DIE F-AKTEN – Teil 4 Wir untereinander...   72

Romane/Serien · Amüsantes/Satirisches

Von:    Ingrid Alias I      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 3. April 2011
Bei Webstories eingestellt: 3. April 2011
Anzahl gesehen: 1855
Seiten: 4

Diese Story ist Teil einer Reihe.

Verfügbarkeit:    Die Einzelteile der Reihe werden nach und nach bei Webstories veröffentlicht.

   Teil einer Reihe


Ein "Klappentext", ein Inhaltsverzeichnis mit Verknüpfungen zu allen Einzelteilen, sowie weitere interessante Informationen zur Reihe befinden sich in der "Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht":

  Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht      Was ist das?


Dieser Teil handelt über das ausgezeichnete Verhältnis, welches die Arbeitnehmer auf der Merde zueinander haben...



„Blaahh Blaahh Preise Blaahh Verfall Blaahh Blaahh Blaahh Blaahh, Kawa, Honda, Frau zu Hause, LACH!!!...“ Der 2. Abteilungsleiter LABERZWERCH ist voll in seinem Element, nämlich beim Labern.



„Oh mein Gott! Ich halte das nicht mehr aus!!! Wie kann man nur so ohne Ende labern!!!“ INGA INDIOTA schüttelt entnervt den Kopf.



„Blaahh Blaahh Blaahh, Kawa, Honda, Frau zu Hause, LACH!!! (meckerndes) Blaahh Blaahh HOHOHOHO!!! Blaahh, Blaahh Blaahh Blaahh...“



„Mir bleibt die Luft weg, wenn ich da zuhöre“, sagt INGA entrüstet und keucht leicht vor sich hin. „Und das Blöde ist, ich kann meine Ohren einfach nicht abwenden von dem Gequatsche!“ Sie sieht sich kurz um, um den Gegenstand ihrer Abneigung, nämlich LABERZWERCH ins Auge zu fassen, doch dabei erblickt sie automatisch DENUNZI, der total idiotisch aussieht! Er sieht nämlich aus, als wäre er aus einem Comic entsprungen, er sieht aus wie einer dieser zwei Schul(t)zes aus dem Comic ‚Strim und Tuppi’ oder besser gesagt wie einer, der sich wie die Schul(t)zes verkleidet hat – mit einer überaus dämlichen, aber sauteuren Brille und einem noch dämlicheren Oberlippenbart. Alle Männer in der Abteilung tragen noch einen Oberlippenbart, die sogenannte Rotzbremse. Bis auf WISPER, aber WISPER ist die Ausnahme, er zählt nämlich nicht in der so genannten Hierarchie der Abteilung.



„Und dann habe ich mit der Alten gepennt...“ hört man gerade Schul(t)ze... äääh DENUNZI erzählen, laut genug, um es im ganzen großen Raum zu hören.



„Nein! Nicht das!“ INGA INDIOTA ringt nach Luft, und CALLY BLONDIE, auch T-REX genannt – wobei keiner mehr weiß, ob sich diese Bezeichnung auf ihre sehr kurzen Arme oder auf ihr sehr kleines Gehirn bezieht – dreht sich grinsend zu ihr herum.



„Ich muss mich bestimmt gleich übergeben“, röchelt INGA INDIOTA.



„Ich glaub’, ich mich auch“, CALLY BLONDIE rückt zu INGA INDIOTA an den Schreibtisch und sagt leise: „Und dabei will der Typ doch demnächst heiraten. Und die Frau ist sogar eine Doktorin. Frau Doktor GURKE.
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..“



„Stimmt ja, der hat sich am Telefon schon mit HERR DOKTOR GURKE gemeldet, unglaublich! Wie kann man nur so einen Typen heiraten? Diese GURKE muss doch total beknackt sein.“



„Dann passen die beiden doch gut zusammen!“



„Wow, da könntest du recht haben“, sagt INGA nach einer kurzen Bedenkzeit. Sie grübelt darüber nach, wie dieses dumme blonde, absolut nervende, kurzarmige Mädchen auf so eine treffende Schlussfolgerung kommen konnte, und schließlich denkt sie: Ein blindes Huhn wirft in der Dämmerung vielleicht auch mal einen langen Schatten...



„Blaahh Blaahh Preise Blaahh Verfall Blaahh Blaahh Blaahh Blaahh, Kawa, Honda, Frau zu Hause, LACH!!!...“



„Kann der nicht endlich mal die Klappe halten? Ich halte das nicht mehr aus!“ Aus purer Verzweiflung steht INGA INDIOTA auf und läuft ein bisschen im Büro herum, verfolgt von den listigen Vogelaugen des Herrn DENUNZI, der immer noch sein Privatgespräch bestreitet.

„Oh mein Mobily klingelt“, er verabschiedet eiligst seinen Gesprächspartner und sagt in sein Mobily: „Ich ruf’ dich sofort zurück...“ DENUNZI ist halt ein sehr sparsamer Typ, der gern auf Firmenkosten telefoniert.



INGA INDIOTA lehnt sich entnervt über einen uralten, halb offen stehenden Karteikasten, der schon seit Jahrzehnten hier sein Gnadenbrot fristet.

Plötzlich fühlt sie ein unangenehmes Jucken* in den Augen, und sie reibt sich die Augen ein wenig.



*Was INGA NICHT weiß ist, dass eine der Mikrokulturen, die sich im Jahrzehnte alten Staub des Karteikastens entwickelten, mittlerweile die Lasertechnik erfunden hat und mit einer mikroskopisch kleinen Laserkanone auf alles schießt, was sich ’oben’ blicken lässt. Eine zeitlang hatte diese Kultur geglaubt, dass der Erschaffungsgott sich dort ’oben’ offenbaren würde, aber als dies nie geschah, schwang die Religion schnell um in einen atheistischen Verleugnungskult aller Götter. Jedenfalls schoss man auf alles, egal ob oben, unten, rechts oder links - eben auf alles, was sich irgendwie am Himmel oder sonst wo blicken ließ. Diese Kultur erwies sich im übrigen als sehr scharfsinnig und hatte schnell herausgefunden, dass die Welt im allgemeinen aus Behältern besteht, die an den Seiten endlich sind, aber nach ’oben’ hin anscheinend keine Begrenzung haben.
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..



Als INGA mit tränenden Augen wieder an ihrem Schreibtisch sitzt, wird sie von Denunzi überrascht, der ihr gerade ein Stück Papier auf eben diesen Schreibtisch legt.



INGA nimmt das Stück Papier vorsichtig in die Hand – es handelt sich um einen durchfallgelben Zettel, der von weitem aussieht wie schlecht gefälschtes Bottichpapier, aber das stimmt gar nicht, denn bei näherer Betrachtung sieht er aus wie eine gute Fälschung von einem Stück Schissling. Inga betrachtet es angeekelt und liest:



„...Laden wir alle zu unserer Trauung ein, die stattfindet am 01.13.1110 um 13:00 Uhr (auf der Merde gibt es 13 Mondume, die 13 gilt als Glückszahl, und das Mondjahr stimmt fast mit dem Sonnenjahr überein) im Rathaus von FRESSEN-BREY (die Stadt in der dies alles spielt heißt FRESSEN). Allen Eingeladenen servieren wir nach erfolgter Trauung ein Glas Sekt...“



„Hey, das ist aber nett“, meint CALLY BLONDIE, die auch schon die durchfallgelbe Schisslingfälschung gelesen hat.



„Hmmm“, INGA INDIOTA grübelt vor sich hin. „Irgendwas stimmt da nicht!“

Nach kurzer Zeit hat INGA herausgefunden, was da nicht stimmt. Das Datum stimmt nicht. Oder stimmt doch. Je nachdem, für wen der grandiose Sektempfang stattfinden soll. Das Datum sagt jedenfalls einwandfrei aus, dass diese tolle Trauung an einem FREUTAG stattfinden soll, und zwar um 13 Uhr, also zu einer Zeit, wo alle Eingeladenen noch voll arbeiten müssen!!!



„Was für ein Schwein!“, sagt INGA inbrünstig, als DENUNZI schon lange vor seiner offiziellen Mittagspause den Raum verlassen hat. „Allen Eingeladenen servieren wir nach erfolgter Trauung ein Glas Sekt....“



Sogar der immer quatschende zweite Abteilungsleiter LABERZWERCH hat irgendwie mitbekommen, dass DENUNZI alle reingelegt hat. Und man sinnt auf Rache.



„Sollen wir den Alten nicht fragen, ob wir gesammelt zur Trauung gehen dürfen?“, schlägt INGA vor und blickt dabei aufmunternd in Richtung LABERZWERCH.



Dazu hat LABERZWERCH und unverständlicherweise auch kein anderer den Mut und die Lust.
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Aber meckern tun sie alle.



„Ein Schlag ins Gesicht!“, sagt JANA ROBERTS.



„Ausgerechnet dieser faule, blöde Sack...“ meint INGA INDIOTA.



„Eine himmelschreiende Ungerechtigkeit!“ LABERZWERCH ist empört.



„Das ist nicht fair!“, sagt CALLY BLONDIE, und die anderen grinsen sich an, denn Cally... nun ja, die soll froh sein, dass sie überhaupt hier ’arbeiten’ darf.



„Das gggglaub’ ich nicht“, stottert WISPER so leise, dass keiner ihn verstehen kann, aber das ist allen vollkommen egal.



MOTZFOTZ hingegen sagt nichts, was aber eher daran liegt, dass er nicht anwesend ist, das Wetter ist nämlich supergut im Moment, und dann nimmt er immer spontan Urlaub.



Jedenfalls herrschte Aufruhr. Ziemlicher Aufruhr. Aber was sollten sie machen?



Sie sammelten für die Hochzeit in der Firma nicht viel Geld, denn auch andere (sagen wir mal die Intelligenteren) hatten mitgekriegt, dass sie vergackeiert worden waren.

Für einen Teil dieses gesammelten Geldes, sie selber hatten natürlich keinen STEURO dazu gegeben, kauften sie ein Glas Senf, ein Glas Honig und eine Packung Präservative. MOTZFOTZ selber verfasste den hochironischen Text der Hochzeitskarte. Dieser strotzte nur so vor Anspielungen, die sich allesamt auf die Fortpflanzung und vor allem auf die Kollegialität des DENUNZI bezogen. Den Rest des Geldes verprassten sie in einem grandiosen Sektfrühstück mit allen Schikanen – DENUNZI hatte an dem Tag Urlaub. Nie zuvor war man sich so nahe gewesen...



Alles andere, was sie planten, klappte nicht richtig:

Zum Beispiel die Idee von INGA, DENUNZIS Hochzeitseinladungen zu vervielfältigen und in alle Briefkästen in der Umgebung zu werfen. Sie taten es, WISPER verteilte jede Menge dieser nachgemachten Einladungen in die Briefkästen in der Umgebung, und auch INGA verteilte bei einem Stadtbummel einige davon an Passanten...



Oder die Idee, den Fernsehsender RL+T (Rücksichtslos labern + tratschen) einzuspannen. RL+T war dafür bekannt, Leute unverhofft zu überraschen und dabei zu filmen... Aber sie hatten einfach nicht den Nerv, das in die Wege zu leiten.



Deswegen verspürten sie ziemlich viel Groll im Leib, und der verstärkte sich noch, als sie an dem besagten FREUTAG erfuhren, dass DENUNZI den Chef SHERMAN SHIT gefragt hatte, ob er seine Braut mit dem Berzedes Menz des Chefs abholen dürfe.
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Und der Chef hatte nicht nur JA gesagt, sondern seine dämliche Tochter, die grauenhafte MEDUSA, hatte auch noch höchstpersönlich den Menz mit Blumen geschmückt. Die dumme Nuss!



Und leider erzählte DENUNZI nichts darüber, ob nicht eingeladene Personen zu seinem grandiosen Hochzeitssektempfang erschienen waren.

Aber über die Hochzeitskarte und die Geschenke schien er sich auch nicht sehr zu freuen, denn er nahm sie nicht einmal mit nach Hause zu seiner frisch angetrauten... Gurke.



Ende Teil 4 (vorletzter Teil)
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Punktestand der Geschichte:   72
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Kommentare zur Story:

  hallo ihr lieben,
ich danke euch fürs lesen! tja, denunzi und seine gurke sind nicht sehr sympathisch... ;-)  
   Ingrid Alias I  -  12.04.11 12:07

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  Schade, schon der vorletzte Teil? Habe mich auch über dieses Kapitel sehr amüsiert.  
   Dieter Halle  -  10.04.11 22:22

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  Denunzi ist zwar ein sehr sparsamer Typ, aber die Mitarbeiter rächen sich , wenigstens so ein bisschen. Bin gespannt, wie es weitergehen wird.  
   Petra  -  06.04.11 23:02

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  Da ist ja wieder einiges los auf dem Planeten Merde. Denunzi und diese Einladung, die ja doch keine richtige ist zur Traumhochzeit. Da wird man irgendwie neugierig auf Dr. Gurke.  
   Jochen  -  06.04.11 22:24

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  Dass sich dieser Denunzi am liebsten mit Herr Doktor ansprechen lassen würde, wo er nun eine Frau Doktor geehelicht hat, fand ich köstlich. Und du hast so herrliche Worte für das Gebaren dieser Mensch...äh ...Wesen gefunden, dass man unweigerlich kichern muss. Das war wieder ein schönes Schmunzelkapitel.  
   doska  -  05.04.11 15:55

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  @ michael
danke schön für deinen tollen kommentar! die f-akten sind bisher nur zum teil irgendwo anders veröffentlicht, das hier war ein schuss ins blaue.
und tja, es gibt schon "traumpaare", da perlt einem das blut - und die wut auch.  
   Ingrid Alias I  -  05.04.11 13:57

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  @ rosmarin
tja, schöne merdeerde, alles war wahr auf der merde... ;-)  
   Ingrid Alias I  -  05.04.11 13:53

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  Dieser fantastische vierte Teil deiner Geschichte reiht sich nahtlos an die anderen drei gelungenen Teile an.
Denunzi und Shermann-Shit, das sind zwei Typen, die auch auf unserer Mutter-(M)erde gemeinsame Sache machen würden. Aber auch Denunzi und auch die "hochtalentierte" Frau Dr. Gurke - die ihrem Namen die gebührende Ehre erweist, signalisieren auf ihre Art das "Traumpaar".
Und dann noch diese super "Hoxtzeitskarte"! - eine Sch...-Karte, so richtig angemessen für dieses außerirdisch- irdische Traumpaar.
LG. Michael  
   Michael Brushwood  -  04.04.11 20:02

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  also, ingrid, ich muss schon sagen..., ja, was denn? schöne merdeerde. und diese sinnvollen dialoge. und überhaupt. lach. ich muss mal nachdenken. schönen tag dann noch. gruß von  
   rosmarin  -  04.04.11 11:35

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