Gone with the death? – Teil 8 WILLST DU DARÜBER REDEN?   74

Romane/Serien · Amüsantes/Satirisches · Fan-Fiction/Rollenspiele

Von:    Ingrid Alias I      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 19. Juli 2011
Bei Webstories eingestellt: 19. Juli 2011
Anzahl gesehen: 2036
Seiten: 9

Diese Story ist Teil einer Reihe.

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   Teil einer Reihe


Ein "Klappentext", ein Inhaltsverzeichnis mit Verknüpfungen zu allen Einzelteilen, sowie weitere interessante Informationen zur Reihe befinden sich in der "Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht":

  Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht      Was ist das?


Es wurde allmählich ruhiger im Haus, und an irgendeinem Abend befanden sich Lilah und Spike tatsächlich ganz alleine dort.

Lilah saß vor mit hochgezogenen Beinen auf dem Sofa und schaute ‚Reich und schön’, als Spike frisch geduscht und mit noch feuchten Haaren die Treppe herunterkam. Er trug ein weich fallendes blaues Hemd und sah einfach umwerfend aus.

„Was guckt du?,“ fragte er und setzte sich zu ihr.

„Reich und schön“, sagte Lilah etwas verlegen, denn alle Männer, die sie kannte, hatten sich immer auffällig schnell und offenkundig angewidert vom Fernseher entfernt, weil Reich-und-schön-gucken bei Männern wohl als extrem unmännlich galt.

„Und wie steht's? Ist Ridge immer noch mit Taylor verheiratet?“

„Ja, aber Taylor stirbt vielleicht“, Lilah war mehr als erstaunt, er war anscheinend wirklich interessiert, denn in seinen Worten schwang keinerlei Häme mit.

„Dann bekommt Brooke ja endlich ihren Ridge“, meinte Spike nachdenklich.

„Nein... Der Witz bei der Sache ist, jetzt wo sie Ridge bekommen könnte – und sie hat schließlich fast Jahrzehnte darauf gewartet – jetzt will sie ihn nicht mehr...“

„Wie das?“

„Sie liebt jetzt Thorne, seinen Bruder, und sie behauptet, dass sie sich verändert hat.“

„So’n Quatsch! Da hat der Regisseur doch dran gedreht!“

„Glaubst du nicht, dass auch die größte Liebe eines Tages enden kann, weil man sich selber verändert hat?“

„Nein!“

„Aber du selber hast doch auch Drusilla geliebt. Übrigens, wusstest du, dass ich deine Drusilla kennen gelernt habe? Es war furchtbar!“ Lila erschauerte bei der Erinnerung an diese entsetzliche Nacht.

Die Erwähnung seiner Exflamme Drusilla schien Spike nicht sehr zu berühren. Er ging einfach drüber hinweg und sagte: „Ich hab’ mich nicht selber gemeint.“

„Ach, dann meintest du wohl Buffy?“ Lilah musste das fragen, weil sie einfach wissen wollte, wo er stand, und wie seine Gefühle waren. Und ob sie überhaupt eine Chance hatte...

„Das ist eine verdammt lange Geschichte!“

„Willst du darüber reden? Oh, bitte entschuldige, Spike. Dieser Spruch kommt in neunzig Prozent aller Fernsehserien vor. Irgendwann fragt immer irgendein Idiot einen anderen Idioten: Willst du darüber reden?“

„Genau! Oder irgendein Kind mit schiefen Zähnen kreischt rum: Dad, dad, dad!!!“ Spike imitierte dieses Kind erstklassig.
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Lilah musste lachen. „Willst du denn darüber reden?“

„Ich habe Angst, dass du mich für total idiotisch hältst, wenn ich darüber rede“, Spike sah besorgt aus. „Andererseits wäre es vielleicht besser, den ganzen Mist mal loszuwerden. Und vielleicht eine neutrale Meinung zu erfahren...“

„Du musst das nicht tun.“ Er hielt sie also für neutral? So ein Dummkopf!

„Ach Quatsch, was soll’s“, Spike stand auf, ging an die Bar und goss einen reichlichen Schluck Brandy in ein bauchiges Glas.

„Kann ich auch einen haben?“, fragte Lilah – und bekam kurz darauf das Gewünschte. Sie drehte das Cognacglas in ihrer Hand, nippte vorsichtig daran – und fürchtete sich ein bisschen vor seinen Enthüllungen.

„Eigentlich wollte ich ja nur noch im Keller rauchen...“ Spike zündete sich eine Zigarette an, sie sollte ihm wohl helfen, einen passenden Start zu finden.

„Ich kann’s verkraften... Mich interessiert dein Verhältnis zur Jägerin“, Lilah wollte ihm den Anfang leichter machen, „und zwar die Einzelheiten. Zum Beispiel das: Wann habt ihr das erste Mal miteinander geschlafen?“

„Mein sogenanntes Verhältnis?“ Spikes Stimme klang borstig. „Es gab kein wie auch immer geartetes Verhältnis. Ich wiederhole: ES GAB KEIN VERHÄLTNIS!“ Seine Stimme war etwas lauter geworden.

„Wie meinst du das?“, fragte Lilah vorsichtig.

„Gut, ich fange von vorne an. Als sie von den anderen wieder zum Leben erweckt wurde, war ich der einzige, dem sie erzählte, wo sie gewesen war. Sie war nicht im Höllenschlund, wie die anderen dachten, sondern sie war an einem sehr viel netteren Ort. Ich schätze mal, es war so ’ne Art Himmel.“

„Gibt es den wirklich?“, Lilah schaute ihn ungläubig an.

„Meine Meinung dazu ist, dass jeder bekommt, woran er letztlich glaubt“, erklärte Spike seinen Standpunkt, „ich meine außerdem, das menschliche Gehirn vollbringt das alles, wahrscheinlich sogar noch nach dem Tode. Ich hoffe also für mich, dass nach meinem Tode alles vorbei ist, dass ich wirklich tot bin und dass es keinen sogenannten Himmel gibt.
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„Ich habe auch immer gedacht, der christliche Himmel muss ziemlich fade sein“, überlegte Lilah, „im Vergleich zu anderen Religionen...“

„Denkst du da an was Bestimmtes?“, grinste Spike.

„Ich denke an viele Jungfrauen, die den wackeren Gläubigen zustehen, doch was passiert mit den anderen Frauen? Kommen die auch in den Himmel? Und was kriegen die dort? Vielleicht müssen sie zur Belohnung keine Socken mehr waschen“, meinte Lilah aufgebracht. „Oder nur die Socken von den geliebten Männern und nicht noch zusätzlich die von den Jungfrauen...“

„Baby, du wäscht doch gar keine Socken. Also, was regst du dich auf?“ Spike wollte sie ein wenig beschwichtigen.

„Hhmm“, Lilah schnappte kurz nach Luft und schien tatsächlich besänftigt. „Schon gut, wie ging es also weiter?“

„Ich glaube, sie war mir dankbar, dass ich auf Dawn aufgepasst habe. Dawn war ihre kleine Schwester, und wenn sie nicht gewesen wäre, hätte ich mich wahrscheinlich umgebracht, aber so hatte ich wenigstens eine Aufgabe. Es war Buffys Vermächtnis an mich, so habe ich es jedenfalls empfunden.“

„Du hättest dich tatsächlich umgebracht?“, fragte Lilah ungläubig, und langsam fing sie wirklich an, sich vor seinen Enthüllungen zu fürchten.

„Ach Gottchen, ich wollte mich schon für viel weniger Ungemach umbringen. Damals als sie mir den Chip eingesetzt hatten, wollte ich mich in einen Pflock stürzen. Da kam alles zusammen, Drusilla hatte mich ein paar Monate vorher in den Hintern getreten, und der Chip von der INITIATIVE gab mir den Rest. Keinen Menschen mehr verletzen oder gar töten zu können – und das bei einem Vampir!“

Lila schwieg, obwohl sie ihm eigentlich zustimmen wollte, aber sie hatte das Gefühl, sie sollte besser die Klappe halten.

„Ja“, sagte Spike langsam, „ich war sogar gezwungen, bei meinen Todfeinden Unterschlupf zu erflehen. Verdammt entwürdigend! Aber das ist eine andere Geschichte.“

„Du könntest mir bestimmt viele Geschichten erzählen“, sagte Lilah verdrossen.

„Könnte ich, kein Problem!. Aber erst einmal diese. Also, eines Tages schlug Buffy mich, hatte wohl Frust oder so, ich schlug zurück und merkte im gleichen Augenblick, dass ich keine Schmerzen hatte wie sonst immer, wenn ich einem menschlichen Wesen etwas antun wollte.
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Zuerst konnte ich es nicht glauben. Ich dachte, der Chip hätte seine Funktion verloren, um das auszutesten, wollte ich im Bronze eine junge Frau beißen. Aber es ging nicht, die Schmerzen haben mich fast umgebracht – der Chip war also noch in Ordnung“, Spikes Stimme stoppte unmerklich, bevor er fortfuhr: „Also musste es wohl an Buffy liegen. Sie war nicht als Mensch zurückgekommen. Das war die einzige Erklärung.“

„Ja aber...“

„Tja, da habe ich mir wohl was vorgemacht“, Spikes Stimme hörte sich wütend an, „ich war so ein Idiot! Wie fing es also an? Nein, das ist falsch, da hat überhaupt nichts angefangen. Ich mache es kurz. Wir prügelten uns, ich konnte zurückschlagen, und es war wie in alten Zeiten. Bis sie mich an eine Wand schmiss und mich küsste. Na ja, und dann bumsten wir uns, bis das Haus fast einstürzte. Die ganze Nacht lang. Ich meine das Bumsen, nicht das Einstürzen...“

„Die ganze Nacht lang?“, fragte Lilah ungläubig.

„Ich hatte lange keinen Sex mehr gehabt, fast über ein Jahr nicht. Das letzte Mal war mit dieser Nervensäge Harmony. Jedenfalls hat sie mich ganz schön rennen lassen, Buffy natürlich, nicht Harmony.“

„Oooh“, Lilah fand keine Worte. Spikes Enthüllungen machten sie ärgerlich, aber sie wusste, dass sie nicht auf ihn ärgerlich war, sondern vielmehr auf seine Gefühle für diese Buffy.

„Nun denn, unsere Prügelorgien hatten sich also in Sexorgien verwandelt.“ Spike blickte nachdenklich vor sich hin. „Das Blöde an der Sache war, dass wir weiter voneinander entfernt waren als früher. Sie konnte mich nicht akzeptieren als das, was ich war. Sie hielt mich von ihren Freunden fern und drohte mir an, mich zu verlassen, wenn ich irgend jemanden von unserem Verhältnis erzählen würde.“ Spike zuckte mit den Schultern. „Wir waren noch nicht einmal mehr Freunde, wir gingen nicht mehr zusammen auf Streife, alles spielte sich nur noch in meinem Bett, auf dem Boden meiner Gruft oder auf der Empore des Bronze ab.“

„Die Frau kann ich nicht verstehen“, murmelte Lilah vor sich hin.

„Aber im Bett oder sonst wo, tja, man könnte fast sagen, da habe ich ihr gezeigt, wo der Frosch die Locken hat“, meinte Spike sarkastisch grinsend.
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„Hat der Frosch Locken?“

„Sicher doch... Aber der Rest war einfach: Ich war nur ein böses Ding für sie, allerdings auch ein böses Stück Fleisch, in dem sie sich suhlen konnte. Und ich habe es genossen...“

„Und es hat sich nichts geändert? Ich meine, man kann doch nicht auf Dauer mit jemanden schlafen, ohne irgendwelche Gefühle für ihn zu entwickeln, vielleicht nicht gerade die große Liebe, nein, irgendwelche Gefühle.“ Lilah sprach aus Erfahrung. Wesley...

„Genau, Hass und Abscheu, das hat sie für mich empfunden!“

„Das kann ich nicht glauben!“

„Hast du schon mal erlebt, wie Katzen sich in der Paarungszeit verhalten? Der Kater besteigt die winselnde Katze, paart sich mit ihr, und wenn die Katze meint, genug zu haben, fängt sie an zu kreischen, reißt sich los und versetzt dem Kater ein paar Ohrfeigen.“

„Oooh...“ Lilah kannte das Katzenpaarungsspiel, sie war auf dem Lande groß geworden.

„Ich musste ein paar wirklich herbe Ohrfeigen einstecken“, Spike grinste ironisch, „aber genossen habe ich es trotzdem...“

„Ich finde das ziemlich abartig“, Lilah schüttelte den Kopf und musste im gleichen Moment daran denken, wie sie sich bei Wes hatte einschleimen wollen. Wie peinlich im nachhinein...

„Tja, und das waren noch die besseren Zeiten... Eines Tages nämlich kam ihr Exfreund, dieses Arschgesicht Riley nach Sunnydale zurück.“

„Der von der INITIATIVE?“

„Genau, der von der INITIATIVE! Sie war so aufgelöst und so glücklich, so bereit dazu, sich ihm an die breite Brust zu werfen, aber dummerweise“, Spike grinste bösartig, „hatte er sein kleines Frauchen mitgebracht. Er war nämlich mittlerweile verheiratet, nach gerade mal einem Jahr ohne sie. Hat nichts anbrennen lassen, der Penner!“

„Warum haben sie sich überhaupt getrennt?“, fragte Lilah neugierig.

„Er hatte in so ’nem Etablissement, Puff kann man sagen, mit ’ner Vampirnutte rumgemacht. Hatte sich von ihr beißen lassen. Waren eigentlich recht harmlos, waren keine Gefahr für die Menschheit, hatten sich mit der Menschheit, das heißt mit den Freiern arrangiert.
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Nach dem Motto: Ich beiße dich, aber nicht so heftig, dass du gleich abkratzt, und du gibst mir dafür Kohle“, Spikes Stimme triefte vor Verachtung.

„Ich habe gehört, dass es so etwas gibt.“

„Buffy hat übrigens den ganzen Puff angezündet, alle Vampire vernichtet und zum krönenden Abschluss die Vampirlady, von der Riley sich hat beißen lassen, mit einem Speer in den Rücken getötet!“

„Das hört sich ja entsetzlich an.“

„Das war nicht sehr nobel von unserer Buffy. Diese Vampire hatten ihr nichts getan, sie hatten zu einer Koexistenz mit den Menschen gefunden, bei der beide Seiten ihren Vorteil nahmen. Prostitution eben.“

„Ja, da hast du recht.“

„Und diese Pfeife Riley, was für ein Jammerlappen! Ich weiß nicht, was der Typ eigentlich von ihr wollte. Wenn man vergleicht, was ich von ihr bekommen haben, mit dem was ER hatte – er hätte der glücklichste Mensch auf Erden sein müssen“, fügte Spike bitter hinzu, „aber er hatte diesen einen Vorteil – bei all seinen Unzulänglichkeiten, Jammereien und vor allem seinem Betrug an ihr, hatte er diesen einen Vorteil. Er war ein Mensch!“

„Als ob das so was Tolles wäre...“, murmelte Lilah.

„Für Buffy schon... Ich war ja nur Dreck für sie. Ein totes Ding ohne Gefühle, verflucht noch mal, sie konnte nie glauben, dass ich sie geliebt habe. Typen ohne Seele konnten ihrer Meinung nach keine Liebe empfinden.“

„Seltsam, ich fühle wirklich keinerlei Sympathie für diese Frau“, Lilah reagierte mit einer Heftigkeit, die sie so gar nicht kannte. Was war los? Konnte es sich etwa um Eifersucht auf die Jägerin handeln?

„Gut, langer Rede kurzer Sinn“, fuhr Spike entschlossen fort, „Riley erwischte uns im Bett in meiner Gruft – sie hatte sich von mir ‚trösten’ lassen – ferner erwischte Riley mich bei einer Schweinerei mit gefährlichen Dämoneneiern, die ich im hinteren Teil meiner Gruft deponiert hatte, um ein nettes Geschäft damit zu machen, man muss ja schließlich von was leben. Es gab eine kleine ätzende ‚Aussprache’ mit der Jägerin. Und danach haben sie mir die Gruft in die Luft gejagt, weil die Dämoneneierchen just in diesem Moment so dämlich waren, auszuschlüpfen.
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..“

„Die Gruft in die Luft, das ist echt komisch“, Lilah verzog ihren hübschen Mund. „und es reimt sich auch gut!“

„Sie kam dann nach ein paar Stunden zurück, hatte sich wohl noch gefühlsduselig von ihrem Exlover verabschiedet – und machte mit mir Schluss. Punkt. Aus. Ende. Ach ja, Riley hatte es ihr überlassen, mich zu töten oder nicht. Sie tat es nicht, wie du siehst...“



Lilah schwieg. Die Jägerin Buffy wurde ihr durch Spikes Enthüllungen nicht gerade sympathischer. Wer weiß, vielleicht hatte diese Kuh ihn so verdorben, dass er nie wieder Zuneigung oder gar Liebe für eine andere Frau empfinden konnte. Diese Zicke mit ihrer Geilheit und ihrer Unverschämtheit, Leute ohne Seele in Grund und Boden zu stampfen.

„Es ging noch ein bisschen weiter.“ Spike hatte sich währenddessen eine neue Zigarette angezündet und sein Glas mit Brandy aufgefüllt.

Es klingelte an der Tür, und kurz darauf hörte man ein Auto, das sich entfernte. Vermutlich ein Taxi.

„Das muss Casio sein“, sagte Spike und ging zur Tür. „Ich erzähl’ dir den Rest ein anderes Mal, okay?“

Es war wirklich Casio. Spike verschwand mit ihm und seinem Glas Brandy im Kellergeschoss, um den Computer anzuwerfen und irgendwas auszutüfteln, das mit Musik zu tun hatte



„Zieh dir was Nettes an, wir gehen ins E-body“ sagte Spike beiläufig zu Lilah, als er kaum eine Stunde später wieder mit Casio aus dem Keller auftauchte.

„Trägt man da was Bestimmtes?“ Endlich hatte er sie gefragt!

„Nööö, sollte nur bequem sein. Oder wenn du willst, aufreizend und unbequem“, schlug Spike vor, und nach einem kurzen Blick auf ihren rechten Arm in der Schlinge sagte er: „Du siehst bezaubernd aus! Ich rufe uns jetzt ein Taxi, und komm mir ja nicht auf die Idee, dich noch mal umzuziehen...“

„Ich bin also perfekt angezogen?“

„Du BIST perfekt!“

Diese Aussage fand Lilah großartig.



Eine Viertelstunde später sind sie schon im E-Body, im dampfend warmen E-body.

Die anderen Jungs sind auch schon da. Handelt es sich hierbei um eine telepathische Verabredung, oder haben die alle Mobiltelefone?

Jedenfalls sind sie alle da.
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Und sie haben Plätze freigehalten. „Rutsch rein, Lilah!“

Lilah klettert in die Polsterbank, und Spike setzt sich neben sie. Es ist so eng auf der Polsterbank, dass er seinen linken Arm um ihre Schulter legen muss. Danke, Polsterbank!

Lilah blickt sich neugierig um. Was sie sieht, gefällt ihr. Keiner kümmert sich um andere Leute, und es sind jede Menge andere Leute da, teilweise ziemlich ausgeflippt wirkende Leute. Zwei ältere Pärchen sind in Abendrobe erschienen, kommen bestimmt aus der Oper auf eine Portion Spaghetti vorbei, aber keinen interessiert das sonderlich.

Lilah seufzt erleichtert auf. Sie hätte hier auch im sündhaft teuren Anwältinnen-Kostüm mit dezenter Perlenkette erscheinen können, und es hätte sie keiner beachtet.

„Hast du Hunger?“ Spike reicht ihr die sagenumwobene Speisenkarte des E-body.

„Mal schauen.“ Lilah vertieft sich in die Karte – circa zwei Minuten lang – muss lachen und fragt Spike, was er ihr denn empfehlen könne. Die billigen Spaghetti, den absolut vitaminlosen Proletenteller, oder die Torties mit reichlich Geschmacksverstärkern.

„Die Spaghetti sind nicht schlecht. Nein, besser nicht, nimm die Torties. Die kannst du gut mit nur einem Arm essen“, empfiehlt Spike. „Ich könnte dich zwar mit den Spaghetti füttern, aber das wäre eine ziemlich schweinische Sache...“

Lilah bestellt eine Portion Torties beim Wirt. Obwohl das schweinische Füttern mit Spaghetti auch seine Reize gehabt hätte...

Snikkers kommt rein, leicht schwankend, als hätte er schon woanders einiges getrunken.

„Oh Lilah, mein Liebling!“ Snikkers fällt Lilah fast um den Hals vor Wiedersehensfreude, was umso erstaunlicher ist, da sie sich gerade erst gestern gesehen haben.

Die Torties werden gebracht, und Lilah entschließt sich, sie an einem dieser Baumstämme zu essen. „Lass mich raus“, sagt sie zu Spike, greift sich den Tortie-Teller und das Besteck, rutscht aus der Bank heraus und setzt sich zwei Meter weiter auf einen Barhocker, der vor einem dieser abgesägten Baumstamm steht.

Die Torties sind erstaunlicherweise genießbar.

Aus den Augenwinkeln heraus verfolgt sie, wie Spike aufs Klo geht, nach kurzer Zeit wieder herauskommt und irgendetwas vor sich hinmurmelt, während er sich auf den Weg nach draußen macht, um wohl in die Büsche zu pinkeln.
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Lilah setzt sich wieder auf die Bank, Snikkers gesellt sich zu ihr, legt einen Arm um sie und stöhnt verzweifelt: „Der wollt ihr mal die Welt zeigen...“

Lilah ist etwas verwirrt, sie weiß nicht, was er meint und ist außerdem abgelenkt von Spike, der gerade wieder hereinkommt von draußen, und es ist ihr peinlich, dass Snikkers seinen Arm um sie gelegt hat.

Spike sieht sie in Snikkers' Armen und denkt, es ist mal wieder soweit! Snikkers ist fertig! Spike knirscht mit den Zähnen. Obwohl er weiß, dass Snikkers ein armes Schwein ist und dazu noch besoffen, will er nicht, dass er Lilah anfasst. Aber was zum Teufel will er? Ja, was will er? Bis jetzt hat er sie fast wie ein angenehmes... ja vielleicht Haustier empfunden, wie eine Katze vielleicht, wunderschön und überhaupt nicht aufdringlich (Wir stellen fest, dass Spike noch nie eine Katze gehabt haben kann, sonst würde er dieses Tier nicht als unaufdringlich bezeichnen, aber egal). Was also empfindet er? Er empfindet nur, dass sie nicht in Snikkers' Armen sein sollte. Wenn schon in irgendwelchen Armen, dann in seinen, Spikes Armen. Allerdings weiß er nicht genau warum. Irgendwie scheut er davor zurück, weil er vielleicht Angst hat sich zu verlieben? Möglich...

Tatsache ist, dass er Lilah für eine Spionin von W&H hält, aber er hat nun wirklich keine Ahnung, was sie bei ihm ausspionieren soll. Denn was können DIE schon groß von ihm wollen...



Just in diesem Moment wird er angesprochen, und zwar von einer vollbusigen Person, die ihn mit der Begründung „Mein Auto springt nicht an, kannst du mal gucken“ nach draußen lockt.



bald weiter...
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Punktestand der Geschichte:   74
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Kommentare zur Story:

  danke dieter fürs lesen,
der satz zieht sich durch die story: was können die schon groß von mir wollen... ja was? ;-)  
   Ingrid Alias I  -  26.07.11 08:46

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  Spike ist Lilah gegenüber mißtrauisch. Hält er sie für eine Spionin von W&H? Aber was sollten die von ihm wollen? Und was ist nun mit dieser vollbusigen Person, die Spike vor`s Auto lockt? Spannend!  
   Dieter Halle  -  25.07.11 10:43

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  @ alle
schön, dass ihr die rückblicke für aufschlussreich haltet. ich hab' zuerst gedacht: 'mensch, nur so blöde unterhaltungen, das interesiert doch keine sau!' aber die lassen wohl tief blicken... mantaschale ist vermutlich genauso vitaminfrei (nett ausgedrückt) wie der berüchtigte proletenteller aus'm e-body... ;-)
lieben gruß an euch, danke fürs lesen!  
   Ingrid Alias I  -  21.07.11 17:13

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  Was ist der "Vitaminlose Proletenteller?" Die Manta-Schale? ;0)

Bei "Schmeiß mich auf einen Pflock" habe ich laut gelacht.

Liebe Grüße DublinerTinte ;0)  
   Pia Dublin  -  20.07.11 21:36

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  Wieder eine tolle Story mit einem interessanten Rückblick. Ich vermute, hier bahnt sich ein Konflikt an, was das Verhältnis zwischen Liliah und Spike angeht, zumal dieser Snikkers noch ins Spiel gekommen ist.
Man darf sehr gespannt sein, wie es weitergeht.
LG. Michael  
   Michael Brushwood  -  20.07.11 21:02

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  Spannend ist dieser Rückblick in Spikes Vergangenheit. Buffy scheint ja da eine überaus wichtige - eigentlich regelrecht boshafte - Rolle gespielt zu haben. Auch wenn Spike ein Vampir war, so scheint er Buffy sehr geliebt zu haben. Dagegen hat Lilah keinen leichten Stand. Mysteriös ist nun das was sich jetzt anbahnt. Wer ist diese Frau fragt man sich und wird bestimmt erst im nächsten Kapitel darauf Antwort finden.  
   Jochen  -  20.07.11 17:32

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  @ tis-anariel, danke für dein aufmerksames lesen. der zeitwechsel war schon von mir beabsichtigt, weil die gegenwart intensiver ist als die vergangenheit, jedenfalls als stilmittel beim schreiben. andererseits ist NUR gegenwart bei einem roman sehr ermüdend. aber du hast recht, und ich hab's abgeändert - die gegenwart findet jetzt erst im e-body statt... ;-)

@ doska, klar, hat er einiges mitgemacht, aber trotzdem war er bis zur letzten sekunde auf buffy fixiert, was ist da also passiert?

@ jingizu, 1.) ich liebe es die festen institutionen der banalen unterhaltung auf die schippe zu nehmen, die gehen mir nämlich gewaltig auf die nerven. 2.) ja, das muss wirklich der himmel sein... ;-)

DANKE euch sehr fürs lesen!  
   Ingrid Alias I  -  20.07.11 15:31

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  Hallöchen,
auch ich verfolge noch immer mit großem Intersse diese Geschichte und bin schon gespannt, wer denn Spike nach draußen lockt und warum.

Ach ja, du hast nen Zeitsprung drin.

Ab hier: " „Zieh dir was Nettes an, wir gehen ins E-body“ sagt Spike beiläufig zu Lilah, als er kaum eine Stunde später wieder mit Casio aus dem Keller auftaucht."
Da schreibst du dann plötzlich in der Gegenwart weiter.

Liebe Grüße  
   Tis-Anariel  -  19.07.11 23:03

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  Spike wendet sich Lilah zwar freundlich und lieb zu, aber sonst ist nichts. Als er ihr von seinen Erinnerungen erzählt, wird einiges klarer. Arme Lilah, aber vielleicht kann sie einiges verändern? Jetzt bin ich mal gespannt, welche weibliche Person ihn nach draußen gelockt hat.  
   doska  -  19.07.11 22:24

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  Ach ich finds immer besonders schön, wenn jemand die festen Institutionen der banalen Unterhaltung auf die Schippe nimmt. "Willst du drüber reden?" ^^

Ach und falls du dich wirklich fragst was gestandene Märtyrerinnen im Paradies erwartet - sie bekommen da oben ihren Mann wieder. Ist das nicht der Himmel? ^^  
   Jingizu  -  19.07.11 20:22

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