Spannendes · Kurzgeschichten

Von:    Frank Bao Carter      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 5. April 2016
Bei Webstories eingestellt: 5. April 2016
Anzahl gesehen: 997
Seiten: 8

Dein Handy summt.

Kommissar Hartmann will sich noch einmal mit Dir treffen.

Geschickt umschiffst Du seine inoffizielle Hausdurchsuchung, indem Du ihm zusicherst, gerade in der Nähe zu sein und bei ihm in der Waterloostraße vorbei zu kommen.

„Beschreiben Sie uns Ihr Verhältnis zu Doktor Merlinger, Frau Horsten.“



Die Antworten hast Du in den letzten Stunden viel vorm Spiegel geübt: „Wir hatten eine lockere Freundschaft. Außerhalb der Arbeitszeit.“

Kommissar Hartmann hebt seine rechte Augenbraue. Abwehrend hebst Du die Hände, rutschst mit Deinem Stuhl zurück. Sein Schaben geht durch Mark und Bein. Du schüttelst Dich. Dein Pferdeschwanz schlägt von der einen Halsseite zur anderen: „Keine Liebschaft, Herr Kommissar“, sagst Du mit fester Stimme. Bist selber überrascht, wie überzeugend Du klingen kannst. „Ein Kaffee, oder ein Glas Wein nach der Arbeit – mehr nicht. Auch wenn Neiderinnen daraus gleich eine böse Geschichte machen“, legst Du gleich eine falsche Fährte.



„Sie haben bei Kaufhof mit Ihrer ec-Karte bezahlt. Wieso haben Sie verschwiegen, ein großes Küchenmesser gekauft zu haben?“

Deine Überlegenheit war nichts Weiteres als ein Kartenhaus. Mit einer Stimme, die eine Nuance zu schrill ist, verteidigst Du Dich: „Sie hätten mich sofort in Verdacht gehabt.“

„Als wir über Ihren Einkauf sprachen, hatten wir Ihnen noch nicht mitgeteilt, wie Herr Merlinger umgekommen war.“



Diese verfluchte Geschichte mit dem Messer. Du bereust, je davon gesprochen zu haben. „Das sind dumme Zufälle“, piepst Deine Stimme, Schweiß bricht aus allen Poren, „seit Monaten schon ärgere ich mich, keinen Braten sauber in Gulaschstücke schneiden zu können. Oder ein Stück Bauchfleisch in Würfel.“

„Sie schneiden gerne Bauchfleisch, Frau Horsten?“

Dieser süffisante Ton sagt Dir alles. Du hast Dich tief in die Grütze hinein geritten.

„Wir müssen Ihr Alibi leider überprüfen. Auch einen Kaffee?“



„Gerne“, sagst Du, um ihm nicht zu widersprechen.

Die Tür lässt er absichtlich offen. Im Gang sitzt Dein Freund Peter. Er sieht Dich nicht. Eine nicht allzu große Kommissarin mit kräftigen Oberschenkeln, einer beachtenswerten Oberweite und einem überaus niedlichen Gesicht, umrahmt von langen, dunkelbraunen Schraubenzieherlocken, bittet ihn in sein Büro.
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Du weißt, jetzt geht die Parallelbefragung los. Und beschließt, so wenig wie möglich zu sagen.

Der Kaffee schmeckt Dir gar nicht. Noch weniger die verschlagen musternden Blicke des Kommissars. Eine Schlange, die nur darauf wartet, die Maus zu fressen. Mit aller Kraft nimmst Du Dir vor, diese Maus nicht zu sein.



„Hat ihr Freund, Herr Katzenbrenner, am Abend des 16. März noch einmal die Wohnung verlassen, Frau Horsten?“

Der Kommissar kann es nicht wissen. Also lügst Du und erzählst ihm, zusammen mit Peter Fernsehen gesehen zu haben. Als Kommissar Hartmann einen Titel wissen will, fällt Dir ein, dass Peter mittwochs oft Fußball guckt. Irgendein Spiel mit europäischen Spitzenmannschaften, Namen könntest Du Dir nicht merken, so sehr ist Fußball nicht Dein Ding, antwortest Du, sehr viel Eifer ins Gesicht gelegt.

Du schaust es Dir mit Peter an, um den Ehefrieden aufrecht zu halten, flunkerst Du Deinen Gegenüber an. Ein wenig Interesse und Anteilnahme heucheln, damit Dein Freund auch Deinen Wünschen nachgibt.

„Und es ist ausgeschlossen, dass er noch einmal für eine kurze Zeit das Zimmer verlassen hatte?“

Die Hartnäckigkeit dieser Frage setzt Dich in Alarmbereitschaft. Vielleicht weiß oder ahnt der Kriminalbeamte etwas. Zeit für Dich, eine Tür offen zu lassen.

„Nun gut, auf Toilette ist er schon mal gegangen. Auch den Müll hatte er weggebracht. Es waren nur wenige Minuten.“



Kommissar Holger Hartmann nickt. Ganz leicht ziehen sich seine Mundwinkel nach oben. Er ist mit irgendetwas zufrieden, macht sich Notizen.

„Wie steht Herr Katzenbrenner zu ihrer Arbeitskollegin, Frau Schneyder?“

Eben noch hast Du erwartungsvoll Deine Ellenbogen auf dem Tisch abgelegt und ihm mit großen Augen angesehen, jetzt sinkst Du in die Lehne Deines Stuhls zurück. Deine Knie schlackern. Auch er wird es hören, stellst Du mit Schrecken fest. Weiß der Kommissar von der Affäre zwischen den beiden? Du beschließt, halblang zu machen: „Ab und an sind wir zu Dritt Essen gegangen.
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Wenn Peter mich von der Arbeit abgeholt hat. Alle halbe Jahre gehen wir einmal gemeinsam ins Kino. Warum?“



Der Kommissar überhört Deine Frage absichtlich. Hinter seiner Stirn rattern die Zahnräder, siehst Du. Und fragst Dich, ob Du etwas falsch gemacht hast.

Sogleich irritiert Dich der das Verhör Leitende mit einer neuen Frage. Du verstehst die Zusammenhänge nicht, die großen Sprünge. Spürst nur, wie Dein kleines Ruderboot Leck schlägt. Weißte nicht, ob es besser ist, wie wild zu rudern oder mit der kleinen Blechbüchse das eindringende Wasser heraus zu schöpfen.



„Was können Sie uns von dem Verhältnis zwischen Frau Schneyder mit Herrn Dr. Merlinger erzählen?“

„Ein Verhältnis, die beiden? Nie und nimmer.“ Du lachst mit einer bitteren Grimasse und freust Dich, endlich einmal ehrlich antworten zu können.

„Sie müssen es ja wissen, Frau Horsten.“ Dein kurz anhaltendes Hochgefühl stürzt abrupt zusammen. Der süffisante Unterton ist Dir nicht entgangen. Dringend musst Du auf einem Ersatzschauplatz kämpfen. Herr Dr. Merlinger hätte nie etwas mit Frau Schneyder angefangen, das wüsstest Du genau, klärst Du den Fragenden auf. Erstens, weil Emilie Dir oft geklagt hätte, bei ihm keine Aufmerksamkeit erregen zu können, zweitens, weil Du ein wenig den Geschmack von Herrn Merlinger kanntest.“

„Woher kannten Sie diesen Geschmack?“



Du fühlst Dich wie ein Dachs, der in eine Fußfalle getreten ist. Egal, was Du unternimmst, alles kündet an, dass Dein Geheimnis schon lange nicht mehr geheim ist. Verzweifelt kämpfst Du gegen das unausweichlich Kommende an: „Frau Schneyder ist zu unproportioniert, etwas zu alt und vor allem, eine etwas aufdringliche Persönlichkeit. Herr Dr. Merlinger mochte keine Frauen, die ihm sagten, wo er lang zu gehen habe.“

„Ich übersetze: Sie meinen, Herr Dr. Merlinger mochte junge, zierliche Frauen, die sehr loyal zu ihm standen und äußerst hübsch aussehen.“

„Richtig.“

„So wie Sie?“

Du schluckst mehrfach. Ärgerst Dich, diesen Reiz nicht unterdrückt zu haben. Trotz wallt in Dir auf. Jetzt wirst Du Dich mit Kratzen und Beißen verteidigen.
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Da kommt wieder eine Ablenkung.



Als Kind hattest Du mal in Seelze am Rangierbahnhof gestanden. Also eigentlich in Letter. Fasziniert verfolgtest Du, wie die Waggons von einer Rangierlock den Abrollberg hochgeschoben wurden und dann in die unterschiedlichsten Gleise wegrollten. So kommen Dir jetzt die Fragen des Kommissars vor. Sie sind in die verschiedensten Richtungen weggerollt, waren jedoch vor kurzem noch in einem gemeinsamen Zugverband. Nur, . . . , was war das Gemeinsame? Du erkennst es nicht. Willst es nicht erkennen.



„Frau Schneyder hat eine etwas ungewöhnliche Freizeitbeschäftigung.“ Geheimnistuerisch kratzt sich der Kommissar hinter seinem linken Ohr und nimmt einen großen Schluck aus seiner Tasse. „Sie mag es, anderen Menschen hinterher zu steigen und viele Fotos zu machen. Meistens von sehr privaten Szenen, mitunter sogar intim. Mehrere hunderttausend Fotos liegen auf ihrem Rechner. Ihre neuesten Ordner zeigen immer nur eine Person: Dr. Merlinger.“

„Eine Stalkerin?“, versuchst Du Deine Nervosität in den Griff zu bekommen.

„Wie sie im Buche steht. Herr Dr. Merlinger beim Einkaufen, beim Geld abholen, beim Essen kochen, beim Hemdenbügeln, beim Zähneputzen, beim Zubettgehen.“

„Wie gruselig. So etwas gibt es wirklich? Das ist ja krank.“

„Krank, vom Gesetzt her verboten, und gefährlich. Da stimme ich Ihnen vollkommen zu, Frau Horsten. Anderseits kommen durch diesen Faible Momentaufnahmen zustande, die für eine Polizeiarbeit sehr hilfreich sein können.“



Leger schüttelt Kommissar Hartmann aus dem Handgelenk ein paar Fotos über den Tisch. Sie rauschen auf Dich zu. Dein Herz bleibt für Sekunden stehen. Du ahnst, nein weißt, was jetzt kommt.

Mit klitschnassen Fingern hältst Du die Fotos in der Hand. Sie zeigen Dich mit Dr. Merlinger in sehr eindeutigen Positionen. Schnappschüsse durchs Fenster, aufgenommen vom dem dem Hotel gegenüber liegenden Haus.

„Eine Nur-Freundschaft sieht für mich anders aus. Warum haben Sie uns angelogen, Frau Horsten?“



Du japst nach Luft. Deine größte Angst ist, Peter könnte etwas von Deinen Fehltritten erfahren. Obwohl, Fehltritte sind es für Dich nicht. Es hat Dir wirklich Spaß gemacht, mit Herrn Dr.
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Merlinger ins Hotel zu gehen; in der Praxis die heimliche Geliebte zu spielen. Das war aufregend. Ein erotisches Kribbeln von morgens bis abends. Und für Dein inneres Konzept von der Welt ganz normal: Er war ein attraktiver Mann, Du eine schnuckelige Frau. Was zusammen passt, darf auch zusammen kommen. Ganz ohne Besitzansprüche. Das war das Tolle. Weder warst Du ihm noch er Dir verpflichtet. Eine Freiheit, die Du in Deiner Beziehung nicht erreichen konntest.

Genau deshalb bist Du jetzt voller Angst. Peter würde Dich nicht verstehen. Er verstand Dich sowieso nie. Ihm fehlte jegliche Mühe, Dich als eigenständiges, selbstdenkendes Wesen zu betrachten. Und dennoch fühlst Du Dich bei ihm zuhause.

„Sagen Sie hiervon bitte nichts meinem Freund.“ Der weinerliche Ton in Deiner Stimme grämt Dich. Gerne hättest Du gefasster geklungen.

„Das ist nicht notwendig, Frau Horsten. Ihre nette Kollegin Schneyder hat das schon übernommen.“



Dir klappt die Kinnlade runter. Deine Lippen zittern. Das ist nur ein gemeiner Trick der Polizei, hoffst Du.

„Ihr Freund hat diese Fotos von seinem Handy wieder gelöscht“, dabei nickte der selbstgefällige Mann zu den auf dem Tisch liegenden Farbausdrucken. „Frau Schneyder hingegen ihre mms nicht, die sie Herrn Katzenbrenner zugesendet hat.“

Um seinen Triumph perfekt zu machen, zeigt er Dir das dicke rote Handy, welches Du so genau kennst. In jeder Pause fuchtelt Emilie damit hektisch herum.

„Nun komme ich zu meiner Eingangsfrage zurück: Bleiben Sie bei Ihrer Aussage, dass Herr Peter Katzenbrenner am Abend des 16. März 2016 die ganze Zeit bei Ihnen in der Wohnung war?“



Du weißt, Deine Glaubwürdigkeit ist erschüttert. Viele Lügen bringen Dich nicht mehr weiter. Kleinlaut gestehst Du, beim Fußballspiel eingeschlafen zu sein.



Etwas Schreckliches wird Dir gewiss.



„Von Ihrer Wohnung zur Praxis ist es nur ein Katzensprung. Den Müll wegbringen, einmal die Beine vertreten, die Halbzeitpause kann ruhig etwas überzogen werden, und sich dann wieder neben die schlafende Partnerin setzen, als sei nichts gewesen. – Als Sie wieder aufwachten, Frau Horsten, war Ihnen da an ihrem Mann irgendetwas anders vorgekommen?“

„Er wirkte etwas nervös.
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Ich hatte es auf das Fußballspiel geschoben. Seine Mannschaft lag zurück. Nie hätte ich gedacht . . .“

„Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, Frau Horsten. Wir verdächtigen Ihren Freund nicht weniger, als Sie, als Frau Schneyder, als die Ehefrau von Herrn Merlinger, als weitere Kollegen und Mitarbeiterinnen, ja, selbst die Patienten könnten Motive haben. Eine verpatzte Operation, zum Beispiel. Ein Mordmotiv, genau so groß, wie Neid oder Eifersucht. Deshalb bitte ich um Ihre Verschwiegenheit. Anderseits erachte ich es an Ihrer Stelle als ratsam, vorerst bei einer Freundin zu wohnen? Haben Sie eine?“

„Ve . . . re . . . na“, stotterst Du.

*

Verena ist Deiner Meinung. Peter ist kein Mörder. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, dann würde die Polizei Emilie überführen. Wer so krank im Kopf ist, scheut vor Mord nicht zurück. Selbst, wenn es das Objekt der eigenen Libido wäre. Oder gerade deshalb. Als Rache, weil es für sie immer nur ein Objekt bliebe.



Du selber wunderst Dich, dass nichts geschieht.

Peter läuft genauso frei herum, wie Emilie.

Montag wird die Praxis wieder öffnen. Dann musst Du diesem Teufelsweib unter die Augen treten. Es graut Dir davor. Du hast Lampenfieber. Doch wenn Du Dich jetzt krankschreiben lässt, machst Du Dich verdächtig bei den Kolleginnen. Sie könnten zu reden beginnen. Du musst gerade jetzt an der Quelle sein und alle Gerüchte im Keim ersticken.

In diese dunklen Gedanken verfallen sitzt Du an Verenas Küchentisch. Deine Freundin weiß Ablenkung. Ihr geht in die übervollen Szenebars am Steintor. Tanzt, flirtet und trinkt. Du willst vergessen, nimmst mehr Alkohol zu Dir, als Dir verträglich ist. Lange sitzt Du mit einem Kreislaufkollaps auf dem Klo.

Wieder oben in der Bar, kannst Du Verena nicht finden. Der hübsche Schwarzhaarige wird sie abgeschleppt haben, beruhigst Du Dich, rufst ein Taxi und lässt Dich in die Nordstadt fahren. Dunkel ist der Platz an der Lutherkirche, ein paar Nachtschwärmer bevölkern ihn. Du gehst schnell hoch und wirfst Dich mit allen Kleidern ins Bett.



Morgens packst Du als erstes Deine dreckigen Klamotten und das verschmutzte Bettzeug in die Waschmaschine. Dann duscht Du ausgiebig, froh darüber, die Wohnung an diesem Morgen alleine zu haben.
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Still bedankst Du Dich bei Verena. Über das Ohr, das sie Dir gereicht, über die Tipps, die sie Dir gegeben hat. Neuen Lebensmut hat sie Dir zugesprochen. Jetzt weißt Du wieder, was zu tun ist.



Erleichtert fährst Du mit der U-Bahn am späten Samstagmorgen nach Hause. In der Meterstraße steht ein Notarztwagen. Das Blaulicht blinkt nicht mehr. Ein Zeichen, er hat nichts mehr zu tun oder er kann nichts mehr tun.

Der Wagen steht verdammt nah an Deiner Haustür. Polizei ist ebenfalls da. Gerade sperren sie Deinen Hauseingang mit dem rot-weißen Band ab. Auf dem Bürgersteig liegt eine Trage. Bahre wäre der bessere Ausdruck, erkennst Du fachmännisch. Denn die darunter liegende Person ist vollkommen mit einer schwarzen Plane zugedeckt.

Kommissar Hartmann erkennt Dich, kommt auf Dich zu: „Es fällt mir schwer, Ihnen mein Beileid auszusprechen, Frau Horsten.“



Der Boden klappt Dir unter den Füßen weg. Dass Du Dir den Kopf nicht einschlägst, ist dem reaktionsschnellen Kommissar zu danken. Obwohl er Dich nicht mag, fängt er Dich im letzten Moment auf.

Jetzt hat der Notarztwagen doch noch einen Einsatz.

Dein erster Blick geht durch die Türfenster. Die Autos am Straßenrand und auf der Gegenfahrbahn werden schnell kleiner. Das Ruckeln des Wagens schlägt Dir auf den Magen. Gürtel halten Dich auf der Trage. Links sitzt ein Notarzt. Neben ihm der Ständer einer Infusion. Wasser und Beruhigungsmittel, wie Du weißt. Rechts sitzt eine Frau in Uniform. Ihren Adleraugen wirst Du nicht entkommen.



Wieder gehen die Verhöre los.

Verena kann Dir kein Alibi geben.

Erneut war es ein Abschlachten mit einem Messer. Jemand musste mächtig Hass angestaut haben.

Emilie hat zu der Tatzeit ein Alibi. Sie war bei der Witwe Merlinger.

Kommissar Holger Hartmann wirkt das erste Mal verunsichert. Im Verhör hat er sich verraten, sinnierst Du. Plötzlich ist Emilie neben Dir die zweite Hauptverdächtige. Weil ihr die heimliche Liebe genommen wurde, tötete sie den Arzt. Sie würde es keiner anderen gönnen, mit ihm glücklich zu sein, sagte der Kommissar. Was weiß der schon von Glück? Doch das verschweigst Du wohlweislich.
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Stattdessen lauschst Du seinen weiteren Ausführungen. Zwei Deutungen hat der Kriminalbeamte: Emilie tötete Peter, weil sie ihrer Kollegin Christin keinen Mann gönnte. Emilie tötete in Peter den Kompagnon des gemeinsam begangenen ersten Mordes.



Emilie, diese Schlange, dieses Aas. In Dir kreist alles. Klar denken ist nicht mehr drin. Jetzt bist Du wirklich krank für eine Woche. Deine Wohnung betrittst Du nicht mehr.

Verena gibt Dir Asyl, bis „die Sache“ durchgestanden ist.

Gäbe es nicht den Kommissar, der Dich täglich zum Präsidium bitten würde, Du verlörest Dich in dieser haltlosen Welt. Dabei sind die Treffen mit diesem Mann alles andere als angenehm. Beileibe kein Partnerersatz. Er geht eindringlich seiner Arbeit nach. Und eine seiner Hauptaufgaben ist, Dich des zweifachen Mordes zu überführen.

Die Mühlen des Staatapparates mahlen langsam, aber konstant.

Du wirst Ihnen nicht entgehen, hast nur eine Gnadenfrist. Irgendwann sind die Indizien zu stark. Dann wird es aus sein mit Deiner Freiheit. Es sei denn, Du könntest Deine Unschuld beweisen. Für einen Detektiv hast Du kein Geld. So beschließt Du, selber die Witwe Merlinger ins Fadenkreuz zu nehmen.



Fortsetzung folgt.



Diese Geschichte ist Bestandteil des Buches:



Hoffnung war gestern

- Grausame Morde und tragische Liebe –

Kurzgeschichten

von Rosario Chriss

203 Normseiten

Print- und EBook bei allen bekannten Anbietern



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Kommentar von "Tintenkleckschen" zu "Bitte bitte"

Ja, gefällt mir ganz gut. P.S.: Relaxen schreibt man mit a.

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