Gone with the death? – Teil 18 RETTE MICH   115

Romane/Serien · Nachdenkliches · Fan-Fiction/Rollenspiele

Von:    Ingrid Alias I      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 22. Oktober 2011
Bei Webstories eingestellt: 22. Oktober 2011
Anzahl gesehen: 1687
Seiten: 9

Diese Story ist Teil einer Reihe.

Verfügbarkeit:    Die Einzelteile der Reihe werden nach und nach bei Webstories veröffentlicht.

   Teil einer Reihe


Ein "Klappentext", ein Inhaltsverzeichnis mit Verknüpfungen zu allen Einzelteilen, sowie weitere interessante Informationen zur Reihe befinden sich in der "Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht":

  Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht      Was ist das?


Der Eingang zum Höllenschlund befand sich dicht an der Stadtgrenze zwischen Woodcape und Cellarville, und zwar auf einem ehemaligen Friedhof, der in den zwanziger Jahren eingeebnet wurde, um Einfamilienhäuser darauf zu bauen. Die Lage am See erschien den Investoren zu verlockend.

Buffy kam das bekannt vor. Darüber gab’s doch schon mal einen Gruselfilm!

Jedenfalls wurde durch die Buddelei etwas aufgeweckt, das besser nicht aufgeweckt werden sollte, schon bei den Bauarbeiten passierten seltsame Unfälle. Arbeiter wurden tot und verstümmelt aufgefunden, oder sie verschwanden spurlos. Schließlich wurden die Bauarbeiten eingestellt, weil alle Hauskäufer einen Rückzieher gemacht hatten

Nun standen dort nur noch unvollendete Neubauruinen. Allerdings spukte es dort immer noch, und das Gelände wurde von den Eingeborenen gemieden.

Buffy hielt diesen Höllenschlund für einen Witz. Er war überhaupt nicht mit dem in Sunnydale vergleichbar, allerhöchstens war er unterste Mittelklasse. Nur in den ersten Monaten nach ihrer Ankunft in Woodcape war sie dort tätig, beziehungsweise tätlich gewesen, aber als ihre Schwangerschaft fortschritt, blieb sie zu Hause und überließ Kennedy und den anderen jungen Jägerinnen diesen mittelmäßigen Schlund. Die Mädels erledigten ihren Job so gut, dass Buffy sich fast schon überflüssig fühlte.

Aber hinterher war sie froh, dass sie sich ausschließlich auf Morgan konzentrieren konnte. Robin Wood fiel ihr ein, der eine Jägerin zur Mutter gehabt hatte und der heute noch daran krankte. Ob das mit Faith und ihm wohl halten würde?

Mist, alle außer ihr fühlten sich zufrieden und glücklich... Wie auch immer, die jungen Jägerinnen verschwanden nach und nach, sie fuhren zu anderen Brennpunkten des Bösen, wo mehr los war. In Woodcape währenddessen blieb es ruhig. Außer in ihr selber, sie war nämlich hin- und hergerissen zwischen einer Vernunftbeziehung und der Träumerei von der wahren Liebe...



Durch einen dummen Zufall las Buffy in einem mehrere Wochen alten Prominentenblättchen die paar Zeilen über Spikes Heirat. Es war beim Frisör. In Ermangelung aktueller Hochzeitsfotos hatte das Blättchen die Strandaufnahmen des Paares aus dem Sommer abgedruckt.
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Buffy war wie versteinert. Obwohl sie doch vollkommen glücklich sein müsste.

Denn der Wächter Thomas Parkinson, oder besser gesagt der Exwächter Parkinson - alle Wächter waren jetzt arbeitslos, weil der Rat der Wächter nicht mehr existierte - hatte eindeutig sein Interesse an Buffy Anne Summers bekundet.

Sie passten aber auch so gut zusammen!

Er war im Besitz der Wächtertagebücher, er wusste alles über das Schicksal einer Jägerin, dabei war er nicht so ein alter Sack wie die Vaterfigur Giles, sondern ein circa dreißigjähriger attraktiver smarter Kerl, der sich anscheinend gut mit Frauen auskannte. Vielleicht ein bisschen ZU sehr mit Frauen auskannte.

Aber das war Buffy egal, sie konnte endlich mal wieder ihren Charme einsetzen, um einen Mann, genauer gesagt einen menschlichen Mann zu bezirzen. Nicht einen, der den Boxerkrieg miterlebt hatte. Nicht, dass sie den jemals bezirzen musste oder wollte. Bescheuerter Exvampir!

Sie rannte bei Parkinson mit ihrem Charme offene Türen ein.

Sie unterhielten sich über die Pflichten einer Jägerin und die Pflichten eines Wächters, und er meinte, sie würden großartig zusammenpassen.

Buffy stimmte ihm begeistert zu und fühlte sich tatsächlich eine kurze Zeitlang etwas besser. Thomas lud sie in teure Restaurants ein, machte ihr Komplimente und sah sie bewundernd an. Buffy schmolz dahin in seiner Bewunderung, denn das war es wohl, was ihr gefehlt hatte.

Wirklich eine optimale Verbindung!



Das Blöde an der Sache war, wie Buffy nach der ersten gemeinsamen Nacht mit Parkinson feststellen musste, dass sie weder die wunderbare Liebe empfunden hatte, die sie damals mit Angel verbunden hatte, noch die alles verzehrende Leidenschaft, die sie mit Spike geteilt hatte, sondern... ja was? Irgend etwas stimmte da nicht.

Sie hatte nichts empfunden, abgesehen von der mechanischen Lust, die er ihr bereitet hatte, und sogar die fand sie peinlich und nicht angemessen.

Denn Parkinson war ihr so entsetzlich fremd. Warum nur? Er war doch früher Wächter gewesen, und er müsste doch ihr idealer Gefährte sein. Nicht nur im Kampf gegen das Böse. Aber es fühlte sich nicht richtig an.



Der Exwächter hatte anscheinend nichts von ihren fehlenden Gefühlen und ihren Zweifeln bemerkt, denn er zeigte sich überaus glücklich über ihre Verbindung und bat sie nach einer Woche, während der sie vieles gemeinsam taten, unter anderem schliefen sie mehrmals zusammen, aber nie in Buffys Haus, sondern immer nur in seinem Hotel, um ihre Hand.
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Ein Heiratsantrag tatsächlich!



Buffy empfand immer noch nichts. Es sollte alles prächtig sein, er wollte sie heiraten, er sagte, er wolle sie glücklich machen. Aber sie fühlte nichts als innere Leere.

Da hatte sie ja mehr Gefühle, als sie mit dem seelenlosen Vampir Spike schlief. Warum nur war alles so fade, so unecht. Warum war es nicht so großartig, wie es sich gehörte?

Ihre Zweifel wurden ihr allmählich zu dumm.

Er ist ein guter Mann, redete sie sich zu, und wir passen optimal zueinander. Er ist ein großartiger Liebhaber, natürlich nicht mit Spike zu vergleichen, obwohl der auch nur mit Wasser kochen kann, aber mit Spike war es eben anders, gewaltig, gemein und obszön. Aber gewaltig... Wieso denke ich dauernd an Spike? An einen verheirateten Mann! Dabei habe ich doch hier den besten, den ich bekommen kann. Er ist aufmerksam, charmant, einfühlsam. Und er liebt Morgan sehr.



Upps... Noch blöder an der Sache war, Parkinson liebte zwar Morgan, Buffys größten Schatz, aber Morgan liebte Parkinson nicht.

Morgan fing an zu schreien, sobald Parkinson das Zimmer betrat. Und wenn er versuchte, nett zu sein, fing Morgan noch hysterischer an zu schreien. Mit klein Morgan kam er überhaupt nicht zurecht.

Dabei versuchte er doch alles, wie Buffy dachte. Manchmal ging er in Morgans Kinderzimmer und betrachtete sie, während sie süß vor sich hinschlummerte. Doch wenn sie wach wurde und ihn sah, fing sie sofort an zu brüllen. Er versuchte dann, sie mit sanften Worten zu beruhigen, aber sie brüllte daraufhin womöglich noch lauter.

Das war für alle Anwesenden ziemlich peinlich. Vor allem für sie selber, sie war ja schließlich mit ihm verlobt...

Seltsamerweise kam Parkinson auch nicht mit ihrer Schwester Dawn zurecht. Die hatte ihn zuerst wirklich attraktiv – für einen alten Kerl über dreißig – gefunden, aber dann auf einmal war sie aus unerklärlichen Gründen umgeschwenkt und behandelte ihn nun wie Luft.
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Dawny spinnt eben, dachte Buffy daraufhin. Dawny hat doch gar keine Ahnung von Männern. Männer sind wie ein flüchtiges Wild, das schnell abhaut. Und mit ihrem reichhaltigen Erfahrungsschatz in Bezug auf Männer hielt sie Thomas Parkinson zugute, dass er nicht abgehauen war wie alle anderen Männer in ihrem Leben. Und das war doch viel wert!



Trotzdem nahm Buffy seinen Antrag noch nicht an. Sie redete sich bei ihm heraus, sie müssten sich noch näher kennen lernen, bevor man solch einen wichtigen Schritt wagen könne.

Aber das Verhältnis stagnierte, sie lernten sich einfach nicht näher kennen. Und das war schon seltsam bei all diesen guten Voraussetzungen.



~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~



Etwa zur gleichen Zeit wurde der Sohn von Spike und Lilah geboren. Nach alter Familientradition wurde er Gwydion genannt. Es war eine schwere Geburt, denn er kam um Wochen zu früh. Man legte den kleinen Gwydion für drei Tage in einen Brutkasten. Lilah hatte so viel Blut verloren, dass sie fast gestorben wäre, und es ging ihr immer noch nicht gut.

Spike, der Tag und Nacht an ihrem Bett saß, hielt ihre Hand und versuchte, ihr Kraft einzuflößen und ihre Schmerzen auf sich umzuleiten.

Gwydion jedoch schien ein zähes Kerlchen zu sein, denn er erholte sich schneller von der Geburt als seine Mutter.

„Er kommt nach mir“, sagte Spike bewundernd, beugte sich über seinen Sohn, berührte zart seine runde Stirn und streichelte seinen dunklen Haarflaum. Die Haarfarbe hatte er wohl, wenn er sie denn behalten würde, von seiner Mutter, aber der Rest war Spike-like.

Nach zehn Tagen konnte Spike endlich Lilah und Gwydion nach Hause holen. Lilah war immer noch schwach, sie war immer noch verletzt von der Geburt, aber sie war unendlich froh, zu Hause zu sein, und sie konnte Gwydion stillen, denn sie hatte Muttermilch.

Lilah stillte Gwydion. Um den Rest kümmerte sich Spike.



Nach zwei Wochen hatte sich auch Lilah gut erholt.

Die Jungs kamen zu Besuch, und bewunderten den Kleinen. Er war so lieb und so hübsch und hatte trotz seiner Winzigkeit schon Charakter, wie es schien, und das war wirklich unfassbar.

Natürlich hatte er Schreiphasen wie jedes Baby, aber er verströmte etwas Undefinierbares, jeder in seiner Nähe ließ auf einmal nur noch gute Gefühle zu, die sogar anhielten.
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Unglaublich das!

Es war Lilah zuerst gar nicht aufgefallen, bis Porterhouse sich immer öfter in Gwydions Nähe, das heißt in der Nähe seines Bettchens aufhielt und immer zugänglicher wurde. Lilah wusste, dass er gegen ihre Heirat mit Spike gewesen war, nicht weil er etwas gegen sie, Lilah, hatte, sondern weil er generell die Ehe als spießbürgerliche Institution ablehnte. Jetzt auf einmal in Gwydions Nähe veränderte sich sein Verhalten. Lilah wunderte sich sehr – bis sie schließlich feststellte, dass Porterhouse tatsächlich in der friedlichen Aura des Kindes badete.

Gwydion war wirklich ein Wunder.

Und Spike auch. Spike war sich von Anfang an nicht zu schade, solche Drecksarbeiten wie Windelwechseln zu erledigen. Babybaden und Babyfüttern dagegen waren für ihn das reinste Zuckerschlecken.

Spike wollte von Anfang an nicht der immer abwesende arbeitende Vater sein, während die Mutter die Drecksarbeiten erledigte. Er wollte seinen Sohn fühlen, im wahrsten Sinne des Wortes. Und er wollte Lilah entlasten. Sie sollte keine gestresste Mutter sein, sondern eine glückliche. Und außerdem sollte sie eine glückliche Frau sein.



Lilah war tatsächlich eine glückliche Frau, trotz mancher Gedanken, die ihr Gehirn verdüsterten, und mit denen sie sich nebenbei beschäftigte. Sie musste eine Lösung finden, egal welche. Das war sie ihrer kleinen Familie schuldig.

Manchmal wenn Gwydion an ihrer Brust lag und trank, dann schien ihr Glück keine Grenzen zu kennen, bis dann Spike hinzukam und sie ansah, zuerst bewundernd und andächtig – sie sah seiner Meinung aus wie eine Madonna mit Kind, und sie verkörperte das Urweibliche – dann begehrend. Und wenn Gwydion fertig getrunken hatte, dann hob er ihre Brüste an und streichelte sie, was sie jedes Mal entzückte. Gwydion im Arm zu halten und sie selbst von Spike im Arm gehalten und gestreichelt zu werden. Die Zeit schien still zu stehen in diesen Minuten. Und dann vergaß Lilah für kurze Zeit alles um sich herum.

Nach zwei Monaten versiegte Lilahs Muttermilch, und Gwydion musste an Babynahrung aus der Flasche gewöhnt werden.
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Lilah hoffte, dass er genug Milch bekommen hatte, um seine Abwehrstoffe zu mobilisieren, denn Muttermilch war immer noch das beste für Babys.

Lilah, die als Kind auf dem Land gelebt hatte, kamen zwei Kätzchen in den Sinn, deren Mutter damals überfahren wurde, als sie gerade acht Wochen alt waren. Lilah hatte ihnen Katzenfutter serviert, und nachdem sie einmal kräftig gekotzt hatten, fraßen sie es weiterhin ohne Probleme und gediehen prächtig. Gwydion hatte es da besser als die Kätzchen, die Umstellung war sanfter, und er war – wie gesagt – zäh wie sein Vater und gedieh trotz der Babynahrung aus der Flasche überaus prächtig.

Als Spike und Lilah endlich wieder miteinander schlafen konnten, die Verletzungen von der Geburt brauchten lange, um vollkommen zu verheilen, war es wie eine Erlösung, wie eine Seligkeit. Alles andere war nur Ersatz gewesen, aber ihn in sich zu fühlen...

Sie wusste, sie gehörte ihm. Und er gehörte ihr.



Sie hatten Lilahs Zimmer als Kinderzimmer eingerichtet und schliefen in Spikes Zimmer, nein es war natürlich nicht mehr Spikes Zimmer, sondern ihr gemeinsames Zimmer.

Sie hatten seit zehn Monaten nicht eine Nacht getrennt geschlafen. Auch auf der Tournee nicht. Außer im Krankenhaus.

„Weißt du noch, die Nacht als wir vor Sacramento einen Platten hatten und in diesem Kaff Pikes Town übernachten mussten?“

„Natürlich weiß ich das. Sie hatten nur noch diesen Schweinestall frei, sie haben noch ein paar Matratzen reingelegt, und dieser Service kostete so einiges...“, erinnerte sich Spike. „Trotzdem war es ein bisschen eng...“

„Du hast mich aber gut abgeschirmt“, meinte Lilah verträumt und begab sich unter die Bettdecke, um Spike für die gute Abschirmung zu belohnen.

Sie erinnerte sich an Spikes Erektion, als er hinter ihr lag und sie im Arm hielt und wie er sich beherrscht hatte in diesem männergefüllten, testosterondurchdrungenen Schweinestall. Vier Tage vorher hatten Spike und sie erfahren, dass sie schwanger war. Und noch nie vorher hatte sie sich so glücklich gefühlt...

...Bis auf jetzt. Jetzt war sie noch glücklicher als in dieser dunklen Nacht.

„Wenn dich einer angefasst hätte“, Spike musste stöhnen, aus was für Gründen auch immer, „ich glaube, ich hätte ihn.
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.. ooh.“

„Was hättest du?“ Lilah küsste ihn zärtlich. Und verschwand dann wieder unter der Bettdecke.

„...ihn in die Luft ...oooh ...gesprengt! Oder“, Spike stammelte nur noch, „in den Mund gesprengt! Oooh Gott!!!“

Als Lilah wieder auftauchte, war ihr Gesicht gerötet, sie legte sich auf ihn, sie wollte mehr, sie wollte ihn in sich spüren, und den Wunsch erfüllte er ihr nach einer kurzen Pause.

„Ich hatte was im Porsche vergessen und bin rausgegangen“, keuchte sie, während sie sich auf ihm bewegte.

„Ich weiß, ich habe dich vermisst. Du bist nicht zurückgekommen. Dachte... schon... du... hättest.. hättest.. mich... verlassen.“ Spikes Stimme klang abgehackt.

„Es war so dunkel,“ Lilah stöhnte. „Ich habe den verdammten Wagen... oooh... nicht gefunden. So dunkel war es.“

„Ooh jaa, dunkel. Ich habe dich gesucht...“

„Diese Dunkelheit“, Lilah keuchte noch mehr, „ich dachte, ich wäre blind. Und still war es auch. Ich hörte das Rauschen des Blutes in meinen Ohren. Kein Laut. Keine Straßenlaternen. Alles still und dunkel.“

„Aber ich habe dich gefunden und gerettet“, sagte Spike mit leicht zitternder Stimme. „Ich kann im Dunkeln sehen wie eine Katze.“

„Ich höre es wieder, das Rauschen des Blutes in meinen Ohren. Rette mich, Spike!“

Spike tat es. Keine Frage.



~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~



Lilah mietete unter falschem Namen ein bescheidenes Zimmer in der City an, sie nahm verschlungene Wege mit der LA-Metro, um unerkannt dort hinzugelangen, sie zahlte im voraus für drei Monate die Miete, und all das tat sie nur, um unerkannt ins Netz gehen zu können.

In diesem Zimmerchen startete sie den Versuch, in den Computer von W&H einzudringen.

Mehrere Monate vor ihrem Tod hatte sie durch Zufall das Passwort von einem der ganz hohen Bosse der Firma erfahren. Sie waren damals in einer Bar etwas trinken gewesen, und sie hatte ihn so abgefüllt, dass sie ihn nach Hause bringen musste. Bei dieser Gelegenheit – oh, was war sie nur für ein Biest – durchsuchte sie seine Brieftasche und fand doch tatsächlich einen Firmenzettel, auf dem sein Passwort geschrieben stand.
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Der Idiot war wirklich zu dämlich oder zu selten am Computer, um sich sein Passwort merken zu können.

Sie hatte das Passwort gleich am nächsten Tag angetestet. Rein... geklappt ... und wieder raus. Sie war sehr mit sich zufrieden gewesen, man wusste ja nie, wofür so etwas gut sein konnte....



Mit diesem Passwort versuchte sie es nun wieder. Es war ihre einzige Hoffnung.

Volltreffer. Man hatte das Passwort nicht geändert. Warum auch?

„Unerlaubtes Schnüffeln wird mit Verlinkung nicht unter drei Monaten bestraft.“ Lilah stieg der Erfolg zu Kopfe, und sie musste Witzchen machen.

Sie ließ das System erst einmal nach Bill Castaway suchen. In zwei Dokumenten wurde sie fündig, aber darin war nichts zu lesen, was sie nicht schon wusste.

Sie hatte sich vorher schon viele, viele Gedanken gemacht und tippte nun ein: AMULETT.

Der Computer fand tatsächlich etwas, und Lilah öffnete es. Die Idioten hatten es noch nicht einmal kennwortgeschützt. Die fühlten sich wohl ziemlich sicher. Hoffentlich war das keine Falle, aber das Risiko musste sie eingehen.

Lilah wagte nicht, sich das Dokument herunterzuladen, sondern versuchte stattdessen, es schnell zu lesen. Sie war zuerst überrascht, dann ungläubig, dann entsetzt und schließlich panisch.

Sie schloss die Dateien, meldete sich im System vorschriftsmäßig ab, schaltete ihr Laptop aus und versuchte, ihre Gedanken zu ordnen.

Das war ja noch schlimmer, als sie befürchtet hatte. Es war der Horror!

Buffy hatte ein Kind von Spike, das stand einwandfrei fest.

Das Kind hieß Morgan wie in der Sage.

Lilahs Kind hieß Gwydion wie in der Sage. Und vielleicht würde er später Artus heißen.

Diese Dreckstypen wollten die Kinder. Wollten Schreckliches mit ihnen tun.

Vielleicht wollte man auch Lilah Morgan Castaway aus dem Weg schaffen, doch das war im Augenblick nebensächlich.

Lilah versuchte nachzudenken. Analytisch und gnadenlos wie früher, doch ihre Gedanken verliefen im Nichts, waren konfus und vor allem hoffnungslos, denn es gab keinen Ausweg, außer dem einen...



Sie besuchte Casio in seiner Wohnung.
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Casio war ein bisschen erstaunt, machte sich aber keine großen Gedanken darüber.

„Falls mir etwas passiert“, Lilah gab ihm die CD mit dem Lernprogramm für Access, „dann schicke die Daten auf dieser CD“, sie zeigte ihm das Verzeichnis und den Unterordner, in dem sie alles versteckt hatte, „an diese Adressen. Das sind Zeitungen und Polizeibehörden. Auch das FBI sollte es wissen. “

„Was soll das heißen: Falls mir etwas passiert?“ Casio schaute sie misstrauisch an.

„Nur im schlimmsten Falle könnte etwas passieren, aber ich will auf Nummer Sicher gehen, und deswegen will ich auch, dass du mir hilfst.“ Lilah lächelte ihn verschmitzt an, und Casio fiel natürlich auf ihre gut gespielte Unbekümmertheit herein.

„Okay, kein Problem“, sagte er.

„Du könntest einen schönen Serienbrief daraus machen. Ach ja, benutze nicht deinen PC, sondern diesen...“ Sie reichte ihm den Umschlag, in dem sich Schlüssel und Adresse ihrer geheimen Kleinstwohnung befanden. „Das Laptop kannst du behalten, wenn etwas....“ Sie verstummte.

„Wieso behalten? Was zum Teufel kann denn passieren?“

„Es ist alles halb so wild, und die Wohnung ist nicht weit von hier. Wirst du das für mich tun, Casio? Bitte versprich es mir!“

Casio blickte in ihr Gesicht, er ahnte wohl die Verzweiflung hinter ihrer Munterkeit und gab ihr endlich das Versprechen.



Zuhause schrieb Lilah einen Brief. Sie hatte ein wenig Mühe, die Adresse des Empfängers ausfindig zu machen, aber sie schaffte es.

Auch diesen Brief gab sie Casio mit der Bitte, ihn abzuschicken, falls ihr etwas passieren würde.

Casio wunderte sich über gar nichts mehr.



geht weiter...
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Kommentare zur Story:

  @ petra,
hast recht, buffy erscheint egoistisch, und lilah ist sehr viel sympathischer. wird's ihr wohl gedankt werden?
@ michael,
danke dir für all deine spekulationen. ja, die firma will die kinder beiseite schaffen, aber erst nachdem ihre fähigkeiten klinisch getestet und ausgeschlachtet wurden - und nachdem sie nachwuchs gezeugt haben... teuflisch ist das!
lieben gruß an euch und danke!  
   Ingrid Alias I  -  28.10.11 15:43

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  Die arme Lilah. Panik hat sie nun erfasst, wo sie das finstere Spiel von W&H durchschauen konnte. Ich bange deshalb auch mit Lilah mit. Die Buffy gefällt mir nämlich nicht so sehr.  
   Petra  -  25.10.11 14:42

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  Wieder ein wahnsinnig spannendes Kapitel, was noch viele Fragen offen lässt.
Da Liliah an das Passwort gekommen ist, hat sie etwas von W&H herauskitzeln können - u.a. , dass diese dubiose Firma die Kinder beiseite schaffen möchte. Hier dürfte es sich sicherlich sowohl um einen möglichen Verrat von Firmengeheimnissen handeln, aber auch existenzbezogene Erbschaften spielen eine entscheidende Rolle. Es dürfte um Leben und Tod gehen. Du hattest in diesem Kapitel angedeudet, dass das geborene Kind, den Namen Artus bekommen dürfte. Da dessen Frau vom christlichen Glauben geprägt ist, wäre dies für W&H gefundenes Fressen. Dann würden sowohl das neugeborene Kind, aber auch Liliah einer Verschwörung zum Opfer fallen. Die Tatsache, dass Spike Buffy immer noch liebt, könnte sich im Nachhinein als ein Glücksfall für W&H - sehr zum Leidwesen für Liliah und ihren Kleinen, herausstellen. Dann kommt natürlich noch hinzu, dass zwar Parkinson Buffy liebt, Buffy allerdings nicht Parkinson.
Die Auflösung aller Animositäten verspricht noch einen hochinteressanten Fortgang.
LG. Michael  
   Michael Brushwood  -  24.10.11 20:50

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  eine danke schön an alle! ich musste ziemlich an diesem teil basteln, aber das ist nichts im vergleich zu dem nächsten... es wird dramatisch werden...
lieben gruß an euch!  
   Ingrid Alias I  -  24.10.11 17:14

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  Oho, nicht nur Buffy auch Töchterchen Morgan mögen Wächter Thomas Parkinson nicht so besonders. Und Buffy scheint immer noch interesse an Spike zu haben. Lilah hat schlimme Befürchtungen, was W&H angeht. Bin gespannt, ob der Brief ihr irgendwie helfen wird.  
   Jochen  -  23.10.11 15:27

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  So,so..irgendwie kriegt Buffy Spike nicht aus dem Kopf, daran ändert auch dieser neue Mann nix. Intersant das die kleine Morgan diesen nicht mag und wenn man hierbei noch an ihre Begabung denkt, dann scheint wohl irgendwas faul an Thomas Parkinson zu sein.

Lilah hingegen hat nun auch ihren Nachwuchs zur Welt gebracht und nun tatsächlich etwas über W&H herausgefunden, was sie gehörig erschreckt hat. Sie trifft also einige Vorbereitungen...

Na, das kann ja spannend werden.  
   Tis-Anariel  -  22.10.11 22:39

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  Immerhin ahnt Lilah nun was kommen wird. Unheimlich das Ganze! Und Buffy scheint Spike nicht vergessen zu haben.  
   doska  -  22.10.11 22:02

   Zustimmungen: 0     Zustimmen

  Ein sehr gutes Kapitel und wahnsinnig spannend. Die Story gewinnt immer mehr an Fahrt.  
   Dieter Halle  -  22.10.11 15:36

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