Gone with the death? – Teil 23 LONDON IN KANADA...   95

Romane/Serien · Nachdenkliches · Fan-Fiction/Rollenspiele

Von:    Ingrid Alias I      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 12. Januar 2012
Bei Webstories eingestellt: 12. Januar 2012
Anzahl gesehen: 1463
Seiten: 9

Diese Story ist Teil einer Reihe.

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   Teil einer Reihe


Ein "Klappentext", ein Inhaltsverzeichnis mit Verknüpfungen zu allen Einzelteilen, sowie weitere interessante Informationen zur Reihe befinden sich in der "Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht":

  Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht      Was ist das?


Zwei Tage später verabschiedeten sich Angel und Snikkers.

Nach dem langen Gespräch, das Buffy mit Angel geführt hatte, fühlte sie sich zwar etwas bedrückt, aber auch irgendwie erleichtert. Ihr Verhältnis war nun nicht länger ein Liebesverhältnis, sie wollten nur noch gute Freunde sein, falls das irgendwie möglich war.

Angel hatte sie freigegeben. Er wusste, dass sie keine gemeinsame Zukunft hatten, Buffy sollte ihr Leben nicht vergeuden, indem sie auf ihn wartete. Buffy hatte ein Kind von Spike, und sie fühlte sich offenkundig von Spike angezogen, der im Gegensatz zu ihm, Angel, ziemlich lebendig war. Er musste das tolerieren. Es hätte schlimmer kommen können, dieser Arsch Riley, den er nicht ausstehen konnte. Oder noch schlimmer: Parkinson, der mittlerweile Verblichene...

Angel hatte Buffy endgültig freigegeben, was nicht hieß, dass er sie nicht mehr liebte.



Spike wollte über Weihnachten in Woodcape bleiben und danach nach L.A. zurückfliegen. Er musste dort einiges erledigen.

Spike hatte die Absicht, Buffy ein wenig zu entlasten, denn sie hatte es bestimmt nicht leicht gehabt im letzten Jahr. Und Buffy war sichtlich davon angetan.

Spike erledigte die Einkäufe.

Spike passte auf beide Kinder auf, damit Buffy, was sie lange nicht mehr getan hatte, einen Einkaufsbummel machen konnte, denn Kleinkinder waren bei so was eher hinderlich.

Spike fuhr mit Dawn und den Kindern zu den Niagarafällen, es war ein richtiger Tagestrip, sie aßen unterwegs bei Mac Donalds, die Kinder waren vorbildlich friedlich und lieb, und Buffy hatte endlich einmal viel Zeit zu Hause, um sich zu pflegen – allerdings wäre sie gerne mitgefahren, denn die beiden kamen so begeistert nach Hause, dass sie neidisch wurde.

Es hatte tatsächlich geschneit. Als ob das in dieser Gegend was Außergewöhnliches wäre...

„Ich wusste gar nicht, dass Spike so stark ist. Genau wie früher“, unterbrach Dawn Buffys Gedanken. „Der hat die liegengebliebenen Autos angeschoben wie nix!“

„Die können alle nicht Auto fahren“, brummte Spike. „Wenn ein paar Schneeflocken fallen, dann sind die gleich aufgeschmissen.“ Eine wahrhaft typisch männliche Aussage.

„Bei Macs musste Spike Autogramme geben“, erzählte Dawn sichtlich aufgekratzt weiter.
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Und die Fälle erst: Soviel Wasser, so viel wildes fallendes Wasser. Weißes Wasser. Tiefes Wasser. Tosendes Wasser. Funkelndes Wasser! Und vor allem nicht endendes Wasser!

Einmalig, so schwärmte Dawn und hielt Buffy Fotos unter die Nase, auf denen sie und Spike in wunderbar familiärer Eintracht zu sehen waren und auf ihren Armen glückliche Kinder grinsten. Dawn hatte vor, so schnell wie möglich die Fotos auf eine CD zu brennen, um sie ihren Mitschülerinnen unter die Nase halten zu können.

Buffy wurde bei jedem Bild etwas stiller. „Wieso habe ich die Fälle noch nicht gesehen?“, fragte sie schließlich leise, aber ihre Frage schien keinen zu interessieren.



Spike überreichte ihr just in diesem Moment, als könne er ihre Gedanken lesen, eine Brosche aus kleinen Brillantsplittern, auf denen die Fälle nachgebildet waren in einer Kaskade aus wilden, weißen, tosenden, funkelnden Brillanten. Spike mochte zwar keine Diamanten, aber um glitzerndes Wasser darzustellen, waren diese Steinchen wohl der optimale Stoff. Die Brosche war so kitschig, dass sie schon wieder interessant aussah.

Er hatte eine Ewigkeit lang kein Geld mehr ausgegeben, vermutlich war er deshalb in einen Kaufrausch verfallen und hatte den Kindern kuschelige Mützchen und Jäckchen gekauft - die mit dem Bild der Niagarafälle bestickt waren - und noch andere Sachen, die aber schon für Weihnachten bestimmt waren. Allerdings wollte er nur der Kinder wegen Weihnachten feiern, eigentlich nur wegen Morgan, denn Gwydion war noch zu klein dafür. Außerdem hatte er vor, sich Heiligabend in irgendeiner Kneipe zu besaufen. In Erinnerung an das letzte Weihnachtsfest mit Lilah....



Buffy freute sich riesig, denn die Brosche war das erste persönliche Geschenk, das sie von Spike bekommen hatte – bis sie feststellte, dass Dawn die gleiche Brosche trug. Mist aber auch! Spike war einfach nicht zu fassen. Auch jetzt als Mensch nicht. Er hatte sich kaum verändert, er war immer noch Spike, Spike der Drecksack, Spike, der Unwiderstehliche, Spike, der Spötter, Spike, der sie immer mit der Wahrheit konfrontiert hatte... Seltsam, dass Spike als Mensch fast genauso war wie als Vampir. Der Drecksack, der Spötter, der mit der Wahrheit, der Unwiderstehliche und vor allem der Standhafte, nein um Gottes Willen nein, nicht DIE Standhaftigkeit, sie fühlte, wie ihre Wangen leicht erröteten, nein, sie meinte doch die Standhaftigkeit seiner Seele.
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..

Denn die Mistelzweige, die sie großzügig über alle Türrahmen des Hauses gehängt hatte, umging er mit traumwandlerischer Sicherheit, und sie bekam nie die Gelegenheit, mit ihm zusammen unter den Zweigen zu stehen. Also kein Kuss. Mist! Vielleicht kam der Name Mistelzweig ja von Mist...

Also nix mit küssen, ganz im Gegenteil, die meiste Zeit, wenn sie alleine waren, stritten sie sich, aus Buffys Sicht fing Spike immer mit dem Streiten an, und immer begann es mit einem total harmlosen Thema...



„Wusstest du, dass es keine hundert Meilen von hier entfernt einen Ort namens London gibt. In Kanada auf der anderen Seite des Sees?“

„Nein, das wusste ich nicht“, sagte Buffy vorsichtig.

„Vielleicht lasse ich mich irgendwann dort nieder. Kanada soll nicht übel sein. Und vielleicht hat dieses London eine gewisse Ähnlichkeit mit dem London meiner Jugend. Cambridge ist auch nicht weit weg...“

„Gute Idee“, gab Buffy zu, denn wenn er schon nicht vor hatte hier zu bleiben, dann war das London in Kanada auf der anderen Seite des Sees immerhin etwas...

Sie strahlte ihn instinktiv an und zog einen dekorativen Flunsch. Ohne Absicht – es rutschte einfach so aus ihr heraus.

„Was zum Teufel soll das?“, Spike schaute sie wütend an.

„Was meinst du?“, fragte Buffy ahnungslos.

„Flirtest du etwa mit mir?!“

„Iiich weiß nicht“, stammelte Buffy verblüfft, und das Strahlen auf ihrem Gesicht erlosch.

„Du verschwendest deinen Charme an den Falschen. Ich bin ziemlich immun dagegen.“

„Aber ich wollte doch gar nicht...“

„Du kannst deinen Charme bei Wood anwenden! Oder bei deinem Exlover Parkinson, meine Güte, der Name hört sich an wie ‘ne Krankheit“, giftete Spike weiter herum. „Bei mir jedenfalls ziehen diese Mätzchen nicht.“

Buffy schaute ihn stumm an. Sie fühlte einen gewissen Respekt vor ihm, denn es gab wirklich nicht viel Männer, die ihrem Charme widerstanden hatten.

„Was willst du eigentlich, Zuckerpuppe?“

Ich will dich, du Idiot! Das sagte sie natürlich nicht, sondern trat näher an ihn heran und hob automatisch die Fäuste, als ob sie ihn schlagen wollte.
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„Du könntest ruhig ein bisschen netter sein, Liebes“, meinte Spike spöttisch. „Kein Wunder, dass du alle Männer vergraulst.“

Was zum Geier sollte sie denn tun? Wenn sie nett war, war es zu nett, und wenn sie nicht nett war, dann war es... Buffy ließ ihre Fäuste sinken und starrte ihn wortlos an. Ihr Herz machte einen Sprung, als sie realisierte, dass er sie ‚Liebes’ genannt hatte wie früher.

„Ich dachte, du stehst auf Gewalt“, meinte sie dann anzüglich und bereute ihre Worte schon, kaum dass sie ihren Mund verlassen hatten.

„Kann sein. Früher...“ Spike hob seine zernarbte Augenbraue und blickte sie an, als wolle er sie um Verzeihung bitten.

Und schon tat er ihr leid. Warum konnte sie auch nicht die Klappe halten? Mühsam sagte sie: „Ist doch schon lange her und fast schon nicht mehr wahr...“

„Damit kannst du mein Verhalten nicht entschuldigen, ich weiß, es gibt keine Entschuldigung, verdammt noch mal! Man kann sich nicht entschulden, die Schuld ist immer da!“ Spike grinste diabolisch. „Also Zuckerpuppe, was willst du? Willst du, dass wir heiraten? Sozusagen als Entschuldigung?“

Buffys Herz schlug auf einmal schneller, als er diese Frage stellte. Vergessen war der grauenhafte Moment, als er sie im Badezimmer des alten Summers-Haus vergewaltigen wollte, Falsch, durch sein Verhalten danach hatte sie ihn schon lange vergessen. Er hatte seine Seele erkämpft, er hatte sie unterstützt, hatte sie nie mehr belästigt, hatte ihr die Führungsposition als Jägerin zurückgegeben - hatte ihr Schicksal bestimmt. Und jetzt wollte er sie heiraten.

Dann aber kam ihr schlagartig zu Bewusstsein, dass dies kein romantischer Heiratsantrag war, sondern eine Konzession, die er wegen Morgan machen wollte.

„Nein danke, eigentlich wollte ich aus Liebe heiraten“, sagte sie schnippisch.

„Gut, und ICH habe schon mal aus Liebe geheiratet. Dann hat sich dieses Thema also erledigt.“ Spike wirkte unbewegt.

„Wenn du meinst...“

„Außerdem könnte ich dir nicht vertrauen.“ Spike wirkte immer noch unbewegt.

Das war nun wirklich ein Tiefschlag! Buffy erinnerte sich an ihre eigenen Worte, die sie ihm damals in ihrem eigenen Badezimmer entgegen geschleudert hatte: Ich kann dich nicht lieben, weil ich dir nicht vertrauen kann!

Konnte ER ihr vertrauen? Er meinte mit Sicherheit Angel und dass sie vielleicht sofort zu ihm rennen würde, wenn er ein Mensch werden würde, aber das war absurd, die Sache mit Angel war aus.
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Aber wie sollte sie Spike das beibringen?



Spikes Handy klingelte, er nahm den Anruf unwillig entgegen, denn er hasste er das Telefonieren. Zumindest das wusste sie von ihm.

Er lauschte aufmerksam in den Hörer und lächelte dann. Er ging in die Küche, um wohl ungestört sprechen zu können. Buffy folgte ihm unauffällig und hielt zufällig vor der Küchentür an, sie bückte sich, um ein Staubflöckchen vom Boden entfernen. Und seltsam, durch puren Zufall konnte sie mithören, was Spike sagte.



„Woher weißt du, wo ich bin?“, fragte er, und seine Stimme klang viel freundlicher als bei den Gesprächen mit ihr, Buffy...

„–-– –-–––– –– –––– -– ––“

„Ach so, von Snikkers.“

„-––-– –-– ––--––-- ––– –- –––-“

„Es geht mir ganz gut, den Umständen entsprechend...“

„–-– –––-– ––- ––––– -–– -–“

„Und ist das so wichtig?“

„–-– –-–––– –– –––– -– –– -––– –-––– ––-––- -–––--– ––-“

„Okay, dann hole ich dich heute Abend vom Flughafen ab. Ich freue mich.“ Mit diesen Worten beendete Spike das Gespräch, und Buffy verließ unauffällig ihren Posten vor der Küchentür.

Als er wieder ins Wohnzimmer kam, wo sie unschuldig auf dem Sofa saß, redete er nicht viel über das Gespräch, sondern sagte nur: „Ich muss nachher noch mal weg, meine Agentin ist in der Stadt. Sie war ‘ne Bekannte von Lilah. Kommst du mit den Kindern klar?“

Buffy nickte und blieb mit recht gemischten Gefühlen zurück.

Sie hörte, wie Spike spät in der Nacht nach Hause kam. Er wohnte natürlich mittlerweile nicht mehr in ihrem Zimmer, sondern im Keller. Was Buffy sehr bedauerte.

Als sie am nächsten Morgen in die geräumige Küche kam, saß er schon am Küchentisch.
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Dieser Vampir, äääh dieser Mann hatte wirkliche eine unverwüstliche Kondition!



Spike hatte schon Kaffee gemacht, verspeiste gerade eine Scheibe Toast und fühlte sich ziemlich gut, zumindest im Vergleich zu seiner sonst eher gedrückten Grundstimmung.

Er hatte mit Vivian einen wirklich netten Abend verbracht, bei dem sie sich fast ausschließlich über Lilah unterhalten hatten. Das war es, was Spike im Augenblick brauchte, nämlich über Lilah sprechen zu können. Spike lächelte versonnen vor sich hin und war guter Laune.

Im Gegensatz zu Buffy. Die war nicht guter Laune. „War wohl nett gestern Abend“, warf sie ihm säuerlich hin, mit Betonung auf ‚nett’.

„Das war es. Wirklich!“ Spike schien ihre miese Laune nicht zu bemerken. „Du glaubst nicht, was sie mir angeboten hat!“

„Sex vielleicht?“, schoss es unkontrolliert aus Buffy heraus, bevor sie sich erschrocken die Hand vor den Mund hielt.

„Liebes, glaubst du, ich gehe mit jeder ins Bett, die mir Trost spenden will?“

„Nnnein, eigentlich nicht“, stammelte Buffy verlegen. Und machte sich so ihre Gedanken. ‚Liebes’, er hatte wieder ‚Liebes’ gesagt, das klang gut. Und ‚nicht mit jeder’, das klang auch gut. Hieß das, sie war etwas besonderes für ihn?

„Hörst du mir überhaupt zu?“ Spikes Stimme riss sie aus ihren Gedanken. „Sie haben mir angeboten, in einem Film die Hauptrolle zu spielen.“

„Hääää....“, sagte Buffy verblüfft.

„Ich soll Rudolfo Valentino spielen. Und zwar als Scheich.“

„Kenn’ ich nicht. Oder? Moment mal, war das nicht dieser Stummfilmknilch? Muss mindestens hundert Jahre her sein...“

Spike kümmerte sich nicht um die Anspielung auf sein Alter. „Man behauptet, ich hätte große Ähnlichkeit mit ihm. Aber das ist gelogen, ich sehe besser aus!“

„Mit viel Schminke kriegen die das schon hin...“ Buffy sagte das etwas sarkastisch, er war ja sooo eingebildet...

„Die Dreharbeiten wären in der Nähe von New York.“

„Das ist gar nicht so weit von hier“, dachte Buffy laut nach, sie hatte flugs vergessen, wie eingebildet er war, „auf jeden Fall nicht so weit wie von Los Angeles.
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..“

„Ich weiß nicht, ob ich es machen soll. Eigentlich will ich nicht bekannt werden. So wie es jetzt ist, reicht es vollkommen, manchmal ist es schon zu viel.“

„Hast du mal überlegt, dass Bekanntheit ein Schutz sein könnte? Falls die von W&H wieder was versuchen, würde sich die Presse sofort drauf stürzen. Bei einem Unbekannten, von dem die Mädels nicht jeden Augenblick ein Autogramm haben wollen“, Buffy zog einen Flunsch, „wäre das wohl nicht der Fall...“

„Ich hatte aber andere Pläne.“

„Du meinst das Studium? Das läuft dir nicht weg. Du könntest in Cleveland studieren, die sind bekannt für ihre gute Juraabteilung.“ Buffy hatte natürlich nicht die geringste Ahnung, ob die Uni von Cleveland eine gute Juraabteilung hatte, aber es schien ihr angebracht, das vor Spike zu behaupten.

„Das sagt Vivian auch“, gab Spike überrascht zu. „Und stimmt, ich kann es ja immer noch tun...“



Buffy war nun auch überrascht, zum einen, weil sie mit der Juraabteilung recht gehabt hatte, ohne sie zu kennen, zum anderen, weil Spike eventuell in Betracht zog, hier in der Nähe zu bleiben. „Wieso rauchst du eigentlich nicht mehr?“, fragte sie zerstreut.

„Ich hab’ damit aufgehört. Vor zehn Monaten und zehn Tagen“, sagte Spike gereizt. Und dann drehte er sich weg von ihr.

Mist, jetzt hatte sie wieder was Falsches gesagt. Er war aber auch empfindlich! Buffy zog es vor, das Thema zu wechseln und sagte schließlich nachdenklich: „Lass mich mal überlegen... Wen außer Rudolfo könntest du sonst noch spielen?“

„Du willst mich wohl verarschen“, brummte Spike.

„Nein, nein! Wie wäre es mit Captain Ahab in Moby Dick?“ Buffy musste lachen. „Du siehst Gregory Peck sehr ähnlich.“

„Duuu verfluuuchter Waaal! Ha, das kommt gut“, Spike musste nun auch lachen.

„Als die vier Musketiere, alle außer Portos, bevorzugt Aramis“; kicherte Buffy weiter.

„Aramis ist geil! Ich wollte schon immer ein Gottesmann sein...“

„Als Kardinal Frikassee – oder wie der in den Dornenvögeln hieß....“

„Noch ein Pfaffe! Aber in den Reiterhosen und dem weißen Hemd kam er gut rüber“, stöhnte Spike hingerissen.
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„Kein Vergleich mit dem Kardinalsfrack...“

„Als Captain Picard, der Jüngere!“ Buffy geriet mächtig in Fahrt.

„Hmmm, Jean–Luc? Und klar, ohne Glatze...“

„Jetzt hab’ ich es: Winnetou, der edle Apache. Du müsstest allerdings eine Perücke tragen und was mit deinen Augen machen.“

„Gut, gefällt mir. Wie wär’s mit Angel als Old Shatterhand? Wir als Blutsbrüder sozusagen. Das entbehrt nicht einer gewissen Komik.“

„Und ich könnte dann die Nscho–tschi spielen.“

„Moment mal, ist das nicht Winnetous Schwester?“

„Uups! Das ist mir jetzt aber peinlich, Brüderchen...“



Spikes Handy klingelte just in dem Augenblick, als sie im Lachen vereint waren wie noch nie zuvor. Nicht nur im Lachen, auch in einem lockeren Gespräch, denn so etwas hatte bei ihnen noch nie stattgefunden. Entweder hatte sie ihn beschimpft, oder er hatte ihr etwas über seine Seele erzählt – oder sie hatten über die Sache gesprochen. All das war nicht sehr lustig gewesen, und es war ein Symptom dafür, dass ihre Beziehung zu keinem Zeitpunkt normal gewesen war.



Spike sprach wieder mit seiner Agentin Vivian. Sie wollte ihn wohl noch einmal treffen.

Spike ging willig, viel zu willig, wie Buffy meinte, darauf ein. Was für ein hartnäckiges Weibsbild, dachte sie empört.

Immerhin war das Gespräch schnell vorbei, aber Spikes Laune war wieder schlechter geworden, er drehte zerstreut den Ring an seinem kleinen Finger.

Das war Lilahs Ehering. Buffy zog ein ärgerliches Gesicht, Spike sah es natürlich, sofort schlug die Stimmung um, und sie setzten das Gespräch, das sie vor der Ankunft seiner Agentin geführt hatten, scheinbar übergangslos fort.

„Was ist denn nun schon wieder?“, fragte Spike sie grob, als er ihren beleidigten Gesichtsausdruck und ihre feucht gewordenen Augen sah.

Buffy wusste gar nicht, warum ihre die Augen auf einmal feucht waren und starrte ihn nur an.

„Summers“, sagte Spike beißend, „du warst wirklich immer schon ein Jammerlappen. Hast immer geflennt, wenn ich dich gesehen habe. Huuu, ich bin die Jägerin, huuu, ich bin allein, huuu, alle Männer verlassen mich, huuu, ich habe überhaupt keine Schuld, huuu, nein die bösen Männer sind es.
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Summers, du bist eine Heulsuse!“

„Das bin ich nicht!“, sagte Buffy verzweifelt,, während sich ihre Augen vollends mit Tränen füllten und sie sich abwendete, damit Spike das nicht sehen konnte.

„Sieh dich doch an! Schon wieder Tränen“, sagte Spike grimmig. „Hast du jemals daran gedacht, wie Angel sich gefühlt haben muss, als er dich verließ, um dir ein neues Leben zu ermöglichen? Nein das hast du nicht. Du hast nur an dein eigenes Elend gedacht. Ich bin verlassen worden, nur das hast du gedacht!“

„Das ist nicht wahr!“ Buffy konnte die Tränen nicht mehr unterdrücken. Und eigentlich stimmte es ja, was er sagte.

„Sag’ mal, hast du jemals wegen einem andern geflennt und nicht wegen dir?“

„Das habe ich, Spike“, sagte Buffy mühsam und dachte an das Hotelzimmer, als er sie allein gelassen hatte. Das war wirklich das erste Mal gewesen, dass sie nicht um ihr eigenes sogenanntes Elend geheult hatte.

„Nein, hast du nicht! Du warst die Jägerin und die Hauptperson! Schau dir Riley an, den hast du so weggegrault, dass sogar ich mit ihm Mitleid hatte. ICH!!!“ Spike lachte höhnisch auf. „Du hast ihn nicht in dein Leben gelassen und ihn fast zerstört. Er hatte Glück, dass er den Absprung noch geschafft hat. Mit ’ner anderen...“

„Ach, und jetzt kommt wohl, wie ich DICH behandelt habe“, Buffy, die ihre Tränen mühsam unterdrückte, ging zornig auf ihn los

„Mich behandelt?“, ereiferte sich Spike. „Wie kommst du darauf, dass ich in diesen illustren Kreis hineinpasse? In diesem illustren Kreis mit Angel und Riley. Das waren die Männer, die du geliebt hast, nicht wahr? Obwohl... mittlerweile glaube ich, du musst das erst lernen, das mit der Liebe.“

„Bitte Spike, hör’ auf“, flüsterte Buffy, deren Zorn schlagartig verflogen war.



Spike starrte sie an.

„Ich glaube, ich hab’ Gwydion gehört“, Buffy verschwand eilig nach oben, um den Kleinen zu holen. Sie hatte nämlich die Erfahrung gemacht, dass Spike in Gegenwart seines Sohnes viel netter und zugänglicher war. Mit dem Kleinen auf dem Arm kam sie die Treppe herunter.



Wie durch ein Wunder fiel der Zorn von Spike ab, er wusste noch nicht einmal, warum er sich so aufgeregt hatte.
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Das war doch alles Schnee von gestern, und er fühlte fast Mitleid mit ihr.





so, noch 1 ... ;-)
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Kommentare zur Story:

  Nun so scharwenzeln Buffy und Spike also um sich herum. Es geht nicht vor, es geht nicht zurück und eigentlich sind da nur die Kinder, die überhaupt noch eine Verbindung zwischen ihnen bilden.
Da Buffy nicht wie Lilah in deinem Roman eingeführt wurde, sondern du wohl die Kenntnis der Vampireslayer Serie für ihren Hintergrund voraussetzt geht mir, der sie kaum kennt, ein bisschen die Sympathie für diese Buffy abhanden und ich kann mich somit nicht wirklich emotional auf dieses Kapitel einstellen, da sich der eine Charakter mir beinahe vollständig verschließt - aber ich werd mal schauen was das (vorläufige?) Ende bringt.  
   Jingizu  -  23.02.12 17:55

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  ein großes danke schön an doska, michael, dieter, petra, jochen und all diejenigen, die den roman lesen.
ich bin mir selber noch nicht sicher, wie das alles endet, und deshalb wird's im letzen teil auch keine klarheit geben. eigentlich fängt die ganze sache erst richtig an, dazu geht mir zwar einiges durch den kopf, aber ob ich das jemals schreibe? wer weiß... ;-)
also danke schön!  
   Ingrid Alias I  -  15.01.12 17:55

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  Gefällt mir, wie sich Buffy um Spike bemüht. Sie scheint sich ziemlich sicher zu sein in ihrer Liebe zu ihm. Aber, dass W&H Ruhe geben werden, kann nich auch nicht so recht glauben. Wie immer flüssig und spannend geschrieben.  
   Jochen  -  14.01.12 19:58

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  Die Kinder verbinden Spike und Buffy sehr. Vielleicht werden sich die beiden doch noch über die Kinder näher kommen. Aber werden nicht W&H etwas dagegen haben? Angel ist jedenfalls sehr tapfer.  
   Petra  -  14.01.12 15:28

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  Buffy scheint Spike wirklich zu lieben. Das merkt man erst jetzt so richtig. Spike scheint das nicht zu bemerken oder nicht bemerken zu wollen. Angel hat das jedenfalls begriffen und gibt Buffy frei, obwohl er sie noch immer zu lieben scheint. Ein schönes Kapitel. Man freut sich schon auf das nächste.  
   Dieter Halle  -  13.01.12 22:16

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  Ich schließe mich Doskas Meinung an. Ob wirklich noch die wahre Liebe zwischen Spike und Buffy entflammt, wird deine letzte Folge zeigen.
Liliah hat Spike allerdings noch nicht gänzlich aus seinem Gedächtnis verbannt. Auch Dank seines Eheringes holen ihn die Erinnerungen an seine gemeinsame Zeit mit Liliah immer wieder ein, was ja auch verständlich ist.
Nun bin ich gespannt, ob dein hochinteressanter Roman ein versöhnliches Ende finden wird.
LG. Michael  
   Michael Brushwood  -  12.01.12 18:07

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  Ich glaube Buffy und Spike kommen sich so ein bisschen näher. Es war ja auch vorher eine Menge passiert und das mussten sie erst einmal verarbeiten. Aber ob sie sich wirklich lieben werden? Eines ist klar, die Kinder hat Spike sehr in sein Herz geschlossen.  
   doska  -  12.01.12 16:31

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Kommentar von "Juria" zu "Cáriallá - Kapitel 6"

Sehr tolle Geschichte, ich bin gespannt, wies weitergeht. :>

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