Erotisches · Romane/Serien

Von:    rosmarin      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 19. Februar 2013
Bei Webstories eingestellt: 19. Februar 2013
Anzahl gesehen: 1294
Seiten: 8

Diese Story ist Teil einer Reihe.

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   Teil einer Reihe


Ein "Klappentext", ein Inhaltsverzeichnis mit Verknüpfungen zu allen Einzelteilen, sowie weitere interessante Informationen zur Reihe befinden sich in der "Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht":

  Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht      Was ist das?


13. Kapitel

______________

Wieder war Vollmond. Und wieder verspürte ich diese unerklärliche Unruhe.

Das war sogar meinen Kolleginnen in der Bibliothek aufgefallen.

„Was ist los mit dir?“ Ruth hatte mich vorwurfsvoll angeschaut. „Du nimmst ein Buch nach dem anderen aus den Regalen und legst es irgendwo ab. Nur nicht da, wo es hin gehört.“

„So?“

„Ja. So. Suchst du etwas Bestimmtes?“

„Nein.“

„Hast du was? Kann ich dir helfen. Du bist so seltsam in letzter Zeit.“

„Nein“, hatte ich gemurmelt, „ich habe nichts. Nur das ES hat mich wieder.“

„Komm wir trinken einen Kaffee.“ Ruth hatte amüsiert gelacht. „Dann verschwindet dein ES wieder. Manchmal bist du schon recht seltsam.“



Klar war ich seltsam. Wer wäre das nicht in meiner Situation? Das ES, wie ich die unerklärlichen Dinge nannte, die mir geschahen, nahm immer mehr Besitz von mir.

Heute trieb es mich hinaus in die dunklen, nur spärlich beleuchteten, Straßen der Riesenstadt. Wie eine streunende Katze durchstöberte ich jeden Winkel, als gäbe es dort irgendein unerhörtes Geheimnis zu entdecken. Ich gelangte in eine Gegend, in die ich mich nicht einmal am Tage gewagt hätte.

Finstere ärmlich gekleidete Gestalten huschten, die Köpfe in verschlissenen Mantelkrägen verborgen, sich scheu an halb verfallene Häuserwände drängend, deren Putz unaufhörlich abbröckelte wie alter Schorf, wie flüchtige Schatten vorüber.

Keiner nahm die Anwesenheit des anderen wahr. Es schien, als käme jeder von einem anderen Planeten.

Mich fröstelte. Ich wickelte mich fester in meinen schwarzen Mantel, lief weiter, eine unendlich lange Straße entlang. Längst hatte ich die Häuserschluchten hinter mir gelassen. Doch ich lief und lief. Auf einem großen Platz blieb ich endlich stehen. Ich war am Ziel.

Befreit schaute ich auf zum Himmel. Schwarzgraue Wolken häuften sich zu riesigen Bergen. Gruselig. Faszinierend.

Bestimmt würde gleich etwas passieren. Etwas überaus Schreckliches oder aber Wunderschönes. Meine Sinne waren bis zum Äußersten gespannt. Mein Hirn schien sich zu weiten, um all das aufnehmen zu können, was sogleich geschehen würde.
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Ein Teil des Mondes schob sich zwischen die Wolkenberge. Doch schon wenige Sekunden später erstrahlte er in seiner Pracht. Groß. Rund. Silbern. Die ganze Welt schien er in sein kaltes Licht tauchen zu wollen.

Ich stand wie erstarrt.



Schatten wurden Gedanken. Gedanken Realität. Die alten Bäume, knorrig und krumm, am Ende der kotigen Straße, begannen zu leben. Hoben langsam wie greise Männer ihre dünnen Armäste. Kamen näher und näher. Blieben stehen, als sie mich fast erreicht hatten. Gekrümmt. In versunkener Einsamkeit. Die Arme in den Himmel gereckt.

Frost klirrte durch die kahlen Zweige. Leise und zärtlich. Anschwellend dann. Lauter und lauter. Dann Stille. Gespenstische Stille.



Plötzlich erklang meine Sethmusik. Seth! Er musste hier sein. Immer machtvoller erklang die Musik, magischer. Flutete unendlich süß durch meinen Körper. Ergriff Besitz von meinem Ich. Ich musste tanzen. Tanzen. Tanzen. Nichts würde mich aufhalten können.



*



Ich tanzte zu der ungewöhnlich geheimnisvollen Musik. Mein Körper schien sich ohne mein Zutun zu bewegen, verschmolz mit dem Rhythmus dieser lieblichen Töne. Immer machtvoller erklang die Musik, mysteriöser, magischer. Meine Hände glitten über meinen Körper. Berührten meine vollen Brüste. Kreisten um die rosigen Warzen. Streichelten meinen Bauch. Verharrten zwischen den Schenkeln. Streiften mein kurzes rotes Hemd herunter, griffen in mein langes braunes Haar. Berührten sanft mein Ohr. Anmutig neigte ich meinen Kopf und tanzte einen imaginären Schleiertanz. Immer schneller drehte ich mich im Kreis. Schneller. Wilder. Sehnsüchtiger. Bald hatte ich alles um mich herum vergessen. Ergab mich willig der Musik. Zärtlich und leidenschaftlich. Mein Körper wand sich schlangengleich im Rhythmus der verzaubernden en Musik. Mir schien, als würde ich zu den im Nebel der Zeit verborgenen Inseln des Glücks tanzen und ein süßes Ziehen erfasste all meine Sinne.



*



Plötzlich erstarrte ich in der Bewegung.



“Genug.” Liliths Stimme.



Nur langsam fand ich zurück in die Realität, hob meinen schwarzen Mantel auf, wickelte ihn um mich, schaute suchend umher.
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Die alten Baummänner waren verschwunden, standen wieder am Ende der kotigen Straße.

Doch vor mir stand ein altes graues Gemäuer. Hatte ich es vorhin übersehen? Der Platz war doch frei. Neugierig trat ich näher. Das Ding sah aus wie eine uralte Ruine. Grobe Feldsteine unregelmäßig übereinander gestapelt. Notdürftig mit Lehm verputzt. Und ohne Dach. Doch ganz oben auf dem letzten Stein leuchtete ein schwarzes Kreuz hell bestrahlt vom Licht des Vollmonds. Ein umgedrehtes schwarzes Kreuz.



Ich zitterte am ganzen Körper. Nur schnell weg. Bestimmt würde gleich der verdammte Hohepriester auftauchen. Mir kam ein schrecklicher Gedanke. Vielleicht waren das hier die Reste der Klostermauern, hinter denen das Schreckliche geschehen ist? Das Mysterium meiner frühen Kindheit? Und ich würde mich gleich auf dem Friedhof wieder finden? Dem umgedrehten schwarzen Kreuz? Schnell weg von diesem düsteren Ort!



Da entdeckte ich ein schweres schmiedeeisernes Tor genau in der Mitte des Gemäuers. Der rechte Türflügel stand offen. Auf dem linken klebte ein schwarzes Plakat.

LUZIFER stand darauf in grellgelber Farbe.



Etwas Unerklärliches, das ES, befahl mir, durch das Tor zu gehen. So sehr ich mich auch sträubte, ich musste. Das Licht des Mondes wies mir den Weg. Lief wie ein Schatten vor mir her.

Über einen großen Hof, gepflastert mit alten Kopfsteinen, gelangte ich in einen Keller. Längliche Räume und Räumchen wechselten einander ab. Dämmerlicht verbreitete anheimelnde Nähe. Längs der Steinwände saßen an langen Holztischen erlebnishungrige junge Menschen. Hier war Leben. Echtes Leben. Beruhigt schlenderte ich weiter, schlängelte mich durch die vielen Menschen, stand endlich vor einer kleinen schwarzen Bühne.

Ein junger Mann hielt eine Lyra in seinen schlanken Händen, zärtlich wie eine Geliebte. Weltvergessen spielte er eine Melodie, die mir bekannt vorkam. Wie ein Magier stand er da. Ganz allein. Auf der Bühne. In einem Gewand, das in allen Regenbogenfarben flirrte und flimmerte.

Bestimmt hatte er mich erwartet.

Ein irres Glücksgefühl erfasste meinen Körper.
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Tränen der Rührung liefen mir übers Gesicht. Ich war nicht fähig, mich zu bewegen. Vor mir stand ER. Luzifer. Wir kannten uns seit Ewigkeiten. Lilith und Luzifer!



Oh Ritter mit Seraphinschwingen

Schwarz gewandet wie der Himmel

Den du mir schenktest

Dein Herz ist wie der Stern nach dem du heißt

Deine Augen sind wie Wellen im Lichte

Des Sonnenuntergangs

Ruf mich aus der Finsternis

Vergieß dein Blut

Um meinen Durst zu stillen

Nimm meines

Als Gabe für deinen Hunger

Ahi hay Lucifii

Jage uns in die ungestalten Lande

Lass uns fallen

In den Abgrund Gottes

Einen eigenen Garten legen wir uns an

Bevölkern ihn mit Gottheiten

Dornen und Ranken und Stechpalmen

Oh Engel der Dämmerung

Lass ihn uns wässern mit Silber

Und von seiner Fülle trinken

Wenn die Früchte meiner Liebe

Zu dir Blüten treiben

Seltsame wilde Blüten

Oh Luzifer

Schweigsamer du

Lass deine Klinge fallen

In den Sand und versinken

Hingeworfen wie einen Knochen

Der Eitelkeit

Des Einen droben

Umschließe mich mit deinen Schwingen

Finde Frieden

Ahi hay Lucifii

Finde Frieden



*



Misstönendes Beifallklatschen riss mich aus der Verzauberung. Luzifer verbeugte sich nach allen Seiten, bedankte sich lässig und stolz.



Er kommt auf mich zu. Tupft mir mit einem Seidentüchlein die Tränen vom Gesicht. Nimmt zärtlich meine Hände. Führt mich zur Bar. Das ist ein Märchen. Ein Traum. Er soll nie vergehen.



„Warte hier auf mich“, sagte da Luzifer mit irdischer Stimme. „Bin gleich zurück.“



Der Keller war wieder erfüllt vom Stimmengewirr unzähliger Menschen. Den Ausdünstungen verschwitzter Körper. Dem schalen Geruch verbrauchten Zigarettenatems. Der animalischen Trunkenheit einer modernen Disco.



„Gehen wir.
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“ Wie selbstverständlich nahm Luzifer meine Hand. „Ich habe lange auf dich warten müssen“, sagte er, „sehr lange. Doch nun bist du da.“



Luzifer küsste mir galant die Hände und sah ganz normal aus. Jeans. Schwarzes Hemd. Das Schillernde, Prickelnde, Geheimnisvolle war verschwunden.

Was sollte ich mit noch einem normalen Mann. Ich hatte ja Matthias.



Enttäuscht wollte ich gehen. Da entdeckte ich auf den Kragenenden des schwarzen Hemdes eine mit Goldfäden gestickte Schlange, die sich um einen grünenden Stamm wand. Den Baum des Lebens. Die Schlange aus dem Paradies. Die Schlange – das Symbol des Bösen.

Mich schauderte. Eine Gänsehaut nach der anderen kroch langsam über meinen Körper. Kriechendes Getier. Schlangen. Würmer. Das Prinzip des Bösen.



Die verschlingende Mutter wird auch oft mit einer Schlange symbolisiert.



„Würmer erinnern an Tod und Verwesung.“



Lilith!



„Ihr Menschen überlasst ihnen euren Körper, wenn ihr ihn der Erde zurückgebt. Die Paradiesschlange brachte den Menschen das Wissen um den Tod. Wovor fürchtest du dich?“



Entsetzt trat ich einen Schritt zurück, starrte noch immer auf die Stickerei auf dem Hemdkragen.



„Sie verspricht das Leben.“ Luzifer lachte diabolisch. „Und schon lauert der Tod.“ Mit einer schlangenartigen Bewegung zog er mich ganz nah an seinen Körper. „Die Schlange ist auch ein altes Phallussymbol“, flüsterte er in mein Ohr. „Lass uns gehen.“



Widerstandslos ließ ich mich von Luzifer aus dem Keller ziehen. Hand in Hand liefen wir durch die dunklen Straßen. An einer Tankstelle kaufte Luzifer eine langstielige schwarze Rose und einige Flaschen roten Wein.

„Die ist für dich.“ Mit leichter Hand öffnete Luzifer meinen Mantel und legte die schwarze Rose zwischen meine Brüste. „Als Symbol für unsere Nacht.“

Mit Schaudern spürte ich das leichte Pieken der Dornen auf meinem Fleisch. Wollte Luzifer mich kaufen? Brauchte er nicht. Ich wäre ihm auch so zu Willen gewesen.



So muss Liebe sein, dachte ich. Was sonst bedeutet dieses Gefühl, das mit nichts zu vergleichen ist.
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Das man nicht beschreiben kann. Das man gefühlt haben muss. Dieses Gefühl, das einem Flügel wachsen lässt. Erheben in die Lüfte. Vor Glück. Mit dieser schwarzen Rose zwischen meinen Brüsten?



*



Ich zündete alle Kerzen an. Luzifer entkorkte die Flaschen, goss den Wein in die Gläser, zauberte ein kleines Päckchen aus seinem Ärmel, schüttete das weiße Pulver in den Wein.

„Trink“, forderte er.

Nach einigen Gläschen war ich so beschwipst, dass ich nur noch lachen konnte. So frei und lustig hatte ich mich lange nicht mehr gefühlt. Es war, als sei alle Schwermut, aller Kummer, alle Unbill des Lebens, alle wüsten Träume von mir abgefallen wie eine lästige Hülle.

Luzifer hatte mich erlöst. Er war der Zauberer aus dem Märchenland, hatte aus der Eisprinzessin eine Sonnenprinzessin gezaubert. Eine Sonnenprinzessin mit einem warmen glücklichen Herzen. Jetzt trug er die Sonnenprinzessin auf ihr Bett mit den goldenen Knöpfen, dem blauen Bettgestänge.



Luzifer war kein Mann, der große Umstände machte. Er war ein Macho.

„Mir liegen die Frauen zu Füßen“, sagte er siegessicher und drückte die schwarze Rose fester zwischen meine weißen entblößten Brüste. „Du bist schön wie ein Opal im Mondlicht.“ Er hielt plötzlich einen Schleier aus rotem Tüll in seinen Händen. „Ich hülle dich damit ein Göttin der Hölle.“ Schnell warf er den roten Schleier über meinen Körper. „Rühr dich nicht!“, verlangte er herrisch.



Luzifer hatte zärtliche Hände, eine Haut wie Seide, wunderschöne braune Augen. Seine langen schwarzen Haare umhüllten mich gleich einem wärmenden Mantel. Keinen Augenblick fühlte ich mich nackt und bloß. Seine Küsse waren leidenschaftlich und zärtlich und ließen meinen Körper erblühen wie eine Knospe im Frühling.



„Wo sind deine Strümpfe?“

Abrupt beendete Luzifer das Liebesspiel, sprang vom Bett, zog die Schubladen meines Wäschefachs auf, fand, was er suchte, die Strümpfe, breitete sie sorgfältig am Rand des Bettes aus.
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„Das wird die schärfste Nacht deines Lebens“, knurrte er böse, „doch sie wird dir gefallen und dein Leben verändern.“



Unheimliche Angst trieb mir den Schweiß in alle Poren, doch die Neugier war stärker. Ich wollte es erleben. Ich musste. Alles in mir drängte danach. Unbeschreiblich würde es sein. Dieses Unerhörte. Die erneute Vereinigung mit Luzifer. Dem Teufel.



„Adam hat mich unterworfen“, vernahm ich Liliths Stimme, „Gott mich verlassen. Verstoßen auf die unwirtliche Erde. Er tötete meine Kinder, ließ mich zum bösen Dämon werden. Doch Luzifer begehrte mich. Er. Gottes schöner Sohn. Und unerbittlichster Widersacher. So, wie er jetzt dich begehrt.“



Einst war Luzifer der Liebling des Allmächtigen, der Schönste der Engel, begabter als sie alle. Doch diese guten Gaben standen im Schatten seiner bösen anmaßenden Natur. Er erhob sich gegen den Allmächtigen. Wollte ihm ebenbürtig sein. So wie Lilith Adam. Und auch sein Aufstand hatte fatale Konsequenzen. Der Allmächtige ließ seinen Günstling fallen. So wie Lilith.

Würde er auch mich verlassen, wenn ich mich mit dem gefallenen Engel einließe? Oder hatte er mich schon verlassen? Oder ich ihn. Denn sonst wäre wohl nicht geschehen, was nun geschah.



Luzifer bedeutet auch Morgenstern. Und der Morgenstern ist die Venus. Was also ist so höllisch und finster an diesem funkelnden Stern, unserem Nachtplaneten? Nichts ist höllisch an diesem klaren hellen Licht. Dieser strahlenden Doppelsichel. Wunderschön ist er. Dieser Morgenstern. Schöner als alle übrigen Sterne. So gleicht er Luzifer. Gottes schönstem Sohn. Den er so liebte und schließlich doch verstoßen hat.



Ich seufzte tief auf. Luzifer fesselte meine Hände und Beine an das Bettgestänge, wickelte mich fester in den roten Tüllschleier. Ein überaus zärtliches Spiel begann, entfesselte meine unstillbare Begierde und ich stöhnte laut im Taumel der Lust. Luzifer hielt inne. Ich öffnete meine Augen und erschrak zutiefst.



Luzifers Gesicht hatte sich in eine Maske grausamer Perversion verwandelt. Mit geschlitzten schwarzen Augen sah er auf mich herab.
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Aus seinen Händen war alle Zärtlichkeit geschwunden. Des Teufels Hände kennen keine Zärtlichkeit. Wie Schwerter spürte ich sie auf meinen Brüsten. In meinem Leib. Und jedes Mal, wenn sich mein gefesselter Körper aufbäumte in wildem Lustschmerz, lachte Luzifer sein satanisches Lachen.

Mit einem Messer schnitt er schmerzende Kreuze in meinen Leib, goss heißes Wachs auf meine Haut, stieß seine gespaltene Zunge tief in mich hinein. Schwefelgeruch erfüllte alles um uns her. Machte die Luft schwer. Das Atmen flach.



Vergeblich versuchte ich, mich aus der verstrickten Gefangenschaft zu befreien, zog und riss an den Fesseln, schrie und tobte und wünschte wie die heilige Katharina von Siena Christus hinge auf mir wie am Kreuze. Gerne würde ich seine Dornenkrone spüren. Das Blut von seinen mit rostigen Nägeln durchbohrten Händen würde ich trinken. Seine Wunden lecken. Damit er reinwasche mein sündiges Blut. Vergeben meine Schuld. Denn über mir wütete der Teufel. Das große Tier. 666.

Lustvoll weidete Luzifer sich an meiner Verzweiflung. Ergötzte sich an meinem geschändeten Leib. Und meine Schreie stachelten sein Begehren an. Wieder und wieder.

„Oh, süße Qual, Lust fleischlichen Genusses“, vernahm ich wie aus weiter Ferne Liliths süße Stimme, „decke nicht deinen schwarzen Mantel über ihre reine Seele.“



*



Ich erwachte auf meinem Bett. Allein. Die Strümpfe waren verschwunden. Luzifer war verschwunden. Die leeren Weinflaschen lagen auf dem Boden. Die Kerzen waren verloschen. Nur die Blütenblätter der Rose leuchteten wie schwarze Diamanten auf meiner weißen Brust.



Wochenlang irrte ich durch die Straßen der Stadt, suchte das alte Gemäuer mit dem eisernen Tor, den Weinkeller, die Band LUZIFER. Doch nirgends entdeckte ich eine Spur von all dem. Luzfer war und blieb verschwunden. Doch ich schwor im Angesicht des Vollmonds, bei Diana, der wahren Königin der Mysterien, die den aufgehenden Mond vor sich her trug und Gebieterin aller geheimen Dinge war, bei Luzifer, meinem Geliebten:



*



In jeder Vollmondnacht werde ich die Lust und die Qual, die Luzifer mir bereitet hat, weitergeben.
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Verdammt mich nicht. Ich werde den Männern ungeahnte Lust bereiten. Ihre Retterin werde ich sein. Ihre Göttin einer Nacht und sie entschweben lassen auf dem Gipfel ihrer Ekstase in himmlische Sphären, um sie dann in die Hölle zu stoßen.



*



Im Mond ist der Teufel zum Unheil bereit.



***



Fortsetzung folgt
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Kommentare zur Story:

  danke else. mich fasziniertdas mystische auch immer wieder. dieses kapitel ist ein schlüsselkapitel, ebenso wie das dritte, in dem crysella durch den spiegel in die anderswelt getreten ist. in diesem kapitel legt crysella den verhängnisvollen schwur ab und wird ihn auf grausame art beherzigen.
gruß von  
   rosmarin  -  20.02.13 22:41

   Zustimmungen: 0     Zustimmen

  Wunderschön lustvoll wie beschrieben ist die Vereinigung mit Luzifer. Ein total mystisches Kapitel, dass einen in die magische Welt entführt.  
   Else08  -  20.02.13 21:30

   Zustimmungen: 0     Zustimmen

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Interessante Kommentare

Kommentar von "Aya" zu "Der kleine Vogel"

finde ich auch echt gut.

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Dem kann ich nur zustimmen. Ich mag Geschichten die nicht nur spannend sind, wo auch noch etwas zum Schmunzeln dabei ist.

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