Erotisches · Romane/Serien

Von:    rosmarin      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 24. Februar 2013
Bei Webstories eingestellt: 24. Februar 2013
Anzahl gesehen: 1356
Seiten: 10

Diese Story ist Teil einer Reihe.

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   Teil einer Reihe


Ein "Klappentext", ein Inhaltsverzeichnis mit Verknüpfungen zu allen Einzelteilen, sowie weitere interessante Informationen zur Reihe befinden sich in der "Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht":

  Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht      Was ist das?


15. Kapitel

_____________

Es war ein schöner Tag. Einer jener märchenhaften etwas schwülen Vorherbstsabendsommertage wie sie im Buche stehen. Die Luft aus Samt und Seide. Der Duft wie aus Tausend und einer Nacht.

Langsam wurde es kühler. Der Vollmond war schon zu sehen. Fast durchsichtig hing er am Himmel wie ein Lampion. In wenigen Stunden würde er stolz und unabhängig in seiner ganzen Schönheit erstrahlen.



Ich saß auf einer Bank im Park vor dem Märkischen Museum und verträumte die Zeit. Die innere Unruhe, die mir den ganzen Tag zu schaffen gemacht und mich hinausgetrieben hatte in die Natur, war verschwunden.

Alles in mir war licht und leicht. Andächtig lauschte ich dem Abgesang der Vögel, dem Wispern in der flirrenden Luft. Tief atmete ich den sommermüden Duft der Gräser, Blumen und Sträucher, den modrig süßen Geruch, der unaufhaltsam aufstieg von der Erde.



Es hat was von Friedhofsflair, dachte ich, von ewigem Frieden.



Mir wurde kalt. Was dachte ich nur für einen Unsinn. Alles war so ruhig hier. So friedlich. Und ich dachte an Tot und Vergehen. Weg damit. Ich musste weiter. Es wurde langsam kühl. Entschlossen stand ich auf.



Plötzlich zog die Sethmusik machtvoll durch meinen Körper. Vibrierte in meinem Kopf. Erfasste all meine Sinne. Mystisch. Unausweichlich. Ob ich wollte oder nicht - ich musste tanzen, tanzen, tanzen.



*



Ich tanzte zu der ungewöhnlich geheimnisvollen Musik. Mein Körper schien sich ohne mein Zutun zu bewegen, verschmolz mit dem Rhythmus dieser lieblichen Töne. Immer machtvoller erklang die Musik, mysteriöser, magischer. Meine Hände glitten über meinen Körper. Berührten meine vollen Brüste. Kreisten um die rosigen Warzen. Streichelten meinen Bauch. Verharrten zwischen den Schenkeln. Streiften mein kurzes rotes Hemd herunter, griffen in mein langes braunes Haar. Berührten sanft mein Ohr. Anmutig neigte ich meinen Kopf und tanzte einen imaginären Schleiertanz. Immer schneller drehte ich mich im Kreis. Schneller. Wilder. Sehnsüchtiger. Bald hatte ich alles um mich herum vergessen. Ergab mich willig der Musik. Zärtlich und leidenschaftlich. Mein Körper wand sich schlangengleich im Rhythmus der verzaubernden en Musik.
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Mir schien, als würde ich zu den im Nebel der Zeit verborgenen Inseln des Glücks tanzen und ein süßes Ziehen erfasste all meine Sinne.



*



Plötzlich erstarrte ich in der Bewegung.

Otto stand vor mir. Ich kannte ihn vom Fernsehen. Wir hatten uns kennengelernt, als ich mit meinen Kolleginnen die Studios in Babelsberg besichtigt hatte. Nach der Wende hatte er sich selbständig gemacht und lebte vom Verkauf seiner Porträt - und Dokumentarfilme.



„Mensch Crysella.“ Otto starrte mich an wie einen Geist. „So sehe ich dich also wieder. Tanzend im Park. Wahnsinn.“

„Mensch Otto.“ Ich begrüßte Otto mit Küsschen auf die Wange. „Wo kommst du denn her?“

„Afrika“, lachte Otto, „darf ich dich in meine neue Wohnung einladen kleine Tanzfee.“



Schnell hob ich meinen Mantel und mein Hemdchen auf und zog mich an.



„Du hast auch eine neue Wohnung?“, fragte ich Otto.

„Wieso auch?“

„Ich nämlich auch. Ricardo ist verschwunden.“

„Wie verschwunden?“

„Einfach so. Er ging und kam nicht wieder“, sagte ich, „Scheißkerl. Der.“

„Das glaube ich nicht. Nicht Ricardo. Niemals.“

„Kannste mir ruhig glauben. So ein Seelenklempner hat das gesagt. Und der muss es ja wissen. Ich war nämlich im Krankenhaus.“

„Das tut mir leid.“

„Braucht es nicht. Der bekommt schon seine Strafe.“

„Wo ist er denn jetzt?“

„Du kannst Fragen stellen. Weiß ich doch nicht. Der hat sich nie wieder gemeldet.“

„Das ist ja komisch.“ Otto nahm meine Hand. „Vielleicht ist ihm was zugestoßen. Warst du schon bei der Polizei?“

„Nein. War ich nicht. Und ihm ist auch nichts zugestoßen. Das spüre ich.“

„Du musst es ja wissen", sagte Otto, "kommst du nun mit zu mir? Ich könnte dir meinen neuen Film zeigen. Ich muss nämlich morgen schon wieder zurück nach Afrika. Es gibt viel zu tun.“



Otto hatte seinen amerikanischen Jeep in der Nähe des Parks geparkt. Wir fuhren zu seinem Haus am Potsdamer Platz, stellten den Wagen in der Tiefgarage ab, fuhren dann mit dem Fahrstuhl zu Ottos neuer Wohnung in den neunten Stock.
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In dem Riesenhaus begegneten wir keiner Menschenseele. Die unzähligen gleich aussehenden Türen, die langen, hellgelb gestrichenen, Gänge und Winkel, die überdimensionalen Glastüren, die die Gänge von den Winkeln trennten, waren wie ausgestorben. Die ganze Atmosphäre wirkte irgendwie gespenstisch unheimlich.

„Gruselig ist es hier“, stellte ich sachlich fest.

Otto lachte, suchte in seinem dicken Schlüsselbund den passenden Schlüssel, schloss die Tür auf. „Die Wohnung ist in Ordnung“, sagte er, „wirst ja sehen.“

Kaum standen wir in dem geräumigen Korridor, erblickte ich Ottos entsetztes Gesicht im Spiegel gleich neben der Tür.

„Was ist los Otto?“, fragte ich lachend, „hast du etwa ein Gespenst gesehen. Ein Vollmondgespenst?“

„Witzbold.“ Otto bückte sich und kroch auf dem grauen Teppich herum. „Ich hab mein Kreuz verloren“, sagte er beleidigt, als könne ich was dafür. „Es muss hier liegen. Ich habe es eben verloren.“

„Was denn für ein Kreuz? Ein Kreuz kann man nicht verlieren. Ein Kreuz muss man ewig mit sich herum tragen. Ewig. Ein jeder das seine. Ich wäre froh, wenn ich meines verlieren könnte.“

„Mach mal noch schön deine Witzchen“, schmollte Otto gekränkt, „ich meine das Kreuz aus der Creole.“ Er fasste an sein linkes Ohrläppchen, an dem die offene Creole baumelte. „Hier war das Kreuz drin.“

„Ist ja schon gut“, sagte ich, „ich helfe dir suchen.“

Ich hockte mich neben Otto auf den Boden und suchte das Kreuz, sah etwas blinken und stürzte mich gleichzeitig mit Otto darauf. Es war das Kreuz.

„Ein Wunder“, staunte Otto, „man sieht den Wald vor Bäumen nicht.“ Otto lächelte befreit. „Bist du so lieb und hängst mir das Kreuz bitte wieder an die Creole?“, bat er.

Natürlich war ich so lieb und versuchte, das winzige Kreuzchen an die Creole zu hängen. Nur leider zog ich sie aus Versehen aus dem Ohrläppchen heraus.

„Oh, sorry.“

„Nix sorry. Steck das Ding wieder rein“, verlangte Otto ungeduldig, „wir haben ja heute noch mehr vor.“

„Ieiehh, Fleisch“, empörte ich mich scherzhaft, „ich kann das nicht.
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Es kribbelt mich immer so unangenehm in meinen Fingern, wenn ich solch kleine Dinger anfassen muss.“

„Nun mach schon, Crysella. Ich kann es auch nicht.“



Wir gingen ins Bad und stellten uns vor den großen Spiegel, der eine ganze Wand einnahm. Mühselig versuchte ich, die blöde Creole durch Ottos Ohrläppchen zu zwängen und wich erschrocken zurück.



Das konnte nicht sein! Durfte nicht sein. Der Spiegel zeigte Lilith!

Schelmisch legte sie einen Finger auf ihren Mund und flüsterte:

„Pst.“

„Kann er dich sehen?“

„Nein.“

„Hören?“

„Nein.“



„Hast du was gesagt?“ Otto sah mich erstaunt an.

„Nicht, dass ich wüsste.“

„Na, mir war so. Habe ich mich eben verhört.“

„Hast du.“



Ottos Ohrläppchen war schon ganz blau und geschwollen. Endlich gelang es mir, die Creole hindurch zu zwängen. Doch ich bekam sie nicht zu.

„Halt still Otto“, sagte ich, „gleich ist es geschafft.“

Nichts war geschafft. Das verdammte Kreuz fiel von der Creole hinein ins Waschbecken.

„Schitt“, fluchte ich.

„Schitt“, fluchte Otto.

Wütend schraubte er das Knie ab, stocherte mit seinen Fingern in dem schlammigen Wust, dem undefinierbaren Brei. Kein Kreuz war zu sehen.

„Hol den Mist doch raus“, riet ich, „wenn er ausgebreitet auf den Fliesen liegt, finden wir das Kreuz bestimmt.“

„Nein, mir reicht es.“

Otto versuchte, das Knie wieder anzuschrauben, bekam es aber nicht dicht.

„Dann eben nicht!“ Lachend drehte ich den Hahn auf und schwuppdiwupp schoss das Wasser, vermischt mit der stinkenden Brühe, Otto direkt ins Gesicht.

„Crysella! Verdammtes Weib!“, schrie Otto, „du machst doch nur Blödsinn!“ Wütend sprang er auf. „Schluss jetzt! Ich lasse nachher den Klempner kommen.“

Mit hängenden Schultern, nass und stinkend, ging Otto in die Küche. Ich folgte im schuldbewusst. „Geh doch schon mal ins Wohnzimmer“, sagte er ungehalten. „Ich muss mich duschen und umziehen.
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Ich ging ins Wohnzimmer, warf meinen Mantel über einen schwarzen Stuhl, ließ die roten Pumps auf den grauen Teppichboden plumpsen, machte es mir auf der schwarzen Ledercouch bequem.

Nach einer Weile kam Otto ins Zimmer, in seinen Händen ein Tablett mit Wein, Knabberzeug und zwei Gläsern. Zufrieden stellte er es auf den kleinen Glastisch vor der Couch und schenkte den Wein in die Gläser.

„Zum Wohl. Auf unseren heutigen Abend“, sagte er, als sei nichts geschehen, „ich hoffe, du nimmst es mir nicht übel, wenn ich dich bitte, mir die heutige Nacht mit einigen schönen Sexspielchen zu versüßen?“

„Aber gern“, lächelte ich Otto verführerisch an. Ich dachte an Lilith. Ich dachte an den Vollmond. Ich dachte an Luzifer. „Das heißt, wenn du aufgeschlossen für ausgefallene Spielchen bist.“

„Du kommst mir sehr entgegen“, freute sich Otto.



Wir tranken und lachten und unterhielten uns angeregt über dies und das. Die Nacht war ja noch lang. Und wir hatten gesagt, was wir wollten. Also war alles klar. Wir hatten alle Zeit der Welt. Nur nichts überstürzen.



„Woran arbeitest du zurzeit?“, fragte Otto.

„An meiner Doktorarbeit. Schwieriges Thema. – Lilith – Mythos oder Trauma-.“

„Hm. Sehr schwierig. Aus astrologischer Sicht?“

„Nicht nur. Soll ich dir ein Gedicht aufsagen?" Ist von Baudelaire. “

„Baudelaire mag ich sehr. Er gehört zu meinen Lieblingsdichtern. Das war ja auch so ein Verrückter. Aber genial. Total genial.“

„Sein gesamtes Werk steht unter dem Einfluss des Schwarzen Mondes im 8. Haus“, sagte ich. „Er besang die Zerstörung.“ ich prostete Otto zu: „Auf die Zerstörung.“

„Auf welche Zerstörung?“ Otto sah mich unsicher an. „Wie meinst du das?“

„Mann, das habe ich doch geschrieben“, lachte ich. „In Baudelaires Versen wechseln sich doch immer Gut und Böse, Leben und Tod, Zurückweisung und Hingabe ab. Und das ist letztendlich Zerstörung.“

„Mir ist die Hingabe lieber.“ Mit funkelnden Augen sah Otto mich an. „Und die Leidenschaft.“

„Weißt du, was der noch geschrieben hat?“

„Wer?“

„Unser Lieblingsdichter.
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Der Verrückte. Der Baudelaire.“

„Sag schon.“

„Er hat geschrieben, also, so sinngemäß: Die einzige und höchste Wollust der Liebe läge in der Gewissheit, das Böse zu tun. Und Mann und Weib wüssten von Geburt an, dass das Böse alle Wollust enthalte.“

„Finde ich treffend“, amüsierte sich Otto. „Auf den Punkt.“

„Also sieh dich vor Otto. Der Kerl ist an Syphilis gestorben.“

„Ich weiß. Am 31. August 1867. Lang ist’s her. Und Syphilis gibt es so gut wie gar nicht mehr. Dafür aber Aids. Und dich.“ Otto sprang auf, kniete sich wie ein Liebhaber zu meinen Füßen. „Und mich.“

„Lass Otto. Beruhige dich“, sagte ich und strich ihm eine schwarze Haarsträhne aus der Stirn. „Soll ich dir ein Gedicht aufsagen? Ich kenne es auswendig. Ist auch von Baudelaire.“

„Aber nur, wenn ich hier zu deinen Füßen schmachten darf“, war Otto einverstanden.

„Ich beginne“, sagte ich und stellte mich in Positur, den Blick auf Otto zu meinen Füßen.



Die Verwandlungen des Vampyr



Die Frau indes, sich windend wie die Schlange

Auf Kohlenglut und auf der Miederstange

Die Brüste knetend, gab mir Dinge kund

Voll Moschusduft aus einem Beerenmund;



"Mir ist die Lippe feucht, mir ist das Wissen,

Wie man im Bett verliert das Urgewissen.

Mein Busen siegreich alle Zähren dorrt

Und reißt den Greis zu Kinderlachen fort.

Für den, der nackt mich sieht und ohne Hülle

Bin Sonne ich und Mond und Stern und Fülle.

Ich bin, o Weise, kundig so der Lust,

Wenn ich den Bissen weihe meine Brust,

Die samtnen Arme einen Mann ersticken, dass auf den

Polstern, die der Taumel wiegt,

Der Engel Schar für mich zur Hölle fliegt."



Als sie aus mir das ganze Mark gesogen

Und mich sehnend zu ihr hin gebogen

Zum Liebeskuss, sah ich wie Eiters voll

Verschleimt ein Schlauch an meiner Seite schwoll.

Ich schlug in kalter Angst die Wimper nieder,

Und als im hellen Licht ich hob die Lider,

Erzitterte auf meiner Liegestatt

Statt einer Gliederpuppe, die sich satt

An Blut trank, schwank eines Gerippes Reste,

Die ächzten wie ein Wetterrad im Weste

Und wie ein Schild am Eisenstab, das sacht

Der Wind bewegt in einer Winternacht…



Plötzlich erfüllte die Sethmusik das Zimmer.
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*



Ich tanzte zu der ungewöhnlich geheimnisvollen Musik. Mein Körper schien sich ohne mein Zutun zu bewegen, verschmolz mit dem Rhythmus dieser lieblichen Töne. Immer machtvoller erklang die Musik, mysteriöser, magischer. Meine Hände glitten über meinen Körper. Berührten meine vollen Brüste. Kreisten um die rosigen Warzen. Streichelten meinen Bauch. Verharrten zwischen den Schenkeln. Streiften mein kurzes rotes Hemd herunter, griffen in mein langes braunes Haar. Berührten sanft mein Ohr. Anmutig neigte ich meinen Kopf und tanzte einen imaginären Schleiertanz. Immer schneller drehte ich mich im Kreis. Schneller. Wilder. Sehnsüchtiger. Bald hatte ich alles um mich herum vergessen. Ergab mich willig der Musik. Zärtlich und leidenschaftlich. Mein Körper wand sich schlangengleich im Rhythmus der verzaubernden en Musik. Mir schien, als würde ich zu den im Nebel der Zeit verborgenen Inseln des Glücks tanzen und ein süßes Ziehen erfasste all meine Sinne.



*



Plötzlich verharrte ich in einer anzüglichen Pose.



„Bist du verrückt!“ Otto sprang auf. „Mir solch verruchte Worte aufzusagen und dann noch nackt vor mir zu tanzen?“

„Ist doch nicht von mir.“ Mit Unschuldsmiene sah ich Otto an. „Das ist aus Die Blumen des Bösen“, erklärte ich, „geil, was?“

„Ich kenne das Gedicht“, sagte Otto, „und ja, es gefällt mir. Und ja, es ist geil, aber wie du es vorgetragen hast, macht mir Probleme. Und wie du guckst. Und wie du getanzt hast!“

„Wie denn?“

„So lüstern. So, als wärst du das schreckliche Weib. Das Vampyrweib.“ Otto betonte genüsslich das y. „Denkst du, ich bin kein Mann? Denkst du, ich kann nun noch lange warten?“

Auf Ottos Stirn glänzten winzige Schweißtröpfchen.
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Die schwarzen Haare hingen ihm feucht im Gesicht. Erregt stierte er mich an mit seinen glasigen Augen hinter den runden Brillengläsern.

„Doch, bist du“, sagte ich kalt. „Ich habe nie daran gezweifelt." Lasziv bückte ich mich zu meinem Hemdchen.

„Lass das!“ Otto umfasste mich von hinten. Schmiegte seinen heißen Körper an meinen nackten kühlen. Schob mich zu der Ledercouch, drückte meinen Oberkörper nach vorn, sodass mein Kopf das Polster berührte.

„Lass mich deine herrlichen Brüste spüren Crysella.“ Mit einer Hand umfasste Otto meine eine Brust. Seine andere Hand umklammerte seinen Penis, den er hastig aus seiner Jeans geholt hatte.

Erschauernd spürte ich Ottos aufgerichteten Schwanz verlangend an meinem Po auf und nieder wippen. Otto stöhnte laut auf, ließ meine Brust los, legte beide Hände fest auf mein Hinterteil, zog die Backen auseinander, leckte die Rosette. Sein Atem ging schnell stoßweise in ein heiseres Keuchen über. Lüstern presste ich mich ihm entgegen. Gleich würde er zustoßen.



Nicht!, dachte ich, noch nicht und drehte mich abrupt rum.



Ottos Atem stieß heiß in mein Gesicht. Seine Hände packten meine Hüften. Es war Vollmond. Ich spürte seine unergründlichen Energien. Gier packte mich.



In jeder Vollmondnacht werde ich die Lust und die Qual, die Luzifer mir bereitet hat, weitergeben. Verdammt mich nicht. Ich werde den Männern ungeahnte Lust bereiten. Ihre Retterin werde ich sein. Ihre Göttin einer Nacht und sie entschweben lassen auf dem Gipfel ihrer Ekstase in himmlische Sphären, um sie dann in die Hölle zu stoßen.



„Der Schwur gilt“, sagte Lilith.



„Da fang doch gleich mit mir an“, sagte Otto und drängte seinen Kopf zwischen meine Brüste.

Ich knöpfte Ottos weißes Büßerhemd auf, presste meine Brüste an seine dunkel behaarte Brust, rieb langsam auf und ab, auf und ab. Otto stöhnte laut und vernehmlich und seine Hände fanden nochmals den Weg in meine Nässe. Ich stöhnte immer lustvoller.



„Jetzt bist du dran“, triumphierte Lilith.



„Oh ja”, stöhnte Otto.
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Langsam zog ich an Ottos afrikanischer Perlenkette, schnürte ihm wollüstig die Kehle zusammen. Sah mit Genugtuung, wie ihm die Luft zum Atmen ausging, seine Augen aus den Höhlen quollen, die Zunge ihm aus dem Mund hing.



Ottos Arme baumelten schlaff an den Seiten herab. Aus seinem Mundloch röchelten unartikulierte Laute. Mich packte das pure Entsetzen.



Was habe ich getan?



Schockiert riss ich meine Hände von Ottos Hals. Die Energie floss zurück in meinen Kopf. Warum hatte Otto sich nicht gewehrt? Sein blau verfärbtes Gesicht lag schweißnass zwischen meinen Brüsten!

War Otto etwa tot? Panisch hob ich seinen Kopf etwas an, stieß ihn aber sofort wieder zurück. Ottos Augen waren offen und glasig. Sein Mund zu einem schiefen Lächeln verzogen. Nur weg hier! Weg.



Ich habe Otto umgebracht!



„Es war herrlich“, grunzte Otto. „Ich hatte wunderbar geile Gefühle. Gefühle, die ich noch nie hatte.“

„Du bist doch völlig übergeschnappt!“ ich gab Otto einen derben Stoß, so dass er auf die schwarze Couch fiel und alle Viere von sich streckte. Wie ein Hund, der sich ergibt. „Mach das nie wieder!“, fauchte ich, „ich hätte dich umbringen können.“

„Du bist die Herrin.“

„Klar. Und du der Sklave. Kannst du haben.“ Schnell setzte ich mich breitbeinig auf Ottos Leib. Jetzt hatte ich die Macht. Die Lilithmacht. Und ich wollte sie auskosten. Bis zur Neige. Ich ergriff Ottos Arme und drückte sie über seinen Kopf. Meine Brüste schaukelten dicht über seinem immer noch weißen Gesicht. „Du bist in meiner Hand“, gurrte ich. „Du kannst dich nicht wehren. Hier sind meine Brüste, hier, hier. Die möchtest du doch gern? Doch sie gehören mir. Mir allein. Mir, der Vollmondfrau. Der Dämonin. Der dunklen Mutter. Und kein verdammter Erdenmann soll sie in sein gieriges Maul bekommen. Keiner.“

„Gib mir deine herrlichen Brüste. Komm, nur ein kleines Stück. Bitte“, gierte Otto. „Bitte. Nur die Nippel. Nur die Nippel.“



Das könnte dem so passen. Ich lachte schadenfroh. Kerle. Gierige Tiere. Mit mir nicht mehr. Jetzt würde ich sie benutzen.
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Es wurde Zeit. Es war Vollmond. Matthias hatte ich verschont. Otto kam mir gerade recht. Ich lachte hysterisch.



„Ricardo. Du Scheißkerl. Matthias. Du Dummkopf!“, schrie ich, „Luzifer! Du grausamer Teufe!“



Otto stöhnte und lechzte. Speichel rann aus seinem geifernden Mundloch. Er versuchte noch immer, meine Spitzen in sein Maul zu bekommen. Doch kurz vor dem Ziel zog ich sie jedes Mal zurück, obwohl auch ich lüstern war, wie nie zuvor. Schmerzhaft rann das Verlangen durch meinen erregten Körper. Das untrügliche Zeichen zügelloser Gier.

„Komm, setz dich höher Crysella“, wimmerte Otto, „auf mein Gesicht.“

Natürlich. Wir wollten es auf die Spitze treiben. Ich war bereit. Meine Lust benetzte heiß Ottos Gesicht.

„Ob man einen Mann damit ersticken kann?“, fragte ich schamlos.

„Versuch es.“, lechzte Otto.

„Lieber nicht.“

Ich wusste sehr wohl, dass ich mit meiner Weigerung Ottos Verlangen ins Maßlose steigerte. Er war ein Mann. Und sein Schwanz hart und bereit.

„Versuch es. Crysella. Oder mach was anderes“, keuchte Otto.

„Was denn, mein kleiner Verrückter? Was denn? Was soll denn die Vollmondfrau machen?“



Ich wurde immer verrückter. Immer geiler. Vielleicht war ja das Vampyweib Lilith in mich gefahren? Jedenfalls war es ein wahnsinnig erregendes Spiel. Auf einmal hatte ich eine Vision.



Otto war nicht mehr Otto. Otto war ein hässliches Monster. Ein Monster, das hilflos vor mir auf der schwarzen Couch lag. Nackt, zitternd, ohne Verstand. Mit irren übergroßen Augen, die aus den Höhlen quollen. Mit vor Geilheit Schaum vor dem Mund. Otto, mein Freund, war ein Monster. Ein Monster aus der Unterwelt. Der Hölle. Ein Sexmonster. Aus dem Kot der Gosse.



„Bitte, bitte“, flehte das Monster. Gierig schlängelte seine Zunge, die Zunge der giftigen Schlange aus dem Paradies, meiner Öffnung entgegen. „Piss mich an. Crysella. Piss mich an.“ Das Monster aus dem Kot der Gosse krümmte sich vor begehrlicher Lust. „Verlange von mir, was du willst“, wimmerte es. „Geld. Schmuck. Alles. Was du willst. Nur piss mich an.“

„Ich kann das nicht“, sträubte ich mich.
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„Doch. Doch“, bettelte das Monster. „Du musst deine Fotze ganz weit öffnen. Komm, zeig es mir. Ich habe Durst. Komm, komm. Wäre das höllisch!“



Plötzlich war Otto wieder Otto.

„Du bist pervers.“ Ich stieg runter von Otto. „Ich habe nur gespielt“, sagte ich und setzte mich auf die Couch.

„Dann spiel weiter“, verlangte Otto. „Gar schöne Spiele spiele mit mir.“

Ich trank den Rest Wein aus der Flasche und sagte: „Der Vollmond macht mich verrückt.“

Durch die unverhüllten Fensterscheiben fixierte ich die geheimnisvolle Kugel, die da so unnahbar am Himmel hing. Mit der Flasche in der Hand ging ich zum Fenster und öffnete es weit.

„Wo bist du Ricardo?“, rief ich in die Nacht. „Zeig dein verhurtes Gesicht!“



Als kein Ricardo sich zeigte, ging ich wieder zu Otto.

„Runter von der Couch“, sagte ich grob und versuchte, Otto von der Couch zu ziehen, „das Spiel ist aus. Ich will noch Wein!“

„Nein“, weigerte sich Otto, „wir sind noch nicht fertig.“





***



Fortsetzung folgt
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  Otto fordert aber geradezu die Gefahr heraus. Man bangt irgendwie um den armen Kerl, denn er kann ja nichts
dafür, dass er so geil ist. Spannend und wiedermal sehr erotisch.  
   Else08  -  26.02.13 16:24

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