With or without you - Kapitel 19: Auflösung   322

Romane/Serien · Romantisches

Von:    Conva      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 14. Juni 2007
Bei Webstories eingestellt: 14. Juni 2007
Anzahl gesehen: 1653
Seiten: 9

Diese Story ist Teil einer Reihe.

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   Teil einer Reihe


Ein "Klappentext", ein Inhaltsverzeichnis mit Verknüpfungen zu allen Einzelteilen, sowie weitere interessante Informationen zur Reihe befinden sich in der "Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht":

  Inhaltsangabe / Kapitel-Übersicht      Was ist das?


Obwohl Túlipa offensichtlich nichts lieber gewußt hätte, als ob diese Briefe tatsächlich von Senécio an Mrs. Siléne geschrieben worden waren, zog sie sich jedoch gleich wieder zurück.

Es waren tatsächlich Liebesbriefe. „Meine Liebste...“ stand dort gleich zu Beginn zu lesen. Doch die Schrift kam mir unbekannt vor und als ich die Unterschrift sah, wurde mir fast schwindelig vor Erleichterung! Die vier oder fünf Briefe endeten alle mit „In ewiger Liebe, Drába“ Wer dieser Drába war, und in welcher Beziehung er zu Mrs. Siléne stand, war mir völlig egal. Wichtig war nur, dass diese Briefe nicht von meinem Mann stammten.

Durch diese Entdeckung plötzlich aufgemuntert lief ich in mein Zimmer, um mich schnell zum Reiten umzuziehen. Nur wenig später war ich dann bei Massai und erzählte ihm die ganze Geschichte, während ich ihn im Stallhof gründlich striegelte. „Aber ich frage mich doch, warum sie diese Briefe so sorgsam aufgehoben hat!“ meinte ich zu ihm. „Wenn sie einen derartigen Wert für sie haben, kann sie es doch nicht auf Senécio abgesehen haben, wie sie angedeutet hat.“

Massai schnaubte zur Erwiderung.

„Schon gut, du hast Recht. Warum sollte ich mir weiter Gedanken darüber machen. Nutzen wir lieber den Tag und machen einen schönen Ausritt, da ich im Haus ja nicht weiter erwünscht bin.“

Besonders lange fiel der Ausritt allerdings nicht aus, da ich zu neugierig war, was die Befragung des Mannes im Arbeitszimmer erbracht hatte.



Senécio war jedoch wie vom Erdboden verschwunden und auf meine Fragen hin hüstelte der Butler nur und meinte, er wisse nicht, wohin mein Ehemann gefahren sei, er habe jedoch die Kutsche angefordert. Außerdem sei das Dinner um unbestimmte Zeit verschoben worden weshalb die Köchin kündigen wolle und ob ich nicht mit der Köchin reden wolle?

Schlagartig wurde mir bewußt, dass es ja von nun an meine Aufgabe sein würde, mich um die Haushaltsangelegenheiten zu kümmern. Obwohl ich nicht die geringste Lust dazu hatte, suchte ich mir daher den Weg in die Küche – immerhin konnte ich im Moment nichts weiter tun. Die Köchin war sehr temperamentvoll, sehr von sich eingenommen und fühlte sich außerordentlich beleidigt. Ich hatte meine liebe Not, sie zu beruhigen und ihr zu versichern, dass eventuelle Mängel am Essen, bedingt durch die lange Wartezeit, nicht ihr zu Lasten gelegt würden.
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Darüber hinaus mußte ich ihr noch versprechen, bald eine große Gesellschaft zu geben, bei der sie ihr Können beweisen könnte.

Nachdem dies geregelt war, ging ich wieder hinauf und überlegte, was ich nun anfangen sollte.

Ziellos schlenderte ich durch den Garten, doch bald wurde mir kühl. Der Himmel zog sich schon wieder mit Regenwolken zu und es hatte merklich abgekühlt. Ich versuchte, mich mit etwas Klavierspiel abzulenken, doch ich spielte noch schlechter als sonst, denn ich konnte mich nicht so recht konzentrieren. Beim kleinsten Geräusch horchte ich auf im Glauben, es sei Senécio, der zurückgekehrt war. Doch ich sah mich stets getäuscht. Als es dämmerte erschien ein Diener, der das Feuer im Kamin entfachte und die Kerzen im Raum anzündete. Und noch immer war Senécio verschwunden! Allmählich fing ich tatsächlich an, mir Sorgen zu machen. Und zudem wurde ich immer hungriger!

Schließlich befahl ich der Köchin, das Essen für mich aufzutragen. Verschreckte Diener brachten mir kurz darauf eine Menge Köstlichkeiten. Obwohl die Köchin offenbar wieder einen Wutanfall hatte, schmeckte das Essen wunderbar, doch ich konnte es nicht so recht genießen, als ich so ganz allein im Speisezimmer saß. Zwischen den Stilleben an den Wänden hing auch ein Bild, das eine Gesellschaft beim Picknick im Freien zeigte. Die Menschen auf dem Bild schienen eine Menge Spaß zu haben und ich kam mir noch einsamer vor. Das Bild der wütenden Köchin vor Augen gelang es mir jedoch irgendwie, die Speisen hinunterzuwürgen. Ich wollte sie nicht noch dadurch verärgern, dass ich ihre kulinarischen Bemühungen scheinbar nicht zu schätzen wußte.

Nach dem Essen zog ich mich wieder in den Salon neben der Eingangshalle zurück und kauerte mich mit einem Buch meines Lieblingsautors aufs Sofa. Doch selbst dieses Genie konnte mich nicht fesseln. Wieder und wieder schaute ich auf die Uhr. Im Kamin brannte das Feuer langsam herunter und draußen prasselte unablässig der Regen.

Es war bereits kurz vor Mitternacht, als ich endlich laute Geräusche in der Eingangshalle hörte. Schnell lief ich hinaus und sah meinen Mann, der sich gerade seines regennassen Mantels entledigte.
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Bis zu diesem Moment hatte ich mir nur Sorgen gemacht, als ich ihn aber nun völlig unversehrt, wenn auch ziemlich durchnäßt, vor mir stehen sah, wurde ich auf einmal wütend.

„Wo zum Teufel hast du nur gesteckt? Das nächste Mal sag mir gefälligst Bescheid wenn du vorhast, dich die ganze Nacht irgendwo rumzutreiben! Dann muss ich nicht unnötig mit dem Essen auf dich warten und mir das Geschrei der Köchin anhören!“

Senécio gab seinen Hut und seine Handschuhe dem Lakai, der bei meiner Attacke nicht einmal mit einer Wimper gezuckt hatte, und drehte sich dann zu mir um. Einen Augenblick sah er mich mit einem undeutbaren Gesichtsausdruck an, dann sagte er: „Sorg doch bitte dafür, dass ich gleich etwas zu essen bekomme, ich hatte noch kein Dinner und könnte etwas Warmes vertragen. Ich gehe mich nur schnell umziehen.“ Damit ließ er mich stehen und eilte die Treppe hinauf.

„Schon gut, was kümmert es dich schon, wie die Laune der Köchin ist. Das ist ja jetzt meine Angelegenheit!“ rief ich ihm bitter hinterher. Gleich darauf schalt ich mich selbst. So vor den Dienstboten herumzuschreien war wahrhaftig nicht die beste Methode, um mich als neue Hausherrin beliebt zu machen...

Zu meinem Glück erschien jedoch gleich darauf der Butler und machte sich erbötig, die Bestellung in die Küche zu bringen. „Keine Sorge“, versicherte er, „der Herr wird im Handumdrehen etwas zu essen bekommen.“

„Vielen Dank, Crépis“ erwiderte ich. Und ich war wirklich dankbar, nicht wieder in die Küche hinabsteigen zu müssen, um dort mit dem wütenden Drachen zu kämpfen, der das Herdfeuer hütete.

Crépis hielt Wort und der Drache übertraf sich selbst an Schnelligkeit. Noch bevor Senécio wieder hinunterkam brachten Diener bereits zugedeckte Platten und Terrinen ins Eßzimmer. Ich befahl, mir auch noch ein Gedeck zu bringen, und setzte mich dann an den Tisch. Kurz darauf erschien auch mein Mann. Er sah erschöpf aus, aber da war noch etwas in seinem Blick, was ich nicht ganz deuten konnte.

Die Diener verließen den Raum, nachdem sie das Essen auf die Teller geladen hatten.

„Hast du noch nicht gegessen?“ fragte Senécio mit Blick auf meinen Teller.
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„Doch, oder hast du etwa geglaubt, ich würde tatsächlich hungern, bis du geruhst, wieder zurückzukommen?“ antwortete ich patzig.

„Und dennoch hast du wieder Hunger? Ich glaube ich kenne wahrhaft keine Frau, die soviel ißt wie du und dabei eine so gute Figur behält!“

Darauf wußte ich nichts zu erwidern und so fragte ich nur erneut: „Wo bist du gewesen?“

„Ach“, seufzte er und blinzelte mir zu, „kaum einen Tag verheiratet und schon stehe ich unter der Fuchtel meiner Frau!“

„Ach“, entgegnete ich sarkastisch, „kaum einen Tag verheiratet und schon treibt sich mein Mann die halbe Nacht sonstwo herum!“

„Keine Sorge, die zweite Hälfte der Nacht gehört meine Aufmerksamkeit ganz allein dir – nachdem ich endlich etwas gegessen habe.“

Mein Atem stockte kurz als mir einfiel, dass uns unsere richtige Hochzeitsnacht ja noch bevorstand. Schnell beugte ich meinen Kopf über den Teller, um mein knallrotes Gesicht zu verbergen. Aus den Augenwinkeln heraus sah ich Senécio grinsen.

Den Rest der Mahlzeit aßen wir schweigend. Die Diener erschienen wieder, um abzuräumen und das Tischtuch zu entfernen. Ein Diener stellte ein Tablett mit einer Karaffe Portwein und einem Glas vor meinen Mann. Dem üblichen Protokoll nach hätte ich mich jetzt in den Salon zurückziehen müssen um dort zu lesen oder zu sticken, während mein Mann Portwein trank und vielleicht eine Zigarre rauchte. Doch mir war in dieser Nacht nicht danach zumute. „Was hat euch der Kerl erzählt, als du ihn im Arbeitszimmer verhört hast?“ versuchte ich eine andere Taktik.

„Du gibst wohl nicht auf, was?“

„Natürlich nicht!“

Senécio grinste schief. „Eigentlich wäre es besser, das nicht zu erzählen. Es könnte deine schlechte Meinung über mich noch verstärken. Ich bin mir wirklich nicht sicher, ob ich dich einweihen soll.“

„Nachdem du schon soviel verraten hast mußt du es mir erzählen! Sonst denke ich mir einfach irgendwas aus, was meine Meinung verschlechtert.“ drohte ich.

Er seufzte und starrte abwesend auf sein Glas, dann fragte er plötzlich: „Núphar, vertraust du mir?“

Verwirrt blickte ich ihn an. „Wieso? Wieso fragst du mich das?“

„Wenn ich dir sage, dass ich hoffe, du denkst nicht schlechter von mir, obwohl ich einen Fehler begangen habe, glaubst du mir dann?“

Ich hatte das äußerst unangenehme Gefühl, plötzlich keine Luft mehr zu bekommen.
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Was wollte er mir sagen? Das Gesicht von Mrs Siléne erschien plötzlich vor meinem inneren Auge. Hatte er etwa...? Unwillkürlich murmelte ich ihren Namen. „Mrs Siléne...“

Überrascht sah er mich an. „Du weißt es bereits?“

Also war es wahr! Ich stand auf und stellte mich vor den Kamin, den Rücken ihm zugewandt. Ich wußte nicht, was ich sagen sollte. Ich hatte es schon immer geahnt: Er liebte mich nicht! Mein Traum – oder eher Alptraum – wurde Realität. Im Geiste sah ich den Senécio aus meinem Traum zu mir sagen: „Du weißt doch, dass dies nur eine arrangierte Ehe ist und ich dich nicht wirklich liebe! Du liebst mich doch nicht etwa? Wie naiv von dir! Dabei habe ich doch schon längst jemanden, der mir das Bett und das Herz wärmt!“ Doch trotz dieser Warnung, denn dafür hielt ich den Traum nun, hatte ich stets die leise Hoffnung gehabt, dass es vielleicht doch nicht so wäre. Manchmal, wenn Senécio mich ansah, glaubte ich in seinen Augen vielleicht doch ein Fünkchen Zuneigung zu erkennen. Nicht unbedingt Liebe, aber immerhin einen Hinweis, dass ich ihm nicht ganz gleichgültig war. Und was sollte ich nun tun? Wie sollte ich reagieren? Was erwartete er von mir? „Und da fragst du noch, ob ich dir vertraue...“ murmelte ich.

„Núphar, bitte! Ich habe es doch nicht gewußt!“

Was hatte er nicht gewußt? Dass er sie liebte? War ihm das erst aufgegangen, als er sich in einer Ehe mit einer anderen – mit mir! – gefangen sah? Ich fühlte mich auf einmal furchtbar müde und leer. Ein Gefühl der Unwirklichkeit überkam mich und alles schien auf einmal viel langsamer zu werden. Gebannt sah ich dem Tanz der Flammen im Kamin zu. Wie lustig sie wirkten! Fast wie kleine Kobolde hüpften und knisterten sie. Ein Harztröpfchen zerplatzte und muntere Funken stoben empor.

Wie aus weiter Ferne hörte ich jemanden meinen Namen rufen. „Núphar! Núphar, ist alles in Ordnung mit dir?“ Eine Hand lag auf meiner Schulter, eine andere auf meiner Wange und mit einmal sah ich keine gelborangenen Flammen mehr, sondern zwei grüne Augen.
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„Núphar!“ Ich wurde leicht geschüttelt und die Benommenheit wich langsam wieder von mir.

„Meine Güte Núphar, jag mir nie wieder so einen Schrecken ein!“ befahl Senécio mit rauher Stimme.

„Was...?“ murmelte ich undeutlich.

„Du bist ganz blaß geworden und ich glaubte schon, du würdest ohnmächtig!“

Mittlerweile hatte ich meine Sinne wieder beieinander und trat einen Schritt zurück. Seine Hände fielen von mir ab und sofort vermißte ich ihre Wärme. Ärgerlich auf mich selbst und meine Schwäche funkelte ich ihn an. „Was macht es dir schon aus, wenn ich ohnmächtig werde! Ich bin dir doch sowieso ganz egal!“ Hoppla, offenbar war ich doch noch nicht wieder ganz klar im Kopf, sonst hätte meine Stimme bei den Worten nicht so verdächtig gezittert.

„Aber natürlich macht es mir etwas aus, wenn du ohnmächtig wirst. Herrje, wirst du es denn nie begreifen? Du bist mir alles andere als egal!“ schrie Senécio erbost und offenbar mit seiner Geduld am Ende.

„Ach ja?“ schrieb ich genauso erbost zurück, auch wenn mir zu meinem Ärger die Tränen in die Augen stiegen. „Und was war das dann mit Mrs Siléne heute abend? Soll ich etwa glauben, dass sie dir weniger bedeutet als ich?“

„Ich habe Mrs Siléne heute wegen Hochverrats und Anstiftung zur Brandstiftung festgenommen! Ich dachte du wüßtest das. Aber offenbar war das ein Mißverständnis.“

„Du hast sie festgenommen? Und das soll ich glauben? Hältst du mich für so dumm, dass du mit einer derart schlechten Ausrede davonkommen kannst?“ Fast hätte ich wie ein kleines Kind mit dem Fuß aufgestampft. „So dumm bin ich nicht, oh nein! Sag mir wenigstens die Wahrheit!“

„Ich sage dir die Wahrheit, verdammt!“ Senécio sah aus, als würde er gleich explodieren. „Mrs Siléne hat den Knecht beauftragt, den Dienstbotenflügel anzuzünden. Er hat alles gestanden und daraufhin sind wir zum Gasthaus. Aber wir kamen zu spät. Mrs Siléne war bereits vor einer Stunde abgefahren. Also haben wir sie zu Pferd verfolgt, eingeholt und verhaftet. Als sie gefaßt wurde brach sie zusammen und hat ebenfalls gestanden.
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Sie ist heimlich verlobt mit dem Anführer der banditos und hier im Dienstbotenflügel sollten sich angeblich kompromittierende Briefe befinden.! Sie wollte die Briefe zerstören, also engagierte sie jemanden, der hier ein Feuer legen sollte. Außerdem plante sie, den Anführer aus dem Gefängnis zu befreien, bevor er gehenkt wird. Nach ihrem Geständnis haben wir sofort dafür gesorgt, dass dieser Plan vereitelt wird. Vertrau mir doch, Núphar! Was auch immer du glaubst, dass ist die Wahrheit!“

Stumm hörte ich ihm zu. Anfangs weigerte ich mich noch, ihm zu glauben, doch dann dämmerte es mir. Briefe! Briefe versteckt in Kleidern, die ich meiner Zofe geschenkt hatte! „Wie heißt der Hauptmann mit Vornamen?“ frage ich mit schwankender Stimme.

„Ich glaube, er heißt Drába oder so ähnlich, warum?“ Senécio schien sich nach seinem Ausbruch wieder etwas beruhigt zu haben.

Eine einzelne Träne rollte mir die Wange herunter, doch ich riß mich zusammen. „Du hast also nicht...ich meine,...“ ich schluckte, „du liebst Mrs Siléne also nicht mehr?“ fragte ich mit zitternder Stimme.

„Oh du Dummkopf!“

Merkwürdigerweise war ich nicht beleidigt, denn die Stimme, mit der er das sagte...Einige weitere Tränen ließen sich nicht zurückhalten.

„Ich habe sie nie geliebt! Nie! Die einzige die ich je geliebt habe und je lieben werde...“ Er zog mich wieder zu sich heran und küßte mir eine Träne von der Wange. „Meine einzige Liebe bist du!“ flüsterte er.



Leider zerstörte ich diesen romantischen Augenblick, in dem mit einem Male all meine Wünsche und Hoffnungen wahr wurden, indem ich laut aufschluchzte und anfing, richtig loszuheulen. Und damit meine ich so richtig richtig. Mit lauten Schluchzern, laufender Nase und Schluckauf. Doch Senécio lachte nur, behielt mich weiter fest im Arm und sagte ein ums andere Mal „Oh Núphar! Meine kleine süße Núphar!“ Was genau er an mir klein und süß fand verstand ich zwar nicht ganz, doch darum ging es auch nicht. Irgendwann, nachdem ich sein Hemd naß geheult und unsere beiden Taschentücher gebraucht hatte, gelang es mir zwischen zwei Schluckaufs zu stammeln: „Ich liebe dich auch!“

Wie oft hatte ich mir heimlich gewünscht, diese Worte zu ihm sagen zu können.
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Doch in keiner meiner Vorstellungen hatte ich dabei verquollene rote Augen, eine rote Nase und Schluckauf! Doch ihm schien es egal zu sein. Ich bekam meinen ersten richtigen Kuß, dem gleich darauf noch viele weitere folgten. Wir flüsterten uns unsinnige Koseworte zu.

Dann mußte mein Mann noch einmal ausführlich berichten, was sich alles an diesem Nachmittag und Abend zugetragen hatte, auch wenn ich die wichtigsten Fakten schon kannte. Anschließend gestand ich, was meine Befürchtungen gewesen waren. Ich erzählte ihm von dem immer wiederkehrenden Traum.

„Das ist nur ein dummer Traum! Du glaubst doch nicht etwa daran, dass Träume eine Bedeutung haben?“

„Du selbst hast das doch behauptet. Du hast gesagt, der erste Traum in der neuen Heimat würde in Erfüllung gehen!“

„Aber nur dann, wenn es kein Alptraum ist. Man darf immer nur an die guten Omen glauben, dass ist Gesetz!“

„Ach wirklich? Von so einem Gesetz habe ich noch nie gehört.“

„Nein? Dann wird es aber höchste Zeit! Ich muss sagen, ich bin entsetzt darüber, wie ungebildet meine Frau ist. Dass sie dieses wichtigste aller Gesetze nicht kennt...!“



Unter solchem und ähnlichen Geplänkel verging die Zeit und ehe wir es merkten dämmerte schon der Morgen und wir hörten die ersten Geräusche der Dienstboten. Ich war aufgestanden und ans Fenster getreten. „Schau mal der Sonnenaufgang! Ich glaube es wird ein schöner Tag!“

„Es wird auf jeden Fall ein schöner Tag! Und jetzt...“ Seine grünen Augen funkelten mich spitzbübisch an. Mit zwei Schritten war er bei mir, packte mich und warf mich über seine Schulter.

„Senécio! Nicht! Wenn die Dienstboten uns so sehen...“ protestierte ich, doch erfolglos. Schon trug er mich die Treppe hinauf Richtung Schlafzimmer. „Senécio, laß mich sofort runter!“

Er lachte. „Oh nein, ich gehe kein Risiko ein. Unsere Ehe muss so schnell wie möglich vollzogen werden, bevor du es dir wieder anders überlegst.“

„Ich überlege es mir nicht anders. Sei doch vernünftig!“ Und als er lachend weiterging seufzte ich: „Du bist doch der sturköpfigste und unvernünftigste Mann den ich kenne!“

Zu meiner großen Erleichterung begegneten wir niemandem, bis die Tür des Schlafzimmers hinter uns geschlossen war.
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Mein Herz pochte wie wild, als Senécio mich absetzte. „Du...“

Doch mehr konnte ich nicht sagen, denn er unterbrach mich einfach aber effektiv durch einen leidenschaftlichen Kuß. Meine Arme schlangen sich wie von selbst um seinen Nacken als ich mich auf Zehenspitzen stellte, um den Kuß besser erwidern zu können. Ich merkte kaum, wie er mich zum Bett zog. Als er jedoch begann, mein Kleid aufzuknüpfen, wurde ich furchtbar verlegen und unsicher.

Er merkte das wohl, denn er hielt inne und sah mir in die Augen. „Hab keine Angst“, flüsterte er.

„Nein, ich vertraue dir“, erwiderte ich und verlor mich in seinen grünen Augen.





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Drába - Felsenblümchen



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A/N: Diesmal ein Gruß erst zum Schluß an all meine lieben Leser!

Ich hoffe euch hat der Schluß der Story halbwegs gefallen...Ich selber bin ehrlich gesagt nicht sonderlich zufrieden damit und wäre auch für konstruktive Kritik dankbar.

Dies ist die erste meiner Stories, die ich beendet habe und darauf bin ich, trotz aller inhaltlicher Schwächen, ziemlich stolz *g* Andererseits ist die Geschichte natürlich nicht perfekt und weist viele Fehler auf. Ich würde gerne diese Fehler beseitigen, allerdings fehlt mir momentan schlicht die Zeit, und auch etwas die Lust, dafür. Außerdem gibt es da ja auch noch eine gewisse andere Story, an der ich endlich weiterarbeiten will ;-)

Dennoch bin ich für jeden Hinweis auf logische Fehler, sprachliche Schwächen und was euch sonst noch so auffiel dankbar!

Und - last but not least - danke ich euch allen, dass ihr meine kleine Geschichte gelesen habt und vor allem danke ich all meinen lieben Lesern, die mir Kommentare hinterlassen haben und mir dadurch auch die Motivation gaben, nicht aufzugeben!

Ganz liebe Grüße, Conva
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Punktestand der Geschichte:   322
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Kommentare zur Story:

  Irgendwer hatte mal diese Geschichte vor ein paar Wochen oder Monaten empfohlen bei den Kommentaren und ich hatte es zufällig gesehen. Ich hätte sie sonst nie gefunden oder gelesen. Solche Tipps sind manchmal sehr hilfreich, damit viele Leser etwas davon haben und die Geschichten nicht ungelesen in der Versenkung verschwinden.

Wie gesagt, ich hatte sie wohl auch schon vor mehreren Wochen aufgrund der Empfehlung gelesen, aber noch keinen Kommentar geschrieben, obwohl ich begeistert war. Nun werde ich das aber mal nachholen, weil es auch für den Schreiber/Autor positiv ist und hoffentlich motiviert und freut, allgemein einfach weiterzuschreiben, da wir als Leser ja sonst auch nichts mehr zu lesen hätten :-)

So nun mal zur Geschichte selbst. Das war echt mal was Schönes fürs Herz, wer es wirklich auch gern mal romantisch mag. Eine Geschichte, die einem von Anfang an Spaß macht zu lesen. Die gefallen mir am besten, die ich anfange und sofort ein gewisser Reiz da ist, von der ersten Seite an weiterzulesen. Hier insbesondere, dass man zwar weiß, dass es um die Liebe geht, aber dieses Geheimnisvolle darum, und ob und wie die beiden denn zusammenkommen, ist in einer sehr spannenden und knisternden Atmosphäre während der ganzen Geschichte beschrieben und es regt die Phantasie an.

Ich fand den Schluss gut und die Hochzeitsnacht nicht zu knapp beschrieben. Dadurch, dass durchweg eine geheime, zurückhaltende Stimmung mit nicht erlaubten, unterdrückten Gefühlen aufgebaut wurde und ständig bestanden hat und auch noch gut beschrieben wurde, kann man sich die Hochzeitsnacht wohl sehr gut vorstellen, nach all den Sehnsüchten und das lange Warten, was beide füreinander empfunden, aber nicht gewusst haben und ein gegenseitiges Begehren in der Luft liegt. Da ist die Phantasie doch manchmal wohl am schönsten und ich glaube jeder kann es sich am besten vorstellen.

Die Namen aus dem Botanikbuch sind zwar wirklich interessant und es ist eine gute Idee, aber doch für den Leser bisschen verwirrend und zu kompliziert. Das spielt aber trotz allem keine negative Rolle, wenn man weiß um welche Haupt-Personen es geht, die einem selbst
beim Lesen für wichtig erscheinen.

Was hat Conva übrigens für schöne Träume, wenn sie die ganze Geschichte geträumt hat.
Schläftst Du noch oder träumst Du wieder? ;-)  
   Profil gelöscht  -  13.04.09 13:17

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  Oh, Mann, ich meinte natürlich "schmunzeln" und nicht "schmuzeln" und den Daumen HOCH *puh, was ist bloß heute mit mir los?*  
anonym  -  05.04.08 19:03

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  Hallo Conva!
Es ist ja alles immer reine Geschmacksache, aber ich persönlich finde, für die lange Wartezeit auf die heißersehnte "Hochzeitsnacht" ist die Liebeszene zu knapp. Die Sache mit dem Brand war irgendwie auch gar nicht nötig.Trotzdem alles in allem ein recht unterhaltsamer kleiner Roman. Man fühlt sich ganz in die damalige Zeit versetzt, die Charaktere sind gut herausgearbeitet und es war auch einiges zum Schmuzeln dabei. Darum den Daumen von mir.  
   doska  -  05.04.08 18:47

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Interessante Kommentare

Kommentar von "Aya" zu "Der kleine Vogel"

finde ich auch echt gut.

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