Gone with the death? – Teil 22 KEIN GANZ ALLTÄGLICHER MORDFALL...   88

Romane/Serien · Spannendes · Fan-Fiction/Rollenspiele

Von:    Ingrid Alias I      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 2. Januar 2012
Bei Webstories eingestellt: 2. Januar 2012
Anzahl gesehen: 1388
Seiten: 9

Diese Story ist Teil einer Reihe.

Verfügbarkeit:    Die Einzelteile der Reihe werden nach und nach bei Webstories veröffentlicht.

   Teil einer Reihe


Ein "Klappentext", ein Inhaltsverzeichnis mit Verknüpfungen zu allen Einzelteilen, sowie weitere interessante Informationen zur Reihe befinden sich in der "Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht":

  Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht      Was ist das?


Der Polizeibericht brachte wirklich keine Klarheit in die Sache, genauso wie Buffy es gesagt hatte. Schlimmer noch, Spike und Angel fanden ihn so deprimierend, dass sie sich in ihren schlimmsten Befürchtungen bestätigt sahen, und allmählich beschlich sie ein Gefühl der Hilflosigkeit. Da stand nämlich unter anderem:



- - - - - - Die Polizei erhielt am 15. Dezember um 21:00 Uhr einen Anruf - ein Unbekannter beschwerte sich über den Lärm im Nachbarhaus und behauptete, einen Schuss gehört zu haben.

Die Polizeibeamten, die sofort zur angegebenen Adresse fuhren, fanden daraufhin Miss B.A. Summers vor, welche benommen auf der Couch im Wohnzimmer saß. Auf dem Boden neben ihr lag ein Revolver, auf dessen Lauf bei späterer Untersuchung Miss Summers Fingerabdrücke identifiziert wurden.

Im Kinderzimmer fand man eine tote Person, getötet durch eine Schusswunde, wie sich bei der Obduktion herausstellte. Bei der getöteten Person handelte es sich um einen Mann, und zwar um Thomas Parkinson aus Chicago.

Außerdem wurde an der Schulter des Toten eine Wunde festgestellt, die von dem hölzernen Pflock stammte, welcher neben dem Toten lag. Die Brieftasche des Toten entdeckten die Beamten im Fach eines Schreibtisches. Sie enthielt 10 Hundertdollarnoten und mehrere Kreditkarten.



Miss Summers behauptete, sich an nichts erinnern zu können, was an diesem Abend passiert war.

Bei der weiteren Befragung ergab sich Folgendes:

Ja, sie hatte in letzter Zeit öfter Streit mit dem Getöteten gehabt.

Ja, sie hatte Schluss mit ihm gemacht, als sie von einer Reise nach L.A. zurückkam, aber er ließ sich nicht so leicht abwimmeln.

Ja, er wollte an diesem Abend bei ihr vorbeikommen, um sie zu überreden, ihre Beziehung wieder aufzunehmen. Aber wie der Besuch verlaufen war, so behauptete sie, daran habe sie absolut keine Erinnerung.



Die Tat erwies sich im nachhinein als besonders grausam und abscheulich. Thomas Parkinson war nämlich schon bewusstlos, vermutlich durch Einwirkung des Pflocks auf seiner Schulter, als er durch einen Schuss getötet wurde.



Miss Summers wurde des Raubmordes verdächtig in Untersuchungshaft genommen und befindet sich derzeit im Bundesgefängnis von Cleveland.
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- - - - - -



Spike schüttelte den Kopf. Seltsame Sache! Er zweifelte an, dass Buffy dazu fähig war, einen Menschen zu töten. Was war wirklich passiert? Und warum konnte sie sich nicht daran erinnern?

Hatte dieser Parkinson vielleicht Morgan etwas antun wollen? Aus Rache vielleicht, weil Buffy ihn verschmäht hatte? Wollte Buffy ihr Kind beschützen? So viele Fragen.

Aber ihn direkt umbringen? Nein, Spike traute Buffy durchaus zu, jemanden mit dem Baseballschläger oder mit dem Pflock einen überzubraten. Aber ihn danach auch noch zu erschießen? Das war so was von absurd!

Doch wie zum Teufel war es dann abgelaufen? Die Untersuchungen waren mittlerweile abgeschlossen, es gab keine neuen Erkenntnisse mehr. Er und Angel tappten im Dunkeln, wussten nicht, wo sie anfangen sollten, um Buffys Unschuld zu beweisen. Zur Polizei gehen und dort erzählen, was für ein gutes Mädchen sie doch war und wie sie sämtlichen Dämonen von Sunnydale das Licht ausgeblasen hatte? Besser nicht...



Was konnten sie tun? Spike hatte sein Gehirn zermartert nach Lösungen, aber es fiel ihm nichts ein, außer einen guten Anwalt anzuheuern. Gute Anwälte waren eben wichtig in den Staaten. Und das ließ ihn wieder an Lilah denken, sie war mit Sicherheit eine ausgezeichnete Anwältin gewesen, aber sie hatte lange Zeit auf der dunklen Seite der Macht gestanden.

Was also konnte ein Anwalt bewirken, der nicht beeinflussbar war durch Geld, durch Ruhm und so Sachen? Konnte er Gerechtigkeit einfordern? Ihm kam in den Sinn, dass er sich mit Lilah schon mal drüber unterhalten hatte. Ach Lilah, sie war nun mal sein geliebter gefallener Teufel, so hatte sie sich immer bezeichnet. Engel hatten es bestimmt leichter zu fallen, bei denen ging’s nur abwärts, und das entsprach wohl der Schwerkraft der Seele oder von was auch immer. Aber umgekehrt war es bestimmt schwieriger, da fiel man nämlich nicht, sondern musste mühsam aufsteigen. Was für dämliche Gedankengänge, total konfuses Zeug...



Er hörte ein Geräusch aus dem Kinderzimmer, klein Morgan war gerade aufgewacht und hatte angefangen zu krähen. Es hörte sich richtig niedlich an, und er musste automatisch grinsen.

Spike vergötterte Morgan. Er sah in ihr die Tochter der Frau, die ihn nie geliebt hatte, aber er fühlte, dieses kleine Mädchen würde ihn wirklich und wahrhaftig lieben können, wie seine Mutter es nie getan hatte und nie tun würde.
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Verdammt, das erinnert ihn doch glatt an den Film „Gone with the Wind“. Genau, Rhett Butler und Scarlett... Die hatte Rhett auch nicht geliebt und war einem anderen hinterhergelaufen, aber die kleine Tochter, die sie mit Rhett hatte, die hatte Rhett geliebt. Kein guter Vergleich! Sie hatte ihn geliebt im Gegensatz zu ihrer Mutter, und dann war die Kleine bei einem Unfall gestorben.

Nein, das würde er verhindern, koste es was es wolle. Seine Tochter würde nicht sterben! Gwydion und Morgan, was für Kinder – eigentlich konnte er sich glücklich schätzen. Wenn nur Lilah nicht... Er verdrängte den Gedanken, aber dafür musste er nun an Buffy denken, an die Mutter seiner Tochter. Seine Gedanken waren dabei nicht zärtlich, sondern analytisch, er wusste genau, dass Buffy ihn nie geliebt hatte, aber das hinderte ihn nicht daran, ihre neue Rolle in seinem Leben zu akzeptieren. Sie war die Mutter von Morgan. Das war einerseits alles, aber andererseits nichts. Jedenfalls nichts, was seine Gefühle für sie betraf. Sie war nichts als die Mutter seiner Tochter - und als solche musste er sich um sie kümmern.

Er nahm Morgan auf den Arm und sprach automatisch seine Sorge aus, dass Buffy, die er in seinen Gedanken immer als ‚deine Mommy’ bezeichnete, wohl ewig hinter Gittern bleiben könnte, wenn nicht irgend etwas sie entlasten würde.

Von wegen ewig hinter Gittern... In Ohio gab es die Todesstrafe, obwohl sie nur noch selten praktiziert wurde. Spike war schwer beunruhigt, seine Sorgen schienen auf Morgan überzugehen, denn diese sah ihn mitleidvoll aufmerksam an. So kam’s ihm jedenfalls vor. Wahrscheinlich nur Einbildung, das Kind war ja gerade mal sechzehn Monate alt.

Dennoch erschien in seinem Kopf ein seltsames Bild.

Ein Mann beugte sich über ihn, man konnte wirklich sagen, ein gutaussehender Mann, Pierce Brosnan-Typ. Seine Arme kamen auf ihn zu. Sein Gesicht war verzerrt, und er sah wütend aus. Eine weibliche Stimme schrie: Lassiloss!

Spike war verblüfft. Konnte es sein, dass er mit Morgans Augen sah, was sich an diesem Abend abgespielt hatte? Und dass er mit ihren Ohren hörte, was gesagt wurde? Falls ja, dann war es unglaublich, er hatte ja schon einiges erlebt an seltsamen Sachen, aber das wäre dann echt der Hammer.
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Automatisch stellte er fest, dass Morgans visuelles Gedächtnis besser war als ihr akustisches. Warum wohl? Wahrscheinlich kann man sich als Kleinkind schlecht Worte einprägen und hinterher exakt wiedergeben, wenn man den Sinn dieser Worte nicht versteht.

Aber trotz der akustischen Schwierigkeiten konnte er die weibliche Stimme erkennen, es handelte sich einwandfrei um Buffy, die da herumschrie, und jetzt sah er sie hinter dem Mann stehen, sie hob den rechten Arm und hieb irgend etwas auf seine Schulter, der Mann ächzte auf und fiel langsam aus dem Bild heraus, wahrscheinlich stürzte er zu Boden. Natürlich konnte Morgan das nicht sehen. Was sie aber sehen konnte war, dass Buffy sich mit besorgtem Gesicht zu ihr niederbeugte und sagte: Morgan meinssats essissaus.

Spike ließ die Worte an sich vorbeirauschen, und fand schließlich einen Sinn darin, es hieß bestimmt: Morgan mein Schatz, es ist aus.



Sie war wirklich ein Wunder, die kleine Morgan. Mach weiter, dachte er aufmunternd. Und die kleine Morgan tat es auch:

Dunnutte veddammenutte!

Diese Stimme war neu. Sie hatte einen ätzenden Unterton und klang wie ein Fass voller Giftmüll.

Morgan sah ihn triumphierend an, und weitere Bilder folgten, diese erschienen sozusagen in Zeitlupe, und Spike fragte sich, ob sein Töchterchen diesen Trick anwandte, um ihm etwas deutlich zu machen - oder ob sie das alles schon verlangsamt gesehen hatte:



Buffy drehte sich zu der Stimme um, ein Zischen war zu hören. Sie strich sich hilflos über die Augen und schaute verzweifelt um sich. Sie fing an, hin und her zu taumeln, sank dann in sich zusammen und war kurz darauf nicht mehr zu sehen.



Ein neuer Kerl erschien vor Morgans Bett, ein unangenehmer Typ, der aussah wie ein Frettchen, okay ein Frettchen war für andere Frettchen bestimmt schön, aber dieses menschliche Frettchen hatte eine spitze Nase und boshaft funkelnde Augen.

Das Frettchen beugte sich über Morgans Bettchen, es lächelte höhnisch, entblößte dabei einen scharfen Eckzahn und zischelte mit seiner Giftmüllstimme: Wirmachenessgansanners!

Er wandte sich vom Bett ab, verschwand aus Morgans Sichtfeld, dann hörte man Geräusche, als ob jemand einen schweren Gegenstand aus dem Zimmer schleifen würde.
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Kurz darauf ertönte ein lauter Knall, wahrscheinlich handelte es sich um einen Schuss. Und das Bild wurde schwarz, denn Morgan hatte wohl Angst bekommen und die Augen zugemacht.



Hatte dieser Parkinson etwa einen Komplizen gehabt, fragte sich Spike. War es möglich, dass W&H auf Morgan aus waren, genauso wie sie auf Gwydion ausgewesen waren? Was hatten Gwydion und Morgan gemeinsam? Außergewöhnliche Fähigkeiten. Nur dass Gwydion von seinem Vater beschützt wurde und außerdem auch noch von Angel und seinen Freunden. Nachdem Lilah die Firma in den Arsch getreten hatte...

Natürlich, dass musste es sein! Möglicherweise wollten sie die Mutter des Kindes ins Gefängnis stecken, denn es gab nicht viele erziehungsberechtigte Verwandte, wenn Buffy aus dem Weg geschafft war, Dawn war zu jung, es gab keinen Vater – Spike fühlte einen Stich von Schuldbewusstsein – und W&H hätten sich mit Leichtigkeit das Kind aus der staatlichen Fürsorgestelle aneignen können. Auf ganz legale Art und Weise.

Dann fiel Spike Buffys Vater ein, der in Los Angeles lebte. Vermutlich wusste der noch nicht mal, dass seine Tochter ein Kind hatte. Aber auch den hätten sie mit Leichtigkeit ausgeschaltet. Wirklich ein perfider Plan! Das Frettchen musste ein großer Stratege sein, und dazu noch ein sehr spontaner...

„Daaddiii!“, brabbelte Morgan ihn an. Spike war gerührt. Soviel er wusste, war das eins der ersten Worte, die Morgan sprach. Buffy hatte wohl viel an ihn gedacht. An den Daddy ihres Kindes gedacht, verbesserte er sich.

„Ja, ich bin dein Daddy“, er strich mit dem Finger über Morgans winzige Nase, die so klein und vollkommen war wie die einer Fee, „und ich schwöre dir, wir werden Mommy da rausholen. Aber erst mal danke, mein Schatz!“ Er lächelte sie an, und sie lächelte zurück.



~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~



Spike besprach sich mit Angel. Angel war ein Detektiv, genauer gesagt ein Vampirdetektiv und somit vielleicht besser als Spike geeignet, in dieser Sache zu ermitteln. Spike teilte Angel genau das mit, was er von Morgan an Bildern erhalten hatte.

„Womit hat dieses Frettchen sie wohl angesprüht?“, fragte er Angel.
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„Pfeffer kann’s ja wohl nicht gewesen sein...“

„Das ist bestimmt etwas aus der Suppenküche von W&H“, sagte Angel ärgerlich, „und es handelt sich mit Sicherheit um einen Stoff, der eine Amnesie hervorruft. Dann wäre es kein Wunder, dass Buffy sich an nichts mehr erinnern kann.“

„Aber wie sollen wir es beweisen?“

„Das Frettchen muss ein Komplize von diesem Parkinson gewesen sein. Wo hat dieser Typ gewohnt? Okay, wir werden es schon rauskriegen. Buffy müsste es wissen. Oder Dawn. Vermutlich wohnt das Frettchen immer noch im gleichen Hotel wie der Verblichene.“

„Ja aber wenn er ein Komplize von diesem Parkinson war, warum hat er ihn dann umgebracht?“

„Ach weißt du, in solchen Sachen haben W&H nicht viele Bedenken, wenn jemand seinen Auftrag nicht zur Zufriedenheit der Firma erfüllt, dann...“ Angel deutete mit der Hand die bezeichnende Geste des Halsabschneidens an.

„Stimmt, Lilah erwähnte auch so was“, dachte Spike laut nach. „Du meinst also, wir sollen ihn beschatten?“

„Das wird nicht viel bringen“, Angel wirkte entschlossen bei diesen Worten. „Nein, wir müssen sein Zimmer durchsuchen! Vielleicht finden wir dann Rückstände von diesem Spray. Oder besser noch das Spray selber.“

„Und wir müssten nachweisen, dass dieses Spray an Buffys Kleidung und vielleicht auch auf dem Teppich im Kinderzimmer vorhanden ist“, sagte Spike nach einer kurzen Pause. Er dachte mit, keine Frage.

„Und wir müssten eine chemische Untersuchung anstrengen, die beweist, dass dieser Stoff eine Amnesie zur Folge hat.“ Angel lächelte wölfisch. „Verdammt, das muss es sein!“

„Glaube ich auch! Es wäre auch nicht von Nachteil, wenn wir irgend etwas finden, das eine Verbindung mit W&H feststellt. Egal ob es sich jetzt um Parkinson oder um das Frettchen handelt...“

„Vielleicht einen Scheck“, schlug Angel vor, „oder irgend ein anderes Dokument.“

„Gut, vorausgesetzt natürlich, er hat wirklich im gleichen Hotel wie Parkinson gewohnt. Vielleicht wohnt er ja noch dort und will abchecken, ob sein Plan geklappt hat. Und falls nicht, dann klappern wir eben alle Hotels von Woodcape ab. Können ja nicht so viele sein.
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..“



Seltsamerweise waren Spike und Angel ein perfektes Team – das mochte wohl an ihrer Blutsverwandtschaft liegen oder an der Ähnlichkeit ihrer Schicksale - beide hatten mittlerweile eine Seele, und beide liebten oder hatten zumindest einmal die gleiche Frau geliebt. Ehrlich gesagt war die Abneigung zwischen ihnen schon mal größer gewesen. Eigentlich verstanden sie sich ganz gut, denn Spike war der einzige, der wusste, was es bedeutete, ein Vampir zu sein. Angel wiederum hoffte, einmal sterblich zu werden. Und vielleicht würden sie irgendwann einmal Freunde sein können.



Angel mietete sich in dem Hotel ein, in dem Parkinson gewohnt hatte. Spike postierte sich in der gegenüberliegenden Snack-Bar und beobachtete, ob das Frettchen vielleicht das Hotel verließ, denn es wohnte tatsächlich dort. Ein großzügiges Trinkgeld konnte zuweilen Berge einebnen, zumindest bei Hotelportiers...

Nach zwei Stunden kam das Frettchen endlich aus dem Hotel heraus und stieg in ein Taxi.

„Er ist weg. Du kannst loslegen!“ Übers Handy informierte Spike seinen Großvater Angel, und dieser fing unauffällig an, in das Zimmer des Frettchens einzubrechen, was für einen Detektiv keine großen Schwierigkeiten bedeutete.



Nach einer halben Stunde winkte Angel Spike von Frettchens Hotelzimmer aus zu und bedeutete ihm damit, rüber ins Hotel zu kommen. Dieser Aufforderung kam Spike natürlich gerne nach.



„Ich habe etwas gefunden“, sagte Angel bedeutungsschwer. „Und zwar nicht nur das Spray – ich habe es natürlich nicht angerührt – sondern auch eine Visitenkarte von W&H, Sektion Chicago... Diese Mistkerle haben tatsächlich noch eine Filiale in Chicago!“

„Das ist verdammt nahe von hier“, meinte Spike besorgt.

„Keine zweihundert Meilen, also bedrohlich nahe! Ich schätze mal, sie suchen die Nähe zum Höllenschlund. Gut, was fangen wir damit an? Wir müssen Buffys Anwalt informieren. Dieses könnte eine ganz neue Beweislage sein.“

„Manchmal wünschte ich, ich hätte Jura studiert“, gab Spike zu. Und hatte im gleichen Augenblick einen Gedanken, der sein Leben verändern würde.

Um irgend jemanden in Not helfen zu können, war es in diesem Lande notwendig, des Rechtswesens kundig zu sein, dachte er sarkastisch.
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Warum also sollte er nicht Jura studieren? Diesen furztrockenen Stoff, diesen rein amerikanischen Stoff mit seinen verstaubten Präzedenzfällen, die zu auweia... wie viel Prozent die Grundlage des amerikanischen Justizsystems bildeten?

Und nebenbei wäre das bestimmt auch eine schöne Buße für einen Exvampir, dachte er weiter nach, doch nun belustigt. Denn er verspürte keine große Lust, diesen ganzen Mist zu lernen.

Aber Lilah wäre begeistert. Spike spürte es. Und er hatte ja auch schon mal mit ihr darüber geredet. Mittlerweile erinnerte er sich an jedes Wort und an jede noch so kleine Unterhaltung mit ihr. Er wollte sie einfach nicht verlieren. Und so würde er in ihre Fußstapfen treten, um ihr nahe zu sein, auch nach ihrem Tode...

„Du und Jura?“ Angel schaute ihn verblüfft an.

„In diesem großen weiten Land kann man sich manchmal recht verlassen fühlen ohne Rechtsbeistand“, sagte Spike grinsend. „Und deswegen mache ich es!“

„WAS machst du?“

„Ich werde Anwalt!“

„Uuii...“, Das überraschte Angel nun wirklich.

„Aber erst einmal werden wir DIESEN Fall erledigen. Wir sprechen mit Buffys Anwalt, und wenn der nichts machen kann, dann nehmen wir uns eben den besten Verteidiger, den es in den Staaten gibt. So was wie Ally McBeal vielleicht.“ Trotz seiner Sorge um Buffy musste Spike lachen.“

„Die ist mir zu flippig“, sagte Angel, der sichtlich beeindruckt von diesem neuen Spike war.



~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~



Spike wollte eine Kaution stellen, um Buffy erst mal raus aus der Untersuchungshaft zu bekommen, doch die Kaution wurde wegen der Schwere der Tat abgelehnt.

Gut, also einen neuen Anwalt, beziehungsweise eine neue Anwältin. Sie sah zwar nicht aus wie Ally McBeal, eher wie eine Mischung aus Whoopy Goldberg und John Goodman - aber sie brachte die neue Beweisführung beim Richter durch. Es hatte sich nämlich der Verdacht erhärtet, dass ein gewisser Fred Wissel den Mord begangen hatte. Seine Fingerabdrücke stimmten mit denen am Abzug der Tatwaffe überein, während Miss Summers Fingerabdrücke nur am Lauf der Tatwaffe gefunden wurden.

Ferner wurde in F.
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Wissels Hotelzimmer ein Spray gefunden, dessen Wirkung nachweislich einen zeitlich begrenzten, dafür aber unauslöschlichen Gedächtnisschwund verursachte. Dieser Stoff wurde auch in Miss Summers Kleidung und auf dem Teppichboden im Kinderzimmer des Tathauses nachgewiesen.

Es wurde festgestellt, dass F. Wissel ein freier Mitarbeiter der W&H-Filiale in Chicago war, wie zwei Schecks, die man in seiner Brieftasche fand, einwandfrei feststellten.

Der tote Thomas Parkinson war fester Angestellter der Mutterfirma W&H in Los Angeles gewesen. Er diente ihnen als Spion. Natürlich war er nie ein Wächter gewesen, und er besaß nur die W&H-Varianten der Wächtertagebücher.

Beide Männer hatten sich gekannt, wie das Hotelpersonal einwandfrei bezeugte.

Freddy the Wissel, wie er sich selber nannte, gab ungerührt die Tat zu, aber zu seinem Motiv schwieg er, und es war auch nichts aus ihm herauszubekommen. Vermutlich hatte er gewaltige Angst vor W&H.



Angel und Spike reimten sich folgendes zusammen: Parkinson sollte Buffy heiraten, durch diese Heirat wollte man Einfluss auf das Kind gewinnen. Nachdem es mit der Heirat nicht geklappt hatte, sollte Parkinson Morgan entführen. Als Parkinson sich dabei zu blöd anstellte, griff Wissel ein, der zur Verstärkung angereist war - die Filiale W&H-Chicago brachte ihm uneingeschränktes Vertrauen entgegen und gab ihm freie Hand. Wissel beschloss spontan, Parkinson zu töten und die Tat Buffy in die Schuhe zu schieben.

So in etwa musste es abgelaufen sein. Eigentlich ein unknackbarer Fall. Zuviel unberechenbare Faktoren griffen ineinander und machten das Ganze unentwirrbar. Niemand hatte Wissel gekannt, und niemand hätte sein Motiv erraten können.

Aber ein entscheidender Fehler war ihm unterlaufen, er hatte Morgans Fähigkeiten unterschätzt. Ohne Morgan würde Buffy immer noch im Gefängnis schmoren. Erst als Spike auf diese seltsame Art mit seiner Tochter kommuniziert hatte, wurde das Verbrechen aufgeklärt. Nicht ganz natürlich, aber zumindest wurde Buffys Unschuld bewiesen.



Zwei Tage später war Buffy frei. Wer kann ihre Freude und ihre Erleichterung beschreiben? Das kann niemand. Wer kann auch nur im entferntesten ahnen, was ihr die Freiheit bedeutet? Niemand.
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Sie hat ein neues Leben geschenkt bekommen. Und Morgan, sie kann sie nun beschützen.

Angel holt sie ab, als sie aus dem Bundesgefängnis entlassen wird, und sie weint hilflos an seiner Schulter.

Aber warum ist Spike nicht gekommen? Und wie wird ihr neues Leben von nun an aussehen?





noch zwei Teile...
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Punktestand der Geschichte:   88
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Kommentare zur Story:

  danke schön!
ich hoffe, der rest gefällt dir auch, obwohl ich so meine bedenken habe... ;-)  
   Ingrid Alias I  -  13.02.12 17:36

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  Gefallene Teufel, Vampirdetective, ein spannender Kriminalfall und nur noch 2 Kapitel übrig - war wie üblich sehr schön zu lesen.  
   Jingizu  -  13.02.12 14:51

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  hast recht, buffy wirkt cool, oder besser gesagt etwas unsympathisch. hoffentlich verstärkt sich das im nächsten teil nicht noch. ;-)
lieben gruß an dich  
   Ingrid Alias I  -  08.01.12 20:18

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  Ich finde Buffy wirkt immer irgendwie cool. aber die muss ja auch einiges durchmachen. Gut dass sie Angel und Spike als Unterstützung hat. W&H haben zwar in diesem Fall verloren, aber ich denke mal, dass sie nich aufgeben werden, an die Kinder heranzukommen.  
   Dieter Halle  -  06.01.12 21:05

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  ich danke euch sehr für eure kommentare, die sich in erster linie mit morgans fähigkeiten beschäftigen, aber auch mit anderen sachen:
@ tis-anariel, jau spike ist immer für überraschungen gut...
@ jochen, stimmt, die von w&h sind mächtig fies...
@ michael, die kennen kein erbarmen, aber es gibt ja noch morgan.
@ petra, hast recht, buffy ist manchmal unsympathisch, aber vielleicht gibt sich das noch... ;-)  
   Ingrid Alias I  -  05.01.12 16:32

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  Oh, schrecklich, was die arme kleine Morgan durchmachen musste. Und unglaublich fies wie W&H agieren. Da hat Buffy aber ihre Befreiung verdient. Ich muss gestehen, erst fand ich Buffy nicht sehr sympathisch aber jetzt wächst sie mir mehr und mehr ans Herz.  
   Petra  -  04.01.12 22:22

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  Auch wieder ein sehr schönes, aber auch ein sehr spannendes Kapitel, das dir wieder sehr gut gelungen ist. Ich finde es toll, dass Buffys Unschuld bewiesen werden konnte. Aber auch Morgans nahezu überirdische Fähigkeiten haben mich sehr beeindruckt.
Die Firma W&H hat wiedermal bewiesen, dass sie keinerlei Gnade kennt. Nicht mal vor jenen Mitarbeitern, die gar nicht imstande sind, bestimmte Aufgaben auszuführen, (Parkinson) kannte W&H Erbarmen.
LG. Michael  
   Michael Brushwood  -  04.01.12 17:26

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  Doch, es ist wirklich gut geschrieben. Auch von mir ein dickes Lob, besonders für die Passage mit der kleinen Morgan. Raffinierte Verbrecher, ohne Rücksicht auf Kameraden. Herrlich fies dieser Wissel.  
   Jochen  -  03.01.12 21:47

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  Ich finde das Kapitel auch gut gelungen. Vor allem Morgans Fähigkeiten hast du gut rübergebracht. Auch der ganze Ablauf ist recht schön und verständlich beschrieben. Und Spike wartet mal wieder mit einer kleinen Überraschung auf.
Na da bin ich ja mal auf die Fortsetzung gespannt.  
   Tis-Anariel  -  02.01.12 17:16

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  da fällt mir jetzt ein stein vom herzen. ;-)
ich bin ja keine krimischreiberin, dennoch konnte ich den ablauf der sache verständlich machen. danke doska!  
   Ingrid Alias I  -  02.01.12 15:52

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  Ein sehr gutes Kapitel, weil es voller Überraschungen ist. Es wird klar, dass W&H nicht mit den, bereits sehr gut funktionierenden, genialen Fähigkeiten eines so kleinen Kindes gerechnet haben. Mir hat übrigens am besten gefallen, wie Morgan ihre Erinnerungen dem Vater transzentral übermitteln kann. Gut in die Lage des Kindes hinein versetzt. Sehr gelungen.  
   doska  -  02.01.12 14:51

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Interessante Kommentare

Kommentar von "Tintenkleckschen" zu "Bitte bitte"

Ja, gefällt mir ganz gut. P.S.: Relaxen schreibt man mit a.

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