Ich gebe mich bis zu einem Kilo für Dich auf   5

Amüsantes/Satirisches · Kurzgeschichten

Von:    Robert Zobel      Mehr vom Autor?

Erstveröffentlichung: 22. Januar 2006
Bei Webstories eingestellt: 22. Januar 2006
Anzahl gesehen: 2239
Seiten: 2

Ich bin bereit mich für Dich aufzugeben. Gleich morgen früh gehe ich zur Post und tue es. Dann springe ich aus Deinem Briefkasten, wenn Du eigentlich mit einer Mahnung rechnest und verwandele Deine Verblüffung mit meinen Lippen in Gier, Frieden und Freude. Hoffentlich trägst Du dann nur ein kleines Hemdchen über Deinen Brüsten dass ich Dir sacht mit meiner Zunge von Deinen Schultern lecken kann.

Das würde mich innerlich vorfreulieren und somit entfachen.

Ich muss nur schauen, wie ich mich versende. Am besten per Büchersendung weil das ja gut billig ist, aber die Post macht ja auch manchmal solche Sendungen auf und dann stecke ich mir nichts dir nichts in einer hässlichen Postbeamtin und sie schlingt ihre papierzerschnittenen Arme um mich und lässt mich nie mehr los. Das wäre blöd, nicht akzeptabel und ich würde blöd aus dem Umschlag schauen. Ich könnte mir aber einfach eine ISBN-Nummer auf die Stirn malen, weil ja nur ein Buch eine ISBN-Nummer hat und somit könnte mir keiner an die Briefmarke pissen.

Auf der Seite der Post (post.de) steht, dass eine Büchersendung höchstens 1 Kilo wiegen darf. Das ist dann mal wirklich ein Problem, weil es bedeutet, dass ich mich bis runter auf 1 Kilo hungern muss. Bevor ich aber anfange, weil eigentlich hätte ich nämlich ziemlich aktuell Hunger, schaue ich mal, ob allein die Knochen nicht schon mehr wiegen.

Gerade habe ich herausgefunden, dass das menschliche Skelett rund fünfzehn Kilo wiegt und aus 206 einzelnen Knochen besteht. Heißt, ich müsste mich in viele kleine Stücke sägen lassen oder mir ganz viel Knochenmark raussaugen lassen.

Mal schauen, was das Internet mir zum Thema Knochenmark sagt. Mh nicht viel. Also ich denke mal, das würde funktionieren und weil ich ohne Knochenmark dann auch viel flacher wäre, würde ich gut in einen „DIN c5-Umschlag“ passen. Jupp und dann 0,85 Cent bezahlen und ich lande im Briefkasten.

Ich muss aber wirklich wissen, ob Du da wohnst, wo ich den Brief hinsende, denn wenn ich dann im Briefkasten stecke und keiner entleert ihn, bin ich ganz schön arm dran. Dann komm ich da nicht wirklich raus, weil mir ja die Kraft fehlt und erst Deine Lippen werden mir eine Ersatzknochenmarksdingens in die Statue jagen. Heißt, ich kann auch gar nicht aus dem Briefkasten hüpfen, wenn Du ihn öffnest.
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Ich kann nur darauf warten dass Du den Briefumschlag öffnest und einen Lappen/mich wieder heile küsst. Machst Du das?
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Punktestand der Geschichte:   5
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Kommentare zur Story:

  Strange ... ich liebe dieses Wort.
Ja, das ist echt schön. Darf man das zuhause nachmachen?  
Jakob  -  24.01.06 17:14

   Zustimmungen: 4     Zustimmen

  Ich finde es vor allem eines: Außergewöhnlich.
Beinahe strange, aber amüsant auf jeden fall.  
Fate  -  24.01.06 09:12

   Zustimmungen: 5     Zustimmen

  Hallo Robert,
ich finde dieses Werk äußerst gelungen, sehr amüsant und hintergründig. LG Cora  
Cora Corell  -  23.01.06 10:01

   Zustimmungen: 5     Zustimmen

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Interessante Kommentare

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