Amüsantes/Satirisches · Kurzgeschichten

Von:    Robert Zobel      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 9. August 2007
Bei Webstories eingestellt: 9. August 2007
Anzahl gesehen: 2125
Seiten: 2

Tibet hat ja ein ernsthaftes Chinesenproblem und ich bin leider nicht so geschichtlich bewandert, dass ich Ihnen sagen könnte warum das so ist. Ich hab nur wilde Vermutungen und irgendwelche Filme im Kopf, in denen Maoisten die buddhistische Religion zerstören, indem sie Tempel in Brand stecken oder Statuen zerdeppern. Daraufhin muss der Dalai Lama fliehen und geht in Indien ins Exil.

Nun war der Dalai Lama ja gerade in Deutschland und wollte uns das Glück bringen. Jetzt ist er weg und hat es wieder mitgenommen. Aber nichtsdestotrotz ist er ein sympathischer Bursche, hat immer einen Witz auf den Lippen und meditiert unaufhörlich weitere Witze zusammen. Zwei Spaßgeschichten hat man jüngst in Hamburg mitschneiden können.



„Steht ein Hydrant am Wegesrand. Kommt die Feuerwehr und der Schlauch ist schwer. Will Wasser tanken wegen brennenden Planken. Hydrant explodiert, aber ist nichts passiert.“



Oder:



„Was macht ein Fuchs mit einem Regenbogen?“

„Genau, farbigen Tomatenketchup!“



Da kann man im Lotussitz schon mal in der eigenen Lache ertrinken, wenn man aus der gekreuzten Beinhaltung nicht schnell genug herauskommt. Wegen dieser lustigen Gottlosigkeit und dem nicht vorhandenen Nasenachobengesichts mag ich den erleuchteten Folgebuddha Dalai Lama.

Wobei er,glaub ich, nur ein Bodhisatva ist und es sich dabei nur um eine Stufe zum Buddha handelt oder so. Buddha selbst heißt auf Deutsch Erleuchteter und er fand die Erleuchtung unter einem Baum an einem Fluss. So wie Edison, ach nee, Newton, nur irgendwie anders.



Neben seinem Glück, was er nach Deutschland brachte, brachte er auch eine kleine Bitte mit. Weil ja Tibet besetzt ist und da mal sein Palast stand oder immer noch steht und da die Buddhisten Gott am nächsten waren, will er da wieder hin und hat Deutschland aufgefordert, sich für eine Rückgabe Tibets einzusetzen. Deutschland hat nur ja, ja gesagt und deshalb hat er das Glück dann wohl wieder mitgenommen. Das ergibt einen Sinn.

Nun will ich für meine Regierung einspringen. Ich hatte soeben im Bett, nach zwei Mal wundervollem Sex, also reinstem Glück, eine Offenbarung. Ich sah mich, wie ich den Dalai Lama töte. Dabei hat dieser wie immer frech gegrinst. Ich hab freundschaftlich zurückgegrinst, wir haben uns angegrinst und nur ganz kurz, als ich ihn mit der Fahnenstange durchbohrte, lachte er dann nicht.
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Nach dem Schmerz hat er dann aber noch einen Witz erzählt, schloss die Augen und war wieder auf dem Weg sich zu reinkarnieren. Zuerst hab ich gedacht, was bin ich denn für ein Psycho, dass ich so was tagträume, aber es macht jetzt alles einen Sinn.



Er will, dass ich ihn mit einer chinesischen Flagge durchbohre, mich von dannen mache und nicht mehr gesehen bin. Dann würde man den Lama finden und natürlich davon ausgehen, dass das die Chinesen waren. Und mit der Flagge halt, weil man ja so auch Berge kennzeichnet, die man als erster bezwingt. Und der Dalai Lama ist ja ein Glaubensberg. Außerdem liegt Tibet in den Bergen und sowieso….

Wenn jetzt die restliche Welt das mitbekommt, dass China den Dalai Lama umgebracht hat, wird sie natürlich sofort alle Atombomben…Stopp. Ich glaube, dass wird keine Sau interessieren. Es wird viel Wehklagen geben, aber es sich mit den Chinesen verscherzen kann man ja gar nicht. Schon gar nicht die Deutschen. Also wird das erst einmal nur ein kleiner Schritt sein hin zu der Befreiung Tibets, aber der Dalai war gerade in meinem Kopf und hat es mir nicht befohlen, sondern mich darum gebeten, Tibet zu befreien. Die Befreiung auf den Weg zu bringen und ich wäre doch ein böser Bub, wenn ich mich jetzt einfach wieder hinlege, um am Morgen Sex zu haben und gut ist. Nein, ich muss was tun und ja, ich werde nach Indien reisen und den Dalai Lama umbringen und wir werden uns dabei beide fast totlachen.



Du Schatz, ich muss noch mal kurz los nach Indien die Welt retten!



Ja, ja.



Schlaf schön weiter.
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  Ich bin mir nicht sicher, was ich dieser Geschichte abgewinnen kann... Es scheint mir nur die makabre Welt eines Traumes zu sein. Was ist denn die Absicht hinter Deinen Worten?  
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Hallo, besonders die letzte strophe gefällt mir. Wäre das leben nur schön und man hätte alles, wäre man auch nicht glücklich. lg Holger

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