Holidays in Kampodia KAP.III – Teil 3 HELDEN und BÜCHER   80

Romane/Serien · Romantisches

Von:    Ingrid Alias I      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 26. März 2010
Bei Webstories eingestellt: 26. März 2010
Anzahl gesehen: 1470
Seiten: 8

Diese Story ist Teil einer Reihe.

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   Teil einer Reihe


Ein "Klappentext", ein Inhaltsverzeichnis mit Verknüpfungen zu allen Einzelteilen, sowie weitere interessante Informationen zur Reihe befinden sich in der "Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht":

  Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht      Was ist das?


Rebekka sah Daniel und Andromeda zufällig, als sie in den Hof einritten. Daniel saß auf einem weißen Pferd. Der Held auf dem weißen Pferd, sie musste lachen...

Archibald kam ein paar Minuten später in die Bibliothek, er wollte ihr einiges zum Lesen empfehlen. Sie mochte ihn, und sie fand ihn irgendwie väterlich, obwohl sie normalerweise mit dem Begriff ‚väterlich’ ganz was anderes verband.

„Sag’ mal Archie, ihr habt ein eigenes Mausoleum?“

„Es ist da, zweifelsohne. Und es ist unsere Familiengruft.“

„Ich fasse es nicht! So was gibt es noch?“ Rebekka konnte es kaum glauben.

„Ich weiß, es ist nicht mehr üblich. Aber wir leben mit unseren Vorfahren im Einklang. Und manchmal habe ich das Gefühl, einer der Ahnen wollte mir etwas erzählen...“

„Das klingt seltsam, irgendwie nach Gruselfilm.“ Rebekka blickte nachdenklich vor sich hin. „Den meisten Menschen sind die Toten doch unheimlich. Zumindest in der Stadt ist es so. Da kriegt man schon Krämpfe, wenn man eine tote Taube sieht.“

„Aber hier ist es anders. Wir auf dem Lande kennen das Leben, den Tod und auch das Sterben. Und warum sollte ich nicht darauf hören, was einer meiner Ahnen mir erzählt?“

„Ich beneide dich, Archie“, es klang ein wenig verzweifelt. „Habe ich Ahnen? Ich glaube, ich habe noch nicht einmal Verwandte...“ Das stimmte, ihre Eltern waren anscheinend ganz allein auf dieser Welt, kein Onkel, keine Tante war jemals vorbeigekommen, bis auf ein einziges Mal, aber da war sie noch ziemlich klein gewesen, und diese Tante war nie wieder bei ihnen erschienen.

Archibald von Kampe nahm sie daraufhin kurzentschlossen in den Arm und wiegte sie tröstend. „Ach Rebekka, man muss nicht unbedingt Verwandtschaft haben...“

Rebekka atmete seinen Geruch ein, er roch männlich, nach Erde und nach Verständnis, es war angenehm, aber es war nicht das, was sie wollte. Aber was sie wollte, das wusste sie auch nicht.

Sie entzog sich unauffällig seiner Umarmung und sagte: „Was sind das für Tote, hast du eine persönliche Beziehung zu ihnen?“

„Ja sicherlich“, Archibalds Stimme klang ernst. „Da sind meine Eltern. Sie sind früh gestorben, sie hatten einen Autounfall Mitte der 60er Jahre...“

„Oh! Und wie alt warst du da?“

„Ich glaube, da war ich achtzehn.
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Aha, jetzt hatten sie das Jahr 2000, also musste Archie ungefähr dreiundfünfzig Jahre alt sein. Dafür sah er echt gut aus. „Das ist seltsam! Aber was sagen sie dir, wenn du mit ihnen... redest?“ Rebekka hatte das irrationale Gefühl, diese Sache verstehen zu können, Ahnen, mit denen man verbunden war, die mit einem sprachen... Vielleicht fühlte man sich dann nicht so entwurzelt wie sie selber mit ihrer erbärmlichen Familie, die eigentlich nur aus den Eltern und dem kleinen Bruder bestand.

„Meine Eltern haben mich getröstet nach Kassiopeias Tod.“ Archibald lächelte. „Ich weiß, das hört sich unglaubwürdig an.“

„Irgendwie nicht“, sagte Rebekka und wunderte sich darüber, dass sie mit einem doch relativ Unbekannten so ein Thema beredete. „Und Kassiopeia? Nein, das geht mich gar nichts an!“

„Kassiopeia will alles über Andromeda wissen, und ich erzähle ihr, was Andromeda so treibt.“ Tatsächlich griff Archie sich an die Augen, um dort irgend etwas zu verscheuchen, aber er fasste sich schnell wieder und fuhr fort: „Die ganz Alten, die schon länger hier liegen, sind fast stumm. Oder sie murmeln nur. Manche sind nicht so nett, aber bösartig sind sie auch nicht...“

„Vielleicht haben sie ja Schlimmes erlebt.“

„Ja vielleicht.“ Archie schwieg eine Weile vor sich hin und sagte dann schließlich: „Ein paar Jahre nach dem Unfall unserer Eltern hatte Claudia die Fehlgeburt, es muss 1970 gewesen sein. Aber dieses Kind ist sehr schweigsam, als wäre es gar nicht da, ganz im Gegensatz zu dem anderen, dem Enkelkind von Tante Bernadette, das plappert ohne Unterlass...“

„Ich bin auch 1970 geboren, was für ein Zufall!“ Rebekka suchte ein neutrales Thema, um das Gespräch wieder in normale Bahnen lenken zu können.

„Vielleicht mag Claudia dich deswegen so gerne“, Archie sah sie aufmunternd an. „Du könntest ja wirklich ihre Tochter sein.“

„Das wäre schön, aber leider kann man sich seine Mutter nicht aussuchen.“ Sie lächelte Archie an und wandte sich wieder den Büchern zu.



~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~



„Das sind meine Bücher“, Andy wies auf ein gut gefülltes Bücherregal, das rechts vom Fenster in die Wand eingebaut war.
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„Ich habe sie alle gelesen, die meisten schon, als ich neun war.“

Daniel trat neugierig näher, zog vorsichtig ein Buch aus der obersten Reihe und las den Titel: Lady Chatterley.

„Das hast du mit neun gelesen?“, fragte er zweifelnd.

„Klar! Und ich habe alles verstanden“, behauptete Andy stolz.

„Da ist nichts drin, was anstößig wäre für so ein zartes Alter“, meinte Daniel lächelnd, er überflog flüchtig die anderen Titel in dieser Reihe und war froh, dass ‚Die Geschichte der O’ nicht dabei war. Das hätte er dann doch als unpassend empfunden, die Geschichte um den Masochismus einer Frau, die sich einem Mann total unterwirft – und schließlich von ihm weitergereicht wird an einen Freund. Eine Spielart der Lust, aber so etwas sollte ein kleines Mädchen nicht lesen, er jedenfalls würde seine Tochter – wenn er denn eine hätte – davon abhalten...

„Schau an, was haben wir denn hier?“ Er nahm den Roman ‚Lolita’ aus dem Regal und blätterte ihn schnell durch. „Hast du die Bücher geerbt?“

„Sie stammen teilweise von meiner Mutter, aber die meisten sind von Tante Claudia. Sie wollte sie nicht wegwerfen, sie sagt immer: Auch der größte geschriebene Mist hat einen Sinn, nämlich den Mist darin zu erkennen. Und sie sagt auch: Es gibt wirklich nichts, was nicht an subjektiver Idiotie irgendwann auf Papier verewigt worden ist.“

„Da hat sie verdammt noch mal Recht!“ Daniels Respekt vor Claudia Mansell wuchs. Zuerst war er ja skeptisch gewesen, als er sah, wie Rebekka und vor allem auch Morgaine immer bei ihr rumhingen, aber sie schien schwer in Ordnung zu sein.

„Das mit Lolita“, Andy nahm Daniel den Roman aus der Hand, „kann man doch verstehen, oder? Ein ganz junges Mädchen, noch keine Frau, könnte doch anziehend auf einen viel älteren Mann wirken. Oder etwa nicht?“

„Vielleicht... Ich glaube allerdings, er hat es anders gemeint. Er hat sich an Mädchen aufgegeilt, die noch keine richtigen Frauen waren, weil er Angst vor richtigen Frauen hatte.“

„Du findest also junge Mädchen nicht attraktiv, Daniel?“ Andy hatte Daniel bei seinem letzten Satz gar nicht richtig zugehört.

„Das habe ich nicht gesagt.
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Natürlich sind sie schön... Aber für meinen Geschmack fehlt ihnen doch einiges.“

„Du meinst, sie können noch keine richtige Liebe empfinden?“

„Das ist... äääh, das weiß ich nicht“, Daniel zuckte zusammen, als ihm ein bestimmter Gedanke kam. Konnte es sein, dass sie in ihn verliebt war? Kam Max deshalb nicht so richtig aus sich heraus, war er etwa eifersüchtig auf ihn? Das würde einiges erklären. Max hielt sich von ihm fern und brachte immer neue Ausreden an, warum er keine Zeit für ihn hatte. Aber Daniel wollte mit ihm Gitarre spielen, wollte sich mit ihm unterhalten, denn er mochte ihn sehr, diesen verschlossenen Mann.

„Du weißt doch, dass Rebekka und ich uns von früher kennen“, begann er vorsichtig.

Andromeda schaute ihn gespannt an.

„Ich war damals noch mit einer anderen Frau zusammen, aber es ging nicht mit ihr. Es war...“

„Es war was?“

„Es war Murks“, Daniel lächelte schief. „Rebekka und ich, wir verbrachten eine Nacht zusammen. Und ich habe mich noch nie so gefühlt wie in dieser Nacht...“

„Ja aber...“

„Ich weiß, es war nicht richtig, und Rebekka wusste das auch. Sie wollte nichts mit mir zu tun haben, ich war ihr total egal.“ Daniel machte eine kurze Pause, bevor er weiter sprach. „Doch später dann erfuhr ich, dass es ihr doch nicht so egal war...“

„Und wieso wusstest du das, Daniel? Du kannst doch nicht in Leute hineinsehen.“ Andromedas Stimme klang belegt und verlegen. „Und vielleicht war es ihr ja wirklich egal.“

Daniel zögerte mit der Antwort. Er hatte noch nie mit jemanden über die Sache gesprochen, denn es hörte sich mit Sicherheit ziemlich abstrus und unwahrscheinlich an.

„Es ist seltsam“, begann er unsicher und suchte nach passenden Worten. „Ich glaube, ich habe Visionen, ich sehe vielleicht Sachen aus der Zukunft, ich kann sie zwar nicht richtig erkennen, aber einiges doch. Da ist ein Traum, in dem ich Morgaine sehe.“

„Die kleine Morgaine? Aber das ist doch nichts Besonderes!“

„Nein, nicht die kleine Morgaine, sondern die große Morgaine.“ Daniel schaute Andromeda forschend an und suchte in ihr ein gewisses Verständnis.

„Wieso die große Morgaine“, fragte sie ungläubig.
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„Es ist die Morgaine, die etwa fünfundzwanzig Jahre alt ist“, sagte Daniel und beeilte sich zu erklären: „Ich weiß, dass sie es ist! Denn jetzt habe ich sie auch in der Wirklichkeit gesehen. Sie sieht in dem Traum immer noch so aus, älter zwar, aber es ist Morgaine, das weiß ich. Und ich glaube, ich bin ihr Vater.“

„Nein!“ Andromeda war geschockt. Bis jetzt hatte sie ihm ungläubig zugehört, aber das mit Morgaine war zu seltsam, um nicht zu stimmen. Jetzt fielen ihr auch gewisse Ähnlichkeiten zwischen Daniel und Morgaine auf, die anscheinend noch kein anderer bemerkt hatte. Die Augen zum Beispiel, die gerade Nase und überhaupt die Mimik, die beide so sparsam hatten, die aber unverwechselbar war.

„Doch, es ist wahr. Und es steht wohl fest, dass Rebekka und ich zusammenkommen werden. Morgaine weiß das auch…“ Es stimmte, er hatte diesen seltsamen Traum schon öfter gesehen, und er wurde immer klarer. Das Hochzeitsbild über dem Kamin zeigte ihn und Rebekka, dessen war er sich sicher, und obwohl das natürlich absurd war, konnte er sich der Vorstellung nicht entziehen, wie es wohl wäre, wenn es so wäre...

„Was denn? Morgaine ist auch...“

„Viel mehr als ich“, Daniel biss sich auf die Lippen. „Bei mir ist es kaum ausgeprägt. Aber Morgaine hat eine unglaubliche Kraft in dieser Beziehung, obwohl sie noch so jung ist. Bei mir ist es erst in den letzten Jahren gekommen, eigentlich erst, seitdem Morgaine existiert. Wenn ich es früher gehabt hätte, dann hätte ich vielleicht nicht so viel Mist gebaut...“

„Das ist doch Quatsch, Daniel!“ Andy überlegte angestrengt, bevor sie sagte: „Wenn du dieses oder jenes nicht getan hättest, dann wärst du doch gar nicht mit Rebekka zusammengekommen, und Morgaine wäre auch nicht da.“

„Interessante Einsicht, Kitten! Ich merke schon, du verstehst es, im Gegensatz zu mir. Ich rätsele nämlich immer noch herum, ob diese Visionen nur Möglichkeiten zeigen, die vielleicht wahr werden können, es aber nicht unbedingt müssen.“

„Man muss natürlich etwas dafür tun“, sagte Andromeda weise, während ihr gerade schemenhaft bewusst wurde, dass er für sie verloren war. Falsch, nicht verloren, denn man kann nur etwas verlieren, was man gehabt hat.
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Und sie hatte ihn nie gehabt.

„Da hast du Recht, Andy! Aber es ist schon seltsam, auch die Tatsache, dass ich hier bin. Ich hatte mehrere Träume, in denen ich Rebekka sah. Zuerst wusste ich nicht, wo sie war. Doch dann erkannte ich das Herrenhaus, weil Max mir mal ein Bild davon gezeigt hatte. Und ich sah, wie sie weinte. Also kam ich auf die Idee mit der Einladung, ich rief Max an und machte alles klar mit ihm.“ Nach einer nachdenklichen Pause fügte Daniel hinzu: „Es war einfach ein Schuss ins Blaue...“

Andy hörte seine Stimme wie durch einen Nebel hindurch, das Blut stieg ihr ins Gesicht, und sie fühlte förmlich, wie ihr irgendetwas in der Herzgegend wehtat. Wellen des Schmerzes breiteten sich in ihrem Körper aus, und sie konnte nur schwer Luft holen. Sie senkte den Kopf, damit er ihr nicht ins Gesicht schauen und vor allem ihre Augen nicht sehen konnte. Mühsam gewann sie ihr seelisches und körperliches Gleichgewicht wieder, aber währenddessen jagten ihre wirren Gedanken umher. Morgaine war vielleicht sein Kind? Sie hatte zwar gespürt, dass zwischen Daniel und Rebekka etwas war, aber so etwas? Das konnte nicht sein. Doch, es stimmte. Daniel würde sie nie anlügen.

Er war für sie verloren. Wieder tat etwas in ihrer Herzgegend weh, aber sie riss sich zusammen. „Und was ist mit Rebekka? Warum hat sie es dir nicht gesagt?“

„Ich glaube, sie weiß es selber nicht“ sagte Daniel und verzog das Gesicht. „Sie behauptet doch tatsächlich, den wirklichen Vater hinausgeworfen zu haben...“

„Du liebst sie?“ Das war keine Frage, sondern eine Feststellung. All ihre Träume gingen gerade den Bach herunter, ihre Liebe zu ihm war sinnlos. Er liebte eine andere und hatte ein Kind mit ihr.

„Ja“, sagte Daniel schließlich. Es klang hilflos, als ob er nicht wüsste, warum es so war.

Andy streckte ihre Hand aus und berührte zart seinen Mund. Er war für sie verloren, aber zu ihrer Verwunderung fühlte sie sich seltsam erleichtert. Es tat gar nicht mehr so weh, und was hatte sie sich überhaupt vorgestellt? Eigentlich nur ein paar Küsse, vielleicht ein bisschen mehr, aber sie hatte sich nie richtig ein Leben mit ihm vorstellen können. An einem bestimmten Punkt hatten ihre Liebesphantasien immer stagniert, alles hatte aufgehört zu sein und war sozusagen im Nichts verlaufen.
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..

Daniel nahm ihre Hand von seinem Gesicht und küsste Andy leicht auf die Wange, bevor er sich zurückzog.

„Ich bin ein ziemlich verkorkster Typ. Ich hoffe, du verliebst dich nicht in so einen wie mich, wenn du dich mal verlieben wirst.“

„Bestimmt nicht“, sagte Andy mit leicht zitternder Stimme.

„Ach Kitten! Ich gehe mit dir jede Wette ein, dass du ein cleveres Mädchen bist.“

„Ich weiß nicht. Ich heiße nicht umsonst Andromeda.“

„Wie meinst du das?“

„Meine Mutter war zur Hälfte Griechin“, Andromeda zog mit traumwandlerischer Sicherheit ein dickes zerfleddertes Buch aus dem Bücherregal.

„Griechische Sagen? Die sind hochinteressant.“ Das stimmte, er fand sie wirklich hochinteressant, vor allem, weil viele Sternbilder aufgrund dieser Sagen ihre Namen erhalten hatten.

Andromeda schwieg eine Weile, sie dachte an ihre Mutter, an die unbekannte Frau, die sie zur Welt gebracht hatte. Eigentlich war sie ein zufriedenes, meistens sogar glückliches Mädchen, ihre Tanten hatten sie liebevoll großgezogen, aber in bestimmten Momenten vermisste sie doch ihre Mutter.

„Warum heiße ich so? Es gibt doch bestimmt einen Grund dafür. Aber wo ist dann mein Perseus?“ Natürlich war es kein Wunder, dass Andromeda sich von allen griechischen Sagen ausgerechnet die vom Perseus ausgesucht hatte. Perseus, der Bezwinger der schrecklichen Medusa, Perseus, der Retter der Königstochter Andromeda, die einem Meeresungeheuer geopfert werden sollte, denn ihre Mutter Kassiopeia hatte die Götter beleidigt.

„Die Geschichte hinkt aber“, Daniel lächelte. „Deine Mutter hat bestimmt nicht die Götter beleidigt. Und außerdem brauchen die Mädchen heutzutage keinen Perseus mehr, die können sich gut selber helfen.“

Andromeda seufzte in sich hinein.

„Du wirst deinen Perseus schon finden. Vielleicht hast du ihn ja schon gefunden.“ Daniel dachte dabei an Max, der Andromeda damals im Wald entdeckt und wahrscheinlich vor dem Tode gerettet hatte. „Aber wie gesagt, Kitten, du brauchst ihn nicht wirklich.“

Hier irrte Daniel, er irrte nicht oft, aber hier irrte er...

„Wäre aber trotzdem schön, wenn.
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..“, murmelte Andromeda vor sich hin. Dann riss sie sich zusammen, und ihr Körper straffte sich: „Ist ja auch egal. Eigentlich wollte ich zu Max. Darf ich es ihm erzählen? Ich muss es ihm erzählen!“

„Er ist kein Schwätzer, oder?“ Die Frage war natürlich rein rhetorisch, Daniel wusste, dass Max kein Schwätzer war. „Aber erzähl’ ihm nicht das von den Fähigkeiten. Ich bin mir ja selber nicht sicher, ob und überhaupt... Erzähl’ ihm nur, dass Morgaine meine Tochter ist.“ Daniel wandte sich zum Gehen.

„Max ein Schwätzer? Das ist er bestimmt nicht!“ Andromeda musste lachen, dennoch war der Blick, den sie Daniel hinterher schickte, voll Trauer und Verzicht. Aber seltsamerweise aber auch voll Erleichterung.



Sie erinnerte sich daran, wie sie neben Max im Landrover saß. Es kam ihr vor wie eine Offenbarung, es war so herrlich normal.

Max hatte sie, Rebekka, Morgaine und Daniel in Schießhaus abgeholt, wohin sie einen Spaziergang unternommen hatten, aber die drei Kilometer waren wohl ein bisschen zu viel gewesen für die Stadtleute. Sie rief Max aus der einsamen Schießhausener Waldkneipe an und bat ihn, sie alle abzuholen. Max war nicht erfreut, das spürte sie, und er kam erst nach einer langen quälenden Stunde, während der sie sich immer einsamer vorkam. Die anderen verstanden sich so gut, sie merkten es bestimmt gar nicht, aber sie bildeten eine Einheit, von der sie sich ausgeschlossen fühlte.

Aber als Max kam, da war alles wieder richtig, sie musste sich ihm gegenüber nicht verstellen, sie musste sich nicht älter geben, als sie war. Und sie konnte mit ihm schweigen, ohne dass sie verlegen wurde.



Fortsetzung...
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Kommentare zur Story:

  Ich mag deinen Stil Geschichten zu erzählen.
Die vielen Gespräche lassen einen sehr nah an die Protagonisten heran und zwingen einen geradezu sich hineinzuversetzen und mitzufiebern.  
   Jingizu  -  30.03.10 14:39

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  ja, ist schon rätselhaft, das mit der fehlenden verwandtschaft, aber vielleicht sind rebekkas eltern einfach nur sehr unverträglich. ;))
die toten sind nicht gefährlich, nur die lebenden...
andromeda tut mir auch leid, aber sie wird drüber hinwegkommen. max ist ja da, obwohl der auch irgendwie, hmmm mal gucken...

und ICH freue ich sehr, dass ihr das gelesen habt.
lieben gruß und danke schön!  
   Ingrid Alias I  -  29.03.10 15:36

   Zustimmungen: 0     Zustimmen

  Eigenartig, dass Rebekka kaum Verwandtschaft hat. So etwas ist natürlich durchaus möglich, aber hier bei diesem Roman erscheint es mir doch verdächtig. Könnte Rebekka irgendwie mit Archibald verwandt sein? Wird ja immer interessanter. Sehr spannend auch, wie sich das mit den Visionen bei Daniel so langsam klärt. Da kann man nur dem nächsten Kapitel gespannt entgegenfiebern.  
   Jochen  -  28.03.10 20:04

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  Und wieder sehe ich Ähnlichkeiten im Verhalten bei Rebekka und Andromeda. Beide scheinen väterliche Freunde zu haben, die zu ihnen Vertrauen geschöpft haben. Die attraktiven Männer schütten den wesentlich jüngeren Frauen plötzlich ihr Herz aus. Sowohl Archibald als auch Daniel wurden mir dadurch sehr sympathisch, auch scheinen sie sehr verantwortungsbewusst zu sein. Hat mir wieder sehr gut gefallen. Nur Andromeda tat mir ein wenig leid.  
   Petra  -  28.03.10 16:22

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  Indem die Vorfahren aus der Familiengruft mit dem charmanten Archie "reden" können, bekommt diese Geschichte jetzt sogar einen leicht gruseligen Touch. Denn auch Daniel hat ja Visionen, die er sich nun gemeinsam mit Andromeda zu erklären versucht. Indem er aber das blutjunge Mädchen zu seiner Vertrauten macht, zerplatzen bei ihr Träume. Sie zeigt sich tapfer. Gottseidank hat Andromeda ja noch Max, dem sie alles erzählen kann. Das war wieder eine sehr schöne Fortsetzung und die paar Seitchen waren sehr rasch durchgelesen.  
   doska  -  27.03.10 19:42

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