Die Kinder von Brühl 18/ Teil 3/ Die Russen und die Neue Zeit/Episode 11/ Der Neue Staat und das Schokoladepäckchen    354

Romane/Serien · Erinnerungen

Von:    rosmarin      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 23. Juni 2023
Bei Webstories eingestellt: 23. Juni 2023
Anzahl gesehen: 1172
Seiten: 8

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Wir schreiben das Jahr 1949

Episode 11

Der Neue Staat und das Schokoladepäckchen



In der letzten Zeit hatte sich so Einiges verändert.

Else und Frau Schwede hatten ihre Babies bekommen. Jetzt waren sie allerdings keine Babies mehr. Sie konnten schon laufen und einige Wörter sprechen.

Walter und Lothar. Der Vater von Lothar war der unbekannte Russe, der Frau Schwede mit ihren beiden Kindern, Gitta und Manfred, im Güterzug mit seinem Militärmantel gewärmt hatte.

„Der Junge wird wohl seinen Vater niemals kennen lernen“, hatte Frau Schwede etwas traurig gesagt. „Er wird auch so groß werden“, tröstete sie sich nach einer kleinen Pause. „So viele Kinder haben jetzt keinen Vater mehr."

Der Neuankömmling, wie Else das Baby scherzhaft nannte, hieß Walter. Warum sie ihn Walter genannt hatte, wusste sie selbst nicht so recht. „Vielleicht, weil mein Bruder Walter hieß“, meinte sie. „Der Pilot.“

„Ja“, erinnerte sich Rosi, „der mit seinem Flugzeug abgestürzt ist.“

„Und bis heute ist er vermisst“, sagte Else. „Vielleicht ist das ja wirklich der Grund.“

„Oder es ist der Flüchtlingsjunge“, hatte Rosi einen Einfall.

„Der Flüchtlingsjunge?“, wunderte sich Else. „Welcher Flüchtlingsjunge.“

„Na, der, den wir damals auf dem Bahnhof beim Kohlen sammeln getroffen haben. Mit seiner ganzen Familie. Der hieß doch auch Walter.“

„Keine Ahnung“, sagte Else. „Das hast du dir bestimmt wieder ausgedacht.“

„Bestimmt nicht“, widersprach Rosi. „Frag doch Jutta und Karlchen. Die waren doch dabei.“

Jutta und Karlchen konnte Else jetzt nicht fragen. Sie waren draußen spielen. Später hatte Else es dann vergessen. Also konnte der Flüchtlingsjunge Walter nicht der Grund gewesen sein für die Namensgebung des Babys.

Aber so wichtig war das nicht. Walter wurde sowieso Walti genannt. „Wir wollen doch wohl unserem I treu bleiben“, hatte Else schelmisch gesagt.



Mit der Zeit wurde das I am Ende der Namen ganz normal. Die I-Sucht hatte auch Rosi ergriffen. Sie fand es, nach ihrem anfänglichen Weigern, jetzt sogar ganz lustig. Eine Familie, deren Namen alle mit einem I endeten, war schon etwas Besonderes.
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Rosi dachte noch manchmal an die Begegnung mit dem Flüchtlingsjungen Walter auf dem Bahnhof. Zu ihm würde das I natürlich nicht passen. Es käme ihr bestimmt nicht in den Sinn, ihn Walti zu nennen.

Das Kohlestückchen, das Walter Rosi zum Abschied in die Hand gedrückt hatte, ruhte fast vergessen in ihrem Krimskramkästchen in ihrem Strohsack. Da hinein waren schon lange keine Kinkerlitzchen, also kleine Andenken, mehr gekommen. Sie war ja schon groß. Und in der sechsten Klasse. Da war Schluss mit solchen Spielereien.

*



Richard und Herr Schmids hatten sich wieder vertragen. Weil der Schmids jetzt in der SED war. Obwohl Richard nicht eingetreten war. Er wollte ja nichts mehr mit einer Partei, oder mit Politik überhaupt, zu tun haben. Und doch kam er immer wieder auf die Politik zu sprechen. Und seine Lieblingszeitung das "Thüringer Volk" kannte er fast auswendig.

„Ich, als überzeugter Kommunist“, hatte Richard zu dem Schmids gesagt, „fühle mich von meiner Partei seit dem Zusammenschluss mit der SPD zur SED betrogen. Dafür habe ich nicht gegen die Nazis gekämpft.“

„Versuch es doch mal“, wollte ihn der Schmids überzeugen. „Nur so kannst du einen aktiven Beitrag für den Frieden und den Wiederaufbau unseres Landes leisten.“

Doch Richard ließ sich nicht überzeugen. „Ich habe meine Prinzipien“, sagte er. „Also eine gewisse Grundordnung. An der man festhalten muss.“ Und als der Schmids einige Tage später sagte: „Am 24. Mai 1949 trat das von den Westalliierten, also den Besatzern Westdeutschlands Großbritanien, Frankreich und den USA, ausgearbeitete Grundgesetz in Kraft“, blieb Richard seinen Prinzipien treu. Auch als der Schmids fortfuhr: „Somit kam es zur ersten Bundestagswahl. In dieser Bundestagswahl wurde Konrad Adenauer zum Bundeskanzler gewählt. Mit seinem Amtsantritt am 7. September 1949 war damit die Bundesrepublik Deutschland gegründet.“

„Du musst es ja wissen“, frotzelte Richard. „ Wo du ja in der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands bist. Ich halt mich da raus.“

„Du hast ja Prinzipien“, frotzelte der Schmids zurück. „Auch wenn Stalins Plan, einen neuen Staat, also ein einheitliches Deutschland zu gründen, abgelehnt worden und der Kampf zwischen den Westmächten und der Sowjetunion vorprogrammiert ist.
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„Ach hört doch auf, hier vor der Haustür rumzudiskutieren“, mischte sich Else in das Gespräch. „Wir werden sehen, was kommt. Schön ist das natürlich nicht. Was wird nun mit uns? Wir sind ja von den Russen besetzt.“

„Und der Westen von den Amerikanern. Den Briten. Den Franzosen. Jetzt, wo sie die Bundesrepublik gegründet haben, werden sie bestimmt erst recht kein Interesse an einem einheitlichen Deutschland haben. Oder gar an einem Neuen Staat. Einem sozialistischen.“

Als Herr Schmids nichts erwiderte, fügte Richard nach einer Weile in weiser Voraussicht hinzu: „Da wird uns wohl nichts übrigleiben, als einen eigenen Staat zu gründen. Und bestimmt nach Vorbild der Sowjetunion.“

So geschah es dann auch.

*

Herr Rau, Rosis neuer Klassenlehrer, hatte freudig verkündigt: „Auf der Grundlage der vom Dritten Deutschen Volkskongress bestätigten Verfassung, ist in der deutschen Hauptstadt Berlin einmütig von allen Parteien und Massenorganisationen im deutschen Volksrat die Deutsche Demokratische Republik geschaffen worden.“ Bedächtig schritt Herr Rau den Gang zwischen den Bänken auf und ab. „Habt ihr das verstanden Kinder?“, fragte er.

Als sich kein Kind meldete, fragte Herr Rau den Heinrich: „Na Heinrich, hast du das verstanden?“

„Ja, erwiderte Heinrich etwas zögerlich. „Das heißt, wir sind jetzt ein eigenständiger Staat. Mit einer eigenen Verfassung. Stand jedenfalls so in der Zeitung.“

„Genau freute sich Herr Rau. „Und wer ist Staatratsvorsitzender?“

„Otto Grotewohl“, riefen einige Kinder in die Klasse.

„Und Präsident?“

„Wilhelm Piek.“

„Und die Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik?“

„Berlin.“

„Ja“, freute sich Herr Rau, „ihr seid ja ziemlich gut informiert. Wilhelm Piek ist der erste Präsident in einem ersten sozialistischem Staat. Der Deutschen Demokratischen Republik. In der alle Macht vom Volke ausgehen soll.“ Herr Rau hielt einen Moment inne, ehe er sagte: „Über das Leben dieses außergewöhnlichen, tapferen Menschen sprechen wir in einer anderen Stunde.“ Herr Rau setzte seine Brille, die er vorhin, vor seinem Gang durch die Reihen, abgelegt hatte, wieder auf.
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„Da die Westalliierten sich weigerten, einen Neuen Deutschen Staat zu gründen“, fuhr er in seiner langsamen, etwas verschnörkelten Art, zu sprechen, fort, „ohne das Nazigesindel, das die ganze Welt in diesen irrsinnigen Krieg gestürzt hat, und den wir durch den heldenhaften Kampf der Roten Armee verloren haben, glücklicherweise muss ich sagen, müssen wir jetzt mit unserem neuen Sozialistischen Staat Deutschland repräsentieren. Und zwar in der ganzen Welt. Alle Kriegsverbrecher müssen zur Rechenschaft gezogen und verurteilt werden. Alle leitenden Positionen müssen neu besetzt werden. Und zwar mit den heldenhaften Kämpfern gegen den Faschismus. Von denen leider viel zu viele dem Naziregime zum Opfer gefallen sind. Unser Motto heißt ab sofort: ‚Frieden. Frieden für alle Völker dieser Erde. Und: Nie wieder Krieg‘.“

Etwas erschöpft von der langen Rede, stellte sich Herr Rau wieder hinter sein Lehrerpult. Er war nicht mehr der Jüngste. Und bestimmt kein Nazi gewesen. Denn sonst würde er wohl nicht vor der Klasse stehen. Fräulein Roth, und die meisten anderen Lehrer, die in der Nazipartei gewesen waren, gab es ja auch nicht mehr.



Wenn Rosi an Fräulein Roth, diese Nazitante, dachte, überkam sie noch immer ein leichtes Gruseln. Die wäre bestimmt auch KZ-Aufseherin geworden. Wenn sie gesollt hätte.

Vielleich gehörte Herr Rau ja auch zu den Verfolgten des Naziregimes. Vielleicht war er gar in Buchenwald gewesen? Else hatte gesagt, sie hätten alle nichts von dem Lager gewusst. Aber das glaubte Rosi nicht. Sie wollten es bestimmt nicht wissen. Weil sie dann vielleicht ein schlechtes Gewissen bekommen hätten und das schlechte Gewissen ihnen nicht geholfen hätte, weil sie ja nichts hätten ändern können.

Es war alles sehr kompliziert. Und Herr Raus Rede machte es nicht besser.



In der Klasse war es mucksmäuschenstill. Irgendwie schuldbewusst senkten die Kinder die Köpfe.

Herr Rau setzte seine Brille wieder ab. Er strich sich die graublonden Haare aus der Stirn und sagte leise:

„Bitte sprecht mir nach:

‚Frieden für alle Völker dieser Erde‘.“

Die Kinder standen auf und sagten im Chor:

„Frieden für alle Völker dieser Erde.
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„Und nun: ‚Nie wieder Krieg‘.“

„Nie wieder Krieg“, antwortete die Klasse im Chor.

Es war, als würden die Kinder ein feierliches Gelöbnis ablegen. So, als würden die Kinder sich immer, ihr ganzes Leben lang, für den Frieden auf der ganzen Welt einsetzen wollen.

„Danke“, sagte Herr Rau, sichtlich erleichtert. „Ihr dürft jetzt nach Hause gehen. Bestimmt feiern wir nun jedes Jahr den 7. Oktober. Den Tag, an dem ein neuer Staat gegründet wurde. Die Deutschen Demokratischen Republik. Auferstanden aus Ruinen. Im wortwörtlichen Sinne.

In diesem Moment klingelte es. Die Kinder nahmen ihre Ranzen und verließen, etwas nachdenklich, und nicht so stürmisch, wie sonst, den Klassenraum.



*



Rosi lief schnurstracks nach Hause. Umwege oder Trödeleien konnte sie sich nicht mehr leisten. Seit sie zu acht waren, gab es noch mehr Arbeit als vorher. Neben der ganzen Hausarbeit mit sechs Kindern, häkelte Else noch immer Babysachen und nähte die wunderschönen Russentücher für die Russen. Im Hof sitzen und mit den Frauen ein Schwätzchen halten, konnte sie immer seltener. Auch zum Singen und Harmonium spielen kam sie nicht mehr. Die einzige Zeit zum Entspannen nahm sie sich für die Bibelstunden mit Metzners.

„Der Sonnabend ist mir heilig“, sagte Else. „Dafür muss Zeit sein. Gott ruhte auch am siebten Tag.“

„Das mag schon sein“, sagte Rosi. „Aber Gott hatte danach bestimmt nicht mehr so viel zu tun. Er konnte sich ja, nachdem er die Welt geschaffen und gesehen hatte, dass es gut war, auf seinen Lorbeeren ausruhen.“

„Das sag mal nicht“, zweifelte Else. „Er hat ja danach noch den Adam geschaffen. Und zwar aus dem Staub der Erde. Und danach noch die Eva aus einer Rippe Adams.“

„Und sie dann wieder aus dem Paradies vertrieben“, sagte Rosi. „Ja, ich weiß. Weil Adam sich von der Eva verführen ließ und von dem Apfel von dem verbotenen Baum der Erkenntnis gegessen hatte.“

„Sag das nicht so ironisch“, tadelte Else. „Das grenzt ja an Gotteslästerung.“

„Ich sag schon nichts mehr“, sagte Rosi, um das Gespräch nicht wieder auf die Spitze zu treiben.
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Wie Else sich ausdrückte.

In letzter Zeit zweifelte Rosi immer öfter an dem Wahrheitsgehalt der Geschichten aus der Bibel. Als sie klein war, dachte sie, es seien Märchen. So ähnlich wie Hänsel und Gretel. Oder Rotkäppchen und der Wolf. Die konnten ja in echt auch nicht wahr sein. Doch in der Bibelstunde betonte Else immer wieder, dass die Geschichten wahr sind. Und das deshalb die Bibel das Buch der Bücher sei.

„Es ist die Geschichte der Menschheit“, hatte auch Otto gesagt.

Die Geschichte der Menschheit. Die Menschheit besteht ja noch. Wie konnten sie dann die Geschichten der Menschheit sein? Am besten sie denkt nicht mehr darüber nach. Dann kommen ihr auch keine Zweifel.

An Gott muss man glauben. Sich kein Bildnis machen. Das ist Satanswerk. Und abgrundtief böse. Aus dem Stachel des Zweifelns entsteht das Böse. Der Irrglaube. Oder gar kein Glaube. Das führt direkt in die Verdammnis. Also weg mit diesen unguten Gedanken.

Rosi beschloss, nicht mehr zu zweifeln. Sie würde ihren vorlauten Mund halten. Damit Else sich nicht noch mehr aufregt.

*

Richard hatte endlich angefangen, das Feld zu bestellen. Er hatte so zwanzig Obstbäume und Sträucher gepflanzt. Nachdem er vorher, hauptsächlich mit Karlchens Hilfe, den verwucherten und verwilderten Boden vorbereitet hatte. Kartoffeln hatten sie auch schon gelegt. Und eine kleine Sitzbank zwischen zwei Kirschbäumen aufgestellt. So hatte man einen schönen Blick auf Buttstädt. Besonders die Kirche mit ihrem schiefen Kirchturm und den Silotürmen der Thükofa.



Das Feld mit der Bank war Rosis Lieblingsplatz. Hierhin flüchtete sie, wenn sie allein sein wollte. Und Zeit hatte. Was selten vorkam. Aber immerhin. Am liebsten würde sie jetzt, nach diesem Unterricht, auch auf das Feld flüchten. Sich auf die Bank setzen. Oder ins Gras zwischen den Bäumen legen. Den Schmetterlingen, Bienen und Hummeln zusehen. Oder den Wolken. Wie sie unaufhörlich am Himmel dahin zogen. Wohin nur? Sie hatte noch nie gesehen, dass die Wolken zurück kamen. Nur, dass sie sich ständig veränderten und sich wahrscheinlich irgendwo auflösten.

Rosi wollte einfach nur vor sich hinträumen. Doch diese schöne Zeit war längst vorbei.
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*

In Brühl 18 war Jubel, Trubel, Heiterkeit angesagt. Die ganze Familie, außer Richard, hatte sich um den Tisch, über den die blaue Lampe mit den gelben Blumen sacht hin und her schwankte, versammelt.

„Guck mal Rosi“, rief Bertraud aufgeregt, „wir haben wieder ein Päckchen aus Amerika bekommen. Lauter Süßigkeiten.“

„Tatsächlich“, freute sich Rosi. „Da können wir aber schön naschen.“

Seit einiger Zeit kamen regelmäßig von den Adventisten in Amerika verschickte Päckchen an. Meistens Kindersachen. Auch Schuhe und Kaffee. Und einige Süßigkeiten. Manchmal sogar Schokolade. Else verteilte dann die Köstlichkeiten zu gleichen Teilen an die Kinder. Manchmal bekamen auch die Schwedenkinder etwas ab.

„Diesmal ist in dem Päckchen nur Schokolade“, sagte Else feierlich. „Es ist so viel, dass es für einige Wochen reicht. Wenn wir es gut einteilen.“

„Schokolade.“ Margitta klatschte vor Freude in ihre Händchen. „Ich will essen.“ Margitta, die neben Else saß, stand auf und zerrte an dem Päckchen mit der Schokolade.

„Halt!“, sagte Else. Sie stand auch auf und hielt das Päckchen fest. Dabei wäre um Haar Walti von ihrem Schoß gepurzelt. Ein Glück, dass er seine Ärmchen schnell um Elses Hals schlang. „Essen“, sagte er mit seiner niedlichen Stimme. „Mama essen.“

„Immer mit der Ruhe“, sagte Else. „Gitti setz dich wieder auf deinen Platz. „Es wird schon niemand zu kurz kommen.“

Alle Kinder saßen jetzt artig am Tisch und starrten verlangend auf das Päckchen mit der Schokolade.

„Na dann werden wir mal beten“, sagte Rosi.

„Gute Idee“, war Else einverstanden. „Wir müssen uns ja für diese Köstlichkeiten bedanken.“

Jutta faltete schnell ihre Hände. „Lieber Gott wir danken dir“, betete sie, „dass du uns dieses schöne Päckchen geschickt hast. Und wir diese Köstlichkeiten jetzt verspeisen dürfen. Amen.“

„Amen“, sagten die Kinder im Chor.

„Ganz abgesehen davon“, konnte es Rosi wieder nicht lassen, ihren Senf dazuzugeben, „dass nicht Gott das Päckchen geschickt hat, sondern eine Adventistengemeinde in Amerika, könnten wir die Schokolade jetzt wirklich verteilen.
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“ Bei diesen Worten musste Rosi schlucken. Sie spürte buchstäblich die milchige Süße auf ihrer Zunge und roch den zarten Kakaoduft der Schokolade. „Mir läuft schon das Wasser im Mund zusammen“, seufzte sie laut.

„Mir auch. Mir auch.“ Der Reihe nach seufzten alle Kinder mit.

„Na, wenn das so ist“, lachte Else, „verteilen wir mal die Schokolade.“

Else schüttete den Inhalt des Päckchens auf den Tisch.

Der Inhalt breitete sich sofort nach seinen eigenen Regeln aus. Die größeren Schokoladentafeln blieben liegen. Die kleineren, länglichen, verrutschten etwas. Die kleinen und größeren Kugeln kullerten kreuz und quer. Sofort griffen die Kinder danach. „Halt“, sagte Else wieder. „Jeder bekommt gleich viel. Rosi, du verteilst die Kugeln. Die Schokoladentafeln und die Riegel kommen wieder in das Päckchen.“

Gesagt. Getan. Jedes Kind bekam eine Kugel.

„Das Päckchen werde ich verstecken“, sagte Else. „Und zwar dort, wo ihr es nicht findet. Nicht, dass ihr noch auf die Idee kommt und heimlich naschen wollt.“

„Machen wir doch nicht“, schmatzte Karlchen empört.





***



Fortsetzung folgt
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