Amüsantes/Satirisches · Kurzgeschichten · Sommer/Urlaub/Reise

Von:    Stephan Sigg      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 21. Juli 2002
Bei Webstories eingestellt: 21. Juli 2002
Anzahl gesehen: 2394
Seiten: 2

Nackte Haut auf Frotteetücher. Füsse ins Gras gedrückt. Athletisch junge Körper. Entblösst mit den ersten Sonnenstrahlen. Ästhetisch, knackig, durchtrainiert liegen sie nebeneinander, kreuz und quer auf der Freibadwiese. Mit Zeitschriften, fruchtigen Drinks und Markencremes bewaffnet, haben sie es sich auf Mutter Erde bequem gemacht. Eingestrichen von Kopf bis Fuss harren sie der frischen Farbe des Sommers.



Der Klimawechsel hat sie angelockt, die jugendlichen Stadtschönheiten; die Strahlemenschen, die nun endlich die neue Sommermode spazieren führen dürfen, die edlen Designerstoffe in Chlorwasser tauchen, vom Ozon trocknen lassen, die Freibadwiese an sich reissen und das eingezäunte Erholungsgelände mit graziösen Schritten durchqueren auf der Suche nach dem schönsten Liegeplatz.



Lange haben sie diesem Tag entgegengesehnt. Endlich ist es soweit. Im kostbaren Sonnenlicht offenbaren sie ihre Körper. Zeigen, was man hat und was man haben sollte. Ausgefallene Badekleider helfen nach, wenn der Traumbody nicht vorhanden. Kaschieren, verstecken, betonen die gewissen Stellen. Der Wettbewerb um das heisseste Outfit findet auch im Wiesengrün und bei dreissig Grad genügend Mitstreiter. Eingelullt in die Rhythmen der neusten Sommerhits, die aus zahlreichen batteriebetriebenen Radiogeräten die Ohren bezirzen, versuchen sie die Konkurrentinnen auszustechen, in den Schatten zu stellen.



Drücken ihr Badekleid am eiskalten Strahl der Dusche vorbei, nähern sich anmutig dem Schwimmbecken, strecken zaghaft ihren pedikürten Zeh in das kühle Nass, einen wohligen, überraschten Laut ausstossend. Lächeln durch bunte Modebrillen die Mutigen an, die sich ins Wasser wagen, sich vom Springturm hinunterplumpsen lassen, in die Tiefe stürzen.

Jene tollkühnen Sportskanonen, die ihre Bahnen durch den Pool ziehen, Wassertemperatur und Ferientag ignorierend, die Bestzeit unterbieten wollen, verbissen kämpfen. Die Zuschauer am Bassinrand applaudieren entzückt, bevor sie vom plötzlichen Wolkenbruch, Hagel- und Regenschauer, panisch das Weite suchen.



Wieder umsonst der Stress, die Quälerei, der Besuch des Fitnessstudios, das Vorbräunen im Solarium, die Investition für das neue Badekleid. Der Regen hat einen nasskalten Strich durch die Rechnung gemacht.
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Alles für die Katze? Es bleibt die Hoffnung auf den nächsten Sonnentag...
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Punktestand der Geschichte:   25
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Kommentare zur Story:

  Ich empfand es so, als ich es gelesen habe. Es ist in keiner Weise negativ gemeint, wie sich auch aus dem weiteren Kommentar erahnen lässt, wenn man richtig liest.
Die Geschichte war auf der ersten Seite und deshalb bin ich neugrierig darauf geworden. Problem damit?
Für "Geschmiere" halte ich lediglich deine Aussagen und dafür ist nun mal eben das x da. ;-))
Ein schönes Wochenende noch,
Gruß Sabine  
Sabine Müller  -  17.11.07 14:47

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  Wirkt irgendwie ein wenig ohne Punkt und Komma. Es ist eben eine Beschreibung, ein Bild. Aber sehr sehr lebhaft und gut ausgeschmückt. Etwas ironisch manchmal, aber im Großen und Ganzen gut. Lg Sabine  
Sabine Müller  -  17.11.07 11:35

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  Ich stör mich natürlicherweise dran. Aber eigtl an beidem. An den freibadburschen und burschinnen und an der geschichte auch.
Mir ist das thema zu unwichtig und jetzt ärgert es mich, darüber nachgedacht zu haben.
Auf demos zu gehen, halt ich übrigens für notwendig.  
Dark Blaze  -  02.08.02 21:10

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  Wer es sich leisten kann, Bodymäßig und sportlich, der soll es tun.
Ist auf jeden Fall besser als Freizeitbeschäftigung geeignet wie an einer Demo teilnehmen und fremdes Eigentum beschädigen.
Besser als einer bescheuerten Sekte anzugehören und denen das Geld in den Rachen zu stopfen.
Besser als sich an Eisenbahnschienen festzuketten u.s.w.

Ich höre bei Deiner Geschichte Neid heraus.  
Maxson  -  23.07.02 23:52

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