Erotisches · Romane/Serien

Von:    rosmarin      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 2. März 2013
Bei Webstories eingestellt: 2. März 2013
Anzahl gesehen: 1570
Seiten: 6

Diese Story ist Teil einer Reihe.

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   Teil einer Reihe


Ein "Klappentext", ein Inhaltsverzeichnis mit Verknüpfungen zu allen Einzelteilen, sowie weitere interessante Informationen zur Reihe befinden sich in der "Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht":

  Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht      Was ist das?


20. Kapitel

___________

Manfred kam mit einer Flasche Wein und zwei Gläsern aus der kleinen Küche. Ich hatte mich in einen Sessel gekuschelt. Manfred entkorkte die Flasche und goss die Gläser voll.

„Ist es nicht noch ein bisschen früh für Wein?“, fragte ich.

„Wein kann man doch immer trinken.“ Manfred schob ein Knie zwischen meine Beine. „Das macht locker.“

„Dann auf die Lockerheit“, sagte ich kühn.

„Auf die Lockerheit.“ Manfred prostete mir zu. „Am liebsten möchte ich dich in die Arme nehmen“, sagte er, „mit dir kuscheln. Du siehst so schön kuschelig aus."

Manfred stellte sein Glas auf den Tisch, meines dazu, küsste mich lange und zärtlich, trug mich in ein Zimmer neben dem Wohnzimmer und legte mich vorsichtig als wäre ich zerbrechlich auf sein hartes Bett.



Wir hatten viel Zeit. Der Vollmond war noch nicht erwacht. Thoth noch tot. Lilith weit fort. Alle Dämonen noch im Reich der Dämonen.

„Genauso habe ich mir dich erträumt“, sagte Manfred, als habe er sein ganzes Leben auf mich gewartet. „Nicht zu dünn. Nicht zu dick. Wunderschöne Brüste. Für jede Hand eine. Schlanke Taille. Volle Hüften. Runder Po. Gewölbter Venushügel.“ Seine Hände glitten sacht über meinen nur mit dem roten Hemdchen bedeckten Körper. Als er an die Stelle kam, die zu öffnen war und schon offen war, stöhnte ich laut auf in Erwartung kommender Lust und streckte mich ihm wollüstig entgegen.

„Ich will dich. Komm“, forderte ich mit meiner ganz normalen Stimme. „Du Erdenmann.“

„Du bist verrückt!“ Manfred stand auf, ging zu einem Nachttischchen, holte eine Packung Kondome aus einem Fach, streifte einen gekonnt über seinen stark erigierten Penis. „Erdenmann. Zu süß. Gibt es auch andere?“

Manfred lachte amüsieret und machte da weiter, wo er aufgehört hatte. Intensiver jetzt. Fordernder. Als er merkte, dass er mich an meine Grenzen trieb, hielt er inne, ließ mir eine kurze Atempause und drang dann so heftig in mich ein, dass ich laut aufschrie.

„Lilith“, stöhnte ich „Lilith!“

Nach einigen Stößen hatte ich mich an das Volumen Manfreds doch sehr üppigen Penis gewöhnt, konnte seine Spiele lustvoll genießen und schwelgte mit ihm ihn Wonne.
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Plötzlich wurde ich unruhig. Der Vollmond war erwacht. Meine Musik erklang. Die Sethmusik. Barsch stieß ich Manfred von mir. Stand hastig auf, begann wie in Trance zu tanzen.





*



Ich tanzte zu der ungewöhnlich geheimnisvollen Musik. Mein Körper schien sich ohne mein Zutun zu bewegen, verschmolz mit dem Rhythmus dieser lieblichen Töne. Immer machtvoller erklang die Musik, mysteriöser, magischer. Meine Hände glitten über meinen Körper. Berührten meine vollen Brüste. Kreisten um die rosigen Warzen. Streichelten meinen Bauch. Verharrten zwischen den Schenkeln. Streiften mein kurzes rotes Hemd herunter, griffen in mein langes braunes Haar. Berührten sanft mein Ohr. Anmutig neigte ich meinen Kopf und tanzte einen imaginären Schleiertanz. Immer schneller drehte ich mich im Kreis. Schneller. Wilder. Sehnsüchtiger. Bald hatte ich alles um mich herum vergessen. Ergab mich willig der Musik. Zärtlich und leidenschaftlich. Mein Körper wand sich schlangengleich im Rhythmus der verzaubernden en Musik. Mir schien, als würde ich zu den im Nebel der Zeit verborgenen Inseln des Glücks tanzen und ein süßes Ziehen erfasste all meine Sinne.



*



Ich befand mich in einer anderen Welt. Der Welt der Mythen. Ich war die Sonnentochter, die im Zorn ihre Heimat Ägypten verlassen hatte und nun ihr Unwesen als Wildkatze trieb. Mein Körper, der sich noch eben bebend unter dem des Mannes wand, war das glutheiße, trockene Land am oberen Nil. Ein Land, geschaffen für das Herz eines wilden Katzentieres. Meine Säfte, die ungehemmt geflossen, glichen dem Nil. Der Brutstätte für Krokodile, Schlangen, Meeresungeheuer. Mit Tränen in den Augen und Feuer im Herzen gedachte ich meines Vaters Re. Er vermisste mich, liebte mich über alles, wollte, dass ich zurückkehre in das Land meiner Väter. Das Land der Götter. Der Pharaonen. Der Dämonen. Er suchte mich überall. Doch er fand mich nicht. So schickte er Thoth, mich zu suchen und zu überreden, doch zurückzukehren.

Und Thoth fand mich tatsächlich. Weitab meines geliebten Ägypten. Doch die Katze begegnete Thoth mit ungezügelter Leidenschaft.
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Sie fauchte, spie Feuer, schmähte seine artig gesetzte Rede. Da machte er von seinem angeborenen Redetalent Gebrauch. Einschmeichelnd erzählte er mir die Fabeln und Märchen meiner Heimat, wiegte sich im Rhythmus seiner eindringlichen Worte gar im Tanze. Endlich glaubte ich ihm und weinte vor Kummer, Liebe und Sehnsucht. Endlich hatte er mich gefunden. Hier in Manfreds Bett. Deshalb musste ich ihm begegnen. Ich erstarrte in der Bewegung.



*



„Wunderschön“, sagte Manfred, „komm wieder her zu mir. Ich habe schon wieder Lust.“

Willig legte ich mich wieder zu Manfred auf das harte spartanische Bett, das mich bald als Wiege des Lebens dünkte. Des ewigen Lebens. Gemeinsam eroberten wir den Gipfel der Lust. Wieder und wieder. Der Mond stand hoch am Himmel. Erhellte das Zimmer mit seinem kalten Glanz.

Plötzlich erwachte Thoth. Die abgefressenen Stücke waren nachgewachsen. Und in diesem Moment verwandelte ich mich von der gefügigen Crysella in die mächtige Löwin. Brutal stieß ich den Kerl runter von mir. Diesen verdammten Flachwichser. Wild schüttelte die Löwin ihre mächtige Mähne, stieg aus dem Bett und tanzte ihren Tanz von Neuem. Den imaginären Schleiertanz. Und die Sethmusik schien die ganze Welt durchdringen zu wollen.

„Komm, lege dich wieder zu mir“, bettelte der Mann. „Ich habe dir noch so viel zu geben.“

Ich lachte schallend, schüttelte wild meine Mähne im Tanz.

„Du bist nicht Thoth!“, schrie ich hysterisch, „du kannst dich nicht verwandeln. Niemals wird ein Pavian aus dir! Und auch kein Schakalaffe. Niemals!“ Immer schneller drehte ich mich im Tanz. Lasziver wurden meine Bewegungen. Obszöner meine Gesten. Mit wildem aufgelösten Haar, geröteten Wangen, gespreizten Beinen stellte ich mich über Manfred. „Du bist und bleibst nur Manfred“, spottete ich. „Manfred. Der Erdenmann.“

Blutdürstend spürte ich das Messer in meiner Hand. Das Buschmesser. Und die schon bekannte Mordlust strömte durch meinen gestrafften Körper.



„Noch nicht!“, sagte Lilith.



„Ich muss gehen“, sagte ich ohne nähere Erklärung und hüllte mich schnell in meinen schwarzen Mantel.
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*



"Crysella?", riss mich Helli aus meinen Erinnerungen.

"Ja?"

"Träum nicht", lachte Helli, "erzähl lieber, wie es weiterging."

„Ach, ja. Also, ’Sehen wir uns auch wirklich wieder', fragte der Mann, als ich endlich neben ihm im Auto saß.“

„Nach wildem, außergewöhnlichem Sex?“ Helli lachte frivol.

„Ich gab ihm meine Karte", sagte ich. „Sozusagen als Beweis, dass ich mich wieder mit ihm treffen wollte.“

„Und habt ihr?“

„Nein. Dazu ist es nicht mehr gekommen.“

„Wieso denn das?“

„Weil der Kerl wieder geil wurde.“

„Erzähl. Das ist ja irre.“

„Wir hielten auf einem Parkplatz vor einem kleinen Park. Der Mann schaltete den Motor aus. Er wollte noch mal. Ich öffnete die Wagentür und schaute mich witternd um. Alles war ruhig. Niemand zu sehen. Am Himmel hing der Vollmond. Ich stieg wieder ein. Manfred hatte die Sitze nach hinten gekurbelt. Er legte sich auf mich und küsste mich. Später setzte ich mich auf ihn. ‚Das ist die Stellung der Prostituierten’, sagte ich, ‚der Dirnen.’ Ich lachte hexisch. Ich war wieder Lilith. Du weißt. Lilith. Verderben. Zukunft. Liebe. Ja, auch Liebe. Und Schmerz. Vor allem Schmerz. Der Mann und ich. Eins in Ekstase. Und doch so weit entfernt voneinander." Ich schwieg einen Moment. Wollte Hellis Reaktion testen.

"Weiter", sagte sie ungeduldig.

"Plötzlich hatte ich ein Messer in der Hand", sagte ich ganz leise. "Der Mann erschien mir jetzt wunderschön. Wie er so da lag. Die Augen geschlossen. So entspannt. Im Licht des Mondes. Und er stöhnte selig."

"Mann oh Mann", stöhnte Helli mit glühenden Wangen. "Das ist ja eine verrückte Geschichte. Wie geht es weiter?"

"Ich stieß ihm das Messer in den Bauch.“

„Du spinnst.“

„Ja.“



Was dann geschehen war, erzählte ich Helli natürlich nicht. Sie hätte mir sowieso nicht geglaubt. Ich konnte es ja selbst nicht. Doch in meiner Erinnerung geschah es genau so:



*



Die Katzenlöwin zerstückelte den Mann.
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In viele Teile. Unendlich viele, blutige Teile. Wütend zerrte sie die Fleischfetzen aus dem Auto, warf sie genüsslich in die Büsche und tanzte. Sie tanzte im Blut des Mannes. Unter einem Himmel. Bestrahlt von Toth. So glutrot. So rot. So rot von Blut. Auf einem einsamen Parkplatz. Die Katzenlöwin lachte und tanzte. Tanzte und lachte. Bleckte ihre langen Zähne. Hielt in ihren Tatzen einen abgesäbelten Penis. Den Penis des Erdenmannes Manfred. Niemals würde sie zurückkehren können in das Land der Pharaonen. Das Land ihres Vaters Re. Niemals! Nicht mit dieser Tat. Diesem grausamen Bild vor Augen. Die Katzenlöwin weinte. Weinte um sich. Um ihren geliebten Vater Re. Um ihr wunderschönes Land am Nil. Ägypten.



Aus der Katzenlöwin wurde Crysella. Ich. Entsetzt blickte ich auf den abgesäbelten Penis in meinen blutbesudelten Händen. Das Auto. Den Parkplatz. In den Vollmond.

"Weg mit dir! Weg!", schrie ich.

"Das Andenken", sagte Lilith. "Der Beweis. Du brauchst ihn."



*



Ich konnte mich nicht erinnern, wie ich nach Hause gekommen bin. Panisch rannte ich ins Bad, das Blut abzuwaschen, stellte mich unter die Dusche, brauste lange, heiß, kalt, heiß, kalt. Das Blut klebte an mir. Überall. Ließ sich nicht abwaschen.

Aus dem Spiegel starrte mich Lilith an. Die Augen hell. Tief in den Höhlen. In ihrem weißen Gesicht.

„Was hast du getan?“

„Du warst es!“

„Nein! Du!“

Fast irr wankte ich aus dem Bad. Legte mich auf mein Bett. Stand auf. Schaute aus dem Fenster.

Am Himmel hing Ricardo. Nicht Thoth.



*



„Crysella, du spinnst wirklich.“ Helli rührte kichernd in ihrem kalten Kaffee. „Ich glaube dir kein Wort.“

„Aber genauso habe ich es erlebt“, beharrte ich. Wusste ich es doch. Sie glaubte mir nicht einmal die ziemlich harmlosen Sachen. Ein Glück, dass ich nichts von dem grausigen Ende verlauten lassen hatte. "So ist es immer", tat ich gekränkt. "Die Wahrheit glaubt niemand. Na, vielleicht habe ich es auch wirklich nur geträumt“, räumte ich nach einem Blick in Hellis Augen ein.
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„Wäre mir auch lieber.“

„Das sind deine perversen Fantasien.“ Helli schüttelte lachend ihre blonde Mähne. „Mann, oh, Mann. Die verfolgen dich bis in deine Träume. Hoffentlich wird meine Kleine mal nicht so eine Verrückte.“

Helli streichelte stolz über ihren schon etwas vorgewölbten Bauch.

„Weißt du denn, ob es ein Mädchen wird?“, fragte ich.

„Ja, bei dem letzten Ultraschall konnte man es deutlich erkennen.“

„Hast du das Bild mit?“

„Nein. Ich zeig es dir beim nächsten Besuch. Mensch, Crysella, das ist ein tolles Gefühl. Ich werde Mutter. Ich schenke der Welt ein neues Leben. Willst du mal fühlen? Das kleine Biest strampelt schon ganz schön. Hier, siehst du es?“ Helli zog ihren Top etwas nach oben. Tatsächlich wölbte sich die Haut auf der rechten Seite in einem kleinen Hügel über dem Bauch. „Das sind bestimmt die Strampelbeinchen.“ Helli nahm meine Hand und legte sie vorsichtig auf die geheimnisvoll pulsierende Stelle.

Mit einem seltsamen Gefühl, das ich mir nicht erklären konnte, spürte ich das Leben unter meiner Hand. Mir war, als würde sich meine Hand unter Hellis Bauchdecke graben wollen. Hin zu dem kaum sprießenden Leben. Nur mit größter Anstrengung gelang es mir, meine Hand wieder zurückzuziehen.

„Ist das ein gutes Gefühl?“, lachte Helli.

„Total irre“, stotterte ich.

„Also meine Liebe, such dir lieber einen richtigen Lover", sagte Helli, „vielleicht wirst du dann ja auch schwanger. Das wäre doch geil. Hm? Seit dein Ricardo dich verlassen hat, bist du nicht mehr wiederzuerkennen. Du warst doch sonst immer so vernünftig.“

„Diesmal eben nicht.“



Rudi kam und stellte zwei Büchsen Bier auf den Tisch.

„Schön. Und wo ist der Wein?“

„Vergessen.“

„Vergessen. Schön. Und was machen wir jetzt?“

„Wir bummeln ein bisschen durch die Stadt und gehen abends zu Carlos. Da läuft ne Party.“



***
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Kommentare zur Story:

  Tja, ist sie nun eine irre Killerin oder nur eine Irre? Spannend.  
   Else08  -  02.03.13 21:15

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