In Kroatien ist der Himmel blauer...oder Die schönste Nacht meines Lebens   18

Nachdenkliches · Kurzgeschichten · Sommer/Urlaub/Reise

Von:    Steffi _Maus_      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 29. August 2004
Bei Webstories eingestellt: 29. August 2004
Anzahl gesehen: 1056
Seiten: 2

Alles hätte so schön werden können. Jetzt liege ich schon den zweiten Tag in meinem Bett und kann an nichts anderes als an dich denken! Ich vermisse dich so furchtbar, dass es sich niemand vorstellen kann! Aber mal ganz von vorne.

Vor rund acht Tagen kam ich in unserem Hotel an. Nach einer langen Autoreise, waren wir endlich da. Ich stand mit meinen Eltern auf einem großen Balkon. Wir blickten auf ein azurblaues Meer, einen Strand der zum Träumen einlädt und sahen den Horizont, der zum Greifen nah schien. Das Apartment war sauber und nicht zu klein. Also alles, um eine Woche genießen zu können. So schnell wie möglich zog ich mich um, und legte mich unter einen der großen Strohschirme am Strand. Das All- Inklusive Hotel war ziemlich ausgebuchte, und so versuchte ich erstmals mir einen Überblick über die Menschenmasse die sich am Strand rekelte zu schaffen. Da sah ich IHN zum ersten Mal. Groß, schlank, kräftiger gebaut, braun gebrannt...genauso, wie man sich eine Urlaubsflirt vorstellt. Die ganze Woche redeten wir kein Wort. Jedes mal, wenn du an mir vorbei gingst, berührtest du meinen Arm, was eisige Schauer auf meinem Rücken erzeugte- Immer lächelten wir uns an. Beim Getränkeautomat stelltest du dich immer ganz nah hinter mich und plötzlich spürte ich deine auf meiner Hand. So ging es die ganze Woche. Jeden Tag nahm ich mir vor, dich anzusprechen, wartete auf einen passenden Moment, nur irgendwie ergab es sich nie. Vielleicht, oder wahrscheinlich wollte ich nur unsere Spielchen nicht beenden. Es war eine nette Abwechslung zu allen anderen männlichen Wesen, mit denen ich zu Hause die Zeit verbrachte.



Die Woche verging jedoch viel zu schnell. Am letzten Abend vor dem Essen nahm ich mir ganz fest vor, dich anzusprechen, um deinen Namen zu erfahren, dich kennen zu lernen. Als du dann am Buffett neben mir standest und mich wieder so geheimnisvoll angelächelt hast, verließ mich jeglicher Mut. Normalerweise hatte ich noch nie Probleme mir jemandem ins Gespräch zu kommen, aber bei ihm war das etwas anderes. Schlussendlich drehte ich mich um und ging davon - ohne ein einziges Wort! So verging der letzte Abend und meine aller letzte Chance war auch vorbei.

Mittlerweile war es dunkel geworden, meine Eltern schliefen schon, da wir um vier Uhr morgens aufbrechen wollten. Ich schlich aus dem Zimmer und huschte die Stiegen hinunter.
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Es war noch immer verdammt warm und die Musik von der gegenüberliegenden Bar wäre auch zu laut gewesen, um schlafen zu können. Eine leichte Windbrise brachte den salzigen Geruch vom Meer hinauf und verlockte mich, noch ein letztes Mal auf den langen hölzernen Steg zu gehen. Die Sterne funkelten am Himmel und der Mond leuchtete.

Plötzlich spürte ich eine warme Hand auf meiner Schulter, eine andere um meine Taille. Ich erschrak nicht, drehte nur langsam meinen Kopf zurück. Ich konnte IHN erkennen. Ich wollte etwas sagen, den mein Verstand sagte mir, es wäre die letzte Gelegenheit ihn kennen zu lernen. Doch mein Herz und ein Finger auf meinen Mund, waren anderer Meinung. Ich schloss die Augen, als er mich zärtlich an sich drückte. Ich weiß nicht, wie lange wir so dagestanden sind, nur, dass ich überglücklich war. Ich vergaß die gesamte Welt rund um mich, er küsste mich. So sanft und einfühlsam, und andererseits doch so „eroberisch“. Die Zeit schien stehen zu bleiben. Das, nachdem ich mich die ganze Woche sehnte, stand wahrhaftig vor mir. Als ich meine Gedanken allmählich wieder zusammen hatte, zog ich vorsichtig meinen Kopf zurück, streichelte ihm sanft über die Wangen, und lief zurück in mein Zimmer.

Es war schon drei Uhr, als ich entsetzt auf die mein Handy sah. Einerseits war ich überwältigt; ich konnte noch nicht realisieren, was da geschehen war. Andererseits war ich unendlich traurig, denn ich wusste, das ich dich nie wieder sehen würde. Ich wusste nicht einmal deinen Namen.

Als ich eine Stunde später in das Auto einstieg, und noch einen Blick auf den Steg riskierte, wäre ich am liebsten nie nach Hause gefahren. Ich konnte genau seine Gestalt erkennen. Auf der heimfahrt hätte ich vor Trauer und Sehnsucht zerspringen können. Tränen liefen über meine Wangen und irgendwann schlief ich ein.

An der oberösterreichischen Grenze wachte ich auf und hoffte das alles nur ein Traum war und dass ich noch immer in Kroatien wäre. Vorsichtig öffnete ich meine Augen und alles was ich sah war ein bedeckter Himmel, strömender Regen und die typisch österreichische Landschaft.
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Punktestand der Geschichte:   18
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Kommentare zur Story:

  Das Ganze hört sich ein bißchen an wie ein Aufsatz über
"Meine Ferien in Kroatien". Da glüht halt nicht nur die
Sonne vom blauen Himmel, sondern auch die (vor allem
juegendlichen) Hormone strahlen plötzlich wie Plutonium
und schaffen es regelmäßig, jedes noch so vernüftige
Menschenwesen zu verwirren. Über unerfüllte
Urlaubsflirts oder -lieben und die damit häufig
zusammenhängenden Symptome des gebrochenen
Herzens wird immer wieder gern geschrieben. Deshalb
hätte ich mich gefreut, wenn das Besondere, das
Einzigartige an dieser Begegnung mehr
herausgearbeitet worden wäre. So ist das für mich nur
die alte Geschichte "Weiblein trifft Männlein und ist ...
ups! ... verknallt". Kommt ziemlich häufig vor und dient
grundsätzlich der Fortpflanzung, aber du wolltest ja
schon etwas Außergewöhnliches, für dich ganz
Spezielles damit beschreiben, gell?
Was mich allerdings richtig stört, ist der Wechsel in der
Anrede. Erst beginnst du wie in einem Brief an IHN und
sprichst ihn direkt an. Später beschreibst du das Treffen
auf dem Steg, und dann ist er plötzlich nicht mehr DU,
sondern ER, dann wechselst du wieder auf das DU. Das
bricht den Erzählfluß und liest sich nicht schön.
Und ich erfinde auch immer gern mal Worte (wofür
einem ein Lektor auch immer gleich auf die Finger
klopft), aber "eroberisch"? Das klingt im
Zusammenhang mit einer Knutschszene irgendwie ein
bißchen... komisch. ;-) (vielleicht gibts ja noch ein paar
treffendere Adjektive dafür...) Aber das ist nur mein
persönlicher Geschmack.  
Trainspotterin  -  27.07.05 15:45

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  klingt n' bisschen wie ein groschenroman für 1,20 € *hehe*... teilweise gute wortwahl  
hey  -  08.05.05 17:02

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  Am Anfang ist mir die Einleitung etwas zu schnell, das Apartment, den Strand - all das hätte man detaillierter beschreiben können. Strand, der zum Träumen anregt – sagt mir genauso wenig, wie – sauberes und nicht zu kleines Zimmer.

Und vom IHM hast du ja auch nur den Körper beschrieben, nicht mal die Haar- oder Augenfarbe. Weil gerade die Augen ja eine besondere Rolle bei euch gespielt haben... bis zu einem gewissen Zeitpunkt.

Dann weist du drei Mal kurz nacheinander darauf hin, dass was die ganze Woche über passierte (nämlich nix), um danach wieder einzuwerfen, was an diesem und jenem Tag passierte (z.b. am Getränkeautomaten):
"Die ganze Woche redeten wir kein Wort."
"So ging es die ganze Woche."
"Die Woche verging jedoch viel zu schnell."
Das hätte man ausbauen können, oder zumindest anders stricken können.

Ansonsten find ich die Geschichte sehr schön, wunderbar traurig, und besonders das Ende geht einem Nahe. 3P.  
Freiheit  -  09.12.04 11:15

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  hey beffi mausal!I was es past jetzt grod ned zu dera STory oba trotzdem,i find des voi mega cool,das wia uns wieder so guat vertragen!I hob die voi vermisst in de gaunzen Ferien,najo!Bussal hdggmdl pezn*knutscha*  
pezn  -  12.09.04 17:30

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  Erinnert mich irgendwie an eine meiner Storys... tat auch verdammt weh.

Du hast einen super Schreibstil, ich konnte so richtig in der Story mitfühlen. 5 Punkte.  
Aves  -  30.08.04 12:58

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  Autsch!
Das tat jetzt beim Lesen weh!
Es erinnerte mich schrecklich an eigene Erlebnisse, oder besser: an eigenen "Nicht-Erlebnisse".
Es war schrecklich, als ich n Teenager war und mit JEDERMANN quatschen konnte, bloß dass mir sofort n Riesenkloß im Hals steckte, wenn ich in eine verliebt war.
Du hast das super rüber gebracht. Das Lesen tat echt n bissy weh...gemein!...nur im Hollywoodfilm kommen sie dann doch zusammen und es gibt n Happyend!
Offen und ehrlich geschrieben. Gefällt mir.
(auch wenns weh macht.)  
Stefan Steinmetz  -  29.08.04 23:50

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