, bis diese überhaupt nicht mehr zu bändigen ist.

Was Marcel anbetrifft, sieht sich Sonja nicht nur als Liebesdienerin, die gewohnheitsmäßig ihren Job macht, sondern auch als Seelentherapeutin, deren Herzensangelegenheit es ist, diesen in sich gekehrten Jungen aus diesem schrecklichen Tal der Tränen zu holen, und ihm - wenn auch nur für eine verdammt kurze Zeit - ein wenig Glück und einen Hauch Lebensfreude zu schenken.

Zwar kennt sie Marcels Leidensgeschichte nicht, die Art wie er sich gebärdet hat, lässt allerdings erahnen, wie es um das Gemüt des Jungen bestellt sein könnte.



Sonja beugt sich noch ein wenig tiefer und lässt ihre Nippel auf den Poren seiner hochsensiblen Hautpartien wandern.

Das Kribbeln in seinem Bauch - für Marcel ist es wie in einem Märchen. Dieses leitet diese Signale an das emsig arbeitende Hirn weiter, dessen Reizleitungen dem Herz befehlen, noch schneller zu pumpen, damit es noch mehr Blut durch die dünnwandigen Gefäße jagen kann.

Sein bestes Stück nimmt diese göttliche Gabe dankend an. Es verhält sich wie bei einem Hund, der einen Freudensprung macht, um seinem Herrchen zu danken - so schnell ist sein Liebesinstrument in die Höhe geschnellt und hat sich nebenbei noch ein ganz hartes Polster - fast schon einer größeren Gurke ähnelnd - geschaffen. Endlich hat auch dieses Körperteil mal Grund zum Jubeln!



Ein umwerfendes Lächeln umspielt nicht nur die Winkel ihrer ansehnlichen Lippen. Es verzaubert die untere Hälfte ihrer Wangen mit Lachfältchen und Grübchen und lässt Lachpünktchen in ihren schönen großen Augen springen.

Marcels Augen weichen ihren forschen nun nicht mehr aus. Er nimmt sie so wahr, wie sie nun mal sind - faszinierend schön. In diese zu schauen - ein Hochgenuss, der den Beginn eines erotischen Festmenüs einläuten soll.

Was er bis jetzt erlebt durfte, ist ja allenfalls nur die Vorspeise gewesen - wenn auch eine sehr genüssliche.
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Obwohl Marcel immer noch nicht imstande ist, seine Gefühle in Worte zu fassen, verstärkt sich sein Lächeln zusehens.

„Wie wär's mein Junge. Ich sehe es dir doch an. Du willst noch viel mehr!”, umschmeicheln markante, aber dennoch sehr gefühlvoll geflossene Worte, Herz und Gemüt des jungen Herrn.

„Hast es geahnt, ich würde gern mit dir schlafen.”

„Sehe ich dir auch an!”, sagt Sonja, während sie ihm noch tiefer in die Augen schaut.

„Und wieviel Euro muss ich dafür mehr bezahlen?”

„Du bist so ein lieber süßer, vor allem aber ein total netter Kerl, da mache ich mal eine Ausnahme und belasse es bei dreißig Euro. Dir gönne ich dieses Vergnügen wirklich von ganzem Herzen.”

„Total nett von dir. Ich weiß gar nicht wie ich dir dafür danken soll“, sagt er ihr verlegen lächelnd.

Tiefe Lachfalten, vereint mit frechen breiten Grübchen, die besonders die unteren Gesichtsregionen vereinnahmt haben, signalisieren, dass er sich das erste Male in seinem Leben so richtig verliebt hat.

Atemberaubend schön - eigentlich viel zu schön um wahr zu sein.!

Nicht auszudenken was passieren könnte, wenn er dieser temperamentvollen, aber dennoch gutmütigen Frau - die nun mal gar nicht zu seinem Alter passt - wieder den Rücken kehren muss.

Doch daran denkt er jetzt wahrlich nicht - lediglich an das, was noch kommen könnte.

„Keine Ursache!”

Einige Sekunden zögert sie, dann kommt sie ins Schwärmen:

„Dich zu beglücken, das ist ja mein Job. Ich traue es dir kaum zu sagen. Du bist so ein lieber Mensch, da mache ich das Liebesspiel besonders gern.

Schon in deinem Wesen steckt soviel Dankbarkeit - ich weiß selbst nicht, wie ich es dir sagen soll.”

Jetzt fallen Marcel erst recht keine Worte ein.

Sonja wendet sich kurzzeitig von ihm ab, geht zu einem mannshohen Schrank und öffnet das untere Schubfach.

Während Sonja eine Schachtel mit Kondomen herausholt, diese öffnet und diesen genoppten rosa leuchtenden Gummi hervor kramt, richtet sich „Bleikloß” auf.



Sonja möchte den Geduldsfaden des Jungen nicht noch länger strapazieren.
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Die von unbändigem Willen beseelte Frau fliegt förmlich in seine Arme.

„Und jetzt mein Lieber..., jetzt mache ich dich extrem heiß.”

Wieder bleiben „Bleikloß” die Worte im Halse stecken.

Dennoch - bleierne Schwere liegt nun wahrlich nicht mehr in seinem Magen.

Die Wärme ihrer Hand, die liebevoll seinen Nacken umkreist, sorgt schon dafür.

„Du kannst mich noch viel intensiver berühren, mich küssen. Mach doch einfach was dir Spaß mach!”

Plötzlich geht alles wie von selbst.

Beflügelt von der magischen Kraft ihrer Worte schiebt sich auch Marcels Hand an ihren Nacken. Die sanft drückenden Fingerkuppen umkreisen diesen mit viel Gefühl und gleiten weiter bis zu ihren Pobacken, die er gekonnt, wie weiche Knetmasse, bearbeitet.

„Machst es super”, lobt sie ihren Zögling - dessen Lächeln sein volles Gesicht erobert hat - mit beruhigender Stimme.

Dann schmiegt sie ihre Stirn an seine, die sich wiederum in Engelsgeduld nur wenige Zentimeter auf ihrer auf- und abfährt, bis diese endlich gedenkt, allmählich den Bogen zu ihren Wangen einzuschlagen.

„Bist ein echter Kuscheltyp - so eine richtige „Schmuserplage” wie es sie kein zweites Mal gibt. Ist natürlich positiv gemeint.“

Als Marcel seine Lippen spitzt, streben diese unaufhaltsam - wenn auch im Schneckentempo - ihren entgegen.

Ein irres heißes Kribbeln durchflutet den Körper des jungen Herrn. Selbst bei Sonja, die schon so viel erlebt hat, dass sie ganze Bücher über das älteste Gewerbe der Welt schreiben könnte, fangen die Wangen an zu glühen.

Mechanisch stülpen sich ihre Lippen über seinen gespitzten Mund.

Küssen kann doch schön sein, so traumhaft schön, dass Marcels und Sonjas Lippen wie glühender Stahl förmlich ineinander verschmelzen. Dabei umgarnen sie sich so fest, dass es den Anschein haben könnte, ein Gönner hätte die beiden absichtlich mit einem Strick zusammengebunden, um nicht wieder voneinander loskommen zu können. Nach fünf Minuten löst sich Sonja dann doch von ihrem „Schmusekater”. Euphorisch lächelnd sagt sie zu ihm:

„ Ich sehe es dir an, du hältst es jetzt nicht noch länger aus!”

„Stimmt!, sagt Marcel trocken und schenkt auch ihr ein verschmitztes Lächeln.
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„Mir geht es mittlerweile genauso.”

Sonja saugt das stetig lauter wummernde Herz des Jungen freudig in sich ein.

„Aber bevor ich dir den Gummi anlege, mache ich dich und dein wichtigstes Stück noch heißer."

„Ich freue mich schon riesig”, bricht er in wahre Begeisterungsstürme aus. Marcels Augen werden nicht nur größer, sondern viel viel schöner.

„In deinen Augen ist jetzt richtig Feuer drin! Aus dir mache ich gleich einen Vulkan!”

Gesagt, getan.

Sie rollt ihre Hand ein wenig ein. und massiert seinen prallen Schwanz in ihrer unnachahmlichen gefühllsbetonten Art. Anfangs noch ein wenig sanft- ein paar Sekunden später allerdings nehmen ihre zarten Hände so an Fahrt auf, dass die Schweißdrüsen des Azubis sich vor Arbeit kaum noch retten können. Getrieben von Sonjas gierigen Händen und den im Rhythmus ihrer anmutigen Bewegungen noch schneller wippender Brüste, die bei ihm prickelnde Wonneschauer erzeugen, wie er sie bisher noch nie erleben durfte - spielt seine kreisende Zungenspitze mit Sonjas Saugnippeln, die steinhart geworden sind. Auch auf Sonjas Haut glitzern perlende Schweißtröpfchen. Jetzt beginnen Marcels hitzige Lippen sich wie ein Rüssel an einer Knospe ihrer linken Halbkugel fest zu saugen. Diese nehmen den sprichwörtlichen Bienenfleiß seines Mundes dankend an und sprießen so kräftig, dass es den Anschein haben könnte, diese würden in jedem Momemt dem hitzigen Spiel des Eroberers zum Opfer fallen und platzen.

Sonjas seufzt - und das noch so wunderschön laut.

Als Marcels Lippen vorerst gesättigt sind und sich von ihren lösen, entscheidet sich Sonja zur Tat zu schreiten. Schließlich muss das Kondom noch geholt werden.

Ihre schwitzende Hände beginnen geschickt das viel zu oft als Liebestöter verschrieene Gummimännchen über seinen langen prallen Schwanz zu rollen.

„Und nun erteile ich dir noch den "Befehl", mein Höschen vom Leib zu ziehen!”

Wortlos aber strahlend folgt er ihrem Befehl. Seine schwitzenden Hände machen sich geduldig auf, jetzt auch noch das letzte Stückchen Stoff in die Freiheit zu befördern.
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Auch ein noch so geiler Slip braucht schließlich mal ein Päuschen. Als er anfängt gibt ihm Sonja noch einen heißen Tipp.

„Ich würde mich sehr freuen, wenn du bei deiner Arbeit meine heiße Grotte gleich mit einbeziehen könntest.”

Ohne zu antworten tut er ihr den Gefallen und startet beim Fummeln gleich noch einen Ausflug in ihre Schamgegend - spart Venushügel, Schamlippen und Kitzler dabei nicht aus.

Jetzt hat er zum Glück auch noch dafür gesorgt, dass Sonja dem wilden Treiben ihrer Glückshormone hilflos ausgeliefert ist.

Auch ihr Herz kann es nun kaum noch erwarten. Das Bauchgefühl sagt ihr, dass es stumm schreit.

„Ich will noch mehr, ich will noch mehr!

„Steh bitte auf, mein Liebling! Ich lege mich jetzt hin.”

Erwartungsfroh windet sich Sonja rücklings auf die Couch.



Die Frau mit dem stolzen Lächeln hat längst bemerkt, dass sein ganzer Leib wahnsinnig vibriert und sein Herz begonnen hat, regelrechte Purzelbäume zu schlagen.

Die Liebeslehrerin versucht ihm verbale Beruhigungspillen zu verabreichen.

„Kein Grund zur Aufregung. Du brauchst dich doch nicht unter Druck setzen. Ist doch ganz normal. Jeder hat mal angefangen und sollte es beim ersten Male doch nicht so klappen, wie du dir es gewünscht hast, würde die Welt auch nicht gleich untergehen.”

„Wird schon werden”, gibt sich der Junge dennoch optimistisch.



„Also, ich bin bereit“, macht seine Lehrerin ernst. Zielstrebig öffnet sie ihre breiten scharfen Schenkel.

Doch Bleiklos macht jetzt seinem Spitznamen plötzlich wieder alle Ehre, indem er sich sehr schwerfällig auf sie zu bewegt.



„Bleib' ruhig, wir schaffen das schon!”

Sein hammerharter Schwanz streift an ihren akkurat rasierten Schambereich mit den rötlichen Läppchen - suchend nach dem Eingang zur Lustgrotte. Die „Liebespädagogin” muss jedoch ein wenig nachhelfen.



Wahrlich keine Schande. Schließlich soll er nicht noch länger außen herum fummeln. Ansonsten könnte sein „edles Schmuckstück” plötzlich anfangen zu schwächeln und Bleikloß gleich noch mit.
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Endlich kann das Sensibelchen aufatmen. Er ist er reingeschlüpft, in dieses vor Nässe nur so strotzende Tropenwelt.

Das erste Mal in seinem Leben! Auch ein Sieg über sich selbst, denn ihm ist es gelungen, seinen inneren Schweinehund zu überwinden.

Marcel lässt es anfangs etwas langsam angehen.

Aber immer stärkere Wonneschauer in seinem Bauch sorgen dafür, dass er jetzt beginnt das Tempo zu verschärfen, um den vibrierenden Muskeln in Sonjas Unterleib die Gelegenheit zu geben, ein noch wahnsinnigeres Kribbeln zu erzeugen.

Sonja bezieht noch zusätzlich ihr Becken gekonnt ein, um das Liebesspiel noch schöner und noch aufregender zu gestalten. Mit voller Inbrunst schreit sie das wahre, das ehrliche Glück aus ihrer Kehle.

„Ja, ja, ja, ja, weiter weiter, noch schneller!” spornt sie den Jungen an, noch mehr Gas zu geben. Fortan verwöhnt er den zitternden Leib seiner Glücksbotin mit derart heftigen Stößen, dass Sonja trotz ihrer bisherigen Erfahrungen glaubt, so ein irres Gefühl wie jetzt noch nie erlebt zu haben.

Sein Atem schwillt weiter an, auch das Stöhnen zieht sich noch mehr in die Länge und wird immer lauter.

Bleikloß - so glücklich wie noch nie - schwingt sich in solch eine Extase, an die er selbst im kühnsten Traume nicht gewagt hat, zu denken.

Dieses unbeschreibliche Kribbeln erlebt Marcel so, als hätte eine ganze Ameisenarmada in Begleitung eines bunten Schmetterlingsheeres seinen Bauch erobert, um auf einmal ein gigantisches Tanzspektakel zu veranstalten.

Mit geballten Ladung Energie versucht Marcel nun, den Gipfel der Lust im Sturm zu erobern.

Er rammelt wie ein geiler Bock. Selbst die Couch vibriert und ächzt unter den Schwingungen dermaßen, dass sie in jeder Sekunde fürchten muss, wie ein Kartenhaus zusammen zu fallen.

Sonja droht förmlich zu explodieren. Ihre finalen Lustschreie schmettern so laut gegen die Wände, dass diese drohen einzustürzen.

Marcel schnappt nach Luft, so sehr ist er außer Atem - aber dennoch überglücklich.

Aber auch Sonja, die schweißgebadet unter ihm liegt, teilt das Glück mit ihm.

Am Ziel ihrer Wünsche angelangt, wiegen sich beide in den Armen.
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Das erste Mal und dann gleich dieser Megaorgasmus - nichts auf dieser Welt kann schöner sein.

„Mit dir war es so wunderschön! betont der Junge mit einem leichten Anflug von Traurigkeit in seinem Gesicht.

„Mit dir auch”, antwortet Sonja, auf deren Stirn sich einige Sorgenfalten legen.

Jetzt ist Marcel erst klar geworden, dass diese Romanze ein jähes Ende gefunden hat - es sei denn, er würde wiederkommen. Da müsste er allerdings stattliche Sümmchen aufbringen. Zu viel für ein schmales Lehrlingsportmonee. Seine Augen werden kleiner und kleiner. Sein Kopf fällt wie ein nasser Sack nach unten. Er setzt die Ellenbögen auf die Oberschenkel, um diesen zu stützen.

Da ist es wieder, dieses schrecklich aussehende Kind von Traurigkeit.

Der Ausflug in eine andere Welt, in eine Welt die ihm erstmalig in seinem Leben das große Glück beschert hat, ist nur von kurzer Dauer gewesen - von verdammt kurzer Dauer.



Sonja ist halt so veranlagt, dass sie den täglichen Sex braucht wie das tägliche Brot oder wie die Luft zum Atmen. Dennoch fließt viel Herzblut, viel Wärme und Menschlichkeit durch ihre Adern, was auch der Grund ist, warum sie den Jungen so sehr in ihr Herz geschlossen hat, weshalb ihr Marcels

Seelenschmerz alles andere als egal ist.

„Sei doch nicht so traurig, es wird schon wieder!” versucht sie ihn zu trösten.

Vergebens. Bleikloß ist den Tränen nahe.

Sonja vergräbt ihre Hand in seinem Haar und denkt angestrengt nach.

„Könnte der Junge sich möglicherweise etwas antun, vielleicht sogar auf eine Brücke zusteuern, um sich von ihr zu stürzen?” spukt es unablässig in ihrem Kopf, während Marcel immer noch nicht imstande ist, auf ihre Trost spendenden Worte zu reagieren.

„Wie wär's, wenn wir es uns in meinem trauten Heim, gleich gegenüber, mal so richtig gemütlich machen.

„Würde es dir am kommenden Sonnabend, am Mittag, so etwa gegen zwölf Uhr passen?"

Ich mache für uns einen schmackhaften Schweinebraten mit Rotkohl und dann habe ich für dich noch eine besondere Überraschung parat. Mehr verrate ich jetzt allerdings noch nicht. Ansonsten wäre die Überraschung ja im Eimer.
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Der Junge schaut wieder mit etwas mehr Zuversicht in Sonjas Augen, auf die sich ein sanfter Schatten gelegt hat.

„Sehr gern!”, antwortet er unsicher.

Marcel geht erstmal unter die Dusche, um Körper und Seele zu reinigen. Dennoch fühlt er sich danach nicht wie neugeboren.

Nach dem Anziehen heißt es - zumindest vorläufig - sich von ihr zu verabschieden.

„Abschied ist ein scharfes Schwert” - eine Tatsache, die Roger Wittaker so eindrucksvoll besungen hatte.

Marcel trifft es natürlich besonders hart.

Er ist sehr gerührt, als sie ihm in die Arme fällt und ihm zum Abschied zärtlich küsst. Sie sagt Tschüss und macht ihm ein Fünkchen Hoffnung:

„Wir werden das schon hinkriegen."

Auf dem Weg nach Hause kullern doch ein paar Tränen über seine Wangen.

In der folgenden Nacht ist er kaum in der Lage, auch nur ein Auge zuzudrücken.

Zu sehr ist er in Gedanken versunken - Ströme, die einfach nicht abreißen wollen, durchfluten seinen Kopf.

In diesen schwerwiegenden Momenten hat doch Marcel prompt vergessen ihr die dreißig Euro zu geben.

Wie würde Sonja darauf reagieren?



An jenem Sonnabend im Juni scheint die Sonne besonders gute Laune zu haben. Das Thermometer ist bereits vor Mittag über die zwanzig Grad Marke hinaufgeklettert.

Mit einem flauen Gefühl im Magen nähert sich Marcel mit kleinen Schritten ihren heimatlichen Gefilden, einem Einfamilienhaus mit angrenzenden Garten, in dem Rosen, Tulpen, aber auch einige Rhododendronblüten unter dem Schein der gleißenden Maiensonne majestätisch leuchten.

Noch bevor er die mit geschmackvollen Ornamenten verglaste Haustür erreicht, öffnet sich diese um einen breiten Spalt.

Marcel erschreckt kurz, da Sonja flugs in Marcels Arme geflogen kommt.

„Wie gut, dass du schon da bist. Das Essen ist nämlich schon auf dem Tisch”, strahlt die bestens gelaunte Frau über's ganze Gesicht und überfällt ihn sogleich mit einem dicken Kuss auf den Mund.

„Ich habe mich auch sehr gefreut, an diesem herrlichen Tag nicht allein sein zu müssen”, sagt er ihr ans Ohr.

„Komm doch gleich mit.
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Mir läuft das Wasser nämlich schon im Munde zusammen.

Sonja, die sich stolz in ihrem neuesten hellweißen Rüschenkleid zeigt, führt den Jungen die paar Stufen hinauf. Geduldig führt sie den Schlüssel ins Schloß, dreht diesen einen Tick nach links und mit einem Knacken öffnet sich die Tür zur Wohnung.

Sein Herz blubbert, als er seine Füße über die Schwelle hebt.

Marcel fährt aus den Schuhen und schlüpft in Pantoffeln, die ihm Sonja gerade gereicht hat.

Sie bittet ihn in das Wohnzimmer. Die Luft ist nicht nur geschwängert vom süßlichen Duft ihres Körpers, sondern auch von dem des Schweinebratens.

Doch als er den ersten Schritt in das Wohnzimmer setzt, durchzuckt ein Schreck die Knochen des Jungen. Sein Gesicht ist kreidebleich geworden.

Sonja, die ihm in die Augen schaut, setzt ein breites Grinsen auf.

Ein hübsches Mädchen erhebt sich erschrocken vom Sofa.

„Was! du..., nanu, was hat dich denn zu meiner Mam getrieben?”, stochert die neugierige Tochter.

Marcel glaubt in einem falschen Film zu sein.

Vor ihm hat sich das Mädchen aufgebaut, welches ihm in der Nähe der Fußgängerampel begegnet war.

Die Unbekannte hat sich total schick gemacht. Mit ihrer schicken Frisur liegt sie voll im Trend. Ihr duftendes seidig glänzendes dunkelblondes Haar - mit kunstvollen Schleifen zu zwei breiten langen Zöpfen gewunden - fließt sanft über ihre zierlichen Ohrläppchen. Es kitzelt Haut und Spaghettiträger ihres knallgelben Tops mit dem tiefen stark abgerundeten Ausschnitt.

Super sexy auch ihr knapper Jeansrock.



Marcel scheint wieder mal 'nen Kloß im Halse zu haben. Sonja natürlich nicht.

Auch sie ist gewaltig ins Staunen gekommen. Das imposante Lächeln ist aus ihrem Gesicht geflogen, ihre Augenlider haben sich leicht gesenkt.



„Woher kennt ihr euch?”, bohrt Sonja neugierig nach. Sie vermutet:

„Ich hatte gedacht, Marcel wäre noch zu haben”, sagt sie zweifelnd und schaut ihm dabei argwöhnisch ins Gesicht.

Das Mädchen klärt auf:

„Wir kannten uns nur vom Ansehen her - haben kein einziges Wort miteinander gewechselt.
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Ich habe ihn nur kurz gesehen, ihn angelächelt, das war's auch schon. Leider hatte er nicht den Mut gehabt mich anzusprechen, was allerdings in diesem Gewühl sehr schwierig war.

„Als sie in der Bahn gesessen hat, war es leider schon. zu spät gewesen”, wirft Marcel ein.

„Ich habe dir noch ein Zeichen gegeben, was du bestimmt nicht verstanden hast”, sagt sie ihm lächelnd und redet weiter:

„Du solltest noch ein ein paar Minuten warten. Von der nächsten Haltestelle aus, wollte ich mit der nächsten Bahn zurückfahren.”

„Habe ich leider nicht gewusst”, gibt er ihr zu verstehen und lässt weitere Worte folgen.

„Ich hatte mich in letzter Zeit immer sehr einsam gefühlt, hatte vom Alleinsein die Nase gestrichen voll. Da habe ich in der Zeitung und im Internet nach eventuell in Frage kommenden Mädchen Ausschau gehalten, doch wegen meines Handicaps war leider keine bereit, sich mit mir einzulassen.

„Ich kann ein Lied davon singen“, fällt sie ihm ins Wort und lächelt verlegen.

„Da ich nicht länger warten wollte, habe ich nach Kontakten gesucht und mich für eine erotische Entspannungsmassage entschieden”, wispert er ihr zu, als wolle er sich für seine „Heldentat“ bei ihr entschuldigen.

Jetzt meldet sich Sonja, die die ganze Zeit geschwiegen hat, zu Wort:

„Nachdem ich den Jungen so glücklich gemacht habe, war er plötzlich nur noch ein Häufchen Elend. Ich habe mir größte Sorgen um ihn gemacht, sogar befürchtet, er könne sich etwas antun. Plötzlich ein Geistesblitz meinen Kopf durchzuckt. Da mein Töchterchen Jana auch noch nicht unter der Haube ist, habe ich mir gedacht ...” „Wolltest du mich verkuppeln”, platzt Jana im goldrichtigen Moment dazwischen. Ganz schön schlagfertig, dieses Mädchen.

Alle bekommen einen Lachanfall. Erst nach etwa zwei Minuten ist es den Dreien gelungen sich zu beruhigen.

Marcel lüftet ein weiteres Geheimnis. Sein Blick richtet sich auf Sonja.

„Anfangs habe ich mir nicht getraut bei dir zu klingen und habe mich wieder auf den Weg nach Hause gemacht. Da habe ich Jana gesehen. Als sie in der Bahn gesessen hat, und diese mir vor der Nase weggefahren ist, hat es klick in meinem Gedächtnis gemacht.
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Da habe ich mein Herz in beide Hände genommen und mich entschieden, doch noch zu dir zu kommen.

„Ist doch alles nicht so schlimm. So habe ich Marcel wenigstens ein bisschen entschüchtert - den Rest kannst du ja noch besorgen, sagt Sonja ihrer Tochter mit einem ironischen Lächeln ins Gesicht.

Erneut bricht helles Gelächter aus.

Jana sieht die Sache mit Humor und antwortet:

„Werde ich auch. Einen Teil der Arbeit hast du mir wenigstens schon abgenommen”, sagt das kesse Früchtchen schelmisch lächelnd. Und wieder platzen unzählige Lachsalven aus allen Kehlen heraus.



Sonja bittet Marcel und Jana zu Tisch. Das Essen soll ja nicht kalt werden.

Der Bann ist schnell gebrochen. Zuerst nimmt Sonja den Gesprächsfaden auf.



Acht Jahre ist es nun schon her, als ihre Ehe in die Brüche gegangen war. Sie hatte sich entschieden in einem Bordell zu arbeiten. Erstens weil das Geld stimmte, zweitens weil sie viel Sex brauchte, da sie stets viel Freude dabei empfand. Vor drei Jahren hatte sie ein Grundstück erworben und sich selbständig gemacht.

Jana macht zurzeit auch eine Lehre. In einem Renault-Autohaus lernt sie Wirtschaftskauffrau und ist ebenfalls im zweiten Ausbildungsjahr.

Einen Freund hatte sie zwar schon mal gehabt, aber nach drei Monaten hatte diese kurze Episode ein jähes Ende gefunden. Mit einem behinderten Mädchen zu gehen, war ihm offensichtlich zu anstrengend gewesen.



Bevor Marcel sich von Sonja und Jana verabschiedet, vereinbart er mit ihr gleich mal ein Date für die kommende Woche.

Beide können jetzt natürlich noch nicht wissen, dass sich für sie doch noch alles zum Guten wenden würde.





*





Ein Jahr später sind Jana und Marcel ein glückliches Paar - mit beiden Beinen fest im Leben stehend.

Unbeschreiblich schön war auch Janas erster Sex mit Marcel. Auch für sie war dieses Ereignis eine Premiere. Auf einer etwas abgelegenen Wiese, unweit von einem Baggersee entfernt, war es geschehen. Die blutrote Abendsonne knabberte am Horizont, dazu noch die lieblichen Melodien der Vögel, die ihre Abendlieder anstimmten. Wirklich Romantik pur.
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Beide waren so glücklich an diesem Abend.



Allerdings hatte es ganze acht Wochen gedauert, bis es dazu gekommen war. Jana wollte am liebsten schon nach einer Woche mit Marcel schlafen. Doch anfangs hatte er ein unmissverständliches Stoppsignal gesetzt.

Denn das Abenteuer mit Sonja konnte er nicht so einfach aus seinem Kopf verbannen. Das erstes Mal mit ihr hatte sich fest in sein Gedächtnis eingebrannt. So schnell war er eben nicht in der Lage, den Schalter umzulegen. Schließlich hatte er sich in Sonja veliebt. Für Jana natürlich ein wenig schwer zu verstehen. Janas Mutter hat nach wie vor Bestand in seinem Herzen, doch Sex mit ihr, kommt für Marcel nun nicht mehr in Frage. Er ist ja auch so überglücklich, wenn er in Janas Armen liegen kann.

So möge es immer bleiben.
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Kommentare zur Story:

  Hallo Elisabetha,

vielen Dank für deinen netten Kommentar, über den ich mich sehr gefreut habe.
LG. Michael  
   Michael Brushwood  -  14.07.10 19:13

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  Eine schöne gelunge und einfühlsame romanische geschichte in der auch die erotik nicht zu kurz kam. Ich kann die gefühle nach dem erlebnis und seine gefühlswelt nach dem, ungewöhnlichen ersten mal, gut verstehen.LG.Elisabetha  
   Elisabetha  -  14.07.10 18:20

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  Du schilderst sehr echt, die Verwirrtheit und Aufregung des jungen Mannes. Klar, dass er sich in seine erste "Liebe" verknallen muss. Er ist ihr so unendlich dankbar, für das was sie für ihn getan hat. Meist lassen solche Erlebnisse doch einen mehr oder weniger verstörten jungen Menschen zurück, hier ist es aber zum Positiven ausgegangen. Warum nicht? So etwas kann vorkommen und über die guten Dinge des Lebens wird meistens nur sehr selten geschrieben. Eine schöne Romantikstory und auch erotische Geschichte.  
   doska  -  05.06.10 11:26

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  Tja, wie das Leben so manchmal spielt. Könnte doch durchaus möglich sein. Deine Story ist nicht nur erotisch auch romantisch. Man kann die Gefühle des Jungen durchaus nachvollziehen. Verständlich, dass Sonnja nichts besonderes in Marcels gestörter Motorik sieht, wenn sie doch eine Tochter hat, die ein ähnliches Problem hat. Tolle Story.  
   Jochen  -  03.06.10 13:31

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  Hallo Rosmarin,

vielen Dank für die gut gemeinten Hinweise.
Ich habe den Fehler, was die Zeitform anbetrifft, abgeändert.
Nun kann ich beruhigt in den Urlaub fahren.
Ich hätte mir für diese Geschichte doch etwas mehr Zeit nehmen sollen. Dadurch dass ich sie vor dem Urlaub unbedingt fertig haben wollte, sind mir doch allerhand Fehler passiert. Ich habe die ganze Nacht vor der Geschichte gebrütet und auch heute früh habe ich auch noch einige ausgemerzt.
LG. Michael  
   Michael Brushwood  -  03.06.10 10:42

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  hallo, michael,
„Ich, ich, ich..., ich bin in der Presse auf ihr Studio aufmerksam geworden und möchte Sie fragen,...
ich möchte Sie fragen”- wiederholt(e) er ... habe ich noch gefunden. du hast mich nun gezwungen, die geschichte nochmal zu lesen, auch schön, und mir scheint, du hast so einiges verändert. jedenfalls stimmen jetzt die zeiten. und das gefühlvolle und überschwängliche ist auch nötig, wenn es die charaktere betrifft. nur der erzähler sollte es sachlich betrachten. so habe ich es gemeint. es sei denn, er schreibt in der ichform. aber wie gesagt, es ist eine schöne geschichte und ich kann mich gut in den jungen hinein versetzen.
grüß dich  
   rosmarin  -  03.06.10 09:39

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  Hallo Rosmarin,

vielen Dank für deinen netten Kommentar zu dieser Geschichte und für die konstruktive Kritik. Nachdem du deinen Kommentar geschrieben hast, habe ich noch einige handwerkliche Fehler korrigiert.
Zu den Zeitformen muss ich dir sagen, dass ich mit der Gegenwart begonnen habe, die Rückblende nach einigen Freizeilen bewusst in der Vergangenheit geschrieben habe und dann in der Gegenwart weitergeschrieben habe.
Gegen Ende - bei den Dialogen - habe ich die vollendete Gegenwart gewählt, weil die flüchtige Begegnung zwischen Jana und Marcel nur einige Tage vorher stattgefunden hat. In der wörtlichen Rede wird diese Zeitform sehr oft angewendet.
Was das Überschwängliche und das Gefühlvolle anbetrifft, möchte ich sagen, dass ich bewusst diesen Stil gewählt habe.
Ich bin nämlich der Meinung, dass ein Mensch, der aufgrund seiner Behinderung oft allein ist, das Erste Mal besonders intensiv erlebt - ein Stinknormaler natürlich auch.
Und zum Gefühlvollen möchte ich sagen, dass auch eine sehr stürmische Frau das Herz am richtigen Fleck haben kann.
Also auch eine Frau mit feurigem Temperament kann sehr einfühlsam sein.
Aber das ist natürlich Ansichtssache, zumal jeder Mensch so eine Situation anders erleben kann.
Es darf darüber weiter diskutiert werden, und ich bin jetzt schon gespannt, ob noch andere Kommentare folgen werden.
LG. Michael  
   Michael Brushwood  -  03.06.10 08:26

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  hallo,michael, das ist mal eine liebesgeschichte ganz anderer art. für meinen geschmack allerdings fast zu überschwänglich und gefühlvoll geschrieben. mehr sachlichkeit würde ihr bestimmt nicht schaden. auch mit den zeiten bist du manchmal durcheinander geraten. alles in allem aber eine nette geschichte mit witz und charme.
ich wünsche dir einen wunderschönen urlaub. das wetter spielt bestimmt mit.
gruß von  
   rosmarin  -  03.06.10 06:44

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  Da hat Petra recht,
eine wirklich süße, verwickelte Geschichte.
Hat auch mir gut gefallen.

Liebe Grüße
und viel Spaß im Urlaub  
   Tis-Anariel  -  03.06.10 00:04

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  Hallo Petra,

nett von dir, dass du mir heute Abend noch geschrieben hast. Nachdem du deinen Kommentar verfasst hast, habe ich noch viele handwerkliche Fehler korrigiert.
Ich hoffe, dass ich danach nicht noch sehr viel übersehen habe, denn ich stehe unter mächtigem Zeitdruck, da ich morgen noch in den Urlaub an die Ostsee fahre. Diese Geschichte wollte ich vorher unbedingt noch ins Netz stellen.
LG. Michael  
   Michael Brushwood  -  02.06.10 23:48

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  Eine süße verwickelte Geschichte. Ich kann mir schon vorstellen, dass es solche "mütterlichen " Prostituierten geben könnte. So hat Marcels Leben doch noch eine ganz andere Wende bekommen.  
   Petra  -  02.06.10 23:08

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