Ostern ( Unser italienischer Sommer Teil 25)   63

Romantisches · Romane/Serien

Von:    Wolfgang scrittore      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 28. Mai 2012
Bei Webstories eingestellt: 28. Mai 2012
Anzahl gesehen: 1430
Seiten: 12

Ostern





Der Frühling überzog das Land mit seinen Blütenteppichen, verschwenderische Aromen fügten sich zum typischen Duft der Toskana. Bienen und andere Insekten waren emsig dabei die Blüten zu bestäuben. Nur noch ein paar Tage bis Ostern, bei jedem Einkauf tönte einem ein Buona Pasqua, Frohe Ostern, entgegen.

Tante Maria packte etwas wehmütig ihre Sachen, die schönen Tage in der Toskana, auf unserem Hof, waren vorbei. Der vorläufige Abschied von Sandro, Signore Clerini, schmerzte auch. Aber es würde nur eine kurze Trennung sein, denn schon im Juni wollte er nach Wien übersiedeln, wo er seine Lehrtätigkeit aufnehmen sollte.

Für Morgen hatte sich Josefa mit Miriam angekündigt. Die waren schon neugierig auf Lena.



Lena war ein paar Tage, oder besser Nächte, recht unleidlich gewesen. Sie hatte uns auf Trab gehalten, nächtelang jämmerlich geweint und geschrieen. Dr. Faletti meinte, das wären Verdauungsprobleme, Dreimonatskoliken, das Verdauungssystem würde sich erst ausbilden und die Blähungen recht schnell wieder verschwinden. Lena zog ihre Beinchen krampfhaft an den Körper und streckte sie dann wieder heftig. Dazu grummelte es in ihrem Bäuchlein.

Heute Nacht hatten wir zum ersten Mal wieder durchschlafen können.

Dottor Faletti hatte uns den Fliegergriff gezeigt. Er hatte Lena auf den Bauch und ihren Kopf in die Ellenbeuge gelegt. So haben wir sie dann ein wenig umhergetragen. Anschließend bekam die Maus eine sanfte Bauchmassage mit Zeige- und Mittelfinger, die langsam das Bäuchlein im Uhrzeigersinn umkreisten.

Jetzt war Lenchen wieder beschwerdefrei.



Heute Nacht hatte es das erste Mal seit Wochen wieder ergiebig geregnet. Jetzt stand ein feiner Wassernebel über der Wiese. Die Sonne legte sich voll ins Zeug.

Gestern hatte ich noch bei Ruggieros Baumarkt in Casole Farbeimer besorgt. Ich wollte die Pergola streichen. Einer meiner alten Jeans hatte ich kurzerhand die Beine überm Knie abgetrennt. Dazu trug ich ein altes Shirt und hatte eine Basecap auf den Kopf gestülpt.

Ich stand auf der Leiter und arbeitete flott voran. Zwischendurch kamen meine Weiber vorbei und bewunderten meine Arbeit.

„Streichst du die Pergola, oder bemalst du dich? Zieh dich aus, dann geht es als Bodypainting durch.
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“ Eva spöttelte liebevoll und stellte mir zur Erfrischung ein Wasser hin, dann spazierte sie mit Tante Maria und Lena den Hügel hinunter zum Dorfbummel.

Wirklich mein Shirt und die Jeans hatten ordentlich Farbe abbekommen und nicht nur, die Arme und Beine waren auch leicht gesprenkelt. Ein klarer Fall für die Badewanne.



Ich schaute auf die blühende Pracht auf unserer Wiese. Vor einigen Wochen, am 8. März hatte ich, wie es Brauch war, meiner Liebsten einen blühenden Mimosenzweig geschenkt. Wir hatten uns letztes Jahr noch ein paar Mandelbäumchen gekauft und angepflanzt, deren rosa Blütenmeer verzauberte uns jetzt.

Eva hatte schon die ersten Artischocken und Salat auf der Gemüseterrasse geerntet.

Auf dem Blumenmarkt in Casole konnten wir uns kaum entscheiden und hatten uns reichlich mit Blühpflanzen eingedeckt. Eva pflanzte alles aus und jetzt konnten wir uns an den Farben nicht satt sehen.



Dario hatte unsere Absage etwas pikiert aufgenommen, die Erwähnung von Don Filippos Namen ließ ihn kurz schlucken. Dann zwang er sich zu einem Lächeln und wir verabschiedeten uns. Eine Woche später verschwand er und ließ Donatella allein zurück. Sie schien das nicht weiter zu bekümmern. Später erfuhren wir von Matteo die Neuigkeit. Donatella war spät Abends von einem Taxi abgeholt worden und am nächsten Tag verlud ein Kranwagen ihre Statuen auf einen Transporter und verschwand ebenfalls. Haus und Grund stand zum Verkauf. Damit war wohl für mich die letzte Gelegenheit vorüber von ihr in Stein gehauen zu werden.



Die Nacht hatte es wieder leicht geregnet. Als ich früh zur Terrasse schlenderte um die Pergola weiter zu streichen, sah ich Strega und Leone zusammengekauert in einer Ecke hocken. Unsere beiden Katzen waren extrem wasserscheu. Strega rieb sich zur Begrüßung an meiner Wade. Es war lustig ihren Versuchen zuzuschauen die Insekten zu fangen. Strega sprang mit allen Vieren gleichzeitig in die Luft und patschte mit ihren Pfötchen.



Josefa hatte von der Raststätte in Bologna angerufen und ihre Ankunft für den Nachmittag angekündigt.

Tante Maria war schon dabei zu packen, die Trennung von Sandro gestern verlief wieder tränenreich.
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.

Aber in ein paar Wochen im Juni käme Sandro ja schon nach Wien. Das linderte den Abschiedsschmerz ein wenig.













Josefa und Miriam waren am Donnerstag Nachmittag bei strahlendem Sonnenschein eingetroffen. Es war zwar mit 8°C recht frisch, aber das Wetter versprach zu Ostern besser zu werden. Eva und Josefa hielten sich beide lange im Arm. Die Schwestern freuten sich, einander wiederzusehen. Miriam ließ sich von mir hochheben und drückte mir ein dickes Busserl auf den Mund.

„Wo ist Lena, kann ich sie sehen? Darf ich mit ihr spielen?“ Miriam war ganz aufgeregt.

„Lena ist keine Puppe mit der du herumspielen kannst. Sie ist noch ein kleines Baby.“ Josefa ermahnte sie und drohte ihr mit dem Finger.

„Lena schläft noch, du musst ganz still sein, sonst weint sie.“ Ich ließ Miriam wieder hinunter und nahm sie bei der Hand.

„Wartet, wir kommen gleich mit“, rief Eva.

Leise gingen wir die Treppe hinauf und öffneten vorsichtig die Tür zum Kinderzimmer. Lena hatte den Daumen im Mund und schlief.

„War ich auch mal so klein? Darf ich sie streicheln?“, wollte Miriam wissen.

„Warte doch bis Lena wach ist mein Schatz. Babys brauchen viel Schlaf, damit sie schnell groß werden.“ Josefa lächelte und schüttelte den Kopf.

Miriam steckte ihre Hand durch die Stäbe des Bettchens und fuhr mit ihren Fingern über Lenas Hand.

„Lass das Miriam! Tante Eva holt nachher Lena aus dem Bettchen und dann darfst du sie auch einmal halten. Lena ist keine Puppe.“

„Wo hast du denn deine Ronja gelassen?“, wollte ich wissen.

„Ach die ist zuhause in meinem Zimmer. Hier habe ich doch das Baby.“

Josefa schüttelte den Kopf und lächelte.

Nachmittags bekam Miriam im Dorf ein extra großes Eis. Sie durfte, unter Aufsicht, Lenas Wagen schieben.





Benedetta und Mario hatten uns zur traditionellen Kreuzwegspassion am Venerdi Santo, der Processione di Santa Croce in San Gimignano eingeladen. Paola und Bruno würden ebenfalls kommen. Die Kinder konnten wir bei Waltraud im Tre Archi lassen. Eines ihrer Zimmermädchen machte gerne Babysitterin.
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Der kleine Zuverdienst war ihr ganz lieb. Tante Maria hatte sich ja schon von Sandro verabschiedet und Miriam wollte unbedingt bei den Großen dabei sein. Josefa hatte sie ermahnt, sich ja anständig zu verhalten.

Wir standen mit Benedetta, Paola, Mario und Bruno am Domplatz und sahen der feierlichen Prozession zu. Der dumpfe Ton der Trommeln sorgte für eine bedrückende Stimmung. Miriam war schwer beeindruckt, sie hielt meine Hand und sagte keinen Mucks.

Lena schien es bei der Babysitterin gefallen zu haben. Sie strahlte uns an, als Eva sie auf den Arm nahm. Ich schob Carla einen Schein zu, den sie verlegen annahm. Tabea und Tommaso waren noch ganz in ihr Spiel mit den Bauklötzen vertieft und nahmen uns kaum zur Kenntnis.



Di Beiden fingen langsam an zu laufen, die ersten Schritte hatten sie schon unfallfrei hinter sich gebracht. Das heißt, sie landeten immer noch häufig auf ihrem windelgepolsterten Po, was sie aber nicht beirrte. Bei Benedetta war mittlerweile alles kindergesichert. Das hatten wir auch noch vor uns.







Ein besonderes Erlebnis hatten wir noch mit der kleinen Miriam.

Es war ziemlich warm draußen und Lena schlief tief und fest. Also beschlossen wir uns diese Stunde zu gönnen und uns ins Bett zu legen.

Eva ließ nicht locker und bald waren wir in unserem Lieblingsspiel gefangen. Eva saß auf mir und ließ ihre ganzen Reize spielen. Ihre Brüste und Haare kitzelten meine Nase und mit ihren muskulösen Beinen hielt sie meine Schenkel fest umklammert. Ihre Hände schob sie unter meine Hüften und versuchte meine Pobacken zu grabschen. Ich genoss die Zweisamkeit und wir spielten unser altes Spiel.

Plötzlich ging die Tür und Miriam platzte herein.

„Mama fragt, ob ihr Kaffee.....“ Sie unterbrach ihre Frage und starrte uns an.

„Was macht ihr denn da?“

Ich hielt die Luft an und überlegte, wie erklären wir dem Kind jetzt die Situation.

„Ihr seid ja nackert.“ Das war allerdings unschwer zu erkennen.

„Na, es ist auch ganz schön warm“, murmelte sie dann und starrte uns weiter an.

„Nur eine Kissenschlacht, dabei ist uns warm geworden. Sag der Mama wir kommen gleich, mein Spatz, wir duschen nur noch und ziehen uns an.
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“ Eva fand geistesgegenwärtig die richtigen Worte. Miriam nickte, grinste und polterte die Treppen hinunter.

„Uff“, stöhnte ich, „es wird Zeit, dass wir bald wieder allein sind.“

Eva löste sich von mir, tätschelte mit der flachen Hand meinen Bauch und lief ins Badezimmer.

„Komm Peterl, Wasser sparen. Wir duschen gemeinsam.“ Ich schnappte mir frische Wäsche und stieg zu meiner Liebsten unter die Dusche. Das kalte Wasser war angenehm und spülte den Schweiß vom Körper.

Dann schlüpften wir in bequeme Kleidung, nahmen uns die Zeit für ein langes Busserl und gingen Hand in Hand die Treppe hinunter.

Miriam grinste breit, während Josefa eher verlegen schaute.

„Was hat das Kind nur wieder angestellt?“

„Garnichts Mama. Ich bin nur ins Schlafzimmer gegangen und habe gefragt. Du hast mir gesagt, ich soll Bescheid sagen“.

„Und hat sie euch, äh, gestört? Das Kind hat jede Einzelheit brühwarm weiter erzählt.“

Wir mussten langsam grinsen.

„Mama hat auch gesagt, ihr habt eine Kissenschlacht gemacht. Tante Eva hat gewonnen. Sie hat sich auf Onkel Peter drauf gesetzt und ihn festgehalten. Stimmt das?“

Jetzt musste auch Josefa losprusten „Kissenschlacht, na der Kleinen könnt ihr´s ja erzählen. Wenn wir daheim gemeinsam baden, stellt sie schon sehr neugierige Fragen. Miriam ist sehr direkt.“

„Ja, die Mama, der Papa und ich baden immer zusammen und in die Sauna darf ich auch mit. Nur der Jona mag nicht, der will nicht, dass ich seinen, du weißt schon, sehe.“

„Jona ist schon etwas genant, ziemlich schamhaft und verlegen. Das wird das Alter sein. Letztes Jahr durfte ich ihn noch waschen, jetzt wäscht er sich alleine und verriegelt sogar die Tür zum Bad dabei“, meinte Josefa und zuckte die Schultern.

„Sie ist ganz fasziniert von Brüsten, von deinen auch Eva.“

„Wenn ich groß bin, hat Mama gesagt, kriege ich auch Brüste. Wann bin ich groß Mama? Männer haben ja keine Brüste, die haben dafür ihr, den, na wo sie mit Pippi machen.“

Wir konnten uns ein Lachen nicht verbeißen, bei Miriams Weisheiten.

„Habt ihr auch eine Sauna?“ Ich nickte „Ja wir haben auch eine Sauna, im Keller.
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„Das ist aber heute viel zu warm für die Sauna, Miriam“, sagte ich ihr und schüttelte den Kopf.

„Also ich hätte schon Lust, du auch Josefa?“, meinte Eva.

„Du traust dich wohl nicht mit drei Weibern in die Sauna, Peterl?“ Eva boxte mich in die Seite.

„Darf Lena auch mit Tante Eva?“

„Nein, für Babys ist das noch nichts Miriam, tut mir leid. Aber du darfst jetzt mit hoch Lena holen. Sie ist bestimmt schon wach und hat Hunger.“

„Au ja!“ Miriam war begeistert und zog Eva mit die Treppe hoch.

„Miriam hat einen Narren an dir gefressen Peter. Sie schwärmt daheim oft von dir.“



Später heizte ich den Saunaofen an, stellte die Liegen auf und legte die Handtücher bereit. Normalerweise liefen wir nach dem Saunagang die Treppe hinunter zum Pool. Dafür war die Luft draußen momentan aber noch ein wenig frisch. Unsere Duschen waren unten, neben dem Fitnessraum.

Wir zogen uns oben in unseren Zimmern aus und banden uns ein Saunatuch um die Hüften. Die Temperatur stimmte und wir betraten die Sauna. Miriam warf ihr Handtuch auf die Seite und kletterte gleich nach ganz oben.

„Willst du wohl herunterkommen und leg dir dein Handtuch unter den Po du kleines Ferkel.“ Josefa schimpfte und Miriam kam grinsend wieder herunter. Ich goss noch etwas nach, es dampfte und ein angenehm entspannendes Aroma verbreitete sich im Raum. Dann legte ich auch mein Handtuch ab und setzte mich auf die zweite Stufe. Josefa war ebenso gertenschlank wie Eva.

„Ich geniere mich bald neben dir mit meinem fetten Hintern Josefa.“ Eva war durch die Schwangerschaft noch etwas fülliger um die Hüften, was sie etwas deprimierte.

„Du musst Geduld haben, das kann noch ein halbes Jahr dauern, bis du wieder dein altes Gewicht hast. Das war bei mir genauso nach Jona.“

Ich gab meiner Liebsten ein Busserl.

„Ihr Männer habt da kein Problem, ihr habt’s gut.“ Eva seufzte.

„Obwohl in Rom, als du die Jeans probiert hast, war sie dir überm Po auch zu eng. Weißt du noch?“

Ich grinste, stand auf und goss wieder etwas nach. Ich hörte Josefa und Eva wispern. „Was hattet ihr wieder zu lästern ihr Weiber?“

„Mama und Tante Eva wollen dich in den Po beißen“, platzte Miriam heraus.
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„Das dürfen die gar nicht Miriam. Das ist verboten, man darf keine Menschen essen“, sagte ich grinsend zu Miriam.

„Komm raus mit der Sprache, was habt ihr wieder gesagt? Ihr könnt doch der Kleinen nicht so etwas erzählen.“

„Ich habe extra italienisch gesprochen und dann hat Josefa übersetzt. Un Culo per mordere. Stimmt doch.“ Eva zuckte die Schultern.

„Den nächsten Aufguss machst du Liebste.“ „Spielverderber“, schmollte Eva.

Wohlig ermattet banden wir uns unsere Saunatücher um und gingen über den Flur zum duschen. Nur Miriam hatte es mal wieder eilig und war flink wie ein Wiesel als erste unter der Dusche, natürlich ohne Handtuch. Eva und ich seiften uns gegenseitig ein und alberten unter dem prasselnden Wasser herum. Miriam flitzte um uns herum und versuchte mich in den Po zu zwicken, was ihr auch gelang.

„Miriam Kind, du musst jetzt nicht Onkel Peter ärgern. Komm zu mir.“

„Aber Tante Eva hat das auch gemacht, viel doller als ich und Onkel Peter hat nicht geschimpft.“

„Ihr seid unmöglich“, lachte Josefa.

„Komm Miriam, ich trockne dich ab.“ Josefa schüttelte den Kopf und schnappte sich die Kleine, die jetzt über Seife in den Augen jammerte.



Wir trockneten uns ab, banden uns wieder die Handtücher um und ließen uns seufzend auf den Liegen nieder. Von hier aus hatten wir einen wunderbaren Blick über die Landschaft, denn Don Filippo hatte vor Jahren die Wand durch ein großes Fenster ersetzt. Von außen war das nicht zu sehen, darum würden wir auch kein Problem mit Baugenehmigung und Denkmalschutz bekommen.

„Ihr habt es wunderschön hier, ich freue mich für euch. Leider müssen wir Dienstag schon wieder fahren.“

„Tante Maria kommt gegen Abend aus Siena zurück. Sie hat doch noch den Tag mit Sandro verbringen wollen. Wir gehen schon vor zum essen und treffen uns dort mit ihr.“

„Pssst, leise. Ich glaube Miriam schläft.“ Josefa hielt einen Finger vor die Lippen.

„So und jetzt gebt Ruhe“, meinte Eva und machte die Augen zu. Josefa und ich taten es ihr nach.

Nach einer guten Stunde waren wir wieder munter.

„Das hat gut getan“, seufzte Josefa.
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„Ich mache uns einen Caffé doppio. Miriam, was trinkst du?“ Ich stand auf und wollte das Handtuch feststecken, doch Eva zog daran. Ich konnte gerade noch einen Zipfel festhalten und band es mir schleunigst wieder um.

„Och, du gönnst uns aber gar nichts.“ Eva maulte und kicherte dann.

„Das macht die Mama mit dem Papa auch immer. Das ist lustig“, krähte Miriam und wollte auch an meinem Handtuch ziehen.

Beim hinausgehen hörte ich gerade noch wie Josefa zu Miriam sagte „Der Onkel Peter hat’s ganz schön schwer mit uns drei Weibern.“ „Ach mein Peterl genießt das, Hahn im Korbe zu sein.“ Dem konnte ich nur zustimmen. Ich konnte mir nicht verkneifen deutlich „Weiber!“ zu brummen.

Ein herzhaftes Gelächter war die Antwort, in das auch Miriam mit einstimmte.

Ich lief hinauf ins Schlafzimmer, und zog mir Short und ein kurzärmeliges Hemd an. Dann bereitete ich in der Küche den Kaffee vor.

Eva, Josefa und Miriam kamen kichernd in die Küche. Mit ihren um die Hüften geschlungenen Handtüchern waren sie eine wahre Augenweide..

„Mama hat gesagt, wenn wir so in die Küche kommen, kriegt der Onkel Peter bestimmt einen Schreck. Warum?“

Ich schüttelte den Kopf. Eva und Josefa gaben mir ein dickes Busserl und Miriam zwickte mich mal wieder in meinen Po. Hüftschwenkend verließen meine drei Grazien die Küche und kletterten die Treppe hoch um sich umzuziehen.



Ich trug den Kaffee auf die Terrasse, dann lief ich zurück und holte Kuchen, Tassen und Löffel. Eva und Josefa tranken den Kaffee schwarz und gesüßt. Für Miriam gab es einen Orangensaft.



„Na schau mal Lena, dein lieber Papa hat den Tisch gedeckt.“ Die Kleine gluckste und strampelte aufgeregt, als sie mich sah. Eva legte mir Lena auf den Arm und mein Töchterchen flirtete mit mir.

Wir tranken unseren Kaffee und aßen ein Stück Kuchen dazu.

Tante Maria hatte angerufen, es würde später, wir könnten uns im Ristorante treffen.





Eva trug ein fliederfarbenes Seidenkleid, dass sie sich vor kurzem bei einem Einkaufsbummel mit Paola gekauft hatte. Es umfloss ihre Figur und unterstrich ihre Reize. Ich strich ihr über den Po, was meine Liebste mit einem behaglichen Schnurren genoss.
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Josefa hatte sich für eine weiße Caprihose und ein schwarzes bauchfreies Shirt entschieden.

„Sag deinem Papa mal, er möchte sich umziehen, damit wir ihn mitnehmen können.“ Lena lauschte unseren Stimmen mit großen neugierigen Augen.

Ich gab Lena an Eva weiter und lief ins Haus. Die weißen Bermudas spannten mal wieder ein wenig, aber ich fühlte mich wohl darin, dazu das blauweiß gestreifte Shirt und Sandalen und ich war landfein. Ein kurzer Blick in den Spiegel, ich konnte mich sehen lassen.



Eva zwängte ihre Hand in meine Gesäßtasche, Miriam hängte sich an der Schlaufe der Seitentasche ein und Josefa schob den Wagen.

Gegen vier Weiber ist Mann auf verlorenem Posten, aber ich genoss das Gefühl, Hahn im Korb zu sein.

Als ob sie meine Gedanken lesen könnte, zwickte mich Eva ein paar Mal.

Wir schauten übers Land, das in voller Blüte stand. Miriam versuchte vergeblich Schmetterlinge zu fangen.

„Miriam hörst du wohl auf mit den Steinen Fußball zu spielen? Das waren teure Schuhe mein Fräulein.“





Miriam trug ganz stolz ihr grünweißes Trägerkleidchen. Gina sprach ein wenig deutsch und lobte sie, während sie ihr den großen Eisbecher hinstellte. „Du bist ja eine richtige Schöne.“

Miriam grinste stolz, hüpfte hoch und warf dabei ihren Eisbecher um, die Schokoladensoße ergoss sich über meine weißen Bermudas.

„Miriam du Unglücksrabe. Was hast du jetzt wieder angestellt?“ Josefa schimpfte.

Gina schaute meine Hose an und meinte: Komm mit rein Peter, das wasche ich dir gleich wieder raus.“ Eva protestierte, „Das könnte dir so passen, nichts da.“

Gina hob grinsend die Schultern und meinte „Einen Versuch war’s wert.. Aber Peter, ich kann dir meine Vespa leihen. Dann kannst du hochfahren und dich umziehen.“

Ich hockte mich auf die Vespa, misstrauisch von meinen Weibern beäugt, machte einen Satz und schoss die Straße entlang. Ich meinte noch, das Gelächter zu hören.

Hm, das Fahrgefühl gefiel mir. Oben angekommen, warf ich die Hose in die Wanne, streute etwas Waschpulver darüber und ließ lauwarmes Wasser ein.
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Dann stieg ich die Treppe empor und suchte mir eine andere weiße Bermudas heraus. Ich weiß, ich spielte auf Risiko.

Eine rasante Rückfahrt und punktgenaue Landung vor Matteos Bar. Ich drückte Gina den Schlüssel in die Hand, bekam einen Kuss auf die Wange und setzte mich Miriam gegenüber. So weit traute ich dem Schicksal noch nicht.

Eva sah auf die Uhr und mahnte zum Aufbruch. Lena war mittlerweile gefüttert worden und ihre Äuglein fielen langsam zu. Die letzte Strecke bis zum Ristorante durfte Miriam den Wagen schieben. Sie machte das sehr gut. Ich spielte vorsichtshalber Co Pilot und unterstützte die Kleine. Eva und Josefa liefen hinter uns und tuschelten miteinander.



Gaspare erwartete uns schon an der Tür. Er war heute der Chef und hatte uns einen besonders schönen Tisch am Fenster reserviert. Hier war auch Platz für Lenas Wagen.

„Stiamo ancora aspettando la zia Maria“, versuchte sich Josefa erfolgreich und wurde von Gaspare dafür gelobt.

„Ich habe schon seit ein paar Tagen den Satz geübt“, lachte sie dann. Gaspare stellte zwei Schälchen mit Pistazien auf den Tisch. Miriam bekam einen Orangensaft, während wir Erwachsenen einen älteren Rosso Toscano noch aus Signore Filippos Zeiten serviert bekamen.

Eva schaute auf die Uhr „Bald müssen sie kommen.“



Eine Viertelstunde später rollte Signore Sandros Oldtimer auf den Parkplatz. Er sprang heraus, eilte ums Auto und half Tante Maria aus dem Wagen.

Galant nahm er ihren Arm und geleitete sie ins Ristorante. Er wollte sich nach der Begrüßung schon verabschieden, als ich ihn bat, doch heute unser Gast zu sein.

Er nahm die Einladung mit freudiger Miene an und Gaspare stellte ihm noch einen Stuhl an den Tisch. Mittlerweile war der Saal bis auf den letzten Platz besetzt.

Ich sah nach Lena, sie schlief tief und fest.



„Für euch unsere Osterspezialität Lammbraten mit Kräutern. Und was möchtest du essen, kleines Fräulein?“ Gaspare hatte sich zu Miriam heruntergebeugt und lächelte sie an.

Miriam legte ihre Stirn in Falten und überlegte „Schpaaa....getttii, mit Ketschup“, rief sie dann aus. Gaspare lachte „Du hast eine gute Wahl getroffen.
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Soll ich dir die Spaghetti schneiden?“ Er schaute Josefa an, die zustimmend nickte.

„Dann setzt du dich aber ans Kopfende, weit weg von Onkel Peter und bindest dir die Serviette um den Hals“, gab Josefa ihr zu verstehen.

Wir lachten und erzählten Tante Maria und Signore Sandro von Miriams Missgeschick mit dem Eis.



Lammbraten mit Kräutern (für 4 Personen)



1 kg Lammfleisch (Schlegel, Schulter, Rippe)

Salz, Pfeffer

5 EL Olivenöl

2 Knoblauchzehen

2-3 EL scharfer Senf

2 Zwiebeln

50 g Karotten

50 g Knollensellerie

½ l Fleischbrühe

je 1 Zweig Liebstöckel, Rosmarin und Salbei

125 g Sahne

50-100 ml Rotwein

4 größere Kartoffeln

1 Handvoll gemischte Kräuter

250 g Quark (20%)

2-3 EL Milch

Salz u. Pfeffer



Zubereitung:

Den Backofen auf 200°C vorheizen, Fleisch mit Salz und Pfeffer würzen und in einer Pfanne in heißem Öl rundum anbraten. Knoblauch schälen und durch die Presse drücken. Fleisch auf der Oberseite mit Senf und Knoblauch bestreichen.

Gemüse putzen oder schälen. Zwiebeln grob hacken, Karotten und Sellerie in Stücke schneiden. Alles anbraten und mit Fleischbrühe ablöschen. Gemüse und Kräuterzweige zum Fleisch geben, Braten in den Backofen schieben und offen 1 h braten. Zwischendurch mit Bratensaft begießen.

Kartoffeln in wenig Wasser garen, Kräuter waschen, trocken tupfen und fein hacken. Den Quark mit etwas Milch cremig rühren, mit Salz und Pfeffer würzen und die Kräuter unterrühren.

Das gebratene Fleisch aus dem Ofen nehmen und warm stellen. Bratensaft durch ein Sieb gießen und etwas eindicken. Mit Sahne, Rotwein, Salz und Pfeffer abschmecken.

Das Fleisch mit den Kräutern garnieren, die Kartoffeln einschneiden, mit Kräuterquark füllen und neben den Braten legen. Die Soße im vorgewärmten Gefäß reichen.















„Habt ihr Lust morgen zur Antiquitätenmesse nach Greve mitzukommen? Das ist ja nicht so weit.
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Auf der Piazza Matteotti ist alles voll mit Ständen. Antike Möbel, altes Werkzeug, Glas- und Keramikwaren, Gemälde und alte Bücher werden dort ebenso angeboten wie typisch toskanische Snacks, Pecorino, Früchte usw. Die findet jedes Jahr am Ostermontag statt und ist weithin berühmt für ihre Schnäppchen.“

„Das ist eine gute Idee. Bevor ich mit verheulten Augen auf der Terrasse hocke und trübselig vor mich hin sinniere, komme ich mit. Das wird mich ein wenig vom Abschied ablenken.“ Tante Maria lächelte tapfer.

“Dann können wir doch Papa und Jona noch ein kleines Geschenk kaufen. Was meinst du Miriam?“

Miriam hatte gerade den Mund voller Nudeln und konnte daher nur gestikulieren und kräftig mit dem Kopf nicken. Bis auf ein paar Spaghetti, die von ihrer Gabel auf den Boden fielen, gab es keinen Schaden.

„Wir schlafen gemütlich aus, frühstücken und dann geht’s los. Laura passt gern so lange auf Lena auf.“



„Wir haben ja nachmittags noch genug Zeit zum packen.“



„Miriam, bleibst du wohl sitzen. Putz dir mal deinen Mund ab, du kleines Spaghettimonster, und wag es ja nicht, einen von uns mit deinen Fingern anzufassen.“

„Ich bin ein Sschpaa..gettiiimonster, huahu.“

„Miriam, manchmal glaube ich, .... Na, das sag ich besser nicht. Komm Töchterchen, wir gehen jetzt und waschen dir den Mund und deine Finger, bevor du noch etwas anrichtest.“

Miriam schaute uns an und grinste, als sie merkte, dass wir nur mühsam das Lachen unterdrückten. Josefa gab ihr noch einen Klaps auf den Po und die beiden gingen zu den Toiletten.



„Miriam wird mir fehlen, der kleine Strolch. Wir fahren bald mal wieder nach Wien und dann machen wir Station in Podersdorf.“



„Ich muss mich in meinem Haus erst wieder eingewöhnen. Es war so eine schöne unbeschwerte Zeit mit euch.“ Tante Maria kullerten ein paar Tränen aus den Augenwinkeln. Sandro strich sanft über ihre Hand.



Gaspare servierte das Dessert, eine Zabaione für die Erwachsenen und einen Eisbecher für Miriam.



Zabaione ( 5 Portionen)



5 Eigelb

50 g Zucker

125 ml Marsala

Saft von einer halben Zitrone



Zubereitung:



Das Eigelb mit dem Zucker in einer Metallschüssel schaumig schlagen.
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1 EL warmes Wasser zugeben und mit einem Schneebesen im Wasserbad weiterschlagen. Den Marsala dazugießen und die Creme etwa 10 Min rühren, bis sie den doppelten Umfang erreicht hat und leicht andickt. Mit Zitronensaft abschmecken. Zabaione in Gläser füllen und warm servieren. Dazu Löffelbiskuits.
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Kommentare zur Story:

  Muss ich auch sagen, ein sehr schönes Kapitel. Dichte Atmosphäre, tolle Charaktere, selbst das Baby verhält sich so, wie sich eben Babies typisch verhalten. Fast hat man das Gefühl als ginge es bei deinem Roman um ein Tagebuch. Und dann noch die tollen Rezepte dazu - na, da ist man gut versorgt.  
   Jochen  -  31.05.12 17:25

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  Na das war ja ein heiteres Ostern. Was man mit Kindern so alles erleben kann. Die kleine Miriam gefällt mir. Sehr lebensecht wieder alles und wie immer ist man amüsiert und entspannt nach dem Lesen deiner schönen Lektüre.  
   doska  -  30.05.12 17:31

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  Josefa und Miriam kommen auf Osterbesuch. Miriam sorgt gleich für viel Leben auf dem Hof. Aber ein paar kleine Mißgeschicke sind nicht gleich Grund zum schimpfen. Tante Maria verbringt die letzten Tage mit ihrem Sandro. Zum Abschied serviert Gaspare ihnen im Ristorante alla Pieve einen ausgezeichneten Lammbraten mit Kräutern. Am Dienstag gehts wieder heim Richtung Podersdorf und Wien.  
   Wolfgang scrittore  -  28.05.12 10:41

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