Fantastisches · Romane/Serien

Von:    holdriander      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 11. Februar 2013
Bei Webstories eingestellt: 11. Februar 2013
Anzahl gesehen: 1473
Seiten: 15

Diese Story ist Teil einer Reihe.

Verfügbarkeit:    Die Einzelteile der Reihe werden nach und nach bei Webstories veröffentlicht.

   Teil einer Reihe


Ein "Klappentext", ein Inhaltsverzeichnis mit Verknüpfungen zu allen Einzelteilen, sowie weitere interessante Informationen zur Reihe befinden sich in der "Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht":

  Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht      Was ist das?


Anneroses Traummärchens



Annerose rann der Schweiß in Strömen über das Gesicht. Gern hätte sie eine Ausrede gewusst, diese dämliche Revival – Tour nicht mitzumachen. Aber wie immer folgte sie auch diesmal der fest zusammen geschmiedeten Truppe. Die Riemen des schweren Rucksacks schnitten in ihre Schultern und die metallene Trinkflasche schlug immer wieder hart gegen ihren Oberschenkel. Hatte sie das Ding etwa doch nicht sachgemäß angebracht? Egal. Sie musste durchhalten. Sie hatte bisher alles durchgehalten, was die Gruppe unternahm. Nur nicht den Anschluss verpassen!

Sie blickte auf. Wo waren die anderen? Sie drehte sich um – keiner zu sehen. Rechts, links, vorn – kein Mensch! Nie war sie von den anderen im Stich gelassen worden. Eine völlig neue Situation. Was tun?





Ja, was tun, sprach Zeus, die Götter sind besoffen. Und genauso fühlte sie sich auch. Besoffen. Aber sie hatte doch nichts getrunken! Keiner von ihnen hatte etwas getrunken, das wäre ja das Falscheste, was man auf einer solchen Tour machen konnte. Gekifft hatten sie auch nicht. Warum also war ihr so trieselig im Kopf? Egal. Bei ihrem ersten Joint hatte Klaus gesagt: Wehre dich nicht dagegen, lass dich fallen und genieße es. Dann geht es völlig gefahrlos vorüber.

Im Moment wäre es sowieso besser, wenn sie sich hinsetzen würde. Sonst könnte sie noch über ihre eigenen Füße stolpern. Annerose ließ sich auf den Boden plumpsen. Glücklicherweise war hier dickes Moos, sonst hätte es einen hässlichen blauen Fleck gegeben. Bunte Kreise tanzten trotzdem noch vor ihren Augen, darum schloss sie die Lider. Wie erwartet, beruhigten sich die Kreise und formten sich zu einem hübschen Bild:

Auf einem Apfelblütenzweig saß eine junge Elfe mit ihrem Kind. Oder war es ihre kleine Schwester? Egal, es war ein bezaubernder Anblick.

Die größere der beiden begann zu sprechen: „Sei willkommen in unserem Reich, du Menschenfrau. Du kennst dich ja bereits ein wenig aus bei Elfen, Feen und anderen Fabelwesen, wie ihr uns zu bezeichnen pflegt. Du wirst in unserer Welt keinen Schaden anrichten“.

Und bevor Annerose die beiden nach ihren Freunden Jane, Klaus, Johannes und Andreas fragen konnte, waren sie verschwunden.



Annerose sah immer noch die hübschen Elfen schemenhaft vor sich.
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Lächelnd dachte sie: Ich bin hier wohl im Märchenland gelandet. Wer weiß, was noch alles geschieht. Vielleicht wird es so bunt wie bei Alice im Wunderland?

Sie hob den Kopf, um nach einem Kaninchen mit Zylinderhut Ausschau zu halten. Natürlich tauchte keines auf, dafür aber eine dicke Hummel, die unablässig brummte: „Honigwein, Met so fein, muss bis morgen fertig sein!“

Annerose lachte: „Hallo, Hummel, wozu brauchst du denn den Honigwein?“

Die Hummel wendete sich zu ihr um: „Ja, hast du denn noch nicht gehört, dass morgen eine große Elfenhochzeit ist?“

Nun wusste Annerose endgültig, dass sie sich im Märchenland befindet und ihr fiel ein Gedicht ein, das sie vor etlicher Zeit in einem „Auerbachs Kinderkalender“ gelesen hatte:



Morgen soll die Hochzeit sein,

um Mitternacht beim Mondenschein.

Was nur im Walde läuft und lebt,

kriecht und krabbelt, fliegt und schwebt,

soll alles sein beim großen Feste

geladen als der Elfen Gäste.

Das Elflein Fliegfrisch hat zu besorgen

alle die Einladungen für morgen.

Weil Elflein das nicht alleine kann,

holt es sich zwei Helfer heran.

„Ihr müsst euch tüchtig sputen und rennen,

um alles zur Zeit erledgen zu können.

An jede Familie von jedem Getier

bestellt ihr nen höflichen Gruß von mir.

Sie möchten doch alle so freundlich sein

und stellen sich zur Hochzeit ein.

Seid bei Wildschweins recht höflich heute,

so leicht beleidigt sind diese Leute.

Und geht zu Fuchsens so dicht nicht heran,

der Waldfrieden fängt erst morgen an.

Zu Hirschens sagt, sie brauchen nicht tanzen,

sie mögens nicht gerne im Großen und Ganzen.

Dass ihr mir ja an jeden denkt,

vergessne Leute sind leicht gekränkt.

Froschens, Käfers, Familie Maus,

Raupens, Gnomens im Felsenhaus,

Eichhorns und Hasens und alles Getier

was läuft und kriecht, das ladet mir.

Doch was da schwebt und flattern kann,

zu denen fliege ich selbst heran.
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Als Annerose sich zu den Kleeblüten hinunter beugte, vernahm sie die Stimme einer Spinne, die zu ihrem Kinde sprach: „Wenn man etwas weiß, hat oder kann, das anderen schadet, dann soll man es auch anwenden! Das höchste Glück auf dieser Welt ist es, andere leiden zu sehen. Es gibt nichts Besseres!“

Entsetzt fuhr Annerose zurück und dachte: Wenn ich dieser widerwärtigen Spinne jetzt das Netz zerstöre oder sie gar tot quetsche, glaubt das Kind, dass seine Mutter völlig recht hat! Was kann man da nur machen?

Sie wurde der Antwort enthoben, denn ein Vogel kam geflogen und fraß das garstige Tier auf.



Eine andere Elfe brachte zwei Stiele mit weiß blühendem Klee herbei. Dabei fiel Annerose nicht nur das vierblättrige Kleeblatt ein, welches angeblich Glück bringt, sondern auch die Glücksklee – Kaffeesahne. Darauf folgte unweigerlich der Gedanke, dass Klee sehr gerne von Kühen gefressen wird.

Kaum gedacht, erschien auch schon der Kopf einer Kuh. Aber er saß nicht auf dem Hals eines Rindes, sondern an einem langen Drachenhals! Und neben dem Kuhkopf erschien ein Hundekopf auf einem ebenso langen Drachenhals! Das Spukgeschöpf trug Köpfe von allen Tieren des Bauernhofes, ob Schaf, Schwein oder Katze – alle waren vertreten.

O weh, dachte Annerose, was wird dieser Drache wohl für ein Verdauungssystem haben, wenn er Wiederkäuer, Fleisch-, Pflanzen- und Allesfresser in sich vereint?

„Nett, dass du dir solche Sorgen machst“, hörte sie den Kuhkopf mit tiefer Stimme sagen. „Unser Bauch hat sieben Mägen, da wird alles fein sortiert verdaut, damit es keinerlei Beschwerden gibt. Siehst du, wie dick der Wanst ist?“

Annerose staunte – der Leib des Drachen schien kein Ende zu haben. Hinten aber teilte er sich in die unterschiedlichen Schwänze der Tiere. Der Katzenschwanz war hoch aufgerichtet, der Hundeschwanz wedelte, der Schweineschwanz war geringelt wie es sich gehört und der Kuhschwanz verscheuchte gemeinsam mit dem Pferdeschwanz die Fliegen.

Annerose musste lachen. Welch ein sonderbares Geschöpf! Das war gewiss einmalig auf der ganzen Welt. Aber zu einem Bauernhof gehört auch Geflügel, fiel ihr ein und schon gackerte, krähte und schnatterte es unter dem Drachen hervor: „Hier sind wir! Hier unten! Da kommen wir besser an das Gras heran“.
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Unter dem Drachenbauch schoben sich Dutzende von Hühnerköpfen, Gänse- Enten- und Putenköpfe hervor. „Außerdem sind wir hier schön geschützt vor Raubvögeln“.

Als ob dazu nicht die Ställe ausreichen, dachte Annerose lästerlich. Laut aber fragte sie: „Warum habt ihr euch denn zu so einem Wesen zusammengefügt?“

„Na, das ist doch völlig logisch – damit die Menschen uns nicht schlachten und essen“.

Da wieherte das Pferd: „Wir edlen Tiere werden nie von den Menschen geschlachtet! Ihr Kühe habt uns mit List hier hereingelockt und jetzt können wir nicht mehr mit den Hunden um die Wette jagen!“

„Wau!“, stimmten die Hunde lauthals zu. „Auch wir werden nicht geschlachtet und gegessen! Wir wollen hier raus!“

„In einigen Ländern werden sehr wohl Pferde und Hunde von den Menschen gegessen“, wendete die Oberkuh ein.

„Ach, in einigen Ländern“, winkte ein Hund ab. „Dagegen muss sich doch was anderes machen lassen als dieses sinnlose und unbequeme Dasein als einheitliches Untier! Immer nur auf der Wiese zu stehen ist stinklangweilig! Lasst uns hier raus!“

Die Katzen und die störrischen Ziegen taten ebenfalls ihren Unmut kund und dann begann es in dem Drachen zu rumpeln und zu knirschen, der Leib schlug Wellen und die Hälse reckten sich nach allen Seiten, bis es einen lauten Knall gab und die Drachenhaut platzte. Alle Tiere rannten laut schreiend in alle Richtungen auseinander.

Ja, ja, dachte Annerose, so endet es mit einer erzwungenen Einheit . . .







Rasch wedelte Annerose die trüben Gedanken weg und erinnerte sich an ein Verslein von Sarah Kirsch:

Elfenzauber

Nachts tanzen um die Zieruhr Feen,

von Mitternacht bis vier Uhr zehn.

Doch sagst du nur ein Wort zu Feen,

beginnen sie gleich fortzuweh’n.

Jaja, dachte sie so bei sich, Elfen sind zart, empfindsam und empfindlich! Da muss man schon aufpassen, was man in ihrer Gegenwart tut oder sagt! Und da sie ja nicht wissen konnte, wann die nächste Elfe vor ihr auftaucht, nahm sie sich vor, sich in dieser Gegend absolut untadelig zu benehmen.
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Eine lustig anzuschauende Margeritenelfe kam auf Annerose zu und fragte: „Magst du mit einigen meiner Freundinnen Bekanntschaft machen? Setze dich gemütlich ins Gras, ich rufe sie alle her“.



Annerose setzte sich lächelnd und hörte die kleine Elfe singen:

„Kommt, ihr Schwestern, kommt herbei,

denn es ist nicht einerlei,

wenn ein Menschenkind von Wert

mit uns redet unbeschwert“.



Bei diesem Gesang legte sie die Hände trichterförmig an den Mund und drehte sich in alle Richtungen. Ihre Margeriten erkannte Annerose plötzlich als Kamille, denn die kleine Elfe hatte sie zu ihren Füßen abgelegt.

Kaum war der Vers verklungen, war ein Rauschen in der Luft und etliche Elfen flatterten und schwebten auf die Wiese hernieder. Annerose war hoch erfreut, was sie da sah. Als erstes erschien eine Brombeerelfe mit einer Ranke voller saftiger Früchte. Danach erblickte sie etliche Elfen, die Ziergräser aller Art bei sich hatten. Daraus woben sie ein kunstvolles Nest. Sobald es fertig war, flog ein Grasmückenpaar herbei und richtete es für ihren Bedarf her. Da wurde hier etwas zurecht gezupft und da etwas gerichtet und dann flogen sie fort und kamen mit kleinen Federn, allerlei Flusen und sogar Büscheln von Kuckucksspucke zurück, um ihr neues Heim kuschlig und wohnlich zu machen. Und immer, wenn sie einander begegneten, schnäbelten sie und piepsten sich Liebesworte zu. Das war sehr possierlich.

Mehr und mehr Elflein schwebten auf die Wiese hernieder. Manche umflatterten Annerose nur kurz und flogen dann weiter, andere warfen nur einen Blick auf sie. Das waren meist Schmetterlingselfen oder Elfen mit Blumen, wie Annerose sie von Balkonkästen kannte: Geranien, Begonien, Petunien, Fleißiges Lieschen, Clematis, Fuchsien, Männertreu oder Mottenkönig.

Es war ihr völlig klar, wo die hin wollten und sie wünschte ihnen Glück auf die Reise.

Die Elfen kamen mit Blüten und Früchten, flanierten vor ihr auf und ab, legten dann ihre Mitbringsel nieder und begannen nach Elfenart zu tanzen. Ein wahrhaft bezaubernder Anblick!

Nur leider kannte Annerose diese Blüten und Früchte nicht. Sie grübelte intensiv nach, aber das einzige, was ihr bekannt vorkam, waren die Holunderbeeren.
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Die eine lila Blüte konnte Kuhschelle sein, aber Annerose war da nicht sicher. Doch sie wollte ihre Zeit nicht mit Grübeln vergeuden, es waren Ferien, die galt es zu genießen!

Und so sah sie einfach nur dem Elfentanz zu. Sie versuchte, den zierlichen Füßchen mit dem Blick zu folgen und bemerkte, dass sie gar nicht auf der Erde tanzten, sondern auf den kräftigeren Grashalmen, deshalb konnten sie auch so schön und leicht auf und nieder schweben. Dennoch war die Gefahr groß, dass sie sich in den Halmen verfingen und abstürzten. Aber das verhinderten ja wohl ihre ständig flatternden Flügel.







Annerose erhob sich ebenfalls aus dem Gras und schickte sich an, die Wiese zu verlassen. Sie hörte die Schafe schon blöken. Ein Schaf ist ja ganz nett, aber eine ganze Herde? Und es schien eine große Herde zu sein. Das Blöken wurde immer lauter.

Annerose lief schnell in den Wald hinein. Er war nicht sehr dicht mit Bäumen bestanden und Unterholz fehlte völlig.

Sie kam vor einen sonderbar geformten Baum, dessen Stamm und Äste von einem leuchtenden Rotbraun waren, die Zweige aber waren saftig grün. Sie blieb stehen und betrachtete diesen Baum ohne Blätter verwundert.

„Türilie, türila“, klang es aus den Ästen. „Da staunst du, was? So was Schönes wie mich haste noch nie gesehen, oder?“

Annerose kicherte: „So was Sonderbares wie dich hab ich noch nie gesehen!“

„Türilie, türila, ich bin doch nicht sonderbar!“, empörte sich der Baum.

„Ich finde schon“, entgegnete Annerose. „Ein Baum nur mit Ästen und Zweigen – das hat man nicht alle Tage. Und wenn, dann nur im Winter, aber dann haben Äste und Zweige eine andere Farbe“.

„Türilie, türila, was kümmern mich Farben! In mir hatte eine Elfenkönigin ihr Liebesnest und feierte mit ihrem Nymphen – Prinzen wilde Liebesorgien“.

Da kam eine Blaubeer – Elfe des Wegs und sagte: „Orgien? So schlimm wird es schon nicht gewesen sein. Und es dauerte auch nur ein paar Tage, da hatte sie eingesehen, dass der Nymph nun wirklich nicht zu ihr passt!“

„Türilie, türila, das habt ihr ihr jeden Tag ins Ohr geblasen!“

„Haben wir nicht.
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Sie hat es von allein eingesehen. Warum sonst sollte sie ihm wohl einen Fluch nachgesandt haben?“

Während die beiden so stritten, fiel Annerose ein weiteres Gedicht von Sarah Kirsch ein, das gut an diese Stelle passte:

Ruf- und Fluchformel

Eu Regen Schnee Gewitter Hagelschlangen

Steigt aus des Meeres bodenloser Brut

Und haltet euch in Lüften eng umfangen

Bis er auf meinem roten Sofa ruht.

Wenn er den Stab hebt, dürft ihr draußen toben

Je mehr je lieber, schließet mir das Haus

Und schlagt und dreht euch, ändert Unten Oben

Der Hof sieht wie ein Jahrmarkt aus

Dieweil wir unserer Lieb erproben.

Inzwischen hatten die beiden, der Baum und die Elfe, weiter gestritten. Der Baum rollte seine Zweige zusammen und wieder auf, formte Spiralen aus ihnen und schüttelte sich, dass es eine Art hatte. Die Elfe suchte nach immer neuen Argumenten, um endlich den Streit beilegen zu können, denn sie war ja zu einem ganz anderen Zweck hier her gekommen.

Nach einer Weile ging beiden die Luft aus und es trat Ruhe ein. Dann hörte Annerose die Elfe sagen: „Halt jetzt mal still, damit ich meine Beeren an deinen Zweigen befestigen kann. Sie sollen den Vögeln als Nahrung dienen“.

„Ja“, maulte der Baum, „und mir beim Fressen die Rinde zerpicken!“

„Wenn du still hältst, kann ich die Zweige so anbinden, dass die Beeren weit von deiner Rinde entfernt sind, dann kann dir überhaupt nichts passieren. Also halt still, das ist für uns alle das Beste“.

Der Baum fügte sich.

Die Blaubeerelfe band einen Zweig Blaubeerkraut nach dem anderen an den Baum. Sie erschienen einfach neben ihr auf dem Waldboden, genau an der Stelle, wo sie vorher den ersten Zweig abgelegt hatte. Der Baum wurde immer bunter und schöner.

Nach einer Weile betrachtete die Elfe ihr Werk und fand es gelungen. „Siehst du“, sprach sie zu dem Baum, „nun trägst auch du Blätter und sogar Früchte. Jetzt bist du etwas Besonderes. Und außerdem trägst du zur Festigung unserer Freundschaft mit den Vögeln bei. Alle werden dich lieben“.

Der Baum grummelte etwas Unverständliches. Darauf sprach die Elfe: „Ich werde alle meine Brüder und Schwestern herbeirufen und wir werden für dich singen und tanzen und dich lobpreisen.
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Wie gefällt dir das?“

„Seeeehr gut!“, jubelte der Baum und vergaß sogar sein albernes „Türilie, türila“.

Die Blaubeerelfe klatschte in die Hände und zwitscherte etwas in der Elfensprache. Darauf erschienen von überall her Elfen aller Art. Sie begannen zu singen und kurze Zeit später kamen auch Elfen mit Musikinstrumenten und spielten zum Tanz auf. Hei, das war ein Schweben und Schreiten, ein Wirbeln und Gleiten!

Und erst die schönen Kleider in allen erdenklichen Farben und Formen! Annerose konnte sich kaum satt sehen an der Pracht. Ja, dieses oder jenes Kleid hätte sie selber auch gern spazieren getragen!

Immer mehr Elfen kamen zu dem geschmückten Baum, der ganz still dastand und weder seine Zweige rollte noch etwas von „Türilie, türila“ verlauten ließ.

Zuletzt kamen sogar ein paar Vögel, von Elfen geführt, zu dem Baum. Sie ließen sich nicht lange bitten, sondern flogen sogleich hinauf, um die saftigen Beeren zu kosten.

Annerose dachte so bei sich: „Das ist bestimmt viel schöner für den Baum und alle anderen, als wenn er ein heimliches Liebesnest für eine unpassende Liebschaft darstellen muss!“

Das Singen und Tanzen ging noch eine ganze Weile so weiter und es kamen immer wieder Singvögel, die von den Beeren naschten.

Na, dazu waren sie ja auch da!







Annerose war nun wieder allein auf der Wiese. Nach kurzer Zeit hoppelten eilig ein paar Häschen an ihr vorüber. Das vorderste rief den anderen zu: „Beeilt euch! Wir wollen doch nicht zu spät zu der Hochzeit kommen!“ Und die anderen beschleunigten ihr Tempo.

„Hochzeit?“, dachte Annerose. „Eine Hochzeit, zu der Hasen eingeladen sind als Gäste und nicht als Hauptgericht gereicht werden? Das ist interessant!“

Sie lief einfach den Hasen nach bis zu einer kleinen Wiese am Waldrand. Hier blühten große blaue Glockenblumen, wie Annerose noch nie welche sah. Sie ähnelten ein wenig den Blausternchen, die im Frühjahr so manche Wiese blau färbten, waren aber um einiges größer als diese.

Und da erblickte sie auch schon das Erstaunliche: Ein Hasenpärchen, das anmutig auf zwei Beinen Hand in Hand einher schritt und offensichtlich Braut und Bräutigam waren.
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Eine blonde Elfe, die ein blaues Glockenblumenkleid trug, schwebte über ihnen und führte sie segnend zu einem kleinen Altar aus Feldsteinen. Um den mit Wald- und Wiesenblumen reich geschmückten Altar waren schon viele Hochzeitsgäste versammelt, die nun zu einem kurzen Trommelkonzert anhuben. Dann legte die Elfe ihre Hände auf die Köpfe des Brautpaares und sprach: „Nun seid ihr Mann und Frau. Ich wünsche euch reichen Kindersegen und ein langes Leben!“

Während die beiden Häschen sich ausgiebig küssten, gab es ein längeres Trommelkonzert aller anwesenden Hasenpfoten, begleitet von freundlichem Pfeifen.

Die Gesellschaft begab sich auf eine benachbarte Wiese, wo eine lange Tafel reich gedeckt war. Neben allem möglichen Grünzeug gab es auch Holunderwein. Annerose kostete ihn und fand ihn ausgezeichnet. Bald war sie etwas beschwipst und begann laut ein Gedicht von Sarah Kirsch aufzusagen:



Morgens hatte ich Wein getrunken weil die Sonne so brannte

Ich lag auf kühlem Parkett las alte Bücher in denen

Winzige Tiere seit Jahren wohnten, sie

Aßen vom Leim manchmal ein Komma, den Text

Konnte ich trotzdem verfolgen: es waren Fata von See-Fahrt und Schiff-Bruch

Mittags lag ein Knabe am Strand er war

Wohl angespült ich wunderte mich nicht

Pappelflocken flogen herab die Elster

Sah gierig nach seinen Augen die waren hell

Luden mich ein schwimmen zu gehn - ich vertrieb

Eine weiße Spinne von seinem Zeh, wehrte den Mücken

Eine Welle klatschte ans Ufer, er hob an

Mir die Finger zu küssen ich war empfänglich

Und nannte ihn sanft

...................................da rauschte das Wasser

Es bäumte sich schlug über ihn

Der See kochte stand auf reckte sich groß nahm ihn zurück

Katzen sprangen am Rande und lachten

Abends saß ich im Apfelbaum und sah über das Wasser



Alle Hasen und sonstige Tiere hatten erstaunt zugehört, sich dann aber nicht weiter um das Menschenkind gekümmert.
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Annerose war das sehr recht. Was hätte sie schon mit den Tieren reden können mit ihrem Schwips?





Annerose lag reglos im Gras und dachte über das Gedicht nach. Da schwebten ein paar Elfen herbei, sehr junge offensichtlich, denn sie kicherten und spielten Fangen, bis sie sich unweit von Annerose auf der Wiese niederließen.

„Wir wollen uns hübsch machen für heute Abend“, rief die eine und alle liefen zu den Glockenblumen, um sich die Blüten als Hüte aufzusetzen. Aber sie brachen die Blüten nicht gleich ab, sondern begannen geheimnisvoll in einem auf- und abschwellenden Singsang im Kreis zu schreiten. Nach einigen Minuten erschien ein großer Schwarm bunter Schmetterlinge, Schmetterlinge aller Art. Die Elfen baten, ihnen Spiegel hinzuhalten, damit sie erst einmal sehen können, wie die jeweilige Blüte sie kleidete. Und so geschah es dann auch. Während die Elfen ihre Köpfchen in die Blütenkelche steckten, schwebten die Schmetterlinge vor ihnen und hielten kleine Spiegel hin, die die Elfen zuvor von dem kleinen See in der Nähe ausgeliehen hatten.

Nach einer Weile entschieden die Elfen, dass die Glockenblumen als Hüte schon so langweilig und unmodern geworden sind und schwärmten weiter auf der Wiese aus, um weitere Blumen auszuprobieren. Aber die Gänseblümchen wollten nicht auf den Köpfen halten und die Butterblumen waren zu groß und schwer. Bei den Stiefmütterchen versuchten sie es gar nicht erst, denn ihre Blüten würden ihnen völlig die Sicht nehmen. Also kehrten sie zu den Glockenblumen zurück und erwählten einige davon.

Die Schmetterlinge aber sanken völlig erschöpft und ermattet auf die Wiese. Ein herrlicher Anblick, aber wenn ihnen nicht gleich etwas zur Stärkung gereicht werden wird, müssen sie elendiglich eingehen. Das bemerkte auch eine Elfe, wahrscheinlich die älteste, und sie sprach eine lange Zauberformel, woraufhin viele, viele Blattläuse herbeieilten, um den Faltern Nahrung zu bringen. Das gefiel Annerose so gut, dass sie Beifall klatschte.





Nachdem wurden jetzt alle auf Annerose aufmerksam. Sie wurde von allen bestaunt. Schließlich sagte eine Elfe: „Ich glaube, du bist diejenige, der ich dieses Päckchen geben soll“.

Annerose setzte sich etwas abseits in die Wiese und öffnete das Päckchen.
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Darin waren ein Brief und ein ganz dick in Watte eingepackter, wunderschöner Kristallschlüssel.

Auf dem Brief stand: „Meine liebste Enkeltochter, wenn Du diese Zeilen liest, weile ich nicht mehr unter den Lebenden. Dieser Schlüssel war immer mein größtes Geheimnis; und auch bei Dir muss er ein Geheimnis bleibe. Es würde sonst zu viel zerstört werden.

An welches Türschloss Du den Schlüssel auch immer hältst, Du wirst an einen wunderbaren Ort gelangen. Sollte der Schlüssel aber eines Tages zerbrechen, ist alles für alle Zeit dahin.

Ich wünsche Dir, liebe Annerose, ebenso viel Vergnügen, wie ich hatte“.

Annerose schluchzte, denn sie hatte ihre Großmutter sehr lieb gehabt. Dann betrachtete sie den Schlüssel noch einmal und konnte der Versuchung nicht widerstehen, ihn an das nächst beste Türschloss zu führen. Sie wunderte sich gar nicht darüber, dass sie sich plötzlich zu Hause in ihrem Zimmer befand und vor ihrem Kleiderschrank stand. Die Schranktür sprang auf und Annerose befand sich in der Empfangshalle eines unendlich scheinenden Kristallschlosses.

Eine Elfe schwebte herbei: „Nanu, nach so vielen Wochen des Wartens kommst du, ein ganz fremder Mensch, in dieses Schloss? Wie kommt das?“

Annerose erklärte die Umstände und die Elfe bekundete ihr Beileid. Dann führte sie das Mädchen durch das Schloss und wies auf einige Besonderheiten hin: „Bevor du eine Klinke niederdrückst, bedenke gut, was du hinter der Tür sehen möchtest. Hier wohnen nämlich auch ein paar unangenehme Gestalten, die haben auf diese Weise Zeit, sich zu verziehen. Trittst du einfach so in ein Zimmer, könntest du Geistern begegnen, die du bestimmt nicht sehen möchtest. Deine Großmutter hat sich immer daran gehalten und wir haben schöne Stunden mit ihr verlebt“.

Auf ihrem weiteren Weg durch das Schloss verharrte die Elfe plötzlich. Sie griff Annerose am Ärmel und machte: „Pst! Schweige still!“

„Ich hab doch kein Wort gesagt!“, verteidigte sie sich.

Die Elfe ließ resigniert die Flügel sinken: „Nun ist es . . .“

Passiert, wollte sie sagen. Aber just in diesem Moment fuhr eine kleine goldene reich verzierte Schere von der Zimmerdecke und schnitt das Wort ab.
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„Was ist denn . . .“

Auch das den Satz beendende das? rieselte als einzelne Buchstaben zur Erde.

Die beiden starrten auf das sonderbare Objekt und schlichen dann leise weiter. Die Schere wippte sachte auf und nieder. Es schien, als würden ihre Griffe alles wie böse große Augen verfolgen.

Nachdem die beiden das Zimmer verlassen hatten, sauste die Schere wieder zur Zimmerdecke und blieb dort haften. Die Elfe klärte auf: „Sowie jemand das Wort Wort sagt, saust die Schere nieder und schneidet bei jedem Satz das letzte Wort ab. Dass wir uns in diesem verhexten Raum befinden, merkte ich erst, als ich die Flecken auf dem Boden endlich als Buchstaben erkennen konnte. Aber es gibt Schlimmeres, als nicht ausreden zu können, nicht wahr?“

„Ja, schlimmer als ein Wortabschneider wäre ein Halsabschneider“.

Entsetzt patschte die Elfe die Hände zusammen: „Musst du immer so was Schreckliches sagen? Du weißt doch, wo wir hier sind! Hier kann dir alles Mögliche begegnen! Hängst du denn so wenig am Leben?“

Annerose stellte sich eine Schere vor, die in der Lage wäre, einen Hals durchzuschneiden. Das war gruselig!

Um davon abzulenken, fragte sie: „Hat das Schloss auch eine Küche?“

„Natürlich“, gab die Elfe zu. „Möchtest du sie sehen?“

„Sehr gerne“. Annerose klang erleichtert.

Die Elfe zog einen kleinen silbernen Zauberstab aus ihrem Gewand und schon waren sie in einem düsteren Gewölbe. Hier ging alles von selber. Kaninchen häuten, Hühnchen rupfen und ausnehmen, Karpfen schlachten, Kartoffeln schälen, Suppe umrühren, Fleisch schneiden, Salat bereiten, Kräuter und Zwiebeln hacken, Kotelett klopfen – alles ohne Hände.

In der Mitte des Raumes sott in einem großen Kessel Öl und in einer Ecke wurde ein Hanfseil geflochten. Endlich wurde Annerose klar, dass das alles Anspielungen auf unterschiedliche Todesarten waren. Es gruselte sie abermals. Sie sagte: „Jetzt möchte ich eigentlich nur noch schnell nach Hause“.

Die Elfe blickte ernst und schwang dann ihren Zauberstab. Ehe Annerose sich versah, befand sie sich schon in ihrem Zimmer.





Als Annerose das Kristallschloss verlassen hatte, war die kleine Elfe wieder allein.
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„Ach“, klagte sie leise, „Ich konnte Rose ja nicht die volle Wahrheit sagen. Ihre Großmutter ist gar nicht gestorben und der Sarg war leer, der nun unter der Erde ruht. Den Abschiedsbrief habe ich geschrieben und für den Sarg hatte mein Bruder gesorgt. Anneroses Großmutter ist in Wahrheit eine wunderbare – wenn auch etwas füllige - Zauberelfe. Der böse Magier Grollund hat nur halb so große Fähigkeiten, die märchenhaftesten Dinge herbei zu zaubern wie Charlotte, das ist ihr Zweit- und richtiger Name. Grollund war eines Tages so neidisch auf ihre Künste, dass er, als sie gerade in ihrem alten Ohrensessel eingenickt war, sie in dieses hässliche Spielzeug verzauberte“, dabei holte die Elfe einen kleinen Plastiksaurier aus ihrer Gürteltasche hervor und betrachtete diesen sehr traurig.

„Grollund, du böser, böser Zauberer!“, schimpfte die kleine Elfe, „wusstest ganz genau, dass Charlotte keine Zaubersprüche mehr sprechen kann, um sich selbst zu erlösen, wenn sie in Plastik verwandelt ist.“

Die Kleine wischte sich eine Träne aus ihren großen blauen Augen. „Und was für einen fetten Drachen hast du aus unserer lieben alten Charlotte gemacht- so dick war sie doch gar nicht! “ Die letzten Worte hatte die kleine Elfe leider in ihrem Zorn viel zu laut hinaus geschrieen, denn das hatte der böse Magier gehört, der ebenfalls und zwar gemeinsam mit ein paar Geistern – die ihn zu bedienen hatten - in diesem Kristallschloss lebte. Ohne anzuklopfen sauste er jetzt höchstpersönlich zur Tür herein.

„Ich habe alles gehört“, fauchte er und streckte seine große breite Hand aus, der Elfe entgegen. „Her mit dem widerlichen Plastikspielzeug. Du bist zwar noch sehr jung, aber kein Kind mehr. Was willst du also noch damit?“

„Nein, das bekommst du nicht!“, kreischte die kleine Elfe und ließ sofort den Plastikdrachen in ihrer Gürteltasche verschwinden. Ihre leicht transparenten, grün schimmernden Elfenflügelchen zitterten und dann erhob sie sich vom Boden, flog bis zur Zimmerdecke empor. „Außerdem ist es ja gar kein Spielzeug“, piepste sie ängstlich, „Es ist die liebe alte Charlotte, die du in diesen furchtbar dicken Drachen verzaubert hast, und das weißt du ganz genau!“

„Beim Barte meines Großonkels“, der Zauberer rieb sich seinen schwarzen Spitzbart und die dunklen Augen blitzten dabei tückisch.
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„Wer wird denn solch einen Blödsinn glauben, Blinkelinchen“.

Er versuchte jetzt möglichst treuherzig zu der kleinen Elfe hinauf zu schauen. „Würde mir gar nicht in den Sinn kommen, ausgerechnet die liebe alte Charlotte in einen Drachen ….ich meine, sie war ja manchmal schon so ein richtiger … Tziziziss, wirklich boshaft wäre das ja dann von mir, sie deshalb in einen solchen . . . nein, wirklich! Komm doch wieder herunter zum lieben, guten Onkel, ja?“

„Guter Onkel, pah, du willst mich doch bloß unten haben, damit du mich ebenfalls verwandeln kannst. So wie du das vor zwei Tagen auch mit meinem großen Bruder gemacht hast. “

„Mit Radeflink? Das war nicht ich.“ Der Zauberer machte nun ein richtig unschuldiges Gesicht.“ Zwar ist dein Bruder in meinen Diensten gewesen, aber er ist nicht gerade der Schlauste – entschuldige – noch dazu hatte er, was du sicher noch weißt, eine Zahnlücke und weil er damit nur undeutlich sprechen konnte, hatte er sich vorgestern keinen erfrischenden Radler – du weißt, das ist dieses Mischgetränk - herbei gewünscht, sondern über irgendwelche Wortverdrehungen schließlich sich selbst in einen Radierer verzaubert.“ Der Magier schüttelte tief erschüttert den Kopf mit den langen schwarzen Locken. „Tja, das war wirklich ein tragischer Unfall!“, säuselte er „ . . . denn ich konnte ihn nicht zurück verwandeln!“

Er holte dabei einen kleinen unscheinbaren Radiergummi aus seinem Mantel und hielt den ins Licht des Kristallleuchters, „Tzzissziis!“ murmelte er fassungslos und betrachtete diesen von allen Seiten. „Und das, wo man doch im Zeitalter der Computer kaum Radiergummis braucht? Was soll ich mit ihm anfangen, he?“ Er steckte den Radierer sehr verdrießlich wieder ein. „Naja, immerhin habe ich einen kleinen Sprechmechanismus in ihn hinein zaubern können.“, versuchte er jetzt die Elfe zu trösten, die schon wieder um ihren Bruder weinte. “Er kann sich also mit uns verständigen …wenn er will! Radeflink kann außerdem seine Arme und Beine – sind zwar winzig klein, passen halt zu dieser Größe – ausfahren und damit umher laufen….
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wenn er will. Du siehst also, dass ich aufopferungsvoll für deinen Bruder gesorgt habe.“

Grollund holte ein Taschentuch aus seinem Mantel und reichte es hoch zur kleinen Fee, die gerade dicht über ihm flatterte. Die Elfe rieb sich mit dem Zipfel seines Taschentuchs ihre Tränen weg.

„Herzchen, du siehst so verweint aus. Willst du jetzt nicht doch zu mir herunter?“, zwitscherte der Zauberer.

„Niemals, denn du bist böse und schlecht! Aber ich bin nicht mehr alleine.“ Sie schnäuzte in den Zipfel des Taschentuchs. „Annerose, ein Menschenwesen aus der anderen Welt, das eben zu Besuch gewesen ist, wird mir helfen, dir endlich das Handwerk zu legen!“

Sie ließ das Taschentuch fallen und Grollund fing es auf.

„Annerose ist ein Menschenwesen?“ Der Zauberer machte nun doch ein wirklich überraschtes Gesicht und das Taschentuch verschwand sehr plötzlich wieder. „Und sie war schon hier?“ hakte er nach.

Die Elfe nahm auf einem der Schränke Platz, verschränkte die Arme vor der Brust und nickte triumphierend. „Und sie hat den magischen Schlüssel!“

Grollund fuhr nun richtig erschreckt zusammen. „Jenen Schlüssel, mit dem sie auch alle Türen in ihrer Welt öffnen kann?“

Wieder nickte die kleine Elfe sehr zufrieden.

„Wie geht das?“, murrte der Zauberer, legte die Hände auf den Rücken und begann nun doch sehr unruhig im Kreis herum zu laufen. „Noch nie durfte ein richtiger Mensch unsere Zauberwelt betreten!“

„Es sei denn, er ist mit uns verwandt!“, fügte Blinkeline schmunzelnd hinzu. „Charlotte hatte sich, als sie jung war, in einen Menschen verliebt. Er wusste nicht, dass sie eine Fee ist, denn sie sah ja eigentlich auch ganz wie ein Mensch aus. Die grünen Haare hatte sie sich gefärbt. Sie haben zwei Kinder bekommen – Mischlingswesen! Annerose ist Charlottes Enkelin und hat zu einem Drittel noch Feenblut in ihren Adern. Sie weiß es noch nicht, denn sie hat keine grünen Haare. Ich habe ihr noch nichts verraten, aber sie wird eines Tages dafür sorgen, dass du deine Macht im Kristallschloss verlierst, du bitterböser Grollund, du!“

Die kleine Elfe knirschte mit den Zähnchen und ihre schönen blauen Augen funkelten zornig. „Annerose wird auch dafür sorgen, dass unsere wunderschöne Märchenwelt wieder von neuem entsteht.
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Ach, du hast ja sogar die lieben Einhörner in böse Trolle und Gnome verwandelt. “

„Und das soll auch so bleiben, denn ich will eine Horrorwelt!“, fauchte der Zauberer. „Keine Märchen für Kinder, wo das Gute siegt, basta, denn ich hasse Kinder! Wo ist diese Annerose?“

„Sie ist in ihrer Welt“, sagte die kleine Fee glücklich und zupfte sich dabei ihr schneeweißes Röckchen etwas ordentlicher zurecht, doch als sie aufschaute, war der Zauberer verschwunden.
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Punktestand der Geschichte:   146
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Kommentare zur Story:

  Nachtrag: ich kann unseren gemeinsamen Teil auch abtrennen, wenn dir das lieber ist. Will mich ja nicht mit fremden Federn schmücken.
lg  
   holdriander  -  12.02.13 22:53

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  Vielen Dank für s Lesen und Kommentieren, liebe doska. Es wär schon schön, wenn jemand wieder einen Teil anfügen würde. Ansonsten endet die Geschichte hier und Annerose erlebt irgend etwas anderes.
lg  
   holdriander  -  12.02.13 22:51

   Zustimmungen: 0     Zustimmen

  Schöner bunter Anfang und dann ein Teil unserer Fortsetzungsgeschichte. Wolltest du das jetzt allein weiterschreiben oder was hast du vor?  
   doska  -  12.02.13 19:50

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