TOPP, die Wette – Der Anfang...21   69

Romane/Serien · Romantisches

Von:    Ingrid Alias I      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 9. Februar 2010
Bei Webstories eingestellt: 9. Februar 2010
Anzahl gesehen: 1382
Seiten: 5

Diese Story ist Teil einer Reihe.

Verfügbarkeit:    Die Einzelteile der Reihe werden nach und nach bei Webstories veröffentlicht.

   Teil einer Reihe


Ein "Klappentext", ein Inhaltsverzeichnis mit Verknüpfungen zu allen Einzelteilen, sowie weitere interessante Informationen zur Reihe befinden sich in der "Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht":

  Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht      Was ist das?


DER MORGEN GRAUT...



Irma beugt sich über den Billardtisch und versucht einen Stoß über die Bande. Chris lehnt an der Wand und schaut ihr zu, in der Hand hält er eine Tasse mit Kaffee.

Dieser Billardtisch ist einfach Klasse! Was durch so einen Tisch alles passieren kann. Sie fühlt sich wieder so nackt und zugänglich - und vor allem so geil...



Es ist elf Uhr morgens. Sie trägt ein Hemd von Chris, es ist blau und weich, und es riecht gut. Er hatte nichts dagegen, dass sie es überstreifte.

Die Phantome der Nacht haben sich in Luft aufgelöst – Chris weiß wohl nichts mehr von seinem Alptraum – und auch die Phantome der Oper sind verschwunden. Irma hat sich entschlossen, nicht mit Harald aufs Land zu fahren. Wozu auch?



„Wieder Lust auf ein kleines Spielchen?“ Chris’ spöttische Stimme holte sie aus ihren Gedanken.

Diesmal gewinne ich, will sie gerade sagen, aber just in diesem Moment poltert jemand die kleine Treppe zum Keller herunter, sie dreht sich um und erblickt Chris’ Kumpel Siggy.

Siggy ist anscheinend schwer verwundert, sie zu sehen. „Irma, du hier?“ Er glotzt sie fassungslos an.

Hat Chris ihm etwa nichts von ihr erzählt? Irma fühlt sich ein bisschen verärgert. Er hätte wenigstens mal erwähnen können, dass er sie manchmal bumst.

„Ja, ich hier. Wieso?“ fragt sie locker, und natürlich erwartet sie keine Antwort.

Sie sieht, dass Chris freundlich lächelt. Das ist sonderbar. Irma glaubt, dass sie sich mittlerweile mit seiner Mimik auskennt. Er hält es wie ein Japaner: Wenn er grimmig lächelt, dann ist er erheitert, und wenn er freundlich lächelt, dann ärgert er sich über irgendwas. Aber worüber? Irma überlegt unauffällig, während sie registriert, dass Siggy sie immer noch anglotzt.

Das wird ja allmählich unerträglich, Irma wendet sich unwirsch ab und kreidet das Queue ein. Aus den Augenwinkeln sieht sie, dass Chris’ freundliches Lächeln noch stärker geworden ist. Er muss total sauer sein! Passt es ihm nicht, dass Siggy sie so offen anstarrt, vor allem ihre Brüste unter dem dünnen Hemd, natürlich hat sie keinen BH an, man kann bestimmt alles gut sehen, aber warum sollte Chris das jucken? Oh, jetzt kommt’s ihr, Chris schämt sich ihretwegen, sie ist unter seinem üblichen Niveau, und deswegen weiß Siggy auch nichts von ihr.
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Hätte sie gleich drauf kommen können.

Es ist Chris peinlich, dass sie hier ist.

Gut, sie hat verstanden...

Und wahrscheinlich zieht es ihn hinaus in die freie Natur, wo das Wild aus Frauen besteht, die man reihenweise erlegen kann. Und vielleicht ist ja wieder was fällig mit der Frau eines Kollegen. Erst sie bumsen, danach erzählt sie ihm über ihre Probleme – und er legt den Arm um sie, zur Belohnung natürlich. Ja wirklich Klasse! Irma fühlt, wie Ärger in ihr hochsteigt. Sie stört hier nur. Also sollte sie sehen, dass sie unauffällig hier rauskommt.

Sie legt das Queue zur Seite und nickt Siggy freundlich zu. Dann schaut sie Chris an, weniger freundlich natürlich, aber nicht so unfreundlich, dass es auffallen könnte. Aber der lächelt mittlerweile überhaupt nicht mehr, ganz im Gegenteil, er sieht untypisch finster aus. So finster, dass sie sich das Queue wieder greift und so tut, als würde sie ein paar Stöße üben.



„Wo ist denn deine geile Kusine hin?“ hört sie Siggy fragen.

Aha, die Kusine... Das interessiert Irma natürlich auch. Ja wo ist sie denn hin?

„Die ist weg!“ sagt Chris kurz.

„Schade, die Alte sah ja wirklich geil aus...“ Siggys Stimme klingt schwärmerisch.

„Na ja, ging so...“

Ging so? Der verdammte Lügner! Er hat sie bestimmt gebumst, so wie die ihn angeguckt hat!

„Ich hoffe doch sehr, dass du sie flachgelegt hast“, hört sie Siggy leise sagen.



Schön, schön, immerhin sagt er es leise. Irma spürt, wie sie rot wird vor Wut. Wo ist sie hier? Kann jeder vorbeikommende Penner sie beleidigen, indem er erzählt, wie Chris mit anderen Frauen rumgemacht hat oder rummachen sollte?

Sie muss weg hier, sie hält es nicht mehr aus!

Sie wirft einen wütenden Blick auf Chris, blöderweise schaut der sie auch gerade an, und er scheint betroffen zu sein von der Wut in ihren Augen. Mist, er sollte doch nicht sehen, dass sie sauer ist!

Irma sieht schnell wieder weg. Hat er sie nun flachgelegt oder nicht, die geile Alte? Sie will es gar nicht wissen.
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Oder weiß sie es schon? Jedenfalls muss sie weg von hier! Aber ohne das Gesicht zu verlieren...

Gemächlich legt sie das Queue auf den Billardtisch.

„Ich geh’ dann mal“, sagt sie leichthin.

Chris nagt an seiner Unterlippe, es sieht aus, als wolle er etwas sagen, aber er sagt dann doch nichts, sondern nickt nur. Er kann ihr natürlich nicht den üblichen Abschiedskuss auf die Stirn geben, denn sie vermeidet es, ihm zu nahe zu kommen. Und vor seinem Kumpel Siggy wäre es ihm bestimmt voll peinlich.



Irmas Körper fühlt sich steif an, als sie sich auf den langen Weg zur Tür macht.

Sie spürt die Blicke von ihnen auf ihrem Hintern und auf ihren nackten Beinen. So etwas weiß man als Frau.

Außerdem schweigen sie.

Sie versucht, so wenig wie möglich mit den Hüften zu wackeln und geht sehr steif die kleine Treppe empor. Hoffentlich ist die Tür oben auf, sonst muss sie womöglich noch mal zurück und Chris um den Wohnungsschlüssel bitten. Sie hat zwar die Schlüssel, aber die sind irgendwo in ihrer Tasche, und die ist oben in der Wohnung.

Uff, die Tür ist noch auf. Schwein gehabt!



Harald, mein Schatz, ich komme!



~~~~~~~~~~~



Dieser Blick! Es ist ein mörderischer Blick, er trifft Chris wie ein Schlag und lässt ihn leicht zurücktaumeln.

Verdammt noch mal, hasst sie ihn etwa? Ist das die Wahrheit? Aber wieso hasst sie ihn? Er hat ihr doch nichts getan.



Automatisch erinnert er sich an die letzte Nacht, als sie einschlief, während er noch in ihr war. Er wollte diese Verbindung aufrecht erhalten, solange es ging, auch wenn sie nur rein körperlich war. Ihre Haut fühlte sich so zart an, er küsste sie auf ihr Haar und legte vorsichtig den Arm um sie. Er war einfach glücklich, und am liebsten hätte er ihr Gesicht angeschaut, doch er wusste auch so, dass sie friedlich und schön aussah.

Nach einer Weile, die erfüllt war mit seltsam unbekannten Gefühlen wie Beschützertrieb, Zärtlichkeit und Liebe, Liebe, Liebe, bekam er Angst. Was wäre, wenn sie aufwachte und sich in seinen Armen wiederfand? Er ließ sie vorsichtig los und drehte sich unauffällig zur Seite.
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Er hätte es nicht ertragen können, von ihr abgewiesen zu werden. Aber obwohl er sie nicht mehr berührte, spürte er immer noch ihre Wärme, es war zwar nur ein Abglanz von ihr, aber sogar dieser Abglanz machte ihn glücklich.

Irgendwann schlief er ein. Und irgendwann träumte er wieder diesen Traum, er hasste den Traum, er wusste nicht, was er bedeutete, er wusste nur, dass er Angst davor hatte. Doch dann fühlte er die zarte Berührung einer Hand, die federleicht auf seiner Schulter lag – Irma sagte leise: Ist ja schon gut. Du träumst nur. Und er ließ sich getröstet in einen traumlosen Schlaf fallen.



Aber jetzt ist sie wohl stinksauer auf ihn. Dieser mörderische Blick... Warum, was ist los? Und wie schamlos Siggy sie angeglotzt hat, fast hätte er dem Idioten dafür eins aufs Maul gegeben.

Und was hat Siggy da eigentlich erzählt?

Oh nein, die angeblich so geile Kusine... Aber deswegen kann sie doch nicht... Ach du Scheiße, denkt sie etwa, er hätte mit seiner Kusine geschlafen? Aua!

Chris’ analytischer Verstand kommt innerhalb von fünf Sekunden zu der Erkenntnis: Sie ist sauer auf ihn, und das kann bedeuten, dass sie eifersüchtig ist. Und wenn sie eifersüchtig ist, kann es vielleicht bedeuten, dass sie Gefühle für ihn hat.

Irma zeigt Emotionen, und diese Erkenntnis ist neu für ihn. Sie hat sich bis jetzt immer so cool und ungerührt verhalten, aber vielleicht ist sie das ja gar nicht.

Chris fühlt sich so erleichtert, dass er gar nicht auf die Idee kommt, Siggy auf seine blöden Anspielungen zu antworten. Mit ein paar deutlichen Worten, wie zum Beispiel: Nein, ich habe die Kusine nicht gefickt, du Idiot! Ich liebe Irma, und ich hoffe, sie liebt mich auch...

Irma wendet sich zur Tür, und er schaut ihr wie gelähmt hinterher. Warum kann er sie nicht festhalten, warum kriegt er den Mund nicht auf? Wer weiß, was sie jetzt anstellt, sie benimmt sich ja immer so impulsiv, hoffentlich stürzt sie sich nicht in irgend etwas hinein. Mit einem anderen Mann womöglich... Man sollte sie übers Knie legen und ihr den Hintern versohlen, falls sie... Hmmm, verführerischer Gedanke... Träum’ weiter, du Idiot! Wie auch immer, er liebt sie, und er ist gut für sie.
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Er wird sie unterstützen, er wird ihr treu sein, er wird sie über alles verwöhnen – und wenn nötig, wird er sie auch zurechtstauchen...

Chris staunt über sich selber. Wer hätte jemals gedacht, dass so etwas in ihm steckt, aber es ist unzweifelhaft da. Und er schämt sich nicht dafür, er hat immer das getan, was er für richtig hielt, er hat nie einer Frau etwas vorgemacht, hat nie eine belogen, hat nie einer gesagt, dass er sie liebt. Auch die, mit der er ein halbes Jahr zusammen war, hat er nicht belogen. Und auch jetzt wird er nicht lügen, er wird zu seinen Gefühlen stehen und wenn nötig, wird er darum kämpfen.



Wie in Zeitlupe sieht er Irma die Treppe hochgehen. Der Drang, ihr hinterher zu laufen ist groß, aber er beherrscht sich.

Wenn sie ihn will, dann wird sie irgendwann von alleine kommen.

Und wenn sie nicht von alleine kommt, dann muss er sich etwas einfallen lassen.



Fortsetzung: WARTEN AUF WAS???
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Punktestand der Geschichte:   69
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Kommentare zur Story:

  hallo ihr lieben,
ja, die geschlechter sind schon sehr verschieden, manchmal jedenfalls.
und diese beiden sind zudem auch noch sehr verbohrt, sehr stur - und vor allem sehr stolz...
da tut sich jetzt die frage auf: was tut irma? ;))
lieben gruß und danke fürs lesen!  
   Ingrid Alias I  -  15.02.10 11:15

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  Oh, nein, warum sagt Chris dem blöden Siggi nicht einfach, dass er Irma liebt? Liegt vielleicht daran, dass jeder von ihnen so einen auf cool macht? Besonders süß fand ich, wie du Chris "Lächeln" beschrieben hast. Das war echt köstlich.  
   Petra  -  09.02.10 21:38

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  hallo, ingrid, wieder ein typisches irmachriskapitel. so kommt es, wenn man nicht mit offenen karten spielen will. nun werden wohl beide warte. nur worauf? bestimmt, dass der andere den ersten schritt macht. und wer mehr liebt, macht ihn. der springt über seinen schatten. man sagt doch, liebe versetze berge. und da ist doch ein schatten gar nichts.
ich warte auch.
grüß dich  
   rosmarin  -  09.02.10 19:06

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  Ich kann Irma verstehen, dass sie geht. Chris Handeln erscheint mir nicht ganz so verständlich, denn weshalb lässt er Irma fort ohne die geringsten Anstalten zu machen, sie aufzuhalten? Aber ich glaube, das ist ganz echt. Er weiß eben nicht, dass Frauen auf "flotte" Sprüche sensibler reagieren als Männer. Da hast du wieder einmal ganz toll dargestellt, wie weit entfernt die verschiedenen Geschlechter von einander sind, besonders wenn sie einander ganz nah sein wollen.  
   doska  -  09.02.10 18:28

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