Holidays in Kampodia Kap.VII – Teil 2 HOLIDAY in CAMBODIA...   83

Romane/Serien · Nachdenkliches

Von:    Ingrid Alias I      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 29. September 2010
Bei Webstories eingestellt: 29. September 2010
Anzahl gesehen: 1927
Seiten: 8

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   Teil einer Reihe


Ein "Klappentext", ein Inhaltsverzeichnis mit Verknüpfungen zu allen Einzelteilen, sowie weitere interessante Informationen zur Reihe befinden sich in der "Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht":

  Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht      Was ist das?


Daniel saß am Steuer, denn Rebekka wollte lieber träumen und schlafen, das hatte sie ihm gesagt. Er warf ihr einen zärtlichen Blick zu, sie sah zwar erschöpft aus, aber auch sehr schön - und er nahm kurz ihre Hand, um einen Kuss darauf zu drücken.

Während der Fahrt grübelte er vor sich hin und versuchte, das Muster seines Lebens zu ergründen. Warum hatte er immer wieder die falschen Dinge getan, vor allem mit den falschen Frauen? Seine Mutter kam ihm in den Sinn. Eine zierliche Person, sehr schwach und sehr unselbstständig. Sie litt an einer heimtückischen Krankheit, an der sie letztendlich starb. Trotz ihrer Hilflosigkeit hatte sie alle fest im Griff, den Vater und natürlich auch den kleinen Daniel. Sie trichterte ihm sinngemäß ein: ‚Nur sexuell unaktive Frauen sind gute und treue Frauen. Und gute und treue Frauen wollen vor allem verwöhnt und verhätschelt werden.’

Er hatte seiner Mutter wohl geglaubt und seine Frauen nach ihren Vorstellungen ausgesucht. Es war wie ein Ritual, er musste um sie werben, sehr lange werben, und zuerst warb er um Susanne, die kindliche Unberührte. Es endete nicht gut.

Und dann war da Marissa, die schöne verlassene Marissa, die den Ritter auf dem weißen Pferd zwar dauernd besang, aber nicht mehr an ihn glaubte. Wenn er mit ihr schlafen wollte, bremste sie ihn aus mit dem Argument: Ich kann jetzt nicht, weil ich die Pille nicht nehme. Daniel wollte sich damals nicht sterilisieren lassen, aber ein Kind mit ihr zu haben, das konnte er sich auch nicht vorstellen. Also kein Sex! Und irgendwann, als Marissa mal wieder abgezogen war in kostenlose Urlaubsgefilde, ließ er sich von anderen Frauen anmachen, er spürte dabei nicht den Hauch eines schlechten Gewissens, es war ihm mittlerweile scheißegal. Alles stagnierte, nichts änderte sich, und er hatte akzeptiert, dass er mit seiner Liebe immer scheiterte.

Aber dann auf einmal tauchte Rebekka auf, und irgendetwas in ihm hatte auf sie gewartet. Er kannte sie ja, hatte schon Bücher mit ihr getauscht, aber sie war so unerreichbar, so abweisend, dass er nicht einmal davon geträumt hatte, irgendwann mit ihr... Im nachhinein musste Daniel lächeln – da hatte er sich wohl getäuscht, so abweisend war sie gar nicht.

Ganz im Gegenteil, sie war so geil, so köstlich, so anschmiegsam wie eine rollige Katze.
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Sie verkörperte absolut nicht das anspruchsvolle unschuldige Weibchen, das seine Mutter für den Idealfall hielt, doch es kümmerte ihn nicht mehr, seine Mutter war tot, er war eben anders, als sie es sich vorgestellt hatte, und zum erstenmal in seinem Leben erkannte er seine wahren Wünsche. Er wollte Rebekka, er wollte, dass sie sich an ihn klammerte, während er in ihr war, bis sie dann stöhnend abdriftete und er ihr nachfolgte. Er wollte SIE, nichts anderes als SIE!

Aber Rebekka machte ihm klar, dass er ein untreues Schwein war, sie ließ kein Wiedersehen zu. Er versuchte, sie anzurufen, aber jedes Mal ging ein Kerl ans Telefon, und Daniel legte dann auf. Sie hatte sich schnell getröstet. Quatsch, sie brauchte keinen Trost, er war nur ein One-Night-Stand für sie gewesen.

Als Marissa aus dem Urlaub zurückkam, merkte sie schnell, dass etwas mit ihm passiert war, und ihr Verhältnis verkehrte sich ins Gegenteil. SIE wollte nun mit ihm schlafen, aber ER wollte es nicht mehr. Er hatte die Nase voll von den lauwarmen Berührungen, von den gespielten Orgasmen, von dem falschen Gestöhne. Er hatte alles satt! Diese Beziehung war gar keine. Marissa hatte ihn nur genommen, weil ihr Leben durch ihn bequemer und billiger wurde. Sie liebte ihn nicht und er sie auch nicht.

Er wusste nur eines, er hatte sein Paradies in Rebekka gefunden, aber er hatte es auch sofort wieder verloren.

Er trennte sich von Marissa und ging nach Brasilien, wo sein Onkel ihm einen Job angeboten hatte. Marissa tat sich in der Zwischenzeit mit seinem Freund Lukas zusammen, und später dann heirateten die beiden. Lukas war natürlich in finanzieller Hinsicht sehr viel ergiebiger als Daniel, der damalige Kneipenwirt. Daniel musste fast lachen: Wenn Marissa gewusst hätte, dass der arme dumme Daniel einmal Erbe seines Onkels sein würde, dann hätte sie sich bestimmt mehr Mühe um ihn gegeben...

Dem Himmel sei Dank war das nicht passiert, denn es hätte diesen unsagbaren Mist nur unerträglich verlängert!

Wie auch immer, Rebekka war für ihn verloren, sie wollte ihn nicht, und er fühlte sich einsam und verlassen. Er hatte hier und dort zwar alles versucht, um die Nacht mit Rebekka zu vergessen, aber die sexuellen Ausschweifungen, in denen er Ablenkung und Vergessen suchte, waren schal und unbefriedigend gewesen.
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Sie fehlte ihm so. Er dachte jeden Tag und jede Nacht an sie, er sah sie vor sich, wenn er mit anderen Frauen schlief, und manchmal träumte er so real von ihr, als würde er einen Film sehen. Mittlerweile wusste er auch, wie das geschehen konnte. Morgaine...

Gab es eine Art Wechselwirkung? Dachte Rebekka an ihn? Konnte Morgaine deswegen eine Verbindung zu ihm aufbauen? Oder war es, weil er soviel an Rebekka dachte? Wie auch immer, in Kampodia, wohin ihn wohl auch Morgaine geführt hatte, erlebte er Rebekka neu. Aber sie hatte immer noch die gleiche Wirkung auf ihn wie in seinen Träumen, und sie hatte ein Kind. Sein Kind!



Gut, alles war jetzt legal, Morgaine war etwas abgesicherter als vorher, aber was war mit Rebekka? Ihre Reaktion auf ihre Eltern war beängstigend. Wenn es das war, was er dachte, dann würde er ihrem Vater aufs Maul hauen. Wenn es das war...

Aber was konnte es sonst sein, das ihr dermaßen zu schaffen machte? Er dachte an Claudia, sie hatte zu ihm gesagt: ‚Sei lieb zu ihr, aber nicht zu lieb, sie hat nicht viel Selbstbewusstsein, sie krankt immer noch an etwas aus ihrer Kindheit. Und sie braucht jemanden, der sie ab und zu zurechtstaucht. Dadurch wird sie ihren wirklichen Wert erkennen.’ Kurios das! Daniel hatte vor, seinen eigenen Weg zu gehen, und er wusste, dass er sehr hartnäckig sein konnte. Und diesmal würde er durchhalten, es war die Mühe wert.



Auch Rebekka dachte nach, während sie mit geschlossenen Augen vor sich hin döste. Ihr Körper glühte noch von Daniels Liebkosungen, es kam ihr vor wie ein leichtes Fieber, aber ein heilsames Fieber – und es fühlte sich verdammt gut an.

Sie fand es kalt im Auto und schmiegte sich in ihre Jacke. In der Jackentasche fand sie ein paar zerknüllte Fetzen Papier. Sie holte sie heraus, glättete sie und schaute zerstreut darauf.

Ihr Kopf war voll von diffusen Gedanken, die sie schon öfter gedacht hatte. Sie ließen sie immer verwirrt zurück, und nie kam sie zu einem echten Ergebnis. Sie konnte nicht zur Wahrheit vordringen, denn alles lag hinter einem dichten Schleier verborgen. Wieso wusste man so wenig von sich selber?

Sie starrte immer noch auf die Papierfetzen, bis sie erkannte, dass es sich um die Zettel vom Erbsenpflücken handelte. Sie hatte sie nicht eingelöst.
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War das symptomatisch für ihr Leben? Hatte sie etwas gegeben, es aber nicht eingelöst bekommen? Nein, das Gegenteil war der Fall. Ihren Liebhabern hatte sie nie viel Liebe geben können, sie hatte sich ihnen entzogen, körperlich und auch vom Gefühl her. Was stimmte nicht mit ihr? Warum scheiterten ihre Beziehungen immer? Im Fall Michael wusste sie, dass sie ihre nicht vorhandene Liebe durch übersteigerte hausfrauliche Fürsorglichkeit kompensiert hatte. Das ging natürlich in die Hose. Männer wollten möglicherweise eine saubere Wohnung, klar doch. Aber guten Sex wollten sie noch mehr, und vor allem wollten sie geliebt werden. Doch sie war anscheinend unfähig zur Liebe gewesen.

Lag es an ihrem Vater? Ihr Vater war geil und untreu. Hielt sie alle Männer deswegen für geil und untreu? Oder war es wegen der anderen Sache?

Was hast du mir angetan! Du hast dich an deinem eigenen Kind vergangen! Hast du überhaupt eine Ahnung, was das bedeutet? Nein, das hast du nicht, du perverses Schwein! Und du Mutter, du hast deine Augen verschlossen, du blödes Weibchen! Hattest wohl Angst, dein grandioser Ehemann würde dich verlassen. Untreu und schlecht war er, er hat sich an deinem eigenen Kind vergangen, und du schließt die Augen? Warum hast du mich nicht beschützt? Du bist feige, du hast mich nie geliebt! Wenn jemand das Morgaine antun würde, ich würde ihn umbringen. Scheiß auf die Liebe! So ein Kerl hat keine Liebe verdient!

Sie fasste endlich den Entschluss, ihre Eltern zur Rede zu stellen, statt dauernd vor ihnen davonzulaufen. Sie wollte wissen, warum und weshalb, wollte wissen, warum sie ihr das angetan hatten, wollte wissen, ob sie selber Schuld daran trug, wollte erfahren, warum sie von ihnen nicht geliebt wurde. Denn sie hatte die Nase voll! Rebekka schüttelte unmerklich den Kopf. Sie hatte die Nase voll von den Zweifeln an sich selber, sie wollte endlich in Frieden leben. Und warum nicht mit Daniel? Sie musste sich nur trauen. Und Daniel würde Morgaine nie das antun, was ihr Vater ihr, Rebekka, angetan hatte. Das wusste sie einfach.

Daniel, war er es? Ja, er war es. Sie hatte es wieder gespürt, das Gefühl, das er in ihr weckte. Das Begehren und die Erfüllung, die Auflösung ihres Ichs, wenn er in ihr war, die dunkle samtige Woge voller Süße und Ekstase, die ihren Körper bis in die tiefsten Fasern ausfüllte und alles andere auslöschte.
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Das Glück... Diesmal würde sie es schaffen, sie wollte ihn glücklich machen. Und sich selber dadurch auch.



Er spürte, dass sie wach war, sie starrte auf irgendwelche Zettel, grübelte vor sich hin, dann merkte sie, wie er sie anschaute und lächelte ihn an.

„Legst du bitte mal die CD ein?“

Sie nickte und sah sich das Cover an. Es war eine CD von den Dead Kennedys, sie stammte aus den 80er Jahren. Und durch Zufall kam ausgerechnet dieses Stück als erstes:



IT'S A HOLIDAY IN CAMBODIA

IT'S TOUGH KID, BUT IT'S LIFE

IT'S A HOLIDAY IN CAMBODIA

DON'T FORGET TO PACK A WIFE



Rebekka kannte das Stück, eigentlich hielt sie ‚Holiday in Cambodia’ für einen grässlichen Punksong, der Typ war sowieso irre, dieser Jello Biafra, aber die Stelle mit dem ‚Don't forget to pack a wife’ fand sie lustig. Sie fing an zu kichern und berührte dabei kurz Daniels Hand, die das Steuer hielt.

Dann kam ihr plötzlich ein Gedanke, den sie auch sofort aussprach: „Wo sollen wir eigentlich wohnen?“ In ihrer eigenen kleinen Wohnung war nicht viel Platz, es reichte gerade für Morgy und sie. Und jetzt würde sich bestimmt einiges ändern. Sie seufzte leise auf, alles kam ihr so fremd und ungewohnt vor, und mit ihrer Unabhängigkeit war es wohl vorbei. Zudem fiel ihr gerade ein, wie sie den Leuten im Büro beibringen konnte, dass sie jetzt verheiratet war. Einige würden sich drüber kaputtlachen. Die scheinbar so unnahbare Rebekka hatte sich innerhalb kürzester Zeit vermählt... Und wenn schon, andere Leute sollten sie nicht jucken.



Daniel konnte nicht anders, als wieder ihre Hand zu ergreifen und sie zu küssen. „Mein Onkel hat mir ein Haus vererbt, es ist nicht besonders schön, hat aber eine gute Lage am See.“



„Oh, ein Haus!“ Rebekka fühlte sich unsicher. Das war ja ein Ding, es machte die Sache nicht leichter, bei den Häusern am See handelte es sich um puren Luxus, jeder wollte dort wohnen, aber kaum einer konnte es sich leisten. Er war nicht so arm wie sie, also war er im Vorteil. Himmel, warum hatte sie nur solche Komplexe?



„Es ist nichts Besonderes, ich nenne es den Bunker, es ist einfach nur ein hässlicher Klotz, aber der Garten wird Morgaine gefallen.
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Und wir könnten uns ein Kätzchen anschaffen.“ Daniel hatte bemerkt, dass sie sich zurückzog, und plötzlich fiel ihm ein, dass er sie für käuflich gehalten hatte. Es musste Zirza gewesen sein, die ihm diesen Mist eingetrichtert hatte, denn Rebekka und käuflich? Das war so was von absurd! Ganz im Gegenteil, sie war so total selbstständig, so stolz darauf, dass sie es ohne Hilfe geschafft hatte. Er würde sie ganz behutsam daran gewöhnen, dass sie sich keine Sorgen mehr machen musste. Und vielleicht konnten sie wirklich irgendwann nach Kampodia ziehen, wenn sie es wollte...



„Ein Kätzchen?“ Rebekka lächelte ihn zärtlich an. „Ich glaube, an den Gedanken könnte ich mich gewöhnen...“ Okay, sie musste es halt akzeptieren, dass er ein Haus besaß. Sie würde trotzdem weiter arbeiten gehen, auch wenn sie ein Kind kriegen würde, sie brauchte eine gewisse Unabhängigkeit, und in diesen Zeiten war es sowieso besser, auf mehreren Füßen zu stehen. Und vielleicht konnte sie Daniel eines Tages unterstützen...



Ich auch, ich auch! Morgaine in ihrem Kindersitz hatte die Worte aufgeschnappt. Ein Kätzchen? Das wäre so toll! Vielleicht würden daraus ja zwei Kätzchen werden oder noch mehr, es gab ja so viele verlassene kleine und große Kätzchen.

Morgaine war ziemlich glücklich, mit Betonung auf ziemlich, alles hatte geklappt, der grüne Stein war kaputt, und alles würde gut ausgehen. Mammi musste nicht auf das Eis, und Fonso lebte, er war frech und hübsch wie immer, und alle würden sich um ihn kümmern in Kampodia, vor allem ihre Oma, ja wirklich, Tante Claudia war ihre Oma, aber das wusste sonst noch keiner.

Aber Andy war furchtbar unglücklich. Arme Andy! Morgaine fühlte sich deswegen sehr traurig, doch es ging nicht anders, es gab keinen anderen Weg, Andy musste da durch, sie musste selber erkennen, wie lieb sie Max hatte und wie lieb Max war. Es würde aber nicht sofort passieren. Es würde kalt sein, wenn sie alles verstand. Morgaine schüttelte leicht den Kopf, alles hätte auch anders kommen können, ihre Mutter auf dem See, hilflos steif, zitternd und frierend.
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Und David wäre ja auch dabei gewesen, sie liebte ihn jetzt schon sehr, er war ganz was Besonderes, und sie würde ihm immer nahe sein. Morgan, fragte sie, spürst du ihn auch?

Mit einer leichten Verzögerung sprach die alte Morgan: Ich spüre ihn, und es wird alles gut gehen. Natürlich musst du auf ihn aufpassen, du musst auf alle aufpassen.

Klar doch, wer sonst?



Andromeda saß auf dem Rücksitz neben Morgaine und starrte blicklos vor sich hin.

Kampodia war leer und seelenlos ohne ihn. Niemand wusste, wo er war. Die Garage, in der er sonst immer an seinem Lister-Jaguar herumschraubt hatte, stand leer. Sie hatte daraufhin seine Mutter besucht, mit der sie sich immer gut verstanden hatte. Aber seine Mutter konnte oder wollte ihr nichts über seinen Aufenthalt sagen.

Er war weg! Er war einfach gegangen. Er hatte ihr nichts erklärt, sie hatte ihn nichts fragen können. Wie konnte er nur einfach abhauen, der Feigling!

Und die Frau, die ihr Vater als vorläufige Verwalterin eingestellt hatte, war anscheinend eine Exfreundin von ihm. Das erschien Andy als der größte Hohn, den er ihr antun konnte. Wollte er, dass sie ihn hasste? Wenn ja, dann war er auf einem guten Weg dahin... Aber richtig hassen konnte sie ihn eigentlich nicht. Die Wunde war noch zu frisch, der Schmerz noch zu quälend, und ihr Leben erschien ihr im Augenblick zu leer und sinnlos, um überhaupt hassen zu können.

Aber trotzdem wollte sie ihn sehen, sie wollte mit ihm sprechen, sie wollte ihn ausfragen. Wollte ihn fragen, warum er das getan hatte. Wollte ihn fragen, ob er sie liebte. Oder ob er nur Mitleid mit ihr empfand, mit ihr, seinem Opfer? Hatte er sich nur mit ihr abgegeben, um sein schlechtes Gewissen zu beruhigen? Hatte er überhaupt ein schlechtes Gewissen? Aber Max war doch nicht schlecht, er hatte nie ein Tier getötet, außer es war wirklich nötig, er hatte Schlachtfeste gehasst, er hatte sich auf den Pflanzenanbau konzentriert...

Warum, warum? Warum hatte er das getan?

Sie wollte ihm ins Gesicht schlagen, ihm in die Eier treten, wollte sich an seiner Brust ausweinen. Wollte ihn lieben, nein, nein, nein, sie war ja total pervers, sich an seiner Brust ausweinen, ihn lieben...

Aber sie konnte nicht anders, sie kriegte diese Liebe nicht aus ihrem Kopf heraus.
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Sie hielt sich die Hände vor die Augen, und andere Sachen fielen ihr ein, unangenehme Sachen, Was war mit Zirza und ihm? Sie stöhnte auf, und ihr Körper verkrampfte sich. Nicht das! Alles andere, aber nicht das! Nein, nein, das wollte sie sich nicht vorstellen, sie verabscheute ihn, wie konnte er ihr das antun, nie hätte sie gedacht, dass er zu so etwas fähig war. Oder war er nicht? Oh Gott! Sie wusste es nicht. War er dazu fähig, konnte er…



POL POT , POL POT , POL POT , POL POT , POL POT , POL POT...



Was für eine furchtbare Stimme, sie bohrte sich in ihr Gehirn. Was für eine furchtbare Musik, Pol Pot, was für ein furchtbarer Name, was für ein furchtbarer Volksdiktator, hatte irgendwas mit Asien zu tun, Vietnam, Kambodscha oder so was.

Scheiß drauf! Warum war er nicht mehr da? Warum? Sie konnte mit niemanden über ihren Kummer und ihre Verzweiflung sprechen, sie konnte es nicht, sie ertrug es nicht, seinen Namen ausgesprochen zu hören. Niemand sollte etwas über ihn sagen. Diese Sache ging nur sie und Max an, aber der war weg. Einfach weg!

Als sie es endlich kapiert hatte, dass er weg war, bestürmte sie ihren Vater. Sie wollte auch weg von hier sein, sie wollte mit Daniel und Rebekka fahren. Sie würde bei denen im Ruhrgebiet zur Schule gehen und sie würde ‚brav’ sein.

Die beiden waren zuerst ziemlich bestürzt gewesen, aber sie hatte ihnen die Sache schmackhaft gemacht durch das Versprechen, auf Morgaine aufzupassen. Dad hatte schließlich widerwillig zugestimmt und alles von Kampodia aus in die Wege geleitet, Daniel und Rebekka sollten keine Umstände wegen ihr haben.

Sie hatte ihr Ziel erreicht, sie musste nicht mehr in Kampodia sein. Er hatte sie verlassen, und alles andere war ihr egal.



BACK HOME BACK HOME BACK HOME BACK HOME

BACK HOME BACK HOME BACK HOME BACK HOME

BACK HOME BACK HOME BACK HOME BACK HOME

BACK HOME BACK HOME BACK HOME BACK HOME



BACK HOME? Der Typ hatte so eine widerwärtige Stimme, der Song war total mies, und sie hatte kein zuhause mehr, ohne Max war sie nirgendwo zuhause.

Kampodia war für sie nur noch ein Ort und ein Wort ohne jede Bedeutung.



Fortsetzung, letzte.
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> Fortsetzung, letzte.
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Kommentare zur Story:

  danke euch allen fürs lesen und so. ;)
der nächste teil wird der letzte sein, aber ob die geschichte damit wirklich zuende ist? sowas geht nie richtig zu ende, aber mal gucken...
lieben gruß an euch  
   Ingrid Alias I  -  03.10.10 19:45

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  Die arme Andy- alle sind glücklich, nur sie nicht! Da wird man direkt neugierig wie sich das Problem mit Max lösen wird. Außerdem ist die grässliche Zirza ja immer noch auf freiem Fuß und wird ganz gewiss trotz zerstörtem grünen Stein noch etwas Boshaftes im Sinn haben.  
   Jochen  -  02.10.10 21:44

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  Ein Kätzchen für Morgy. Na wenn das nicht tolle Aussichten für das kleine Mädchen sind? Und Rebekka fasst endlich den Entschluss, ihre Eltern zur Rede zu stellen. Aber ich habe den Eindruck, dass da noch sehr viel Spannendes auf uns zukommen wird.  
   Petra  -  02.10.10 21:30

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  alles ist wieder hochdramatisch und irgendwie rührend. vielleicht taucht max ja auch wieder auf. ich denke, alles kommt zu einem guten ende, wie es in seifenopern üblich ist. jedenfalls ist alles wieder ganz toll und anschaulich be- und geschrieben.
hier kommen ganz liebe grüße an dich  
   rosmarin  -  01.10.10 11:29

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  Oh weh, mit Andy und Max steuert es wohl auf ein dramatisches Ende zu und auch Daniel und Rebekka scheinen finstere Dinge zu erwarten. Aber zum Glück gibt es ja noch die kleine Morgaine. Freue mich schon auf die Fortsetzung.  
   doska  -  30.09.10 15:22

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  Ah da sind ja die Dead Kennedys, welche nun das Ende der Geschichte einleiten.

Und die Charaktere... aus offenen Wunden werden Narben und der Silberstreif am Horizont scheint nicht mehr so unendlich fern - zumindest für die meisten. Was mit Andromeda und Max wird, das wird ja wohl hoffentlich das nächste Kapitel zeigen.  
   Jingizu  -  30.09.10 11:08

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